Omvoh 300 mg Konzentrat z.Herst.e. Infusionslösung

LILLY DEUTSCHLAND GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Mirikizumab →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 1 ST 977,25 €
3 ST 2866,96 €
NotApplicable 1 ST

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Fachinformationen

Indikation

  • Colitis ulcerosa
    • erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa, die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit zeigen
  • Morbus Crohn
    • erwachsene Patienten mit mittelschwerem bis schwerem aktiven Morbus Crohn, die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit zeigen

Dosierung

Basiseinheit: jede Durchstechflasche enthält 300 mg Mirikizumab in 15 ml Lösung (20 mg / ml)

  • erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit zeigen
    • Colitis ulcerosa
      • Induktionsdosis
        • Woche 0, 4 und 8: 300 mg Mirikizumab i.v. über mind. 30 Min.
      • Erhaltungsdosis
        • 200 mg als s.c. Injektion alle 4 Wochen nach Abschluss der Induktionsphase
        • Verabreichung entweder als zwei Fertigspritzen oder Fertigpens zu jeweils 100 mg oder
        • als eine Fertigspritze oder ein Fertigpen zu jeweils 200 mg
      • Patienten nach der 12-wöchigen Induktionsphase untersuchen und bei adäquatem therapeutischen Ansprechen auf die Erhaltungsdosierung umstellen
      • Patienten, die in Woche 12 der Induktionsphase keinen adäquaten therapeutischen Nutzen erzielen
        • erweiterte Induktionstherapie
          • Woche 12, 16, 20: 300 mg Mirikizumab i.v.
            • zusätzliche intravenöse Therapie erzielt einen therapeutischen Nutzen
              • ab Woche 24: Beginn mit der subkutanen Erhaltungsdosis von 200 mg Mirikizumab alle 4 Wochen
            • bis Woche 24 kein therapeutischer Nutzen durch eine erweiterte Induktionstherapie
              • Therapie absetzen
      • Patienten, die während der Erhaltungstherapie das therapeutische Ansprechen verlieren
        • Reinduktion mit 300 mg Mirikizumab i.v. alle 4 Wochen für insgesamt 3 Dosen
        • erneute intravenöse Therapie erzielt einen klinischen Nutzen
          • Wiederaufnahme der subkutanen Gabe alle 4 Wochen
        • Wirksamkeit und Sicherheit einer wiederholten Reinduktionstherapie wurden nicht untersucht
      • Vorgehen bei vergessener Dosis (Fertigspritze / Fertigpen)
        • diese so schnell wie möglich nachholen
        • danach Dosierung alle 4 Wochen fortsetzen
    • Morbus Crohn
      • Induktionsdosis
        • Woche 0, 4 und 8: 900 mg Mirikizumab i.v. über mind. 90 Min.
      • Erhaltungsdosis
        • 300 mg Mirikizumab (d. h. eine Fertigspritze/Fertigpen mit 100 mg und eine Fertigspritze/Fertigpen mit 200 mg) s.c. alle 4 Wochen nach Abschluss der Induktionsphase
        • Injektionen können in beliebiger Reihenfolge verabreicht werden
      • bis Woche 24 keine Anzeichen eines therapeutischen Nutzens: Behandlungsabbruch erwägen
      • Vorgehen bei vergessener Dosis (Fertigspritze / Fertigpen)
        • diese so schnell wie möglich nachholen
        • danach Dosierung alle 4 Wochen fortsetzen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • nur eingeschränkte Informationen für Personen >/= 75 Jahre
  • Nieren- oder Leberfunktionsstörung
    • nicht untersucht
    • im Allgemeinen ist nicht zu erwarten, dass diese Erkrankungen einen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von monoklonalen Antikörpern haben
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche
    • 2 - < 18 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen (keine Daten)
    • Kinder < 2 Jahre
      • kein relevanter Nutzen in den Anwendungsgebieten Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Kontraindikationen

Mirikizumab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Mirikizumab
  • klinisch bedeutsame aktive Infektionen (aktive Tuberkulose)

Nebenwirkungen

Mirikizumab - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektionen der oberen Atemwege, umfasst
        • akute Sinusitis
        • COVID-19
        • Nasopharyngitis
        • oropharyngeale Beschwerden
        • oropharyngeale Schmerzen
        • Pharyngitis
        • Rhinitis
        • Sinusitis
        • Tonsillitis
        • virale Infektion der oberen Atemwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herpes Zoster
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • infusionsbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bildung von Anti-Wirkstoff-Antikörper gegen Mirikizumab (kein Zusammenhang zwischen Anti-Mirikizumab-Antikörpern und Überempfindlichkeitsreaktionen oder Reaktionen an der Injektionsstelle gefunden)
        • Colitis ulcerosa Studien
          • bis zu 23 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten entwickelten nach 12 Behandlungsmonaten Anti-Wirkstoff-Antikörper, von denen die meisten einen niedrigen Titer aufwiesen und positiv auf neutralisierende Aktivität getestet wurden
          • bei etwa 2 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten waren höhere Antikörpertiter mit niedrigeren Mirikizumab-Serumkonzentrationen und einem verringerten klinischen Ansprechen assoziiert
          • es wurde kein Zusammenhang zwischen Anti-Mirikizumab-Antikörpern und Überempfindlichkeitsreaktionen oder Reaktionen an der Injektionsstelle gefunden
        • Morbus Crohn Studie
          • 12,7 % der mit Mirikizumab behandelten Patienten entwickelten nach 12- Behandlungsmonaten Anti-Wirkstoff-Antikörper, von denen die meisten einen niedrigen Titer aufwiesen und positiv auf neutralisierende Aktivität getestet wurden
          • es wurde keine klinisch signifikante Wirkung von Anti-Wirkstoff-Antikörpern auf die Pharmakokinetik oder die Wirksamkeit von Mirikizumab festgestellt
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Ausschlag, umfasst
        • makulöser Ausschlag
        • makulo-papulöser Ausschlag
        • papulöser Ausschlag
        • juckender Ausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arthralgie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstelle (bei subkutaner Injektion), einschließlich
        • Schmerzen an der Injektionsstelle
        • Erythem an der Injektionsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Reaktionen an der Infusionsstelle (bei intravenöser Infusion)
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Alanin-Aminotransferase
      • erhöhte Aspartat-Aminotransferase
      • Erhöhung des Gesamtbilirubins

