Ocrevus 920 mg Injektionslösung
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| – | 1 ST | 12621,08 € |
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Indikation
- Behandlung erwachsener Patienten mit
- schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung
- früher primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS), charakterisiert anhand der Krankheitsdauer und dem Grad der Behinderung, sowie mit Bildgebungsmerkmalen, die typisch für eine Entzündungsaktivität sind
Dosierung
Basiseinheit: jede Durchstechflasche enthält 920 mg Ocrelizumab in 23 ml (40 mg / ml)
- Behandlung erwachsener Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung oder mit früher primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS)
- Einleitung und Überwachung der Behandlung von spezialisierten Ärzten mit Erfahrung in der Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen
- erste Anwendung soll unter klinischer Beobachtung mit geeigneter medizinischer Betreuung erfolgen, um schwere Reaktionen wie schwere Injektionsreaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen und/oder anaphylaktische Reaktionen zu beherrschen
- Prämedikation gegen injektionsbedingte Reaktionen
- beide Vorbehandlungen zur Reduktion infusionsbedingter Reaktionen kurz vor jeder Injektion erforderlich
- 20 mg orales Dexamethason (oder Äquivalent)
- orales Antihistaminikum (z. B. Desloratadin oder Äquivalent)
- ggf. zusätzlich Antipyretikum (z. B. Paracetamol) kurz vor jeder Ocrelizumab-Injektion in Betracht ziehen
- beide Vorbehandlungen zur Reduktion infusionsbedingter Reaktionen kurz vor jeder Injektion erforderlich
- 920 mg Ocrelizumab alle 6 Monate
- keine Aufteilung der Initialdosis oder der Folgedosen auf getrennte Gaben erforderlich
- Abbruch der Injektion oder der Behandlung bei injektionsbedingten Reaktionen (IRs)
- lebensbedrohliche IRs
- Injektion unverzüglich abbrechen und Patienten entsprechend behandeln
- Behandlung muss bei diesen Patienten endgültig abgesetzt werden
- schwere IRs
- Injektion unverzüglich unterbrechen und Patienten symptomatisch behandeln
- Injektion sollte erst abgeschlossen werden, wenn alle Symptome abgeklungen sind
- lebensbedrohliche IRs
- verspätete oder versäumte Dosen
- Anwendung so bald wie möglich nachholen, nicht bis zur nächsten geplanten Dosis warten
- Einhaltung des Behandlungsintervalls von 6 Monaten (mind. 5 Monate) zwischen den einzelnen Anwendungen
- Erwachsene > 55 Jahre und ältere Patienten
- den begrenzten Daten zufolge ist keine Dosisanpassung erforderlich
- Patienten, die an den laufenden klinischen Studien teilnehmen, erhalten auch nach Vollendung des 55. Lebensjahres weiterhin 600 mg Ocrelizumab i.v. alle 6 Monate
- die Anwendung von subkutan verabreichtem Ocrelizumab wurde bei Patienten >/= 65 Jahren nicht untersucht
- Kinder und Jugendliche 0 - 18 Jahre
- keine Daten
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
- eingeschränkte Nierenfunktion
- voraussichtlich keine Dosisanpassung erforderlich
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht formal untersucht
- leichte Nierenfunktionsstörung
- Patienten wurden in klinische Studien eingeschlossen
- mittelschwere und schwere Nierenfunktionsstörung
- keine Daten vorliegend
- Ocrelizumab ist ein monoklonaler Antikörper und wird katabolisiert (d. h. zu Peptiden und Aminosäuren abgebaut)
- eingeschränkte Leberfunktion
- voraussichtlich keine Dosisanpassung erforderlich
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht formal untersucht
- leichte Leberfunktionsstörung
- Patienten wurden in klinische Studien eingeschlossen
- mittelschwere und schwere Leberfunktionsstörung
- keine Daten vorliegend
- Ocrelizumab ist ein monoklonaler Antikörper und wird katabolisiert (statt hepatisch metabolisiert)
Kontraindikationen
Ocrelizumab - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Ocrelizumab
- aktuell vorliegende, aktive Infektion
- schwer immunsupprimierter Zustand des Patienten
- bekannte aktive Malignome
Nebenwirkungen
Ocrelizumab - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) unbekannter Ätiologie
- führte bei einem Patient, der intravenös 2000 mg Ocrelizumab erhalten hatte, nach einer Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung 12 Wochen nach der letzten Infusion zum Tod (eine anaphylaktoide Reaktion auf das MRT-Gadolinium-Kontrastmittel könnte zum SIRS beigetragen haben)
- systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) unbekannter Ätiologie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Infektion der oberen Atemwege
- Nasopharyngitis
- Grippe
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Sinusitis
- Bronchitis
- oraler Herpes
- Gastroenteritis
- Infektion der (unteren) Atemwege
- Virusinfektion
- Herpes zoster
- Konjunktivitis
- Cellulitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herpes simplex
- genitaler Herpes
- Herpesvirusinfektion
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Husten
- Katarrh
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Immunglobulin M im Blut erniedrigt
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Immunglobulin G im Blut erniedrigt
- ohne Häufigkeitsangabe
- Verminderung der Gesamt-Immunglobuline (v.a. Reduktion des IgM-Spiegels)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Verminderung der Lymphozyten < LLN (lower limit of normal)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Neutropenie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Neutropenie mit später Manifestation
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (nur im gepoolten Datensatz von intravenös verabreichtem Ocrelizumab beobachtet), einschl.
- Pruritus
- Ausschlag
- Urtikaria
- Erythem
- Flush
- Hypotonie
- Pyrexie
- Ermüdung (Fatigue)
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Rachenreizung
- oropharyngeale Schmerzen
- Dyspnoe
- Pharynx- oder Larynxödeme
- Übelkeit
- Tachykardie
- anaphylaktische Reaktionen
- injektionsbedingte Reaktionen (nur in einer Studie außerhalb des gepoolten Datensatzes von intravenös verabreichtem Ocrelizumab (in Verbindung mit subkutaner Anwendung) beobachtet)
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erythem an der Injektionsstelle
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- Schwellung an der Injektionsstelle
- Juckreiz an der Injektionsstelle
- Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (nur im gepoolten Datensatz von intravenös verabreichtem Ocrelizumab beobachtet), einschl.
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
Anwendungshinweise
- nicht für die intravenöse Anwendung vorgesehen
- Anwendung immer s.c. durch medizinisches Fachpersonal
- Kennzeichnung des Arzneimittels überprüfen, um sicherzustellen, dass der Patient die korrekte Darreichungsform (intravenös oder subkutan) gemäß Verschreibung erhält
- Patienten können die Behandlung mit intravenösem oder subkutanem Ocrelizumab beginnen und Patienten, die aktuell intravenöses Ocrelizumab erhalten, können die Behandlung mit intravenösem Ocrelizumab fortsetzen oder auf die 920 mg-Injektionslösung umgestellt werden
- die 920-mg-Dosis ist als subkutane Injektion über einen Zeitraum von etwa 10 Min. in das Abdomen zu verabreichen
- die Verwendung eines subkutanen Infusionssets (z. B. Flügelkanüle/Butterfly) wird empfohlen
- im subkutanen Infusionsset verbliebenes Restvolumen nicht verabreichen
- die Injektionsstelle sollte das Abdomen sein, mit Ausnahme des Bereichs von 5 cm um den Bauchnabel
- Injektionen dürfen niemals in Bereichen erfolgen, in denen die Haut gerötet, verletzt, empfindlich oder verhärtet ist, oder in Bereichen, in denen sich Leberflecken oder Narben befinden
- für die Initialdosis wird nach der Injektion eine mind. einstündige Überwachung, mit Zugang zu geeigneter medizinischer Betreuung zur Beherrschung schwerer Reaktionen wie IRs, empfohlen
- für die Folgedosen liegt die Notwendigkeit einer Überwachung nach der Injektion im Ermessen des behandelnden Arztes
- Hinweise zum Gebrauch und Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Fachinformation
Stillzeithinweise
Ocrelizumab - invasiv
- Ocrelizumab kann während der Stillzeit angewendet werden
- die Therapie kann ein paar Tage nach der Geburt begonnen werden
- es ist bekannt, dass humane IgGs in den ersten Tagen nach der Geburt (Kolostrumphase) in die Muttermilch übergehen, wobei die Konzentration bald darauf auf ein niedriges Niveau absinkt
- in einer prospektiven, multizentrischen, offenen Studie MN42989 (SOPRANINO) erhielten 13 stillende Frauen Ocrelizumab im Median 2,0 Monate nach der Geburt (Bereich 0,5 - 5,0 Monate)
- in der Muttermilch wurden über einen Zeitraum von 60 Tagen nach der ersten postpartalen Infusion, die die Mutter erhielt, geringe Konzentrationen von Ocrelizumab nachgewiesen (mittlere relative Säuglingsdosis von 0,27 % [Bereich 0,0 - 1,8 %]), was auf einen minimalen Übergang von Ocrelizumab in die Muttermilch hindeutet
- 30 Tage nach der ersten postpartalen Infusion, die die Mutter erhielt, war Ocrelizumab in allen verfügbaren Serumproben von gestillten Säuglingen (n = 9) nicht nachweisbar, und die B-Zell-Spiegel der Säuglinge lagen bei allen verfügbaren Blutproben (n = 10) im Normbereich
- bei gestillten Säuglingen wurden über einen Nachbeobachtungszeitraum von 44,6 Wochen (Bereich 8,6 - 62,7 Wochen) keine Auswirkungen von Ocrelizumab auf die Gesundheit, das Wachstum und die Entwicklung beobachtet
- Lebendimpfstoffe
- obwohl keine klinischen Daten zu Säuglingen, die möglicherweise Ocrelizumab über die Muttermilch ausgesetzt sind und die Lebendimpfstoffe oder Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Erregern erhalten, vorliegen, werden aufgrund der normalen B-Zell-Spiegel und der nicht nachweisbaren Ocrelizumab-Spiegel im Serum, die bei diesen Säuglingen beobachtet wurden, keine Risiken erwartet
- in einer separaten prospektiven klinischen Prüfung wurden bei 29 stillenden Frauen, die Ocrelizumab im Median 4,3 Monate nach der Geburt (Bereich 0,1 - 36 Monate) erhielten, niedrige Ocrelizumab Konzentrationen in der Muttermilch (mittlere relative Säuglingsdosis von 0,1 % [Bereich 0,07 - 0,7 %]) über einen Zeitraum von 90 Tagen nach der ersten postpartalen Infusion, die die Mutter erhielt, beobachtet
- die Nachbeobachtung von 21 Säuglingen, die mindestens 2 Wochen lang gestillt wurden, zeigte bis zu einem Jahr ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung
Schwangerschaftshinweise
Ocrelizumab - invasiv
- Ocrelizumab soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus
- Ocrelizumab ist ein Immunglobulin-G (IgG)
- passieren bekanntermaßen die Plazenta
- begrenzte Menge an Daten zur Anwendung von Ocrelizumab bei schwangeren Frauen
- bei Neugeborenen und Säuglingen, die im Mutterleib Ocrelizumab ausgesetzt waren, ist ein Aufschieben von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen in Erwägung zu ziehen
- keine Daten zur B-Zell-Zahl zu Neugeborenen und Säuglingen, die Ocrelizumab ausgesetzt waren
- eventuelle Dauer einer B-Zell-Depletion bei Neugeborenen und Säuglingen unbekannt
- Berichte über vorübergehende B-Zell-Depletion und Lymphozytopenie bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft anderen Anti-CD20-Antikörpern ausgesetzt waren, liegen vor
- auch in tierexperimentellen Studien wurde eine B-Zell-Depletion in utero festgestellt
- tierexperimentelle Studien (embryo-fetale Toxizität)
- kein Hinweis auf teratogene Effekte
- Beobachtung einer Reproduktionstoxizität in prä- und postnatalen Entwicklungsstudien
- Frauen im gebärfähigen Alter
- müssen während der Behandlung mit Ocrelizumab und für 12 Monate nach der letzten verabreichten Dosis von Ocrelizumab eine Empfängnisverhütung anwenden
- Fertilität
- keine besonderen Gefahren für den Menschen anhand präklinischer Daten basierend auf Studien zur männlichen und weiblichen Fertilität bei Cynomolgus-Affen, die Ocrelizumab ausgesetzt waren, erkennbar
Warnhinweise
Ocrelizumab - invasiv
- Rückverfolgbarkeit
- eindeutige Dokumentation Bezeichnung des Arzneimittels und der Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel
- Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (infusion-related Reactions = IRRs) / Injektion (injection reactions = IRs)
- die Behandlung mit Ocrelizumab ist mit IRRs/IRs verbunden, was mit der Freisetzung von Zytokinen und/oder anderen chemischen Mediatoren zusammenhängen kann
- bei der Anwendung von intravenös verabreichtem Ocrelizumab wurden schwerwiegende Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRRs) berichtet, von denen einige einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten
- IRRs können innerhalb von 24 Stunden nach der Infusion auftreten
- Ärzte sollen die Patienten darauf hinweisen, dass während oder innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung IRs auftreten können
- Symptome
- während jeder Anwendung möglich
- häufiger während der ersten Applikation berichtet
- können in Form von systemischen Reaktionen auftreten
- häufig (v.a nach Injektion) sind
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- außerdem (nach Infusion)
- Rachenreizung
- oropharyngeale Schmerzen
- Dyspnoe
- Pharynx- oder Larynxödeme
- Flush
- Hypotonie
- Pyrexie
- Ermüdung (Fatigue)
- Schwindelgefühl
- Tachykardie
- anaphylaktische Reaktionen
- häufig (v.a nach Injektion) sind
- können in Form von lokalen Reaktionen an der Applikationsstelle auftreten
- häufig (v.a nach Injektion) sind
- Pruritus
- Erythem
- Schwellung
- Schmerzen
- außerdem (nach Infusion)
- Ausschlag
- Urtikaria
- häufig (v.a nach Injektion) sind
- vor der Infusion / Injektion
- Management schwerer Reaktionen (z. B. schwerwiegende IRRs/IRs, Überempfindlichkeitsreaktionen und / oder anaphylaktische Reaktionen)
- angemessene Ausstattung /geeignete Mittel muss/müssen zur Verfügung stehen (v.a bei Infusion oder initialer Injektion des Arzneimittels)
- Hypotonie als Symptom einer IRR während den Infusionen möglich
- Absetzen blutdrucksenkender Arzneimittel 12 Stunden vor und während jeder Infusion in Erwägung ziehen
- keine Untersuchungen von Patienten mit Herzinsuffizienz (New York Heart Association III & IV) in der Anamnese in klinischen Studien
- Prämedikation
- zur Reduktion des Risikos, der Häufigkeit und des Schweregrads für IRRs/IRs kurz vor der Anwendung notwendig (siehe Herstellerangaben zu Dosierung und Dauer der Anwendung)
- Management schwerer Reaktionen (z. B. schwerwiegende IRRs/IRs, Überempfindlichkeitsreaktionen und / oder anaphylaktische Reaktionen)
- während der Infusion / Injektion
- Maßnahmen beim Auftreten schwerer pulmonaler Symptome (z.B. Bronchospasmus oder Asthmaexazerbation) bei Infusion
- unverzüglicher Abbruch der Infusion und endgültiges Absetzen des Medikaments
- Einleitung einer symptomatische Behandlung
- Beobachtung des Patienten bis zum Abklingen der pulmonalen Symptome (erneute Verschlechterung auch nach initialer Besserung der klinischen Symptome möglich)
- Maßnahmen bei Auftreten von Anzeichen einer lebensbedrohlichen IR bei Injektion
- Injektion unverzüglich abbrechen und den Patient entsprechend behandelnd
- die Behandlung mit Ocrelizumab muss bei diesen Patienten endgültig abgesetzt werden
- Maßnahmen beim Auftreten einer schweren IR bei Injektion
- Injektion unverzüglich unterbrechen
- Patient symptomatisch behandeln
- Injektion erst abschließen, wenn alle Symptome abgeklungen sind
- Unterscheidung zwischen Symptomen einer Überempfindlichkeitsreaktion und einer IRR/IR klinisch ggf. nicht möglich
- bei bestehendem Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion während der Applikation
- unverzüglicher Abbruch der Behandlung und endgültiges Absetzen des Medikaments
- Maßnahmen beim Auftreten schwerer pulmonaler Symptome (z.B. Bronchospasmus oder Asthmaexazerbation) bei Infusion
- nach der Infusion bzw. nach der Initialdosis einer Injektionsbehandlung
- Beobachtung der Patienten nach Beendigung der Applikation für mindestens 1 Stunde auf jegliche IRR/IR-Symptome
- bei Injektion von Folgedosen des Arzneimittels liegt die Notwendigkeit einer Überwachung nach folgenden Injektionen im Ermessen des behandelnden Arztes
- falls IRs auftreten, können sie symptomatisch behandelt werden
- Informieren der Patienten, dass auch in den 24 Stunden nach der Applikation noch eine IRR/IR auftreten kann
- zu Hinweisen zur Anpassung der Anwendung im Falle einer IRR/IR siehe Herstellerangaben zu Dosierung und Dauer der Anwendung
- Überempfindlichkeitsreaktion (akute allergische Reaktion auf das Arzneimittel)
- kann ebenfalls auftreten
- klinische Unterscheidung zwischen Symptomen akuter Überempfindlichkeitsreaktionen vom Typ 1 (IgE-vermittelt) und IRR/IR-Symptomen evtl. nicht möglich
- Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist während jeder Infusion/Injektion möglich, obgleich eine solche Reaktion typischerweise nicht während der ersten Anwendung auftritt
- beim Auftreten von schwereren (als die zuvor beobachteten Symptome) oder neuen schweren Symptomen bei den nachfolgenden Infusionen/Injektionen
- mögliche Überempfindlichkeitsreaktion in Betracht ziehen
- keine Behandlung von Patienten, mit bekannter IgE-vermittelte Überempfindlichkeit gegen Ocrelizumab
- Infektion
- Anwendung in schwer immunsupprimiertem Zustand (z. B. Lymphopenie, Neutropenie, Hypogammaglobulinämie) kontraindiziert
- Überprüfung des Immunstatus des Patienten vor der Arzneimittelgabe empfohlen
- Anwendung bei Patienten mit aktiver Infektion bis zum Abklingen der Infektion verschieben
- in Studien zur intravenösen Anwendung von Ocrelizumab Gesamtanteil an Patienten, bei denen eine schwerwiegende Infektion (SI, serious infection) auftrat, war ähnlich jenem bei Patienten, die eine Vergleichsbehandlung erhielten
- Häufigkeit von Infektionen der Schweregrade 4 (lebensbedrohlich) und 5 (tödlich) war in allen Behandlungsgruppen gering
- bei PPMS war sie jedoch in der Ocrelizumab Gruppe höher als in der Placebogruppe, sowohl hinsichtlich lebensbedrohlicher (1,6 % vs. 0,4 %) als auch hinsichtlich tödlicher Infektionen (0,6 % vs. 0 %)
- alle lebensbedrohlichen Infektionen heilten aus, ohne dass Ocrelizumab abgesetzt wurde
- bei PPMS haben Patienten mit Schluckbeschwerden ein höheres Risiko, eine Aspirationspneumonie zu entwickeln
- die Behandlung mit Ocrelizumab kann das Risiko einer schweren Pneumonie bei diesen Patienten weiter erhöhen
- bei Patienten, die eine Pneumonie entwickeln, sind deshalb umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen
- Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
- Fälle von PML im Rahmen einer John Cunningham-Virus(JCV)-Infektion bei Patienten, die mit Anti-CD20-Antikörpern (CD20, cluster of differentiation 20) inkl. Ocrelizumab behandelt wurden, beobachtet
- mit bestimmten Risikofaktoren (Patientenpopulation, z. B. Lymphopenie, fortgeschrittenes Alter, Polytherapie mit Immunsuppressiva) assoziiert
- frühe Anzeichen und Symptome einer PML sind aufmerksam von Ärzten zu beachten
- u.U. schwere Unterscheidung von Symptomen der MS-Erkrankung
- da sie sich sowohl durch das Neuauftreten als auch durch eine Verschlechterung vorbestehender neurologischer Anzeichen oder Symptome äußern können
- u.U. schwere Unterscheidung von Symptomen der MS-Erkrankung
- bei bestehendem Verdacht auf eine PML
- Unterbrechung der Ocrelizumab-Behandlung
- weitergehende Abklärung mittels folgender Untersuchungen in Erwägung ziehen
- vorzugsweise kontrast-verstärkte Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung (und Vergleich mit der MRT-Aufnahme, die vor der Behandlung erstellt wurde)
- konfirmatorische Liquoruntersuchung auf JCV-Desoxyribonukleinsäure (DNA)
- wiederholte neurologische Kontrolluntersuchungen
- bei bestätigter PML
- endgültiges Absetzen der Behandlung
- Fälle von PML im Rahmen einer John Cunningham-Virus(JCV)-Infektion bei Patienten, die mit Anti-CD20-Antikörpern (CD20, cluster of differentiation 20) inkl. Ocrelizumab behandelt wurden, beobachtet
- Hepatitis-B-Reaktivierung
- Berichte einer Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus (HBV), die in manchen Fällen zu fulminanter Hepatitis, Leberversagen und Tod führte, bei Patienten, die mit anderen Anti-CD20-Antikörpern behandelt wurden
- Durchführung einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Serologie gemäß der lokalen Leitlinien bei allen Patienten vor Beginn der Behandlung
- keine Behandlung von Patienten mit aktiver HBV-Erkrankung (d.h. einer aktiven Infektion, bestätigt durch positive Ergebnisse des HBsAg- und anti-HB-Tests)
- Patienten mit positiver Serologie (d.h. HBsAg-negativ und HB-Kernantikörper-positiv [HBcAb+] oder HBV-Nachweis [Oberflächenantigen-positiv, HBsAg+]):
- Aufsuchen eines Spezialisten für Lebererkrankungen vor Behandlungsbeginn
- Behandlung und Überwachung gemäß lokaler medizinischer Standards (zur Vermeidung einer Hepatitis-B-Reaktivierung)
- späte Neutropenie
- es wurden Fälle von spät auftretenden Neutropenien mindestens 4 Wochen nach der letzten intravenösen Infusion von Ocrelizumab berichtet
- obwohl einige Fälle dem Schweregrad 3 oder 4 entsprachen, handelte es sich bei der Mehrzahl der Fälle um Grad 1 oder 2
- bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Infektion
- Bestimmung der neutrophilen Granulozyten im Blut empfohlen
- Anwendung in schwer immunsupprimiertem Zustand (z. B. Lymphopenie, Neutropenie, Hypogammaglobulinämie) kontraindiziert
- Malignome
- in der kontrollierten Phase der zulassungsrelevanten klinischen Studien wurde bei Patienten, die mit intravenös verabreichtem Ocrelizumab behandelt wurden, eine erhöhte Anzahl maligner Erkrankungen (einschließlich Mammakarzinom) beobachtet, verglichen mit den Kontrollgruppen
- Inzidenz lag innerhalb der für eine MS-Population erwarteten Hintergrundrate
- nach ungefähr 10-jähriger kontinuierlicher Behandlung mit Ocrelizumab über die kontrollierte Phase und die Phase der offenen Verlängerung (OLE, Open-Label Extension) der zulassungsrelevanten klinischen Studien blieb die Inzidenz von Malignomen innerhalb der für eine MS-Population zu erwartenden Hintergrundrate
- Patienten mit bekannter aktiver maligner Erkrankung dürfen nicht mit Ocrelizumab behandelt werden
- bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für das Auftreten von malignen Erkrankungen und bei Patienten, die aktiv auf das Wiederauftreten einer malignen Erkrankung hin überwacht werden, ist das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis abzuwägen
- Befolgen des Standard-Brustkrebs-Screening entsprechend der lokalen Leitlinien für Patienten empfohlen
- in der kontrollierten Phase der zulassungsrelevanten klinischen Studien wurde bei Patienten, die mit intravenös verabreichtem Ocrelizumab behandelt wurden, eine erhöhte Anzahl maligner Erkrankungen (einschließlich Mammakarzinom) beobachtet, verglichen mit den Kontrollgruppen
- Behandlung von schwer immunsupprimierten Patienten
- Behandlung erst nach Behebung der Immunsuppression
- bei anderen Autoimmunerkrankungen führte gleichzeitige Anwendung von Ocrelizumab und Immunsuppressiva (z.B. Corticosteroid- Dauermedikation, Gabe nicht-biologischer und biologischer krankheitsmodifizierender Antirheumatika [disease-modifying antirheumatic drugs = DMARDS], Mycophenolatmofetil, Cyclophosphamid, Azathioprin) zu einem Anstieg schwerwiegender Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen
- Infektionen umfassten unter anderem
- atypische Pneumonie
- Pneumocystis- jirovecii-Pneumonie
- Varizellenpneumonie
- Tuberkulose
- Histoplasmose
- in seltenen Fällen tödlicher Verlauf einzelner Infektionen
- Infektionen umfassten unter anderem
- eine explorative Analyse ergab folgende Faktoren, die mit einem Risiko für schwerwiegende Infektionen einhergehen
- höhere Dosierungen von Ocrelizumab als für die Therapie der MS empfohlen
- andere Begleiterkrankungen und Langzeitanwendung von Immunsuppressiva / Corticosteroiden
- gleichzeitige Gabe von Immunsuppressiva nicht empfohlen
- ausgenommen Corticosteroide zur symptomatischen Behandlung von Schüben
- es ist weitgehend unbekannt, ob die begleitende Anwendung von Corticosteroiden zur symptomatischen Behandlung von Schüben in der klinischen Praxis mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergeht
- in den Zulassungsstudien zu intravenös verabreichtem Ocrelizumab bei MS war die Anwendung von Corticosteroiden zur Schubbehandlung nicht mit einem erhöhten Risiko schwerwiegender Infektionen verbunden
- ausgenommen Corticosteroide zur symptomatischen Behandlung von Schüben
- Berücksichtigung des Potentials für sich überlappende pharmakodynamische Wirkungen bei Aufnahme einer Ocrelizumab-Behandlung nach immunsuppressiver Therapie oder bei Beginn einer immunsuppressiven Therapie nach einer Behandlung mit Ocrelizumab
- bei der Verordnung von Ocrelizumab ist Vorsicht geboten und die Pharmakodynamik anderer krankheitsmodifizierender MS-Therapien zu berücksichtigen
- Immunisierung
- Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen nach einer Therapie mit Ocrelizumab nicht untersucht
- Impfung mit attenuierten Lebendimpfstoffen oder Lebendimpfstoffen wird während einer Behandlung mit Ocrelizumab und bis zur B-Zell-Repletion nicht empfohlen
- in klinischen Studien betrug die mediane Zeit bis zur B-Zell-Repletion 72 Wochen
- in einer randomisierten offenen Studie waren intravenös mit Ocrelizumab behandelte RMS-Patienten in der Lage, eine Immunantwort, wenn auch in abgeschwächter Form, gegen Tetanustoxoid, 23-valentes Pneumokokken-Polysaccharid mit oder ohne Booster-Impfstoff, Keyhole-Limpet-Hämocyanin-Neoantigen und saisonale InfluenzaImpfstoffe aufzubauen
- empfohlen, mit Ocrelizumab behandelte Patienten mit einem inaktivierten saisonalen Influenza-Impfstoff zu impfen
- Überprüfung des Immunisierungsstatus von Patienten, die für eine Behandlung mit Ocrelizumab in Betracht gezogen werden
- bei benötigter Immunsierung
- Abschluss der Impfung mindestens 6 Wochen vor der ersten Anwendung von Ocrelizumab
- Ocrelizumab-Exposition in utero und Immunisierung von Neugeborenen und Säuglingen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen
- mögliche B-Zell-Depletion bei Säuglingen von Müttern, die während der Schwangerschaft mit Ocrelizumab behandelt wurden
- Aufschieben von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen empfohlen
- bis eine Normalisierung der B-Zell-Spiegel erfolgt ist
- Überprüfung der CD19-positiven B-Zell-Spiegel vor einer Impfung bei Neugeborenen und Säuglingen empfohlen
- empfohlen, alle Impfungen, die keine Lebendimpfstoffe oder attenuierte Lebendimpfstoffe enthalten, gemäß lokalem Impfplan durchzuführen
- Messungen der impfinduzierten Antworttiter zur Überprüfung der individuellen, protektiven Immunantwort sind in Erwägung zu ziehen, da die Wirksamkeit der Impfung verringert sein kann
- Absprache über Sicherheit und Zeitpunkt der Immunisierung mit dem zuständigen Kinderarzt
- Aufschieben von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen empfohlen
- mögliche B-Zell-Depletion bei Säuglingen von Müttern, die während der Schwangerschaft mit Ocrelizumab behandelt wurden