Ondansetron AbZ 8 mg Filmtabletten

AbZ Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ondansetron →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10 ST 69,15 €
N3 30 ST 148,93 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Erwachsene
    • Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Therapie mit Zytostatika und Strahlentherapie
    • Prophylaxe von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen
  • Kinder und Jugendliche
    • Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Therapie mit Zytostatika
    • keine Studien zur oralen Anwendung von Ondansetron zur Prophylaxe und Therapie von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen
      • intravenöse Gabe empfohlen

Dosierung

  • durch Zytostatika und Bestrahlungen hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
    • emetogenes Potenzial einer Krebsbehandlung kann je nach Dosen und Kombinationen der verwendeten Chemotherapie- und Strahlentherapie-Schemata variieren
    • Wahl der Dosis und des Dosis-Schemas nach dem emetogenen Potenzial gerichtet
    • Erwachsene
      • 8 mg Ondansetron, jeweils 1 - 2 Stunden vor der Chemotherapie oder Bestrahlung, gefolgt von 8 mg / 12 Stunden über max. 5 Tage
      • Hochemetogene Chemotherapie
        • 24 mg Ondansetron, zusammen mit 12 mg Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz, oder Äquivalent oral 1mal / 1 - 2 Stunden vor der Behandlung
        • nach den ersten 24 Stunden
          • Fortsetzung einer oralen Therapie bis zu 5 Tage nach einem Behandlungszyklus mit 8 mg Ondansetron 2mal / Tag möglich
    • Kinder und Jugendliche (6 Monate - 17 Jahre)
      • Dosis zur Behandlung der durch Chemotherapie hervorgerufenen Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen auf Grundlage der Körperoberfläche (KOF) oder des Körpergewichts (KG) berechnen
      • In klinischen Studien Ondansetron als intravenöse Infusion, verdünnt in 25 - 50 ml Kochsalzlösung oder einer anderen kompatiblen Infusionslösung, über nicht < 15 Minuten gegeben
      • Dosierung nach KG führt im Vergleich zu einer Dosierung nach KOF zu höheren Tagesgesamtdosen
      • keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Ondansetron
        • zur Prävention von verzögerter oder prolongierter (verlängerter) Chemotherapie-induzierter Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
        • bei Strahlentherapie-induzierter Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
      • Dosierung nach Körperoberfläche
        • Initialdosis: 5 mg Ondansetron / m2 intravenös unmittelbar vor der Chemotherapie
        • max. i. v.-Dosis: 8 mg Ondansetron
        • Gabe von oralen Dosen kann 12 Stunden später erfolgen und kann über einen Zeitraum von bis zu 5 Tagen fortgesetzt werden
        • max. Tagesgesamtdosis: 32 mg Ondansetron
        • Tabelle 1: Dosierung nach KOF bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen (Alter >/= 6 Monate - 17 Jahre)
          • KOF < 0,6 m2
            • Tag 1
              • Initialdosis: 5 mg/m2 i. v.
              • nach 12 Stunden: 2 mg Ondansetron Lösung
            • Tage 2 - 6
              • 2 mg Ondansetron Lösung / 12 Stunden
          • KOF >/= 0,6 m2 bis </= 1,2 m2
            • Tag 1
              • Initialdosis: 5 mg/m2 i. v.
              • nach 12 Stunden: 4 mg Ondansetron oral
            • Tage 2 - 6
              • 4 mg Ondansetron oral / 12 Stunden
          • KOF > 1,2 m2
            • Tag 1
              • 5 mg/m2 i. v. oder 8 mg i. v.
              • nach 12 Stunden: 8 mg oral
            • Tage 2 - 6
              • 8 mg oral / 12 Stunden
      • Dosierung nach Körpergewicht
        • Dosierung nach KG führt im Vergleich zu einer Dosierung nach KOF zu höheren Tagesgesamtdosen
        • Initialdosis: 0,15 mg/kg KG intravenös unmittelbar vor der Chemotherapie
        • max. i. v.-Dosis: 8 mg Ondansetron
        • max. Tagesgesamtdosis: 32 mg Ondansetron
        • Bei Bedarf: 2 weitere i. v.-Dosen mit Abstand von 4 Stunden
        • Gabe von oralen Dosen kann 12 Stunden später erfolgen und kann über einen Zeitraum von bis zu 5 Tagen fortgesetzt werden
        • Tabelle 2: Dosierung nach KG bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen (Alter >/= 6 Monate - 17 Jahre)
          • </= 10 kg KG
            • Tag 1
              • bis zu 3 Dosen mit 0,15 mg/kg KG i. v. / 4 Stunden
            • Tage 2 - 6
              • 2 mg Ondansetron Lösung / 12 Stunden
          • > 10 kg KG
            • Tag 1
              • bis zu 3 Dosen mit 0,15 mg/kg KG i. v. / 4 Stunden
            • Tage 2 - 6
              • 4 mg Ondansetron oral / 12 Stunden
    • Dosisanpassung
      • ältere Patienten
        • keine Dosisanpassung oder Änderung der Einnahmefrequenz erforderlich
      • Eingeschränkte Nierenfunktion
        • keine Anpassung der Dosis, der Dosierungshäufigkeit oder Änderung des Verabreichungsweges erforderlich
      • Eingeschränkte Leberfunktion
        • mittlere bis schwere Einschränkung der Leberfunktion
          • tägliche Gesamtdosis: max. 8 mg Ondansetron (oral oder intravenös), da Clearance signifikant verringert und Serumhalbwertszeit signifikant erhöht
      • Patienten, die schlechte Spartein-/Debrisoquin-Metabolisierer sind
        • keine veränderte Eliminationshalbwertszeit für Ondansetron festgestellt
        • nach wiederholter Gabe bei solchen Patienten kein Unterschied in der Exposition im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung zu erwarten
        • keine Änderung der Dosis oder der Dosisfrequenz erforderlich
  • Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen
    • Erwachsene
      • Prophylaxe von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
        • 16 mg Ondansetron oral 1 Stunde vor der Narkose
      • Therapie von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
        • Behandlung als langsame intravenöse Injektion
    • Kinder und Jugendliche (1 Monat - 17 Jahre)
      • keine Studien zur oralen Anwendung von Ondansetron zur Prophylaxe oder Therapie postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
      • langsam zu verabreichende i. v.-Injektion (über mindestens 30 Sekunden) empfohlen
      • postoperative Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Kindern < 2 Jahre
        • keine Daten
    • Dosisanpassung
      • ältere Patienten > 65 Jahre
        • begrenzte Erfahrung
        • meist gute Verträglichkeit
      • eingeschränkte Nierenfunktion
        • keine Anpassung der Dosis, der Dosierungshäufigkeit oder Änderung des Verabreichungsweges erforderlich
      • eingeschränkte Leberfunktion
        • mittlere bis schwere Einschränkung der Leberfunktion
          • tägliche Gesamtdosis: max. 8 mg Ondansetron (oral oder intravenös), da Clearance signifikant verringert und Serumhalbwertszeit signifikant erhöht
      • Patienten, die schlechte Spartein-/Debrisoquin-Metabolisierer sind
        • keine veränderte Eliminationshalbwertszeit für Ondansetron festgestellt
        • nach wiederholter Gabe bei solchen Patienten kein Unterschied in der Exposition im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung zu erwarten
        • keine Änderung der Dosis oder der Dosisfrequenz erforderlich

