Noxafil 300mg Konzentrat zur Herst. e.Infusionslsg

MSD Sharp & Dohme GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Posaconazol →

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N1 1 ST 490,49 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung folgender Pilzerkrankungen bei Erwachsenen
    • invasive Aspergillose
  • Behandlung folgender Pilzerkrankungen bei pädiatrischen Patienten >/= 2 Jahre und Erwachsenen
    • invasive Aspergillose bei Patienten, deren Erkrankung therapierefraktär gegenüber Amphotericin B oder Itraconazol ist bzw. bei Patienten, die eine Unverträglichkeit gegen diese Arzneimittel haben
    • Fusariose bei Patienten, deren Erkrankung therapierefraktär gegenüber Amphotericin B ist bzw. bei Patienten, die eine Unverträglichkeit gegen Amphotericin B haben
    • Chromoblastomykose und Myzetom bei Patienten, deren Erkrankung therapierefraktär gegenüber Itraconazol ist bzw. bei Patienten, die eine Unverträglichkeit gegen Itraconazol haben
    • Kokzidioidomykose bei Patienten, deren Erkrankung therapierefraktär gegenüber Amphotericin B, Itraconazol oder Fluconazol ist bzw. bei Patienten, die eine Unverträglichkeit gegen diese Arzneimittel haben
    • Hinweis: Therapieresistenz ist definiert als Progression der Infektion oder Ausbleiben einer Besserung nach mind. 7 Tagen unter einer vorangegangenen wirksamen antimykotischen Therapie in therapeutischer Dosierung
  • Prophylaxe invasiver Mykosen (pädiatrische Patienten >/= 2 Jahre und Erwachsene)
    • Patienten mit Remissions-induzierender Chemotherapie bei akuter myeloischer Leukämie (AML) oder myelodysplastischen Syndromen (MDS), die erwartungsgemäß zu einer längerfristigen Neutropenie führt, und bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung invasiver Pilzerkrankungen besteht
    • Empfänger einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT), die eine Hochdosis-Immunsuppressions-Therapie bei einem Graft-versus-Host-Syndrom (GVHD) erhalten und bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung invasiver Pilzerkrankungen besteht
  • Hinweis
    • bei oropharyngealer Candidiasis: Fachinformation zu Posaconazol Suspension zum Einnehmen beachten

Dosierung

Basiseinheit: eine Durchstechflasche enthält 300 mg Posaconazol; nach Zubereitung enthält die Infusion 18 mg / ml

  • Behandlung von Pilzerkrankungen; Prophylaxe invasiver Pilzerkrankungen
    • Einleitung der Behandlung von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Pilzinfektionen oder bei der Anwendung supportiver Behandlungsmaßnahmen bei Hochrisiko-Patienten, bei denen Posaconazol zur Prophylaxe angezeigt ist
    • Wechsel zur oralen Anwendung wird empfohlen, sobald der Zustand des Patienten dies zulässt
    • invasive Aspergillose
      • Erwachsene
        • 1. Tag: 300 mg Posaconazol 2mal / Tag
        • danach: 300 mg Posaconazol 1mal / Tag
        • Anwendungsdauer
          • 6 - 12 Wochen
          • Wechsel zwischen i.v. und oraler Anwendung ist angemessen, wenn klinisch angezeigt
    • Therapierefraktäre invasive Pilzerkrankungen (IFI)/Patienten mit IFI und Unverträglichkeit gegen eine First-line-Therapie
      • Erwachsene
        • 1. Tag: 300 mg Posaconazol 2mal / Tag
        • danach: 300 mg Posaconazol 1mal / Tag
        • Anwendungsdauer
          • basierend auf dem Schweregrad der zugrundeliegenden Erkrankung, der Erholung von einer Immunsuppression und dem klinischen Ansprechen
      • pädiatrische Patienten (2 - < 18 Jahre)
        • 1. Tag: 6 mg / kg KG (max.:300 mg Posaconazol) 2mal / Tag
        • danach: 6 mg / kg KG (max.:300 mg Posaconazol) 1mal / Tag
        • Anwendungsdauer
          • basierend auf dem Schweregrad der zugrundeliegenden Erkrankung, der Erholung von einer Immunsuppression und dem klinischen Ansprechen
    • Prophylaxe invasiver Pilzerkrankungen
      • Erwachsene
        • 1. Tag: 300 mg Posaconazol 2mal / Tag
        • danach: 300 mg Posaconazol 1mal / Tag
        • Anwendungsdauer
          • basierend auf der Erholung von einer Neutropenie oder Immunsuppression
          • AML oder MDS
            • Start der Prophylaxe mehrere Tage vor dem erwarteten Auftreten einer Neutropenie
            • Fortsetzung über 7 Tage nachdem die Neutrophilenzahl > 500 Zellen / mm3 ist
      • pädiatrische Patienten (2 - < 18 Jahre)
        • 1. Tag: 6 mg / kg KG (max.:300 mg Posaconazol) 2mal / Tag
        • danach: 6 mg / kg KG (max.:300 mg Posaconazol) 1mal / Tag
        • Anwendungsdauer
          • basierend auf der Erholung von einer Neutropenie oder Immunsuppression
          • AML oder MDS
            • Start der Prophylaxe mehrere Tage vor dem erwarteten Auftreten einer Neutropenie
            • Fortsetzung über 7 Tage nachdem die Neutrophilenzahl > 500 Zellen / mm3 ist

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • mäßig bis schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 50 ml / min)
      • wegen möglicher Akkumulation des intravenösen Vehikels Hexakis- und Heptakis-O-(4-sulfobutyl)cyclomaltoheptaose-Natriumsalz (1 : 6,2 - 6,9) (SBECD), orale Darreichungsform anwenden
      • intravenöse Anwendung nur, wenn Nutzen/Risikoanalyse dies rechtfertigt
      • engmaschige Kontrolle des Serumkreatininspiegels
  • Leberfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • begrenzte Daten zur Auswirkung einer Leberfunktionsstörung (inkl. chronischer Lebererkrankung mit Child-Pugh-C-Klassifikation)
    • Anwendung mit Vorsicht (möglicherweise höhere Plasmaexposition)
  • Kinder und Jugendliche (< 2 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • keine klinischen Daten vorliegend
    • aufgrund von präklinischen Sicherheitsbedenken keine Anwendung

Kontraindikationen

Posaconazol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Posaconazol
  • gleichzeitige Anwendung mit Mutterkornalkaloiden
  • gleichzeitige Anwendung mit folgenden CYP3A4-Substraten
    • kann zu erhöhten Plasmaspiegeln dieser Arzneimittel führen, was wiederum zu einer Verlängerung des QTc-Intervalls und selten zum Auftreten von Torsade de pointes führen kann
      • Terfenadin
      • Astemizol
      • Cisaprid
      • Pimozid
      • Halofantrin
      • Chinidin
  • gleichzeitige Anwendung mit den HMGCoA-Reduktase-Hemmern
    • Simvastatin
    • Lovastatin
    • Atorvastatin
  • gleichzeitige Anwendung mit Venetoclax während des Therapiebeginns und der Aufdosierungsphase bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)

