Ocrevus 920 mg Injektionslösung 23ml Dsfl.

SynCo pharma B.V.
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ocrelizumab →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
1 ST 12620,38 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung erwachsener Patienten mit
    • schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung, definiert durch klinischen Befund oder Bildgebung
    • früher primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS), charakterisiert anhand der Krankheitsdauer und dem Grad der Behinderung, sowie mit Bildgebungsmerkmalen, die typisch für eine Entzündungsaktivität sind

Dosierung

Basiseinheit: jede Durchstechflasche enthält 920 mg Ocrelizumab in 23 ml (40 mg / ml)

  • Behandlung erwachsener Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung oder mit früher primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS)
    • Einleitung und Überwachung der Behandlung von spezialisierten Ärzten mit Erfahrung in der Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen
    • erste Anwendung soll unter klinischer Beobachtung mit geeigneter medizinischer Betreuung erfolgen, um schwere Reaktionen wie schwere Injektionsreaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen und/oder anaphylaktische Reaktionen zu beherrschen
    • Prämedikation gegen injektionsbedingte Reaktionen
      • beide Vorbehandlungen zur Reduktion infusionsbedingter Reaktionen kurz vor jeder Injektion erforderlich
        • 20 mg orales Dexamethason (oder Äquivalent)
        • orales Antihistaminikum (z. B. Desloratadin oder Äquivalent)
      • ggf. zusätzlich Antipyretikum (z. B. Paracetamol) kurz vor jeder Ocrelizumab-Injektion in Betracht ziehen
    • 920 mg Ocrelizumab alle 6 Monate
    • keine Aufteilung der Initialdosis oder der Folgedosen auf getrennte Gaben erforderlich
    • Abbruch der Injektion oder der Behandlung bei injektionsbedingten Reaktionen (IRs)
      • lebensbedrohliche IRs
        • Injektion unverzüglich abbrechen und Patienten entsprechend behandeln
        • Behandlung muss bei diesen Patienten endgültig abgesetzt werden
      • schwere IRs
        • Injektion unverzüglich unterbrechen und Patienten symptomatisch behandeln
        • Injektion sollte erst abgeschlossen werden, wenn alle Symptome abgeklungen sind
    • verspätete oder versäumte Dosen
      • Anwendung so bald wie möglich nachholen, nicht bis zur nächsten geplanten Dosis warten
      • Einhaltung des Behandlungsintervalls von 6 Monaten (mind. 5 Monate) zwischen den einzelnen Anwendungen
    • Erwachsene > 55 Jahre und ältere Patienten
      • den begrenzten Daten zufolge ist keine Dosisanpassung erforderlich
      • Patienten, die an den laufenden klinischen Studien teilnehmen, erhalten auch nach Vollendung des 55. Lebensjahres weiterhin 600 mg Ocrelizumab i.v. alle 6 Monate
      • die Anwendung von subkutan verabreichtem Ocrelizumab wurde bei Patienten >/= 65 Jahren nicht untersucht
    • Kinder und Jugendliche 0 - 18 Jahre
      • keine Daten
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • voraussichtlich keine Dosisanpassung erforderlich
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht formal untersucht
      • leichte Nierenfunktionsstörung
        • Patienten wurden in klinische Studien eingeschlossen
      • mittelschwere und schwere Nierenfunktionsstörung
        • keine Daten vorliegend
      • Ocrelizumab ist ein monoklonaler Antikörper und wird katabolisiert (d. h. zu Peptiden und Aminosäuren abgebaut)
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • voraussichtlich keine Dosisanpassung erforderlich
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht formal untersucht
      • leichte Leberfunktionsstörung
        • Patienten wurden in klinische Studien eingeschlossen
      • mittelschwere und schwere Leberfunktionsstörung
        • keine Daten vorliegend
      • Ocrelizumab ist ein monoklonaler Antikörper und wird katabolisiert (statt hepatisch metabolisiert)

Kontraindikationen

Ocrelizumab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ocrelizumab
  • aktuell vorliegende, aktive Infektion
  • schwer immunsupprimierter Zustand des Patienten
  • bekannte aktive Malignome

Nebenwirkungen

Ocrelizumab - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) unbekannter Ätiologie
        • führte bei einem Patient, der intravenös 2000 mg Ocrelizumab erhalten hatte, nach einer Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung 12 Wochen nach der letzten Infusion zum Tod (eine anaphylaktoide Reaktion auf das MRT-Gadolinium-Kontrastmittel könnte zum SIRS beigetragen haben)
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Infektion der oberen Atemwege
      • Nasopharyngitis
      • Grippe
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sinusitis
      • Bronchitis
      • oraler Herpes
      • Gastroenteritis
      • Infektion der (unteren) Atemwege
      • Virusinfektion
      • Herpes zoster
      • Konjunktivitis
      • Cellulitis
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herpes simplex
      • genitaler Herpes
      • Herpesvirusinfektion
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Husten
      • Katarrh
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Immunglobulin M im Blut erniedrigt
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Immunglobulin G im Blut erniedrigt
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verminderung der Gesamt-Immunglobuline (v.a. Reduktion des IgM-Spiegels)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Verminderung der Lymphozyten < LLN (lower limit of normal)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Neutropenie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Neutropenie mit später Manifestation
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (nur im gepoolten Datensatz von intravenös verabreichtem Ocrelizumab beobachtet), einschl.
        • Pruritus
        • Ausschlag
        • Urtikaria
        • Erythem
        • Flush
        • Hypotonie
        • Pyrexie
        • Ermüdung (Fatigue)
        • Kopfschmerzen
        • Schwindelgefühl
        • Rachenreizung
        • oropharyngeale Schmerzen
        • Dyspnoe
        • Pharynx- oder Larynxödeme
        • Übelkeit
        • Tachykardie
        • anaphylaktische Reaktionen
      • injektionsbedingte Reaktionen (nur in einer Studie außerhalb des gepoolten Datensatzes von intravenös verabreichtem Ocrelizumab (in Verbindung mit subkutaner Anwendung) beobachtet)
        • Kopfschmerzen
        • Übelkeit
        • Erythem an der Injektionsstelle
        • Schmerzen an der Injektionsstelle
        • Schwellung an der Injektionsstelle
        • Juckreiz an der Injektionsstelle

Anwendungshinweise

  • nicht für die intravenöse Anwendung vorgesehen
  • Anwendung immer s.c. durch medizinisches Fachpersonal
  • Kennzeichnung des Arzneimittels überprüfen, um sicherzustellen, dass der Patient die korrekte Darreichungsform (intravenös oder subkutan) gemäß Verschreibung erhält
  • Patienten können die Behandlung mit intravenösem oder subkutanem Ocrelizumab beginnen und Patienten, die aktuell intravenöses Ocrelizumab erhalten, können die Behandlung mit intravenösem Ocrelizumab fortsetzen oder auf die 920 mg-Injektionslösung umgestellt werden
  • die 920-mg-Dosis ist als subkutane Injektion über einen Zeitraum von etwa 10 Min. in das Abdomen zu verabreichen
  • die Verwendung eines subkutanen Infusionssets (z. B. Flügelkanüle/Butterfly) wird empfohlen
  • im subkutanen Infusionsset verbliebenes Restvolumen nicht verabreichen
  • die Injektionsstelle sollte das Abdomen sein, mit Ausnahme des Bereichs von 5 cm um den Bauchnabel
  • Injektionen dürfen niemals in Bereichen erfolgen, in denen die Haut gerötet, verletzt, empfindlich oder verhärtet ist, oder in Bereichen, in denen sich Leberflecken oder Narben befinden
  • für die Initialdosis wird nach der Injektion eine mind. einstündige Überwachung, mit Zugang zu geeigneter medizinischer Betreuung zur Beherrschung schwerer Reaktionen wie IRs, empfohlen
  • für die Folgedosen liegt die Notwendigkeit einer Überwachung nach der Injektion im Ermessen des behandelnden Arztes
  • Hinweise zum Gebrauch und Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Fachinformation

Stillzeithinweise

Ocrelizumab - invasiv
  • Ocrelizumab kann während der Stillzeit angewendet werden
    • die Therapie kann ein paar Tage nach der Geburt begonnen werden
  • es ist bekannt, dass humane IgGs in den ersten Tagen nach der Geburt (Kolostrumphase) in die Muttermilch übergehen, wobei die Konzentration bald darauf auf ein niedriges Niveau absinkt
  • in einer prospektiven, multizentrischen, offenen Studie MN42989 (SOPRANINO) erhielten 13 stillende Frauen Ocrelizumab im Median 2,0 Monate nach der Geburt (Bereich 0,5 - 5,0 Monate)
    • in der Muttermilch wurden über einen Zeitraum von 60 Tagen nach der ersten postpartalen Infusion, die die Mutter erhielt, geringe Konzentrationen von Ocrelizumab nachgewiesen (mittlere relative Säuglingsdosis von 0,27 % [Bereich 0,0 - 1,8 %]), was auf einen minimalen Übergang von Ocrelizumab in die Muttermilch hindeutet
    • 30 Tage nach der ersten postpartalen Infusion, die die Mutter erhielt, war Ocrelizumab in allen verfügbaren Serumproben von gestillten Säuglingen (n = 9) nicht nachweisbar, und die B-Zell-Spiegel der Säuglinge lagen bei allen verfügbaren Blutproben (n = 10) im Normbereich
    • bei gestillten Säuglingen wurden über einen Nachbeobachtungszeitraum von 44,6 Wochen (Bereich 8,6 - 62,7 Wochen) keine Auswirkungen von Ocrelizumab auf die Gesundheit, das Wachstum und die Entwicklung beobachtet
  • Lebendimpfstoffe
    • obwohl keine klinischen Daten zu Säuglingen, die möglicherweise Ocrelizumab über die Muttermilch ausgesetzt sind und die Lebendimpfstoffe oder Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Erregern erhalten, vorliegen, werden aufgrund der normalen B-Zell-Spiegel und der nicht nachweisbaren Ocrelizumab-Spiegel im Serum, die bei diesen Säuglingen beobachtet wurden, keine Risiken erwartet
  • in einer separaten prospektiven klinischen Prüfung wurden bei 29 stillenden Frauen, die Ocrelizumab im Median 4,3 Monate nach der Geburt (Bereich 0,1 - 36 Monate) erhielten, niedrige Ocrelizumab Konzentrationen in der Muttermilch (mittlere relative Säuglingsdosis von 0,1 % [Bereich 0,07 - 0,7 %]) über einen Zeitraum von 90 Tagen nach der ersten postpartalen Infusion, die die Mutter erhielt, beobachtet
    • die Nachbeobachtung von 21 Säuglingen, die mindestens 2 Wochen lang gestillt wurden, zeigte bis zu einem Jahr ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung

Schwangerschaftshinweise

Ocrelizumab - invasiv
  • Ocrelizumab soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus
  • Ocrelizumab ist ein Immunglobulin-G (IgG)
    • passieren bekanntermaßen die Plazenta
  • begrenzte Menge an Daten zur Anwendung von Ocrelizumab bei schwangeren Frauen
  • bei Neugeborenen und Säuglingen, die im Mutterleib Ocrelizumab ausgesetzt waren, ist ein Aufschieben von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen in Erwägung zu ziehen
  • keine Daten zur B-Zell-Zahl zu Neugeborenen und Säuglingen, die Ocrelizumab ausgesetzt waren
  • eventuelle Dauer einer B-Zell-Depletion bei Neugeborenen und Säuglingen unbekannt
  • Berichte über vorübergehende B-Zell-Depletion und Lymphozytopenie bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft anderen Anti-CD20-Antikörpern ausgesetzt waren, liegen vor
  • auch in tierexperimentellen Studien wurde eine B-Zell-Depletion in utero festgestellt
  • tierexperimentelle Studien (embryo-fetale Toxizität)
    • kein Hinweis auf teratogene Effekte
    • Beobachtung einer Reproduktionstoxizität in prä- und postnatalen Entwicklungsstudien
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • müssen während der Behandlung mit Ocrelizumab und für 12 Monate nach der letzten verabreichten Dosis von Ocrelizumab eine Empfängnisverhütung anwenden
  • Fertilität
    • keine besonderen Gefahren für den Menschen anhand präklinischer Daten basierend auf Studien zur männlichen und weiblichen Fertilität bei Cynomolgus-Affen, die Ocrelizumab ausgesetzt waren, erkennbar

Warnhinweise

Ocrelizumab - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • eindeutige Dokumentation Bezeichnung des Arzneimittels und der Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel
  • Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (infusion-related Reactions = IRRs) / Injektion (injection reactions = IRs)
    • die Behandlung mit Ocrelizumab ist mit IRRs/IRs verbunden, was mit der Freisetzung von Zytokinen und/oder anderen chemischen Mediatoren zusammenhängen kann
    • bei der Anwendung von intravenös verabreichtem Ocrelizumab wurden schwerwiegende Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRRs) berichtet, von denen einige einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten
      • IRRs können innerhalb von 24 Stunden nach der Infusion auftreten
    • Ärzte sollen die Patienten darauf hinweisen, dass während oder innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung IRs auftreten können
    • Symptome
      • während jeder Anwendung möglich
      • häufiger während der ersten Applikation berichtet
      • können in Form von systemischen Reaktionen auftreten
        • häufig (v.a nach Injektion) sind
          • Kopfschmerzen
          • Übelkeit
        • außerdem (nach Infusion)
          • Rachenreizung
          • oropharyngeale Schmerzen
          • Dyspnoe
          • Pharynx- oder Larynxödeme
          • Flush
          • Hypotonie
          • Pyrexie
          • Ermüdung (Fatigue)
          • Schwindelgefühl
          • Tachykardie
          • anaphylaktische Reaktionen
      • können in Form von lokalen Reaktionen an der Applikationsstelle auftreten
        • häufig (v.a nach Injektion) sind
          • Pruritus
          • Erythem
          • Schwellung
          • Schmerzen
        • außerdem (nach Infusion)
          • Ausschlag
          • Urtikaria
    • vor der Infusion / Injektion
      • Management schwerer Reaktionen (z. B. schwerwiegende IRRs/IRs, Überempfindlichkeitsreaktionen und / oder anaphylaktische Reaktionen)
        • angemessene Ausstattung /geeignete Mittel muss/müssen zur Verfügung stehen (v.a bei Infusion oder initialer Injektion des Arzneimittels)
      • Hypotonie als Symptom einer IRR während den Infusionen möglich
        • Absetzen blutdrucksenkender Arzneimittel 12 Stunden vor und während jeder Infusion in Erwägung ziehen
        • keine Untersuchungen von Patienten mit Herzinsuffizienz (New York Heart Association III & IV) in der Anamnese in klinischen Studien
      • Prämedikation
        • zur Reduktion des Risikos, der Häufigkeit und des Schweregrads für IRRs/IRs kurz vor der Anwendung notwendig (siehe Herstellerangaben zu Dosierung und Dauer der Anwendung)
    • während der Infusion / Injektion
      • Maßnahmen beim Auftreten schwerer pulmonaler Symptome (z.B. Bronchospasmus oder Asthmaexazerbation) bei Infusion
        • unverzüglicher Abbruch der Infusion und endgültiges Absetzen des Medikaments
        • Einleitung einer symptomatische Behandlung
        • Beobachtung des Patienten bis zum Abklingen der pulmonalen Symptome (erneute Verschlechterung auch nach initialer Besserung der klinischen Symptome möglich)
      • Maßnahmen bei Auftreten von Anzeichen einer lebensbedrohlichen IR bei Injektion
        • Injektion unverzüglich abbrechen und den Patient entsprechend behandelnd
        • die Behandlung mit Ocrelizumab muss bei diesen Patienten endgültig abgesetzt werden
      • Maßnahmen beim Auftreten einer schweren IR bei Injektion
        • Injektion unverzüglich unterbrechen
        • Patient symptomatisch behandeln
        • Injektion erst abschließen, wenn alle Symptome abgeklungen sind
      • Unterscheidung zwischen Symptomen einer Überempfindlichkeitsreaktion und einer IRR/IR klinisch ggf. nicht möglich
      • bei bestehendem Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion während der Applikation
        • unverzüglicher Abbruch der Behandlung und endgültiges Absetzen des Medikaments
    • nach der Infusion bzw. nach der Initialdosis einer Injektionsbehandlung
      • Beobachtung der Patienten nach Beendigung der Applikation für mindestens 1 Stunde auf jegliche IRR/IR-Symptome
      • bei Injektion von Folgedosen des Arzneimittels liegt die Notwendigkeit einer Überwachung nach folgenden Injektionen im Ermessen des behandelnden Arztes
        • falls IRs auftreten, können sie symptomatisch behandelt werden
      • Informieren der Patienten, dass auch in den 24 Stunden nach der Applikation noch eine IRR/IR auftreten kann
    • zu Hinweisen zur Anpassung der Anwendung im Falle einer IRR/IR siehe Herstellerangaben zu Dosierung und Dauer der Anwendung
  • Überempfindlichkeitsreaktion (akute allergische Reaktion auf das Arzneimittel)
    • kann ebenfalls auftreten
    • klinische Unterscheidung zwischen Symptomen akuter Überempfindlichkeitsreaktionen vom Typ 1 (IgE-vermittelt) und IRR/IR-Symptomen evtl. nicht möglich
    • Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist während jeder Infusion/Injektion möglich, obgleich eine solche Reaktion typischerweise nicht während der ersten Anwendung auftritt
    • beim Auftreten von schwereren (als die zuvor beobachteten Symptome) oder neuen schweren Symptomen bei den nachfolgenden Infusionen/Injektionen
      • mögliche Überempfindlichkeitsreaktion in Betracht ziehen
    • keine Behandlung von Patienten, mit bekannter IgE-vermittelte Überempfindlichkeit gegen Ocrelizumab
  • Infektion
    • Anwendung in schwer immunsupprimiertem Zustand (z. B. Lymphopenie, Neutropenie, Hypogammaglobulinämie) kontraindiziert
      • Überprüfung des Immunstatus des Patienten vor der Arzneimittelgabe empfohlen
    • Anwendung bei Patienten mit aktiver Infektion bis zum Abklingen der Infektion verschieben
    • in Studien zur intravenösen Anwendung von Ocrelizumab Gesamtanteil an Patienten, bei denen eine schwerwiegende Infektion (SI, serious infection) auftrat, war ähnlich jenem bei Patienten, die eine Vergleichsbehandlung erhielten
      • Häufigkeit von Infektionen der Schweregrade 4 (lebensbedrohlich) und 5 (tödlich) war in allen Behandlungsgruppen gering
      • bei PPMS war sie jedoch in der Ocrelizumab Gruppe höher als in der Placebogruppe, sowohl hinsichtlich lebensbedrohlicher (1,6 % vs. 0,4 %) als auch hinsichtlich tödlicher Infektionen (0,6 % vs. 0 %)
      • alle lebensbedrohlichen Infektionen heilten aus, ohne dass Ocrelizumab abgesetzt wurde
      • bei PPMS haben Patienten mit Schluckbeschwerden ein höheres Risiko, eine Aspirationspneumonie zu entwickeln
        • die Behandlung mit Ocrelizumab kann das Risiko einer schweren Pneumonie bei diesen Patienten weiter erhöhen
        • bei Patienten, die eine Pneumonie entwickeln, sind deshalb umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen
    • Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
      • Fälle von PML im Rahmen einer John Cunningham-Virus(JCV)-Infektion bei Patienten, die mit Anti-CD20-Antikörpern (CD20, cluster of differentiation 20) inkl. Ocrelizumab behandelt wurden, beobachtet
        • mit bestimmten Risikofaktoren (Patientenpopulation, z. B. Lymphopenie, fortgeschrittenes Alter, Polytherapie mit Immunsuppressiva) assoziiert
      • frühe Anzeichen und Symptome einer PML sind aufmerksam von Ärzten zu beachten
        • u.U. schwere Unterscheidung von Symptomen der MS-Erkrankung
          • da sie sich sowohl durch das Neuauftreten als auch durch eine Verschlechterung vorbestehender neurologischer Anzeichen oder Symptome äußern können
      • bei bestehendem Verdacht auf eine PML
        • Unterbrechung der Ocrelizumab-Behandlung
        • weitergehende Abklärung mittels folgender Untersuchungen in Erwägung ziehen
          • vorzugsweise kontrast-verstärkte Magnetresonanztomographie (MRT)-Untersuchung (und Vergleich mit der MRT-Aufnahme, die vor der Behandlung erstellt wurde)
          • konfirmatorische Liquoruntersuchung auf JCV-Desoxyribonukleinsäure (DNA)
          • wiederholte neurologische Kontrolluntersuchungen
      • bei bestätigter PML
        • endgültiges Absetzen der Behandlung
    • Hepatitis-B-Reaktivierung
      • Berichte einer Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus (HBV), die in manchen Fällen zu fulminanter Hepatitis, Leberversagen und Tod führte, bei Patienten, die mit anderen Anti-CD20-Antikörpern behandelt wurden
      • Durchführung einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Serologie gemäß der lokalen Leitlinien bei allen Patienten vor Beginn der Behandlung
      • keine Behandlung von Patienten mit aktiver HBV-Erkrankung (d.h. einer aktiven Infektion, bestätigt durch positive Ergebnisse des HBsAg- und anti-HB-Tests)
      • Patienten mit positiver Serologie (d.h. HBsAg-negativ und HB-Kernantikörper-positiv [HBcAb+] oder HBV-Nachweis [Oberflächenantigen-positiv, HBsAg+]):
        • Aufsuchen eines Spezialisten für Lebererkrankungen vor Behandlungsbeginn
        • Behandlung und Überwachung gemäß lokaler medizinischer Standards (zur Vermeidung einer Hepatitis-B-Reaktivierung)
    • späte Neutropenie
      • es wurden Fälle von spät auftretenden Neutropenien mindestens 4 Wochen nach der letzten intravenösen Infusion von Ocrelizumab berichtet
      • obwohl einige Fälle dem Schweregrad 3 oder 4 entsprachen, handelte es sich bei der Mehrzahl der Fälle um Grad 1 oder 2
      • bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Infektion
        • Bestimmung der neutrophilen Granulozyten im Blut empfohlen
  • Malignome
    • in der kontrollierten Phase der zulassungsrelevanten klinischen Studien wurde bei Patienten, die mit intravenös verabreichtem Ocrelizumab behandelt wurden, eine erhöhte Anzahl maligner Erkrankungen (einschließlich Mammakarzinom) beobachtet, verglichen mit den Kontrollgruppen
      • Inzidenz lag innerhalb der für eine MS-Population erwarteten Hintergrundrate
    • nach ungefähr 10-jähriger kontinuierlicher Behandlung mit Ocrelizumab über die kontrollierte Phase und die Phase der offenen Verlängerung (OLE, Open-Label Extension) der zulassungsrelevanten klinischen Studien blieb die Inzidenz von Malignomen innerhalb der für eine MS-Population zu erwartenden Hintergrundrate
    • Patienten mit bekannter aktiver maligner Erkrankung dürfen nicht mit Ocrelizumab behandelt werden
    • bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für das Auftreten von malignen Erkrankungen und bei Patienten, die aktiv auf das Wiederauftreten einer malignen Erkrankung hin überwacht werden, ist das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis abzuwägen
    • Befolgen des Standard-Brustkrebs-Screening entsprechend der lokalen Leitlinien für Patienten empfohlen
  • Behandlung von schwer immunsupprimierten Patienten
    • Behandlung erst nach Behebung der Immunsuppression
    • bei anderen Autoimmunerkrankungen führte gleichzeitige Anwendung von Ocrelizumab und Immunsuppressiva (z.B. Corticosteroid- Dauermedikation, Gabe nicht-biologischer und biologischer krankheitsmodifizierender Antirheumatika [disease-modifying antirheumatic drugs = DMARDS], Mycophenolatmofetil, Cyclophosphamid, Azathioprin) zu einem Anstieg schwerwiegender Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen
      • Infektionen umfassten unter anderem
        • atypische Pneumonie
        • Pneumocystis- jirovecii-Pneumonie
        • Varizellenpneumonie
        • Tuberkulose
        • Histoplasmose
      • in seltenen Fällen tödlicher Verlauf einzelner Infektionen
    • eine explorative Analyse ergab folgende Faktoren, die mit einem Risiko für schwerwiegende Infektionen einhergehen
      • höhere Dosierungen von Ocrelizumab als für die Therapie der MS empfohlen
      • andere Begleiterkrankungen und Langzeitanwendung von Immunsuppressiva / Corticosteroiden
    • gleichzeitige Gabe von Immunsuppressiva nicht empfohlen
      • ausgenommen Corticosteroide zur symptomatischen Behandlung von Schüben
        • es ist weitgehend unbekannt, ob die begleitende Anwendung von Corticosteroiden zur symptomatischen Behandlung von Schüben in der klinischen Praxis mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergeht
        • in den Zulassungsstudien zu intravenös verabreichtem Ocrelizumab bei MS war die Anwendung von Corticosteroiden zur Schubbehandlung nicht mit einem erhöhten Risiko schwerwiegender Infektionen verbunden
    • Berücksichtigung des Potentials für sich überlappende pharmakodynamische Wirkungen bei Aufnahme einer Ocrelizumab-Behandlung nach immunsuppressiver Therapie oder bei Beginn einer immunsuppressiven Therapie nach einer Behandlung mit Ocrelizumab
    • bei der Verordnung von Ocrelizumab ist Vorsicht geboten und die Pharmakodynamik anderer krankheitsmodifizierender MS-Therapien zu berücksichtigen
  • Immunisierung
    • Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen nach einer Therapie mit Ocrelizumab nicht untersucht
    • Impfung mit attenuierten Lebendimpfstoffen oder Lebendimpfstoffen wird während einer Behandlung mit Ocrelizumab und bis zur B-Zell-Repletion nicht empfohlen
      • in klinischen Studien betrug die mediane Zeit bis zur B-Zell-Repletion 72 Wochen
    • in einer randomisierten offenen Studie waren intravenös mit Ocrelizumab behandelte RMS-Patienten in der Lage, eine Immunantwort, wenn auch in abgeschwächter Form, gegen Tetanustoxoid, 23-valentes Pneumokokken-Polysaccharid mit oder ohne Booster-Impfstoff, Keyhole-Limpet-Hämocyanin-Neoantigen und saisonale InfluenzaImpfstoffe aufzubauen
    • empfohlen, mit Ocrelizumab behandelte Patienten mit einem inaktivierten saisonalen Influenza-Impfstoff zu impfen
    • Überprüfung des Immunisierungsstatus von Patienten, die für eine Behandlung mit Ocrelizumab in Betracht gezogen werden
    • bei benötigter Immunsierung
      • Abschluss der Impfung mindestens 6 Wochen vor der ersten Anwendung von Ocrelizumab
    • Ocrelizumab-Exposition in utero und Immunisierung von Neugeborenen und Säuglingen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen
      • mögliche B-Zell-Depletion bei Säuglingen von Müttern, die während der Schwangerschaft mit Ocrelizumab behandelt wurden
        • Aufschieben von Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen empfohlen
          • bis eine Normalisierung der B-Zell-Spiegel erfolgt ist
        • Überprüfung der CD19-positiven B-Zell-Spiegel vor einer Impfung bei Neugeborenen und Säuglingen empfohlen
        • empfohlen, alle Impfungen, die keine Lebendimpfstoffe oder attenuierte Lebendimpfstoffe enthalten, gemäß lokalem Impfplan durchzuführen
          • Messungen der impfinduzierten Antworttiter zur Überprüfung der individuellen, protektiven Immunantwort sind in Erwägung zu ziehen, da die Wirksamkeit der Impfung verringert sein kann
        • Absprache über Sicherheit und Zeitpunkt der Immunisierung mit dem zuständigen Kinderarzt