Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 1 ST | 75,22 € |
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Indikation
- Anwendung im Rahmen einer zytotoxischen Behandlung
- bei Erwachsenen und Kindern, um die Giftigkeit und Wirksamkeit von Folsäureantagonisten wie Methotrexat (MTX) zu verringern sowie im Falle einer Überdosierung deren Wirkung entgegenzuwirken ("Folinat-Rescue")
- in Kombination mit 5-Fluorouracil
- Hinweis
- anhaltend hohe MTX-Konzentrationen im Serum unter Umständen auch bei niedrig dosierter MTX-Therapie, insbes. bei Pleuraergüssen, Aszites, Niereninsuffizienz und unzureichender Flüssigkeitszufuhr während einer MTX-Therapie zu erwarten
Dosierung
Basiseinheit: 2 ml Lösung enthalten 109,3 mg Folinsäure, Dinatriumsalz, entsprechend 100 mg Folinsäure.
- in Kombination mit 5-Fluorouracil in der zytotoxischen Behandlung
- Durchführung der Kombinationsbehandlung ausschließl. von Ärzten mit Erfahrung in der zytotoxischen Kombinationsbehandlung mit Folinaten und 5-Fluorouracil
- Einsatz verschiedener Behandlungsschemata und verschiedener Dosierungen, jedoch hat sich keines als den anderen überlegen erwiesen
- Einsatz folgender Behandlungsschemata bei Erwachsenen und älteren Patienten zur Behandlung eines fortgeschrittenen oder metastasierenden kolorektalen Karzinoms
- wöchentliches Dosierungsschema
- Fluorouracil in mittelhoher Dosierung
- 500 mg Folinsäure (546,5 mg Folinsäure, Dinatriumsalz) / m2 KOF als i.v. Infusion über 2 Stunden plus 600 mg Fluorouracil / m2 KOF als i.v. Bolusinjektion 1 Stunde nach Beginn der Infusion von Folinsäure, Dinatriumsalz
- Applikationsintervall: 1mal / Woche über 6 Wochen (= 1 Zyklus)
- Zykluswiederholung nach Intervall von 2 Wochen
- Anzahl der Zyklen vom Ansprechen des Tumors abhängig
- Anpassung der Fluorouracil-Dosis entsprechend beobachteter Toxizität
- gastrointestinale Toxizität WHO >/= 1
- Reduktion auf 500 mg Folinsäure / m2 KOF
- Wiederaufnahme der Behandlung nur nach vollständiger Normalisierung der Befunde
- Knochenmarktoxizität WHO >/= 1
- Reduktion auf 500 mg Folinsäure / m2 KOF
- Wiederaufnahme der Behandlung nur bei
- Leukozyten > 3.000 / µl
- Thrombozyten > 100.000 / µl
- gastrointestinale Toxizität WHO >/= 1
- Fluorouracil in hoher Dosierung
- 500 mg Folinsäure (546,5 mg Folinsäure, Dinatriumsalz) / m2 KOF als i.v. Infusion über 1 - 2 Stunden und anschließend 2.600 mg Fluorouracil / m2 KOF als Dauerinfusion über 24 Stunden
- Applikationsintervall: 1mal / Woche über 6 Wochen (= 1 Zyklus)
- Zykluswiederholung nach Intervall von 2 Wochen
- Anzahl der Zyklen vom Ansprechen des Tumors abhängig
- Anpassung der Fluorouracil-Dosis entsprechend beobachteter Toxizität
- lebensbedrohliche Kardiotoxizität
- Beendigung der Therapie
- Knochenmarktoxizität WHO >/= 3
- Reduktion um 20 %
- Wiederaufnahme der Behandlung nur bei
- Leukozyten > 3.000 / µl
- Thrombozyten > 100.000 / µl
- gastrointestinale Toxizität WHO >/= 3
- Reduktion um 20 %
- lebensbedrohliche Kardiotoxizität
- Fluorouracil in mittelhoher Dosierung
- monatliches Dosierungsschema
- Folinsäure, Dinatriumsalz in mittelhoher Dosierung
- 200 mg Folinsäure (218,6 mg Folinsäure, Dinatriumsalz) / m2 KOF als i.v. Bolusinjektion und anschließend 370 mg Fluorouracil / m2 KOF als i.v. Bolusinjektion
- Applikationsintervall: 1mal / Tag an 5 aufeinander folgenden Tagen (= 1 Zyklus)
- Zykluswiederholung nach 4, 8 Wochen und anschließend alle 5 Wochen
- Anzahl der Zyklen vom Ansprechen des Tumors abhängig
- Anpassung der Fluorouracil-Dosis in jedem Folgezyklus entsprechend der beobachteten Toxizität
- WHO-Toxizität 0
- Erhöhung der Tagesdosis um 30 mg Fluorouracil / m2 KOF
- WHO-Toxizität 1
- Fluorouracil-Tagesdosis unverändert
- WHO-Toxizität >/= 2
- Verringerung der Tagesdosis um 30 mg Fluorouracil / m2 KOF
- WHO-Toxizität 0
- Folinsäure, Dinatriumsalz in niedriger Dosierung
- 20 mg Folinsäure (21,86 mg Folinsäure, Dinatriumsalz) / m2 KOF als i.v. Bolusinjektion und anschließend 425 mg Fluorouracil / m2 KOF als i.v. Bolusinjektion
- Applikationsintervall: 1mal / Tag an 5 aufeinander folgenden Tagen (= 1 Zyklus)
- Zykluswiederholung nach 4, 8 Wochen und anschließend alle 5 Wochen
- Anzahl der Zyklen vom Ansprechen des Tumors abhängig
- Anpassung der Fluorouracil-Dosis
- liegt keine Toxizität vor (insbes. keine signifikante Knochenmarktoxizität und keine nicht-hämatologischen Nebenwirkungen), Dosierung von Fluorouracil in jedem Einzelfall um 10 % erhöhen
- Folinsäure, Dinatriumsalz in mittelhoher Dosierung
- Kinder und Jugendliche
- keine Daten bei Anwendung dieser Kombinationen
- Prävention von Intoxikationserscheinungen bei einer Methotrexat(MTX)-Therapie ("Folinat-Rescue'')
- prophylaktische Anwendung von Folinsäure nur durch in der hochdosierten MTX-Therapie erfahren Ärzten
- Start der prophylaktischen Anwendung von Folinsäure im Rahmen einer MTX-Therapie wie unten beschrieben (ohne Abwarten auf Ergebnisse der MTX-Konzentrationen im Serum) und Dosisanpassung gemäß den Ergebnissen der MTX-Konzentrationen im Serum
- Anwendung von >/= 100 mg MTX / m2 KOF muss Verabreichung von Folinsäure, Dinatriumsalz folgen
- keine einheitlichen Empfehlungen für Dosierung und Art der Anwendung von Folinsäure als Antidot bei hochdosierter MTX-Therapie
- MTX-Konzentration im Serum 24 - 30 Stunden nach Gabe von MTX: 1,0 x 10-8 mol / l - 1,5 x 10-6 mol / l
- 10 - 15 mg Folinsäure / m2 KOF 1mal / 6 Stunden
- Behandlungsdauer: 48 Stunden
- MTX-Konzentration im Serum 24 - 30 Stunden nach Gabe von MTX: 1,5 x 10-6 mol / l - 5,0 x 10-6 mol / l
- 30 mg Folinsäure / m2 KOF 1mal / 6 Stunden
- Behandlungsdauer: bis MTX-Konzentration im Serum < 5 x 10-8 mol / l
- MTX-Konzentration im Serum 24 - 30 Stunden nach Gabe von MTX: > 5,0 x 10-6 mol / l
- 60 - 100 mg Folinsäure / m2 KOF 1mal / 6 Stunden
- Behandlungsdauer: bis MTX-Konzentration im Serum < 5 x 10-8 mol / l
- Beginn der Rescue nicht später als 18 - 30 Stunden nach Beginn der i.v.-Gabe von MTX
- Ende der Rescue frühestens 72 Stunden nach Beginn der i.v.-Gabe von MTX
- bei Abschluss der Rescue MTX-Konzentration im Serum < 10-7 mol / l, vorzugsweise < 10-8 mol / l
- "Over-Rescue'' kann Wirksamkeit von MTX beeinträchtigen
- bei unzureichender Rescue können unter hochdosierter MTX-Therapie erhebliche toxische Nebenwirkungen auftreten
Kontraindikationen
Natriumfolinat - invasiv
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Natriumfolinat
- akute gastrointestinale Toxizitätserscheinungen
- Behandlung von perniziöser Anämie oder anderen durch Vit-B12-Mangel bedingten Anämien
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Nebenwirkungen
Natriumfolinat - invasiv
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil
- Erbrechen und Übelkeit
- muköse Toxizität an der Applikationsstelle
- Durchfall
- Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fieber
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
- nach hohen Dosen
- gastrointestinale Störungen
- Schlaflosigkeit
- Unruhe
- Depressionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- allergische Reaktionen, einschl. anaphylaktoider Reaktionen und Urtikaria
Anwendungshinweise
- Verabreichung der Injektions- oder Infusionslösung i.v. entweder unverdünnt durch Injektion oder durch Infusion nach Verdünnung
- nicht intrathekal anwenden
- Herstellung der Infusionslösung unter aseptischen Bedingungen
- mögliche Verdünnung der Injektions- oder Infusionslösung mit 0,9%iger NaCl-Lösung
- kompatibel mit 5-Fluorouracil
- nur klare Lösungen ohne sichtbare Partikel anwenden
- nur zur 1maligen Verwendung
- nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial entsprechend den nationalen Anforderungen beseitigen
Stillzeithinweise
Natriumfolinat - invasiv
- Anwendung während der Stillzeit nur nach sorgfältiger Indikationsstellung
- die zu antagonisierenden Substanzen (Methotrexat und 5-Fluorouracil) ist kontraindiziert
- keine Daten zum Übergang in die Muttermilch
Schwangerschaftshinweise
Natriumfolinat - invasiv
- eine Anwendung während der Schwangerschaft ist möglich
- Anwendung der zu antagonisierenden Substanzen (Methotrexat und 5-Fluorouracil) ist allerdings kontraindiziert
- für Natriumfolinat liegen keine Daten zur Anwendung während der Schwangerschaft oder tierexperimentelle Studien vor
- keine Hinweise für schädliche Wirkungen
Warnhinweise
Natriumfolinat - invasiv
- hemmt die antibakterielle Wirkung von Folsäureantagonisten nicht
- Kombinationsbehandlung mit 5-Fluorouracil kann zu einer Verstärkung / Verschiebung von dessen Toxizitätsprofils führen und zur Dosisreduktion von 5-Fluorouracil zwingen
- Stomatitis und Diarrhoe können lebensbedrohlich werden
- Natriumfolinat wirkt nur der hämatologischen Toxizität von Methotrexat entgegen
- kann die Plasmakonzentration von Phenobarbital, Phenytoin oder Primidon verringern
- inkompatibel mit Droperidol, Foscarnet und Methotrexat