OZALIN 2 mg/ml Lösung zum Einnehmen im Einzeldosis

ISTITUTO GENTILI S.R.L. Wirkstoff: Midazolam →

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Fachinformationen

Indikation

Säuglinge, Kinder und Jugendliche >/= 6 Monate - 17 Jahre

  • mäßige Sedierung vor einem therapeutischen oder diagnostischen Eingriff, um Angst, Stress und Unruhe aufgrund des Eingriffs zu lindern
  • Prämedikation vor einer Narkose

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 2 mg Midazolam

  • mäßige Sedierung vor einem therapeutischen oder diagnostischen Eingriff, um Angst, Stress und Unruhe aufgrund des Eingriffs zu lindern / Prämedikation vor einer Narkose
    • Kinder und Jugendliche >/= 6 Monate
      • 0,25 mg / kg Körpergewicht als Einzeldosis
      • weitere, direkt nachfolgende Dosis nicht empfohlen (keine Daten zu einer wiederholten Verabreichung vorhanden)
      • max. Dosis: 20 mg Midazolam (gilt auch für Kinder und Jugendliche > 80 kg KG)
      • übergewichtige Kinder
        • Dosis entsprechend tatsächlichem Körpergewicht
        • Obergrenze jedoch max. 20 mg
      • Nierenfunktionsstörung
        • chronische Niereninsuffizienz
          • Anwendung mit Vorsicht (evtl. verzögerte Elimination von Midazolam und ggf. verlängerte Wirkung)
      • Leberfunktionsstörung
        • verringerte Clearance von Midazolam, dadurch erhöhte terminale Halbwertszeit (zur Elimination) sowie erhöhte Bioverfügbarkeit
        • nach Anwendung sorgfältige Überwachung dieser Wirkungen und der Vitalzeichen erforderlich
        • schwere Leberfunktionsstörung: kontraindiziert
      • Kinder und Jugendliche < 6 Monate
        • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Midazolam - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Midazolam oder Benzodiazepinderivate
  • Abhängigkeitsanamnese
  • akute Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel- sowie Psychopharmakaintoxikation (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium)
  • Myasthenia gravis
  • schwere Ateminsuffizienz oder aktuer Atemdepression
  • anatomische Anomalie der Atemwege oder Lungenerkrankung
  • Schlafapnoe-Syndrom
  • schwere Leberfunktionsstörung
    • Benzodiazepine nicht für die Behandlung von Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung angezeigt, da sie eine Enzephalopathie hervorrufen können
  • gleichzeitige Behandlung
    • mit sehr starken CYP3A-Induktoren oder -Inhibitoren, z.B.
      • Ketoconazol
      • Itraconazol
      • Voriconazol
      • Amprenavir
      • Indinavir
      • Nelfinavir
      • Ritonavir
      • HIV-Proteaseinhibitoren (einschließlich Ritonavir-geboosteter Kombinationspräparate)
      • HCV-Protease-Inhibitoren Boceprevir und Telaprevir

Therapiehinweise

Einnahme auf nüchternen Magen.

Nebenwirkungen

Midazolam - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeit
      • Angioödeme
      • Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen
        • Hautreaktionen
        • Herz-Kreislauf-Ereignisse
        • Bronchospasmus
        • anaphylaktischer Schock
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Verwirrtheitszustände (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Desorientiertheit
      • Gefühls- und Gemütsschwankungen (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Euphorie
      • Veränderung der Libido
      • Depression (eine vorbestehende Depression kann durch die Behandlung mit Benzodiazepinen demaskiert werden)
      • Paradoxe Reaktionen (tritt häufiger bei älteren Patienten auf) wie
        • Ruhelosigkeit (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Agitiertheit (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Überaktivität (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Nervosität (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Angst (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Reizbarkeit (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Aggressivität (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Wut (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Albträume (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • anomale Träume (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • Halluzinationen (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • unangemessenes Verhalten (Effekt tritt häufiger bei älteren Patienten auf)
        • andere negative Auswirkungen auf das Verhalten
        • unwillkürliche Bewegungen (einschließlich tonischer/klonischer Krämpfe und Muskeltremor)
        • Hyperaktivität
        • Feindseligkeit
        • Zornreaktionen
        • paroxysmale Erregung und Tätlichkeiten (vor allem bei Kindern und älteren Personen)
        • Enthemmung
        • Erregung
        • Dysphorie
      • Körperliche Arzneimittelabhängigkeit
      • Entzugserscheinungen
      • Abusus
      • Schlafstörungen
      • Akathisie
      • Gang-Instabilität
      • Zittern
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Benommenheit (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Kopfschmerzen (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Schwindel (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • verminderte Wachsamkeit (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Ataxie (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Bei Prämedikation: Einfluss auf die postoperative Sedierung
      • anterograde Amnesie
      • anhaltende Sedierung / Übersedierung
      • Somnolenz
      • Vertigo
      • Dysarthrie
      • Speichelfluss
      • Enurese
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Doppeltsehen (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • verschwommenes Sehen (im Allgemeinen geringfügig)
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzstillstand
      • Herzinsuffizienz
      • Hypotonie
      • veränderte Herzfrequenz (Tachykardie, Bradykardie)
      • vasodilatierende Wirkung
      • Kounis-Syndrom (insbesondere nach parenteraler Anwendung)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemdepression
      • Apnoe
      • Atemstillstand
      • Dyspnoe
      • Laryngospasmus
      • Atemwegsobstruktion
      • Rasselgeräusche / Atemgeräusche
      • Hypoxämie
      • vorübergehende Desaturation
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gastrointestinale Störungen
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Schluckauf
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautreaktionen
      • Hautausschlag
      • urtikarielle Reaktion
      • Pruritus
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelschwäche (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • beeinträchtigte Muskelkontrolle
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • (ungewöhnliche) Müdigkeit (tritt überwiegend zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet normalerweise bei wiederholter Anwendung)
      • Schwächegefühl
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stürze, Knochenbrüche
        • erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko v.a. bei älteren mit Benzodiazepinen behandelten Patienten

Anwendungshinweise

  • Verabreichung nur von medizinischem Fachpersonal
  • vor der Sedierung sollten die allgemeinen Richtlinien für den Nüchternzustand befolgt werden
  • nur zum Einnehmen bestimmt
  • Verabreichung mithilfe einer speziellen Applikationsspritze (genaue Hinweise s. Fachinformation)
  • Einnahme etwa 30 Min. vor dem Eingriff oder der Narkose
  • vollständige Hinweise zur Handhabung und Verabreichung s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Midazolam - peroral
  • nach Gabe einer einmaligen Dosis Midazolam muss unter Umständen nicht abgestillt werden
    • nach einer Midazolam-Gabe sollten stillende Frauen ihre Kinder 24 Stunden lang nicht stillen
  • Übergang in die Muttermilch
    • Midazolam wird in geringen Mengen (zu 0,6 %) in die Muttermilch ausgeschieden

Schwangerschaftshinweise

Midazolam - peroral
  • Midazolam kann während der Schwangerschaft bei zwingender Indikation angewendet werden
    • bei Anwendung von Midazolam im 3. Trimenon sollte das Risiko für die Neugeborenen berücksichtigt werden
      • Säuglinge, deren Mütter während der letzten Schwangerschaftsphase längerfristig mit Benzodiazepinen behandelt wurden, können eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und daher dem Risiko von Entzugserscheinungen nach der Geburt ausgesetzt sein
  • keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Midazolam bei Schwangeren vorliegend
    • Erkenntnislage für eine Beurteilung der Sicherheit einer Anwendung von Midazolam in der Schwangerschaft reicht momentan nicht aus
  • wie bei anderen Benzodiazepinen beim Menschen Fetotoxizität beobachtet
  • bei geburtsnahen Eingriffen sollte das Risiko für das Neugeborene durch eine Midazolam-Gabe berücksichtigt werden
  • 1. und 2. Trimenon
    • keine Daten zu exponierten Schwangerschaften vorliegend
  • 3. Trimenon, Anwendung während der Geburt
    • bei einem Kaiserschnitt ist von einer Anwendung abzuraten
    • wenn Midazolam aus chirurgischen Gründen am Ende der Schwangerschaft angewendet wird, muss das Risiko für das Neugeborene in Betracht gezogen werden
    • bei Anwendung hoher Dosen von Midazolam im letzten Trimenon der Schwangerschaft oder während der Geburt oder bei Gabe zur Narkoseeinleitung bei Kaiserschnitt: Auslösung maternaler oder fetaler Nebenwirkungen berichtet
      • Aspirationsgefahr von Flüssigkeiten und Mageninhalt während der Geburt bei der Mutter
      • Unregelmäßigkeiten der fetalen Herzfrequenz
      • Hypotonie, Saugschwäche, Hypothermie und Atemdepression beim Neugeborenen
  • tierexperimentelle Studien
    • keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
      • jedoch wurde bei anderen Benzodiazepinen eine Fetotoxizität beobachtet
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien ergaben keine Beeinträchtigung der Fertilität

Warnhinweise

Midazolam - peroral
  • Hinweise zur Indikation Sedierung vor Eingriffen
    • Midazolam sollte nur durch medizinisches Fachpersonal in einer Umgebung angewendet werden, in der die Überwachung und Unterstützung der respiratorischen und kardiovaskulären Funktion gewährleistet ist, und von Personen, die speziell auf die Erkennung und Behandlung erwarteter Nebenwirkungen, einschließlich respiratorischer und kardialer Reanimation, geschult sind
    • es wurden schwere kardiorespiratorische Nebenwirkungen berichtet
      • diese umfassten Atemdepression, Apnoe, Atemstillstand und / oder Herzstillstand
      • diese lebensbedrohlichen Vorfälle sind bei einer hohen Dosierung wahrscheinlicher
  • Gewöhnung
    • es kann zu einem geringen Wirksamkeitsverlust des hypnotischen Effekts von kurzwirksamen Benzodiazepinen kommen, wenn diese über einige Wochen wiederholt angewendet werden
  • besondere Vorsicht ist bei der Gabe von Midazolam bei Risikopatienten (ggf. niedrigere Dosierung und Überwachung der Vitalfunktionen):
    • Patienten > 60 Jahre
    • Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand (empfindlicher gegenüber den Wirkungen von Benzodiazepinen auf das zentrale Nervensystem) oder chronischer Erkrankung, z.B.
      • Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz
      • Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, (leichter oder mittelschwerer) Leberfunktionsstörungen oder Herzinsuffizienz
    • Kinder, v.a. Kinder mit Kreislaufschwäche
  • Risiken durch eine gleichzeitige Anwendung mit Opioiden
    • kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
    • gleichzeitige Verschreibung nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
    • wenn als notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
    • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
    • wird dringend empfohlen, Patienten und deren Bezugspersonen (falls zutreffend) über diese Symptome zu informieren
  • Myasthenia gravis
    • wie bei allen Substanzen mit zentral dämpfenden und/oder muskelrelaxierenden Eigenschaften ist besondere Vorsicht geboten,
  • Überwachung
    • Patienten müssen nach der Gabe von Midazolam entsprechend beobachtet werden, da die Empfindlichkeit einzelner Patienten unterschiedlich sein kann und Symptome einer Überdosierung auftreten können
  • Behandlungsdauer
    • Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und sollte nicht die Dauer von 2 Wochen überschreiten
    • das Ausschleichen sollte individuell angepasst werden
    • Verlängerung der Behandlung über die maximale Behandlungsdauer hinaus darf nicht ohne vorherige Reevaluation des Patientenstatus erfolgen
  • „Rebound-Insomnie"
    • wenn die Therapie mit Midazolam unterbrochen wird, kann Insomnie wieder auftreten, möglicherweise mit einem höheren Schweregrad als vor dem Beginn der Behandlung („Rebound- Insomnie")
    • „Rebound-Insomnie", ein vorübergehendes Syndrom, kann von anderen Reaktionen wie Gefühlsschwankungen, Angst und Ruhelosigkeit begleitet werden
    • Risiko für eine „Rebound-Insomnie" ist nach einer abrupten Unterbrechung der Behandlung größer
      • deshalb empfohlen, die Dosierung schrittweise zu senken
  • Amnesie
    • Benzodiazepine können anterograde Amnesien verursachen
    • bedeutet, dass (meist einige Stunden) nach Medikamenteneinnahme unter Umständen Handlungen ausgeführt werden, an die sich der Patient später nicht erinnern kann
    • um dieses Risiko zu verringern, sollten die Patienten nach Möglichkeit sicherstellen, dass sie einen ununterbrochenen Schlaf von 7 - 8 Stunden haben
    • Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung
  • Restwirkung
    • sofern die orale Dosis von Midazolam nicht größer als 15 mg / Tag ist und der Patient einen ungestörten Schlaf von 7 - 8 Stunden hat, wird bei normalen Patienten keine Restwirkung nach oraler Anwendung beobachtet
      • wurde durch klinische Beobachtungen mit sensitiven pharmakologischen Methoden bestätigt
  • Psychische und „paradoxe" Reaktionen
    • bei der Anwendung von Benzodiazepinen kann es, insbesondere bei älteren Patienten oder Kindern, zu psychischen sowie sogenannten „paradoxen" Reaktionen, wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Angst und seltener Wahnvorstellung, Zorn, Albtraum, Halluzination, Psychose, unangemessenem Verhalten und anderen negativen verhaltensbezogenen Reaktionen kommen
    • in solchen Fällen sollte die Behandlung mit Midazolam beendet werden
  • ältere und/oder geschwächten Patienten; Patienten mit Atem- oder Herzinsuffizienz oder hirnorganischen Veränderungen
    • empfohlene Dosis 7,5 mg Midazolam
    • kann sein, dass diese Patienten gegenüber klinischen Nebenwirkungen von Midazolam, wie kardiorespiratorischer Depression, empfindlicher sind
    • deshalb sollte Midazolam bei dieser Patientenpopulation sehr vorsichtig angewendet werden und wenn nötig eine geringere Dosis in Erwägung gezogen werden
  • Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz
    • niedrigere Dosis aufgrund des Risikos einer Atemdepression empfohlen
    • Anwendung mit Vorsicht, weil es eine Atemdepression verschlimmern kann
  • Patienten mit schweren / chronischen Nierenfunktionsstörungen
    • mit höherer Wahrscheinlichkeit muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden
    • Midazolam oder dessen Metabolite können akkumulieren
  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen, niedrigem Herzminutenvolumen
    • verzögerte Ausscheidung von Midazolam / Midazolam oder dessen Metabolite können akkumulieren
  • Adipositas, Intensivpatienten
    • verstärkte und verlängerte Wirkung bei einigen Patienten beobachtet
    • Dosierung entsprechend anpassen
  • Psychose
    • Benzodiazepine nicht zur primären Behandlung einer Psychose empfohlen
  • Depression oder Angst
    • Benzodiazepine sollten nicht alleine zur Behandlung von Depression oder Angst verbunden mit Depressionen angewendet werden, da es bei diesen Patienten zum Suizid kommen kann
  • gleichzeitige Anwendung von Alkohol / zentraldämpfenden Arzneimitteln
    • gleichzeitige Anwendung von Midazolam mit Alkohol und / oder zentraldämpfenden Arzneimitteln ist zu vermeiden
    • gleichzeitige Anwendung kann die klinische Wirkung von Midazolam verstärken und möglicherweise zu schwerer Sedierung, bis hin zum Koma oder zum Tode, klinisch relevanter Atemdepression und/oder kardiovaskulärer Depression führen
  • Alkohol- oder Drogenabusus in der Anamnese
    • Anwendung von Midazolam bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenabusus in der Anamnese vermeiden
  • gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die die CYP3A-Aktivität verändern
    • Anwendung mit Vorsicht
    • Pharmakokinetik von (oralem) Midazolam wird durch gleichzeitig angewendete Inhibitoren oder Induktoren von Cytochrom P450 3A (CYP3A) verändert
    • hierdurch können die Wirkungen und Nebenwirkungen von Midazolam verstärkt oder abgeschwächt werden und eine entsprechende Anpassung der Midazolam-Dosis kann erforderlich sein
  • gleichzeitige Gabe von Midazolam und Anticholinergika ist möglich
  • Abhängigkeit
    • Anwendung von Midazolam kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen
    • Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Behandlungsdauer und ist ebenfalls bei Patienten mit Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch in der Anamnese größer
  • Entzugserscheinungen
    • Entzugserscheinungen können aus Kopfschmerzen, Diarrhoe, Muskelschmerz, extremer Angst, Anspannung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit und Reizbarkeit bestehen
    • in schweren Fällen können die folgenden Symptome auftreten:
      • Derealisation, Depersonalisation, Geräuschüberempfindlichkeit, Taubheit und Kribbeln in den Extremitäten, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und physischen Kontakt, Halluzinationen oder Krämpfe
    • allmähliches Ausschleichen empfohlen, da die Gefahr von Entzugserscheinungen und / oder „Rebound-Insomnie" nach einem plötzlichen Absetzen der Behandlung größer ist
  • Früh- und Neugeborene
    • aufgrund eines erhöhten Apnoerisikos ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Frühgeborene oder ehemals Frühgeborene sediert werden sollen
      • in diesen Fällen sorgfältige Überwachung von Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung erforderlich
    • Organfunktionen von Neugeborenen sind reduziert bzw. nicht ausgereift, außerdem sind diese Kinder anfällig für die ausgeprägten und nachhaltigen Atemwegseffekte von Midazolam
    • bei Kindern mit Herzkreislaufschwäche wurden unerwünschte hämodynamische Wirkungen beobachtet
    • verzögerte Ausscheidung von Midazolam
    • bei geburtsnahen Eingriffen sollte das Risiko für das Neugeborene durch eine Midazolam-Gabe berücksichtigt werden
  • Bedingungen für die Entlassung bei Indikation Sedierung vor Eingriffen
    • Patienten, die Midazolam erhalten haben, sollten bei der Entlassung von einem Erwachsenen begleitet werden und den Behandlungsraum sowie die Krankenhausumgebung erst nach vollständigem Rückgang der sedierenden Wirkung und nach Genehmigung durch den Arzt verlassen