OZURDEX 700 Mikrogramm Implantat i.e.Applikator

Orifarm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Dexamethason →

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N3 1 ST 1615,22 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von Erwachsenen mit
    • Sehbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems (DMÖ), die pseudophak sind oder auf Therapie mit Nicht-Kortikosteroiden unzureichend ansprechen oder als unpassend angesehen wird
    • Makulaödem als Folge eines retinalen Venenastverschlusses (VAV) oder retinalen Zentralvenenverschlusses (ZVV)
    • Entzündung des posterioren Augensegments, die sich als nicht infektiöse Uveitis darstellt

Dosierung

Basiseinheit: 1 Implantat enthält 700 µg Dexamethason

  • 1 Implantat intravitreal in das betroffene Auge; gleichzeitige Verabreichung in beide Augen nicht empfohlen
  • DMÖ
    • wiederholte Verabreichung in Betracht ziehen
      • wenn Patient auf Behandlung anspricht und nach Auffassung des Arztes von einer Wiederholungsbehandlung profitieren würde, ohne einem signifikanten Risiko ausgesetzt zu sein
      • kann nach ca. 6 Monaten durchgeführt werden, wenn, sekundär zu einem rezidivierenden sich verschlechternden diabetischen Makulaödem der Visus des Patienten verschlechtert und/oder die Netzhautdicke zunimmt
    • keine Erfahrung bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit für > 7 Implantate
  • Retinaler Venenverschluss und Uveitis
    • Wiederholungsdosen in Betracht ziehen
      • wenn Patient auf Behandlung anspricht, im weiteren Verlauf einen Sehverlust aufweist und nach Auffassung des Arztes von einer Wiederholungsbehandlung profitieren würde, ohne einem signifikanten Risiko ausgesetzt zu sein
    • Patienten, nicht erneut behandeln
      • die eine dauerhafte Verbesserung des Visus aufweisen
      • die eine Visusverschlechterung aufweisen, die durch das Arzneimittel nicht verlangsamt wird
    • nur sehr begrenzte Informationen über Wiederholungsbehandlungen in einem Intervall < 6 Monaten vorhanden
    • Informationen zu den bisherigen Erfahrungen bezüglich der Sicherheit von Wiederholungsbehandlungen mit > 2 Implantaten, bei einer nicht infektiösen Uveitis im posterioren Segment und bei retinalem Venenverschluss s. Fachinformation

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
  • Niereninsuffizienz
    • nicht untersucht
    • jedoch keine besonderen Vorkehrungen für diese Patientengruppe erforderlich
  • Leberinsuffizienz
    • nicht untersucht
    • jedoch keine besonderen Vorkehrungen für diese Patientengruppe erforderlich
  • Kinder und Jugendliche
    • kein relevanter Gebrauch des Arzneimittels für DMÖ und Makulaödem als Folge eines retinalenVenenastverschlusses (VAV) oder retinalen Zentralvenenverschlusses (ZVV)
    • Unbedenklichkeit und Wirksamkeit noch nicht nachgewiesen (keine Studien)

Kontraindikationen

Dexamethason - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Dexamethason
  • aktive oder vermutete okuläre oder periokuläre Infektion einschließlich der meisten Viruserkrankungen der Hornhaut und Konjunktiva, wie
    • aktive epitheliale Herpes-Simplex-Keratitis (dendritische Keratitis)
    • Vaccinia-, Varicella- und mykobakterielle Infektionen
    • Pilzerkrankungen
  • fortgeschrittenes Glaukom, das mit Arzneimitteln allein nicht adäquat behandelt werden kann
  • aphake Augen mit rupturierter posteriorer Linsenkapsel
  • Augen mit Vorderkammer-Intraokularlinse, Iris- oder transskleral fixierter Intraokularlinse und rupturierter posteriorer Linsenkapsel

