Paracetamol B.Braun 10 mg/ml 500 mg Infusionslsg.

B. Braun Melsungen AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Paracetamol →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 10X50 ML 28,43 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Kurzzeit-Behandlung von mäßig starken Schmerzen, besonders nach Operationen
  • Kurzzeit-Behandlung von Fieber, wenn die intravenöse Anwendung aufgrund einer dringend erforderlichen Schmerz- oder Fieberbehandlung klinisch gerechtfertigt ist und/oder wenn andere Arten der Anwendung nicht möglich sind
  • Hinweise
    • Durchstechflasche mit 100 ml nur für Erwachsene, Jugendliche und Kinder > 33 kg KG
    • Durchstechflasche mit 50 ml nur für reife Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis etwa 33 kg KG

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml enthält 10 mg Paracetamol

  • Kurzzeitbehandlung von mäßig starken Schmerzen / Fieber
    • Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG ohne zusätzliche Risikofaktoren für Lebertoxizität:
      • 100 ml (1 g Paracetamol) bis zu 4mal / Tag
      • max. Volumen (ml) / Anwendung basierend auf dem Höchstgewicht der jeweiligen Gewichtsklasse: 100 ml
      • Dosierungsintervall: mind. 4 Stunden
      • tägliche Maximaldosis: 4 g
    • Erwachsene und Jugendliche > 50 kg KG und zusätzliche Risikofaktoren für Lebertoxizität:
      • 100 ml (1 g Paracetamol) bis zu 4mal / Tag
      • max. Volumen (ml) / Anwendung basierend auf dem Höchstgewicht der jeweiligen Gewichtsklasse: 100 ml
      • Dosierungsintervall: mind. 4 Stunden
      • tägliche Maximaldosis: 3 g
    • Erwachsene und Jugendliche (< 50 kg KG) und Kinder > 33 kg KG (ca. 11 Jahre)
      • 1,5 ml (15 mg Paracetamol) / kg KG bis zu 4mal / Tag
      • max. Volumen (ml) / Anwendung basierend auf dem Höchstgewicht der jeweiligen Gewichtsklasse: 75 ml
      • Dosierungsintervall: mind. 4 Stunden
      • tägliche Maximaldosis: 60 mg / kg KG (max. 3 g Paracetamol)
    • Kinder (> 10 - 33 kg KG)
      • 1,5 ml (15 mg Paracetamol) / kg KG bis zu 4mal / Tag
      • max. Volumen (ml) / Anwendung basierend auf dem Höchstgewicht der jeweiligen Gewichtsklasse: 49,5 ml
      • Dosierungsintervall: mind. 4 Stunden
      • tägliche Maximaldosis: 60 mg / kg KG (max. 2 g Paracetamol)
    • reife Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder < 10 kg KG)
      • 0,75 ml (7,5 mg Paracetamol) / kg KG bis zu 4mal / Tag
      • max. Volumen (ml) / Anwendung basierend auf dem Höchstgewicht der jeweiligen Gewichtsklasse: 7,5 ml
      • Dosierungsintervall: mind. 4 Stunden
      • tägliche Maximaldosis: 30 mg / kg KG
    • Frühgeborene: keine Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit
    • Behandlungsdauer: Umstellung auf geeignete orale analgetische Therapie sobald wie möglich

Dosisanpassung

  • schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <= 30 ml / Min)
    • Verlängerung des Dosierintervalls auf mind. 6 Stunden
    • max. 4 Einzeldosen / 24 Stunden
  • Erwachsene mit hepatozellulärer Insuffizienz, chronischem Alkoholmissbrauch, chronischer Mangelernährung (geringe Reserven an hepatischem Glutathion), Dehydratation
    • tägliche Maximaldosis: 3 g
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung notwendig

Kontraindikationen

Paracetamol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Paracetamol oder Propacetamolhydrochlorid (Prodrug von Paracetamol)
  • schwere hepatozelluläre Insuffizienz (Child-Pugh > 9)

Nebenwirkungen

Paracetamol - invasiv
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
      • Neutropenie
      • Agranulozytose
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen
        • von einfachen Hautausschlägen oder Urtikaria bis hin zum anaphylaktischen Schock
        • erfordern ein Absetzen der Behandlung
      • Bronchospasmus
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hypotonie
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Tachykardie
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhte Werte der Lebertransaminasen
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere Hautreaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erythem
      • Pruritus
      • Flush (Hitzegefühl / Hautrötungen)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • in klinischen Studien: Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Brennen)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Unwohlsein

Anwendungshinweise

  • Verschreibung und Anwendung mit besonderer Achtsamkeit, um Dosierungsfehler durch Verwechslung von Milligramm (mg) und Milliliter (ml) zu vermeiden
  • es muss sichergestellt sein, dass die korrekte Dosis verschrieben und ausgegeben wird
  • in der Verordnung sowohl die zu verabreichende Dosis in mg als auch das Volumen in ml angeben
  • es ist sicherzustellen, dass jede Einzeldosis genau abgemessen und verabreicht wird
  • Anwendung als 15-minütige intravenöse Infusion
  • vor der Anwendung visuelle Prüfung auf Verunreinigungen und Verfärbungen
  • Patienten < 10 kg Körpergewicht:
    • Durchstechflasche wegen des geringen Infusionsvolumens, welches in dieser Patientengruppe benötigt wird, nicht direkt als Infusion verwendet werden
    • die zu infundierende Dosis sollte vielmehr aus der Durchstechflasche entnommen und mit 0,9% Natriumchlorid-Lösung oder 5%-Glucose-Lösung bis zu 10 fach verdünnt werden
    • verdünnte Lösung über einen Zeitraum von 15 Min.infundieren
    • 5 oder 10ml Spritze benutzen, um die Dosis entsprechend des Körpergewichts des Kindes und des gewünschten Volumens abzumessen
    • dieses Volumen darf keinesfalls 7,5 ml / verabreichter Dosis überschreiten
    • Anwender auf die Dosierungsrichtlinien in der Produktinformation hingewiesen werden
  • Infusion unabhängig von der Infusionsroute besonders gegen Ende der Infusion gründlich überwachen (Überwachung zum Infusionsende besonders bei zentralvenöser Infusion wichtig, um eine Luftembolie zu vermeiden)
  • Lösung innerhalb 1 Stunde ab Herstellung (einschließlich Infusionszeit) anwenden
  • nur zur einmaligen Anwendung
  • jede nicht verbrauchte Lösung verwerfen

Stillzeithinweise

Paracetamol - invasiv
  • Paracetamol kann bei stillenden Frauen angewendet werden
  • nach oraler Gabe Ausscheidung in geringen Mengen in die Muttermilch
  • unerwünschte Wirkungen auf gestillte Säuglinge bisher nicht beobachtet

Schwangerschaftshinweise

Paracetamol - invasiv
  • falls klinisch erforderlich, kann Paracetamol während der Schwangerschaft angewendet werden
    • jedoch sollte die niedrigste wirksame Dosis so kurz und selten wie möglich angewendet werden
  • Vielzahl von Daten bei schwangeren Frauen zeigen weder eine malformative, noch eine feto-/neonatale Toxizität
  • epidemiologische Studien zur Neuroentwicklung von Kindern, die im Uterus Paracetamol ausgesetzt waren, weisen keine eindeutigen Ergebnisse aus

Warnhinweise

Paracetamol - invasiv
  • Risiko für Medikationsfehler
    • Dosierungsfehler durch Verwechslung von Milligramm (mg) und Milliliter (ml) müssen unbedingt vermieden werden, da derartige Irrtümer zu versehentlicher Überdosierung führen und den Tod des Patienten zur Folge haben kann
    • Verschreibung und Anwendung von Paracetamol müssen mit besonderer Achtsamkeit erfolgen, um Dosierungsfehler durch Verwechslung von Milligramm (mg) und Milliliter (ml) zu vermeiden
    • muss sichergestellt sein, dass die korrekte Dosis verschrieben und verabreicht wird
    • in der Verordnung sollte sowohl die zu verabreichende Dosis in mg als auch das Volumen in ml angegeben werden
    • sicherstellen, dass jede Einzeldosis genau abgemessen und verabreicht wird
    • um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, ist sicherzustellen, dass andere verabreichte Arzneimittel weder Paracetamol noch Propacetamolhydrochlorid enthalten
  • Umstellung auf orales Schmerzmittel
    • empfohlen, so schnell wie möglich auf eine geeignete orale analgetische Therapie umzustellen
    • von einer längeren oder häufigen Anwendung wird abgeraten
  • besondere Vorsicht bei
    • abnormaler Leberfunktion und hepatozellulärer Insuffizienz (Child-Pugh <= 9)
    • hepatobiliären Beschwerden
    • Meulengracht Gilbert Syndrom (familiäre nicht-haemolytische Gelbsucht)
    • schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <= 30 ml/Min.)
    • chronischem Alkoholismus
    • totaler parenteraler Ernährung (TPN)
    • chronischer Mangelernährung (geringe Reserven an hepatischem Glutathion)
    • Verwendung von Enzyminduktoren
    • Verwendung hepatotoxischer Substanzen
    • Dehydratation
    • genetisch bedingtem G-6-PD-Mangel (Favismus)
      • nach Verabreichung von Paracetamol kann es aufgrund der verringerten Bereitstellung von Glutathion zum Auftreten einer hämolytischen Anämie kommen
    • gleichzeitiger Verabreichung von Flucloxacillin
      • es besteht erhöhtes Risiko einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (high anion gap metabolic acidosis (HAGMA)),
        • insbesondere bei Patienten mit
          • schwerer Nierenfunktionsstörung
          • Sepsis
          • Mangelernährung
          • anderen Ursachen für Glutathionmangel (z. B. chronischer Alkoholismus)
        • sowie bei Patienten, die Paracetamol in maximalen Tagesdosen anwenden
      • eine engmaschige Überwachung, einschließlich der Untersuchungen auf Pidolsäure (Synonym: „5-Oxoprolin") im Urin, wird empfohlen
      • wird Flucloxacillin nach Absetzen von Paracetamol weiter angewendet
        • ist es ratsam sicherzustellen, dass keine Anzeichen von HAGMA bestehen, denn es besteht die Möglichkeit, dass Flucloxacillin das Krankheitsbild von HAGMA bestehen lässt
  • um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, sicherstellen, dass andere angewendete Arzneimittel weder Paracetamol noch Propacetamol enthalten
    • ggf. müssen andere Paracetamol-haltige Arzneimittel berücksichtigt und die Dosis angepasst werden
  • höhere Dosierungen als empfohlen bergen das Risiko einer sehr schweren Leberschädigung
    • klinische Anzeichen und Symptome von Leberschäden (einschließlich fulminante Hepatitis, Leberversagen, cholestatische Hepatitis, zytolytische Hepatitis) machen sich in der Regel zwischen 2 Tage bis max. 4 - 6 Tage nach Verabreichung bemerkbar
    • Behandlung mit einem Antidot sollte so schnell wie möglich durchgeführt werden
  • schwerwiegende Hautreaktionen
    • Paracetamol kann schwerwiegende Hautreaktionen hervorrufen
    • Patienten sollen über die ersten Anzeichen von schweren Hautreaktionen informiert werden
    • beim ersten Auftreten von Hautausschlag oder jedes anderen Anzeichens vonÜberempfindlichkeit
      • die Anwendung des Arzneimittels einstellen
  • Auswirkungen auf Laborergebnisse
    • Paracetamol kann die Ergebnisse von Harnsäureuntersuchungen mittels Phosphorwolframsäure und von Blutzuckertests mittels Glucose-Oxidase-Peroxidase beeinflussen
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen