PecFent 100 ug/Sprühstoß Nasenspray 4x8 Sprühstöße

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung von Durchbruchschmerzen bei Erwachsenen, die wegen chronischer Tumorschmerzen bereits eine Erhaltungstherapie mit Opioiden erhalten
    • Durchbruchschmerzen: vorübergehende Schmerzexazerbation, die vor dem Hintergrund anderweitig kontrollierter Dauerschmerzen auftritt
    • Opioid-Erhaltungstherapie: für >/= 1 Woche Behandlung mit
      • mind. 60 mg Morphin oral / Tag
      • mind. 25 µg Fentanyl transdermal / Stunde
      • mind. 30 mg Oxycodon / Tag
      • mind. 8 mg Hydromorphon oral / Tag
      • oder äquianalgetischer Dosis eines anderen Opioids

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 1.000 µg Fentanyl (als Citrat); 1 Sprühstoß (100 µl) enthält 100 µg Fentanyl (als Citrat)

  • Behandlung von Durchbruchschmerzen
    • Einleitung und Überwachung von einem Arzt, der Erfahrung mit einer Opioidtherapie zur Behandlung chronischer Tumorschmerzen hat
    • Beachten des Missbrauchpotentials von Fentanyl
    • individuelle Dosistitration bis zum Erreichen einer ausreichenden analgetischen Wirkung
    • Dosis zur Behandlung von 2 aufeinander folgenden Episoden von Durchbruchschmerzen sollte eine ausreichende Analgesie mit tolerablen Nebenwirkungen ermöglichen, ohne dass dabei unzumutbare bzw. nicht tolerierbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen auftreten
    • Beurteilung der Wirksamkeit der angewendeten Dosis innerhalb von 30 Minuten nach Gabe
    • sorgfältige Überwachung der Patienten bis zum Erreichen einer wirksamen Dosis
    • max. 4 Dosen / Tag
    • Wartezeit zwischen 2 Dosen: mind. 4 Stunden
    • Initialdosis
      • 1 Sprühstoß (100 µg Fentanyl)
        • auch bei Patienten, die von anderen fentanylhaltigen Arzneimitteln zur Behandlung ihrer Durchbruchschmerzen umgestellt werden
      • mind. 4 Stunden Wartezeit vor Behandlung einer weiteren Durchbruchschmerz-Episode
    • Dosistitration
      • keine hinreichende Analgesie nach der Initialdosis von 100 µg
        • Dosiserhöhung auf 2 Sprühstöße zu je 100 µg (1 Sprühstoß / Nasenöffnung) bei der nächsten Durchbruchschmerz-Episode
      • keine ausreichende Wirkung der erhöhten Dosis
        • Dosiserhöhung auf 400 µg (400 µg / Sprühstoß) bei der nächsten Durchbruchschmerz-Episode
      • keine ausreichende Wirkung der erhöhten Dosis
        • Dosiserhöhung auf 400 µg / Nasenöffnung
    • engmaschige Überwachung der Patienten ab Behandlungsbeginn
    • Dosistitration bis zum Erreichen einer wirksamen Dosis und der Bestätigung bei 2 aufeinander folgenden behandelten Episoden von Durchbruchschmerzen
    • Titration bei Umstellung von einem nicht-retardierten Fentanyl-haltigen Arzneimittel auf ein anderes
      • erhebliche Unterschiede im pharmakokinetischen Profil zwischen verschiedenen nicht-retardierten Fentanyl-haltigen Arzneimitteln
        • klinisch relevante Unterschiede bei Geschwindigkeit und Ausmaß der Resorption von Fentanyl
      • unbedingt erneute Dosistitration durchführen (keine Umstellung nach dem "Dosis-für-Dosis (Mikrogramm-für-Mikrogramm)"-Prinzip)
    • Erhaltungstherapie
      • Beibehalten der ermittelten wirksamen Dosis
      • Anwendung max. 4mal / Tag
    • Dosisanpassung
      • Dosiserhöhung nur, wenn mit der verwendeten Dosis keine ausreichende Wirksamkeit bei der Behandlung mehrerer, aufeinanderfolgender Episoden von Durchbruchschmerzen erzielt werden kann
      • ständig > 4 Durchbruchschmerz-Episoden innerhalb von 24 Stunden
        • Überprüfung der Dosis der Opioid-Basistherapie
      • Ausbleiben einer adäquaten Schmerzkontrolle
        • Möglichkeit von Hyperalgesie, Toleranz und Fortschreiten der Grunderkrankung in Betracht ziehen
      • intolerable oder persistierende Nebenwirkungen
        • Dosisreduktion oder Ersetzen der Behandlung durch ein anderes Analgetikum
    • Behandlungsdauer und -ziele
      • vor Beginn der Behandlung
        • in Übereinstimmung mit den Leitlinien für die Schmerzbehandlung mit dem Patienten eine Behandlungsstrategie vereinbaren, die die Behandlungsdauer und die Behandlungsziele sowie einen Plan zur Beendigung der Behandlung umfasst
      • während der Behandlung
        • häufiger Kontakt zwischen Arzt und Patient, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, ein Absetzen des Arzneimittels in Erwägung zu ziehen und ggf. die Dosierungen anzupassen
      • unzureichende Schmerzkontrolle
        • Möglichkeit einer Hyperalgesie, einer Gewöhnung (Toleranz) und eines Fortschreitens der Grunderkrankung in Betracht ziehen
      • nicht länger als notwendig anwenden
    • Absetzen der Therapie
      • sofortiges Absetzen, wenn es zu keinen Durchbruchschmerz-Episoden mehr kommt
      • Behandlung persistierender Hintergrundschmerzen wie verordnet beibehalten
      • falls Absetzen der gesamten Opioidtherapie erforderlich ist
        • schrittweise Dosisreduktion der Opioide unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle (Vermeiden möglicher abrupter Entzugserscheinungen)

Dosisanpassung

  • ältere Patienten > 65 Jahre
    • keine Hinweise auf die Anwendung tendenziell niedrigerer Dosen oder das vermehrte Auftreten von Nebenwirkungen
    • Anwendung mit zusätzlicher Vorsicht
    • keine Daten zur Pharmakokinetik
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • mäßig bis schwer
      • Anwendung nur mit Vorsicht
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • mäßig bis schwer
      • Anwendung nur mit Vorsicht
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Fentanyl - nasal
  • Überempfindlichkeit gegen Fentanyl
  • Patienten ohne Opioid-Basistherapie
    • erhöhtes Risiko für Atemdepression
  • Behandlung akuter Schmerzen, welche keine Durchbruchschmerzen darstellen
  • Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die Natriumoxybat enthalten
  • schwere Atemdepression
  • schwere obstruktive Lungenerkrankungen
  • vorausgegangene Strahlentherapie im Gesichtsbereich
  • wiederholte Episoden von Epistaxis

Nebenwirkungen

Fentanyl - nasal
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Pneumonie
      • Nasopharyngitis
      • Pharyngitis
      • Rhinitis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Neutropenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dehydratation
      • Hyperglykämie
      • verminderter Appetit
      • gesteigerter Appetit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Desorientiertheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schlaflosigkeit
      • Delirium
      • Verwirrtheitszustand
      • Depression
      • Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung
      • Angst
      • gehobene Stimmung
      • Nervosität
      • Halluzinationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arzneimittelabhängigkeit (Sucht)
      • Arzneimittelmissbrauch
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Somnolenz
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • Dysgeusie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bewusstseinstrübung
      • Bewusstseinsverlust
      • Konvulsion
      • Ageusie
      • Anosmie
      • Gedächtnisstörung
      • Parosmie
      • Sprachstörung
      • Sedierung
      • Lethargie
      • Tremor
      • Myoklonien
      • Parästhesie
      • Dysästhesie
      • Geschmacksstörung
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Reisekrankheit
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Zyanose
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Flush
      • Hitzewallungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herz-Kreislauf-Insuffizienz
      • Lymphödem
      • Hypotonie
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Epistaxis
      • Nasenbeschwerden
      • Rachenreizung
      • Rhinorrhö
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Obstruktion der oberen Atemwege
      • Atemdepression
      • pharyngolaryngeale Schmerzen
      • Rhinalgie
      • Störungen der Nasenschleimhaut, nasales Ulcus
      • Husten
      • Niesen
      • Verstopfung der oberen Atemwege
      • Nasenverstopfung
      • intranasale Hypoästhesie
      • Sekretfluss im Nasenrachenraum
      • Austrocknung der Nasenschleimhaut
      • Dyspnoe
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Perforation der Nasenscheidewand
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Obstipation
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Darmperforation
      • Peritonitis
      • orale Hypoästhesie
      • orale Parästhesie
      • Diarrhoe
      • Würgereiz
      • Bauchschmerzen
      • Zungenstörung
      • Ulzeration der Mundschleimhaut
      • Dyspepsie
      • Mundtrockenheit
      • Stomatitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • Hyperhidrose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
      • Hautschmerzen
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
      • Muskelzucken
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anurie
      • Dysurie
      • Proteinurie
      • Harnverzögerung
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vaginalblutung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • nichtkardial bedingte Schmerzen im Brustkorb
      • Asthenie
      • Schüttelfrost
      • Ermüdung
      • Unwohlsein
      • peripheres Ödem
      • Gesichtsödem
      • Gangstörung
      • Fieber / Pyrexie
      • Durst
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Entzugssyndrom
        • bei transmukosalem Fentanyl wurden Opiatentzugserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Angstzustände, Schüttelfrost, Tremor und Schwitzen beobachtet
      • neonatales Entzugssyndrom
      • Arzneimitteltoleranz
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verminderte Thrombozytenzahl
      • Gewichtszunahme
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sturz
      • vorsätzlicher Arzneimittelmissbrauch
      • Anwendungsfehler

Anwendungshinweise

  • ausschließlich zur nasalen Anwendung
  • weitere Hinweise zur Anwendung s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Fentanyl - nasal
  • Anwendung während der Stillzeit sollte unterbleiben
    • frühestens 5 Tage nach der letzten Anwendung das Stillen wieder aufnehmen
  • Fentanyl geht in die Muttermilch über und kann beim gestillten Kind eine Sedierung und Atemdepression hervorrufen

Schwangerschaftshinweise

Fentanyl - nasal
  • darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden,
    • es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich und der Nutzen überwiegt die Risiken
  • keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Fentanyl bei Schwangeren
  • tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizität beobachtet
    • potenzielles Risiko für den Menschen nicht bekannt
  • nach Langzeitbehandlung kann Fentanyl beim Neugeborenen Entzugserscheinungen hervorrufen
  • Fentanyl nicht während der Wehen und Geburt (einschl. Kaiserschnitt) anwenden
    • Fentanyl ist plazentagängig
    • kann beim Fetus eine Atemdepression hervorrufen
    • falls Anwendung trotzdem erforderlich, ein Antidot für das Kind unmittelbar bereithalten
  • Fertilität
    • keine Daten für den Menschen
    • tierexperimentelle Studien (Ratten): männliche und weibliche Fertilität wurde durch sedative Dosen beeinträchtigt
      • weibliche Ratten: reduzierte Fertilität und gesteigerte embryonale Mortalität
        • neuere Studien: embryotoxischen Effekte indirekt auf maternale Toxizität und nicht auf direkte Effekte der Wirksubstanz auf den sich entwickelnden Embryo zurückzuführen
      • männliche Ratten: Auswirkungen beobachtet, die konsistent mit der sedierenden Wirkung von Fentanyl in Tierversuchen sind

Warnhinweise

Fentanyl - nasal
  • allgemeine Warnhinweise
    • Behandlung ist von einem Arzt einzuleiten und zu überwachen, der Erfahrung mit einer Opioidtherapie zur Behandlung chronischer Tumorschmerzen hat
      • Arzt muss das Missbrauchspotenzial, das Risiko des nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs, das Suchtpotenzial und die Gefahr der Überdosierung von Fentanyl beachten
    • Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren
      • Dosis kann für Kinder tödlich sein
    • Patienten während der Titration unbedingt engmaschig ärztlich überwachen
      • Minimierung der Risiken opioidbedingter Nebenwirkungen und Ermittlung der wirksamen Dosis
    • es ist wichtig, dass die langwirksame Opioidtherapie zur Behandlung perisistierender Schmerzen des Patienten vor Beginn der Therapie stabil eingestellt ist
    • sichere Aufbewahrung
      • aufgrund der Risiken, einschließlich tödlicher Verläufe, im Zusammenhang mit unbeabsichtigter Anwendung, Falschanwendung und Missbrauch, müssen Patienten und ihre Betreuungspersonen angewiesen werden, das Arzneimittel an einem sicheren und geschützten Ort aufzubewahren, der für Dritteunzugänglich ist
  • Atemdepression
    • Risiko einer klinisch relevanten Atemdepression
    • Patienten auf diese Reaktionen hin beobachten
    • Schmerzpatienten, die eine regelmäßige Opioid-Therapie erhalten, entwickeln eine Toleranz gegenüber Atemdepression
      • Risiko einer Atemdepression bei diesen Patienten ist reduziert
    • gleichzeitige Anwendung von ZNS-dämpfenden Arzneimitteln kann das Risiko einer Atemdepression erhöhen
  • chronische Lungenerkrankungen
    • bei Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen kann Fentanyl häufiger schwere Nebenwirkungen hervorrufen
    • bei solchen Patienten können Opioide den Austausch der Atemluft bzw. den Atemantrieb vermindern und den Atemwegswiderstand erhöhen
  • eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
    • Anwendung nur mit Vorsicht bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion
    • Einfluss einer eingeschränkten Leber- und Nierenfunktion auf die Pharmakokinetik wurde nicht untersucht
    • Clearance von Fentanyl nach i.v. Anwendung bei Vorliegen einer beeinträchtigten Leber- und Nierenfunktion aufgrund der Veränderungen von metabolischer Clearance und Plasmaproteinen verläuft anders
    • daher insb. bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion während der Dosistitration besondere Vorsicht geboten
    • bei Patienten mit Hypovolämie und Hypotonie ist besondere Vorsicht geboten
  • erhöhter intrakranieller Druck
    • Fentanyl mit Vorsicht anwenden bei:
      • Patienten, die auf die intrakraniellen Wirkungen einer CO2-Retention möglicherweise besonders empfindlich reagieren bzw.
      • Patienten mit Anzeichen von erhöhtem intrakraniellem Druck, Bewusstseinsstörungen oder Koma
      • bei Patienten mit Hirntumor oder einer Kopfverletzung
        • Opioide können klinischen Verlauf einer Kopfverletzung maskieren
    • nur bei strenger klinischer Indikationsstellung anwenden
  • Herzerkrankungen
    • Fentanyl kann eine Bradykardie hervorrufen
    • bei Patienten mit Bradyarrhythmie mit Vorsicht anwenden (Bradykardierisiko)
    • Opioide können Hypotonie verursachen, besonders bei Patienten mit Hypovolämie
      • bei Patienten mit Hypotonie und / oder Hypovolämie mit Vorsicht anwenden
  • Serotonin-Syndrom
    • Vorsicht ist geboten, wenn Fentanyl gleichzeitig mit Arzneimitteln verabreicht wird, die das serotonerge Neurotransmitter-System beeinflussen
    • bei gleichzeitiger Verwendung von serotonergen Arzneimitteln wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRIs) und SerotoninSerotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRIs) sowie von Arzneimitteln, die den Serotoninstoffwechsel beeinträchtigen [einschl. Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern]
      • lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom möglich
      • dieses kann auch innerhalb der empfohlenen Dosierung auftreten
    • das Serotonin-Syndrom kann Folgendes einschließen
      • Veränderungen der psychischen Verfassung (z. B. Agitiertheit, Halluzinationen, Koma)
      • autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, labiler Blutdruck, Hyperthermie)
      • neuromuskuläre Auffälligkeiten (z. B. Hyperreflexie, Koordinationsmangel, Rigidität) und / oder
      • gastrointestinale Symptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö)
    • bei Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom ist die Behandlung abzubrechen
  • Hyperalgesie
    • wie bei anderen Opioiden sollte im Falle einer unzureichenden Schmerzkontrolle als Reaktion auf eine Erhöhung der Fentanyldosis die Möglichkeit einer opioidinduzierten Hyperalgesie in Betracht gezogen werden
    • evtl. können eine Verminderung der Fentanyldosis, ein Abbruch der Fentanylbehandlung oder eine Überprüfung der Behandlung angezeigt sein
  • nasale Beschwerden
    • wenn der Patient während der Anwendung unter wiederholten Episoden von Epistaxis oder nasalen Beschwerden leidet
      • alternative Darreichungsform zur Behandlung des Durchbruchschmerzes in Betracht ziehen
  • Toleranz und Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
    • unter wiederholter Anwendung von Opioiden kann sich eine Toleranz und physische und / oder psychische Abhängigkeit entwickeln
    • die wiederholte Anwendung von Fentanyl kann zu einer Opioidgebrauchsstörung führen
    • eine höhere Dosis und eine längere Behandlung mit Opioiden können das Risiko erhöhen, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln
    • Missbrauch oder absichtliche Falschanwendung kann Überdosierung und / oder Tod zur Folge haben
    • das Risiko für die Entwicklung einer Opioidgebrauchsstörung ist erhöht bei
      • Patienten mit Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären (Eltern oder Geschwister) Vorgeschichte
      • Rauchern
      • Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) in der Anamnese
    • vor Beginn einer Behandlung und während der Behandlung
      • sollten mit dem Patienten Behandlungsziele und ein Plan zur Beendigung der Behandlung vereinbart werden
      • sollte der Patient außerdem über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden
        • die Patienten sollten angewiesen werden, sich an ihren Arzt zu wenden, wenn diese Anzeichen auftreten
    • die Patienten müssen auf Anzeichen eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour) überwacht werden
      • z. B. zu frühe Nachfrage nach Folgerezepten
      • dazu gehört auch die Überprüfung von gleichzeitig angewendeten Opioiden und psychoaktiven Arzneimitteln (wie Benzodiazepinen)
    • bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten in Betracht gezogen werden
  • Doping
    • Sportler informieren, dass eine Behandlung mit Fentanyl zu positiven Doping-Tests führen kann
  • Entzugserscheinungen
    • durch Anwendung von Substanzen mit opioid-antagonistischer Wirkung, z. B. Naloxon, oder von partiellen Opioid-Agonisten / Antagonisten (z. B. Pentazocin, Butorphanol, Buprenorphin, Nalbuphin) können Entzugserscheinungen ausgelöst werden
  • schlafbezogene Atemstörungen
    • Opioide können schlafbezogene Atemstörungen einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie verursachen
    • die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schlafapnoe einher
    • bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Verringerung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden
  • Behandlung mit anderen nasal angewendeten Arzneimitteln
    • zu Beginn der Behandlung sollten für die gleichzeitige Behandlung anderer Erkrankungen, die durch nasale Anwendung behandelt werden können, alternative Darreichungsformen in Betracht gezogen werden
  • gleichzeitige Anwendung von Sedativa
    • gleichzeitige Anwendung mit Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
    • aufgrund dieser Risiken sollte die gleichzeitige Verordnung mit solchen Sedativa Patienten vorbehalten bleiben, denen keine anderen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen
    • wenn entschieden wird, das Arzneimittel zusammen mit Sedativa zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden und die Behandlungsdauer sollte möglichst kurz sein
    • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung beobachtet werden
    • diesbezüglich wird dringend empfohlen, Patienten und deren Betreuungspersonen darüber zu informieren, dass sie auf diese Symptome achten müssen
  • Patienten mit Erkältung
    • Aufnahme von Fentanyl bei erkälteten Patienten vergleichbar mit der bei gesunden Probanden (unter der Vorraussetzung, dass zuvor keine Behandlung mit nasalen vasokonstriktorischen Mitteln erfolgt ist)