PHENHYDAN

Desitin Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Phenytoin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 50 ST 15,67 €
N2 100 ST 17,55 €
N3 200 ST 21,07 €

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Fachinformationen

Indikation

  • fokal eingeleitete generalisierende und generalisierte tonischgeneralisierte tonisch-klonische Anfälle (Grand mal) sowie einfache (z.B. Jackson-Anfälle) und komplexe Partialanfälle (z.B. Temporallappenanfälle)
  • Prophylaxe von Krampfanfällen, z.B. bei neurochirurgischen Eingriffen
  • neurogene Schmerzzustände vom Typ des Tic doloureux (idiopathische Trigeminusneuralgie), wenn andere Therapiemaßnahmen nicht erfolgreich waren oder nicht durchführbar sind
  • Hinweis
    • nicht wirksam bei Absence-Status sowie zur Prophylaxe und Therapie von Fieberkrämpfen

Dosierung

  • Prophylaxe und Therapie von Krampfanfällen; neurogene Schmerzzustände vom Typ des Tic douloureux
    • therapeutischer Bereich der Plasmakonzentration: 10 - 20 µg Phenytoin / ml
    • Konzentrationen > 25 µg Phenytoin / ml möglicherweise im toxischen Bereich
    • Prophylaxe und Therapie von Krampfanfällen
      • einschleichende Dosierung
        • Erwachsene und Jugendliche (>= 12 Jahre bzw. ca.> 50 kg KG)
          • einschleichende Aufsättigung bis zu 3 Tabletten (entsprechend 300 mg Phenytoin) / Tag in 1 - 3 Einzelgaben
          • Einstellung (insbes. einer höheren Dosierung) nach klin. Erfordernissen und unter Kontrolle der Phenytoin-Plasmakonzentration
        • Kinder (< 12 Jahre)
          • 2 mg Phenytoin / kg KG / Tag
          • Dosissteigerung, falls nötig, um 1 mg Phenytoin / kg KG / 3 Tage entsprechend der Phenytoin-Plasmakonzentration
      • Erhaltungsdosierung
        • verteilt auf 1 - 2 Einzelgaben
        • individuelle Bestimmung nach Anfallsfreiheit, Nebenwirkungen und Phenytoin-Plasmakonzentration
      • schnelle Aufsättigung
        • Durchführung unter klin. Bedingungen und unter Kontrolle der Phenytoin-Plasmakonzentration
        • Erwachsene und Jugendliche (>= 12 Jahre bzw. ca.> 50 kg KG)
          • Tag 1: bis zu 10 Tabletten (1 g Phenytoin), aufgeteilt in 3 Einzelgaben (4, 3, 3 Tabletten mit 2 Stunden Einnahmeabstand)
          • ab Tag 2: wie bei einschleichender Dosierung
        • Kinder (6 - 12 Jahre)
          • Tag 1: 5 - 8 mg Phenytoin / kg KG
          • ab Tag 2: 2 Tabletten (200 mg Phenytoin) / Tag
          • alternativ: 150 - 200 mg Phenytoin / Tag
        • Kinder (< 6 Jahre)
          • Tag 1: 5 - 8 mg Phenytoin / kg KG
          • ab Tag 2: verabreichte Dosis nach Phenytoin-Plasmakonzentration festlegen
      • ausschleichend Absetzen und neue antiepileptische Medikation einschleichen (bei plötzlichem Absetzen Anfallshäufung oder Status epilepticus möglich)
    • neurogene Schmerzzustände vom Typ des Tic douloureux (idiopathische Trigeminusneuralgie)
      • 3 Tabletten (300 mg Phenytoin) / Tag in 1 - 3 Einzelgaben
      • Einstellung (insbes. einer höheren Dosierung) nach klin. Erfordernissen und unter Kontrolle der Phenytoin-Plasmakonzentration
    • Behandlungsdauer
      • abhängig von Grunderkrankung und Krankheitsverlauf
      • Dauer bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt

Dosisanpassung

  • Patienten mit genetisch determinierter langsamer Hydroxylierung
    • Dosisreduktion unter Kontrolle der Phenytoin-Plasmakonzentration (schon bei mittlerer Dosierung Zeichen der Überdosierung möglich)

Kontraindikationen

Phenytoin - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Phenytoin oder andere Hydantoine
  • vorbestehende schwere Schädigung der Blutzellen und des Knochenmarks
  • bei AV-Block II. und III. Grades sowie Syndrom des kranken Sinusknotens
  • innerhalb der ersten drei Monate nach Myokardinfarkt oder bei eingeschränkter Herzleistung (linksventrikuläres Auswurfvolumen < 35%)
  • Kombination mit nicht-nukleosidischen Reverse Transkriptase Inhibitoren (NNRTI) wie z.B. Delavirdin
    • es kann zu einem Verlust des virologischen Ansprechens und zu möglichen Resistenzen gegenüber dieser Wirkstoffe kommen

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Phenytoin - peroral

Dosisabhängige unerwünschte Wirkungen treten bei einem Drittel der Patienten, meist bei Phenytoin-Plasmakonzentrationen über 20 µg/ml, auf - diese nehmen mit steigender Plasmakonzentration und Kombinationstherapie zu, sind in der Regel reversibel und zwingen selten zum Abbruch der Therapie

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blutbildveränderungen (wie z. B. Leukopenien, Thrombozytopenie und Agranulozytose) *
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • megaloblastäre Anämien, meistens durch Folsäuremangel bedingt
      • Aplasie der roten Blutzellen / aplastische Anämie *
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Exantheme *
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere allergische Reaktionen (bis hin zm Hypersensitivitätssyndrom) *
        • exfoliative Dermatitis
        • Fieber
        • Lymphknotenschwellungen
        • Beeinträchtigungen der blutbildenden Organe und des Knochenmarkes
        • Leberfunktionsstörungen (z.B. granulomatöse Hepatitis)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • allergische Kreuzreaktionen mit anderen Antiepileptika *
      • Immunglobulinanomalien, insb. Hypogammaglobulinämie *
  • Endokrine Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion (insbes. bei Kindern)
      • sekundärer Hyperparathyreoidismus *
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • bei länger anhaltender Überdosierung
        • Appetitlosigkeit
        • Gewichtsverlust
      • Hyperglykämie, insbesondere bei toxischen Plasmaspiegeln
      • akute Porphyrie-Attacke
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • zunehmende Erregbarkeit
      • Abgeschlagenheit
      • Merkfähigkeitsstörungen
      • Störungen der intellektuellen Leistungsfähigkeit
      • bei länger anhaltender Überdosierung
        • Apathie
        • Sedierung
        • Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ataxie
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • hochfrequenter Ruhetremor
      • Dyskinesien
      • bulbäre Sprache
      • Somnolenz
      • irreversible Kleinhirnatrophie möglich
        • bei längerfristiger Therapie mit Plasmakonzentrationen > 25 µg/ml und klinischen Zeichen einer Intoxikation (trotz empfohlener Standarddosierung)
      • Hirnschädigung (Enzephalopathie) vor allem bei einer Langzeittherapie in Kombination mit anderen Antiepileptika, insbesondere Valproinsäure, mit folgenden Symptomen
        • vermehrten Krampfanfällen
        • Antriebslosigkeit
        • Stupor
        • Muskelschwäche (muskuläre Hypotonie)
        • Bewegungsstörungen (choreatiforme Dyskinesien)
        • schweren Allgemeinveränderungen im EEG
      • Polyneuropathie (bei Langzeittherapie)
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Diplopie
      • Nystagmus
      • starrer Blick (bei länger anhaltender Überdosierung)
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Asystolien durch Hemmung des Sinusknotens
      • Blockade der Überleitung und Unterdrückung des Kammer-Ersatzrhythmus bei totalem AV-Block
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Kammerflimmern
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • proarrhythmische Wirkungen in Form von Veränderungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstörungen
        • führen zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit bis hin zum Herzstillstand
      • Vorhofflimmern und -flattern wird durch Phenytoin nicht durchbrochen - da die Refraktärzeit des AV-Knotens aber verkürzt werden kann, ist eine Beschleunigung der Ventrikelfrequenz möglich
      • insbes. bei intravenöser Anwendung
        • Blutdruckabfall
        • Verschlechterung einer vorbestehenden Herzinsuffizienz
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • insbes. bei intravenöser Anwendung
        • Verschlechterung einer vorbestehenden Ateminsuffizienz
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gingivahyperplasie (häufiger bei pädiatrischen Patienten und Patienten mit schlechter Mundhygiene) *
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erbrechen (bei länger anhaltender Überdosierung)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Störungen der Leberfunktion *
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hirsutismus (bei jungen Mädchen und Frauen)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Stevens-Johnson-Syndrom *
      • toxisch epidermale Nekrolyse (TEN) *
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautveränderungen wie z. B. *
        • übermäßige Pigmentierung (Chloasma)
        • Behaarung (Hypertrichosis)
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom) *
      • kutaner Lupus erythematodes *
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Muskelschwäche (myasthenisches Syndrom) bei Langzeittherapie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Osteomalazie
        • bei empfindlichen Personen bzw. Personen mit gestörtem Calciumstoffwechsel
      • Abnahme der Knochendichte unter dem Bild einer Osteoporose bis hin zu pathologische Frakturen (bei Langzeitanwendung)
      • systemischer Lupus erythematodes *
      • Purple-glove-Syndrom *
        • eine bekannte Nebenwirkung der intravenösen Phenytoin- Anwendung; in Einzelfällen wurde jedoch auch nach oraler Phenytoin-Einnahme über das Auftreten eines Purple-glove-Syndroms berichtet
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Cholesterinspiegel einschl. HDL-Cholesterin und Triglyceride *

Legende: * = Nebenwirkungen ohne sichere Dosisabhängigkeit

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit
  • von einem Phenytoin-haltigen Präparat nicht ohne engmaschige Kontrollen der Phenytoin-Plasmakonzentration auf ein anderes wechseln (relativ geringe therapeutische Breite von Phenytoin und unterschiedliche Bioverfügbarkeit der zahlreichen galenischen Zubereitungen)
  • konstante Plasmakonzentration unter gleichbleibender Dosierung (steady state) erst nach 5 - 14 Tagen
  • alle Anwendungsgebiete, insbes. Langzeiteinnahme, z.B. bei Anfallsleiden
    • ungenügender Behandlungserfolg könnte im Einzelfall auf zu niedriger Dosierung beruhen
    • vorsichtige Dosissteigerungen unter Kontrolle der Phenytoin-Plasmakonzentration (Metabolismus von Phenytoin ab individuell unterschiedlicher Sättigungsrate verlangsamt)

Stillzeithinweise

Phenytoin - peroral
  • Abstillen ist in der Regel nicht erforderlich, der Säugling ist jedoch auf fehlende Gewichtszunahme und überhöhtes Schlafbedürfnis zu überwachen
  • Phenytoin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über

Schwangerschaftshinweise

Phenytoin - peroral
  • Phenytoin sollte während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsmöglichkeiten die Risiken
    • die Frau sollte umfassend über die Risiken der Behandlung mit Phenytoin während der Schwangerschaft aufgeklärt werden und die Risiken verstehen
    • wenn nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und des Nutzens keine alternative Behandlungsmöglichkeit in Frage kommt und die Behandlung mit Phenytoin fortgesetzt wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis Phenytoin angewendet werden
      • dies gilt besonders für die Zeit zwischen dem 20. und 40. Schwangerschaftstag
      • eine Kombination mit anderen Antiepileptika oder weiteren Arzneimitteln sollte während dieser Zeit vermieden werden, da sich das Risiko einer Fehlbildung bei einer Kombinationstherapie erhöht
  • Phenytoin ist beim Menschen plazentagängig
  • Fehlbildungsrisiko
    • eine pränatale Exposition gegenüber Phenytoin kann das Risiko für kongenitale Fehlbildungen und andere unerwünschte Entwicklungsergebnisse erhöhen
    • beim Menschen ist eine Phenytoin-Exposition während der Schwangerschaft mit einer 2- bis 3-fach höheren Häufigkeit von schweren Fehlbildungen verbunden als in der Allgemeinbevölkerung, bei der die Häufigkeit bei 2 - 3 % liegt
    • Fehlbildungen wie Lippen- Kiefer-Gaumenspalten, Herzfehler, kraniofaziale Fehlbildungen, Hyperplasie der Finger und Fingernägel und Wachstumsanomalien (einschließlich Mikrozephalie und pränatale Wachstumsstörungen) wurden entweder einzeln oder im Rahmen eines fetalen Hydantoin-Syndroms bei Kindern von Frauen mit Epilepsie gemeldet, die während der Schwangerschaft Phenytoin anwendeten
  • neurologische Entwicklungsstörungen
    • wurden bei Kindern von Frauen mit Epilepsie gemeldet, die während der Schwangerschaft nur Phenytoin oder Phenytoin in Kombination mit anderen Antiepileptika anwendeten
    • Studien zum Risiko neurologischer Entwicklungsstörungen bei Kindern mit Exposition gegenüber Phenytoin während der Schwangerschaft erbrachten widersprüchliche Ergebnisse
    • ein entsprechendes Risiko kann nicht ausgeschlossen werden
  • Malignität
    • vereinzelt wurde über Malignitäten (einschließlich Neuroblastom) berichtet, die bei Kindern von Müttern auftraten, die während der Schwangerschaft Phenytoin erhielten
    • ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer Phenytoin-Exposition der Mütter und einer Tumorausbildung der Kinder kann bislang aufgrund der geringen belegten Fallzahl nicht nachgewiesen werden
  • geplante Schwangerschaft
    • wenn eine Schwangerschaft geplant ist, sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um auf eine geeignete alternative Behandlung umzustellen, noch bevor es zur Empfängnis kommt und bevor die Empfängnisverhütung abgesetzt wird
  • eintretende Schwangerschaft während Phenytoin Einnahme
    • wenn eine Frau schwanger wird, während sie Phenytoin erhält, sollte sie an einen Spezialisten überwiesen werden, um die Phenytoin-Behandlung neu zu bewerten und alternative Behandlungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen
  • Plasmakonzentration
    • die Plasmakonzentration von Phenytoin fällt in der Schwangerschaft ab und steigt im Puerperium wieder auf Werte wie vor der Schwangerschaft an
    • eine regelmäßige Kontrolle des Phenytoin-Plasmaspiegels ist deshalb ratsam
  • Vermeidung von Blutungskomplikationen
    • zur Vermeidung von Blutungskomplikationen bei Neugeborenen sollte Vitamin K1 prophylaktisch in den letzten Wochen der Schwangerschaft der Mutter und anschließend dem Neugeborenen gegeben werden
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Phenytoin sollte von Frauen im gebärfähigen Alter nicht eingenommen werden, es sei denn, der mögliche Nutzen überwiegt nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsmöglichkeiten die Risiken
    • die Frau sollte umfassend über das Risiko einer möglichen Schädigung des Fötus bei einer Behandlung mit Phenytoin während der Schwangerschaft aufgeklärt werden
    • sie sollte die Risiken verstehen und sich der Notwendigkeit einer entsprechenden Planung einer Schwangerschaft bewusst sein
    • bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Beginn der Behandlung mit Phenytoin die Durchführung eines Schwangerschaftstests in Betracht gezogen werden
    • während der Behandlung und bis einen Monat nach dem Absetzen der Behandlung sollten Frauen im gebärfähigen Alter eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden
    • Enzyminduktion
      • aufgrund der Enzyminduktion kann Phenytoin zu einem Versagen der therapeutischen Wirkung von hormonellen Kontrazeptiva führen, daher sollten Frauen im gebärfähigen Alter in Bezug auf die Anwendung anderer wirksamer Verhütungsmethoden beraten werden
    • es sollten mindestens eine wirksame Verhütungsmethode (z. B. ein Intrauterinpessar) oder zwei sich ergänzende Verhütungsmethoden, einschließlich einer Barrieremethode, angewendet werden
    • bei der Wahl der Verhütungsmethode sollten in jedem Fall die individuellen Umstände berücksichtigt und die Patientin in die Überlegungen einbezogen werden

Warnhinweise

Phenytoin - peroral
  • Anwendung sollte unterbleiben bei
    • manifeste Herzinsuffizienz
    • pulmonale Insuffizienz
    • schwere Hypotonie (Blutdruck systolisch < 90 mm Hg)
    • Bradykardie (< 50 Schläge/min)
    • sinuatrialer Block
    • AV-Block I. Grades
    • Vorhofflimmern und Vorhofflattern
    • Einnahme von Stiripentol (Arzneimittel zur Behandlung des Dravet-Syndroms)
  • Absencen / myoklonische Anfälle
    • Phenytoin kann Absencen und myoklonische Anfälle auslösen bzw. verschlechtern
  • suizidale Gedanken und suizidales Verhalten
    • suzidale Gedanken und suizidales Verhalten bei Patienten unter Antiepileptika (in verschiedenen Indikationen) berichet
    • Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten
    • Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt
    • verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Phenytoin nicht aus
    • Patienten daher hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwachen und geeignete Behandlung in Erwägung ziehen
    • Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten
  • Hautreaktionen
    • Berichte über Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)) in Zusammenhang mit der Anwendung von Phenytoin
    • Patienten über die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informieren und engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwachen
    • Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten
    • Phenytoin-Therapie beenden, wenn Anzeichen oder Symptome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen)
    • frühzeitigen Diagnosestellung und sofortiges Absetzen aller verdächtigen Arzneimittel bestimmt maßgeblich den Verlauf von SJS und TEN, d.h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose
    • nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Phenytoin darf der Patient / die Patientin nie wieder mit Phenytoin behandelt werden
  • Personen, die von Thailändern oder Han-Chinesen abstammen
    • bei Personen, die von Thailändern oder Han-Chinesen abstammen und mit Phenytoin behandelt werden, kann HLA-B*1502 mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) verbunden sein
    • wenn bekannt ist, dass diese Patienten die Genvariante HLA-B* 1502 aufweisen, sollte die Anwendung von Phenytoin nur in Erwägung gezogen werden, wenn der Nutzen höher als die Risiken eingeschätzt wird
    • Menschen kaukasischer oder japanischer Herkunft ist die Häufigkeit des Allels HLA-B* 1502 extrem gering
      • deshalb können nach dem derzeitigen Kenntnisstand bezüglich des Risikos keine Rückschlüsse auf einen Zusammenhang gezogen werden
    • adäquate Informationen über einen Zusammenhang bei Personen anderer ethnischer Herkunft sind zurzeit nicht verfügbar
    • genomweite Fallkontroll-Assoziationsstudien bei taiwanesischen, japanischen, malaysischen und thailändischen Patienten zeigten ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen (severe cutaneous adverse reactions, SCARs) bei Trägern der CYP2C9*3-Variante mit verminderter Funktion
  • Kreuzreaktionen
    • es besteht das Risiko von allergischen Kreuzreaktionen mit anderen Antiepileptika
    • Patienten, die Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber anderen Antiepileptika gezeigt haben, haben ein erhöhtes Risiko, auch auf Phenytoin überempfindlich zu reagieren
    • grundsätzlich sollte das Arzneimittel bei Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sofort abgesetzt werden
  • Patienten mit genetisch determinierter langsamer Hydroxylierung
    • können schon bei mittlerer Dosierung Zeichen der Überdosierung entwickeln
      • in diesen Fällen ist eine Dosisreduktion unter Kontrolle der Phenytoin-Plasmakonzentration erforderlich
  • Therapieüberwachung (im ersten Vierteljahr monatlich, später halbjährlich)
    • Phenytoin-Plasmakonzentration
    • Blutbild
    • bestimmte Leberwerte (GOT, GPT, Gamma-GT)
    • alkalische Phosphatase
    • im Kindesalter zusätzlich die Schilddrüsenfunktion
  • stabile, mäßige Leukopenien bei regelmäßigen Blutbild-Kontrollen und eine isolierte Erhöhung der Gamma-GT zwingen nicht zum Therapieabbruch
  • Anwendung nur mit besonderer Vorsicht und unter regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bei
    • Leberfunktionsstörungen
    • Nierenfunktionsstörungen
  • Wechsel des Präparats
    • aufgrund der relativ geringen therapeutischen Breite und der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit der zahlreichen galenischen Zubereitungen darf von einem Phenytoinhaltigen Präparat auf ein anderes nicht ohne engmaschige Kontrollen der Phenytoin-Plasmakonzentration gewechselt werden
    • eine konstante Plasmakonzentration ist unter gleichbleibender Dosierung (steady state) erst nach 5 bis 14 Tagen zu erwarten
    • die Dosis wird deshalb (soweit möglich) langsam reduziert und die neue antiepileptische Medikation einschleichend dosiert
    • bei plötzlichem Absetzen von Phenytoin kann eine Anfallshäufung oder ein Status epilepticus auftreten
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • Phenytoin kann den Fötus schädigen, wenn es einer schwangeren Frau verabreicht wird
    • eine pränatale Exposition gegenüber Phenytoin kann das Risiko für schwere kongenitale Fehlbildungen und andere unerwünschte Entwicklungsergebnisse erhöhen
    • das Arzneimittel sollte von Frauen im gebärfähigen Alter nicht eingenommen werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt nach sorgfältiger Abwägung alternativer geeigneter Behandlungsmöglichkeiten die Risiken
    • vor Beginn einer Behandlung mit Phenytoin bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte ein Schwangerschaftstest in Betracht gezogen werden
    • Frauen im gebärfähigen Alter
      • sollten umfassend über das mögliche Risiko für den Fötus bei einer Behandlung mit Phenytoin während der Schwangerschaft aufgeklärt werden
      • sollte geraten werden, bei Planung einer Schwangerschaft den Arzt zu konsultieren, um eine Umstellung auf eine andere Therapie noch vor der Empfängnis und vor Beendigung der Kontrazeption, zu besprechen
      • sollte geraten werden, umgehend den Arzt zu kontaktieren, wenn sie schwanger werden oder glauben, schwanger zu sein, während sie mit Phenytoin behandelt werden
    • während der Behandlung und bis einen Monat nach dem Absetzen der Behandlung sollten Frauen im gebärfähigen Alter eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden
    • aufgrund der Enzyminduktion kann Phenytoin zu einem Versagen der therapeutischen Wirkung von hormonellen Kontrazeptiva führen, daher sollten Frauen im gebärfähigen Alter in Bezug auf die Anwendung anderer wirksamer Verhütungsmethoden beraten werden
  • CYP2C9-Metabolismus
    • Phenytoin wird über das Cytochrom-P450-Enzym CYP2C9 verstoffwechselt
    • bei Patienten, die Träger der Varianten CYP2C9*2 oder CYP2C9*3 mit verminderter Funktion sind (intermediäre oder langsame Metabolisierer von CYP2C9-Substraten), könnte ein Risiko für erhöhte Phenytoin-Konzentrationen im Plasma mit nachfolgender Toxizität bestehen
    • bei bekannten Trägern der CYP2C9*2- oder -*3-Allele mit verminderter Funktion wird eine engmaschige Überwachung des klinischen Ansprechens empfohlen
    • eine Überwachung der Phenytoin-Konzentration im Plasma kann erforderlich sein