Nebenwirkungen

Posaconazol - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Neutropenie
      • akute myeloische Leukämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Anämie
      • Eosinophilie
      • Lymphadenopathie
      • Milzinfarkt
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • hämolytisch-urämisches Syndrom
      • thrombotisch-thrombozytopenische Purpura
      • Panzytopenie
      • Koagulopathie
      • Blutung
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Reaktion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktion
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Nebenniereninsuffizienz
      • Gonadotropin-Abfall im Blut
      • Pseudoaldosteronismus
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Störung des Elektrolythaushalts
      • Anorexie
      • Appetitverlust
      • Hypokaliämie
      • Hypomagnesiämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperglykämie
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abnorme Träume
      • Verwirrtheitszustand
      • Schlafstörung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Psychose
      • Depression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Parästhesien
      • Schwindel
      • Somnolenz
      • Kopfschmerzen
      • Geschmacksstörung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Konvulsionen
      • Neuropathie
      • Hypästhesie
      • Tremor
      • Aphasie
      • Schlaflosigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • cerebrovaskuläres Ereignis
      • Enzephalopathie
      • periphere Neuropathie
      • Synkope
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verschwommenes Sehen
      • Photophobie
      • verminderte Sehschärfe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Doppeltsehen
      • Gesichtsfeldausfall (Skotom)
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vermindertes Hörvermögen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • langes-QT-Syndrom
      • abnormes Elektrokardiogramm
      • Palpitationen
      • Bradykardie
      • supraventrikuläre Extrasystolen
      • Tachykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Torsade de pointes
      • plötzlicher Herztod
      • ventrikuläre Tachykardie
      • Herz- und Atemstillstand
      • Herzinsuffizienz
      • Herzinfarkt
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
      • Thrombophlebitis
      • Vaskulitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Lungenembolie
      • tiefe Venenthrombose
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Husten
      • Nasenbluten
      • Schluckauf
      • Nasensekretstauung
      • Pleuraschmerz
      • Tachypnoe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pulmonale Hypertonie
      • interstitielle Pneumonie
      • Pneumonitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen
      • Abdominalschmerzen
      • Durchfall
      • Dyspepsie
      • Mundtrockenheit
      • Flatulenz
      • Verstopfung
      • anorektale Beschwerden
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pankreatitis
      • aufgetriebener Bauch
      • Enteritis
      • epigastrische Beschwerden
      • Aufstoßen
      • gastroösophageale Refluxerkrankung
      • Ödem des Mundes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • MagenMagen-Darm-Blutung
      • Ileus
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Leberfunktionswerte
        • Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht (auch bei pädiatrischen Patienten)
        • Aspartat-Aminotransferase (AST) erhöht (auch bei pädiatrischen Patienten)
        • Bilirubin erhöht
        • alkalische Phosphatase erhöht
        • GGT erhöht
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leberzellschädigung
      • Hepatitis
      • Gelbsucht
      • Hepatomegalie
      • Cholestase
      • hepatische Toxizität
      • Leberfunktionsstörung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberversagen
      • cholestatische Hepatitis
      • Hepatosplenomegalie
      • Druckschmerz der Leber
      • Flattertremor
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere Leberschädigung mit letalem Ausgang (nach Markteinführung beobachtet)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag (auch bei pädiatrischen Patienten)
      • Pruritus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundulzera
      • Alopezie
      • Dermatitis
      • Erythema
      • Petechien
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • vesikulärer Ausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebsund Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Rückenschmerzen
      • Nackenschmerzen
      • Schmerzen der Skelettmuskulatur
      • Schmerz in einer Extremität
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akutes Nierenversagen
      • Niereninsuffizienz
      • Kreatinin im Blut erhöht
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • renal-tubuläre Acidose
      • interstitielle Nephritis
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Menstruationsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schmerzen in der Brustdrüse
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pyrexie (Fieber)
      • Asthenie
      • Müdigkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Ödem
      • Schmerz
      • Schüttelfrost
      • Unwohlsein
      • Brustkorbbeschwerden
      • Arzneimittelunverträglichkeit
      • Gefühl der Zerfahrenheit
      • Schmerzen an der Infusionsstelle
      • Phlebitis an der Infusionsstelle
      • Thrombose an der Infusionsstelle
      • Schleimhautentzündung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Zungenödem
      • Gesichtsödem
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • veränderter Arzneimittelspiegel
      • niedrige Phosphorspiegel im Blut
      • auffälliges Röntgenbild des Thorax

Anwendungshinweise

  • Anwendung über zentralen venösen Zugang (Zentralvenenkatheter) oder peripher gelegten zentralen Katheter (PICC)
  • langsame i.v. Infusion über eine Dauer von ca. 90 Minuten
  • darf nicht als Bolus verabreicht werden
  • kein Zentralvenenkatheter vorhanden
    • Einmalinfusion kann über peripheren Venenkatheter verabreicht werden
      • Infusion über eine Dauer von ca. 30 Minuten (verringerte Wahrscheinlichkeit von Reaktionen an der Infusionsstelle)
  • Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist vor der Anwendung zu verdünnen
  • weitere Hinweise zur Verdünnung vor der Anwendung siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Posaconazol - invasiv
  • vor Beginn der Therapie mit Posaconazol muss abgestillt werden
  • Übertritt von Posaconazol in die menschliche Muttermilch nicht untersucht
  • Posaconazol wird in die Milch säugender Ratten ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Posaconazol - invasiv
  • Posaconazol darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer der Nutzen für die Mutter überwiegt eindeutig das potenzielle Risiko für den Fetus
  • keine ausreichenden Informationen über die Anwendung von Posaconazol in der Schwangerschaft
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • potenzielles Risiko für den Menschen nicht bekannt
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • Posaconazol hatte keine Auswirkung auf die Fertilität von männlichen Ratten bei Dosen bis zu 180 mg / kg KG (2,8-Fache der Plasmakonzentration, die mit einer intravenösen Dosis von 300 mg beim Menschen erreicht wurde) oder weiblichen Ratten bei einer Dosis bis zu 45 mg / kg KG (3,4-Fache der Plasmakonzentration, die mit einer intravenösen Dosis von 300 mg beim Menschen erreicht wurde)
    • keine klinischen Erfahrungen in Bezug auf den Einfluss von Posaconazol auf die Fertilität beim Menschen vorliegend

Warnhinweise

Posaconazol - invasiv
  • Überempfindlichkeit
    • keine Informationen zu einer Kreuzempfindlichkeit von Posaconazol und anderen Antimykotika vom Azoltyp
    • Vorsicht bei der Anwendung bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber anderen Azol-Antimykotika
  • periphere Infusionsdauer
    • periphere Infusionsdauer von > 30 Minuten führt häufiger zu Reaktionen an der Infusionsstelle und Thrombophlebitiden
    • in ersten Studien an gesunden Probanden
      • Anwendung einer Posaconazol-Einmaldosis, die > 30 Minuten über einen peripheren Venenkatheter verabreicht wurde, mit einer Häufigkeit von 12 % mit Reaktionen an der Infusionsstelle (Thrombophlebitis mit 4 % Häufigkeit) verbunden
      • mehrfache Posaconazol-Dosen, die über einen peripheren Venenkatheter verabreicht wurden, waren mit Thrombophlebitis (Häufigkeit 60 %) verbunden
    • in späteren Studien
      • Posaconazol wurde über einen Zentralvenenkatheter verabreicht
    • war ein Zentralvenenkatheter nicht sofort verfügbar
      • Patienten konnten eine Einmalinfusion über eine Dauer von 30 Minuten über einen peripheren Venenkatheter erhalten
  • Hepatotoxizität
    • folgende hepatische Reaktionen unter der Therapie mit Posaconazol beschrieben, z.B.
      • Anstieg der Werte für
        • Alanin-Aminotransferase (ALT)
        • Aspartat-Aminotransferase (AST)
        • alkalische Phosphatase
        • Gesamtbilirubin
      • klinische Hepatitis
    • erhöhte Leberfunktionswerte nach Absetzen der Therapie im Allgemeinen reversibel und normalisierten sich in einigen Fällen ohne Therapieunterbrechung
    • selten schwerere hepatische Reaktionen mit letalem Ausgang berichtet
  • Patienten mit einer Leberfunktionsstörung
    • aufgrund begrenzter klinischer Erfahrung und der Möglichkeit höherer Posaconazol-Plasmaspiegel mit Vorsicht anwenden
  • Überwachung von Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
    • aufgrund von Wirkspiegel-Schwankungen sind Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung hinsichtlich Durchbruch-Pilzinfektionen engmaschig zu überwachen
  • Überwachung der Leberfunktion
    • Leberfunktionstests zu Beginn und während der Posaconazol-Therapie durchführen
    • Patienten, bei denen es im Verlauf der Therapie zu einer Veränderung der Leberfunktionswerte kommt, müssen routinemäßig hinsichtlich des Auftretens einer schwereren Leberschädigung überwacht werden
      • zur Beurteilung müssen Leberfunktionstests (insbesondere zur Bestimmung von Leberfunktionswerten und Bilirubin) durchgeführt werden
    • Absetzen von Posaconazol erwägen
      • wenn klinische Anzeichen und Symptome auf die Entwicklung einer Lebererkrankung hinweisen
  • QTc-Verlängerung
    • unter der Behandlung mit einigen Azol-Antimykotika Verlängerung des QTc-Intervalls
    • Posaconazol darf nicht zusammen mit Arzneimitteln angewendet werden, die CYP3A4-Substrate sind und von denen bekannt ist, dass sie das QTc-Intervall verlängern
    • darf bei Patienten mit proarrhythmischen Faktoren wie den folgenden nur mit Vorsicht angewendet werden
      • angeborene oder erworbene QTc-Verlängerung
      • Kardiomyopathie, insb.
        • bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz
      • Sinusbradykardie
      • bestehende symptomatische Arrhythmien
      • gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QTc-Intervall verlängern
    • vor und während der Therapie Elektrolytstörungen überwachen und gegebenenfalls korrigieren
      • insbesondere wenn Kalium-, Magnesium- oder Calciumspiegel betroffen sind
    • mittlere maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) nach Anwendung der Infusionslösung im Vergleich nach Gabe der Suspension zum Einnehmen um das 4-Fache erhöht
      • erhöhter Effekt auf das QTc-Intervall kann nicht ausgeschlossen werden
      • besondere Vorsicht bei den Fällen, bei denen Posaconazol peripher angewendet wird
        • empfohlene Infusionszeit von 30 Min. kann Cmax weiter erhöhen
  • Arzneimittelwechselwirkungen
    • Posaconazol hemmt CYP3A4
      • nur unter bestimmten Umständen während der Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, anzuwenden
  • Midazolam und andere Benzodiazepine
    • gleichzeitige Anwendung von Posaconazol mit einem Benzodiazepin, das über CYP3A4 (z.B. Midazolam, Triazolam, Alprazolam) metabolisiert wird, nur in Betracht zu ziehen, wenn es unbedingt notwendig ist
      • aufgrund des Risikos einer länger anhaltenden Sedierung und einer möglichen Atemdepression
    • Dosisanpassung erwägen für Benzodiazepine, die über CYP3A4 metabolisiert werden
  • Vincristin-Toxizität
    • gleichzeitige Anwendung von Azol-Antimykotika, einschließlich Posaconazol, mit Vincristin wurde mit Neurotoxizität und anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wie
      • Krampfanfälle
      • periphere Neuropathie
      • SyndromSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion
      • paralytischer Ileus
    • Azol-Antimykotika, einschließlich Posaconazol, sollten bei gleichzeitiger Anwendung von Vinca-Alkaloiden, einschließlich Vincristin, den Patienten vorbehalten bleiben, für die keine alternative Antimykotika-Therapie zur Verfügung steht
  • Venetoclax-Toxizität
    • gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren, einschließlich Posaconazol, mit dem CYP3A4-Substrat Venetoclax kann Toxizität von Venetoclax erhöhen, einschließlich des Risikos für Tumorlysesyndrom (TLS) und Neutropenie
    • für detaillierte Empfehlungen Fachinformation von Venetoclax beachten
  • Rifamycin-Antibiotika (Rifampicin, Rifabutin), bestimmte Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon) und Efavirenz
    • Posaconazol-Konzentrationen können bei einer Kombination erheblich vermindert sein
      • gleichzeitige Anwendung mit Posaconazol vermeiden
        • außer der Nutzen für den Patienten überwiegt das Risiko
  • Plasmaspiegel
    • Plasmakonzentrationen nach Anwendung von intravenösem Posaconazol sind im Allgemeinen höher als die, die mit einer Posaconazol-Suspension zum Einnehmen erreicht werden
    • Posaconazol-Plasmakonzentrationen nach Anwendung von Posaconazol können über die Zeit bei einigen Patienten ansteigen
  • thromboembolische Ereignisse
    • thromboembolische Ereignisse wurden als mögliches Risiko unter Behandlung mit intravenösem Posaconazol identifiziert
      • wurden aber in klinischen Studien nicht beobachtet
    • Thrombophlebitis wurde in klinischen Studien beobachtet
    • sorgfältig auf jegliche Anzeichen und Symptome thromboembolischer Ereignisse achten
  • Lichtempfindlichkeitsreaktion
    • Posaconazol kann das Risiko einer Lichtempfindlichkeitsreaktion erhöhen
    • Patienten sollten angewiesen werden, während der Behandlung Sonneneinstrahlung ohne ausreichenden Schutz durch Schutzkleidung und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) zu vermeiden