Nucala 100 mg Injektionslösung i.e.Fertigspritze

axicorp Pharma B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Mepolizumab →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 1X1 ML 1271,38 €
N3 3X1 ML 3731,83 €

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Fachinformationen

Indikation

  • schweres eosinophiles Asthma
    • Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern >/= 6 Jahre
  • chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (Chronic rhinosinusitis with nasal polyps, CRSwNP)
    • Zusatztherapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schwerer CRSwNP, die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann
  • eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA)
    • Zusatzbehandlung für Patienten >/= 6 Jahre mit schubförmig remittierender oder refraktärer eosinophiler Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA)
  • hypereosinophiles Syndrom (HES)
    • Zusatzbehandlung bei erwachsenen Patienten mit unzureichend kontrolliertem hypereosinophilem Syndrom ohne erkennbare, nicht-hämatologische sekundäre Ursache

Dosierung

Basiseinheit: jede 1 ml Fertigspritze enthält 100 mg Mepolizumab

  • allgemein
    • Verordnung von Ärzten mit Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, CRSwNP, EGPA oder HES
  • schweres eosinophiles Asthma
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre
      • 100 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
    • Kinder 6 - 11 Jahre
      • 40 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
      • 100 mg-Fertigspritze für diese Altersgruppe nicht geeignet
    • Kinder < 6 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
    • Anwendungsdauer
      • Langzeitbehandlung
      • Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie mind. 1mal / Jahr, auf Basis der ärztlichen Beurteilung des Schweregrades und des Ausmaßes der Exazerbationskontrolle der Erkrankung des Patienten, überprüfen
  • CRSwNP
    • Erwachsene
      • 100 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
    • Kinder < 18 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
    • Anwendungsdauer
      • Langzeitbehandlung
      • bei Patienten, die nach 24 Wochen nicht auf die Behandlung der CRSwNP ansprechen, alternative Behandlungen in Betracht ziehen
      • einige Patienten mit anfänglich partiellem Ansprechen können von einer > 24 Wochen hinaus fortgeführten Behandlung profitieren
  • EGPA
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahren
      • 300 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
    • Kinder 6 - 11 Jahre, >= 40 kg KG
      • 200 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
    • Kinder 6 - 11 Jahre, < 40 kg KG
      • 100 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
    • die Dosierung von Mepolizumab bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 - 17 Jahren mit EGPA wurde durch Modellierungs- und Simulationsdaten unterstützt
    • Kinder < 6 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
    • Anwendungsdauer
      • Langzeitbehandlung
      • Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie mind. 1mal / Jahr, auf Basis der ärztlichen Beurteilung des Schweregrades und der Verbesserung der Symptomkontrolle des Patienten überprüfen
      • Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie bei Patienten mit lebensbedrohlicher Manifestationen der EGPA ebenfalls überprüfen, da Mepolizumab in dieser Patientengruppe nicht untersucht wurde
  • HES
    • Erwachsene
      • 300 mg Mepolizumab 1mal / 4 Wochen s.c.
    • Kinder < 18 Jahre
      • begrenzte Daten, daher keine Dosisempfehlung möglich
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • Anwendungsdauer
      • Langzeitbehandlung
      • Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie mind. 1mal / Jahr, auf Basis der ärztlichen Beurteilung des Schweregrades und des Ausmaßes der Symptomkontrolle des Patienten überprüfen
      • Notwendigkeit einer Fortsetzung der Therapie bei Patienten mit lebensbedrohlicher Manifestationen des HES ebenfalls überprüfen, da Mepolizumab in dieser Patientengruppe nicht untersucht wurde

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Nieren- und Leberfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung erforderlich

Kontraindikationen

Mepolizumab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Mepolizumab

Nebenwirkungen

Mepolizumab - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektionen der unteren Atemwege
      • Harnwegsinfektionen
      • Pharyngitis
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • systemische Reaktionen
        • Überempfindlichkeitsreaktionen (systemisch allergisch)
          • systemische Reaktionen einschließlich Überempfindlichkeit wurden mit einer vergleichbaren Gesamthäufigkeit wie unter Placebo in den Studien zu schwerem eosinophilem Asthma berichtet
        • systemisch nicht-allergisch (bei EGPA berichtet)
          • Angioödem
        • sonstige systemische Reaktion (bei HES berichtet)
          • multifokale Hautreaktion
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anaphylaxie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • nasale Kongestion
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen im Oberbauch
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ekzem
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Rückenschmerzen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verabreichungsbedingte Reaktionen (systemisch nicht allergisch)
        • im Zusammenhang mit Berichten über systemische, nicht allergische, verabreichungsbedingte Reaktionen bei Patienten in den Studien zu schwerem eosinophilem Asthma, waren die häufigsten Manifestationen Hautausschlag, Hitzegefühl und Myalgie
        • diese Manifestationen wurden unregelmäßig und von < 1 % der Patienten berichtet, die Mepolizumab 100 mg subkutan erhielten
      • lokale Reaktionen an der Injektionsstelle z.B.
        • Schmerzen
        • Erytheme
        • Schwellungen
        • Brennen
        • Juckreiz
        • Fieber

