Oxytetracyclin-Prednisolon-Augensalbe JENAPHARM

MIBE GmbH Arzneimittel
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Oxytetracyclin/Prednisolon →

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Fachinformationen

Indikation

  • Therapie oberflächlicher bakterieller entzündlicher Prozesse am Auge, verursacht durch oxytetracyclinempfindliche Erreger, die gleichzeitig der Behandlung mit einem Glucocorticoid bedürfen wie
    • Konjunktivitis
    • Blepharitis
    • Infektionen bei Augenverletzungen (Verätzungen und Verbrennungen)

Dosierung

Basiseinheit: 1 g Augensalbe enthält 5,0 mg Oxytetracyclinhydrochlorid und 2,5 mg Prednisolon

  • entzündliche Prozesse am Auge
    • 1 cm Salbenstrang (ca. 0,1 mg Oxytetracyclinhydrochlorid und ca. 0,05 mg Prednisolon) 3 - 6mal / Tag
    • Behandlungsdauer
      • abhängig von Art und Schwere der Erkrankung
      • vom Arzt festzulegen
      • bis 3 Tage nach Abklingen der Beschwerden
      • nur in begründeten Ausnahmefällen > 14 Tage
    • Kinder und Jugendliche
      • Anwendung prednisolonhaltiger Arzneimittel im Wachstumsalter bei Kindern erfordert sehr strenge Indikationsstellung
      • sollte jedoch nicht bei Kindern < 8 Jahren angewendet werden (wegen des Oxytetracyclingehaltes)

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Oxytetracyclin sowie anderen Tetracyclinen und Prednisolon oder einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
  • Augentuberkulose und Pilzerkrankungen am Auge (Gefahr der Verschlimmerung einer Infektion, ggf. Perforation der Hornhaut)
  • virusbedingte Augeninfektionen (ohne entsprechende Begleittherapie)
  • epitheliale Herpes-simplex-Keratitis (dendritische Keratitis)
  • bei vorausgegangenem Herpes simplex sollte die Anwendung nur unter strenger augenärztlicher Kontrolle erfolgen
  • Verletzungen und ulzeröse Prozesse der Hornhaut
  • Eng- und Weitwinkelglaukom
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung bei Substanzdefekten der Kornea wegen der Gefahr einer Hornhautperforation
  • insbesondere wenn das Präparat für 10 Tage oder länger angewendet wird, sollten der Augeninnendruck und die Hornhaut in jedem Fall regelmäßig überwacht werden

Nebenwirkungen

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei längerem Gebrauch kann eine Sekundärinfektion durch Oxytetracyclin-resistente Bakterien oder Pilze auftreten
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • durch Oxytetracyclin hervorgerufene allergische Reaktionen
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Katarakt
      • Mydriasis
      • Ptosis
      • nach längerer Anwendung von Oxytetracyclin-Prednisolon-Augensalbe kann es durch Prednisolon bei prädisponierten Patienten zu einem Anstieg des Augeninnendrucks mit der Möglichkeit der Entstehung eines Glaukoms kommen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • nach lokaler Anwendung von Glukokortikoiden
        • Keratitis
        • Konjunktivitis
        • akute vordere Uveitis (Iritis)
        • Hornhautgeschwüre
        • vorübergehender Verlust der Akkommodation
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach lokaler Anwendung von Glukokortikoiden
        • vorübergehendes Brennen und Stechen
        • andere leichte Symptome von Augenirritationen, u. a. verschwommenes Sehen, Fremdkörpergefühl im Auge und Augenreizungen
        • allergische Reaktionen
      • antiproliferative Wirkung von Prednisolon kann die Wundheilung und Narbenbildung verzögern
      • bei Erkrankungen, die eine Verringerung der Schichtdicke von Sklera und Hornhaut verursachen, besteht vor allem bei längerer Anwendung von Oxytetracyclin-Prednisolon-Augensalbe eine erhöhte Perforationsgefahr
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Photodermatosen bei empfindlichen Personen (durch Oxytetracyclin)
        • Absetzen des Präparates erforderlich
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • systemische Aufnahme möglich
      • systemische Nebenwirkungen von Glukokortikoiden bei der lokalen Anwendung nicht ausgeschlossen

Anwendungshinweise

  • Applikation in den unteren Bindehautsack des betroffenen Auges nach Herabziehen des unteren Lides
  • Verteilung der Salbe durch mehrere Lidschläge und Bewegung des Augapfels

Stillzeithinweise

  • Anwendung während der Stillzeit ist kontraindiziert
  • Oxytetracyclin und Prednisolon treten in die Muttermilch übe
  • aufgrund des Oxytetracyclingehaltes muss abgestillt werden, wenn eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich ist

Schwangerschaftshinweise

  • Anwendung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert
  • beim ungeborenen Kind kann Oxytetracyclin zu nicht mehr rückbildungsfähigen Zahnschäden (Verfärbung, Defekte im Zahnschmelz, erhöhte Anfälligkeit für Karies) sowie zu einer rückbildungsfähigen Verzögerung des Knochenwachstums führen
  • es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Oxytetracyclin-Prednisolon-Augensalbe bei Schwangeren vor
  • tierexperimentelle Studien mit Oxytetracylinhydrochlorid sowie mit Prednisolon haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • für den Menschen gibt es bisher keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung von Prednisolon
  • bei einer Behandlung zum Ende der Schwangerschaft besteht für den Fetus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde, die eine ausschleichende Substitutionsbehandlung des Neugeborenen erforderlich machen kann
  • es besteht besonders in der Schwangerschaft die Gefahr einer mütterlichen Leberschädigung, die dem Krankheitsbild nach der akuten Schwangerschaftshepatopathie ähnelt

Warnhinweise

  • während der Anwendung dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden
  • Kinder und Jugendliche
    • systemische Anwendung tetracyclinhaltiger Arzneimittel kann während der Dentitionsphase bei Kindern unter 8 Jahren durch Ablagerung von Calcium-Orthophosphat-Komplexen zu bleibenden Zahnverfärbungen, zur Unterentwicklung des Zahnschmelzes (Zahnschmelzhypoplasien) und zur Verzögerung der Knochenentwicklung führen
    • obwohl diese Effekte aufgrund der niedrigen Dosis von Oxytetracyclin bei Anwendung der Oxytetracyclin-Prednisolon-Augensalbe am Auge unwahrscheinlich sind, sollte ein mögliches Auftreten dieser Effekte in Betracht gezogen werden
    • Anwendung prednisolonhaltiger Arzneimittel im Wachstumsalter bei Kindern erfordert eine sehr strenge Indikationsstellung
  • wegen der Gefahr von Infektionen durch resistente Bakterien und Pilze, der Perforation der Kornea oder der Steigerung des Augeninnendrucks darf die Behandlung mit Oxytetracyclin-Prednisolon-Augensalbe nur unter ständiger ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden
  • bei längerer Anwendung der Augensalbe ist der Augeninnendruck regelmäßig zu kontrollieren