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Fachinformationen

Indikation

  • Kurzzeitanwendung: symptomatische Behandlung des Reizhustens (unproduktiver Husten)

Dosierung

Basiseinheit: 1 Messbecher mit 4 ml Sirup enthält 9,7 mg Dihydrocodein[(R,R)-tartrat] (entsprechend 6,5 mg Dihydrocodein)

  • Kurzzeitanwendung: symptomatische Behandlung des Reizhustens (unproduktiver Husten)
    • Kinder 4 - 6 Jahre
      • 1 - 2 ml (2,43 - 4,86 mg Dihydrocodein[(R,R)-tartrat]) bis zu 3mal / Tag
    • Kinder 6 - 12 Jahre
      • 2 - 4 ml (4,86 - 9,7 mg) bis zu 3mal / Tag
    • Erwachsene und Kinder > 12 Jahre
      • 4 - 12 ml (9,7 - 29,1 mg) bis zu 3mal / Tag
    • Dosierung je nach Ausprägung von Hustenfrequenz und -stärke dem Krankheitsbild innerhalb der vorgegebenen Dosierungsgrenzen anpassen
    • Behandlungsdauer:
      • vom Arzt bestimmt
      • je nach Krankheitsverlauf
      • nicht länger als einige Tage
      • persistierender Husen > 2 Wochen hinaus: diagnostische Abklärung
    • ältere Patienten, Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz und Dialysepatienten
      • verlängertes Dosierungintervall
    • Hinweis
      • individuelle Reaktion auf das Medikament zu Behandlungsbeginn kontrollieren (Erkennung von relativen Überdosierungen), insb. bei älteren Patienten, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Atemfunktionsstörungen

Kontraindikationen

Dihydrocodein - intraoral
  • (bekannte) Überempfindlichkeit gegen Dihydrocodein und dessen Salze
  • Asthma bronchiale
    • da die Anwendung bei Asthma bronchiale kontraindiziert ist, sollte besonders beachtet werden, dass chronischer Husten bei Kindern häufig ein frühes Symptom für Asthma bronchiale sein kann
      • zur Dämpfung dieser Hustenzustände ist dieses Arzneimittel nicht geeignet
  • Ateminsuffizienz, Atemdepression
  • Akuter Asthmaanfall
  • Koma
  • Tiefe Bewusstlosigkeit
  • Nahende Geburt
  • Drohende Frühgeburt
  • Stillzeit
  • Kinder < 4 Jahre

Nebenwirkungen

Dihydrocodein - intraoral
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • Sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Euphorie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leichte Kopfschmerzen
      • Leichte Schläfrigkeit
      • Schwindelgefühl
      • Somnolenz
    • Gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlafstörungen
  • Augenerkrankungen
    • Sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Funktionsstörungen der Augen, z.B.
        • Miosis
        • Skotom
    • Ohne Häufigkeitsangabe
      • Verschlechterung der visuomotorischen Koordination und Sehleistung (bei höheren Dosen oder bei besonders empfindlichen Patienten)
  • Herzerkrankungen
    • Sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Kreislaufversagen
  • Gefäßerkrankungen
    • Ohne Häufigkeitsangabe
      • Synkopen (bei hohen therapeutischen Dosen und bei Vergiftungen)
      • Blutdruckabfall (bei hohen therapeutischen Dosen und bei Vergiftungen)
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • Gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Beeinträchtigung der Atmung (Dyspnoe, Atemdepression)
    • Ohne Häufigkeitsangabe
      • Lungenödem (bei vorbestehender Lungenfunktionsstörung)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Übelkeit, u.U. bis zum Erbrechen (insbesondere zu Therapiebeginn)
      • Obstipation
      • Magen-Darm-Beschwerden
    • Gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mundtrockenheit
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
    • Gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Allergische Reaktionen, wie z.B.
        • Pruritus
        • Urtikaria
    • Selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schwere allergische Reaktionen, einschließlich
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • Quincke-Ödeme
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • Ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskeltonuserhöhung der glatten Muskulatur (insbesondere bei Einzeldosen über 60 mg Dihydrocodein), z. B.
        • Darmmuskulatur
        • Harnblasenmuskulatur

Anwendungshinweise

  • gebrauchsfertiger Sirup zum Einnehmen
  • kann mit Getränken und Speisen vermischt eingenommen werden

Stillzeithinweise

Dihydrocodein - intraoral
  • Dihydrocodein darf in der Stillzeit nicht angewendet werden
    • falls eine Behandlung mit Dihydrocodein während der Stillzeit unbedingt erforderlich ist, muss das Stillen unterbrochen werden
  • Dihydrocodein wird in die Muttermilch ausgeschieden und kann beim Säugling unerwünschte Wirkungen verursachen

Schwangerschaftshinweise

Dihydrocodein - intraoral
  • bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt
    • Anwendung von Dihydrocodein kontraindiziert, da Dihydrocodein die Plazentaschranke passiert und beim Neugeborenen zu Atemdepression führen kann
  • Dihydrocodein darf während der Schwangerschaft (insbesondere während der ersten 3 Monate) nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden
  • keine ausreichende Erfahrungen mit der Anwendung von Dihydrocodein an schwangeren Frauen vorliegend
  • Missbildungen
    • beim Menschen wurde eine Assoziation zwischen Missbildungen des Respirationstraktes und der Anwendung von Codein in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft festgestellt
    • Hinweise auf andere Missbildungen liegen auch aus epidemiologischen Studien mit Narkoanalgetika vor
  • Neugeborene sind gegenüber Opioiden besonders empfindlich
  • bei längerfristiger Einnahme von Dihydrocodein kann sich eine Opioidabhängigkeit des Fötus entwickeln
    • Berichte über Entzugssymptome beim Neugeborenen nach wiederholter Anwendung von dem strukturverwandten Codein im letzten Trimenon der Schwangerschaft vorliegend

Warnhinweise

Dihydrocodein - intraoral
  • Relative Kontraindikationen sind
    • Abhängigkeit von Opioiden
    • Bewusstseinsstörungen
    • gleichzeitige Anwendung von bestimmten stimmungsaufhellenden Arzneimitteln (MAO-Hemmern)
    • chronische Verstopfung
    • Störungen des Atemzentrums oder der Atemfunktion
    • Kopfverletzungen und / oder Zustände mit erhöhtem Hirndruck
    • eingeschränkte Leberfunktion
    • vorbestehende Anfallsleiden
  • Allgemein
    • Dihydrocodein-haltige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verschreibung und unter ständiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden
    • Weitergabe der für den persönlichen Gebrauch verschriebenen Arzneimittel an Dritte ist nicht zu verantworten
    • wegen der genetischen Variabilität des CYP2D6 können selbst therapeutische Dosen von Codein zu einer verstärkten Bildung des aktiven Metaboliten Morphin mit den klinischen Zeichen einer Morphin-Vergiftung führen
  • Überwachung zu Behandlungsbeginn
    • zu Beginn der Behandlung sollte die individuelle Reaktion des Patienten auf das Arzneimittel kontrolliert werden, um eventuelle relative Überdosierungen schnell erkennen zu können
      • dies gilt insbesondere
        • für ältere Patienten
        • bei eingeschränkter Nierenfunktion
        • bei Atemfunktionsstörungen (Gefahr des Lungenödems)
  • Produktiver Husten
    • bei produktivem Husten mit erheblicher Schleimproduktion ist die antitussive Behandlung mit Dihydrocodein nur unter strenger Nutzen / Risiko-Abwägung mit besonderer Vorsicht durchzuführen
  • Persistieren des Hustens
    • bei Persistieren des Hustens über einen Zeitraum von 2-3 Wochen hinaus muss eine diagnostische Abklärung durch den Arzt erfolgen
  • Behandlung von Patienten mit vorheriger Cholezystektomie
    • sollte mit Vorsicht erfolgen
    • infolge der Kontraktion des Sphinkter Oddi können herzinfarktähnliche Symptome sowie eine Symptomverstärkung bei bestehender Pankreatitis auftreten
  • Abhängigkeit / Toleranz
    • Dihydrocodein hat ein Abhängigkeitspotential
    • bei längerem und hochdosiertem Gebrauch entwickeln sich Toleranz sowie physische und psychische Abhängigkeit
    • besteht eine Kreuztoleranz zu anderen Opioiden
    • aufgrund des Abhängigkeitspotentials von Dihydrocodein ist eine längerfristige Anwendung von Dihydrocodein zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten nicht sinnvoll
    • bei vorbestehender Opiatabhängigkeit (auch solche in Remission)
      • ist mit schnellen Rückfällen zu rechnen
      • Dihydrocodein wird von Heroinabhängigen als Ersatzstoff betrachtet
      • auch Abhängige von Alkohol und Sedativa neigen zu Missbrauch und Abhängigkeit von Dihydrocodein
  • Bei Hypotension und gleichzeitig bestehender Hypovolämie
    • sollte Dihydrocodein nicht in höheren Dosen eingesetzt werden