Anwendungshinweise

  • nur s.c. injizieren
  • Injektion kann durch den Patienten selbst oder durch eine den Patienten betreuende Person verabreicht werden
    • wenn das medizinische Fachpersonal entschieden hat, dass dies angemessen ist
    • und der Patient oder die betreuende Person in Injektionstechniken geschult ist
  • Kinder 6 - 11 Jahre: Verabreichung muss durch medizinisches Fachperso
  • Oberarm, Bauch oder Oberschenkel
    • bei Verabreichung durch den Patienten selbst: Bauch oder Oberschenkel
    • bei Verabreichung durch eine den Patienten betreuende Person: auch Oberarm
  • bei Dosierungen > 1 Injektion: jede Injektion im Abstand von mind. 5 cm verabreichen
  • ausführliche Hinweise zur subkutanen Gabe von Mepolizumab in einer Fertigspritze: s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Mepolizumab - invasiv
  • eine Entscheidung muss getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Mepolizumab zu beenden ist
    • dabei sind sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Mutter zu berücksichtigen
  • keine Daten vorhanden, ob Mepolizumab beim Menschen in die Muttermilch übergeht
  • tierexperimentelle Studien
    • Untersuchungen an Cynomolgusaffen ergaben jedoch einen Übergang von Mepolizumab in die Muttermilch
    • die Konzentrationen betrugen hierbei < 0,5% der Konzentrationen, die im Plasma nachgewiesen wurden

Schwangerschaftshinweise

Mepolizumab - invasiv
  • eine Anwendung während der Schwangerschaft sollte aus Sicherheitsgründen vermieden werden
    • eine Anwendung darf nur in Erwägung gezogen werden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter jedes mögliche Risiko für das ungeborene Kind überwiegt
  • bisher nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren (< 300 Schwangerschaftsverläufe)
  • Gefährdungspotential für das ungeborene Kind nicht bekannt
  • tierexperimentelle Studien
    • Mepolizumab passiert bei Affen die Plazentaschranke
    • keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • keine Daten zur Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigten keine unerwünschten Wirkungen einer Anti-IL5-Behandlung auf die Fertilität

Warnhinweise

Mepolizumab - invasiv
  • das Arzneimittel sollte von Ärzten mit Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, CRSwNP, EGPA oder HES verschrieben werden
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Asthma-Exazerbationen
    • Mepolizumab darf nicht zur Behandlung von akuten Asthma-Exazerbationen eingesetzt werden
    • während der Behandlung kann es zu Asthma-bedingten Symptomen oder Exazerbationen kommen
    • Patienten sollten angewiesen werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn das Asthma nach Behandlungsbeginn unkontrolliert verbleibt oder sich verschlimmert
  • Corticosteroide
    • nach Beginn der Therapie mit Mepolizumab wird ein abruptes Absetzen von Corticosteroiden nicht empfohlen
      • falls erforderlich, sollte eine stufenweise Reduktion der Corticoidsteroid-Dosen unter ärztlicher Kontrolle erfolgen
  • Überempfindlichkeit und verabreichungsbedingte Reaktionen
    • nach Verabreichung von Mepolizumab traten akute und verzögerte systemische Reaktionen, einschl. Überempfindlichkeitsreaktionen auf, z.B.
      • Anaphylaxie
      • Urtikaria
      • Angioödem
      • Hautausschlag
      • Bronchospasmus
      • Hypotonie
    • diese Reaktionen treten i.A. innerhalb von Stunden nach der Verabreichung auf, sind in einigen Fällen jedoch auch verzögert, d.h. typischerweise innerhalb von einigen Tagen
    • diese Reaktionen können erstmalig auch nach langfristiger Anwendung auftreten
    • bei Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion
      • angemessene Behandlung, wie klinisch angezeigt, sollte erfolgen
  • parasitäre Infektionen
    • Eosinophile können in die Immunantwort auf manche Helmintheninfektionen involviert sein
    • Patienten mit bestehender Helmintheninfektionen sollten vor Therapiebeginn behandelt werden
    • tritt eine Infektion während der Behandlung mit Mepolizumab auf und sprechen die betroffenen Patienten nicht auf eine antihelminthische Behandlung an
      • vorübergehendes Absetzen von Mepolizumab in Erwägung ziehen
  • organgefährdende oder lebensbedrohliche EGPA
    • Mepolizumab wurde bei Patienten mit organgefährdenden oder lebensbedrohlichen Manifestationen von EGPA nicht untersucht
  • lebensbedrohliches HES
    • Mepolizumab wurde bei Patienten mit lebensbedrohlichen Manifestationen des HES nicht untersucht