Ondansetron-hameln 2mg/ml Injektionslösung

hameln pharma gmbh
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ondansetron →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N3 10X2 ML 66,37 €
N3 10X4 ML 99,84 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Übelkeit und Erbrechen, die durch eine zytotoxische Chemotherapie oder Strahlentherapie hervorgerufen sind
  • Vorbeugung und Behandlung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 2 mg Ondansetron

  • Durch Zytostatika und Bestrahlungen hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
    • hochemetogene Chemotherapie
      • 4 ml (8 mg Ondansetron) unmittelbar vor Chemotherapie
        • langsame i.v. Injektion oder 15minütige Infusion
      • anschließend:
        • 1 mg / Stunde
          • i.v. Dauerinfusion bis zu 24 Stunden
        • alternativ:
        • 4 ml (8 mg Ondansetron) 2mal im Abstand von 2 - 4 Stunden
          • langsame i.v. Injektion oder 15minütige Infusion
      • alternativ:
        • 32 mg Ondansetron unmittelbar vor Chemotherapie
          • 15minütige Infusion (verdünnt mit 50 - 100 ml physiologischer Kochsalzlösung oder einer anderen kompatiblen Infusionslösung)
      • alternativ:
        • 4 ml (8 mg Ondansetron) unmittelbar vor Chemotherapie
          • langsame i.v. Injektion
      • Steigerung der antiemetogenen Wirksamkeit durch
        • 20 mg Dexamethason 21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz i.v. unmittelbar vor Chemotherapie
      • nach der Chemotherapie orale Weiterbehandlung:
        • 8 mg Ondansetron im Intervall von 12 Stunden (morgens und abends)
        • Behandlungsdauer: max. 5 Tage
    • moderat emetogene Chemotherapie
      • 4 ml (8 mg Ondansetron) unmittelbar vor Chemotherapie
        • langsame i.v. Injektion oder 15minütige Infusion
      • alternativ: 8 mg Ondansetron oral 1 - 2 Stunden vor Chemotherapie
      • anschließend orale Weiterbehandlung
        • 8 mg Ondansetron / 12 Stunden (morgens und abends)
        • Behandlungsdauer: max. 5 Tage
    • Dosisanpassung
      • Kinder > 2 Jahre:
        • 5 mg / m2 KOF i .v über 15 Min. unmittelbar vor Chemotherapie
        • anschließend
          • 4 mg Ondansetron oral / 12 Stunden (morgens und abends)
          • Behandlungsdauer: 5 Tage
  • Prophylaxe von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen
    • Erwachsene:
      • 2 ml (4 mg Odansetron) langsam i.v. bei Anästhesieeinleitung
      • alternativ 16 mg Ondansetron oral 1 Stunde vor der Narkose
    • Kinder:
      • 0,1 mg Ondansetron / kg KG langsame i.v. Injektion
      • max. Dosis: 2 ml (4 mg Ondansetron)
  • Therapie von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen
    • Erwachsene:
      • 2 ml (4 mg Odansetron) langsam i.v.
    • Kinder:
      • 0,1 mg Ondansetron / kg KG langsame i.v. Injektion
      • max. Dosis: 2 ml (4 mg Ondansetron)

Dosisanpassung

  • mittlere bis schwere Einschränkung der Leberfunktion:
    • tägliche Gesamtdosis: max. 4ml (8mg Ondansetron) oral oder i.v.

Kontraindikationen

Ondansetron - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ondansetron oder andere selektive 5-HT3-Rezeptorantagonisten (z. B. Granisetron, Dolasetron)
  • gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin

Nebenwirkungen

Ondansetron - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (manchmal schwerwiegend) einschließlich Anaphylaxie (potenziell lebensbedrohlich)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Krampfanfälle (z. B. epileptische Spasmen)
      • Bewegungsstörungen einschl. Extrapyramidalreaktionen wie
        • dystonische Reaktionen
        • akute, krisenhafte Störungen der Okulomotorik mit Blickabweichung (Crisis oculogyris)
        • Dyskinesien
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Benommenheit (vorwiegend bei schneller i.v.-Verabreichung)
      • Schwindel (vorwiegend bei schneller i.v.-Verabreichung)
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Depressionen
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vorübergehende Sehstörungen (z.B. Schleiersehen, verschwommene Sicht) überwiegend bei i.v.-Verabreichung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • vorübergehende Blindheit (überwiegend bei i.v.-Verabreichung)
        • meistens bildete sich die Blindheit innerhalb von 20 Min. zurück
        • die meisten Patienten wurden mit Chemotherapeutika behandelt, einschließlich Cisplatin
        • Ursache von einigen der berichteten Fälle von vorübergehender Blindheit war kortikalen Ursprungs
        • ohne definitiven Hinweis auf bleibende klinische Folgen
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arrhythmie (in Einzelfällen tödlicher Verlauf)
      • Brustschmerzen mit oder ohne ST-Streckensenkung im EKG
      • Bradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • QTc-Verlängerung (einschl. Torsade de Pointes)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • myokardiale Ischämie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Wärmegefühl
      • Hitzewallungen mit Rötung der Haut
      • Flush
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie (Blutdruckabfall)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • asymptomatische Erhöhung von Leberwerten (trat üblicherweise bei Patienten auf, die eine Chemotherapie mit Cisplatin erhalten hatten)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeitsreaktionen am Verabreichungsort (z. B. Hautausschlag, Urtikaria, Juckreiz)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • toxische Hauteruptionen, einschließlich toxischer epidermaler Nekrolyse
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • lokale Irritationen an der Einstichstelle bei i.v.-Verabreichung (insbesondere bei wiederholter Anwendung)

Anwendungshinweise

  • intravenösen Injektion
  • intravenösen Infusion nach vorgeschriebener Verdünnung:
    • Mischbarkeit mit:
      • Kochsalzlösung 0,9%
      • Glucoselösung 5%
      • Mannitollösung 10%
      • Ringerlösung
      • Kaliumchlorid-/Natriumchloridlösung (0,3%/0,9%)
      • Kaliumchlorid-/Glucoselösung (0,3%/5%).
    • Lösungen vor Gebrauch frisch zubereiten
    • Mischungen sind bis zu 7 Tage stabil (bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank)
  • Verabreichung mit anderen Arzneimittellösungen:
    • Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz:
      • als langsame i. v. Injektion / 2 - 5 Min. mittels eines Y-Stueckes dem Ondansetron-enthaltenden Infusionssystem zusetzen (kann mit 8 oder 32 mg Ondansetron in 50-100 ml einer kompatiblen Infusionslösung als Kurzzeit-Infusion ueber ca. 15 Minuten verabreicht werden)
    • folgende Infusionslösungen nur über ein Y-Stueck dem Ondansetron enthaltenden Infusionssystem zugeben (Ondansetron-Konzentration im Bereich von 16 - 160 µg / ml (z.B. 8 mg / 500 ml bzw. 8 mg / 50 ml); Ondansetron-Infusionsrate bei 1 mg / Stunde)
      • Cisplatin-haltige Lösungen:
        • max. Konzentration: 0,48 mg/ml (z.B. 240 mg / 500 ml) über 1 - 8 Stunden
      • Carboplatin-haltige Lösungen:
        • max. Konzentration: 0,18 g/ml - 9,9 mg/ml (z.B. 90 mg/500 ml bzw. 990 mg/100 ml) über 10 Min. - 1 Stunde
      • Fluorouracil-haltige Lösungen:
        • max. Konzentration: 0,8 mg / ml (z.B. 2,4 g / 3 l oder 400 mg / 500 ml) bei Infusionsrate mind. 20 ml / Stunde (500 ml/24 Stunden)
        • höhere Konzentrationen fuehren zu einer Fällung des Ondansetron
        • Fluorouracil-haltige Lösungen können Magnesiumchlorid bis zu einer Konzentration von 0,045 % (m/v) enthalten
      • Etoposid-haltige Lösungen:
        • max. Konzentration: 0,14 mg/ml - 0,25 mg/ml (z.B. 70 mg / 500 ml bzw. 250 mg / 1 l)über Zeitraum von 30 Min. - 1 Stunde
      • Ceftazidim-haltige Lösungen:
        • Dosisbereich: 250 - 2000 mg nach Angaben des Herstellers zubereitet
          • 2,5 ml Wasser für Injektionszwecke / 250 mg und 10 ml / 2 g Ceftazidim)
        • i. v. Bolusinjektion über ca. 5 Min.
      • Cyclophosphamid-haltige Lösungen:
        • Dosisbereich: 100 mg - 1 g Cyclophosphamid nach den Angaben des Herstellers zubereitet
          • 5 ml Wasser für Injektionszwecke / 100 mg Cyclophosphamid)
        • i.v. Bolusinjektion über ca. 5 Min.
      • Doxorubicin-haltige Lösungen:
        • Dosisbereich: 10 - 100 mg Doxorubicin nach den Angaben des Herstellers zubereitet
          • 5 ml Wasser fuer Injektionszwecke / 10 mg Doxorubicin
        • i.v. Bolusinjektion über ca. 5 Min.
  • Injektionslösung nicht im Autoklaven sterilisieren

Stillzeithinweise

Ondansetron - invasiv
  • Stillen während der Behandlung nicht empfohlen
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron in die Muttermilch von säugenden Tieren übergeht

Schwangerschaftshinweise

Ondansetron - invasiv
  • Ondansetron sollte nicht während des 1. Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden
  • 1. Trimenon
    • ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien wird vermutet, dass Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es im 1. Trimenon der Schwangerschaft verabreicht wird
    • in einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von Ondansetron im 1. Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten verbunden (3 zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen; adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95 % CI 1,03-1,48))
  • die verfügbaren epidemiologischen Studien zu Herzfehlbildungen zeigen widersprüchliche Ergebnisse
  • tierxperimentelle Studien
    • zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen
  • Fertilität
    • es liegen keine Daten über die Auswirkung von Ondansetron auf die menschliche Fertilität vor

Warnhinweise

Ondansetron - invasiv
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen auch nach Gabe anderer selektiver 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
    • bei Auftreten von Atembeschwerden sollten diese symptomatisch behandelt und aufmerksam durch den Arzt überwacht werden, da Atembeschwerden Symptome einer beginnenden Überempfindlichkeitsreaktion sein können
  • EKG-Veränderungen
    • Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall
    • in der Post-Marketing-Spontanberichtserfassung / nach Markteinführung Fälle von Torsade de Pointes berichtet
    • Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom
      • Anwendung von Ondansetron vermeiden
    • Patienten mit verlängerter QTc-Zeit oder falls sich diese entwickeln kann
      • Ondansetron nur mit Vorsicht anwenden
      • zu dieser Patientengruppe zählen Personen
        • mit Elektrolytstörungen
        • mit kongestiver Herzinsuffizienz
        • mit Bradyarrhythmien
        • die andere Arzneimittel einnehmen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls oder Elektrolytstörungen hervorrufen
  • myokardiale Ischämie
    • Berichte über myokardiale Ischämie, bei Patienten die mit Ondansetron behandelt wurden (vorwiegend während einer intravenösen Verabreichung)
    • vor allem bei intravenöser Gabe traten die Symptome in einigen Fällen unmittelbar nach der Verabreichung auf, die aber bei sofortiger Behandlung wieder abklangen
      • daher sollte während und nach der Gabe von Ondansetron Vorsicht gelten
    • Patienten sollten auf die Anzeichen und Symptome einer myokardialen Ischämie aufmerksam gemacht werden
    • sollte sich nach der Verabreichung von Ondansetron eine myokardiale Ischämie entwickeln, kann eine medizinische Intervention erforderlich sein
  • Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
    • sollte vor Anwendung von Ondansetron korrigiert werden
  • Serotonin-Syndrom
    • Berichte über Auftreten eines serotonergen Syndroms (potenziell lebensbedrohlich) bei gleichzeitiger Anwendung von Ondansetron mit anderen serotonergen Arzneimitteln (einschließlich selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern (SSRI), Noradrenalinwiederaufnahme-Hemmern (SNRI) und Buprenorphin) einschließlich
      • veränderter mentaler Status
      • Instabilität des autonomen Nervensystems
      • neuromuskulärenStörungen
      • gastrointestinale Symptome
    • wenn eine gemeinsame Behandlung mit Ondansetron und anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch erforderlich sein sollte
      • engmaschige Überwachung des Patienten empfohlen
      • insbesonders bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhung
    • wird ein Serotoninsyndrom vermutet, je nach Schwere der Symptome
      • eine Dosisverringerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwägung ziehen
  • Darmmotilität
    • Ondansetron verlängert nachweislich die Dickdarmpassage
    • Patienten mit Anzeichen einer subaktuen Darmobstruktion sollten nach Gabe von Ondansetron überwacht werden
  • okkulte Blutungen
    • Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen mit Ondansetron kann nach Operationen an den Rachenmandeln okkulte Blutungen maskieren
    • betroffene Patienten sollten nach Gabe von Ondansetron sorgfältig überwacht werden
  • Kinder und Jugendliche
    • Kinder und Jugendliche, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen Chemotherapeutika erhalten, sollten eng auf Leberfunktionsstörungen hin überwacht werden
    • Ondansetron ist nicht für die Prävention und Behandlung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen bei Kindern nach intra-abdominaler Operation indiziert
    • Übelkeit und Erbrechen induziert durch Chemotherapie (CINV)
      • bei Berechnung der Dosierung bezogen auf mg / kg Körpergewicht und Gabe von 3 Dosen im Abstand von jeweils 4 Stunden ergibt sich eine höhere tägliche Gesamtdosis als nach einer einzigen Gabe von 5 mg / m2, gefolgt von einer oralen Gabe
      • vergleichende Untersuchungen der Wirksamkeit dieser unterschiedlichen Dosisregime wurden in klinischen Studien nicht durchgeführt
      • Vergleiche der Ergebnisse verschiedener Studien lassen auf ähnliche Wirksamkeit beider Regime schließen