Okrido 6mg/ml Lösung zum Einnehmen

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Wirkstoff: Prednisolon →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von Erkrankungen, die, je nach klinischem Bild und Schweregrad, eine systemische Therapie mit Glucocorticoiden erfordern
    • Allergie und Anaphylaxie
      • schwere allergische und anaphylaktische Reaktionen, Asthma bronchiale
    • Arteriitis / Kollagenose
      • Riesenzellarteriitis, Mischkollagenose, Polyarteriitis nodosa
    • Bluterkrankungen
      • hämolytische Anämie (Autoimmunerkrankung), Leukämie (akute und lymphatische), malignes Lymphom, Multiples Myelom, idiopathische thrombozytopenische Purpura, Polymyositis
    • kardiovaskuläre Erkrankungen
      • rheumatisches Fieber mit schwerer Karditis
    • Substitutionstherapie
      • Nebennierenrinden-Insuffizienz jeglicher Ursache (z. B. M. Addison, Adrenogenitales Syndrom, Adrenalektomie, ACTH-Mangel) nach der Wachstumsphase (Therapie der 1. Wahl ist Hydrocortison bzw. Cortison)
    • gastrointestinale Erkrankungen
      • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, chronisch aktive Hepatitis (Autoimmunhepatitis)
    • Infektiologie
      • toxische Zustände im Zusammenhang mit schweren Infektionskrankheiten (in Verbindung mit Antibiotika / Chemotherapie), z. B. tuberkulöse Meningitis, schwere Form der progressiven Lungentuberkulose
    • Neurologie
      • Myasthenia gravis (Therapie der 1. Wahl ist Azathioprin), chronisches Guillain-Barré-Syndrom, Tolosa-Hunt-Syndrom, Polyneuropathie bei monoklonaler Gammopathie, subakute demyelinisierende Polyneuropathie, Multiple Sklerose (zur stufenweisen oralen Reduktion nach hochdosierter parenteraler Glucocorticoidgabe), akute Schübe der Multiplen Sklerose, Hirnödem in Folge von Hirnmetastasen
    • Augenerkrankungen
      • bei systemischen Erkrankungen mit Augenbeteiligung und bei Immunprozessen der Orbita und im Auge
        • Optikusneuropathie (z. B. Riesenzellarteriitis, anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION), traumatische Optikusneuropathie), Morbus Behçet, Sarkoidose
    • Nierenerkrankungen
      • nephrotisches Syndrom im Einzelfall
    • Pneumologie
      • Asthma bronchiale (gleichzeitige Gabe von Bronchodilatatoren wird empfohlen), akute Exazerbation einer COPD (empfohlene Behandlungsdauer: 10 bis 14 Tage), interstitielle Lungenerkrankungen wie akute Alveolitis, Lungenfibrose, Langzeittherapie von chronischen Formen der Sarkoidose der Stadien II und III (mit Atemnot, Husten und Verschlechterung der Lungenfunktionswerte), Prophylaxe des Atemnotsyndroms bei Frühgeborenen
    • Erkrankungen der oberen Atemwege
      • schwere Formen von allergischer Rhinitis (z. B. Heuschnupfen), nach Versagen von nasal verabreichten Glucocorticoiden, akute Larynx- und Trachealstenose
        • Quincke-Ödem, obstruktive subglottische Laryngotracheitis (Pseudokrupp)
    • Rheumatische Erkrankungen
      • rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica, juvenile chronische Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Dermatomyositis, Polymyositis
    • Hauterkrankungen
      • Pemphigus vulgaris, bullöses Pemphigoid, systemischer Lupus erythematodes, Pyoderma gangraenosum
    • Verschiedenes
      • Hyperpyrexie, als Immunsuppressivum bei Organtransplantationen, als Adjuvans zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie bei Krebs mit starker ematogener Wirkung, Multiorganversagen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 6 mg Prednisolon als Prednisolondihydrogenphosphat-Dinatrium

  • Behandlung von Erkrankungen, die, je nach klinischem Bild und Schweregrad, eine systemische Therapie mit Glucocorticoiden erfordern
    • Anfangsdosis
      • abhängig von der behandelten Erkrankung: 5 - 100 mg / Tag
      • Einnahme vorzugsweise 1mal morgens nach dem Frühstück
      • bei Bedarf Dosis über den Tag verteilen
      • allgemein
        • Anfangsdosis so lange beibehalten oder anpassen, bis sich die erwartete Reaktion einstellt
        • anschließend Dosis stufenweise bis zur niedrigsten Dosis reduzieren, bei derweiterhin ein adäquates klinisches Ansprechen zu verzeichnen ist
    • Therapieleitlinien für jede Behandlung mit Corticosteroiden
      • Corticosteroide sind aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung eine palliative, symptomatische Behandlung (nie kurativ)
      • geeignete Dosis im Einzelfall ausprobieren und regelmäßig anhand der Krankheitsaktivität neu bewerten
      • Häufigkeit der beeinträchtigenden Nebenwirkungen nimmt mit zunehmender Dauer und ansteigenderDosis der Corticosteroidtherapie zu
      • abruptes Absetzen einer längeren, hochdosierten Therapie: erhöhtes Risiko für eine potenziell lebensbedrohende Nebennierenrindeninsuffizienz
      • ggf. vorübergehende Dosiserhöhung während einer längeren Behandlung bei erhöhtem Stress oder Verschlimmerung der Erkrankung notwendig
      • Absetzten des Arzneimittels: ausschleichend und nicht abrupt
      • bei mangelndem klinischem Ansprechen: Arzneimittel schrittweise absetzen und Patient auf eine alternative Behandlung umstellen
    • intermittierende Dosierung
      • bei einigen Patienten kann eine Einzeldosis Prednisolon jeden 2. Tag oder in längeren Abständen angemessen sein (Hypophysen- und Nebennierenrindensuppression kann auf ein Minimum beschränkt werden)
    • spezielle Dosierungsempfehlungen
      • akute oder schwere Erkrankung: anfängliche hochdosierte Therapie möglichst bald auf geringste wirksame Erhaltungsdosis reduzieren
        • allergische und Hauterkrankungen
          • Anfangsdosen von 5 - 15 mg / Tag ausreichend
        • Kollagenose
          • häufig sind Anfangsdosen von 20 - 30 mg / Tag wirksam
          • bei stärkerer Symptomatik: ggf. höhere Dosen erforderlich
        • rheumatoide Arthritis
          • Anfangsdosis: 10 - 15 mg / Tag
          • es wird empfohlen: niedrigste tägliche Erhaltungsdosis verabreichen, die eine akzeptable Symptomlinderung bewirkt
        • Bluterkrankungen und Lymphom
          • häufig ist eine Anfangsdosis von 15 - 60 mg erforderlich
          • Dosisreduktion nach einem adäquaten klinischen oder hämatologischen Ansprechen
          • zur Einleitung der Remission bei akuter Leukämie sind ggf. höhere Dosen erforderlich

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • entsprechende Anteile der Dosis für Erwachsene können verwendet werden
    • Dosis hängt wie bei Erwachsenen vom klinischen Ansprechen ab
    • 1 - 6 Jahre
      • 1 / 4 der Dosis für Erwachsene
    • 7 - 11 Jahre
      • 1 / 2 der Dosis für Erwachsene
    • 12 - 17 Jahre
      • 3 / 4 der Dosis für Erwachsene
    • Corticosteroide verursachen bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen eine Wachstumsverzögerung, die irreversibel sein kann
    • Behandlung auf die minimale Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum beschränken
    • um die Hyphophysen- und Nebennierenrindensuppression sowie die Wachstumsverzögerung auf ein Minimum zu beschränken: Einzeldosis jeden 2. Tag
  • ältere Menschen
    • Behandlung insbesondere bei längerer Dauer so planen, dass die schwereren Folgen der häufigen Nebenwirkungen von Corticosteroiden im Alter berücksichtigt werden
      • hierzu zählen insbesondere Diabetes mellitus, Hypertonie, Hypokaliämie, Osteoporose, Infektionsanfälligkeit und Ausdünnung der Haut
    • zur Vermeidung von lebensbedrohenden Reaktionen ist eine engmaschige klinische Überwachung erforderlich

Kontraindikationen

Prednisolon - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Prednisolon
  • systemische Infektionen, außer wenn eine spezifische Therapie mit Antiinfektiva erfolgt
  • Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni
  • akute Infektionen, insbesondere Virusinfektionen und systemische Pilzinfektionen
  • tropische Wurminfektionen
  • Gabe nach Impfungen mit viralen Lebendimpfstoffen
  • Herpes simplex oculi

Therapiehinweise

Ausschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Prednisolon - intraoral

Die Inzidenz vorhersehbarer Nebenwirkungen einschließlich einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse korreliert mit der relativen Stärke des Arzneimittels, der Dosierung, dem Verabreichungszeitpunkt und der Behandlungsdauer

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen / Erkrankungen des Immunsystems (antiinflammatorische und immunsuppressive Wirkung)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infektionen bzw. erhöhter Schweregrad mit Maskierung klinischer Symptome und Anzeichen
      • opportunistische Infektionen
      • Ausbruch einer latenten Tuberkulose
      • über Hypersensitivität einschließlich Anaphylaxie wurde berichtet
  • Endokrine Erkrankungen / Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse
      • Wachstumsstörungen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
      • Menstruationsstörungen und Amenorrhoe
      • „Cushing- Gesicht"
      • Hirsutismus
      • Gewichtszunahme
      • Kohlenhydratunverträglichkeit mit erhöhtem Antidiabetikabedarf
      • negatives Protein- und Calciumgleichgewicht
      • Appetitzunahme
      • Corticosteroide können im Allgemeinen eine Porphyrie begünstigen
      • Natrium und Wasserretention
      • Kaliumverlust
      • hypokaliämische Alkalose
  • Psychiatrische Erkrankungen / Neuropsychiatrische Störungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Euphorie
      • psychische Abhängigkeit
      • Depression
      • Schlaflosigkeit und Exazerbation einer Schizophrenie
      • erhöhter intrakranieller Druck mit Papillenödem bei Kindern (Pseudotumor cerebri)
        • für gewöhnlich nach Absetzen der Behandlung
      • Exazerbation einer Epilepsie
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhter Augeninnendruck
      • Glaukom
      • Papillenödem
      • posteriorer subkapsulärer Katarakt
      • Verdünnung der Cornea oder Sklera
      • Exazerbation viraler oder mykotischer Augenerkrankungen
      • verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen / Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myokardruptur kurz nach frischem Infarkt
      • Bradykardie (nach Anwendung hoher Dosen)
      • Hypertonie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dyspepsie
      • peptische Ulzera mit Perforation und Blutungen
      • akute Pankreatitis
      • Candidose
      • Übelkeit
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Beeinträchtigte Wundheilung
      • Atrophie der Haut
      • Blutergüsse
      • Teleangiektasien
      • Striae
      • Akne
      • über einen Fall von reversiblem prednisoloninduziertem Steven-Johnson-Syndrom (SJS) wurde berichtet
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach einer längeren Anwendung oder wiederholter Verabreichung kurzer hochdosierter Zyklen von Corticosteroiden können auftreten
        • Osteoporose
        • Frakturen der Wirbel und Röhrenknochen und avaskuläre Osteonekrose (insbesondere am Femurkopf)
      • Sehnenrisse
      • proximale Myopathie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • sklerodermiebedingte renale Krise
        • das Auftreten sklerodermiebedingter renaler Krisen variiert in den verschiedenen Subpopulationen
        • das höchste Risiko wurde bei Patienten mit diffuser systemischer Sklerose berichtet
        • das niedrigste Risiko wurde bei Patienten mit begrenzter systemischer Sklerose (2 %) und juveniler systemischer Sklerose (1 %) berichtet
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Unwohlsein
      • Schluckauf
      • Leukozytose
      • Thromboembolie
      • Entzugssymptome und -anzeichen
        • eine zu rasche Reduktion der Corticosteroiddosis nach längerer Anwendung kann zu akuter Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypotonie und Tod führen
        • auch ein „Entzugssyndrom" mit Fieber, Myalgie, Arthralgie, Rhinitis, Konjunktivitis, schmerzhaften juckenden Hautknötchen und Gewichtsverlust kann auftreten

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
  • am besten unverdünnt einnehmen und vor Gebrauch schütteln

Stillzeithinweise

Prednisolon - intraoral
  • der Nutzen des Stillens überwiegt wahrscheinlich jedes theoretische Risiko
  • Corticosteroide gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über
  • bei einer Dosierung von maximal 40 mg Prednisolon pro Tag ist eine systemische Schädigung des Säuglings jedoch unwahrscheinlich
  • bei Kindern von Müttern, die höhere Dosen einnehmen, kann eine Nebennierenrindensuppression gewissen Grades auftreten

Schwangerschaftshinweise

Prednisolon - intraoral
  • wie alle Arzneimittel sollen Corticosteroide nur verschrieben werden, wenn der Nutzen für Mutter und Kind größer ist als die Risiken
    • wenn die Gabe von Corticosteroiden jedoch unabdingbar ist, können Patientinnen mit einem normalen Schwangerschaftsverlauf genauso behandelt werden wie nicht schwangere Frauen
  • die Fähigkeit von Corticosteroiden, die Plazentaschranke zu passieren, variiert je nach Präparat
    • jedoch werden 88 % des Prednisolons beim Passieren der Plazentaschranke inaktiviert
  • die Anwendung von Corticosteroiden bei trächtigen Tieren kann zu fetalen Entwicklungsstörungen führen (z. B. Gaumenspalte, intrauterine Wachstumsverzögerung und Wachstums- und Entwicklungsstörungen des Gehirns)
  • es gibt keinen Hinweis darauf, dass Corticosteroide beim Menschen die Inzidenz von kongenitalen Veränderungen wie Lippen- oder Gaumenspalte erhöhen
  • bei längerfristiger oder wiederholter Anwendung während der Schwangerschaft können Corticosteroide jedoch das Risiko für intrauterine Wachstumsstörungen erhöhen
  • theoretisch kann beim Neugeborenen nach pränataler Exposition gegenüber Corticosteroiden eine Nebennierenrindeninsuffizienz auftreten
    • gewöhnlich bildet sie sich jedoch nach der Geburt spontan zurück und ist selten von klinischer Relevanz
  • Patientinnen mit Präeklampsie oder Flüssigkeitsretention müssen engmaschig überwacht werden
  • bei Schwangeren wurde über einen Abfall der Hormonspiegel berichtet, die Signifikanz dieser Befunde ist jedoch unklar
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien lassen nicht auf eine Reproduktionstoxizität schließen

Warnhinweise

Prednisolon - intraoral
  • Absetzen nach Anwendung > 3 Wochen und oberhalb der Cushing-Schwelle
    • bei Patienten, die länger als 3 Wochen systemische Corticosteroide oberhalb der sog. Cushing-Schwelle (etwa 7,5 mg Prednisolon oder Äquivalent) erhielten, sollte die Therapie nicht abrupt beendet werden
    • die Durchführung einer Dosisreduktion hängt hauptsächlich von der Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens der Erkrankung bei Verringerung der Dosierung systemischer Corticosteroide ab
    • während des Absetzens ist unter Umständen eine klinische Beurteilung der Krankheitsaktivität erforderlich
    • wenn durch das Absetzen systemischer Corticosteroide kein Wiederauftreten der Erkrankung zu erwarten ist, jedoch Bedenken bezüglich einer Suppression der HPA-Achse bestehen, kann das systemische Corticosteroid rasch auf physiologische Dosen reduziert werden
      • sobald eine Dosierung von 7,5 mg Prednisolon pro Tag erreicht wird, sollte die Dosisreduktion verlangsamt werden, um eine Erholung der HPA-Achsenfunktion zu ermöglichen
  • Absetzen nach Anwendung < 3 Wochen
    • wenn kein Wiederauftreten der Erkrankung zu erwarten ist, kann eine bis zu 3 Wochen dauernde systemische Corticosteroidtherapie abrupt beendet werden
    • nach einer dreiwöchigen Therapie mit Prednisolon in Dosierungen von bis zu 40 mg pro Tag sollte ein abruptes Absetzen bei den meisten Patienten keine klinisch relevante Suppression der HPA-Achse zur Folge haben
    • bei folgenden Patientengruppen sollte auch bei maximal dreiwöchiger Behandlung ein schrittweises Absetzen der systemischen Corticosteroidtherapie in Betracht gezogen werden
      • Patienten, die bereits mehrfach mit systemischen Corticosteroiden behandelt wurden, insbesondere wenn die Behandlungsdauer mehr als 3 Wochen betrug
      • wenn innerhalb eines Jahres nach Absetzten einer Langzeitbehandlung (über Monate oder Jahre) eine Kurzzeitanwendung erfolgt ist
      • Patienten mit einem Risiko für Nebennierenrindeninsuffizienz, ausgenommen exogene Corticosteroidtherapie
      • Patienten, die systemische Corticosteroide in Dosierungen von über 40 mg Prednisolon (oder einem Äquivalent) pro Tag erhalten
      • Patienten, die öfters eine Dosis am Abend einnehmen
  • längerfristige Anwendung
    • bei einer längeren Anwendung kommt es zu einer Atrophie der Nebennierenrinde, die noch Jahre nach Behandlungsende bestehen kann
    • das Absetzen von Corticosteroiden nach einer längeren Anwendung muss daher zur Vermeidung einer akuten Nebenniereninsuffizienz immer schrittweise erfolgen
    • die Ausschleichphase kann je nach Dosis und Behandlungsdauer Wochen oder Monate dauern
    • während einer langfristigen Therapie ist bei interkurrenten Erkrankungen, Verletzungen oder chirurgischen Eingriffen eine vorübergehende Erhöhung der Dosis erforderlich
    • wenn die Corticosteroide nach einer Langzeittherapie abgesetzt wurden, muss die Behandlung möglicherweise vorübergehend wiederaufgenommen werden
  • Suppression der HPA-Achse
    • die Suppression der HPA-Achse und andere Nebenwirkungen können durch Anwendung der niedrigsten wirksamen Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum und Verabreichung der Tagesdosis als morgendliche Einzelgabe täglich bzw. wenn möglich jeden zweiten Tag minimiert werden
    • zur Anpassung der Dosis an die Krankheitsaktivität ist eine häufige Kontrolle des Patienten erforderlich
  • Infektanfälligkeit
    • durch Unterdrückung der Entzündungsantwort und der Funktion des Immunsystems erhöhen sich die Anfälligkeit gegenüber Infektionen sowie deren deren Schweregrad
    • das klinische Bild ist häufig untypisch
    • schwere Infektionen wie z. B. Septikämie und Tuberkulose können maskiert sein und ein fortgeschrittenes Stadium erreichen, bevor sie erkannt werden
  • Windpocken
    • besonders gefährlich sind Windpocken, da diese normalerweise leichte Erkrankung bei immunsupprimierten Patienten letal verlaufen kann
    • Patienten ohne eindeutige Windpockenerkrankung in der Anamnese müssen angewiesen werden, engen Kontakt mit Windpocken- oder Herpes-zoster- Patienten zu vermeiden und sich umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn eine Exposition stattgefunden hat
    • bei pädiatrischen Patienten müssen deren Eltern die obige Information erhalten
    • eine passive Immunisierung mit Varicella zoster Immunglobulin (VZIG) ist bei exponierten, nicht immunen Patienten erforderlich, wenn diese systemische Corticosteroide einnehmen oder innerhalb der letzten 3 Monate eingenommen haben
      • dies sollte innerhalb von 10 Tagen nach Windpocken-Exposition erfolgen
      • falls die Diagnose Windpocken bestätigt wird, muss die Erkrankung unverzüglich durch Spezialisten behandelt werden
      • Corticosteroide sollten nicht abgesetzt werden und die Dosis müsste eventuell erhöht werden
  • Masern
    • Patienten sollten besonders darauf achten, eine Exposition gegenüber Masern zu vermeiden und bei einer Exposition unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen
    • eventuell ist eine Prophylaxe mit intramuskulär verabreichtem humanem Immunglobulin (passive Immunisierung) erforderlich
  • Lebendimpfstoffe
    • Lebendimpfstoffe dürfen nicht bei Personen angewendet werden, deren Immunantwort durch hochdosierte Corticosteroide beeinträchtigt ist
    • die Antikörper-Reaktion auf andere Impfstoffe kann reduziert sein
  • aufgrund der potentiellen Flüssigkeitsretention muss die Corticosteroidtherapie bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Hypertonie oder schwerer Herzinsuffizienz mit Vorsicht erfolgen
  • Corticosteroide können zu einer Verschlechterung von Diabetes mellitus, Osteoporose, Hypertonie, Glaukom und Epilepsie führen
    • daher sind Patienten mit diesen Erkrankungen oder einer entsprechenden familiären Belastung engmaschig zu überwachen
  • bei anamnestisch bekannten schweren affektiven Störungen (insbesondere einer Steroidpsychose), einer anamnestisch bekannten Steroidmyopathie, peptischen Ulzera, Hypothyreose, rezentem Myokardinfarkt oder anamnestisch bekannter Tuberkulose ist Vorsicht geboten und der Patient muss engmaschig überwacht werden
  • Leberinsuffizienz
    • bei Patienten mit Leberinsuffizienz können die Corticosteroidspiegel im Blut wie bei anderen in der Leber metabolisierten Wirkstoffen erhöht sein
      • daher ist eine engmaschige Überwachung dieser Patienten erforderlich
  • Porphyrie
    • Ärzte sollten wissen, dass Berichte über die Begünstigung einer Porphyrie durch Corticoide vorliegen
  • Steven-Johnson-Syndrom (SJS)
    • über einen Fall von reversiblem Steven-Johnson-Syndrom (SJS) wurde in Zusammenhang bei einer Prednisolonbehandlung berichtet
  • sklerodermiebedingte renale Krise
    • Vorsicht ist bei Patienten mit systemischer Sklerose aufgrund einer erhöhten Inzidenz (möglicherweise tödlicher) sklerodermiebedingter renaler Krisen mit Hypertonie und einer verringerten Harnausscheidung bei einer täglichen Dosis von 15 mg oder mehr Prednisolon geboten
      • daher sollten der Blutdruck und die Nierenfunktion (S-Kreatinin) routinemäßig überprüft werden
    • wenn Verdacht auf eine renale Krise besteht, sollte der Blutdruck sorgfältig überwacht werden
  • Sehstörung
    • bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten
    • wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden
      • diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden
  • Kinder und Jugendliche
    • Corticosteroide verursachen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen dosisabhängige Wachstumsverzögerungen, die irreversibel sein können
  • ältere Patienten
    • die häufigen Nebenwirkungen systemischer Corticosteroide insbesondere Osteoporose, Hypertonie, Hypokaliämie, Diabetes melitus, Infektionsanfälligkeit und Atrophie der Haut, können bei älteren Patienten schwere Folgen haben
    • zur Vermeidung lebensbedrohender Reaktionen ist eine engmaschige klinische Überwachung erforderlich
  • Doping
    • die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • die gesundheitlichen Folgen der Anwendung als Dopingmittel können nicht abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen