OBSIDAN 40MG BLISTER

PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Propranolol →

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N3 100 ST 18,09 €

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Fachinformationen

Indikation

  • arterielle Hypertonie
  • koronare Herzkrankheit
  • tachykarde Herzrhythmusstörungen
  • Reinfarktprophylaxe
  • hyperkinetisches Herzsyndrom (sog. funktionelle Herzbeschwerden)
  • essentieller Tremor
  • Migräneprophylaxe
  • Hyperthyreose (symptomatische Therapie als Ergänzung oder bis zum Wirksamwerden spezifischer Maßnahmen)

Dosierung

  • Erwachsene
    • arterielle Hypertonie
      • 1 Tablette (40 mg Propranololhydrochlorid) 2 - 3mal / Tag (entsprechend 80 - 120 mg Propranololhydrochlorid)
      • Dosissteigerung, optional:
        • 2 Tabletten (80 mg Propranololhydrochlorid) 2 - 3mal / Tag (entsprechend 160 - 240 mg Propranololhydrochlorid)
        • 4 Tabletten (160 mg Propranololhydrochlorid) 2mal / Tag (entsprechend 320 mg Propranololhydrochlorid)
    • koronare Herzkrankheit, tachykarde Herzrhythmusstörungen
      • 1 Tablette (40 mg Propranololhydrochlorid) 3mal / Tag (entsprechend 120 mg Propranololhydrochlorid)
      • Dosissteigerung, optional:
        • 2 Tabletten (80 mg Propranololhydrochlorid) 2 - 3mal / Tag (entsprechend 160 - 240 mg Propranololhydrochlorid)
        • optimale Erhaltungsdosis muss individuell festgelegt werden
    • Reinfarktprophylaxe
      • Behandlungsbeginn: zwischen dem 5. und 21. Tag nach dem Myokardinfarkt
      • 1 Tablette (40 mg Propranololhydrochlorid) 3mal / Tag (entsprechend 120 mg Propranololhydrochlorid)
      • Behandlungsdauer: 2 - 3 Tage
      • danach 1 - 2 Tabletten (40 - 80 mg Propranololhydrochlorid) 2mal / Tag (entsprechend 80 - 160 mg Propranololhydrochlorid)
    • hyperkinetisches Herzsyndrom (sogenannte funktionelle Herzbeschwerden)
      • 1 Tablette (40 mg Propranololhydrochlorid) 3mal / Tag (entsprechend 120 mg Propranololhydrochlorid)
    • essentieller Tremor, Migräneprophylaxe
      • 1 Tablette (40 mg Propranololhydrochlorid) 2 - 3mal / Tag (entsprechend 80 - 120 mg Propranololhydrochlorid)
      • Dosierung und das Dosierungsintervall müssen bei diesen Indikationen individuell ermittelt werden
    • Hyperthyreose (symptomatische Therapie als Ergänzung oder bis zum Wirksamwerden spezifischer Maßnahmen)
      • 1 Tablette (40 mg Propranololhydrochlorid) 3 - 4mal / Tag (entsprechend 120 - 160 mg Propranololhydrochlorid)
  • Kinder und Jugendliche
    • Arrhythmien
      • Dosierung sollte individuell festgelegt und in Abhängigkeit vom klinischen Ansprechen erforderlichenfalls angepasst werden
      • 0,25 - 0,5 mg Propranololhydrochlorid / kg KG 3 - 4mal / Tag
      • Maximaldosis: 1 mg Propranololhydrochlorid / kg KG 4mal / Tag
      • max. Tagesgesamtdosis: 160 mg Propranololhydrochlorid
  • Behandlungsdauer:
    • zeitlich nicht begrenzt
    • nach längerer Anwendung Behandlung grundsätzlich langsam ausschleichend unterbrechen oder absetzen (abruptes Absetzen kann zu Herzischämie mit Exazerbation einer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zur Exazerbation einer Hypertonie führen)

Dosisanpassung

  • stark eingeschränkter Leberfunktion:
    • reduzierte Elimination von Propranolol
    • unter Umständen Dosisreduktion erforderlich
  • stark eingeschränkte Nierenfunktion:
    • reduzierte Elimination von Propranolol
    • unter Umständen Dosisreduktion erforderlich

Kontraindikationen

Propranolol - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Propranolol oder andere Betarezeptorenblocker
  • AV-Block II. und III. Grades (bei Patienten ohne Herzschrittmacher)
  • Sick-Sinus-Syndrom (bei Patienten ohne Herzschrittmacher)
  • (höhergradiger) sinuatrialer Block
  • Bradykardie (Ruhepuls vor Behandlungsbeginn < 50 Schlägen pro Min.)
  • Hypotonie
  • schwere periphere Durchblutungsstörungen, Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen
  • manifeste Herzinsuffizienz; nicht adäquat behandelte kardiale Dekompensation; nichtkompensierte Herzinsuffizienz (NYHA III und IV)
  • (kardiogener) Schock
  • Prinzmetal-Angina
  • pulmonale Hypertonie
  • bronchiale Hyperreagibilität (z.B. bei Asthma bronchiale)
  • Bronchospasmus oder Bronchialasthma in der Anamnese
  • chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen in der Krankengeschichte
  • gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmstoffen (ausgenommen MAO-B-Hemmstoffe) und anderen adrenerge Impulse verstärkenden Medikamenten
  • nach langer Nahrungskarenz
  • Urämie
  • metabolische Azidose
  • Patienten, die anfällig sind für Hypoglykämie, z.B. infolge von ausgedehntem Fasten oder begrenzter Reserve zur Gegenregulierung
  • unbehandeltes Phäochromozytom
  • intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazemtyp oder anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid) bei Patienten, die mit Propranolol behandelt werden, ist kontraindiziert (Ausnahme: Intensivmedizin)
  • produktspezifische altersabhängige Einschränkungen beachten

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Propranolol - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Angioödem
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie und Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leukopenie
      • transiente Eosinophilie
      • Agranulozytose
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei Patienten mit Hyperthyreose können die klinischen Zeichen einer Thyreotoxikose (Tachykardie und Tremor) maskiert sein
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • latenter Diabetes mellitus kann manifest werden oder ein bereits bestehender sich verschlechtern
      • Hypoglykämie
        • wurde bei Neugeborenen, Säuglingen, Kindern, älteren Patienten, Hämodialyse-Patienten, Patienten unter gleichzeitiger Antidiabetika-Therapie, lang fastenden Patienten und Patienten mit chronischer Leberkrankheit berichtet
          • nach längerem strengem Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es zu hypoglykämischen Zuständen kommen
          • Warnzeichen einer Hypoglykämie (insbesondere Tachykardie und Tremor) können verschleiert werden
        • eine schwere Hypoglykämie kann in seltenen Fällen zu Krampfanfällen oder Koma führen
      • Änderungen des Fettstoffwechsels (Änderungen der Konzentrationen von Triglyzeriden und Cholesterin im Blut)
        • bei meist normalem Gesamtcholesterin Verminderung des HDL-Cholesterins und eine Erhöhung der Triglyceride im Plasma beobachtet
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • insbesondere zu Beginn der Behandlung
        • Halluzinationen
        • Verwirrtheit
        • Nervosität
        • Schlafstörungen
        • Albträume
        • depressive Verstimmungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Psychosen (nach abruptem Absetzen)
      • Stimmungsschwankungen, Änderung der Laune
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Depression
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • insbesondere zu Beginn der Behandlung
        • Müdigkeit
        • Schwindelgefühl, Schwindel
        • Benommenheit
        • Kopfschmerzen
        • Schwitzen
      • Parästhesien
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Myasthenia gravis-ähnliches Syndrom mit Muskelschwäche
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gedächtnisverlust
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verschlechterung einer Myastenia gravis
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Einschränkung des Tränenflusses (beim Tragen von Kontaktlinsen beachten)
      • Konjunktivitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • trockene Augen
      • Sehstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Keratokonjunktivitis
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bradykardie
      • Palpitationen
      • atrioventrikuläre Überleitungsstörungen
      • Verschlechterung einer Herzinsuffizienz
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Auslösen eines Herzblocks
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • bei Patienten mit Angina pectoris Verstärkung der Anfälle nicht auszuschließen
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • kalte Extremitäten
      • Raynaud-Syndrom
      • verstärkter Blutdruckabfall
      • Synkopen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verschlechterung einer Claudicatio intermittens
      • lageabhängige Hypotonie, die mit Synkope einhergehen kann
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verstärkung der Beschwerden von Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen (einschließlich Raynaud-Syndrom)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Atemlosigkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Bronchospasmen
        • bei Patienten mit Bronchialasthma oder anamnestisch bekannten asthmatischen Beschwerden können Bronchospasmen auftreten, manchmal mit tödlichem Ausgang
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspnoe
        • infolge einer möglichen Erhöhung des Atemwegswiderstandes kann es bei Patienten mit Neigung zu bronchospastischen Reaktionen (insbesondere obstruktiven Atemwegserkrankungen) zu Atemnot kommen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Obstipation
        • Diarrhö
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verschlechterung der Leberfunktion und Entwicklung einer hepatischen Enzephalopathie (bei Patienten mit portaler Hypertonie)
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allergische Hautreaktionen (Rötung, Juckreiz, Exantheme)
      • Haarausfall
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Alopezie
      • psoriasiforme Hautreaktionen (auch nach Jahren)
      • Verschlechterung einer Psoriasis
      • Hautausschlag
      • nicht-thrombozytopenische Purpura
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyperhidrosis
      • Auslösen einer Psoriasis
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schmerzhafte proximale Myopathie
      • Muskelkrämpfe
      • bei Langzeittherapie: Arthropathie (Mono- und Polyarthritis)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arthralgie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verschlechterung der Nierenfunktion bei schweren Nierenfunktionsstörungen
        • Nierenfunktion sollte deshalb während Therapie überwacht werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verringerung der Durchblutung der Nieren und der GFR
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Libido- und Potenzstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Impotenz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ermüdung und/oder Mattigkeit (oft vorübergehend)
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anstieg der antinukleären Antikörper (ANA)
        • klinische Relevanz dieser Beobachtung ist unklar
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung der Transaminasen (GOT, GPT) im Serum

Hinweise

  • wird durch die oben genannten Reaktionen das Befinden des Patienten beeinträchtigt, sollte entsprechend der klinischen Beurteilung ein Absetzen des Arzneimittels erwogen werden
    • der Abbruch der Therapie mit einem Betablocker hat schrittweise zu erfolgen
  • im seltenen Fall einer Unverträglichkeit, die sich durch Bradykardie und Blutdruckabfall äußert, ist das Arzneimittel abzusetzen und wenn nötig, eine Behandlung wie bei Überdosierung durchzuführen

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser)

Stillzeithinweise

Propranolol - peroral
  • Stillen nicht empfohlen
  • Übergang in die Muttermilch
    • die meisten Betablocker, besonders lipophile Verbindungen, gelangen in unterschiedlichem Ausmaß in die Muttermilch
    • Propranolol geht in die Muttermilch über
  • obwohl die mit der Milch aufgenommene Wirkstoffmenge wahrscheinlich keine Gefahr für das Kind darstellt, sollten Säuglinge überwacht werden, wenn sie gestillt werden

Schwangerschaftshinweise

Propranolol - peroral
  • in der Schwangerschaft darf Propranolol nur dann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies unerlässlich ist
    • soll in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden
    • dabei auf eine mögliche Wehenauslösung und auf unerwünschte Wirkungen auf den Fötus (intrauterine Wachstumsretardierung, Bradykardie) achten
  • Therapie sollte 48 - 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden, wegen Gefahr von Hypoglykämie, Bradykardie und Atemdepression beim Neugeborenen
    • ist dies nicht möglich, müssen die Neugeborenen in den ersten 48 - 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig überwacht werden
  • Propranolol passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut vergleichbare bzw. etwas höhere Konzentrationen als im maternalen Serum
  • ausreichende Studien zur Anwendung von Propranolol bei schwangeren Frauen liegen nicht vor
  • keine Hinweise für eine Teratogenität von Propranolol vorliegend
  • Betablocker verringern allerdings die Perfusion der Plazenta, was zum Tod des Fetus im Uterus und zu unreifen Neugeborenen und Frühgeburten führen kann
  • zusätzlich können Nebenwirkungen auftreten (insbesondere Hypoglykämie und Bradykardie bei Neugeborenen sowie Bradykardie beim ungeborenen Kind)
  • bei Neugeborenen besteht während der postnatalen Phase ein erhöhtes Risiko für kardiale und pulmonale Komplikationen
  • Fertilität
    • auch wenn in der Literatur einige reversible Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität bei erwachsenen Ratten, die hohe Dosen Propranolol erhielten, berichtet werden, zeigte die Studie an juvenilen Tieren keine Auswirkung auf die Fertilität

Warnhinweise

Propranolol - peroral
  • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei
    • AV-Block I.Grades
      • Vorsicht aufgrund der negativen Auswirkung auf die Leitungszeit durch Propranolol
    • Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten
    • Hypoglykämieneigung, z.B. nach längerem Fasten und schwerer körperlicher Belastung
    • Phäochromozytom (Propranolol erst nach vorheriger Alphablockade verabreichen)
    • eingeschränkter Leber- und / oder Nierenfunktion
  • Herzinsuffizienz
    • trotz der Kontraindikation bei unkontrollierter Herzinsuffizienz ist Anwendung bei Patienten möglich, deren Herzinsuffizienz-Symptomatik vor Beginn und während der Therapie unter Kontrolle ist
    • Vorsicht bei Patienten mit geringer kardialer Reserve
  • periphere arterielle Durchblutungsstörungen
    • periphere arterielle Durchblutungsstörungen (z.B. Raynaud-Syndrom, Claudicatio intermittens) können durch Gabe von Betablockern verstärkt werden
    • trotz der Kontraindikation bei schweren peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen kann Propranolol unter Umständen auch weniger schwere periphere arterielle Durchblutungsstörungen verschlimmern
  • Patienten mit AV-Block ersten Grades
    • aufgrund seiner negativen Auswirkung auf die Leitungszeit Vorsicht bei der Verabreichung an Patienten mit AV-Block ersten Grades
  • Hypoglykämie, Diabetes
    • Propranolol kann die Warnzeichen und Symptome von Hypoglykämie (insbesondere Tachykardie und Tremor) blockieren / verändern / verschleiern
    • gelegentlich verursacht Propranolol Hypoglykämie, selbst bei nicht-diabetischen Patienten wie z.B. Neugeborenen, Säuglingen, Kindern, älteren Patienten, Hämodialyse-Patienten oder Patienten mit chronischer Leberkrankheit sowie Patienten nach einer Überdosierung
    • nach längerem strengem Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann es zu hypoglykämischen Zuständen kommen
    • bei einzelnen Patienten kam es bei einer mit Propranolol in Zusammenhang stehenden schweren Hypoglykämie in seltenen Fällen zu Krampfanfällen und/oder Koma
    • Diabetes-Patienten
      • Vorsicht bei der gleichzeitigen Anwendung von Propranolol und hypoglykämischen Therapien
      • Propranolol kann das Ansprechen auf die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verlängern
    • Blutzuckerwerte sind in kürzeren Abständen zu überwachen
  • Hyperthyreose
    • Maskierung der klinischen Zeichen einer Thyreotoxikose (Tachykardie und Tremor) möglich
  • Bradykardie
    • Propranolol verringert aufgrund seiner pharmakologischen Wirkung die Herzfrequenz
    • im seltenen Fall, dass ein behandelter Patient Symptome entwickelt, die auf eine niedrige Herzfrequenz zurückzuführen sein könnten, kann die Dosis verringert werden
  • anaphylaktische Reaktionen, Allergien, Desensibilisierungstherapie
    • Betarezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen
    • deshalb strenge Indikationsstellung bei
      • Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Vorgeschichte
      • Patienten unter Desensibilisierungstherapie (Vorsicht: überschießende anaphylaktische Reaktionen)
    • solche Patienten reagieren möglicherweise nicht auf die zur Behandlung von allergischen Reaktionen üblicherweise verabreichten Adrenalin-Dosen
  • Patienten mit signifikanter Leber- oder Nierenfunktionsstörung
    • da die Halbwertszeit bei Patienten mit signifikanter Leber- oder Nierenfunktionsstörung erhöht sein kann, Vorsicht bei Einleitung der Behandlung und Auswahl der Anfangsdosis
  • Leberfunktionsstörungen
    • da unter der Therapie mit anderen Betarezeptorenblockern schwere Leberschäden beobachtet wurden, sollten die Leberwerte regelmäßig überprüft werden
    • Propranolol muss bei Patienten mit dekompensierter Zirrhose mit Vorsicht angewendet werden
    • Patienten mit portaler Hypertonie
      • Leberfunktion kann sich verschlechtern
      • hepatische Enzephalopathie kann sich entwickeln
    • Berichte, dass die Behandlung mit Propranolol das Risiko für die Entwicklung einer hepatischen Enzephalopathie erhöhen kann
  • ältere Patienten
    • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich (besonders bei Behandlungsbeginn und Wahl der Anfangsdosis)
  • Narkose, Operation
    • ist bei einem Patienten ein operativer Eingriff geplant, und wurde entschieden, die Betablocker-Therapie zu unterbrechen, sollte dies mind. 48 Stunden vor dem Eingriff erfolgen
    • Risiko-Nutzen-Abwägung des Absetzens eines Betablockers muss für jeden Patienten einzeln durchgeführt werden
    • wird bei Patienten, die unter Betablockertherapie stehen, eine Allgemeinnarkose durchgeführt, ist ein Narkosemittel mit möglichst geringer negativ inotroper Wirkung zu wählen
  • Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung
    • nichtselektive Betablocker wie Propranolol können den obstruktiven Zustand verschlimmern
    • daher darf Propranolol bei dieser Erkrankung nicht angewendet werden
  • Bronchokonstriktion. Bronchospasmus
    • Bronchospasmus kann durch Anwendung von beta 2-agonistischen Bronchodilatatoren wie Salbutamol in der Regel behoben werden
    • eventuell sind hohe Dosen des Beta-Bronchodilatators erforderlich, um die durch Propranolol hervorgerufene Betablockade zu überwinden, und die Dosis ist entsprechend dem klinischen Ansprechen zu titrieren
      • sowohl eine intravenöse als auch inhalative Anwendung sind zu erwägen
    • Anwendung von intravenös zu verabreichendem Aminophyllin und/ oder die Anwendung von Ipratropium (über einen Vernebler verabreicht) sind ebenfalls zu erwägen
    • es wurde berichtet, dass Glucagon (1 bis 2 mg intravenös verabreicht) ebenfalls eine bronchodilatatorische Wirkung bei Asthma-Patienten hat
    • Sauerstoff oder eine künstliche Beatmung kann in schweren Fällen erforderlich sein
  • Phäochromozytom
    • Propranolol sollte nicht bei einem vorliegenden unbehandelten Phäochromozytom angewendet werden
      • bei Patienten mit einem Phäochromozytom kann jedoch gleichzeitig ein Alphablocker gegeben werden
  • Psoriasis
    • bei Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollte die Verordnung von Propranolol nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden
  • darf nicht gemeinsam mit Calciumantagonisten mit negativ-inotropen Wirkungen (z.B. Verapamil, Diltiazem) angewendet werden
    • da es zu einer Übersteigerung dieser Wirkungen führen kann, insbesondere bei Patienten mit beeinträchtigter ventrikulärer Funktion und/ oder SA- oder AV-Anomalien der Erregungsleitung
      • dadurch kann es zu schwerer Hypotonie, Bradykardie und Herzinsuffizienz kommen
    • weder Betablocker noch Calciumantagonisten sollten innerhalb von 48 Stunden nach dem Absetzen der jeweils anderen Substanz intravenös verabreicht werden.
  • abruptes Absetzen von Betablockern vermeiden
    • Dosis ist über einen Zeitraum von 7 - 14 Tagen schrittweise auszuschleichen
    • Patienten sollten während des Ausschleichens überwacht werden, insbesondere Patienten mit koronarer Herzkrankheit
    • Beendigung der Therapie (vor allem bei ischämischen Herzerkrankungen) soll langsam über mehrere Tage erfolgen (Rebound-Effekt)
    • abruptes Absetzen kann zu Angina pectoris bis hin zu plötzlichem Herztod führen
    • die äquivalente Dosierung kann mit einem anderen Betablocker ersetzt werden, oder Propranolol wird schrittweise abgesetzt
    • wurden Propranolol und Clonidin zugleich gegeben, sollte zuerst Propranolol langsam abgesetzt und erst einige Tage später Clonidin schrittweise reduziert werden
  • Myasthenia gravis
    • vereinzelte Berichte über ein Myasthenia gravis-ähnliches Syndrom oder eine Verschlechterung von Myasthenia gravis bei Patienten berichtet, die Propranolol erhielten
  • Interferenz mit Labortests
    • Berichte vorliegend, denen zufolge Propranolol die Bestimmung von Bilirubin im Serum anhand der Diazo- Methode beeinträchtigt sowie die Bestimmung von Katecholaminen anhand von Fluoreszenz-basierenden Methoden
  • Kontaktlinsenträger
    • Vorsicht wegen Verminderung der Tränenproduktion
  • Doping
    • kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen