Ordspono 2 mg/ml Konzentrat z. Herst. e. Inf.-Lös.

Regeneron GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Odronextamab →

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Fachinformationen

Indikation

  • Monotherapie zur Behandlung von Erwachsenen
    • mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (r/r FL) nach zwei oder mehr systemischen Therapielinien
    • mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) nach zwei oder mehr systemischen Therapielinien

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Konzentrat enthält 2 mg Odronextamab

  • Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (r/r FL) oder mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) nach zwei oder mehr systemischen Therapielinien
    • Tabelle 1: Prämedikationen und Postmedikationen für Patienten mit r/r FL oder r/r DLBCL
      • Prä- und Postmedikation zur Reduzierung des Risikos eines Zytokin-Freisetzungssyndroms (CRS) oder Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (infusion related reactions, IRR)
        • Prämedikation zu verabreichen für jede Dosis in Zyklus 1 sowie an Tag 1 und 8 in Zyklus 2
      • Postmedikation zu verabreichen an Tag 3, 10, 17 von Zyklus 1 und Tag 2 von Zyklus 2
      • darüber hinausgehende Prophylaxe empfohlen, um Infektionsrisiko, Risiko für ein Tumorlysesyndrom (TLS) sowie kortikosteroidinduzierte gastrointestinale (GI) Nebenwirkungen zu reduzieren, s. Fachinformation
      • Zyklus 1
        • Tag 1, 2, 8, 9, 15 und 16
          • Kortikosteroid
            • 10 Dexamethason zum Einnehmen oder Äquivalent
            • an den Tagen 2, 9 und 16 auslassen, wenn die Infusionen an aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht werden
            • Verabreichung: 12 - 24 Stunden vor der Infusion
          • Kortikosteroid
            • 20 mg Dexamethason i.v.
            • Verabreichung: 1 - 3 Stunden vor der Infusion
          • Antihistaminikum
            • 25 mg Diphenhydramin Hydrochlorid zum Einnehmen, intravenöses oder äquivalentes Antihistaminikum
            • Verabreichung: 30 - 60 Min. vor der Infusion
          • Antipyretikum
            • 650 - 1000 mg Paracetamol zum Einnehmen
            • Verabreichung: 30 - 60 Min. vor der Infusion
        • Tag 3, 10 und 17
          • Kortikosteroid
            • 10 mg Dexamethason zum Einnehmen oder Äquivalent
            • Verabreichung: 24 Stunden nach der Infusion
      • Zyklus 2
        • Tag 1
          • Kortikosteroid
            • 10 mg Dexamethason zum Einnehmen oder Äquivalent
            • Verabreichung: 12 - 24 Stunden vor der Infusion
          • Kortikosteroid
            • 20 mg Dexamethason i.v.
            • Verabreichung: 1 - 3 Stunden vor der Infusion
          • Antihistaminikum
            • 25 mg Diphenhydramin Hydrochlorid zum Einnehmen oder intravenöses oder äquivalentes Antihistaminikum
            • Verabreichung: 30 - 60 Min. vor der Infusion
          • Antipyretikum
            • 650 - 1000 mg Paracetamol zum Einnehmen
            • Verabreichung: 30 - 60 Min. vor der Infusion
        • Tag 2
