PICOPREP Pulv.z.Herstellung e.Lösung z. Einnehmen

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 2 ST 25,66 €
KTP 50X2 ST 670,59 €
KTP 150X2 ST 1760,93 €
NotApplicable 50X2 ST
NotApplicable 2 ST

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene, Jugendliche und Kinder >/= 1 Jahr

  • zur Darmreinigung vor Röntgenuntersuchungen oder endoskopischen Untersuchungen
  • zur Darmreinigung vor chirurgischen Eingriffen, falls klinisch erforderlich

Dosierung

Basiseinheit: 1 Beutel enthält 10,0 mg Natriumpicosulfat 1 H2O, 3,5 g leichtes Magnesiumoxid, 12,0 g Citronensäure; 1 gestrichener Messlöffel entspricht 1/4 Beutel (4 g Pulver)

  • Darmreinigung
    • Erwachsene (einschließlich ältere Patienten)
      • 1 Beutel 2mal / Tag
        • 1. Beutel: 10 - 18 Std. vor der Untersuchung
          • danach verteilt über mehrere Stunden mind. 5mal 250 ml einer klaren Flüssigkeit (nicht ausschließlich Wasser) trinken
        • 2. Beutel: 4 - 6 Std. vor der Untersuchung
          • danach verteilt über mehrere Stunden mind. 3mal 250 ml einer klaren Flüssigkeit (nicht ausschließlich Wasser) trinken
        • Hinweis:
          • klare Flüssigkeiten (nicht ausschließlich Wasser) dürfen bis 2 Stunden vor der Untersuchung getrunken werden
    • Patienten mit geringem Körpergewicht (BMI < 18)
      • nur begrenzte Daten
      • Überwachung des Wasserhaushaltes erforderlich; Regime bei Bedarf entsprechend abändern
    • Kinder und Jugendliche
      • 1 - < 2 Jahre
        • erste und zweite Einnahme: je 1 Messlöffel (1/4 Beutel)
      • 2 - < 4 Jahre
        • erste und zweite Einnahme: je 2 Messlöffel (1/2 Beutel)
      • 4 - < 9 Jahre
        • erste Einnahme: 1 Beutel
        • zweite Einnahme: 2 Messlöffel (1/2 Beutel)
      • >/= 9 Jahre
        • Dosierung für Erwachsene
      • Hinweise
        • Einnahmezeitpunkte bei Kindern sind die gleichen wie bei Erwachsenen
        • bei Kindern ist es sehr wichtig, die Hydrierung beizubehalten
        • zur Sicherstellung einer ausreichenden Hydrierung während der Behandlung sind die Therapieempfehlungen für die Behandlung einer Dehydratation bei Kindern anzuwenden
    • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
      • Anwendung mit Vorsicht
      • stark eingeschränkte Nierenfunktion
        • Akkumulation von Magnesium im Plasma möglich
        • kontraindiziert; anderes Arzneimittel verwenden

Kontraindikationen

Natriumpicosulfat, Kombinationen - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Natriumpicosulfat, Magnesiumoxid oder Zitronensäure
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • schwere Dehydratation
  • Hypermagnesiämie
  • Retention von Mageninhalt
  • gastrointestinale Ulcerationen
  • toxische Kolitis
  • toxisches Megakolon
  • Ileus
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Aszites
  • abdominalchirurgischer Notfall, z.B.
    • akute Appendizitis
  • bekannte gastrointestinale Obstruktion oder Perforation bzw. Verdacht darauf
  • Rhabdomyolyse
    • Laxantien rufen Rhabdomyolyse hervor; können zur Exazerbation dieser Erkrankung führen
  • aktive entzündliche Darmerkrankung, z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • stark eingeschränkte Nierenfunktion
    • kann zur Akkumulation von Magnesium im Plasma kommen
    • in diesen Fällen muss ein anderes Arzneimittel verwendet werden

Nebenwirkungen

Natriumpicosulfat, Kombinationen - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anaphylaktische / anaphylaktoide Reaktion
      • Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypokaliämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hyponatriämie (mit oder ohne damit einhergehende Konvulsionen)
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlafstörung
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Epilepsie
      • generalisierter tonischgeneralisierter tonisch-klonischer Anfall / Grand-Mal-Anfall
        • bei Epileptikern vereinzelt über Krampfanfälle / generalisierte tonischgeneralisierte tonisch-klonische Anfälle ohne assoziierte Hyponatriämie berichtet
      • Krampfanfall / Konvulsionen
      • Verlust oder Einschränkung des Bewusstseins
      • Synkope
      • Schwindel
      • Verwirrtheitszustände (inklusive Desorientierung)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Präsynkope
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • orthostatische Hypotonie
      • Synkope
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Bauchschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Mundtrockenheit
      • Übelkeit / Nausea
      • Blähbauch
      • Analbeschwerden
      • Proktalgie
      • Erbrechen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Stuhlinkontinenz
      • Diarrhoe (primäre klinische Wirkung des Arzneimittels)
        • nach Markteinführung wurde vereinzelt über schwere Diarrhoen berichtet
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Ulcera im Ileum
        • vereinzelt über leichte reversible aphtoide Ulcera im Ileum berichtet
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Flatulenz
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautausschläge, einschließlich erythematöser und makulopapulöser Rash
      • Urtikaria
      • Purpura
      • Pruritus
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durstgefühl
      • Müdigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schmerzen

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Lösung nach Rekonstitution des Pulvers
  • am Tag vor der Darmreinigung ballaststoffarme Kost empfohlen
  • ausschließlich klare Flüssigkeiten zu sich nehmen (nicht ausschließlich Wasser)
  • empfohlene Trinkmenge einhalten, solange noch Darmentleerungen auftreten (zur Vermeidung einer Dehydratation)
  • außer der bei der Einnahme empfohlenen Trinkmenge wird empfohlen, je nach Durstgefühl klare Flüssigkeiten in normalen Mengen zu trinken
  • zu den klaren Flüssigkeiten gehören Fruchtsäfte ohne Fruchtfleisch, Erfrischungsgetränke („Soft-Drinks"), klare Suppen, Tee, Kaffee (ohne Milch, Soja oder Sahne) und Wasser
    • Flüssigkeitszufuhr sollte sich nicht ausschließlich auf Wasser beschränken

Rekonstitution (Erwachsene, einschließlich ältere Patienten):

  • Inhalt 1 Beutels in in ca. 150 ml Wasser lösen
  • 2 - 3 Min. umrühren
    • Lösung ist nun weißlich trübe und riecht leicht nach Orange
  • Lösung trinken
  • falls Lösung warm wird: so lange warten, bis sie ausreichend abgekühlt ist

Rekonstitution (Kinder und Jugendliche):

  • benötigte Menge Pulver in Wasser lösen (ca. 50 ml Wasser pro Messlöffel)
  • 2 - 3 Minuten umrühren
    • Lösung ist nun weißlich trübe und riecht leicht nach Orange
  • Lösung trinken
  • falls Lösung warm wird: so lange warten, bis sie ausreichend abgekühlt ist
  • restlichen Inhalt des Beutels entsorgen
  • Hinweis
    • für Anleitung zur Rekonstitution eines ganzen Beutels für Kinder im Alter von 4 - 9 Jahren gelten Anweisungen für Erwachsene

Stillzeithinweise

Natriumpicosulfat, Kombinationen - peroral
  • aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften der Wirkstoffe kann in der Stillzeit eine Behandlung in Betracht gezogen werden
  • keine Erfahrungen zur Anwendung während der Stillzeit vorliegend

Schwangerschaftshinweise

Natriumpicosulfat, Kombinationen - peroral
  • aus Sicherheitsgründen ist auf die Anwendung während der Schwangerschaft möglichst zu verzichten, da es sich bei Picosulfat um ein stimulierendes Laxans handelt
  • keine klinische Daten zu exponierten Schwangerschaften vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • haben Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Fertilität
    • keine Daten zur Wirkung auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten wurde von oralen Dosen von Natriumpicosulfat von bis zu 100 mg / kg nicht beeinträchtigt

Warnhinweise

Natriumpicosulfat, Kombinationen - peroral
  • Arzneimittel darf nicht als „normales" Abführmittel angewendet werden
  • klinisch relevanter Nutzen der Darmreinigung vor geplanten, offenen kolorektalen chirurgischen Eingriffen nicht nachgewiesen
    • Darmreinigungsmittel sollten vor einer Darmoperation nur angewendet werden, wenn dies eindeutig notwendig ist
    • Risiken der Behandlung sollten, je nach gewähltem chirurgischen Verfahren, sorgfältig gegen den möglichen Nutzen und die Notwendigkeit zur Darmreinigung abgewogen werden
  • besondere Vorsicht bei der Verordnung im Hinblick auf das eventuelle Vorliegen bekannter Gegenanzeigen
    • besonders zu achten ist dabei auch auf
      • den hohen Stellenwert einer ausreichenden Hydratation
      • bei den (nachfolgend genannten) Risikopatienten auf die Durchführung von Elektrolytbestimmungen vor und nach der Behandlung
    • gebrechliche oder geschwächte Patienten
      • vor Beginn der Anwendung bei einem Patienten in dieser Risikogruppe sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung vornehmen
      • in seltenen Fällen könnte es zu schweren und möglicherweise tödlich verlaufenden Elektrolytstörungen oder Nierenfunktionsstörungen kommen
    • besondere Vorsicht (unter Umständen) bei
      • älteren und geschwächten Patienten
      • Personen mit erhöhtem Hypokaliämie- oder Hyponatriämierisiko
    • Anwendung nur mit Vorsicht
      • bei Patienten mit bekannten Störungen des Wasser- und / oder Elektrolythaushaltes
      • bei Patienten unter einer Behandlung mit Arzneimitteln, die den Wasser- und/oder Elektrolythaushalt beeinflussen könnten, wie z.B. Diuretika, Kortikosteroide oder Lithium
      • bei Patienten, bei denen erst vor kurzem ein chirurgischer Eingriff im Magen-Darm-Bereich durchgeführt wurde
      • bei Patienten mit Niereninsuffizienz
      • bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Dehydratation
      • bei Patienten mit Hypotonie oder einer Herzerkrankung
      • bei zuvor auf bestimmte Arzneimittel gut eingestellte Patienten
        • das Arzneimittel kann die Resorption regelmäßig oral eingenommener Arzneimittel verändern
        • so liegen beispielsweise bei zuvor mit Antiepileptika gut eingestellten Epilepsiepatienten Einzelfallmeldungen über die Auslösung zerebraler Krampfanfälle vor
      • bei Patienten mit geringem Körpergewicht
      • bei Kindern
      • bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen
  • Patienten mit Anzeichen oder Symptomen einer Hypokaliämie oder Hyponatriämie
    • bei diesen Patienten sind umgehend Maßnahmen zur Wiederherstellung des Flüssigkeits- / Elektrolythaushalts zu ergreifen
      • wenn zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes ausschließlich Wasser getrunken wird, kann ein Elektrolytungleichgewicht die Folge sein, was in schweren Fällen zu Komplikationen wie Krampfanfälle und Koma führen kann
  • Dauer der Darmreinigung
    • sollte 24 Stunden nicht überschreiten, da sich bei einer längeren Vorbereitung das Risiko für Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt erhöhen kann
  • Durchfall, der durch die abführende Wirkung dieses Arzneimittels bedingt ist
    • kann zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, Hypovolämie und Hypotonie führen
    • zusätzlich kann der vasovagale Reflex durch abdominale Stimuli (z.B. Schmerzen) ausgelöst werden, was zu einem niedrigen Blutdruck und zur Bewusstlosigkeit führen kann
    • ausreichende Aufnahme von klaren Flüssigkeiten ist erforderlich
  • schwere und/oder anhaltende Bauchschmerzen mit oder ohne rektale Blutungen nach der Verabreichung
    • das Arzneimittel kann aphthoide Geschwüre der Dickdarmschleimhaut hervorrufen
    • über schwere Fälle von Colitis (einschließlich ischämischer Colitis) berichtet, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten
    • daher sollte diese Diagnose in Betracht gezogen werden, wenn nach der Verabreichung schwere und/oder anhaltende Bauchschmerzen mit oder ohne rektale Blutungen auftreten