Perazin-neuraxpharm 100mg
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 20 ST | 16,18 € |
| N2 | 50 ST | 22,38 € |
| N3 | 100 ST | 31,92 € |
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Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- akute psychotische Syndrome mit
- Wahn
- Halluzinationen
- Denkstörungen
- Ich-Störungen
- katatone Syndrome
- chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen (Symptomsuppression und Rezidivprophylaxe)
- maniforme Syndrome
- psychomotorische Erregungszustände
Dosierung
- akute psychotische und katatone Symptome, psychomotorische Erregungszustände, maniforme Syndrome, chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen
- Dosierung und Dauer der Anwendung anpepasst an individuelle Reaktionslage, Indikation und Schwere der Krankheit
- Maximum der antipsychotischen Wirkung zuweilen erst nach 1- bis 3wöchiger Behandlung, sofortiger Eintritt der psychomotorisch dämpfenden Wirkung
- ambulante Behandlung: Behandlungsbeginn mit langsam ansteigender Dosierung
- stationäre Behandlung: Behandlungsbeginn mit höheren Dosen zur Erzielung einer raschen Wirkung möglich
- akute psychotische und katatone Symptome, psychomotorische Erregungszustände, maniforme Syndrome
- zu Beginn 50 - 150 mg Perazin als Einzeldosis
- Dosissteigerung bis max. 500 mg Perazin in den ersten 24 Stunden
- nach Abklingen akuter Symptome Erhaltungsdosis bei
- stationärer Behandlung
- 200 - 600 mg Perazin / Tag
- therapieresistente Fälle: bis 1000 mg Perazin / Tag
- ambulanter Behandlung
- bis 300 mg Perazin / Tag, bei sorgfältiger Beobachtung auch darüber
- stationärer Behandlung
- chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen (Symptomsuppression und Rezidivprophylaxe)
- Tagesgesamtdosis: 75 - 600 mg Perazin
- abrupte starke Dosisänderungen vermeiden (erhöhtes Nebenwirkungsrisiko)
- nach längerfristiger Therapie Abbau der Dosis in sehr kleinen Schritten über große Zeiträume
- Behandlungsdauer richtet sich nach Krankheitsbild
Dosisanpassung
- ältere Patienten
- ausreichende therapeutische Wirkung mit niedrigeren Dosen, meist der Hälfte der o.g. Mengen
- bereits bei niedrigen Dosierungen extrapyramidale Nebenwirkungen möglich
- erhöhte Häufigkeit von Spätdyskinesien
- sedierende Wirkung ist stärker ausgeprägt
- Hypotonien können häufiger auftreten
- Kinder und Jugendliche < 16 Jahre
- von der Behandlung ausnehmen, da kein ausreichendes klinisches Erkenntnismaterial vorliegt
- eingeschränkte Leberfunktion
- Dosisreduktion
- ältere Patienten
- besondere Vorsicht wegen der erhöhten Empfindlichkeit
- häufig stärkere Ausprägung anticholinerger Nebenwirkungen
- schwere Lebererkrankung
- Anwendung nur unter besonderer Vorsicht
- eingeschränkte Nierenfunktion
- keine Dosisanpassung
Kontraindikationen
Perazin - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Perazin oder andere Neuroleptika, insbesondere vom Phenothiazin-Typ
- schwere Blutzell- und Knochenmarkschädigung
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Perazin - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Blutbildungsstörungen (passagere Eosinophilien und relative Granulozytopenien bei Lympho- oder Monozytosen)
- Leukopenie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Thrombopenie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Agranulozytose
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Lupus erythematodes
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Psychiatrische Erkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- die nach Abklingen einer akuten Psychose häufig zu beobachtenden depressiven Syndrome können in seltenen Fällen durch eine Perazin-Behandlung verstärkt werden
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Verwirrtheitszustände
- allgemeine Unruhe
- amentielle Syndrome
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Sedierung
- Frühdyskinesien (krampfartiges Herausstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlundmuskulatur, okulogyre Krisen, Schiefhals, Versteifung der Rückenmuskulatur, Kiefermuskelkrämpfe)
- beim Auftreten Dosisreduktion oder Behandlung mit anticholinergen Antiparkinsonmitteln erforderlich
- Parkinson-Syndrom (Zittern, Steifigkeit, Bewegungsarmut)
- beim Auftreten Dosisreduktion oder Behandlung mit anticholinergen Antiparkinsonmitteln erforderlich
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Akathisie (beinbetonte Bewegungsunruhe, häufig mit depressiver Verstimmung verbunden)
- v.a. unter höheren Dosen und bei längerer Behandlung
- Behandlung der Akathisie ist schwierig
- zunächst kann eine Dosisreduktion versucht werden
- Sedativa, Hypnotika und GABA-Rezeptoragonisten sind mit wechselndem Erfolg eingesetzt worden
- Spätdyskinesien, v.a. im Mundbereich (können noch nach der Beendigung der Behandlung anhalten und sind manchmal irreversibel)
- nach längerfristiger Anwendung
- insbesondere bei älteren Patienten und beim weiblichen Geschlecht
- bei langandauernder Perazin-Monotherapie in individuell abgestimmter und möglichst niedriger Dosierung sind Spätdyskinesien bisher nicht beobachtet worden bzw. in ihrem kausalen Zusammenhang zu Perazin fraglich
- Spätdyskinesien können unter der Neuroleptika-Therapie maskiert werden und dann erst nach Beendigung der Behandlung in Erscheinung treten
- Akathisie (beinbetonte Bewegungsunruhe, häufig mit depressiver Verstimmung verbunden)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Krampfanfälle
- anticholinerges Delir
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Schlafstörungen
- Bewusstseinstrübungen
- stuporöse Zustandsbilder
- vermehrtes Träumen
- Alp- und Angstträume
- malignes neuroleptisches Syndrom
- mit Fieber über 40 °C und Muskelstarre (Anstieg des Myoglobins und der Kreatinkinase-Aktivität [CK] im Blut)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Akkommodationsstörungen*
- Veränderungen des Augeninnendrucks*
- Photosensibilität der Augen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- EKG-Veränderungen in Form klinisch nicht bedeutsamer Erregungsrückbildungsstörungen
- reflektorische Beschleunigung der Herzfrequenz, insbesondere zu Behandlungsbeginn
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Kreislaufversagen
- ohne Häufigkeitsangabe
- QT-Intervall-Verlängerung
- Torsades de Pointes-Arrhythmien sind insbesondere beim Vorliegen weiterer Risikofaktoren nicht auszuschließen
- in diesen Fällen ist die Behandlung mit Perazin abzubrechen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypotonie bzw. orthostatische Dysregulation, insbesondere zu Behandlungsbeginn
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Nasenbluten
- ohne Häufigkeitsangabe
- Thromboembolien (einschließlich Fälle von Lungenembolie und Fälle von tiefer Venenthrombose)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- verstopfte Nase*
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- respiratorische Störungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Störungen der Speichelsekretion*
- Mundtrockenheit*
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Obstipation
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- nekrotisierende Enteritis
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- passagere Erhöhungen der Leberenzymaktivitäten
- ohne Häufigkeitsangabe
- schwere Leberschädigungen (können unter extrem hohen Dosen häufiger sein)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schwitzen*
- Photosensibilität der Haut
- Sensibilitätsstörungen an Händen und/ oder Füßen (insbesondere nach starker Sonnenbestrahlung)
- allergische Hauterscheinungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Störungen beim Harnlassen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Galaktorrhö
- Amenorrhö
- Brustdrüsenvergrößerung
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Auswirkungen auf die sexuellen Funktionen (Beeinträchtigung der sexuellen Reaktionsfähigkeit, der sexuellen Appetenz sowie Störungen der Erektion und Ejakulation)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- vermehrtes Durstgefühl*
- Gewichtszunahme*
- Temperaturerhöhungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- schwere phototoxische Reaktionen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Untersuchungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Veränderungen des oralen Glukosetoleranztestes im Sinne hyperglykämischer Normabweichung (unter mittleren bis hohen Dosen häufig)
- ohne Häufigkeitsangabe
Legende
- * = v.a. unter höheren Dosen
Anwendungshinweise
- Einnahme der Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit
- Verteilung der Tagesdosis auf mehrere Einzeldosen möglich
Stillzeithinweise
Perazin - peroral
- Perazin und dessen Metabolite gehen in die Muttermilch über
- sollte Therapie unverzichtbar sein, ist abzustillen
Schwangerschaftshinweise
Perazin - peroral
- 1. Trimenon
- Perazin soll nicht angewendet werden
- 2. und 3. Trimenon
- Perazin soll nur bei zwingender Indikation unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind verordnet werden
- dabei sollte die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt werden
- zur Verhinderung von Extrapyramidal- oder Entzugssymptomatik beim Neugeborenen sollte Perazin in den letzten 10 Tagen der Schwangerschaft nicht mehr eingenommen werden
- Perazin soll nur bei zwingender Indikation unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind verordnet werden
- Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Perazin) exponiert sind
- sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können
- Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme
- dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden
- Phenothiazine
- in Einzelfallberichten und einer kontrollierten Studie wurde über unterschiedliche Fehlbildungen bei der Anwendung von Phenothiazinen berichtet
- kausaler Zusammenhang ließ sich durch größere Studien nicht erhärten
- in Einzelfallberichten und einer kontrollierten Studie wurde über unterschiedliche Fehlbildungen bei der Anwendung von Phenothiazinen berichtet
- Perazin ist plazentagängig
- zu Perazin keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen über die Wirkung auf den menschlichen Embryo oder Feten vorliegend
- keine tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität von Perazin vorliegend
- Frauen im reproduktionsfähigen Alter
- Patientin darauf hinweisen sich unverzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht oder eine Schwangerschaft vermutet
Warnhinweise
Perazin - peroral
- Perazin darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:
- anamnestisch bekanntem malignen neuroleptischen Syndrom
- akuter Intoxikation mit zentraldämpfenden Pharmaka (z.B. Opiaten, Hypnotika, Antidepressiva, Neuroleptika, Tranquilizern) oder Alkohol
- Leukopenie und anderen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems
- prolaktinabhängigen Tumoren, z.B. Mamma-Tumoren
- schweren Lebererkrankungen
- kardialer Vorschädigung
- schwerer Hypotonie, orthostatischer Dysregulation
- Hypertonie
- Hypotonie
- Bradykardie
- Hypokaliämie
- Glaukom
- Miktionsstörungen
- Pylorusstenose
- Prostatahypertrophie
- epileptischen Anfällen in der Anamnese
- nicht pharmakogenen Parkinson-Syndromen
- angeborenem langem QT-Syndrom oder anderen klinisch signifikanten kardialen Störungen (insbesondere koronare Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien)
- gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern, eine Hypokaliämie oder andere Störungen des Elektrolythaushalts hervorrufen können
- Kinder und Jugendliche (< 16 Jahre)
- Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind von der Behandlung mit Perazin auszunehmen, da kein ausreichendes klinisches Erkenntnismaterial vorliegt
- Blutbildkontrollen
- vor der Behandlung Blutbild (einschließlich des Differentialblutbildes und der Thrombozytenzahl) kontrollieren
- bei abweichenden Blutwerten darf keine Behandlung mit Perazin erfolgen
- während der Behandlung regelmäßige Blutbildkontrollen (Leukozytenzahl und Differentialblutbild) durchführen
- nach Beginn der Behandlung sollten über einen Zeitraum von 4 Monaten wöchentlich Blutbildkontrollen vorgenommen werden
- bei unauffälligen Befunden erscheint danach eine monatliche Blutbildkontrolle ausreichend
- bei schnellem Absinken der Leukozytenzahl (insbesondere bei Werten < 3000/mm3) oder anderen Blutbildveränderungen, ist die Behandlung mit Perazin sofort abzubrechen und durch andere Therapieformen zu ersetzen
- ggf. intensivmedizinische Maßnahmen durchführen
- Blutbildkontrollen bis zur Normalisierung erforderlich
- vor der Behandlung Blutbild (einschließlich des Differentialblutbildes und der Thrombozytenzahl) kontrollieren
- Patient sollte angehalten werden, bei Fieber, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, Halsschmerzen oder eitriger Angina sowie grippeähnlichen Symptomen, insbesondere wenn diese Symptome innerhalb der ersten 3 Monate nach Beginn der medikamentösen Behandlung auftreten, keine Selbstmedikation mit Analgetika/Antibiotika durchzuführen, sondern sofort seinen behandelnden Arzt aufzusuchen
- Sonnenbestrahlung
- wegen einer möglichen Lichtüberempfindlichkeit der Haut sollten intensive Sonnenbäder vermieden oder zumindest die Haut durch Anwendung eines Lichtschutzmittels geschützt werden
- Patienten mit organischen Hirnschäden, arteriosklerotischen Gehirngefäßerkrankungen und Depressionen
- besondere Vorsicht ist bei einer Therapie mit Perazin (zum Teil Verstärkung der depressiven Symptomatik)
- Stammganglienerkrankung (z.B. M. Parkinson)
- Perazin sollte nur in Ausnahmefällen angewendet werden
- bei Verschlechterung der Symptomatik Behandlung absetzen
- epileptische Anfälle
- bei Patienten mit epileptischen Anfällen berücksichtigen, dass Perazin die Anfallsbereitschaft erhöhen kann
- Auftreten von Krampfanfällen wird durch hohe Dosen zu Behandlungsbeginn, schnelle Dosissteigerungen und abruptes Absetzen hoher Dosen begünstigt
- bei Bestehen eines Anfallsleidens ist, bei gleichzeitiger Fortführung der antikonvulsiven Medikation, keine absolute Kontraindikation für eine Verordnung von Neuroleptika bei psychiatrischer Indikation gegeben
- malignes neuroleptisches Syndrom
- In Einzelfällen kann es bei der Behandlung mit Neuroleptika zu einem lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndrom mit Fieber über 40 °C und Muskelstarre (Anstieg des Myoglobins und der Kreatinkinase-Aktivität [CK] im Blut) kommen
- bisher ist über eine derartige Nebenwirkung unter Perazin-Therapie nicht berichtet worden
- bei Auftreten von hohem Fieber und Muskelstarre an ein malignes neuroleptisches Syndrom denken, welches nicht selten als Katatonie fehldiagnostiziert wird
- da hier eine erneute Gabe eines Neuroleptikums lebensbedrohend sein kann, ist die Differentialdiagnose von entscheidender Bedeutung (u.a. Medikamentenanamnese, Prüfung auf Rigor, Fieber sowie Anstieg der Kreatinkinase- Aktivität im Blut, Myoglobinanstieg in Blut und Harn)
- Behandlung dieses Syndroms ist schwierig, folgende Maßnahmen empfohlen:
- sofortiges Absetzen des Medikamentes
- Behandlung der Hyperthermie durch Kühlen, da Antipyretika bei hohem Fieber möglicherweise nicht wirksam sind,
- Behandlung von Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes, der kardiovaskulären Manifestationen, Infektionen, der respiratorischen und renalen Komplikationen
- Therapieversuch mit Dantrolen-Infusionen (3 - 10 mg/kg KG / Tag) in Kombination mit Bromocriptin (7,5 - 30 mg/Tag, oral)
- Leberfunktionsstörung
- bei gestörter Leberfunktion müssen die Dosen angepasst werden
- ältere Patienten
- besonders bei älteren Patienten besondere Vorsicht wegen der erhöhten Empfindlichkeit
- anticholinerge Nebenwirkungen sind häufig stärker ausgeprägt
- ältere Patienten können bereits bei niedrigen Dosierungen extrapyramidale Nebenwirkungen entwickeln
- Häufigkeit von Spätdyskinesien ist erhöht
- sedierende Wirkung bei älteren Patienten stärker ausgeprägt
- Hypotonien können häufiger auftreten
- erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen
- Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind
- genaue Höhe dieses Risikos kann nicht angegeben werden
- Ursache für die Risikoerhöhung nicht bekannt
- Perazin nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit Demenz-Erkrankungen zusammenhängen, zugelassen
- Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind
- erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten cerebrovaskulären Ereignissen
- in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, ein etwa um das dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
- Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, unbekannt
- kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt
- Perazin sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden
- in randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, ein etwa um das dreifache erhöhtes Risiko für unerwünschte cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet
- Thromboembolie-Risiko
- im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet
- da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden