Piperacillin/Tazobactam HEXAL 4 g/0.5

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Fachinformationen

Indikation

  • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® ist angezeigt zur Behandlung der folgenden Infektionen bei Erwachsenen und Kindern über 2 Jahren:
    • Erwachsene und Jugendliche
      • Schwere Pneumonien, einschließlich nosokomiale und ventilatorassoziierte Pneumonien
      • Komplizierte Harnwegsinfektionen (einschließlich Pyelonephritis)
      • Komplizierte intraabdominelle Infektionen
      • Komplizierte Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes (einschließlich Infektionen bei diabetischem Fuß)
      • Behandlung von Patienten mit Bakteriämie, die im Zusammenhang mit einer der oben genannten Infektionen auftritt oder wenn ein entsprechender Zusammenhang vermutet wird.
      • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® kann angewendet werden bei der Behandlung von neutropenischen Patienten mit Fieber, wenn der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.
      • Hinweis: Die Anwendung bei Bakteriämie aufgrund von Extended-Spektrum-Betalactamase (ESBL) produzierenden E. coli und K. pneumoniae (Ceftriaxon unempfindlich) wird bei erwachsenen Patienten nicht empfohlen, siehe Abschnitt 5.1 der Fachinformation.
    • Kinder von 2 bis 12 Jahren
      • Komplizierte intraabdominelle Infektionen
      • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® kann zur Behandlung von neutropenischen Kindern mit Fieber angewendet werden, wenn der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.
  • Die offiziellen Leitlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.

Dosierung

  • Dosis und Anwendungshäufigkeit von Piperacillin/Tazobactam HEXAL® sind abhängig von Schwere und Lokalisation der Infektion sowie von den vermuteten Krankheitserregern.
  • Erwachsene und Jugendliche
    • Infektionen
      • Die übliche Dosis beträgt 4 g Piperacillin/0,5 g Tazobactam alle 8 Stunden.
      • Bei neutropenischen Patienten mit nosokomialen Pneumonien und bakteriellen Infektionen beträgt die empfohlene Dosis 4 g Piperacillin/0,5 g Tazobactam alle 6 Stunden. Dieses Schema kann auch bei der Behandlung von Patienten mit anderen indizierten Infektionen besonderer Schwere angewendet werden.
      • Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Anwendungshäufigkeit und die empfohlene Dosierung für erwachsene und jugendliche Patienten je nach Indikation oder Erkrankung:
      • Tabelle 1:
        • Anwendungshäufigkeit: alle 6 Stunden
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL®
            • Schwere Pneumonien
            • Neutropenische Erwachsene mit Fieber, wenn der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.
        • Anwendungshäufigkeit: alle 8 Stunden
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL®
            • Komplizierte Harnwegsinfektionen (einschließlich Pyelonephritis)
            • Komplizierte intraabdominelle Infektionen
            • Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes (einschließlich Infektionen bei diabetischem Fuß)
    • Patienten mit Niereninsuffizienz
      • Die intravenöse Dosis muss je nach Ausmaß der bestehenden Nierenfunktionsstörung wie folgt angepasst werden (jeder Patient muss engmaschig auf Anzeichen für toxische Wirkungen des Arzneimittels überwacht werden; Dosis und Anwendungsintervall sind entsprechend anzupassen):
      • Tabelle 2
        • Kreatinin-Clearance (ml/min): > 40
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® (empfohlene Dosis): Keine Dosisanpassung erforderlich
        • Kreatinin-Clearance (ml/min): 20 - 40
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® (empfohlene Dosis): Empfohlene Höchstdosis: 4 g/0,5 g alle 8 Stunden
        • Kreatinin-Clearance (ml/min): < 20
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® (empfohlene Dosis): Empfohlene Höchstdosis: 4 g/0,5 g alle 12 Stunden
      • Hämodialysepatienten sollten nach jeder Blutwäsche eine zusätzliche Dosis Piperacillin/Tazobactam 2 g/0,25 g erhalten, da bei der Hämodialyse innerhalb von 4 Stunden 30% bis 50% des Piperacillins ausgewaschen werden.
    • Patienten mit Leberinsuffizienz
      • Keine Dosisanpassung erforderlich.
  • Ältere Patienten
    • Bei älteren Patienten mit normaler Nierenfunktion bzw. Kreatinin-Clearance-Werten über 40 ml/min ist keine Dosisanpassung erforderlich.
  • Kinder (2 bis 12 Jahre)
    • Infektionen
      • Tabelle 3 gibt einen Überblick über die Anwendungshäufigkeit und die Dosis bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren in Abhängigkeit von Körpergewicht, Indikation oder Erkrankung:
      • Tabelle 3
        • Dosis nach Körpergewicht und Anwendungshäufigkeit: 80 mg Piperacillin/10 mg Tazobactam pro kg Körpergewicht/alle 6 Stunden
          • Indikation/Erkrankung: Neutropenische Kinder mit Fieber und Verdacht auf bakterielle Infektionen*
        • Dosis nach Körpergewicht und Anwendungshäufigkeit: 100 mg Piperacillin/12,5 mg Tazobactam pro kg Körpergewicht/alle 8 Stunden
          • Indikation/Erkrankung: Komplizierte intraabdominelle Infektionen*
        • * Die Höchstmenge von 4 g/0,5 g pro Dosis über 30 Minuten darf nicht überschritten werden.
    • Patienten mit Niereninsuffizienz
      • Die intravenöse Dosis muss je nach Ausmaß der bestehenden Nierenfunktionsstörung angepasst werden (jeder Patient muss engmaschig auf Anzeichen für toxische Auswirkungen des Medikaments überwacht werden; Dosis und Anwendungsintervall sind entsprechend anzupassen):
      • Tabelle 4
        • Kreatinin-Clearance (ml/min): > 50
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® (empfohlene Dosierung): Keine Dosisanpassung erforderlich
        • Kreatinin-Clearance (ml/min): </= 50
          • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® (empfohlene Dosierung): 70 mg Piperacillin/8,75 mg Tazobactam/kg alle 8 Stunden
      • Kinder unter Hämodialysebehandlung sollten nach jeder Blutwäsche eine zusätzliche Dosis von 40 mg Piperacillin/5 mg Tazobactam/kg erhalten.
  • Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren
    • Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Piperacillin/Tazobactam bei Kindern im Alter von 0 bis 2 Jahren sind nicht nachgewiesen.
    • Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien vor.
  • Behandlungsdauer
    • Die übliche Behandlungsdauer in den meisten Indikationsstellungen bewegt sich zwischen 5 und 14 Tagen. Allerdings sollte sich die Behandlungsdauer am Schweregrad der Infektion, dem/den Erreger/n, am klinischen Bild und an den bakteriologischen Befunden orientieren.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen andere Penicillin-Antibiotika oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Anamnestisch bekannte schwere, akute allergische Reaktionen auf andere Betalactam-Wirkstoffe (z. B. Cephalosporine, Monobactame oder Carbapeneme).

Nebenwirkungen

  • Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung (bei 1 bis 10 von 100 Patienten) ist Durchfall.
  • Von den schwerwiegendsten Nebenwirkungen treten pseudomembranöse Kolitis und toxische epidermale Nekrolyse bei 1 bis 10 von 10.000 Patienten auf. Die Häufigkeiten für Panzytopenie, anaphylaktischen Schock und Stevens-Johnson-Syndrom sind auf Grundlage der derzeit verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
  • In Tabelle 5 sind die Nebenwirkungen nach Systemorganklassen gemäß der MedDRA-Konvention angegeben. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
  • Tabelle 5: Nebenwirkungen
    • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Candida-Superinfektion*
      • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
        • pseudomembranöse Kolitis
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Thrombozytopenie, Anämie*
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Leukopenie
      • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
        • Agranulozytose
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • Panzytopenie*, Neutropenie, hämolytische Anämie, Thrombozytose*, Eosinophilie
    • Erkrankungen des Immunsystems
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • anaphylaktoider Schock*, anaphylaktischer Schock*, anaphylaktoide Reaktion*, anaphylaktische Reaktion*, Überempfindlichkeit*
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Hypokaliämie
    • Psychiatrische Erkrankungen
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Schlaflosigkeit
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • Delirium*
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Kopfschmerzen
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Krämpfe*
    • Gefäßerkrankungen
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Hypotonie, Phlebitis, Thrombophlebitis, Hitzewallungen
    • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
      • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
        • Epistaxis
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • eosinophile Pneumonie
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • Sehr häufig (>/= 1/10)
        • Diarrhoe
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Obstipation, Dyspepsie
      • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
        • Stomatitis
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • Hepatitis*, Ikterus
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Ausschläge, Pruritus
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Urtikaria, Erythema multiforme, makulopapulöse Ausschläge*
      • Selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000)
        • toxische epidermale Nekrolyse*
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • Stevens-Johnson-Syndrom*, exfoliative Dermatitis, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)*, akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)*, bullöse Dermatitis, Purpura
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Arthralgie, Myalgie
    • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • Nierenversagen, tubulointerstitielle Nephritis*
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Pyrexie, Reaktionen an der Injektionsstelle
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • Schüttelfrost
    • Untersuchungen
      • Häufig (>/= 1/100 bis < 1/10)
        • Erhöhung von Alaninaminotransferase und Aspartataminotransferase, reduzierte Albuminwerte, Reduzierung der Blutproteine insgesamt, positiver direkter Coombs-Test, erhöhter Kreatinin-Blutspiegel, Erhöhung der alkalischen Phosphatase im Blut, erhöhte Blutharnstoffwerte, Verlängerung der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit
      • Gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100)
        • reduzierte Blutzuckerwerte, Hyperbilirubinämie, Verlängerung der Prothrombinzeit
      • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
        • verlängerte Blutungsdauer, erhöhte Gamma-Glutamyltransferase
    • * Nebenwirkungen, die nach Markteinführung auftraten.
  • Bei Mukoviszidose-Patienten, die mit Piperacillin behandelt wurden, kam es häufiger zu Fieber und Ausschlägen.
  • Betalactam-Antibiotika-Klassen-Effekt:
    • Betalactam-Antibiotika, einschließlich Piperacillin-Tazobactam, können zu Manifestationen von Enzephalopathie und Krämpfen führen.

Anwendungshinweise

  • Piperacillin/Tazobactam HEXAL® kann als intravenöse Infusion (über 30 Minuten) angewendet werden.
  • Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
    • Das Auflösen und Verdünnen muss unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Die Lösung ist vor der Anwendung visuell auf das Vorhandensein von Partikeln oder Verfärbungen zu prüfen. Die Lösung darf nur verwendet werden, wenn sie klar und frei von Partikeln ist.
    • Intravenöse Anwendung
      • Rekonstituieren Sie jede Durchstechflasche mit einem für die Rekonstitution geeigneten Lösungsmittel in der in der Tabelle angegebenen Menge. Durchstechflasche bis zur Auflösung des Inhalts schwenken. Bei konstantem Schwenken erfolgt die Rekonstitution in der Regel innerhalb von 3 Minuten (weitere Einzelheiten zur Handhabung siehe unten).
        • Inhalt der Durchstechflasche: 4 g/0,5 g (4 g Piperacillin und 0,5 g Tazobactam)
          • Volumen des Lösungsmittels*, das in die Durchstechflasche zugegeben werden muss: 20 ml
        • * Kompatible Lösungsmittel zur Rekonstitution:
          • Wasser für Injektionszwecke
          • 0,9%ige (9 mg/ml) Natriumchloridlösung für Injektionszwecke
          • Glucose 50 mg/ml (5%) Lösung in Wasser für Injektionszwecke
          • Glucose 50 mg/ml (5%) Lösung in Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%) Lösung
      • Die rekonstituierte Lösung ist mit einer Spritze aus der Durchstechflasche aufzuziehen. Bei Einhaltung der Anweisungen zur Rekonstitution enthält das mit der Spritze aus der Durchstechflasche aufgezogene Volumen die auf dem Etikett angegebene Menge Piperacillin und Tazobactam.
      • Die rekonstituierte Lösung kann mit einem der folgenden kompatiblen Lösungsmittel bis zum gewünschten Volumen (z. B. 50 ml bis 150 ml) weiter verdünnt werden:
        • 0,9%ige (9 mg/ml) Natriumchloridlösung für Injektionszwecke
        • Glucose 50 mg/ml (5%) Lösung in Wasser für Injektionszwecke
        • Dextran (Grad 40) 60 mg/ml (6%) Lösung in Natriumchlorid 9 mg/ml (0.9%) Lösung.
    • Gleichzeitige Anwendung mit Aminoglykosiden
      • Aufgrund der in vitro Inaktivierung des Aminoglykosids durch Betalactam-Antibiotika werden Piperacillin/Tazobactam HEXAL® und das Aminoglykosid zur getrennten Anwendung empfohlen. Piperacillin/Tazobactam HEXAL® und das Aminoglykosid sollten separat rekonstituiert und verdünnt werden, wenn eine gleichzeitige Therapie mit Aminoglykosiden indiziert ist.
      • In den Fällen, in denen eine gleichzeitige Verabreichung indiziert ist, ist Piperacillin/Tazobactam HEXAL® für die gleichzeitige Gabe über ein Infusionsbesteck mit Y-Stück nur mit den folgenden Aminoglykosiden unter den folgenden Bedingungen kompatibel:
        • Amikacin
          • Piperacillin/Tazobactam Dosis:
            • 2 g / 0,25 g
            • 4 g / 0,5 g
          • Piperacillin/Tazobactam Lösungsmittelvolumen (ml): 50, 100, 150
          • Aminoglycosid Konzentrationsbereich* (mg/ml): 1,75 - 7,5
          • Zulässige Lösungsmittel: 0,9% Natriumchlorid- oder 5% Glucose-Lösung
        • Gentamicin
          • Piperacillin/Tazobactam Dosis:
            • 2 g / 0,25 g
            • 4 g / 0,5 g
          • Piperacillin/Tazobactam Lösungsmittelvolumen (ml): 50, 100, 150
          • Aminoglycosid Konzentrationsbereich* (mg/ml): 0,7 - 3,32
          • Zulässige Lösungsmittel: 0,9% Natriumchlorid- oder 5% Glucose-Lösung
        • * Die Dosis von Aminoglykosid sollte auf dem Patientengewicht, dem Infektionsstatus (schwerwiegend oder lebensbedrohlich) und der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance) basieren.
      • Die Verträglichkeit von Piperacillin/Tazobactam mit anderen Aminoglykosiden ist nicht erwiesen. Nur die in der vorstehenden Tabelle aufgeführten Konzentrationen und Verdünnungsmittel für Amikacin und Gentamicin mit der in der vorstehenden Tabelle aufgeführten Dosis von Piperacillin/Tazobactam wurden als verträglich für die gleichzeitige Verabreichung über ein Infusionsbesteck mit Y-Stück nachgewiesen. Die gleichzeitige Verabreichung über ein Infusionsbesteck mit Y-Stück auf eine andere als die oben aufgeführte Weise kann zur Inaktivierung des Aminoglykosids durch Piperacillin/Tazobactam führen.
    • Inkompatibilitäten
      • Dieses Arzneimittel darf, außer mit den oben aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
      • Wird Piperacillin/Tazobactam gemeinsam mit einem anderen Antibiotikum (z. B. einem Aminoglykosid) angewendet, müssen die Arzneimittel getrennt angewendet werden. Das Mischen von Betalactam-Antibiotika mit einem Aminoglykosid in vitro kann zu einer erheblichen Inaktivierung des Aminoglykosids führen.
      • Piperacillin/Tazobactam darf nicht mit anderen Substanzen in einer Spritze oder Infusionsflasche gemischt werden, da die Kompatibilität nicht gesichert ist.
      • Piperacillin/Tazobactam sollte, außer bei nachgewiesener Kompatibilität, über ein Infusionsset getrennt von anderen Arzneimitteln angewendet werden.
      • Aufgrund chemischer Instabilität darf Piperacillin/Tazobactam nicht in Lösungen aufgelöst werden, die ausschließlich Natriumhydrogencarbonat enthalten.
      • Ringer-Lactat-Lösung (Hartmann-Lösung) ist nicht kompatibel mit Piperacillin/Tazobactam.
      • Piperacillin/Tazobactam darf nicht zu Blutprodukten oder Albuminhydrolysaten hinzugegeben werden.
    • Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.
    • Nur zur einmaligen Anwendung. Nicht verwendete Lösungen sind zu entsorgen.

Stillzeithinweise

  • Piperacillin geht in geringer Konzentration in die Muttermilch über; die Konzentrationen von Tazobactam in menschlicher Muttermilch wurden nicht untersucht. Stillende Frauen sollten nur behandelt werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken für die Frau und das Kind überwiegt.

Schwangerschaftshinweise

  • Fertilität
    • Eine Fertilitätsstudie mit Ratten zeigte nach intraperitonealer Verabreichung von Tazobactam bzw. der Kombination Piperacillin/Tazobactam keine Auswirkungen auf Fertilität und Paarung.
  • Schwangerschaft
    • Bisher liegen keine, oder nur sehr begrenzte, Erfahrungen mit der Anwendung von Piperacillin/Tazobactam bei Schwangeren vor.
    • Tierexperimentelle Studien haben bei für das Muttertier toxischen Dosen eine Entwicklungstoxizität gezeigt, aber keine Hinweise auf eine Teratogenität ergeben.
    • Piperacillin und Tazobactam sind plazentagängig. Piperacillin/Tazobactam sollte während der Schwangerschaft nur bei klarer Indikationsstellung angewendet werden, das heißt, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko für die Schwangere und den Fetus überwiegt.

Warnhinweise

  • Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
    • Bei der Auswahl von Piperacillin/Tazobactam zur Behandlung eines Patienten sollte anhand von Faktoren wie Schweregrad der Infektion und Prävalenz von Resistenzen gegen andere geeignete antibakterielle Substanzen abgewogen werden, ob ein halbsynthetisches Breitband-Penicillin geeignet ist.
    • Vor Einleitung einer Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® sollte die Vorgeschichte des Patienten im Hinblick auf vorangegangene Überempfindlichkeitsreaktionen auf Penicilline, Betalactam-Antibiotika (z. B. Cephalosporine, Monobactame oder Carbapeneme) und andere Allergene sorgfältig abgeklärt werden. Schwere und gelegentlich tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktisch/anaphylaktoid [einschließlich Schock]) wurden bei mit Penicillinen (einschließlich Piperacillin/Tazobactam) behandelten Patienten beobachtet. Bei Patienten mit anamnestisch bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen mehrere Allergene besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Reaktionen. Bei schwereren Überempfindlichkeitsreaktionen muss das Antibiotikum abgesetzt werden; möglicherweise sind die Anwendung von Epinephrin und die Einleitung anderer Notfallmaßnahmen erforderlich.
    • Piperacillin/Tazobactam kann schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen und akute generalisierte exanthematische Pustulose verursachen. Wenn Patienten einen Hautausschlag entwickeln, sollten sie engmaschig überwacht und die Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam abgebrochen werden, falls die Läsionen weiter fortschreiten.
    • Eine Antibiotika-induzierte pseudomembranöse Kolitis kann sich in Form von schwerem, persitierendem Durchfall, der auch lebensbedrohlich sein kann, manifestieren. Symptome einer pseudomembranösen Kolitis können während oder nach der Antibiotikatherapie auftreten. In solchen Fällen sollte Piperacillin/Tazobactam HEXAL® abgesetzt werden.
    • Die Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® kann zur Bildung von resistenten Organismen führen, die Superinfektionen auslösen können.
    • Bei einigen Patienten, die Betalactam-Antibiotika erhalten haben, wurden Blutungen beobachtet. Diese Reaktionen gingen manchmal mit abnormalen Gerinnungswerten wie z. B. von Gerinnungszeit, Thrombozytenaggregation und Prothrombinzeit einher und werden häufiger bei Patienten mit Nierenversagen beobachtet. Sobald Blutungen auftreten, sollte die Antibiotikatherapie abgebrochen und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
    • Insbesondere bei der Langzeitanwendung sind in regelmäßigen Abständen Blutbildkontrollen angezeigt, da es zu Leukopenie und Neutropenie kommen kann.
    • Wie bei der Behandlung mit anderen Penicillinen kann es bei Anwendung von hohen Dosen zu neurologischen Komplikationen in Form von Konvulsionen (Krämpfe) kommen, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen.
    • Dieses Arzneimittel enthält 217 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 11% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
    • Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.
    • Bei Patienten mit geringen Kaliumreserven oder solchen, die Begleitmedikamente erhalten, welche die Kaliumkonzentration senken, kann es zu einer Hypokaliämie kommen; bei solchen Patienten ist eine regelmäßige Elektrolytkontrolle anzuraten.
    • Niereninsuffizienz
      • Aufgrund der potentiellen Nierentoxizität sollte Piperacillin/Tazobactam bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder Hämodialysepatienten mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Die intravenöse Dosis und Anwendungsintervalle sollten je nach Ausmaß der bestehenden Nierenfunktionsstörung angepasst werden.
      • In einer Sekundäranalyse unter Verwendung von Daten aus einer groß angelegten, multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie, welche die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) nach Anwendung von häufig eingesetzten Antibiotika bei schwer kranken Patienten untersucht hatte, war die Anwendung von Piperacillin/Tazobactam im Vergleich zu anderen Antibiotika mit einer geringeren Rate der reversiblen GFR Verbesserung verbunden. Diese Sekundäranalyse kam zu dem Ergebnis, dass Piperacillin/Tazobactam die Ursache für eine verzögerte renale Besserung bei diesen Patienten war.
      • Die gleichzeitige Anwendung von Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin kann mit einem vermehrten Auftreten akuter Nierenfunktionsstörungen verbunden sein.
    • Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
      • Bei Patienten, die mit Piperacillin/Tazobactam behandelt wurden, wurden Fälle von HLH berichtet, häufig nach einer Behandlungsdauer von mehr als 10 Tagen. HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom mit einer pathologischen Immunaktivierung, die durch klinische Zeichen und Symptome einer exzessiven systemischen Entzündung (z. B. Fieber, Hepatosplenomegalie, Hypertriglyzeridämie, Hypofibrinogenämie, hohe Ferritinkonzentration im Serum, Zytopenien und Hämophagozytose) gekennzeichnet ist. Patienten, bei denen frühe Manifestationen einer pathologischen Immunaktivierung auftreten, sind unverzüglich zu untersuchen. Falls die Diagnose HLH gestellt wird, sollte die Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam abgebrochen werden.
  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
    • Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien
      • Bei der gemeinsamen Anwendung von Piperacillin mit Vecuronium wurde eine Verlängerung der neuromuskulären Blockade von Vecuronium beobachtet. Aufgrund der ähnlichen Wirkmechanismen dieser Arzneimittel wird angenommen, dass die neuromuskuläre Blockade durch ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxanz in Gegenwart von Piperacillin verlängert sein könnte.
    • Orale Antikoagulanzien
      • Bei gleichzeitiger Gabe von Heparin, oralen Antikoagulanzien und anderen Substanzen, die das Blutgerinnungssystem einschließlich der Thrombozytenfunktion beeinflussen, sollten geeignete Gerinnungstests häufiger durchgeführt und regelmäßig kontrolliert werden.
    • Methotrexat
      • Piperacillin reduziert möglicherweise die Ausscheidung von Methotrexat; daher sollte die Serumkonzentration von Methotrexat überwacht werden, um Toxizitäten durch die Substanz zu vermeiden.
    • Probenecid
      • Wie mit anderen Penicillinen führt die gleichzeitige Anwendung von Probenecid und Piperacillin/Tazobactam zu einer längeren Halbwertszeit und einer geringeren renalen Clearance von Piperacillin und Tazobactam; allerdings werden die maximalen Plasmakonzentrationen der beiden Substanzen nicht beeinflusst.
    • Aminoglykoside
      • Piperacillin, allein oder in Kombination mit Tazobactam, hat bei Patienten mit normaler Nierenfunktion bzw. mit leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz keinen bedeutenden Einfluss auf die Pharmakokinetik von Tobramycin. Die Pharmakokinetik von Piperacillin, Tazobactam und des M1-Metaboliten wurde durch die Anwendung von Tobramycin ebenfalls nicht bedeutend verändert.
      • Die Inaktivierung von Tobramycin und Gentamicin durch Piperacillin wurde bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz gezeigt.
      • Informationen zur Anwendung von Piperacillin/Tazobactam mit Aminoglykosiden sind der Kategorie "Art der Anwendung" zu entnehmen.
    • Vancomycin
      • Studien haben ein vermehrtes Auftreten von akuten Nierenfunktionsstörungen bei Patienten gezeigt, die Vancomycin zusammen mit Piperacillin/Tazobactam erhielten, im Vergleich zu Patienten, die Vancomycin allein erhielten. Einige dieser Studien haben gezeigt, dass diese Wechselwirkung von der Vancomycin-Dosis abhängig ist.
      • Zwischen Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin wurden bisher keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen beobachtet.
    • Auswirkungen auf Laborwerte
      • Wie mit anderen Penicillinen kann es bei nicht-enzymatischen Verfahren der Glukosemessung im Urin zu falsch-positiven Ergebnissen kommen. Daher sollten während einer Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® enzymatische Verfahren der Glukosemessung im Urin verwendet werden.
      • Einige chemische Methoden zur Eiweißbestimmung im Urin können zu falsch-positiven Ergebnissen führen. Die Eiweißbestimmung mit Teststreifen wird nicht beeinflusst.
      • Der direkte Coombs-Test kann positiv ausfallen.
      • Bio-Rad Laboratories Platelia Aspergillus EIA-Tests können bei mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® behandelten Patienten falsch-positive Ergebnisse aufweisen. Bei der Verwendung des Bio-Rad Laboratories Platelia Aspergillus EIA-Tests wurde über Kreuzreaktionen zwischen nicht vom Aspergillus abstammenden Polysacchariden und Polyfuranosen berichtet.
      • Positive Testergebnisse dieser oben genannten Assays sollten bei mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® behandelten Patienten durch andere diagnostische Verfahren bestätigt werden.
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.
  • Überdosierung
    • Symptome
      • Aus der Anwendungsbeobachtung wurden Fälle von Überdosierung mit Piperacillin/Tazobactam berichtet. Die meisten der dabei beobachteten Symptome, darunter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, wurden auch unter normaler Dosierung berichtet.
      • Bei intravenöser Anwendung von Dosen, welche die empfohlene Dosierung überschreiten (insbesondere bei Patienten mit Nierenversagen), kann es zu neuromuskulärer Erregbarkeit oder Krampfanfällen kommen.
    • Behandlung
      • Im Falle einer Überdosierung sollte die Behandlung mit Piperacillin/Tazobactam abgesetzt werden. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.
      • Die Behandlung sollte sich am klinischen Bild des Patienten orientieren und unterstützend und symptomatisch ausgerichtet sein.
      • Übermäßige Serumkonzentrationen von Piperacillin oder Tazobactam können durch Hämodialyse gesenkt werden.