Pedmarqsi 80 mg/ml Infusionslösung

Norgine GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Dinatrium thiosulfat →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
NotApplicable 1X100 ML

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Fachinformationen

Indikation

  • Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität bei Patienten im Alter von 1 Monat bis < 18 Jahren mit lokalisierten, nicht metastasierten, soliden Tumoren

Dosierung

Basiseinheit: jeder ml Infusionslösung enthält 80 mg Natriumthiosulfat.

  • Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität bei Patienten im Alter von 1 Monat bis < 18 Jahren mit lokalisierten, nicht metastasierten, soliden Tumoren
    • empfohlene Dosis zur Prävention einer Cisplatin-induzierten Ototoxizität richtet sich nach dem Körpergewicht und wird gemäß der nachstehenden Tabelle mit der Körperoberfläche normalisiert
      • > 10 kg KG: 12,8 g / m² bzw. 160 ml / m²
      • 5 - 10 kg KG: 9,6 g / m² bzw. 120 ml / m²
      • < 5 kg KG: 6,4 g / m² bzw. 80 ml / m²
    • Vorbehandlung mit Antiemetika empfohlen: verringert das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen

Dosisanpassung

  • Frühgeborene und Neugeborene bis zu einem Alter von < 1 Monat
    • kontraindiziert (Risikos von Hypernatriämie)
  • Nierenfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung empfohlen
    • aufgrund des Natriumgehalts von Natriumthiosulfat besteht bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen
  • Leberfunktionsstörung
    • keine Dosisanpassung empfohlen

Kontraindikationen

Thiosulfat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Natriumthiosulfat
  • zusätzlich bei Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
    • Neugeborene unter 1 Monat, aufgrund des Risikos von Hypernatriämie

Nebenwirkungen

Thiosulfat - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypokaliämie
      • Hypernaträmie
      • Hypophosphatämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • metabolische Azidose
      • Hypocalcämie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erniedrigte Bicarbonatspiegel (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche)
      • erhöhte Anionenlücken (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche)
      • metabolische Azidose (bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche)
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
      • Hypotonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Blutdruckabfall bei zu schneller Infusionsgeschwindigkeit
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Erbrechen
      • Übelkeit
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schmerzen
      • Irritationen
      • Brennen

Anwendungshinweise

  • nur zur Anwendung im Krankenhaus unter fachärztlicher Aufsicht
  • zur intravenösen Anwendung als 15-minütige Infusion
  • aufgrund der hypertonen Formulierung wird eine zentralvenöse Verabreichung empfohlen
  • nur zur einmaligen Anwendung
  • Zeitpunkt der Verabreichung im zeitlichen Verhältnis zur Gabe von Cisplatin
    • Zeitpunkt der Verabreichung von Natriumthiosulfat im zeitlichen Verhältnis zur Durchführung der Cisplatin-Chemotherapie ist entscheidend
    • Verabreichung von Natriumthiosulfat
      • weniger als 6 Stunden nach Beendigung der Cisplatin-Infusion: kann die tumorhemmende Wirkung von Cisplatin verringern
      • mehr als 6 Stunden nach Beendigung der Cisplatin-Infusion: zeigt für die Vorbeugung von Ototoxizität möglicherweise keine Wirkung
      • Natriumthiosulfat darf nur nach Cisplatin-Infusionen mit einer Dauer von bis zu 6 Stunden angewendet werden
      • Natriumthiosulfat darf nicht angewendet werden, wenn
        • die Cisplatin-Infusion länger als 6 Stunden dauert oder
        • innerhalb der nächsten 6 Stunden eine weitere Cisplatin-Infusion geplant ist
      • wenn Cisplatin an aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht wird, ist nach der Natriumthiosulfat-Infusion ein Mindestabstand von 6 Stunden vor Gabe der nächsten Cisplatin-Infusion einzuhalten
    • nach Beendigung der Cisplatin-Infusion
      • 30 Minuten vor der Gabe von Natriumthiosulfat ist eine hochwirksame kombinierte intravenöse antiemtische Therapie zu verabreichen, d. h. 5,5 Stunden nach Abschluss der Cisplatin-Infusion
      • Arzneimittel ist eine gebrauchsfertige Infusionslösung
      • erforderliche Menge Natriumthiosulfat (80 mg/ml) in einer Spritze aufziehen oder in einen leeren, sterilen Infusionsbeutel geben
      • Hydrierung im Zuge der Cisplatin-Therapie stoppen und Zugang mit NaCl-Lösung 0,9 % spülen
      • Natriumthiosulfat über einen Zeitraum von 15 Minuten (6 Stunden nach Abschluss der Cisplatin-Infusion) infundieren
      • Zugang mit Natriumchlorid 0,9 % spülen und Hydrierung im Zuge der Cisplatin-Therapie unmittelbar im Anschluss fortsetzen
  • weitere Hinweise s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Thiosulfat - invasiv
  • aus Vorsichtsgründen wird empfohlen, die Anwendung von Natriumthiosulfat während des Stillens zu vermeiden
  • es liegen keine Erfahrungen mit einer Anwendung in der Stillzeit vor
  • es ist nicht bekannt, ob Natriumthiosulfat / Metaboliten in die Muttermilch übergeht
  • ein Risiko für Neugeborene / Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden
  • Hinweis zur Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
    • Natriumthiosulfat ist nur zur Verabreichung in Verbindung mit einer Cisplatin-Chemotherapie bestimmt, bei der das Stillen oder Füttern mit Muttermilch kontraindiziert ist

Schwangerschaftshinweise

Thiosulfat - invasiv
  • Indikation als Antidot bei Vergiftungen
    • es wird empfohlen, auch wenn keine Studien vorliegen, ein Antidot während der Schwangerschaft bei eindeutiger mütterlicher Indikation anzuwenden, um Morbidität oder Mortalität zu reduzieren
    • es gibt keine epidemiologischen Studien, die das Risiko von Natriumthiosulfat während der Schwangerschaft untersuchen
    • schon wegen einer toxischen Belastung der Mutter durch das Agens, das die Gabe von Natriumthiosulfat erforderlich machte, ist die weitere Überwachung des Schwangerschaftsverlaufs zu empfehlen
    • reproduktionstoxikologische Studien wurden nicht durchgeführt
  • Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
    • aus Vorsichtsgründen wird empfohlen, die Anwendung von Natriumthiosulfat während der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden
    • es liegen keine oder nur eingeschränkte Daten aus der Verwendung von Natriumthiosulfat bei Schwangeren vor
    • es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität bei intravenöser Infusion von Natriumthiosulfat vor
    • Natriumthiosulfat ist nur zur Verabreichung in Verbindung mit einer Cisplatin-Chemotherapie bestimmt
    • Cisplatin wird während der Schwangerschaft nicht angewendet, es sei denn, der Arzt hält das Risiko bei einer einzelnen Patientin für klinisch gerechtfertigt
    • Patienten, die Cisplatin erhalten, werden darauf hingewiesen, dass während der Behandlung und für 6 Monate nach der Behandlung mit Cisplatin eine angemessene Kontrazeption erforderlich ist, da Cisplatin embryotoxisch und fetotoxisch is
    • Fertilität
      • zu den Auswirkungen von Natriumthiosulfat auf die Fertilität liegen keine klinischen Daten vor
      • es liegen keine ausreichenden Informationen aus tierexperimentellen Studien vor, um die Auswirkungen einer intravenösen Infusion von Natriumthiosulfat auf die Fertilität zu beurteilen
      • Natriumthiosulfat ist nur zur Verabreichung in Verbindung mit einer Cisplatin-Chemotherapie bestimmt
      • es ist bekannt, dass die Behandlung mit Cisplatin die Fertilität beeinträchtigt

Warnhinweise

Thiosulfat - invasiv
  • Allgemeine Hinweise
    • bei Blausäure- und Cyanidvergiftungen immer zuerst 4-DMAP injizieren und evtl. Hydroxocobalamin sowie die Beatmung mit Sauerstoff durchführen
    • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
      • liegt eine Niereninsuffizienz vor, ist die Ausscheidung des nach Verabreichung von Natriumthiosulfat gebildeten Rhodanids verzögert
      • unter diesen Umständen können Rhodanid-Plasmakonzentrationen über 1 mg/ml auftreten, wodurch Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Psychosen ausgelöst werden können
      • bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden nach Anwendung von Natriumthiosulfat außerhalb der zugelassenen Anwendungsbereiche Fälle von metabolischer Azidose beobachtet
  • Hinweise zur Indikation Vorbeugung einer durch eine Cisplatin-Chemotherapie induzierten Ototoxizität
    • Überempfindlichkeit
      • in klinischen Studien nach Verabreichung von Natriumthiosulfat wurden Überempfindlichkeitsreaktionen gemeldet
        • zu den Symptomen zählten Hautausschlag, Tachykardie, Schüttelfrost und Dyspnoe
      • Natriumthiosulfat kann Spuren von Natriumsulfit enthalten
      • es kann in seltenen Fällen verschiedene Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmen hervorrufen
      • Sulfitempfindlichkeit tritt bei asthmatischen Patienten häufiger auf als bei nicht-asthmatischen Patienten
      • Antihistamine (z. B. Diphenhydramin und Steroide) sollten im Falle einer allergischen Reaktion sofort verfügbar sein
      • sollte die Reaktion des Patienten so ausfallen, dass die Gabe von Natriumthiosulfat nach der nächsten Cisplatin-Infusion fortgesetzt werden kann, sollte eine Prämedikation mit Antihistaminika verabreicht und der Patient sorgfältig beobachtet werden
    • Störung des Elektrolytgleichgewichtes
      • eine Dosis von 12,8 g/m2 führt zu einer Natriumbeladung von 162 mmol/m2, eine Dosis von 9,6 g/m2 zu einer Natriumbeladung von 121 mmol/m2 und eine Dosis von 6,4 g/m2 zu einer Natriumbeladung von 81 mmol/m2
      • Elektrolythaushalt und Blutdruck sollten sorgfältig überwacht werden, und Natriumthiosulfat sollte nicht gegeben werden, wenn das Serumnatrium zu Behandlungsbeginn vor der Gabe von Natriumthiosulfat innerhalb eines Behandlungszyklus > 145 mmol/Liter beträgt
      • Patienten im Alter von < 1 Monat haben eine weniger gut entwickelte Natriumhomöostase; daher ist Natriumthiosulfat bei Neugeborenen kontraindiziert
      • die Magnesium-, Kalium- und Phosphatspiegel im Serum sollten ebenfalls überwacht und bei Bedarf sollten Ergänzungen vorgenommen werden, da die Kombination aus Flüssigkeitsbeladung in Verbindung mit einer Chemotherapie auf Cisplatin-Basis und der Verabreichung von Natriumthiosulfat vorübergehende Elektrolytstörungen verursachen kann
    • Übelkeit und Erbrechen
      • vorübergehende Zunahmen der Inzidenz und Schwere von Übelkeit und Erbrechen können bei Natriumthiosulfat-Infusion aufgrund der über einen kurzen Zeitraum verabreichten hohen Natriumkonzentrationen beobachtet werden
      • zusätzlich zu allen prophylaktischen Antiemetika, die vor der Verabreichung von Cisplatin verabreicht werden, sollten in den 30 Minuten vor der Verabreichung von Natriumthiosulfat weitere Antiemetika kombiniert verabreicht werden
      • Übelkeit und Erbrechen enden tendenziell kurz nach Abschluss der Natriumthiosulfat-Infusion
    • Nierenfunktionsstörung
      • es ist bekannt, dass Natriumthiosulfat im Wesentlichen über die Nieren ausgeschieden wird, und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann das Nebenwirkungsrisiko von Natriumthiosulfat höher sein
      • da eine Cisplatin-Chemotherapie mit Nierentoxizität einhergeht, sollte die Nierenfunktion überwacht und der Elektrolythaushalt genau beobachtet werden, wenn die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter 60 ml/min/1,73 m2 fällt