Odefsey 200 mg/25 mg/25 mg Filmtabletten

Abacus Medicine A/S
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Emtricitabin/Rilpivirin/Tenofovir →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 30 ST 818,70 €
N3 3X30 ST 2405,81 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Erwachsene und Jugendliche >/=12 Jahren und mind. 35 kg KG (Körpergewicht)
    • Behandung einer HIV-1-Infektion (Infektion mit dem Humanen Immundefizienzvirus 1) und einer Viruslast von </= 100.000 HIV-1-RNA-Kopien / ml, bei denen HIV-1 keine Mutationen aufweist, die bekanntermaßen mit Resistenzen gegen die Klasse der nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase Inhibitoren (NNRTI), Tenofovir oder Emtricitabin assoziiert sind

Dosierung

  • Behandlung der HIV-1-Infektion und einer Viruslast von </= 100.000 HIV-1-RNA-Kopien/ml, bei denen HIV-1 keine Mutationen aufweist, die bekanntermaßen mit Resistenzen gegen die Klasse der nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI), Tenofovir oder Emtricitabin assoziiert sind
    • Einleitung der Behandlung nur durch einen Arzt, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre und mind. 35 kg KG
      • 1 Tablette (200 mg Emtricitabin plus 25 mg Rilpivirin plus 25 mg Tenofoviralafenamid) / Tag
    • Vergessen der Dosis
      • </= 12 Stunden: Einnahme sobald wie möglich nachholen, Einnahmeschema wie gewohnt fortsetzten
      • > 12 Stunden: Dosis auslassen und mit gewohntem Einnahmeschema weitermachen
    • Erbrechen innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme
      • weitere Tablette einnehmen
    • Erbrechen später als 4 Stunden nach Einnahme
      • keine weitere Tablette erforderlich
    • ältere Patienten
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Kreatinin-Clearance (CrCl) >/= 30 ml / min
        • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • Abfall der geschätzten Kreatinin-Clearance während der Behandlung < 30 ml / min
        • Behandlung absetzen
      • Erwachsene mit terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte CrCl < 15 ml / min) bei chronischer Hämodialyse
        • keine Dosisanpassung erforderlich
        • Anwendung i.A. vermeiden
        • vorsichtige Anwendung erwägen, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt
        • an Hämodialysetagen: Anwendung nach Beendigung der Hämodialyse-Behandlung
      • geschätzte CrCl >/= 15 ml / min und < 30 ml / min oder Patienten mit geschätzter CrCl < 15 ml / min, die keine chronische Hämodialyse erhalten
        • Anwendung vermeiden
        • Sicherheit bei dieser Population nicht erwiesen
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre mit terminaler Niereninsuffizienz
      • keine Dosierungsempfehlungen möglich (keine Daten)
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • leichte Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A)
        • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • mittelgradige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B)
        • keine Dosisanpassung erforderlich
        • Anwendung mit Vorsicht
      • schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)
        • Anwendung nicht empfohlen (keine Untersuchungen)
    • Kinder und Jugendliche < 12 Jahre oder mit einem Körpergewicht < 35 kg
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Rilpivirin - peroral
  • Überempflindlichkeit gegen Emtricitabin, Rilpivirin oder Tenofoviralafenamid
  • keine gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die zu einem signifikanten Absinken der Rilpivirin-Plasmakonzentrationen (aufgrund der Cytochrom-P450 [CYP]3A-Enzyminduktion oder der Erhöhung des Magen-pH) und nachfolgend zu einem Verlust des therapeutischen Effekts von Emtricitabin, Rilpivirin oder Tenofoviralafenamid führen können, dazu gehören
    • Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin
    • Rifabutin, Rifampicin, Rifapentin
    • Omeprazol, Esomeprazol, Dexlansoprazol, Lansoprazol, Pantoprazol, Rabeprazol
    • Dexamethason (orale und parenterale Anwendung), mit Ausnahme einer Einzeldosisbehandlung
    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Therapiehinweise

Einnahme während des Essens.

Nebenwirkungen

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Rilpivirin - peroral

Nebenwirkungen in klinischen Studien mit Rilpivirin

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verminderte Leukozytenanzahl
      • Abnahme des Hämoglobin
      • verminderte Thrombozytenanzahl
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • erhöhtes Gesamtcholesterin (nüchtern)
      • erhöhtes LDL-Cholesterin (nüchtern)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verminderter Appetit
      • erhöhte Triglyceride (nüchtern)
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schlaflosigkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • abnorme Träume
      • Schlafstörungen
      • depressive Verstimmung
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schläfrigkeit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
      • erhöhte Pankreas-Amylase-Werte
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bauchschmerzen
      • Erbrechen
      • erhöhte Lipase-Werte
      • abdominelle Beschwerden
      • trockener Mund
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • erhöhte Transaminasen (AST und / oder ALT)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhtes Bilirubin
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Serumkreatininwerte erhöht
      • geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) verringert

Nebenwirkungen, die nicht in den Phase 3-Studien zu Emtricitabin + Tenofoviralafenamid in Kombination mit Elvitegravir + Cobicistat oder in den Phase 3-Studien mit der Wirkstoffkombination Emtricitabin + Rilpivirin + Tenofoviralafenamid beobachtet wurden, aber im Rahmen von klinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet wurden, wenn es gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet wurde

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie

Nebenwirkungen in klinischen Studien mit Emtricitabin + Tenofoviralafenamid

  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • abnorme Träume
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bauchschmerzen
      • Erbrechen
      • Blähungen
      • Diarrhoe
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Verdauungsstörungen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pruritus
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhungen der Lipidparameter im Nüchternzustand
        • Gesamtcholesterin
        • direkt gemessenes, an Lipoproteine niedriger Dichte (LDL) oder hoher Dichte (HDL) gebundenes Cholesterin
        • Triglyceride

Nebenwirkungen im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Emtricitabin / Rilpivirin / Tenofovirdisoproxilfumarat

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • schwere Hautreaktionen mit systemischen Symptomen, darunter Hautausschläge begleitet mit
        • Fieber
        • Blasenbildung
        • Konjunktivitis
        • Angioödem
        • erhöhte Leberfunktionswerte
        • Eosinophilie
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Serumkreatininwerte erhöht
      • geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) verringert

Nebenwirkungen im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Emtricitabin-haltige Arzneimittel

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem

Nebenwirkungen im Rahmen der Überwachung nach der Markteinführung für Tenofoviralafenamid-haltige Arzneimittel

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
      • Urtikaria

Besondere Patientengruppen

  • Kinder und Jugendliche (12 bis < 18 Jahre)
    • Sicherheit von Emtricitabin + Tenofoviralafenamid wurde untersucht
      • Sicherheitsprofil bei jugendlichen Patienten vergleichbar mit dem von Erwachsenen
    • Sicherheitsbeurteilung von Rilpivirin vorhanden
      • Mindestgewicht von 32 kg Körpergewicht
      • im Vergleich zu Erwachsenen wurden keine neuen Nebenwirkungen identifiziert
      • die meisten Nebenwirkungen waren Schweregrad 1 oder 2
      • sehr häufig auftretende Nebenwirkungen (alle Schweregrade) waren
        • Kopfschmerzen
        • Depression
        • Schläfrigkeit
        • Übelkeit
      • es wurden keine Laborwertanomalien der Schweregrade 3 - 4 für AST / ALT oder Nebenwirkungen einer erhöhten Transaminase der Schweregrade 3 - 4 gemeldet
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • Sicherheitsprofil bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Nierenfunktionsstörung war in Studien vergleichbar mit dem von Patienten mit normaler Nierenfunktion
    • keine neuen Sicherheitsbedenken bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bei chronischer Hämodialyse, die Emtricitabin + Tenofoviralafenamid in Kombination mit Elvitegravir + Cobicistat als Fixkombinationstablette erhielten, identifiziert
  • Patienten mit einer HIV- und HBV- Koinfektion
    • auf der Grundlage begrenzter Daten ist das Sicherheitsprofil von Emtricitabin + Tenofoviralafenamid in Kombination mit Elvitegravir und Cobicistat als Fixkombination bei Patienten mit HIV / HBV-Koinfektion vergleichbar mit dem von Patienten mit alleiniger HIV-1-Infektion
    • bei Patienten mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Koinfektion, die Rilpivirin erhielten
      • Inzidenz erhöhter Leberenzyme war höher als bei Patienten, die Rilpivirin erhielten und nicht koinfiziert waren
    • pharmakokinetische Exposition von Rilpivirin bei koinfizierten Patienten war mit der von Patienten ohne Koinfektion vergleichbar

Anwendungshinweise

  • Einnahme 1mal / Tag zum Essen
  • Filmtablette nicht zerkauen, zerkleinern oder teilen (bitterer Geschmack)

Stillzeithinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Rilpivirin - peroral
  • aufgrund des Potentials einer Übertragung von HIV sowie des Potentials für Nebenwirkungen bei gestillten Kindern, sollten Frauen angewiesen werden, nicht zu stillen, wenn sie dieses Arzneimittel erhalten
    • keine ausreichenden Informationen über die Auswirkungen der Wirkstoffe auf Neugeborene / Kleinkinder
  • Übergang in die Muttermilch
    • Emtricitabin
      • geht in die Muttermilch über
    • Rilpivirin
      • nicht bekannt, ob Rilpivirin in die Muttermilch übergeht
    • Tenofoviralafenamid
      • nicht bekannt, ob Tenofoviralafenamid in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien
      • Tenofovir
        • geht in die Muttermilch über
      • Rilpivirin
        • geht in die Milch von Ratten über

Schwangerschaftshinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Rilpivirin - peroral
  • sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen das potentielle Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt
  • bisher keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung der Fixkombination oder der einzelnen Wirkstoffe während der Schwangerschaft vorliegend
  • bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Tenofoviralafenamid bei Schwangeren vorliegend
  • Fehlbildungsrisiko oder fetale / neonatale Toxizität
    • Rilpivirin
      • weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (zwischen 300 - 1.000 Schwangerschaftsausgänge) deuten nicht auf Fehlbildungsrisiko oder fetale / neonatale Toxizität von Rilpivirin hin
      • während der Schwangerschaft wurden geringere Rilpivirin-Expositionen beobachtet
        • deshalb Viruslast sorgfältig überwachen
    • Emtricitabin
      • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit Exposition) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale / neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin hin
  • tierexperimentelle Studien
    • keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Reproduktionstoxizität
  • Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption bei Männern und Frauen
    • während der Behandlung zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • keine Daten über die Wirkung des Arzneimittels auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • keine Hinweise auf schädliche Wirkungen von Emtricitabin, Rilpivirinhydrochloridoder Tenofoviralafenamid auf die Fertilität gezeigt

Warnhinweise

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Rilpivirin - peroral
  • Therapie sollte nur durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
  • Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung der Übertragung sollten gemäß nationaler Richtlinien getroffen werden
    • obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche Virussuppression durch eine antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann Restrisiko nicht ausgeschlossen werden
  • Virologisches Versagen und Entwicklung einer Resistenz
    • keine ausreichenden Daten um eine Anwendung bei Patienten mit vorherigem Versagen einer NNRTI-haltigen Therpaie zu empfehlen
    • Anwendung sollte von einem Resistenztest begleitet werden und / oder historische Resistenzdaten sollten berücksichtigt werden
    • gepoolte Wirksamkeitsanalysen aus zwei Phase 3-Studien bei Erwachsenen (C209 [ECHO] und C215 [THRIVE]) über 96 Wochen
      • Patienten, die mit Emtricitabin / Tenofovirdisoproxilfumarat + Rilpivirin behandelt wurden und bei Baseline eine Viruslast von > 100.000 HIV1- RNA-Kopien / ml hatten, ein größeres Risiko für ein virologisches Versagen (17,6% bei Rilpivirin versus 7,6% bei Efavirenz) als bei den Patienten mit einer Viruslast von </= 100.000 HIV1-RNA-Kopien / ml bei Baseline (5,9% bei Rilpivirin versus 2,4% bei Efavirenz)
      • Rate des virologischen Versagens bei mit Emtricitabin / Tenofovirdisoproxilfumarat+ Rilpivirin behandelten Patienten betrug in Woche 48 9,5% und in Woche 96 11,5% sowie 4,2% bzw. 5,1% im Emtricitabin / Tenofovirdisoproxilfumarat + Efavirenz-Arm
      • Unterschied in der Rate neuen virologischen Versagens zwischen den Ergebnissen aus Woche 48 und aus Woche 96 zwischen dem Rilpivirin- und dem Efavirenz-Arm war statistisch nicht signifikant
      • bei Patienten mit einer Baseline-Viruslast von > 100.000-HIV-1-RNA-Kopien / ml, bei denen ein virologisches Versagen auftrat, war die Rate der therapiebedingten Resistenz gegen die Klasse der NNRTI höher
      • eine Lamivudin / Emtricitabinassoziierte Resistenz entwickelten mehr Patienten mit einem virologischen Versagen unter Rilpivirin als mit einem virologischen Versagen unter Efavirenz
      • für Jugendliche (12 bis < 18 Jahre) ergaben sich in Studie C213 grundsätzlich mit diesen Daten übereinstimmende Ergebnisse
    • nur Jugendliche, bei denen eine gute Adhärenz erwartet wird, sollten mit Rilpivirin behandelt werden
      • suboptimale Adhärenz kann zur Entwicklung einer Resistenz und dem Verlust zukünftiger Behandlungsoptionen führen
  • Herz-Kreislauf-System
    • Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG bei supratherapeutischen Dosen von Rilpivirin (75 mg 1mal / Tag und 300 mg 1mal / Tag)
      • in der empfohlenen Dosis von 25 mg 1mal / Tag ist Rilpivirin nicht mit einem klin. relevanten Effekt auf das QTc-Intervall assoziiert
    • gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln mit einem bekannten Risiko für Torsade de Pointes mit Vorsicht
  • HIV-infizierte Patienten mit Hepatitis-B oder -C-Koinfektion
    • Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, weisen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letal verlaufender hepatischer Nebenwirkungen auf
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit HIV-1-Infektion und einer Koinfektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) nicht erwiesen
    • Tenofoviralafenamid ist gegen Hepatitis-B-Virus (HBV) aktiv
    • Absetzen der Therapie kann bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein
    • Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion, die das Arzneimittel absetzen, sollten mindestens mehrere Monate nach Beendigung der Behandlung engmaschig klinisch und durch Labortests überwacht werden
  • Lebererkrankung
    • Sicherheit und Wirksamkeit ist bei Patienten mit zugrunde liegenden signifikanten Lebererkrankungen nicht erwiesen