Anwendungshinweise

  • nur zur intravenösen Anwendung bestimmt
  • jede Durchstechflasche ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt
  • Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Fachinformation
  • Verabreichung der verdünnten Lösung
    • Besteck für die intravenöse Verabreichung (Infusionsleitung) an den vorbereiteten Infusionsbeutel anschließen und die Leitung vorfüllen
      • Infusion über mind. 30 Min. (Colitis ulcerosa) oder mind. 90 Min. (Morbus Crohn) verabreichen
    • am Ende der Infusion die Infusionsleitung mit 0,9%-iger (9 mg / ml) Natriumchloridlösung oder 5%-iger Glucoselösung zur Injektion spülen, um sicherzustellen, dass eine vollständige Dosis verabreicht wurde
    • die Spülung sollte mit der gleichen Rate wie die Mirikizumab-Verabreichung erfolgen
    • die Zeit, die erforderlich ist, um die Mirikizumab-Lösung aus der Infusionsleitung zu spülen, kommt zu der mind. 30-minütigen (Colitis ulcerosa) oder 90-minütigen Infusionszeit (Morbus Crohn) hinzu

Stillzeithinweise

Mirikizumab - invasiv
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Mirikizumab verzichtet werden soll bzw. die Behandlung zu unterbrechen ist
    • dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden
  • es ist nicht bekannt, ob Mirikizumab in die Muttermilch übergeht
  • es ist bekannt, dass humane IgG-Antikörper in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch übergehen, die kurze Zeit später niedrige Konzentrationen erreichen
    • folglich kann ein Risiko für den gestillten Säugling während dieses kurzen Zeitraums nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Mirikizumab - invasiv
  • aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Mirikizumab während der Schwangerschaft vermieden werden
  • bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Mirikizumab bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten während und für mindestens 10 Wochen nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • Wirkung von Mirikizumab auf die menschliche Fertilität wurde nicht untersucht

Warnhinweise

Mirikizumab - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • in klinischen Studien wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet
    • die meisten waren leicht oder moderat, schwere Reaktionen traten gelegentlich auf
    • wenn eine schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion, einschließlich Anaphylaxie, auftritt
      • Mirikizumab sofort absetzen
      • geeignete Therapie einleiten
  • Infektionen
    • Mirikizumab kann das Risiko einer schweren Infektion erhöhen
    • Behandlung mit Mirikizumab sollte bei Patienten mit einer klinisch bedeutsamen aktiven Infektion nicht begonnen werden, bis die Infektion abgeklungen ist oder adäquat behandelt wird
    • Risiken und Nutzen der Behandlung sollten vor Beginn der Anwendung von Mirikizumab bei Patienten mit einer chronischen Infektion oder einer Vorgeschichte mit rezidivierenden Infektionen abgewogen werden
    • Patienten sollten angewiesen werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Anzeichen oder Symptome einer klinisch bedeutsamen akuten oder chronischen Infektion auftreten
    • wenn sich eine schwere Infektion entwickelt
      • sollte das Absetzen von Mirikizumab in Erwägung gezogen werden, bis die Infektion abgeklungen ist
    • Bewertung des Tuberkulose-Status vor Behandlungsbeginn
      • vor Beginn der Behandlung sollten Patienten auf eine Infektion mit Tuberkulose (TBC) untersucht werden
      • Patienten, die Mirikizumab erhalten, sollten während und nach der Behandlung auf Anzeichen und Symptome einer aktiven Tuberkulose überwacht werden
      • bei Patienten mit latenter oder aktiver TBC in der Vorgeschichte, bei denen ein adäquater Behandlungsverlauf nicht bestätigt werden kann
        • sollte vor Beginn der Behandlung eine Anti-Tuberkulose-Therapie in Erwägung gezogen werden
  • hepatische Enzymerhöhungen
    • Fälle von arzneimittelinduzierter Leberschädigung (einschließlich eines Falles, der die Kriterien des Hy´schen Gesetzes erfüllte) traten bei Patienten auf, die Mirikizumab in klinischen Studien erhielten
    • Leberenzyme und Bilirubin bestimmen
      • zu Behandlungsbeginn
      • monatlich während der Induktion (ggf. einschließlich einer verlängerten Induktionsphase)
      • danach sollten Leberenzyme und Bilirubin (alle 1 - 4 Monate) gemäß des Versorgungsstandards und nach klinischer Indikation überwacht werden
    • wenn Anstiege der Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Aspartat-Aminotransferase (AST) beobachtet werden und eine arzneimittelinduzierte Leberschädigung vermutet wird
      • Mirikizumab absetzen, bis diese Diagnose ausgeschlossen ist
  • Impfungen
    • vor Beginn der Therapie mit Mirikizumab sollte der Abschluss aller Impfungen gemäß den aktuellen Impfempfehlungen in Erwägung gezogen werden
    • Anwendung von Lebendimpfstoffen bei Patienten vermeiden, die mit Mirikizumab behandelt werden
      • keine Daten zum Impfansprechen auf Lebend- oder Totimpfstoffe vorliegend