Ondansetron-ratiopharm 8mg Schmelztabletten

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Ondansetron →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 6 ST 46,92 €
N2 10 ST 69,15 €
N3 30 ST 152,06 €

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene

  • Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, die durch eine zytotoxische Chemotherapie oder eine Strahlentherapie verursacht werden (CINV / RINV)
  • Prophylaxe und Behandlung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV)

Kinder und Jugendliche (>/= 6 Monate - 17 Jahre)

  • Behandlung von Übelkeit und Erbrechen
  • Hinweis zur Prophylaxe und Therapie von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen
    • keine Studien zur Anwendung von oral gegebenem Ondansetron bei Kindern vorhanden
    • für diese Anwendung wird die intravenöse (i.v.) Gabe empfohlen

Dosierung

  • Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie und Strahlentherapie hervorgerufen (CINV und RINV)
    • emetogenes Potential einer Krebsbehandlung variiert in Abhängigkeit von Dosierungen und Kombinationen des jeweils verwendeten Chemo- bzw. Strahlentherapie-Regimes
    • Art der Anwendung und Dosierungsschema bestimmt vom Schweregrad des Erbrechens
    • Erwachsene
      • empfohlene orale Dosierung
        • 8 mg Ondansetron 1 - 2 Std. vor der Chemotherapie oder Bestrahlung
        • gefolgt von 8 mg Ondansetron 1mal / 12 Std. über max. 5 Tage
        • hochemetogene Chemotherapie
          • max. 24 mg Ondansetron als Einzeldosis zusammen mit 12 mg Dexamethason-Natriumphosphat oder Äquivalent 1 - 2 Std. vor der Chemotherapie fortgeführt werden
          • nach den ersten 24 Stunden:
            • orale Behandlung mit Ondansetron kann für bis zu 5 Tage im Anschluss an einen Behandlungszyklus fortgeführt werden
            • Dosierung: 8 mg Ondansetron 2mal / Tag
    • Kinder und Jugendliche (>/= 6 Monate - 17 Jahre)
      • Hinweise
        • in pädiatrischen klinischen Studien wurde Ondansetron in 25 - 50 ml einer Kochsalzlösung oder anderen geeigneten Infusionsflüssigkeit verdünnt über mind. 15 Min. intravenös (i.v.) infundiert
        • keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien bei folgenden Indikationen
          • Prävention verzögerter oder prolongierter (verlängerter) Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen
          • Strahlentherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen
        • Ondansetron 8 mg Schmelztabletten darf nicht bei Kindern angewendet werden
          • es stehen geeignetere Darreichungsformen mit einem niedrigeren Wirkstoffgehalt zur Verfügung
      • Dosis auf Grundlage der Körperoberfläche (KOF) oder des Körpergewichts (KG) berechnen
        • Dosierung nach KG führt im Vergleich zu einer Dosierung nach KOF zu höheren Tagesgesamtdosen
        • Dosierung nach KOF
          • 5 mg Ondansetron i.v. / m2 KOF, unmittelbar vor Chemotherapie
            • max. 8 mg Ondansetron i.v.
          • Gabe von oralen Dosen kann 12 Stunden später erfolgen, über bis zu 5 Tage
          • Höchstdosis
            • max. 32 mg Ondansetron / Tag
          • < 0,6 m² KOF
            • Tag 1
              • initial 5 mg Ondansetron i.v. / m2 KOF
            • Tag 2 - 6
              • 2 mg Ondansetron oral (als Lösung) 1mal / 12 Std.
          • >/= 0,6 m2 - </= 1,2 m2
            • Tag 1
              • initial 5 mg Ondansetron i.v. / m2 KOF
              • nach 12 Stunden: 4 mg Ondansetron oral (als Lösung oder Tablette)
            • Tag 2 - 6
              • 4 mg Ondansetron oral (als Lösung oder Tablette) 1mal / 12 Std.
          • > 1,2 m2 KOF
            • Tag 1
              • initial 5 mg Ondansetron i.v. / m2 KOF oder 8 mg Ondansetron i.v.
              • nach 12 Stunden: 8 mg Ondansetron oral (Sirup oder Tablette)
            • Tag 2 - 6
              • 8 mg Ondansetron oral (als Sirup oder Tablette) 1mal / 12 Std.
        • Dosierung nach Körpergewicht (KG)
          • 0,15 mg Ondansetron i.v. / kg KG, unmittelbar vor Chemotherapie:
            • max. 8 mg Ondansetron i.v.
          • bei Bedarf: 2 weitere i.v.-Dosen in einem Abstand von 4 Stunden
          • Gabe von oralen Dosen kann 12 Stunden später erfolgen, über bis zu 5 Tage
          • Höchstdosis
            • max. 32 mg Ondansetron / Tag
          • </= 10 kg KG
            • Tag 1
              • bis zu 3 Dosen je 0,15 mg Ondansetron i.v. / kg KG 1mal / 4 Std.
            • Tag 2 - 6
              • 2 mg Ondansetron oral (als Lösung) 1mal / 12 Std.
          • > 10 kg KG
            • Tag 1
              • bis zu 3 Dosen je 0,15 mg Ondansetron i.v. / kg KG 1mal / 4 Std.
            • Tag 2 - 6
              • 4 mg Ondansetron oral (als Lösung oder Tablette) 1mal / 12 Std.
  • postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)
    • Erwachsene
      • Prophylaxe
        • orale Gabe oder als langsame i.v. Injektion
        • orale Verabreichung:
          • 16 mg Ondansetron, 1 Std. vor Narkoseeinleitung
      • Behandlung von bereits eingetretener PONV
        • Behandlung mit Ondansetron als langsame i.v. Injektion empfohlen
    • Kinder und Jugendliche (>/= 6 Monate - 17 Jahre)
      • keine Studien zur oralen Anwendung zur Prophylaxe oder Therapie postoperativer Übelkeit und Erbrechen
      • langsam zu verabreichende i.v.-Injektion (über mind. 30 Sekunden) empfohlen
      • Kinder < 2 Jahre
        • keine Daten zur Anwendung von Ondansetron in Behandlung von PONV

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • CINV, RINV
      • Dosisanpassung oder Änderung der Einnahmefrequenz ist nicht erforderlich
    • PONV (Prophylaxe und Therapie)
      • Erfahrungen sind begrenzt
      • Ondansetron wird von Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, gut vertragen
  • Niereninsuffizienz
    • Änderung der Tagesdosis, der Einnahmehäufigkeit oder der Art der Anwendung nicht erforderlich
  • Leberinsuffizienz
    • mäßig bis schwer
      • Clearance signifikant vermindert
      • Halbwertszeit im Serum signifikant verlängert
      • tägliche Maximaldosis: 8 mg Ondansetron oral oder i.v.
  • Patienten mit eingeschränktem Spartein / Debrisoquin-Metabolismus
    • Eliminations-Halbwertszeit unverändert
    • unter wiederholter Gabe keine gegenüber der Normalbevölkerung veränderten Plasmaspiegel zu erwarten
    • Änderung der Tagesdosis oder der Einnahmehäufigkeit nicht erforderlich

Kontraindikationen

Ondansetron - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Ondansetron oder einen anderen 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten wie z.B. Granisetron oder Dolasetron
  • gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin
  • Kinder
    • detaillierte Informationen zu Altersgruppe bzw. Darreichungsform siehe jeweilige Herstellerinformation

Nebenwirkungen

Ondansetron - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (manchmal schwerwiegend), einschließlich Anaphylaxie (potenziell lebensbedrohlich)
        • auch bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen mit anderen selektiven 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Krampfanfälle
      • Bewegungsstörungen einschließlich Extrapyramidalreaktionen (ohne nachweisliche dauerhafte klinische Folgen), wie
        • dystonische Reaktionen
        • akute, krisenhafte Störungen der Okulomotorik mit Blickabweichung (Crisis oculogyris)
        • Dyskinesien
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Benommenheit (vorwiegend bei schneller i.v.-Verabreichung)
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • vorübergehende Sehstörungen (z. B. Schleiersehen) überwiegend bei i.v.-Verabreichung
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • vorübergehende Blindheit (vorwiegend bei i.v.-Verabreichung)
        • meistens bildete sich die Blindheit innerhalb von 20 Min. zurück
        • die meisten Patienten wurden mit Chemotherapeutika behandelt, einschließlich Cisplatin
        • Ursache von einigen der berichteten Fälle von vorübergehender Blindheit war corticalen Ursprungs
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arrhythmie
      • Brustschmerzen mit oder ohne ST-Streckensenkung im EKG
      • Bradykardie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • QTc-Verlängerung (einschl. Torsade de Pointes)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • myokardiale Ischämie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Wärmegefühl
      • Hitzewallung mit Rötung der Haut
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie (Blutdruckabfall)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Obstipation
        • da Ondansetron die Dickdarmpassage verlangsamt, können die Präparate bei einigen Patienten zu Obstipation führen
        • Patienten mit Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion sollten nach Gabe des Arzneimittels überwacht werden
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • asymptomatische Erhöhung von Leberwerten (üblicherweise bei Patienten, die eine Chemotherapie mit Cisplatin erhalten hatten)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • toxische Hauteruptionen, einschl. toxischer epidermaler Nekrolyse
  • Hinweis
    • Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war mit dem bei Erwachsenen beobachteten vergleichbar