Kontraindikationen

Ondansetron - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ondansetron oder einen anderen 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten wie z.B. Granisetron oder Dolasetron
  • gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin
  • Kinder
    • detaillierte Informationen zu Altersgruppe bzw. Darreichungsform siehe jeweilige Herstellerinformation

Nebenwirkungen

Ondansetron - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (manchmal schwerwiegend), einschließlich Anaphylaxie (potenziell lebensbedrohlich)
        • auch bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen mit anderen selektiven 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Krampfanfälle
      • Bewegungsstörungen einschließlich Extrapyramidalreaktionen (ohne nachweisliche dauerhafte klinische Folgen), wie
        • dystonische Reaktionen
        • akute, krisenhafte Störungen der Okulomotorik mit Blickabweichung (Crisis oculogyris)
        • Dyskinesien
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Benommenheit (vorwiegend bei schneller i.v.-Verabreichung)
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vorübergehende Sehstörungen (z. B. Schleiersehen) überwiegend bei i.v.-Verabreichung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • vorübergehende Blindheit (vorwiegend bei i.v.-Verabreichung)
        • meistens bildete sich die Blindheit innerhalb von 20 Min. zurück
        • die meisten Patienten wurden mit Chemotherapeutika behandelt, einschließlich Cisplatin
        • Ursache von einigen der berichteten Fälle von vorübergehender Blindheit war corticalen Ursprungs
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arrhythmie
      • Brustschmerzen mit oder ohne ST-Streckensenkung im EKG
      • Bradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • QTc-Verlängerung (einschl. Torsade de Pointes)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • myokardiale Ischämie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Wärmegefühl
      • Hitzewallung mit Rötung der Haut
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie (Blutdruckabfall)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
        • da Ondansetron die Dickdarmpassage verlangsamt, können die Präparate bei einigen Patienten zu Obstipation führen
        • Patienten mit Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion sollten nach Gabe des Arzneimittels überwacht werden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • asymptomatische Erhöhung von Leberwerten (üblicherweise bei Patienten, die eine Chemotherapie mit Cisplatin erhalten hatten)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • toxische Hauteruptionen, einschl. toxischer epidermaler Nekrolyse
  • Hinweis
    • Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war mit dem bei Erwachsenen beobachteten vergleichbar

Anwendungshinweise

  • Filmtabletten zum Einnehmen

Stillzeithinweise

Ondansetron - peroral
  • Müttern unter Ondansetron wird empfohlen, ihre Säuglinge nicht zu stillen
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron in die Muttermilch von säugenden Tieren übergeht

Schwangerschaftshinweise

Ondansetron - peroral
  • Ondansetron sollte nicht während des 1. Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden
  • 1. Trimenon
    • ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien wird vermutet, dass Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es im 1. Trimenon der Schwangerschaft verabreicht wird
    • in einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von Ondansetron im 1. Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten verbunden
      • 3 zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen
      • adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95% CI 1,03 - 1,48)
  • verfügbare epidemiologische Studien zu Herzfehlbildungen
    • zeigen widersprüchliche Ergebnisse
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen

Warnhinweise

Ondansetron - peroral
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen auch nach Gabe anderer selektiver 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
    • bei Auftreten von Atembeschwerden sollten diese symptomatisch behandelt und aufmerksam durch den Arzt überwacht werden, da Atembeschwerden Symptome einer beginnenden Überempfindlichkeitsreaktion sein können
  • EKG-Veränderungen
    • Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall
    • in der Post-Marketing-Spontanberichtserfassung Fälle von Torsade de Pointes berichtet
    • Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom
      • Anwendung von Ondansetron vermeiden
    • Patienten mit verlängerter QTc-Zeit oder falls sich diese entwickeln kann
      • Ondansetron nur mit Vorsicht anwenden
      • zu dieser Patientengruppe zählen Personen
        • mit Elektrolytstörungen
        • mit kongestiver Herzinsuffizienz
        • mit Bradyarrhythmien
        • die andere Arzneimittel einnehmen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls oder Elektrolytstörungen hervorrufen
  • myokardiale Ischämie
    • Berichte über myokardiale Ischämie, bei Patienten die mit Ondansetron behandelt wurden
    • v. a. bei intravenöser Gabe traten die Symptome in einigen Fällen unmittelbar nach der Verabreichung auf, die aber bei sofortiger Behandlung wieder abklangen
    • daher sollte während und nach der Gabe von Ondansetron Vorsicht gelten
  • Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
    • sollte vor der Anwendung von Ondansetron korrigiert werden
  • Serotonin-Syndrom
    • Berichte über Auftreten eines Serotoninsyndroms (potenziell lebensbedrohlich) beigleichzeitiger Anwendung von Ondansetron mit anderen serotonergen Arzneimitteln (einschl. selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern (SSRI), Noradrenalinwiederaufnahme-Hemmern(SNRI) und Buprenorphin); die Symptome umfassen u. a.:
      • Veränderungen des Gemütszustandes
      • autonome Instabilität
      • neuromuskuläre Auffälligkeiten
      • gastrointestinale Symptome
    • falls eine gleichzeitige Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch erforderlich sein sollte
      • Patienten engmaschig überwachen
      • insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen
    • wird ein Serotoninsyndrom vermutet, je nach der Schwere der Symptome
      • Dosisverringerung
      • Absetzen der Behandlung
  • Darmmotiliät
    • Ondansetron verlängert die Dickdarmpassage
    • Patienten mit Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion sollten nach Gabe von Ondansetron überwacht werden
  • okkulte Blutungen
    • Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen mit Ondansetron kann nach Operationen an den Rachenmandeln okkulte Blutungen maskieren
    • betroffene Patienten nach Gabe von Ondansetron sorgfältig überwachen
  • Kinder und Jugendliche
    • Kinder und Jugendliche, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen Chemotherapeutika erhalten, sollten eng auf Leberfunktionsstörungen hin überwacht werden