Nebenwirkungen

Dexamethason - invasiv
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Migräne
  • Augenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • erhöhter intraokulärer Druck
      • Katarakt
      • konjunktivale Blutung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • okuläre Hypertension
      • subkapsuläre Katarakt
      • Glaskörperblutung
      • reduzierte Sehschärfe
      • Sehbehinderung/-störung
      • Glaskörperabhebung
      • Mouches volantes
      • Glaskörpertrübungen
      • Blepharitis
      • Augenschmerzen
      • Photopsie
      • konjunktivales Ödem
      • konjunktivale Hyperämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • nekrotisierende Retinitis
      • Endophthalmitis
      • Glaukom
      • Netzhautablösung
      • Retinariss
      • Hypotonia bulbi
      • Vorderkammerentzündung
      • Vorderkammerzellen/-trübung
      • Missempfindungen im Auge
      • Augenlidpruritus
      • Hyperämie der Sklera
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dislokation des Implantats (Implantatmigration) mit oder ohne Hornhautödem
      • Komplikation beim Einsetzen des Implantats (Fehlplatzierung des Implantats)

Anwendungshinweise

  • intravitreales Implantat in einem Applikator für den Einmalgebrauch.
  • nur zur intravitrealen Anwendung
  • jeden Applikator nur zur Behandlung eines einzigen Auges verwenden
  • intravitreale Injektion muss unter kontrolliert aseptischen Bedingungen durchgeführt werden
  • Patient muss vor und nach jeder Injektion 3 Tage lang ein topisches Breitband-Antibiotikum einträufeln
  • vor der Injektion müssen die periokuläre Haut, das Augenlid und die Augenoberfläche (z. B. mit Tropfen einer 5-prozentigen Povidon-Jod-Lösung auf die Konjunktiva) desinfiziert und eine adäquate Lokalanästhesie durchgeführt werden
  • Verpackung auf Schäden überprüfen und in sterilem Bereich öffnen
  • Schutzkappe vorsichtig entfernen
  • Applikator muss sofort nach Öffnen der Verpackung verwendet werden
  • Applikation
    • Applikator mit einer Hand festhalten und Sicherheitslasche gerade vom Applikator abziehen; Lasche nicht drehen oder biegen
    • Nadel mit dem Kanülenschliff nach oben, weg von der Sklera, halten und Nadel etwa 1 mm in die Sklera einführen, die Richtung zur Augenmitte hin ändern und die Nadel in den Glaskörperraum einführen, bis die Silikonhülse die Konjunktiva berührt
    • Auslösetaste langsam drücken, bis Klicken zu hören ist
    • vor dem Herausziehen des Applikators aus dem Auge sicherstellen, dass die Auslösetaste vollständig gedrückt wurde und bündig mit der Applikatoroberfläche eingerastet ist
    • Nadel in derselben Richtung herausziehen, in der sie in den Glaskörper eingeführt wurde
    • unmittelbar nach dem Injizieren eine indirekte Ophthalmoskopie im Injektionsquadranten durchführen, um zu prüfen, ob die Implantation erfolgreich war - visuelle Darstellung ist in den meisten Fällen möglich; in Fällen, in denen das Implantat nicht sichtbar ist, ein steriles Wattestäbchen verwenden und leicht auf die Injektionsstelle drücken, um das Implantat sichtbar zu machen
  • im Anschluss an die intravitreale Injektion weiterhin mit einem Breitband-Antibiotikum behandeln
  • Überwachung der Patienten nach Injektion, um im Falle einer Infektion oder eines erhöhten intraokulären Drucks eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen

Stillzeithinweise

Dexamethason - invasiv
  • Anwendung während der Stillzeit nicht empfohlen
    • es sei denn, dies ist absolut notwendig
  • Dexamethason wird in die Muttermilch ausgeschieden
  • aufgrund der Anwendungsart und der daraus resultierenden systemischen Belastung werden keine Auswirkungen auf das Kind erwartet

Schwangerschaftshinweise

Dexamethason - invasiv
  • die Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen
    • es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt das potentielle Risiko für den Fötus
    • obwohl nach der lokalen, intraokulären Behandlung nur eine sehr geringe systemische Belastung mit Dexamethason zu erwarten ist
  • Dexamethason
    • keine adäquaten Daten bezüglich der Anwendung von intravitreal verabreichtem Dexamethason bei Schwangeren vorliegend
  • Glucocorticoide
    • die systemische Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für intrauterine Wachstumsretardierung und Nebenniereninsuffizienz beim Neugeborenen
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten teratogene Wirkungen nach topisch ophthalmischer Verabreichung
  • Fertilität
    • keine Daten vorliegend