    • häufigere Veränderungen der Leberfunktion unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung, einschließlich einer chronischen aktiven Hepatitis
      • diese Patienten müssen gemäß der üblichen Praxis überwacht werden
      • bei Anzeichen einer Verschlimmerung Therapieabbruch oder Therapieunterbrechung erwägen
  • Gewicht und metabolische Parameter
    • während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglukosewerte auftreten
    • Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen
    • in einigen Fällen ist ein Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt
    • für die Überwachung der Blutlipid- und Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen
    • Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klin. Ermessen erfolgen
  • Mitochondriale Dysfunktion nach Exposition in utero
    • Nukleos(t)idanaloga können sich unterschiedlich stark auf die mitochondriale Funktion auswirken, am stärksten ausgeprägt bei Stavudin, Didanosin und Zidovudin
    • Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern, die in utero und / oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren
      • betrafen überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien
    • hauptsächlich berichtete Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte)
      • meist vorübergehende Ereignisse
    • selten wurde von spät auftretenden neurologischen Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet
      • ob vorübergehende neurologische Störungen oder bleibende ist derzeit nicht bekannt
    • diese Erkenntnisse sollten bei jedem Kind berücksichtigt werden, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwerwiegende klinische, insbes. neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist
      • Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission
  • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
    • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln
      • führt zu schweren klin. Verläufen oder Verschlechterung von Symptomen
    • solche Reaktionen wurden typischerweise innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet
    • entsprechende Beispiele sind unter anderem
      • CMV Retinitis
      • disseminierte und / oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen
      • Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
    • jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten
      • falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten
    • Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow) vorliegend, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten
      • Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten
  • Opportunistische Infektionen
    • Patienten können trotz Therapie weiterhin opportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln
      • daher weiterhin engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit Begleiterkrankungen einer HIV-Infektion erfahren sind, erforderlich
  • Osteonekrose
    • obwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Corticosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), Berichte über Fälle von Osteonekrose insbes. bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und / oder Langzeitanwendung einer ART
    • Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen
  • Nephrotoxizität
    • potentielles Risiko einer Nephrotoxizität aufgrund einer chronischen Exposition gegenüber niedrigen Tenofovir-Spiegeln bei Einnahme von Tenofoviralafenamid kann nicht ausgeschlossen werden
    • es wird empfohlen, bei allen Patienten vor oder bei Therapiebeginn die Nierenfunktion zu bestimmen und auch während der Therapie bei allen Patienten zu überwachen, sofern klinisch angemessen
    • bei Patienten, die eine klinisch signifikante Abnahme der Nierenfunktion entwickeln oder bei denen Hinweise auf eine proximale renale Tubulopathie vorliegen, sollte ein Absetzen in Erwägung gezogen werden
  • Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz bei chronischer Hämodialyse
    • Behandlung sollte im Allgemeinen bei Erwachsene mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance (CrCl) von < 15 ml / Min. vermieden werden
      • vorsichtige Anwendung kann erwogen werden, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt
    • Studie mit Emtricitabin + Tenofoviralafenamid in Kombination mit Elvitegravir + Cobicistat als Fixkombinationstablette (E/C/F/TAF)
      • Wirksamkeit wurde über einen Zeitraum von 48 Wochen aufrechterhalten
      • Emtricitabin-Exposition war signifikant höher als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion
        • keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert
        • Auswirkungen einer erhöhten Emtricitabin-Exposition unklar
  • Schwangerschaft
    • bei Einnahme von 25 mg Rilpivirin 1mal / Tag während der Schwangerschaft wurden geringere Rilpivirin-Expositionen beobachtet
    • in Phase-III-Studien (C209 und C215) geringere Rilpivirin-Exposition, ähnlich der in der Schwangerschaft beobachteten, mit erhöhtem Risiko für virologisches Versagen verbunden
      • deshalb Viruslast sorgfältig überwachen
      • alternativ Wechsel auf andere antiretrovirale Therapie erwägen
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • bestimmte Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig mit der Fixkombination angewendet werden, siehe Kontraindikationen
      • darf nicht gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet werden
      • darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die Tenofoviralafenamid, Lamivudin, Tenofovirdisoproxil oder Adefovirdipivoxil enthalten