Penicillin G Kabi 1 Mio I.E. P.H.Inj.-/Inf.-L.
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N3 | 10 ST | 33,00 € |
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Indikation
- Behandlung folgender Infektionen bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern, Neu- und Frühgeborenen:
- akute bakteriellebakterielle Haut- und Weichgewebeinfektionen (ABSSSI)
- Diphtherie (zusätzlich zu Antitoxin)
- ambulant erworbene Pneumonie
- Empyem
- bakterielle Endokarditis
- Peritonitis
- Meningitis
- Hirnabszesse
- Osteomyelitis
- Infektionen des Genitaltrakets, verursacht durch Fusobakterien
- Komplikationen bei Gonorrhoe (gonorrhoische Endokarditis oder Arthritis)
- Syphilis (kongenitale Syphilis)
- Lyme-Borreliose (Meningopolyneuritis Garin-Bujadoux-Bannwarth, Acrodermatitis chronica atrophicans, Lyme-Arthritis, Lyme-Karditis)
- Behandlung folgender spezifischer Infektionen:
- Milzbrand
- Tetanus
- Gasbrand
- Listeriose
- Pasteurellose
- Rattenbissfieber
- Fusospirochätose
- Aktinomykose
- Hinweis
- allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen
Dosierung
Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 1.000.000 I. E. (entspricht ca. 600 mg) Benzylpenicillin als Natrium-Salz
- Behandlung systemischer und / oder lokaler Infektionen durch Benzylpenicillin-empfindliche Erreger
- Einheiten und Masseangaben
- 1 mg Benzylpenicillin-Natrium = 1670 IE Benzylpenicillin
- 1 Million I. E. Benzylpenicillin = 598,9 mg Benzylpenicillin-Natrium
- i. A. betrachtet man 600 mg Benzylpenicillin-Natrium als äquivalent zu 1 Million I. E. Benzylpenicillin
- weiter Dosisbereich von Benzylpenicillin richtet sich nach
- Art der Anwendung
- Höhe der Dosis
- Dosierungsintervall
- in Abhängigkeit von
- Art und Empfindlichkeit des Erregers
- Schwere der Infektion
- Zustand des Patienten
- Dosierung
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- 0,03 Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag (ca. 1 - 5 Mio. I. E. / Tag), verteilt auf 4 - 6 Gaben
- hohe Dosierung (intravenös)
- 0,3 Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag (ca. 10 - 40 Mio. I. E. / Tag) verteilt auf 4 - 6 Gaben
- Vorsicht
- bei zu rascher Infusion kann es zu zerebralen Krämpfen und Elektrolytstörungen kommen
- eine Rate von max. 500000 I. E. Benzylpenicillin / Min. wird bei intravenösen Dosen über 2 Mio. I. E. empfohlen
- bakterielle Endokarditis
- 10 - 80 Mio. I. E. Benzylpenicillin / Tag intravenös in Kombination mit Aminoglykosiden
- Meningitis
- max. 20 - 30 Mio. I. E. Benzylpenicillin / Tag
- wegen erhöhter Krampfanfälligkeit und Jarisch-Herxheimer-Reaktionen Maximaldosis nicht überschreiten
- max. 20 - 30 Mio. I. E. Benzylpenicillin / Tag
- Lyme-Borreliose
- 20 - 30 Mio. I. E. Benzylpenicillin / Tag intravenös in 2 - 3 Dosen über 14 Tage
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- Kleinkinder (>/= 1 Monat) und Kinder (< 12 Jahre)
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- 0,03 - 0,1 Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag, verteilt auf 4 - 6 Gaben
- hohe Dosierung (intravenös)
- 0,1 - 0,5 (- 1,0) Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag, verteilt auf 4 - 6 Gaben
- Vorsicht
- bei zu rascher Infusion kann es zu zerebralen Krämpfen und Elektrolytstörungen kommen
- eine Rate von max. 500000 I. E. Benzylpenicillin / Min. wird bei intravenösen Dosen über 2 Mio. I. E. empfohlen
- Meningitis (Kinder)
- max. 12 Mio. I. E. Benzylpenicillin / Tag
- wegen erhöhter Krampfanfälligkeit und Jarisch-Herxheimer-Reaktionen Maximaldosis nicht überschreiten
- max. 12 Mio. I. E. Benzylpenicillin / Tag
- Lyme-Borreliose (Kinder)
- 0,5 Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag intravenös in 2 - 3 Dosen über 14 Tage
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- Neugeborene (2. - 4. Woche)
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- 0,03 - 0,1 Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag, in 3 - 4 Einzelgaben
- hohe Dosierung (intravenös)
- 0,2 - 0,5 (- 1,0) Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag, in 3 - 4 Einzelgaben
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- Früh- und Neugeborene (bis zur 2. Lebenswoche)
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- 0,03 - 0,1 Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag, in 2 Einzelgaben
- hohe Dosierung (intravenös)
- 0,2 - 0,5 (- 1,0) Mio. I. E. Benzylpenicillin / kg / Tag, in 2 Einzelgaben
- wegen der Unreife und der verminderten Exkretion von Benzylpenicillin darf das Dosierungsintervall nicht weniger als 12 Std. betragen
- Standard-Dosierung (intramuskulär oder intravenös)
- Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
- Dauer der Anwendung
- kann in Abhängigkeit von der spezifischen Indikation unterschiedlich sein
- sollte sich nach den jeweiligen Empfehlungen aktueller, nationaler Behandlungsleitlinien richten
- Streptokokkenerkrankungen
- Therapiedauer von mind. 10 Tagen einhalten (WHO-Empfehlung)
- Einheiten und Masseangaben
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- Eliminationsvorgänge können verzögert sein
- Dosisanpassung an Nierenfunktion
- Nierenfunktionsstörung
- bei stark eingeschränkter Nierenfunktion können Abbau und Ausscheidung von Penicillinen verzögert sein
- Anpassung der Einzeldosen bzw. Dosierungsintervalle an Clearance-Werten empfohlen
- Erwachsene und Jugendliche
- bezogen auf eine normalisierte Dosis von 40 Millionen I. E. / Tag bei nierengesunden Patienten
- GFR 100 - 60 ml / Min., Serumkreatinin 0,8 - 1,5 mg %
- < 60 Jahre
- 40 (- 60) Mio. I. E. / Tag in 3 - 6 Einzelgaben
- > 60 Jahre
- 10 - 40 Mio. I. E. / Tag in 3 - 6 Einzelgaben
- < 60 Jahre
- GFR 50 - 40 ml / Min., Serumkreatinin 1,5 - 2,0 mg %
- 10 - 20 Mio. I. E. / Tag in 3 Einzelgaben
- GFR 30 - 10 ml / Min., Serum-Kreatinin 2 - 8 mg %
- 5 - 10 Mio. I. E. / Tag in 2 - 3 Einzelgaben
- GFR < 10 ml / Min., Serum-Kreatinin 15 mg %
- 2 - 5 Mio. I. E. / Tag in 1 - 2 Einzelgaben
- GFR 100 - 60 ml / Min., Serumkreatinin 0,8 - 1,5 mg %
- bezogen auf eine normalisierte Dosis von 40 Millionen I. E. / Tag bei nierengesunden Patienten
- Kleinkinder (>/= 1 Monat) und Kinder (< 12 Jahre)
- GFR 100 - 60 ml / Min., Serumkreatinin 0,8 - 1,5 mg %
- 0,03 - 0,1 Mio. I. E. / kg / Tag in 4 - 6 Einzelgaben
- GFR 50 - 10 ml / Min., Serumkreatinin 1,5 - 8,0 mg %
- 0,02 - 0,06 Mio. I. E. / kg / Tag in 2 - 3 Einzelgaben
- Verabreichung der Standard-Dosis alle 8 - 12 Stunden
- GFR < 10 ml / Min., Serum-Kreatinin 15 mg %
- 0,01 - 0,04 Mio. I. E. / kg / Tag in 2 Einzelgaben
- Verabreichung der Standard-Dosis alle 12 Stunden
- GFR 100 - 60 ml / Min., Serumkreatinin 0,8 - 1,5 mg %
- Früh- und Neugeborene (bis zur 4. Lebenswoche)
- Anwendung bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht geeignet
- Erwachsene und Jugendliche
- Leberfunktionsstörung
- keine Dosisreduktion erforderlich
Kontraindikationen
Benzylpenicillin - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Benzylpenicillin
- Penicillin-Überempfindlichkeit (Gefahr eines anaphylaktischen Schocks)
- bei Überempfindlichkeit gegen andere Betalaktam-Antibiotika (z.B. Cephalosporine, Imipenem), ausgenommen Monobactame (Aztreonam), kann eine Kreuzallergie bestehen
Nebenwirkungen
Benzylpenicillin - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Superinfektion mit resistenten Keimen oder Sprosspilzen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Leukopenie
- Granulozytopenie
- Neutropenie
- Agranulozytose
- Thrombozytopenie
- Panzytopenie
- Eosinophilie
- hämolytische Anämie
- Blutgerinnungsstörungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen des Immunsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- allergische Reaktionen, z.B.
- allergische Vaskulitis
- angioneurotisches Ödem
- Bronchospasmus
- Larynxödem
- eosinophile pulmonale Infiltrate
- Serumkrankheits-Syndrom
- polymorphes (morbilli- oder scarlatiniformes) Exanthem mit und ohne Eosinophilie
- Urtikaria
- ödematöse Hauterscheinungen
- Erythema nodosum
- allergische Purpura
- allergische Reaktionen, z.B.
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Anaphylaktischer Schock (sehr selten lebensbedrohlich)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Lyell-Syndrom
- ohne Häufigkeitsangabe
- Jarisch-Herxheimer-Reaktion
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- unter hochdosierter Therapie
- Hypokaliämie
- metabolische Azidose infolge Natrium-Intoxikation (bei Wirkstoff Benzylpenicillin-Natrium)
- unter hochdosierter Therapie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Psychiatrische Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- unter hochdosierter Therapie
- Halluzinationen
- unter hochdosierter Therapie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- unter hochdosierter Therapie
- neurotoxische Effekte wie z.B.
- Benommenheit
- Hyperreflexie
- Myoklonien
- neurotoxische Effekte wie z.B.
- unter hochdosierter Therapie
- ohne Häufigkeitsangabe
- unter hochdosierter Therapie
- Koma
- Krampfanfälle
- unter hochdosierter Therapie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Arterielle Gefäßverschlüsse
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Glossitis
- Stomatitis
- Lingua villosa nigra
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Pseudomembranöse Enterokolitis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leber- und Gallenerkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Akute Hepatitis
- Cholestase
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Exfoliative Dermatitis
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Interstitielle Nephritis
- ohne Häufigkeitsangabe
- Akutes Nierenversagen mit Anurie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Arzneimittelfieber
- bei i.m. Gabe
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- bei i.v. Gabe
- Reizungen der Venenwand
- Thrombophlebitis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Untersuchungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- positiver direkter Coombs-Test
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- intravenöse (Injektion oder Kurzinfusion bei 10 Millionen I. E. / 100 ml) oder intramuskuläre (i. m.) Gabe
- Hinweise für i. m. Injektion:
- max. 10 Millionen I. E. (= ca. 6 g) Benzylpenicillin, gelöst in 6 - 10 ml Wasser für Injektionszwecke, bis zu 2mal / Tag
- Applikation tief intramuskulär
- in den oberen, äußeren Quadranten des Glutaeus maximus
- oder in das ventrogluteale Feld nach Hochstetter
- obere Verträglichkeitsgrenze: 5 ml / Injektionsstelle
- bei wiederholter Injektion sind die Injektionsseiten zu wechseln
- höhere Dosen können als i.v. Infusion gegeben werden
- bei intramuskulärer Applikation können, vor allem bei Kleinkindern, schwere lokale Reaktionen auftreten
- wenn möglich, ist eine intravenöse Therapie durchzuführen
- Vorsicht:
- bei zu rascher Infusion kann es zu zerebralen Krämpfen und Elektrolytstörungen kommen
- eine Rate von max. 500000 I. E. Benzylpenicillin / Min. wird bei intravenösen Dosen über 2 Millionen I. E. empfohlen
- bei zu rascher Infusion kann es zu zerebralen Krämpfen und Elektrolytstörungen kommen
- weitere Angaben zur Zubereitung, siehe jeweilige Herstellerinformation
Stillzeithinweise
Benzylpenicillin - invasiv
- Übergang geringer Mengen von Benzylpenicillin in die Muttermilch
- Konzentration in der Muttermilch kann 2 bis 15 % der mütterlichen Serumwerte erreichen
- obwohl bislang bei mit Muttermilch ernährten Säuglingen keine Nebenwirkungen berichtet wurden, muss Möglichkeit einer Sensibilisierung oder einer Beeinträchtigung der Darmflora in Betracht gezogen werden
- auf Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute sollte beim Säugling geachtet werden
Schwangerschaftshinweise
Benzylpenicillin - invasiv
- Anwendung während der gesamten Schwangerschaft bei entsprechender Indikationsstellung möglich
- tierexperimentellen Untersuchungen und bisherige Erfahrungen mit der Anwendung
- keine Anhaltspunkte für fruchtschädigende Wirkungen
Warnhinweise
Benzylpenicillin - invasiv
- Benzylpenicillin nicht Mittel der Wahl zur Behandlung der Otitis media und der akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis
- diese häufig auch durch Erreger verursacht, die
- häufig (Staphylococcus aureus) oder stets (Moraxella catarrhalis, Chlamydien, Mycoplasmen, Legionellen) gegen Benzylpenicillin resistent sind bzw.
- gegen die Benzylpenicillin nur bedingt wirksam ist (Haemophilus influenzae)
- deshalb sollte bei den genannten Erkrankungen vor Therapiebeginn mit Benzylpenicillin der verursachende Erreger identifiziert und dessen Empfindlichkeit ggf. nachgewiesen werden
- diese häufig auch durch Erreger verursacht, die
- bei Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie mit zusätzlichen Risikofaktoren (z.B. strukturelle Lungenveränderung, antibiotische Vortherapie) ist empirische Therapie mit Benzylpenicillin aufgrund des zu erwartenden Erregerspektrums nicht zu befürworten
- akute Überempfindlichkeitsreaktionen
- beim Auftreten eines anaphylaktischen Schocks
- entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen sofort eingeleitet werden
- sorgfältige Überwachung des Patienten erforderlich, da die Symptome rezidivieren können
- urtikarielle Sofortreaktion muss immer als bedrohliches Zeichen angesehen werden
- zwingt strikt zum Therapieabbruch
- beim Auftreten eines anaphylaktischen Schocks
- Jarisch-Herxheimer-Reaktion
- bei der Behandlung von Spirochäteninfektionen (Lues, Borreliose) kann es (meist 2 - 12 Stunden nach der ersten Dosis) zum Auftreten einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen, die durch Fieber, Schüttelfrost, Allgemein- und Herdsymptome gekennzeichnet ist
- Wirkungen auf das Blut und das Lymphsystem
- nach längerer, hochdosierter Benzylpenicillin- Therapie kann es zum Auftreten einer dosisabhängigen Neutropenie kommen
- bei Totaldosen von über 200 Millionen I.E. (entsprechend 120 g) Benzylpenicillin wird diese Nebenwirkung häufig (>/= 1 % bis < 10 %) bis sehr häufig (>/= 10 %) beobachtet, unterhalb dieser Dosis ist diese sehr selten
- nach Absetzen der Therapie kommt es in 90 % der Fälle innerhalb von 2 - 8 Tagen zu einer raschen Erholung
- bei Weiterführung der Therapie kann es zur vollständigen Agranulozytose kommen
- Blutgerinnungsstörungen infolge Hemmung der Thrombozytenaggregation unter der Therapie mit Benzylpenicillin ebenfalls dosisabhängig
- relevante Verlängerung der Blutungszeit tritt bei Nierengesunden oberhalb einer Tagesdosis von 20 Millionen I.E. (entsprechend 12 g) Benzylpenicillin ein
- Störung tritt innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Therapie ein und persistiert bis zu 4 Tage nach Absetzen von Benzylpenicillin
- bei höheren Konzentrationen können zusätzlich Störungen der plasmatischen Gerinnung auftreten, und zwar durch Störung der Fibrinpolymerisation, einer erhöhten Antithrombin- III-Aktivität und einer Hemmung der Faktor-Xa-Aktivierung
- geringer Prozentsatz von Patienten, die eine längerdauernde, hochdosierte Therapie erhalten, entwickeln eine immunvermittelte hämolytische Anämie
- als mittlere Totaldosis wurden 411 Millionen I.E. (entsprechend 246,6 g) Benzylpenicillin errechnet, die während einer mittleren Behandlungszeit von 20 Tagen gegeben wurden
- andere allergische Manifestationen sind gewöhnlich nicht vorhanden.
- nach Absetzen des Penicillins kann die Hämolyse noch 6 - 8 Wochen anhalten
- nach längerer, hochdosierter Benzylpenicillin- Therapie kann es zum Auftreten einer dosisabhängigen Neutropenie kommen
- Wirkungen auf das Nervensystem
- im Rahmen einer hochdosierten Benzylpenicillin- Therapie sind, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Krampfbereitschaft (Epilepsie), neurotoxische Reaktionen möglich
- letztere können in fokale, später generalisierte Krampfanfälle und komatöse Zustände übergehen
- in wenigen dieser Fälle letalen Verlauf berichtet
- bei cerebralen Krämpfen ist geeignete Behandlung angezeigt
- neurotoxische Reaktionen bei Benzylpenicillin-Tagesdosen von 40 - 60 Millionen I.E. (entsprechend 24 bis 36 g) bei Nierengesunden, von 20 Millionen I.E. (entsprechend 12 g) bei Patienten mit leicht- bis mittelgradig eingeschränkter Nierenfunktion und von 10 Millionen I.E. (entsprechend 6 g) bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz beobachtet
- besondere Dispositionen auch gegeben bei
- Säuglingen
- alten Menschen
- Patienten mit Krampfbereitschaft
- Septikämien durch gramnegative Erreger
- Endokarditis
- herzchirurgischen Eingriffen mit Herz- Lungen-Maschinen
- bei neurotoxischen Reaktionen, die meist 12 bis 72 Stunden nach Beginn der Therapie auftreten, sollte Benzylpenicillin sofort abgesetzt oder gegebenenfalls die Dosis reduziert werden
- im Rahmen einer hochdosierten Benzylpenicillin- Therapie sind, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Krampfbereitschaft (Epilepsie), neurotoxische Reaktionen möglich
- Wirkungen auf den MagenMagen-Darm-Trakt, pseudomembranöse Enterokolitis
- beim Auftreten von schweren, wässrigen Durchfällen während oder nach der Therapie, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, ist an antibiotikabedingte pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann
- in diesen seltenen Fällen Benzylpenicillin sofort absetzen und geeignete Therapie einleiten
- peristaltikhemmende Mittel sind kontraindiziert
- beim Auftreten von schweren, wässrigen Durchfällen während oder nach der Therapie, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, ist an antibiotikabedingte pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann
- Wirkungen auf die Niere
- gelegentlich (>/= 0,1 % bis < 1 %) nach hochdosierter, längerdauernder Therapie mit Benzylpenicillin über das Auftreten einer interstitiellen Nephritis berichtet
- tägliche Benzylpenicillin-Dosis variierte zwischen 12 und 60 Millionen I.E. bzw. 7,2 und 36 g (im Mittel 28 Millionen I.E. bzw. 16,8 g), die Therapiedauer betrug 7 bis 42 Tage (im Mittel 17 Tage)
- neben Proteinurie und Hämaturie bestehen meist Fieber, Eosinophilie und Exantheme
- schwere Niereninsuffizienz mit Anurie ebenfalls möglich
- ebenfalls beschrieben wurden angiitische und glomerulonephritische Läsionen sowie ein akutes Nierenversagen mit vollständiger Anurie nach einer einzigen Benzylpenicillin-Injektion
- gelegentlich (>/= 0,1 % bis < 1 %) nach hochdosierter, längerdauernder Therapie mit Benzylpenicillin über das Auftreten einer interstitiellen Nephritis berichtet
- Wirkungen auf das Elektrolytgleichgewicht
- Natriumintoxikationen (Hypokaliämie, metabolische Alkalose) beobachtet
- nach Gabe von100 Millionen I. E. (entsprechend 60 g) Benzylpenicillin-Natrium / Tag
- Vorsichtsmaßnahmen bei Risikogruppen
- bei Patienten mit Herzerkrankungen oder schweren Elektrolytstörungen anderer Genese sollte auf die Elektrolytzufuhr geachtet werden, insbesondere auf die Kaliumzufuhr
- bei Diabetikern ist mit einer verzögerten Resorption aus dem intramuskulären Depot zu rechnen
- bei Patienten mit Dermatomykosen sind bereits bei erstmaliger Gabe von Benzylpenicillin paraallergische Reaktionen möglich, da zwischen Penicillinen und Stoffwechselprodukten von Dermatophyten eine Antigengemeinschaft bestehen kann
- Hinweise zu Dosierungsanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Früh- und Neugeborenen beachten
- Hinweis für notwendige Überwachungsmaßnahmen
- bei länger andauernder Therapie, insbesondere hoher Dosierung, sollte in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle des Blutbildes, der Nierenfunktion und der Serumelektrolyte durchgeführt werden
- Hinweis zur topischen Anwendung
- Benzylpenicllin sollte, wie alle anderen Penicilline, nicht topisch, z.B. in Form von Salben, Pudern oder Tropfen, eingesetzt werden, da die allergisierende Potenz bei topischer Anwendung besonders groß ist
- Hinweise zur langfristigen und wiederholten Anwendung
- langfristige und wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen mit resistenten Bakterien und Sprosspilzen führen
- Beeinflussung labordiagnostischer Untersuchungen
- positiver direkter Coombs-Test häufig (>/= 1 % bis < 10 %) bei Patienten, die 10 Millionen I.E. (entsprechend 6 g) Benzylpenicillin oder mehr pro Tag erhalten
- nach Absetzen des Penicillins kann der direkte Antiglobulin-Test noch während 6 - 8 Wochen positiv bleiben
- Eiweißbestimmung im Urin mittels Präzipitationsverfahren (Sulfosalicylsäure, Trichloressigsäure), der Folin-Ciocalteu-Lowry-Methode oder der Biuret-Methode kann zu falsch positiven Ergebnissen führen
- Eiweißbestimmung im Harn sollte daher mit anderen Methoden durchgeführt werden.
- Aminosäurebestimmung im Urin mittels der Ninhydrin-Methode kann zu falsch positiven Ergebnissen führen
- Penicilline binden an Albumin
- in elektrophoretischen Methoden zur Albumin-Bestimmung kann dadurch eine Pseudobisalbuminämie vorgetäuscht werden
- unter der Therapie mit Benzylpenicillin können der nicht-enzymatische Harnzuckernachweis und der Urobilinogennachweis falsch positiv ausfallen.
- bei der Bestimmung von 17-Ketosteroiden (mittels der Zimmermann-Reaktion) im Urin können unter der Therapie mit Benzylpenicillin erhöhte Werte auftreten