Noyada 25 mg/5 ml Lösung zum Einnehmen

ETHYPHARM GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Captopril →

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100 ML 165,56 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Hypertonie
  • chronische Herzinsuffizienz mit Reduktion der systolischen ventrikulären Funktion, in Kombination mit Diuretika und, wenn erforderlich, mit Digitalis und Betablockern
  • Myokardinfarkt
    • Kurzzeitbehandlung (4 Wochen)
      • innerhalb der ersten 24 Stunden nach einem Infarkt bei klinisch stabilen Patienten
    • Langzeitprävention der symptomatischen Herzinsuffizienz
      • klinisch stabile Patienten mit asymptomatischer linksventrikulärer Dysfunktion (Ejektionsfraktion </= 40 %)
  • diabetische Nephropathie mit Makroproteinurie bei Typ-I-Diabetikern

Dosierung

Basiseinheit: jeder ml der 25 mg / 5 ml Lösung zum Einnehmen enthält 5 mg Captopril

  • Hypertonie
    • Dosierung angepasst an das Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks
    • initial: 25 - 50 mg Captopril / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen
    • Dosissteigerung
      • optional, unter Einhaltung eines Intervalls von mind. 2 Wochen
      • schrittweise auf 100 - 150 mg Captopril / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen
    • max. Tagesdosis: 150 mg Captopril
    • Patienten mit sehr aktivem ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-System (Hypovolämie, renovaskuläre Hypertonie, kardiale Dekompensation)
      • initial: Einzeldosis von 6,25 mg oder 12,5 mg Captopril
      • Behandlungsbeginn vorzugsweise unter sorgfältiger medizinischer Überwachung, mit Gabe dieser Dosen 2mal / Tag
      • ggf. Dosissteigerung allmählich auf 50 mg Captopril / Tag und falls nötig auf 100 mg Captopril / Tag, verteilt in 1 oder 2 Einzeldosen
    • Hinweis
      • Gabe von Captopril allein oder in Kombination mit anderen antihypertensiven Medikamenten, insb. mit Thiazid-Diuretika
      • im Falle einer antihypertensiven Begleitmedikation, wie z. B. Thiazid-Diuretika, evtl. Dosisgabe 1mal / Tag angezeigt
  • Herzinsuffizienz
    • Dosierung angepasst an das Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks
    • initial: 6,25 - 12,5 mg Captopril 2mal oder 3mal / Tag
    • Titration auf Erhaltungsdosis von 75 - 150 mg Captopril / Tag
      • basierend auf Ansprechen des Patienten, klinischem Status und Verträglichkeit
      • Dosissteigerung schrittweise, mit Einhaltung eines Intervalls von mind. 2 Wochen, um Ansprechen der Patienten zu evaluieren
    • max. Tagesdosis: 150 mg Captopril / Tag, verteilt auf mehrere Gaben
  • Myokardinfarkt
    • Dosierung individuell an Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks anpassen
    • Kurzzeitbehandlung
      • Behandlungsbeginn mit Captopril bei Patienten mit stabiler Hämodynamik stationär so schnell wie möglich beim Auftreten erster Anzeichen und / oder Symptome
      • initial: Gabe einer Testdosis von 6,25 mg Captopril, 2 Std. später 12,5 mg Captopril und 12 Std. später 25 mg Captopril
      • ab dem nächsten Tag: 100 mg Captopril / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen
      • Behandlungsdauer:
        • Beibehaltung dieser Dosis (100 mg Captopril / Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen) für die nächsten 4 Wochen, sofern keine unerwünschten hämodynamischen Reaktionen auftreten
        • danach erneute Zustandsbeurteilung des Patienten, bevor eine Entscheidung bezüglich der Behandlung für die Zeit nach dem Herzinfarkt getroffen wird
    • Langzeitbehandlung
      • wenn innerhalb der ersten 24 Stunden nach akutem Herzinfarkt keine Behandlung mit Captopril eingeleitet wurde
        • Behandlungsbeginn zwischen 3. und 16. Tag nach Infarkt, sobald erforderliche Behandlungsbedingungen vorliegen (stabile Hämodynamik, verbleibende Ischämie unter Kontrolle)
      • Behandlungsbeginn stationär unter strenger Überwachung (besonders des Blutdrucks), bis zum Erreichen einer Dosis von 75 mg Captopril
        • initial niedrige Dosis, insbesondere wenn Patient zu Beginn der Therapie normalen oder niedrigen Blutdruck aufweist
          • initial 6,25 mg Captopril
          • gefolgt von 12,5 mg Captopril 3mal / Tag über 2 Tage
          • danach 25 mg Captopril 3mal / Tag, sofern keine unerwünschten hämodynamischen Reaktionen auftreten
      • empfohlene Dosierung für effektive Kardioprotektion: 75 - 150 mg Captopril / Tag, verteilt auf 2 - 3 Einzeldosen
      • bei symptomatischer Hypotonie, wie z. B. bei Herzinsuffizienz
        • Dosisreduktion der Diuretika und / oder anderer begleitender Vasodilatatoren möglich, um Steady-State-Dosis von Captopril zu erreichen
        • wenn erforderlich, Anpassung der Captopril-Dosis an klinische Reaktion des Patienten
    • Anwendung von Captopril zusammen mit anderen Therapien bei Herzinfarkt möglich, wie z.B. thrombolytischen Substanzen, Betablockern und Acetylsalicylsäure
  • Diabetische Nephropathie bei Typ-I-Diabetikern
    • Dosierung individuell an Patientenprofil und Ansprechen des Blutdrucks anpassen
    • 75 - 100 mg Captopril / Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen
    • max. Tagesdosis: 150 mg Captopril
    • falls zusätzliche Blutdrucksenkung gewünscht:
      • zusätzliche Gabe weiterer blutdrucksenkender Arzneimittel möglich

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • Captopril wird primär über die Nieren ausgeschieden
      • Dosisreduktion oder Verlängerung des Dosierungsintervalls
    • gleichzeitig erforderlicher Diuretikatherapie bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz: Schleifendiuretikum (z. B. Furosemid) einem Thiazid-Diuretikum vorziehen
    • Kreatinin-Clearance > 40 ml / Min. / 1,73 m2
      • initial: 25 - 50 mg Captopril / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 150 mg Captopril
    • Kreatinin-Clearance 21 - 40 ml / Min. / 1,73 m2
      • initial: 25 mg Captopril / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 100 mg Captopril
    • Kreatinin-Clearance 10 - 20 ml / Min. / 1,73 m2
      • initial: 12,5 mg Captopril / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 75 mg Captopril
    • Kreatinin-Clearance < 10 ml / Min. / 1,73 m2
      • initial: 6,25 mg Captopril / Tag
      • tägliche Maximaldosis: 37,5 mg Captopril
  • Ältere Patienten
    • bei verringerter Nierenfunktion und evtl. Beeinträchtigung anderer Organfunktionen
      • Therapiebeginn mit niedriger Initialdosis (6,25 mg Captopril 2mal / Tag) in Erwägung ziehen
    • Dosissteigerung allmählich und abhängig vom Ansprechen des Blutdrucks
    • Dosis so niedrig wie möglich halten, um adäquate Kontrolle zu gewährleisten
  • Kinder und Jugendliche
    • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Captopril in dieser Patientengruppe nicht vollständig ermittelt
    • Anwendung von Captopril unter sorgfältiger medizinischer Überwachung beginnen
    • initial: ca. 0,3 mg Captopril / kg Körpergewicht
    • bei besonderen Vorsichtsmaßnahmen (Niereninsuffizienz, frühgeborene Säuglinge, Neugeborene und Säuglinge, weil ihre Nierenfunktion nicht der älterer Kinder und Erwachsener entspricht)
      • initial: 0,15 mg Captopril / kg KG
    • Verabreichung von Captopril bei Kindern i. A. 3mal / Tag
      • Anpassung von Dosis und Dosierungsintervall jedoch individuell an das Ansprechen des Patienten
  • Wechsel zwischen diesem Präparat und anderen Captopril-Formulierungen
    • nach der Titration auf eine effektive Dosis sollte die Behandlung der Patienten beibehalten werden
    • beim Wechsel der Captopril-Formulierungen sollte eine erneute Titration durchgeführt werden

Kontraindikationen

Captopril - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Captopril oder einen anderen ACE-Hemmer in der Anamnese
  • Angioödeme in der Anamnese, assoziiert mit einer früheren ACE-Hemmer-Therapie
  • hereditäre oder idiopathische angioneurotische Ödeme
  • Schwangerschaft (2. und 3. Trimenon)
  • gleichzeitige Anwendung
    • mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73m2) kontraindiziert
    • einer Sacubitril / Valsartan-Therapie
      • Behandlung mit Captopril darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril / Valsartan begonnen werden

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Captopril - intraoral
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Neutropenie / Agranulozytose
      • Panzytopenie, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung
      • Anämie (einschließlich aplastischer und hämolytischer)
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
      • Thrombozytopenie
      • Lymphadenopathie
      • Eosinophilie
      • Autoimmunerkrankungen und / oder positive ANA-Titer
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anorexie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyperkaliämie
      • Hyponatriämie
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlafstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verwirrung
      • Depressionen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Geschmacksstörung
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
      • Parästhesie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schläfrigkeit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • zerebrovaskuläre Ereignisse, einschl.
        • Schlaganfall
        • Synkope
  • Augenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
      • Herzrhythmusstörungen
      • Angina pectoris
      • Palpitationen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Herzstillstand
      • kardiogener Schock
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie, einschl.
        • schwere unvorhersehbare Hypotonie bei Kindern und Jugendlichen (sehr häufig im 1. Lebensmonat)
      • Raynaud-Syndrom
      • Gesichtsrötung
      • Blässe
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • trockener, irritierender (nicht produktiver) Husten
      • Dyspnoe
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Bronchospasmus
      • Rhinitis
      • allergische Alveolitis / eosinophile Pneumonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Apnoe bei Kindern und Jugendlichen (sehr häufig im 1. Lebensmonat)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
      • Magenverstimmung
      • Bauchschmerzen
      • Diarrhoe
      • Verstopfung
      • Mundtrockenheit
      • peptisches Ulkus
      • Dyspepsie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • intestinale Angioödeme
      • Stomatitis / Ulzerationen mit Aphten
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Glossitis
      • Pankreatitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Appetitlosigkeit bei Kindern / Jugendlichen
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Beeinträchtigung der Leberfunktion und Cholestase (einschließlich Gelbsucht)
      • Hepatitis einschließlich Nekrose
      • erhöhte Leberenzyme und Bilirubin-Werte
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus mit oder ohne Ausschlag
      • Ausschlag
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
      • Alopezie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Urtikaria
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
      • Photosensibilität
      • Erythrodermie
      • pemphigoide Reaktionen
      • exfoliative Dermatitis
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myalgie
      • Arthralgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Nierenfunktionsstörungen / verminderte GFR, einschließlich
        • Nierenversagen (sehr häufig im 1. Lebensmonat)
      • Polyurie
      • Oligurie
        • ist ein Risiko bei Frühgeborenen, die mit Captopril behandelt werden
      • erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • nephrotisches Syndrom
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Impotenz
      • Gynäkomastie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Brustschmerzen
      • Erschöpfung
      • Unwohlsein
      • Asthenie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Fieber
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • orthostatische Symptome bei Kindern / Jugendlichen
        • zählt zu den am häufigsten beobachteten Reaktionen bei Kindern und Jungendlichen
      • Krämpfe bei Kindern / Jugendlichen (sehr häufig im 1. Lebensmonat)
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Proteinurie
      • Eosinophilie
      • Erhöhung der Serum-Kalium-Konzentration
      • Abfall der Serum-Natrium-Konzentration
      • Erhöhung von BUN, Serum-Kreatinin und Serum-Bilirubin
      • Erniedrigung von Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten, Thrombozyten
      • positive ANA-Titer
      • erhöhte Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit
      • erhöhte Transaminase-Werte

Anwendungshinweise

  • Lösung zum Einnehmen
  • nur zur oralen Anwendung
  • Einnahme der Lösung vor, während oder nach den Mahlzeiten
  • weitere Hinweise zur Applikation (z. B. Abmessung der Dosis), s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Captopril - intraoral
  • Stillen von Frühgeborenen, sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung
    • Anwendung von Captopril nicht empfohlen, da
      • ein mögliches Risiko von kardiovaskulären und renalen Effekten beim Säugling besteht
      • für eine Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt
    • einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Captopril in der Muttermilch erreicht werden (auch wenn diese Konzentrationen als klinisch nicht relevant erscheinen)
  • wenn die Säuglinge älter sind
    • Anwendung von Captopril kann bei stillenden Müttern erwogen werden, wenn die Behandlung für die Mutter als notwendig erachtet wird und der Säugling sorgfältig auf Nebenwirkungen überwacht wird

Schwangerschaftshinweise

Captopril - intraoral
  • Anwendung von ACE-Hemmern
    • nicht empfohlen im ersten 1. Trimenon
    • kontraindiziert im 2. und 3. Trimenon
  • Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch
    • es sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich
  • wird eine Schwangerschaft festgestellt
    • Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich beenden
    • wenn erforderlich, eine alternative Therapie beginnen
  • 1. Trimenon
    • keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach Anwendung von ACE-Hemmern während des 1. Trimenons vorliegend
      • geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden
  • 2. und 3. Trimenon
    • es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern während des 2. und 3. Trimenons folgende Effekte auslöst
      • fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation)
      • neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliämie)
    • im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem 2. Trimenon
      • Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen
  • Säuglinge, deren Mütter ACE-Hemmer eingenommen haben
    • häufig wiederholt auf Hypotonie untersuchen
  • Fertilität
    • keine Daten zur menschlichen Fertilität vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • in Studien an Labortieren wurden keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt

Warnhinweise

Captopril - intraoral
  • Hypotonie
    • selten wird bei unkomplizierten Hypertonie-Patienten eine Hypotonie beobachtet
    • eine symptomatische Hypotonie tritt eher bei Patienten auf, bei denen ein Flüssigkeits- und / oder Salzmangel vorliegt infolge
      • starker Diuretika-Therapie
      • salzarmer Ernährung
      • Diarrhoe
      • Erbrechen
      • Hämodialyse
    • vor Verabreichung eines ACE-Hemmers
      • Flüssigkeits- und / oder Salzmangel ausgleichen
      • eine niedrigere Anfangsdosis in Erwägung ziehen
    • bei Patienten mit Herzinsuffizienz
      • für den Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer eine niedrigere Anfangsdosis empfohlen, da ein erhöhtes Risiko einer Hypotonie besteht
      • dieser Effekt stabilisiert sich in 1 oder 2 Wochen und kehrt normalerweise innerhalb von 2 Monaten auf Werte wie vor der Behandlung ohne Minderung der therapeutischen Wirksamkeit zurück
      • immer wenn die Captopril-Dosis oder die des Diuretikums erhöht wird, ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz Vorsicht geboten
    • Risiko eines Myokardinfarkts oder Schlaganfalls
      • wie bei allen anderen Antihypertensiva kann eine zu starke Blutdrucksenkung bei Patienten mit ischämischer kardiovaskulärer oder zerebrovaskulärer Erkrankung das Risiko eines Myokardinfarkts oder Schlaganfalls erhöhen
      • im Falle einer sich entwickelnden Hypotonie sollte der Patient in Rückenlage gebracht werden
      • eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr mit physiologischer Kochsalzlösung ist gegebenenfalls angezeigt
    • Kinder, insbesondere Neugeborene
      • können empfindlicher auf haemodynamische Nebenwirkungen von Captopril reagieren
      • Berichte über exzessive, länger andauernde, unvorhersehbare Blutdruckabfälle und damit verbundene Komplikationen einschließlich Oligurie und Krampfanfälle
  • renovaskuläre Hypertonie
    • bei Patienten mit beidseitiger Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei einer einzigen funktionierenden Niere
      • besteht bei Behandlung mit ACE-Hemmern ein erhöhtes Risiko für Hypotonie und Niereninsuffizienz
      • der Verlust der Nierenfunktion kann mit nur mäßigen Veränderungen des Serum-Kreatinins einhergehen
      • bei diesen Patienten sollte die Therapie begonnen werden unter
        • sorgfältiger medizinischer Überwachung mit niedrigen Dosen
        • sorgfältiger stufenweiser Einstellung
        • Überwachung der Nierenfunktion
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <= 40 ml/min)
      • muss die Anfangsdosierung von Captopril an die Kreatinin-Clearance des Patienten angepasst und dann gemäß dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung eingestellt werden
      • bei diesen Patienten gehören Routine-Untersuchungen von Kalium und Kreatinin zur normalen medizinischen Praxis
  • Überempfindlichkeit / Angioödem
    • bei Patienten, die mit ACE-Hemmern einschließlich Captopril behandelt wurden, wurde von dem Auftreten von Angioödemen berichtet, einschl. Angioödeme
      • des Gesichts
      • der Extremitäten
      • der Lippen
      • der Schleimhäute
      • der Zunge
      • der Glottis
      • des Kehlkopfs
    • diese können jederzeit während der Behandlung auftreten
    • in solchen Fällen
      • Captopril sofort absetzten
      • geeignete Behandlung und Überwachung einleiten, um die vollständige Rückbildung der Symptome vor der Entlassung der Patienten zu gewährleisten
    • in Fällen, in denen die Schwellung auf Gesicht und Lippen begrenzt war, bildete sich die Symptomatik meist ohne Behandlung wieder zurück
      • Antihistaminika waren jedoch hilfreich bei der Linderung der Symptome
    • Angioödeme mit Beteiligung der Zunge, der Glottis oder des Kehlkopfs
      • können letal verlaufen
      • wenn die Zunge, Glottis oder Kehlkopf beteiligt sind und eine Atemwegsobstruktion wahrscheinlich ist
        • sofort eine Notfalltherapie einleiten, beispielsweise bestehend aus einer sofortigen subkutanen Gabe einer Adrenalin-Lösung 1:1.000 (0,3-0,5 ml) und / oder dem Freihalten der Luftwege
        • der Patient sollte in ein Krankenhaus eingewiesen und stationär mindestens 12-24 Stunden überwacht werden und sollte erst entlassen werden, wenn die Symptome vollständig zurückgegangen sind
    • Patienten schwarzer Hautfarbe
      • im Vergleich mit Patienten nicht-schwarzer Hautfarbe wurde bei Patienten schwarzer Hautfarbe eine höhere Inzidenz von Angioödemen unter ACE-Hemmern berichtet
    • Patienten mit anamnestisch bekanntem, nicht durch einen ACE-Hemmer ausgelösten Angioödem
      • können besonders gefährdet sein, ein Angioödem zu entwickeln, wenn sie einen ACE-Hemmer erhalten
    • intestinale Angioödeme
      • bei Patienten unter ACE-Hemmern berichtet
      • diese Patienten litten unter Abdominalschmerzen (mit oder ohne Übelkeit oder Erbrechen)
      • in einigen Fällen trat zuvor kein Gesichtsangioödem auf und die C1-Esterase-Spiegel waren normal
      • die intestinalen Angioödeme wurden durch Verfahren wie abdominales CT, Ultraschall oder bei einem operativen Eingriff erkannt
      • die Symptome verschwanden, nachdem der ACE-Hemmer abgesetzt wurde
      • intestinale Angioödeme sollten bei Patienten mit Bauchschmerzen in die Differentialdiagnose mit eingeschlossen werden
    • gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern
      • mit Sacubitril / Valsartan
        • kontraindiziert wegen des erhöhten Risikos eines Angioödems
        • eine Behandlung mit Sacubitril / Valsartan darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Captopril begonnen werden
        • eine Behandlung mit Captopril darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis Sacubitril / Valsartan begonnen werden
      • mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin
        • gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen (z. B. Schwellung der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne Atembeschwerden)
        • Vorsicht ist geboten, wenn die Behandlung mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Vildagliptin bei Patienten begonnen wird, die bereits einen ACE-Hemmer einnehmen
  • Husten
    • Berichte über Husten bei Verwendung von ACE-Hemmern
    • der Husten ist charakteristischerweise
      • nicht produktiv
      • hartnäckig
      • verschwindet nach Absetzen der Therapie
  • duale Blockade des ReninRenin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)
    • es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko erhöht für
      • Hypotonie
      • Hyperkaliämie
      • Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich akutem Nierenversagen)
    • eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen
    • wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird
      • sollte dies nur unter Aufsicht eines Spezialisten erfolgen und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von
        • Nierenfunktion
        • Elektrolytwerten
        • Blutdruck
    • Patienten mit diabetischer Nephropathie
      • ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden
  • Leberversagen
    • selten wurde unter ACE-Hemmer-Behandlung ein Syndrom beobachtet, das mit cholestatischem Ikterus beginnt und bis zur plötzlichen hepatischen Nekrose mit (manchmal) letalem Ausgang fortschreitet
    • der Mechanismus dieses Syndroms ist unklar
    • Patienten, die unter einer ACE-Hemmer-Therapie Ikterus oder deutliche Erhöhungen der Leberenzyme entwickeln
      • sollten den ACE-Hemmer absetzen
      • entsprechend medizinisch überwacht werden
  • Hyperkaliämie
    • ACE-Hemmer können eine Hyperkaliämie bewirken, da sie die Freisetzung von Aldosteron verhindern
    • die Wirkung ist im Allgemeinen bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht bedeutsam
    • allerdings kann es zu einer Hyperkaliämie kommen bei Patienten
      • mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion
      • bei Patienten, die folgendes einnehmen
        • Kalium-Ergänzungsmittel (einschließlich Salzersatzmittel)
        • kaliumsparende Diuretika
        • Trimethoprim oder Cotrimoxazol (auch als Trimethoprim / Sulfamethoxazol bekannt)
        • insbesondere Aldosteron-Antagonisten
        • insbesondere Angiotensin-Rezeptor-Blocker
      • zu den Patienten, für die das Risiko einer Hyperkaliämie besteht, gehören jene mit
        • Diabetes mellitus
        • Hypoaldosteronismus
        • oder Patienten, die andere Wirkstoffe anwenden, die mit einem erhöhten Serumkalium-Spiegel zusammenhängen (z. B. Heparin)
    • kaliumsparende Diuretika und Angiotensin-Rezeptor-Blocker
      • sollten bei Patienten, die ACE-Hemmer erhalten, mit Vorsicht angewendet werden
    • sollte die gleichzeitige Anwendung der oben genannten Wirkstoffe als angemessen erachtet werden, ist eine regelmäßige Überwachung des Serumkalium-Spiegels empfohlen
  • Kombination mit Lithium
    • die gleichzeitige Anwendung von Captopril mit Lithium wird aufgrund einer Verstärkung der Lithium-Toxizität nicht empfohlen
  • Aorten- und Mitralklappenstenose / obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie
    • Patienten mit Obstruktion des linksventrikulären Klappen- und Ausflussbereiches
      • Anwendung ACE-Hemmer mit Vorsicht
    • kardiogenem Schock und hämodynamisch signifikanter Obstruktion
      • ACE-Hemmer nicht anwenden
  • Neutropenie / Agranulozytose
    • Berichte über Neutropenie / Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anämie bei Patienten, die mit ACE-Hemmern, einschließlich Captopril, behandelt wurden
    • bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und ohne andere erschwerende Faktoren tritt Neutropenie selten auf
    • Captopril sollte mit größter Vorsicht angewendet werden
      • bei Patienten mit Kollagenose-assoziierten vaskulären Erkrankungen
      • bei Patienten, die mit Immunsuppressiva, Allopurinol oder Procainamid behandelt werden
      • bei Kombination dieser erschwerenden Faktoren, insbesondere bei vorliegender eingeschränkter Nierenfunktion
      • Hinweis
        • einige dieser Patienten entwickelten schwere Infektionen, die in einigen Fällen auf eine intensive Antibiotika-Therapie nicht ansprachen
        • bei Anwendung von Captopril bei diesen Patienten ist es ratsam, das weiße Blutbild und das Differentialblutbild zu kontrollieren
          • vor der Therapie
          • alle 2 Wochen während der ersten 3 Therapiemonate
          • danach in regelmäßigen Abständen
    • während der Behandlung sollten alle Patienten angewiesen werden, den Arzt über jedes Anzeichen einer Infektion zu informieren (z. B. Halsschmerzen, Fieber)
      • in diesem Fall sollte ein Differentialblutbild der weißen Blutkörperchen erstellt werden
    • wenn eine Neutropenie (weniger als 1000/mm3 Neutrophile) entdeckt wird oder der Verdacht darauf besteht
      • Captopril und andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel absetzen
      • bei den meisten Patienten kehrt die Zahl der Neutrophilen nach Absetzen von Captopril schnell zu normalen Werten zurück
  • Proteinurie
    • Proteinurie kann insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender eingeschränkter Nierenfunktion oder bei relativ hohen Dosen von ACE-Hemmern auftreten
    • bei ca. 0,7 % der Patienten, die Captopril erhielten, wurde eine Gesamt-Proteinmenge im Urin von mehr als 1 g/Tag beobachtet
      • bei einem Großteil der Patienten bestand vorher eine Nierenerkrankung oder die verabreichten Captopril-Dosen waren relativ hoch (mehr als 150 mg/Tag) oder beides
    • ein nephrotisches Syndrom trat bei ca. einem Fünftel der Patienten mit Proteinurie auf
    • in den meisten Fällen ließ die Proteinurie innerhalb von 6 Wochen nach oder verschwand ganz, unabhängig davon, ob Captopril weiter eingenommen wurde oder nicht
    • Nierenfunktionsparameter wie BUN und Kreatinin waren bei Patienten mit Proteinurie selten verändert
    • bei Patienten mit vorausgegangener Nierenerkrankung
      • Bestimmung des Proteingehalts im Urin (Teststreifen im ersten Morgenurin)
        • vor Beginn der Behandlung
        • danach in regelmäßigen Abständen
  • anaphylaktoide Reaktionen während Desensibilisierung
    • während der Behandlung mit einem anderen ACE-Hemmer wurde selten über anhaltende lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen bei Patienten während einer Desensibilisierungstherapie mit Hymenopterengift berichtet
      • bei den gleichen Patienten konnten diese Reaktionen vermieden werden, wenn der ACE-Hemmer vorübergehend abgesetzt wurde, traten aber bei unbeabsichtigter nochmaliger Exposition wieder auf
      • daher Vorsicht bei Patienten, die solche Desensibilisierungstherapien erhalten und mit ACE-Hemmern behandelt werden
  • anaphylaktoide Reaktionen auf High-Flux-Dialyse / Lipoprotein-Apherese-Membranen
    • bei Patienten, die sich einer Hämodialyse mit High-Flux-Dialysemembranen oder einer Low-Density-Lipoprotein-Apherese mit Dextransulfat-Adsorption unterzogen, wurde über anaphylaktoide Reaktionen berichtet
    • bei diesen Patienten sollte die Verwendung einer anderen Dialysemembran oder einer anderen Arzneimittelklasse in Erwägung gezogen werden
  • Operationen / Anästhesie
    • während größerer Operationen oder während einer Behandlung mit Anästhetika, die bekanntermaßen den Blutdruck senken, kann es bei Patienten zu einer Hypotonie kommen
      • wenn eine Hypotonie auftritt, kann diese durch Volumenexpansion ausgeglichen werden
  • Diabetiker
    • bei Diabetikern, die in der Vergangenheit mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt wurden, sollten die Blutzuckerwerte genau überwacht werden
      • insbesondere während des ersten Behandlungsmonats mit einem ACE-Hemmer
  • Nierenfunktion bei Patienten mit Herzerkrankungen
    • einige Patienten können eine stabile Erhöhung von BUN- und Serumkreatinin-Werten > 20 % über dem Normal- oder dem Ausgangswert während einer Langzeitbehandlung mit Captopril entwickeln
    • bei einigen Patienten, im Allgemeinen bei solchen mit bestehender Nierenerkrankung, ist der Abbruch der Behandlung aufgrund des progressiven Anstiegs von Kreatinin notwendig
  • ethnische Unterschiede
    • wie auch andere Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, senkt Captopril den Blutdruck bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe weniger effektiv als bei Menschen mit nicht schwarzer Hautfarbe
      • dies könnte auf ein häufigeres Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status in der schwarzen Bevölkerung mit Bluthochdruck zurückzuführen sein
  • Schwangerschaft
    • Behandlung mit ACE-Hemmern sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden
    • bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch
      • Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere sollte erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-Hemmern ist zwingend erforderlich
      • wird eine Schwangerschaft festgestellt
        • Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich beenden
        • wenn erforderlich, eine alternative Therapie beginnen
  • Kinder und Jugendliche
    • Neugeborene
      • Hypotonie
        • die neonatale Reaktion auf die Behandlung mit ACE-Hemmern ist sehr unterschiedlich, und einige Neugeborene entwickeln bereits bei kleinen Dosen eine ausgeprägte Hypotonie
      • es sollte zunächst eine Testdosis verabreicht und vorsichtig erhöht werden
      • Nebenwirkungen wie Apnoe, Krämpfe, Nierenversagen und schwere unvorhersehbare Hypotonie
        • sind im ersten Lebensmonat sehr häufig
        • daher wird empfohlen, ACE-Hemmer mit Vorsicht anzuwenden, insbesondere bei Frühgeborenen
      • Oligurie
        • ist ein Risiko bei Frühgeborenen, die mit Captopril behandelt werden
      • die routinemäßige Überwachung von Säuglingen unter ACE-Hemmern sollte folgendes umfassen
        • Nierenfunktionstests
        • Blutdruck- und transkutane Sauerstoffsättigungsmessungen
    • ältere Kinder
      • schwere Hypotonie
        • wie bei Neugeborenen kann es bei älteren Kindern bei der Verabreichung von Captopril zu einer schweren Hypotonie kommen
      • eine kleine Anfangsdosis sollte dem Patienten in Rückenlage verabreicht werden, um schwere Hypotonie und Tachykardie zu vermeiden
      • Hyperkaliämie
        • wie bei Erwachsenen kann bei gleichzeitiger Gabe von kaliumsparenden Diuretika eine Hyperkaliämie auftreten
      • die routinemäßige Überwachung sollte einen Test auf Nierenfunktion beinhalten
      • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
        • Dosierung sollte reduziert werden
      • Kindern mit Niereninsuffizienz
        • über Leukopenie wurde bei Kindern mit Niereninsuffizienz berichtet, die mit Captopril behandelt wurden
      • falls das Arzenmittel kein Geschmacksmaskierungsmittel enthält
        • besteht die Möglichkeit einer Non-Compliance des Patienten
        • diese sollte kontrolliert werden, um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten
  • Hinweis
    • falls das Arzneimittel in verschiedenen Stärken erhältlich ist
      • es ist Vorsicht geboten, um sicherzustellen, dass dem Patienten die richtige Stärke gegeben wird
        • der Arzt sollte die am besten geeignete Stärke entsprechend den klinischen Anforderungen des Patienten verschreiben