Anwendungshinweise

  • Schmelztabletten zum Einnehmen
    • Schmelztablette auf die Zungenspitze legen
      • löst sich innerhalb von Sekunden auf, dann herunter schlucken
  • vor Einnahme
    • jede einzelne Schmelztablette an vorgegebener Perforierung abtrennen
    • Folie am oberen Rand aufreißen und Schmelztablette vorsichtig entnehmen
    • Schmelztablette nicht durch Folie durchdrücken
  • es stehen auch andere Darreichungsformen von Ondansetron zur Verfügung
    • z. B. Injektionslösung, Filmtabletten, Sirup, Zäpfchen
    • sowohl Art der Anwendung als auch die Dosierungen sind flexibel auswählbar

Stillzeithinweise

Ondansetron - peroral
  • Müttern unter Ondansetron wird empfohlen, ihre Säuglinge nicht zu stillen
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron in die Muttermilch von säugenden Tieren übergeht

Schwangerschaftshinweise

Ondansetron - peroral
  • Ondansetron sollte nicht während des 1. Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden
  • 1. Trimenon
    • ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien wird vermutet, dass Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es im 1. Trimenon der Schwangerschaft verabreicht wird
    • in einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von Ondansetron im 1. Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten verbunden
      • 3 zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen
      • adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95% CI 1,03 - 1,48)
  • verfügbare epidemiologische Studien zu Herzfehlbildungen
    • zeigen widersprüchliche Ergebnisse
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen

Warnhinweise

Ondansetron - peroral
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • bei Patienten beobachtet, die diese Erscheinungen auch nach Gabe anderer selektiver 5-HT3-Antagonisten gezeigt haben
    • bei Auftreten von Atembeschwerden sollten diese symptomatisch behandelt und aufmerksam durch den Arzt überwacht werden, da Atembeschwerden Symptome einer beginnenden Überempfindlichkeitsreaktion sein können
  • EKG-Veränderungen
    • Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall
    • in der Post-Marketing-Spontanberichtserfassung Fälle von Torsade de Pointes berichtet
    • Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom
      • Anwendung von Ondansetron vermeiden
    • Patienten mit verlängerter QTc-Zeit oder falls sich diese entwickeln kann
      • Ondansetron nur mit Vorsicht anwenden
      • zu dieser Patientengruppe zählen Personen
        • mit Elektrolytstörungen
        • mit kongestiver Herzinsuffizienz
        • mit Bradyarrhythmien
        • die andere Arzneimittel einnehmen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls oder Elektrolytstörungen hervorrufen
  • myokardiale Ischämie
    • Berichte über myokardiale Ischämie, bei Patienten die mit Ondansetron behandelt wurden
    • v. a. bei intravenöser Gabe traten die Symptome in einigen Fällen unmittelbar nach der Verabreichung auf, die aber bei sofortiger Behandlung wieder abklangen
    • daher sollte während und nach der Gabe von Ondansetron Vorsicht gelten
  • Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
    • sollte vor der Anwendung von Ondansetron korrigiert werden
  • Serotonin-Syndrom
    • Berichte über Auftreten eines Serotoninsyndroms (potenziell lebensbedrohlich) beigleichzeitiger Anwendung von Ondansetron mit anderen serotonergen Arzneimitteln (einschl. selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern (SSRI), Noradrenalinwiederaufnahme-Hemmern(SNRI) und Buprenorphin); die Symptome umfassen u. a.:
      • Veränderungen des Gemütszustandes
      • autonome Instabilität
      • neuromuskuläre Auffälligkeiten
      • gastrointestinale Symptome
    • falls eine gleichzeitige Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch erforderlich sein sollte
      • Patienten engmaschig überwachen
      • insbesondere bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhungen
    • wird ein Serotoninsyndrom vermutet, je nach der Schwere der Symptome
      • Dosisverringerung
      • Absetzen der Behandlung
  • Darmmotiliät
    • Ondansetron verlängert die Dickdarmpassage
    • Patienten mit Anzeichen einer subakuten Darmobstruktion sollten nach Gabe von Ondansetron überwacht werden
  • okkulte Blutungen
    • Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen mit Ondansetron kann nach Operationen an den Rachenmandeln okkulte Blutungen maskieren
    • betroffene Patienten nach Gabe von Ondansetron sorgfältig überwachen
  • Kinder und Jugendliche
    • Kinder und Jugendliche, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen Chemotherapeutika erhalten, sollten eng auf Leberfunktionsstörungen hin überwacht werden