Ondansetron Bluefish 4mg

Bluefish Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ondansetron →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 6 ST 30,92 €
N2 10 ST 41,07 €
N3 30 ST 90,68 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von Übelkeit und Erbrechen infolge einer zytotoxischen Chemotherapie oder Strahlentherapie
  • Prophylaxe von postoperativer Übelkeit und Erbrechen

Kinder und Jugendliche

  • Kinder (>= 6 Monate)
    • Behandlung von Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie
  • Kinder (>= 1 Monat)
    • Prophylaxe und Behandlung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen

Dosierung

  • Chemotherapie- und Strahlentherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen
    • Erwachsene
      • emetogenes Potenzial einer Krebsbehandlung variiert je nach den Dosen und Kombinationen der verwendeten Chemotherapie- und Strahlentherapieregimes
      • Art der Anwendung als auch Dosierung von Ondansetron ist flexibel und sollte wie nachfolgend beschrieben gewählt werden
        • emetogene Chemotherapie und Strahlentherapie
          • Verabreichung von Ondansetron oral oder intravenös
          • bei den meisten Patienten i.v.- Verabreichung unmittelbar vor Behandlung
            • anschließend orale Gabe von 8 mg in 12-Stunden-Intervallen
          • orale Verabreichung:
            • 8 mg 1 - 2 Stunden vor der Behandlung
            • gefolgt von 8 mg 12 Stunden später
          • zum Schutz gegen eine verzögerte oder verlängerte Emesis nach den ersten 24 Stunden
            • 8 mg Ondansetron oral 2mal / Tag bis 5 Tage nach einem Behandlungszyklus
        • hoch emetogene Chemotherapie (z.B. hochdosiertes Cisplatin)
          • Verabreichung i.v.
          • zum Schutz gegen eine verzögerte oder verlängerte Emesis nach den ersten 24 Stunden
            • 8 mg Ondansetron oral 2mal / Tag bis 5 Tage nach einem Behandlungszyklus
    • Kinder (>/= 2 Jahre) und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • begrenzte Erfahrungen
      • Kinder (> 2 Jahre)
        • unmittelbar vor Chemotherapie: 5 mg Ondansetron / m² KOF i.v. als Einzeldosis über 15 Min.
        • nach 12 Stunden: 4 mg Ondansetron oral
        • orale Gabe mit Dosis entsprechend der KOF bis 5 Tage nach Chemotherapie fortsetzen
          • 0,6 - 1,2 m² KOF: 4 mg Ondansetron 2mal / Tag
          • > 1,2 m² KOF: 8 mg Ondansetron 2mal / Tag
      • Kinder (>/= 6 Monate) und Jugendliche
        • Dosierung auf Basis der Körperoberfläche (BSA) oder des KGs (höhere Gesamttagesdosen bei Dosierung nach KG)
        • Prophylaxe verzögert auftretender oder längerer Übelkeit oder Erbrechen infolge einer Chemotherapie
          • keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien vorliegend
        • Übelkeit und Erbrechen infolge einer Strahlentherapie
          • keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien vorliegend
        • Dosierung nach BSA
          • 5 mg Ondansetron / m² als Einzeldosis unmittelbar vor Chemotherapie
          • max. i.v. Dosis: 8 mg Ondansetron
          • orale Gabe kann 12 Stunden später begonnen und bis zu 5 Tagen fortgeführt werden
          • max. Tagessgesamtdosis: 32 mg Ondansetron
          • Dosierung nach BSA
            • < 0,6 m² BSA
              • Tag 1: 5 mg Ondansetron / m² i.v. plus 2 mg Ondansetron oral (als Sirup) nach 12 Stunden
              • Tag 2 - 6: 2 mg Ondansetron oral (als Sirup) 1mal / 12 Stunden
            • >/= 0,6 m² BSA
              • Tag 1: 5 mg Ondansetron / m² i.v. plus 4 mg Ondansetron oral (als Sirup oder Tablette) nach 12 Stunden
              • Tag 2 - 6: 4 mg Ondansetron oral (als Sirup oder Tablette) 1mal / 12 Stunden
        • Dosierung nach KG
          • 0,15 mg / kg unmittelbar vor der Chemotherapie als intravenöse Einmaldosis
          • max. intravenöse Dosis: 8 mg
          • zwei weitere intravenöse Dosen können im Abstand von 4 Stunden verabreicht werden
          • max. Tagesgesamtdosis: 32 mg
          • orale Gabe kann 12 Stunden später begonnen und bis zu 5 Tagen fortgeführt werden
          • Dosierung nach KG
            • </= 10 kg KG:
              • Tag 1: 0,15 mg Ondansetron / kg 1mal / 4 Stunden (max. 3malige Applikation)
              • Tag 2 - 6: 2 mg Ondansetron oral (als Sirup) 1mal / 12 Stunden
            • > 10 kg KG:
              • Tag 1: 0,15 mg Ondansetron / kg 1mal / 4 Stunden (max. 3malige Applikation)
              • Tag 2 - 6: 4 mg Ondansetron oral (als Sirup oder Tablette) 1mal / 12 Stunden
    • ältere Patienten > 65 Jahre
      • Ondansetron wird gut vertragen
      • keine Änderung der Dosierung, Dosierungsfrequenz oder Verabreichungsart erforderlich
  • postoperative Übelkeit und Erbrechen
    • Erwachsene
      • Prophylaxe
        • Verabreichung oral oder i.v.
        • orale Verabreichung: 16 mg Ondansetron 1 Stunde vor Narkose
        • alternativ 8 mg Ondansetron 1 Stunde vor Narkose, gefolgt von 2 weiteren Dosen von 8 mg Ondansetron im Abstand von jeweils 8 Stunden
      • Behandlung
        • i.v. Verabreichung empfohlen
    • Kinder (>/= 2 Jahre) und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • langsame i.v. Injektion empfohlen
      • Kinder und Jugendliche
        • Postoperative Übelkeit und Erbrechen bei Kindern >/= 1 Monat und Jugendlichen
          • Orale Darreichungsform: keine Studien zur oralen Verabreichung durchgeführt
          • Injektion:
            • zur Prophylaxe bei operativem Eingriff unter Vollnarkose
              • 0,1 mg Ondansetron / kg KG bis max. 4 mg Ondansetron als Einmaldosis langsam i.v. (mind. 30 Sek.) vor, während oder nach Narkoseeinleitung
    • Kinder (< 2 Jahre):
      • zur Anwendung von Ondansetron zur Behandlung von postoperativem Erbrechen bei Kindern < 2 Jahren liegen keine Daten vor

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Prophylaxe und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen
      • begrenzte Erfahrungen vorliegend
    • Chemotherapie (> 65 Jahre)
      • gute Verträglichkeit
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Änderung der Tagesdosis, der Dosierungsfrequenz oder der Verabreichungsart erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • mäßige bis schwere Einschränkung der Leberfunktion
      • signifikant verringerte Clearance von Ondansetron
      • signifikant verlängerte Serumhalbwertszeit
      • max. Tagesgesamtdosis: 8 mg Ondansetron
  • eingeschränkte Metabolisierung von Spartein/ Debrisoquin
    • keine Veränderung der Eliminationshalbwertszeit von Ondansetron
    • keine Veränderung der Arzneimittelspiegel im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bei wiederholter Verabreichung
    • keine Änderung der Tagesdosis oder der Dosierungsfrequenz erforderlich

Kontraindikationen

Ondansetron - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ondansetron oder einen anderen 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten wie z.B. Granisetron oder Dolasetron
  • gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin
  • Kinder
    • detaillierte Informationen zu Altersgruppe bzw. Darreichungsform siehe jeweilige Herstellerinformation

Nebenwirkungen

Ondansetron - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (manchmal schwerwiegend), einschließlich Anaphylaxie (potenziell lebensbedrohlich)
        • auch bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen mit anderen selektiven 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Krampfanfälle
      • Bewegungsstörungen einschließlich Extrapyramidalreaktionen (ohne nachweisliche dauerhafte klinische Folgen), wie
        • dystonische Reaktionen
        • akute, krisenhafte Störungen der Okulomotorik mit Blickabweichung (Crisis oculogyris)
        • Dyskinesien
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Benommenheit (vorwiegend bei schneller i.v.-Verabreichung)
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vorübergehende Sehstörungen (z. B. Schleiersehen) überwiegend bei i.v.-Verabreichung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • vorübergehende Blindheit (vorwiegend bei i.v.-Verabreichung)
        • meistens bildete sich die Blindheit innerhalb von 20 Min. zurück
        • die meisten Patienten wurden mit Chemotherapeutika behandelt, einschließlich Cisplatin
        • Ursache von einigen der berichteten Fälle von vorübergehender Blindheit war corticalen Ursprungs
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arrhythmie
      • Brustschmerzen mit oder ohne ST-Streckensenkung im EKG
      • Bradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • QTc-Verlängerung (einschl. Torsade de Pointes)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • myokardiale Ischämie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Wärmegefühl
      • Hitzewallung mit Rötung der Haut
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie (Blutdruckabfall)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
        • da Ondansetron die Dickdarmpassage verlangsamt, können die Präparate bei einigen Patienten zu Obstipation führen
        • Patienten mit Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion sollten nach Gabe des Arzneimittels überwacht werden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • asymptomatische Erhöhung von Leberwerten (üblicherweise bei Patienten, die eine Chemotherapie mit Cisplatin erhalten hatten)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • toxische Hauteruptionen, einschl. toxischer epidermaler Nekrolyse
  • Hinweis
    • Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war mit dem bei Erwachsenen beobachteten vergleichbar

Anwendungshinweise

  • Schmelztablette zum Einnehmen auf die Zunge legen, wo sie innerhalb von Sekunden zerfällt

Stillzeithinweise

Ondansetron - peroral
  • Müttern unter Ondansetron wird empfohlen, ihre Säuglinge nicht zu stillen
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron in die Muttermilch von säugenden Tieren übergeht

Schwangerschaftshinweise

Ondansetron - peroral
  • Ondansetron sollte nicht während des 1. Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden
  • 1. Trimenon
    • ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien wird vermutet, dass Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es im 1. Trimenon der Schwangerschaft verabreicht wird
    • in einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von Ondansetron im 1. Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten verbunden
      • 3 zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen
      • adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95% CI 1,03 - 1,48)
  • verfügbare epidemiologische Studien zu Herzfehlbildungen
    • zeigen widersprüchliche Ergebnisse
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen

Warnhinweise

Ondansetron - peroral
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen auch nach Gabe anderer selektiver 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
    • bei Auftreten von Atembeschwerden sollten diese symptomatisch behandelt und aufmerksam durch den Arzt überwacht werden, da Atembeschwerden Symptome einer beginnenden Überempfindlichkeitsreaktion sein können
  • EKG-Veränderungen
    • Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall
    • in der Post-Marketing-Spontanberichtserfassung Fälle von Torsade de Pointes berichtet
    • Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom
      • Anwendung von Ondansetron vermeiden
    • Patienten mit verlängerter QTc-Zeit oder falls sich diese entwickeln kann
      • Ondansetron nur mit Vorsicht anwenden
      • zu dieser Patientengruppe zählen Personen
        • mit Elektrolytstörungen
        • mit kongestiver Herzinsuffizienz
        • mit Bradyarrhythmien
        • die andere Arzneimittel einnehmen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls oder Elektrolytstörungen hervorrufen
  • myokardiale Ischämie
    • Berichte über myokardiale Ischämie, bei Patienten die mit Ondansetron behandelt wurden
    • v. a. bei intravenöser Gabe traten die Symptome in einigen Fällen unmittelbar nach der Verabreichung auf, die aber bei sofortiger Behandlung wieder abklangen
    • daher sollte während und nach der Gabe von Ondansetron Vorsicht gelten
  • Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
    • sollte vor der Anwendung von Ondansetron korrigiert werden
  • Serotonin-Syndrom
    • Berichte über Auftreten eines Serotoninsyndroms (potenziell lebensbedrohlich) beigleichzeitiger Anwendung von Ondansetron mit anderen serotonergen Arzneimitteln (einschl. selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern (SSRI), Noradrenalinwiederaufnahme-Hemmern(SNRI) und Buprenorphin); die Symptome umfassen u. a.:
      • Veränderungen des Gemütszustandes
      • autonome Instabilität
      • neuromuskuläre Auffälligkeiten
      • gastrointestinale Symptome
    • falls eine gleichzeitige Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch erforderlich sein sollte
      • Patienten engmaschig überwachen
      • insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen
    • wird ein Serotoninsyndrom vermutet, je nach der Schwere der Symptome
      • Dosisverringerung
      • Absetzen der Behandlung
  • Darmmotiliät
    • Ondansetron verlängert die Dickdarmpassage
    • Patienten mit Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion sollten nach Gabe von Ondansetron überwacht werden
  • okkulte Blutungen
    • Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen mit Ondansetron kann nach Operationen an den Rachenmandeln okkulte Blutungen maskieren
    • betroffene Patienten nach Gabe von Ondansetron sorgfältig überwachen
  • Kinder und Jugendliche
    • Kinder und Jugendliche, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen Chemotherapeutika erhalten, sollten eng auf Leberfunktionsstörungen hin überwacht werden