Warnhinweise

Dexamethason - invasiv
  • Verabreichung nur von einem qualifizierten Ophthalmologen mit Erfahrung in der Durchführung intravitrealer Injektionen
  • im Anschluss an die intravitreale Injektion sind die Patienten weiterhin mit einem Breitband-Antibiotikum zu behandeln
  • intravitreale Injektionen
    • können assoziiert sein mit
      • einer Endophthalmitis
      • intraokulärer Entzündung
      • erhöhtem intraokulärem Druck
      • Netzhautablösung
    • es sind stets geeignete aseptische Injektionstechniken anzuwenden
    • Überwachung der Patienten nach der Injektion
      • um im Falle einer Infektion oder eines erhöhten intraokulären Drucks eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen
      • die Überwachung kann eine Prüfung der Durchblutung des Sehnervenkopfes unmittelbar nach der Injektion, eine Tonometrie innerhalb von 30 Minuten nach der Injektion sowie eine biomikroskopische Untersuchung 2 - 7 Tage nach der Injektion umfassen
  • die Patienten sind anzuweisen, jedwede Symptome, die auf eine Endophthalmitis oder eines der oben aufgeführten Ereignisse hinweisen, z. B. Augenschmerzen, verschwommenes Sehen usw., umgehend mitzuteilen
  • Risiko einer Implantatmigration
    • bei allen Patienten mit Riss der posterioren Kapsel, beispielsweise bei denen mit einer posterioren Linse (z. B. aufgrund einer Kataraktoperation) und/oder bei jenen, die eine Irisöffnung in den Glaskörperraum (z. B. aufgrund einer Iridektomie) mit oder ohne vorhergehender Vitrektomie haben, besteht das Risiko einer Implantatmigration in die Vorderkammer
    • kann zu einem Hornhautödem führen
    • persistierende schwere Hornhautödeme können so verlaufen, dass eine Hornhauttransplantation erforderlich wird
    • Anwendung des Arzneimitels mit Vorsicht und nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung
      • mit Ausnahme derjenigen Patienten, bei denen eine Gegenanzeige besteht und bei denen Dexamethason nicht verwendet werden darf
    • diese Patienten müssen eng überwacht werden, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung einer Implantatmigration zu ermöglichen
  • Anwendung von Corticosteroiden kann zu
    • Katarakten (einschließlich posteriorer subkapsulärer Katarakte),
    • erhöhtem Augeninnendruck,
    • durch Steroide ausgelösten Glaukomen,
    • sekundären okulären Infektionen führen
  • in den 3-jährigen klinischen DMÖ-Studien unterzogen sich 59 % der mit Dexamethason behandelten Patienten mit phakem behandeltem Auge einer Kataraktoperation im behandelten Auge
  • Katarakt / konjunktivale Blutung
    • nach der ersten Injektion erscheint die Inzidenz einer Katarakt bei Patienten mit nicht infektiöser Uveitis im posterioren Segment höher als bei Patienten mit Zentralvenen- / Venenastverschlusses (ZVV / VAV)
    • in klinischen VAV/ZVV-Studien ist eine Katarakt häufiger bei Patienten mit phaker Linse aufgetreten, die eine 2. Injektion erhielten
    • eine Kataraktoperation war nur bei 1 von 368 Patienten während der ersten Behandlung und bei 3 von 302 Patienten während der zweiten Behandlung erforderlich
    • in der Studie zur nicht infektiösen Uveitis wurde bei 1 von 62 Patienten mit phaker Linse nach einer einmaligen Injektion eine Kataraktoperation durchgeführt
    • die Prävalenz der konjunktivalen Blutung erscheint bei Patienten mit nicht infektiöser Uveitis im posterioren Segment höher als bei Patienten mit VAV/ZVV und DMÖ
    • dies könnte auf die intravitreale Injektion oder eine gleichzeitige Anwendung von topischen und/oder systemischen Corticosteroiden oder nicht-steroidalen Antirheumatika zurückzuführen sein
    • keine Behandlung erforderlich, da es zu einer spontanen Auflösung kommt
  • erhöhter intraokulärer Druck (IOD)
    • wie bei einer okulären Steroidbehandlung und bei intravitrealen Injektionen zu erwarten, kann ein IOD auftreten
    • der Anstieg des IOD kann normalerweise mit IOD-senkenden Arzneimitteln behandelt werden
    • bei den Patienten, die einen Anstieg des IOD von >/= 10 mmHg ab dem Ausgangswert verzeichneten, wies der größte Anteil diesen IOD-Anstieg 45 bis 60 Tage nach der Injektion auf
    • regelmäßige Kontrolle des IOD, unabhängig vom Basis-IOD, erforderlich
    • jede Erhöhung nach der Injektion muss je nach Bedarf entsprechend behandelt werden
    • Anstieg des IOD wahrscheinlicher bei Patienten < 45 Jahren mit Makulaödem als Folge eines retinalen Venenverschlusses oder einer Entzündung des posterioren Segments des Auges, die sich als nicht infektiöse Uveitis darstellt
  • Corticosteroide
    • mit Vorsicht anwenden:
      • bei Patienten, die in der Vergangenheit an einer okulären Virusinfektion (z. B. Herpes simplex) erkrankt waren
    • nicht anwenden:
      • bei Patienten mit aktivem okulären Herpes simplex
  • gleichzeitige Verabreichung in beide Augen
    • nicht empfohlen
    • Unbedenklichkeit und Wirksamkeit wurde nicht untersucht
  • Dexamethason wurde nicht bei Patienten mit Makulaödem als Folge eines retinalen Venenverschlusses mit signifikanter retinaler Ischämie untersucht
    • Anwendung nicht empfohlen
  • Diabetes mellitus
    • in den Studien der Phase 3 wurde eine begrenzte Zahl an Patienten mit Typ-1-Diabetes untersucht
    • Ansprechen dieser Patienten auf Dexamethason unterschied sich nicht signifikant von den Patienten mit Typ-2-Diabetes
  • Antikoagulantientherapie
    • beim retinalen Venenverschluss wurde bei 2 % der mit Dexamethason behandelten Patienten eine Antikoagulantientherapie durchgeführt
      • keine Berichte über hämorrhagische unerwünschte Ereignisse bei diesen Patienten
    • beim DMÖ wurde bei 8 % der Patienten eine Antikoagulantientherapie durchgeführt
      • unter den Patienten, die eine Antikoagulantientherapie erhielten
        • war die Häufigkeit des Auftretens hämorrhagischer unerwünschter Ereignisse in der Dexamethason-Gruppe und der Scheininjektionsgruppe etwa gleich (29 % gegenüber 32 %)
      • unter den Patienten, die keine Antikoagulantientherapie erhielten
        • berichteten 27 % der mit Dexamethason behandelten Patienten über hämorrhagische unerwünschte Ereignisse gegenüber 20 % der Patienten in der Scheininjektionsgruppe
      • Glaskörperblutungen wurden bei einem höheren Anteil der mit Dexamethason behandelten Patienten berichtet, die eine Antikoagulantientherapie erhielten (11 %), als bei den Patienten, die keine Antikoagulantientherapie erhielten (6 %)
    • Thrombozytenaggregationshemmer wie z. B. Clopidogrel wurden zeitweilig während der klinischen Studien bei bis zu 56 % der Patienten verabreicht
    • bei Patienten, die eine Begleitmedikation und Thrombozytenaggregationshemmer erhielten, wurden hämorrhagische unerwünschte Ereignisse bei einem etwas höheren Anteil der mit Dexamethason behandelten Patienten (bis zu 29 %) im Vergleich zu den Patienten in der Scheininjektionsgruppe (bis zu 23 %) berichtet, unabhängig von der Indikation oder der Anzahl der Behandlungen
    • das am häufigsten berichtete hämorrhagische unerwünschte Ereignis war die konjunktivale Blutung (bis zu 24 %)
    • Dexamethason ist bei mit Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmern behandelten Patienten mit Vorsicht anzuwenden
  • Sehstörungen
    • Auftreten von Sehstörungen bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden möglich
    • wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Untersuchung auf mögliche Ursachen in Erwägung gezogen werden;
    • diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden