Pancuronium Inresa 4mg 2ml

Inresa Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Pancuronium →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10 ST 49,25 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Muskelrelaxation einschließlich Präcurarisierung im Rahmen der Allgemeinanästhesie

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 2 mg Pancuroniumbromid

  • Allgemein
    • grundsätzlich kleinste Dosis verabreichen, mit der gewünschte Muskelrelaxation erreicht werden kann
    • große interindividuelle Schwankungsbreite hinsichtlich neuromuskulärer Empfindlichkeit gegenüber Pancuroniumbromid; Dosisfindung mittels Nervenstimulator
  • Muskelrelaxation einschließlich Präcurarisierung im Rahmen der Allgemeinanästhesie
    • Intubation und anschließende Operation
      • 0,1 mg / kg KG (zweifache effektive Dosis bei der 95%ige neuromuskuläre Blockade erzielt wird) als i.v. Injektion
        • klinisch ausreichende Intubationsbedingungen in 90 - 120 Sek.
        • vollständige neuromuskuläre Blockade nach 2 - 4 Min.
        • Wirkdauer vom Injektionsbeginn bis zur 25%igen (90%igen) Erholung der neuromuskulären Blockade (WD25): 100 Min.
      • 0,08 mg / kg KG
        • klinisch ausreichende Intubationsbedingungen in 120 - 180 Sek.
        • vollständige neuromuskuläre Blockade nach 4 - 6 Min.
        • WD25: 75 Min.
    • Repetitionsdosis
      • 0,01 - 0,02 mg / kg KG im Abstand von 30 - 45 Min.
      • Aufrechterhaltung der vollständigen neuromuskulären Blockade
    • Präcurarisierung
      • 0,01 - 0,02 mg Pancuroniumbromid / kg KG
      • Vermeidung des Auslösens von Muskelkontraktionen durch Suxamethoniumhalogenid oder Verkürzung der Anschlagzeit von nicht depolarisierenden Muskelrelaxantien

Dosisanpassung

  • Kinder
    • Neugeborene (0-1 Monat) und Säuglinge (1-12 Monate)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
      • bei Neugeborenen aufgrund der interindividuell unterschiedlichen Empfindlichkeit gegenüber nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien: initiale Testdosis von 0,01 - 0,02 mg / kg KG
    • Kinder zwischen 1 und 14 Jahren
      • ca. 25% höhere Dosierungen
  • Nierenfunktionsstörungen, neuromuskuläre Erkrankungen, adipöse und sehr alte Patienten, gleichzeitige Anwendung von Inhalationsanästhetika, operative Eingriffe in Hypothermie
    • Dosisreduktion kann erforderlich sein
  • Verbrennungen, Hypergammaglobulinämie
    • Dosissteigerung, optional
  • Lebererkrankungen
    • Dosissteigerung, optional
    • Möglichkeit eines langsamen Wirkungseintritts, eines höheren Gesamtdosisbedarfs, einer Verlängerung der neuromuskulären Blockade und der Erholungszeit
  • Ältere Patienten
    • Verlängerung der Wirkdauer

Kontraindikationen

Pancuronium - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Pancuronium oder Bromid
  • Unmöglichkeit der künstlichen Beatmung

Nebenwirkungen

Pancuronium - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere, ggf. tödliche anaphylaktische Reaktionen wie
        • Bronchospasmus
        • kardiovaskuläre Reaktionen
          • Hypotension
          • Tachykardie
          • Kreislaufinsuffizienz/Schock
        • Hautreaktionen wie
          • Angioödem
          • Urtikaria
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • lokale Hautreaktionen (kann in geringem Maße wie andere nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien auch durch Histaminfreisetzung hervorrufen) wie
        • Erythem
        • Juckreiz
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • prolongierte neuromuskuläre Blockade
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzfrequenzanstieg
        • Pancuronium bewirkt dosisabhängig einen mäßigen Herzfrequenzanstieg, der von einer Zunahme des Herzzeitvolumens und des Blutdrucks begleitet wird
          • oft maskieren gleichzeitig angewendete bradykard wirkende Medikamente (z. B. Opioide) diese Nebenwirkung
      • hemmt sehr stark die unspezifische Plasmacholinesterase
        • die klinische Bedeutung ist unklar
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myopathie
        • nach der Anwendung verschiedener neuromuskulärer Blocker in der Intensivmedizin in Kombination mit Corticosteroiden wurde über Myopathie berichtet

Anwendungshinweise

  • ausschliesslich i.v.
  • Injektion entweder langsam zur laufenden Infusion oder als Dauerinfusion
  • nach Anbruch Rest verwerfen

Inkompatibilitäten

  • Arzneimittel nicht mit anderen Lösungen oder Arzneimitteln in derselben Spritze oder Infusionsflasche mischen

Stillzeithinweise

Pancuronium - invasiv
  • keine Daten zum Übergang in die Muttermilch
  • aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften
    • Übergang nur geringer Mengen in die Muttermilch
  • da nach oraler Aufnahme kaum Resorption, vermutlich keine unerwünschten Wirkungen auf den gestillten Säugling, wenn die Mutter nach Abklingen der Substanzwirkung das Stillen (wieder) aufnimmt

Schwangerschaftshinweise

Pancuronium - invasiv
  • die Anwendung von Pancuroniumbromid während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen
  • falls Behandlung mit Pancuroniumbromid unbedingt erforderlich, darf es nur kurzfristig eingesetzt werden
  • keine ausreichende Erfahrung mit der Anwendung während der Schwangerschaft
  • tierexperimentelle Studien zur Untersuchung der Reproduktionstoxizität sind unvollständig
  • eventuelle Unverträglichkeit der Schwangeren gegen Muskelrelaxantien sollte vor Narkose ausgeschlossen werden
  • plazentare Übergang ist gering
  • Kaiserschnitt-Patientinnen
    • tritt nur in minimaler Menge durch die Plazenta über
    • beim Einsatz im empfohlenen Dosisbereich bei Kaiserschnitt-Patientinnen wurden keine klinischen Auswirkungen auf das Neugeborene beobachtet
  • Antagonisierung der durch Pancuronium induzierten neuromuskulären Blockade kann bei Patientinnen, die Magnesiumsulfat wegen einer Schwangerschaftstoxikose erhalten, unzureichend sein, weil Magnesiumsalze eine neuromuskuläre Blockade verstärken
    • in solchen Fällen sollte die Dosierung reduziert werden
  • Fertilität
    • hierzu liegen keine klinischen oder präklinische Daten vor

Warnhinweise

Pancuronium - invasiv
  • Pancuroniumbromid darf nur von Ärzten angewendet werden, die mit der Anwendung neuromuskulär hemmender Arzneimittel vertraut sind
  • weitere Voraussetzung für die Anwendung von Pancuroniumbromid ist die
    • Möglichkeit zur künstlichen Beatmung
    • Beherrschung der Methoden und Techniken der Intubation, künstlichen Beatmung und Wiederbelebung
  • lähmt Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen
    • Pancuroniumbromid darf erst nach Gabe hypnotisch wirkender Pharmaka angewendet werden
    • Antidot sollte zur Verfügung stehen
  • neuromuskuläre Funktion
    • sollte intraoperativ mittels eines Nervenstimulators überwacht werden
      • Dosierung kann so den operativen Erfordernissen genau angepasst und das Risiko einer Überdosierung minimal gehalten werden
        • insbesondere bei
          • neuromuskulären Erkrankungen
          • Leber- und Nierenfunktionsstörungen
          • alle Erkrankungen, die den Arzneistoffwechsel beeinflussen
  • neuromuskuläre Restblockaden
    • wie bei anderen neuromuskulären Blockern wurde auch unter Pancuronium über neuromuskuläre Restblockaden berichtet
      • können zu postoperativen Komplikationen führen
    • in mehreren Studien wurde gezeigt, dass Anwendung neuromuskulärer Blocker während Anästhesie mit erhöhtem Risiko für postoperative pulmonale Komplikationen einhergehen könnte
    • zur Vermeidung von Komplikationen wird die Einhaltung vor Ort geltender klinischer Praxisleitlinien empfohlen
      • einschließlich neuromuskulärer Überwachung und gegebenenfalls Anwendung von Mitteln zur Antagonisierung der neuromuskulären Blockade
  • Suxamethonium
    • nach vorheriger Gabe von Suxamethonium zur Intubation sollte vor Gabe von Pancuroniumbromid zunächst eine Erholung auf 25 % der neuromuskulären Blockade abgewartet werden
  • anaphylaktische Reaktionen
    • können nach Verabreichung von Muskelrelaxantien auftreten
    • Vorsichtsmaßnahmen zur Behandlung derartiger Reaktionen sollten getroffen werden
      • insbesondere wenn früher anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxantien aufgetreten sind
        • über allergische Kreuzreaktionen bei Muskelrelaxantien wurde berichtet
  • folgende Zustände können die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik von Pancuronium beeinflussen
    • Erkrankungen der Leber und Niere
      • Antagonisierung der muskelrelaxierenden Wirkung von Pancuronium durch Neostigmin (in Kombination mit Atropin) kann erschwert oder unmöglich sein
      • bei Lebererkrankungen besteht die Möglichkeit eines
        • langsamen Wirkungseintritts
        • höheren Gesamtdosisbedarfs
        • Verlängerung der neuromuskulären Blockade
        • Verlängerung der Erholungszeit
      • eingeschränkte Nierenfunktion
        • Elimination von Pancuronium überwiegend renal, mit einer verlängerten Wirkungsdauer ist zu rechnen
    • Erkrankungen des neuromuskulären Systems
      • mit größter Vorsicht einsetzen
        • bei diesen Patienten kann Ausmaß, Richtung und Art der Reaktion auf neuromuskulär blockierende Substanzen erheblich verändert sein
      • Myopathie
        • über Myopathie nach der Langzeitanwendung anderer nichtdepolarisierender neuromuskulärer Blocker in der Intensivmedizin in Kombination mit einer Corticosteroid- Therapie wurde regelmäßig berichtet
        • Anwendungsdauer der neuromuskulären Blocker so weit wie möglich beschränken
    • verlängerte Kreislaufzeit
      • folgende Erkrankungen können zu einer Verlängerung der Anschlagzeit führen
        • kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz)
        • hohes Alter
        • Ödemstatus mit einem vergrößerten Verteilungsvolumen
    • Patienten mit Myasthenia gravis oder Eaton-Lambert-Syndrom (auch wenn diese klinisch noch nicht manifest sind)
      • aus Präcurarisierung applizierte normalerweise nur unterschwellig wirksame Dosen von Pancuroniumbromid können eine vollständige Lähmung der Skelettmuskulatur bewirken
    • Tachykardie
      • Patienten, bei denen eine Tachykardie vermieden werden sollte (z. B. bei kardiovaskulären Erkrankungen)
        • Pancuroniumbromid nur niedrig dosieren
    • Störungen des Elektrolyt- und SäureSäure-Base-Haushaltes
      • schwere Elektrolytstörungen und Störungen des SäureStörungen des Säure-Basen-Haushaltes
        • vor Anwendung von Pancuroniumbromid ausgleichen
        • zu einer Verstärkung der neuromuskulären Blockade, können führen
          • Hypokaliämie (z. B. nach starkem Erbrechen, Diarrhoe und Therapie mit Diuretika)
          • Hypokalziämie (z. B. nach Massivtransfusionen)
          • Hypermagnesiämie
          • (respiratorische) Azidose
    • Hypothermie
      • chirurgische Eingriffe unter Hypothermie
        • neuromuskuläre Blockade von Pancuronium ist verstärkt
        • Wirkungsdauer verlängert
    • Verbrennungen
      • Patienten mit Verbrennungen entwickeln verminderte Empfindlichkeit gegenüber Pancuronium und anderen nicht-depolarisierenden Muskelrelaxantien (durch Zunahme der Acetylcholin-Rezeptoren)