          • Kortikosteroid
            • 10 mg Dexamethason zum Einnehmen oder Äquivalent
            • Verabreichung: 24 Stunden nach der Infusion
        • Tag 8
          • Kortikosteroid
            • 10 mg* Dexamethason i.v.
            • Verabreichung: 1 - 3 Stunden vor der Infusion
          • Antihistaminikum
            • 25 mg Diphenhydramin Hydrochlorid zum Einnehmen oder intravenöses oder äquivalentes Antihistaminikum
            • Verabreichung: 30 - 60 Min. vor der Infusion
          • Antipyretikum
            • 650 - 1000 mg Paracetamol zum Einnehmen
            • Verabreichung: 30 - 60 Min. vor der Infusion
      • * bei Auftritt eines CRS oder einer IRR an Tag 1 von Zyklus 2: für die nächste Dosis 20 mg Dexamethason i.v. verabreichen, bis die Dosis vertragen wird ohne Auftreten eines CRS oder einer IRR
    • Tabelle 2: Empfohlene Dosis
      • Zyklus 1 bis 4: 21 Tage / Behandlungszyklus
      • Verabreichung der jeweils nächsten Dosis nur, wenn die vorherige vertragen wurde
      • Informationen zu Dosen, die nicht vertragen wurden, s. Fachinformation (Tabelle 4, 5 und 6)
      • Behandlungsdauer: bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten einer inakzeptablen Toxizität
      • Zyklus 1* (schrittweise Dosissteigerung)
        • Tag 1
          • r/r FL und r/r DLBCL: 0,2 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
        • Tag 2
          • r/r FL und r/r DLBCL: 0,5 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
        • Tag 8
          • r/r FL und r/r DLBCL: 2 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
        • Tag 9
          • r/r FL und r/r DLBCL: 2 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
        • Tag 15
          • r/r FL und r/r DLBCL: 10 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
        • Tag 16
          • r/r FL und r/r DLBCL: 10 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
      • Zyklus 2 bis 4*
        • Tag 1
          • r/r FL: 80 mg
          • r/r DLBCL: 160 mg
          • Verabreichung als 4-stündige Infusion
            • bei Verträglichkeit kann für alle nachfolgenden Dosen ab Tag 8 von Zyklus 2 die Infusionsdauer auf 1 Stunde reduziert werden
        • Tag 8
          • r/r FL: 80 mg
          • r/r DLBCL: 160 mg
        • Tag 15
          • r/r FL: 80 mg
          • r/r DLBCL: 160 mg
      • Erhaltungstherapie (alle 2 Wochen)
        • Beginn: eine Woche nach Ende von Zyklus 4
          • r/r FL: 160 mg
          • r/r DLBCL: 320 mg
          • Infusionsdauer: bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten einer inakzeptablen Toxizität alle zwei Wochen als 1-stündige Infusion verabreichen
      • Erhaltungstherapie (alle 4 Wochen)
        • Beginn: wenn ein Patient 9 Monate lang ein vollständiges Ansprechen (CR) zeigt, Erhaltungsdosis alle 4 Wochen verabreichen
          • r/r FL: 160 mg
          • r/r DLBCL: 320 mg
          • Infusionsdauer: bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten einer inakzeptablen Toxizität alle vier Wochen als 1-stündige Infusion verabreichen
    • Tabelle 3: Empfehlungen für die Wiederaufnahme der Therapie mit Ordspono nach einer Dosisverzögerung
      • Zyklus 1
        • Tag 1
          • letzte verabreichte Dosis
            • r/r FL, r/r DLBCL: 0,2 mg
          • Zeit seit der letzten verabreichten Dosis
            • mehr als 3 Tage: Wiederaufnahme beginnend mit 0,2 mg (Tag 1 von Zyklus 1)
        • Tag 2
          • letzte verabreichte Dosis
            • r/r FL, r/r DLBCL: 0,5 mg
          • Zeit seit der letzten verabreichten Dosis
            • weniger als 2 Wochen
              • die nächste geplante Dosis verabreichen*
            • 2 Wochen oder mehr
              • Wiederaufnahme beginnend mit 0,2 mg (Tag 1 von Zyklus 1)
        • Tag 8 und 9
          • letzte verabreichte Dosis
            • r/r FL, r/r DLBCL: 2 mg
          • Zeit seit der letzten verabreichten Dosis
            • weniger als 3 Wochen
              • die nächste geplante Dosis verabreichen*
            • 3 - 4 Wochen
              • 2 mg verabreichen (Tag 9 von Zyklus 1) und anschließend den vorgesehenen Behandlungsplan wiederaufnehmen
            • mehr als 4 Wochen
              • Wiederaufnahme beginnend mit 0,2 mg (Tag 1 von Zyklus 1)
        • Tag 15 und 16
          • letzte verabreichte Dosis
            • r/r FL, r/r DLBCL: 10 mg
          • Zeit seit der letzten verabreichten Dosis
            • weniger als 3 Wochen
              • die nächste geplante Dosis verabreichen*
            • 3 - 5 Wochen
              • 10 mg verabreichen (Tag 16 von Zyklus 1) und anschließend den vorgesehenen Behandlungsplan wiederaufnehmen
            • mehr als 5 Wochen
              • Wiederaufnahme beginnend mit 0,2 mg (Tag 1 von Zyklus 1)
      • Zyklus 2 bis 4
        • Tag 1, 8, 15
          • letzte verabreichte Dosis
            • r/r FL: 80 mg
            • r/r DLBCL: 160 mg
          • Zeit seit der letzten verabreichten Dosis
            • weniger als 7 Wochen
              • die nächste geplante Dosis verabreichen*
            • 7 - 10 Wochen
              • 10 mg verabreichen (Tag 16 von Zyklus 1) und anschließend den vorgesehenen Behandlungsplan wiederaufnehmen
            • mehr als 10 Wochen
              • Wiederaufnahme beginnend mit 0,2 mg (Tag 1 von Zyklus 1)
      • Erhaltungstherapie
        • alle 2 Wochen oder alle 4 Wochen nach Auftechterhaltung des CR über 9 Monate
          • letzte verabreichte Dosis
            • r/r FL: 160 mg
            • r/r DLBCL: 320 mg
          • Zeit seit der letzten verabreichten Dosis
            • weniger als 7 Wochen
              • die nächste geplante Dosis verabreichen*
            • 7 - 10 Wochen
              • 10 mg verabreichen (Tag 16 von Zyklus 1) und anschließend den vorgesehenen Behandlungsplan wiederaufnehmen
            • > 10 Wochen
              • Wiederaufnahme beginnend mit 0,2 mg (Tag 1 von Zyklus 1)
      • Prä- und Postmedikationen gemäß Tabelle 1 verabreichen
      • * Aufnahme des Behandlungsplans gemäß Tabelle 2, ohne Auslassung von Dosen
    • Umgang mit Nebenwirkungen bei der Behandlung von Patienten mit r/r FL oder r/r DLBCL, s. Fachinformation

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)
  • Ältere Menschen
    • keine Dosisanpassung empfohlen
  • Nierenfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung empfohlen
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht bis mäßig
      • keine Dosisanpassung empfohlen
    • schwer (Gesamtbilirubin > 3 bis 10 x ONG und jeglicher AST-Wert)
      • keine Dosisempfehlungen (nicht untersucht)

Kontraindikationen

Odronextamab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Odronextamab

Nebenwirkungen

Odronextamab - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • COVID-19-Infektion, einschließlich COVID-19-Lungenentzündung
      • Pneumonie (umfasst durch Bakterien, Pilze und Viren verursachte Pneumonie, einschließlich CMV und PJP)
      • Zytomegalievirus-Infektion, umfasst CMV Infektion, Reaktivierungen und Virämie
      • Infektion der oberen Atemwege, umfasst Nasopharyngitis, Infektion der oberen Atemwege und virale Infektion der oberen Atemwege
      • Harnwegsinfektion
      • Herpesvirus-Infektion, einschließlich Heres Zoster
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektion der Atemwege, umfasst bakterielle Infektionen und Virusinfektionen
      • Pilzinfektion, umfasst systemische, Schleimhaut- und Hautpilzinfektionen
      • Sinusitis
      • Sepsis, umfasst bakterielle Sepsis, Sepsis durch Pseudomonas, Sepsis und septischen Schock
      • Bakteriämie
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Anämie
      • Neutropenie
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Lymphopenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Febrile Neutropenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Zytokin-Freisetzungssyndrom
        • CRS-Ereignisse wurden nach Ermessen des Prüfarztes mit Handlungsempfehlung basierend auf dem Zeitpunkt des Auftretens nach Beginn der Infusion berichtet
        • die Daten für diese Ereignisse werden bei Patienten berichtet, die mit dem empfohlenen Schema zur schrittweisen Dosissteigerung behandelt wurden (N = 197)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypokaliämie
      • Appetit vermindert
      • Hyperglykämie
      • Hyponatriämie
      • Hypophosphatämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypomagnesiämie
      • Hypoalbuminämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tumorlysesyndrom
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schlaflosigkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gemütszustand verändert, umfasst veränderten Gemütszustand, kognitive Störung, Enzephalopathie, Somnolenz, Verwirrtheitszustand, Aufmerksamkeitsstörung und Desorientiertheit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Periphere Neuropathie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Aphasie, einschließlich Dysarthrie
      • Neurotoxizität
      • Immuneffektorzellenassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom
        • eine Bewertung der Immuneffektorzellassoziierten Enzephalopathie (ICE) wurde nicht systematisch durchgeführt
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tachykardie
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Husten
      • Dyspnoe
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Interstitielle Lungenerkrankung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhö
      • Übelkeit
      • Abdominalschmerz, umfasst aufgetriebenen Bauch, abdominale Beschwerden, Abdominalschmerz, Schmerzen Unterbauch und Schmerzen Oberbauch
      • Obstipation
      • Erbrechen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ausschlag, umfasst Dermatitis, Erythem, makulo-papulösen Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz und toxischen Hautausschlag
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Fieber
      • Ermüdung/Fatigue, umfasst Asthenie, Ermüdung, Unwohlsein und Lethargie
      • Ödem, umfasst lokalisiertes Ödem, generalisiertes Ödem und Lungenödem
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Alaninaminotransferase erhöht
      • Aspartataminotransferase erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gamma-Glutamyltransferase erhöht
      • Bilirubin im Blut erhöht
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion
        • IRR-Ereignisse wurden nach Ermessen des Prüfarztes mit Handlungsempfehlung basierend auf dem Zeitpunkt des Auftretens nach Beginn der Infusion berichtet
        • die Daten für diese Ereignisse werden bei Patienten berichtet, die mit dem empfohlenen Schema zur schrittweisen Dosissteigerung behandelt wurden (N = 197)

Anwendungshinweise

  • Verabreichung nur unter Überwachung von in der Anwendung von onkologischen Therapien qualifiziertem medizinischem Fachpersonal in einem Umfeld, das medizinisch ausreichend ausgerüstet ist, um schwere Reaktionen im Zusammenhang mit dem Zytokin-Freisetzungssyndrom (cytokine release syndrome, CRS) zu behandeln
  • Verabreichung an gut hydrierte Patienten
  • Zyklus 1
    • vor Verabreichung des Arzneimittels ist zu gewährleisten, dass mind. eine Dosis Tocilizumab für den Fall eines CRS zur Verfügung steht
    • Zugang zu zusätzlicher Tocilizumab-Dosis innterhalb von 8 Stunden der vorherigen Tocilizumab-Dosis sollte möglich sein
    • Verabreichung als 4-stündige Infusion
  • Zyklus 2
    • Reduzierung der Infusionsdauer bei allen nachfolgenden Dosen auf 1 Stunde möglich, wenn Infusion an Tag 1 von Zyklus 2 vertragen wurde
    • weitere Informationen, s. Fachinformation.
  • nur zur intravenösen (i.v.) Anwendung nach Verdünnung bestimmt
    • Verdünnung unter aseptischen Bedingungen
    • Verabreichung über speziell vorgesehene Infusionsleitung
    • keine Verabreichung als Stoß- oder Bolusinjektion
  • Informationen zu den Prämedikationen und Postmedikationen sind Tabelle 1
  • Behandlungsleitlinien bei Dosen, die nicht vertragen werden, s. Tabelle 4, 5 und 6 der Fachinformation
  • Hinweise zur Verdünnung vor der Anwendung und weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Odronextamab - invasiv
  • Frauen sollte geraten werden, während der Behandlung mit Odronextamab und für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis nicht zu stillen, da beim gestillten Kind das potenzielle Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen besteht
  • keine Informationen über das Vorhandensein von Odronextamab in der Muttermilch, die Auswirkungen auf den gestillten Säugling oder auf die Milchproduktion vorliegend
  • bekannt, dass humanes IgG in die Muttermilch übergehen kann

Schwangerschaftshinweise

Odronextamab - invasiv
  • Anwendung während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen
  • es ist bekannt, dass humanes Immunglobulin G (IgG) die Plazenta passiert
    • Odronextamab hat das Potenzial, von der Mutter auf den sich entwickelnden Fötus überzugehen
    • aufgrund seines Wirkmechanismus kann Odronextamab bei Verabreichung an eine Schwangere fötale Schäden verursachen, einschließlich B-Zell-Lymphozytopenie
  • keine Erfahrungen mit der Anwendung von Odronextamab bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentellen Studien
    • keine in Bezug auf eine Reproduktions- oder Entwicklungstoxizität von Odronextamab durchgeführt
  • Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Odronextamab und für mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Fertilität
    • keine Daten zu den Auswirkungen von Odronextamab auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentellen Studien
      • keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die männlichen oder weiblichen Fortpflanzungsorgane oder Fertilitätsparameter

Warnhinweise

Odronextamab - invasiv
  • Rückverfolgbarkeit
    • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden
  • Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) und Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (IRR)
    • Arzneimittel kann ein Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) verursachen, das schwerwiegend oder lebensbedrohlich sein kann
    • zu den klinischen Anzeichen und Symptomen des CRS gehörten unter anderem
      • Fieber
      • Hypotonie
      • Hypoxie
      • Tachykardie
      • Schüttelfrost
      • Dyspnoe
      • Kopfschmerzen
    • CRS-Ereignisse traten vorwiegend in Zyklus 1 auf
    • bei Patienten mit CRS wurde ein vorübergehender Anstieg der Leberenzyme beobachtet
    • Leitlinien zur CRS-Überwachung und -Behandlung beachten
    • Therapie sollte gemäß dem Schema zur schrittweisen Dosissteigerung eingeleitet werden
    • Prämedikationen sollten zur Reduzierung des CRS-Risikos verabreicht werden
    • Patienten sollten nach der Arzneimittel-Gabe entsprechend auf ein potenzielles CRS überwacht werden
    • Schema zur schrittweisen Dosissteigerung und die Prämedikationen wurden festgelegt, um das CRS Risiko zu mindern, und sie sind zu befolgen (siehe Rubrik "Dosierung")
    • Überwachung und Behandlung von CRS
      • Patienten sollten während und nach der Verabreichung von Odronextamab auf Anzeichen und Symptome eines CRS zur sofortigen Intervention überwacht werden
      • Patienten sollten für mindestens 24 Stunden nach der Verabreichung jeder Dosis im Rahmen der schrittweisen Steigerung der Odronextamab-Dosis und nach der ersten vollen Dosis in der Nähe einer qualifizierten Gesundheitseinrichtung bleiben
      • bei den ersten Anzeichen eines CRS sind die Patienten unverzüglich hinsichtlich einer Hospitalisierung zu beurteilen, gemäß den "Empfehlungen zum Umgang mit dem Zytokin-Freisetzungssyndrom" (siehe Dosierung) aufgeführten Leitlinien zu behandeln und unterstützende Therapiemaßnahmen sind vorzunehmen
      • Odronextamab ist abhängig vom Schweregrad des CRS auszusetzen oder dauerhaft abzusetzen
      • Patienten sollten angewiesen werden, sich sofort in medizinische Behandlung zu begeben, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome eines CRS auftreten
      • Patienten, bei denen es zu einem CRS (oder zu anderen Nebenwirkungen, die das Bewusstsein beeinträchtigen) kommt, müssen untersucht und angewiesen werden, bis zum Abklingen kein Fahrzeug zu führen und keine schweren oder potenziell gefährlichen Maschinen zu bedienen
      • einige Manifestationen einer Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion (IRR) lassen sich klinisch nicht von Manifestationen des CRS unterschieden
      • bei einer IRR ist, abhängig vom Schweregrad der Reaktion, die Dosis auszusetzen, die Infusionsgeschwindigkeit herabzusetzen oder Odronextamab dauerhaft abzusetzen
  • schwerwiegende Infektionen
    • Odronextamab kann schwere oder tödliche Infektionen verursachen
    • Überwachung und Behandlung von schweren Infektionen
      • Patienten sollten vor und während der Behandlung mit Odronextamab auf das Auftreten möglicher bakterieller, Pilz- und neuer oder reaktivierter Virusinfektionen zu überwachen und entsprechend zu behandeln
      • Odronextamab soll bei Vorliegen einer aktiven Infektion nicht verabreicht werden
      • Vorsicht ist geboten, wenn die Anwendung von Odronextamab bei Patienten mit wiederkehrenden oder chronischen Infektionen in der Anamnese in Betracht gezogen wird
      • prophylaktische antimikrobielle Wirkstoffe sind nach Bedarf zu verabreichen
      • prophylaktische Behandlung für Pneumocystis jirovecii-Pneumonie (PJP) wird für alle Patienten empfohlen
      • prophylaktische Behandlung wird für Patienten mit anamnestisch bekannten Herpesvirus-Infektionen und Zytomegalievirus(CMV)-Infektionen empfohlen
      • antivirale Behandlung wird für Patienten mit positivem Hepatitis-B-Oberflächenantigen, Hepatitis-B-Core, Antikörprer und/oder messbarer Viruslast empfohlen
      • Gabe von intravenösem Immunglobulin (IVIG) sollte gemäß den Leitlinien in Betracht gezogen werden
    • während der Behandlung mit Odronextamab wurde über febrile Neutropenie berichtet
      • im Falle einer febrilen Neutropenie sollten Patienten auf Infektionen beurteilt und mit Antibiotika, Flüssigkeiten und anderen unterstützenden Therapiemaßnahmen gemäß den lokalen Leitlinien behandelt werden
    • abhängig vom Schweregrad ist Odronextamab auszusetzen oder ein dauerhaftes Absetzen von Odronextamab in Erwägung zu ziehen
  • neurologische Toxizität
    • nach der Behandlung mit Odronextamab sind neurologische Toxizitäten wie das Immuneffektorzellenassoziierte Neurotoxizitätssyndrom (ICANS), Aphasie und Enzephalopathie, die schwerwiegend sein können, aufgetreten
    • Überwachung und Behandlung von neurologischen Toxizitäten
      • Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome neurologischer Toxizität überwacht und beurteilt werden und unterstützende Therapiemaßnahmen erhalten
      • Odronextamab ist abhängig vom Schweregrad auszusetzen oder dauerhaft abzusetzen
      • Patienten sollten angewiesen werden, sich in medizinische Behandlung zu begeben, wenn Anzeichen oder Symptome neurologischer Toxizität auftreten
  • Tumorlysesyndrom (TLS)
    • bei Patienten, die Odronextamab erhielten, wurde über TLS berichtet
    • Patienten mit hoher Tumorlast, schnell proliferierenden Tumoren oder Nierenfunktionsstörungen haben ein größeres Risiko für das TLS
    • Patienten mit einem erhöhten TLS-Risiko sollten vor der Verabreichung von Odronextamab ausreichend hydriert sein and prophylaktische Urikostatika/Urikolytika (z. B. Allopurinol oder Rasburicase) erhalten
  • Überwachung und Behandlung von TLS
    • Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome von TLS, einschließlich Blutchemie, überwacht und jegliche Auffälligkeiten unverzüglich behandelt werden
  • Pneumonitis/Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)
    • Pneumonitis/ILD, die lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen kann, wurde bei Patienten, die Odronextamab erhielten, berichtet
    • sollte bei respiratorischen Symptomen ohne ursächlichen Erreger in Betracht gezogen werden
  • Patientenkarte
    • Patientenkarte beschreibt die häufigsten Anzeichen und Symptome des CRS und neurologischer Toxizität, einschließlich ICANS, und gibt Anweisungen, wann sich ein Patient unverzüglich in medizinische Behandlung begeben muss
    • der verschreibende Arzt muss die Risiken der Odronextamab-Therapie mit dem Patienten besprechen
    • den Patienten wird eine Patientenkarte ausgehändigt und sie werden angewiesen, sie jederzeit bei sich zu tragen und sie ihrem medizinischen Fachpersonal vorzulegen
  • Immunisierung
    • Lebendimpfstoffe und/oder attenuierte Lebendimpfstoffe sollten nicht gleichzeitig mit Odronextamab verabreicht werden
    • keine Studien mit Patienten durchgeführt, die kürzlich Lebendimpfstoffe erhalten haben