PIVMELAM 400MG

APOGEPHA Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Pivmecillinam →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 9 ST 24,69 €
NotApplicable 9 ST

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Fachinformationen

Indikation

  • unkomplizierte Infektionen des unteren Harntraktes, hervorgerufen durch Mecillinam-empfindliche Erreger
  • Hinweis: allgemein anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen berücksichtigen

Dosierung

  • unkomplizierte Infektionen des unteren Harntraktes, hervorgerufen durch Mecillinam-empfindliche Erreger
    • Erwachsene und Jugendliche:
      • 200 - 400 mg Pivmecillinamhydrochlorid 3mal / Tag über 3 Tage
    • Kinder >/= 6 Jahren mit < 40 kg KG
      • 20 - 40 mg / kg KG / Tag verteilt auf 3 - 4 Einzeldosen
      • max. 1200 mg / Tag

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung notwendig
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Dosisanpassung notwendig
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • keine Dosisanpassung notwendig

Kontraindikationen

Pivmecillinam - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Pivmecillinam
  • Überempfindlichkeit gegenüber Penicillinen oder Cephalosporinen
  • alle Bedingungen, die den Durchgang durch die Speiseröhre beeinträchtigen (Verengung der Speiseröhre und / oder obstruktive Veränderungen im MagenMagen-Darm-Trakt)
  • Patienten mit genetischen Stoffwechselstörungen, wie Carnitin-Transporter-Defekte oder organische Azidurie wie Methylmalonazidurie und Propionazidämie

Therapiehinweise

Einnahme in aufrechter Körperhaltung.

Nebenwirkungen

Pivmecillinam - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • vulvovaginale Pilzinfektion
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Clostridium difficile Kolitis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • niedriger Carnitinspiegel
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Kopfschmerzen
      • Benommenheit
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfall
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Verdauungsstörung
      • ösophageale Ulzeration
      • Ösophagitis
      • Mundulzera
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Beeinträchtigung der Leberfunktion
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hautausschlag, z.B.
        • erythematöse Hautreaktionen
        • makulare Hautreaktionen
        • makulo-papulare Hautreaktionen
      • Urtikaria
      • Juckreiz
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Müdigkeit

Nebenwirkungen der Betalaktam-Antibiotika-Gruppe

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Neutropenie
      • Eosinophilie
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • leichter reversibler Anstieg von
        • Aspartat-Aminotransferase (ASAT)
        • Alanin-Aminotransferase (ALAT)
        • Phosphatase
        • Bilirubin

Kinder und Jugendliche

  • basierend auf begrenzten Daten ist davon auszugehen, dass Häufigkeit, Art und Schweregrad von Nebenwirkungen bei Kindern und Erwachsenen gleich sind

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten unzerkaut mind. mit einem halben Glas Wasser sitzend oder stehend
  • Einnahme des Arzneimittels kurz vor dem Schlafengehen sollte vermieden werden

Stillzeithinweise

Pivmecillinam - peroral
  • darf in der Stillzeit eingenommen werden
  • Mecillinam wird in die Muttermilch ausgeschieden
    • bei therapeutischen Dosen keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene / Kinder zu erwarten

Schwangerschaftshinweise

Pivmecillinam - peroral
  • kann während der Schwangerschaft eingenommen werden, falls klinisch erforderlich
  • weitgehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (> 1000 Schwangerschaftsausgänge) deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale / neonatale Toxizität von Pivmecillinam / Mecillinam hin
  • Einnahme von Pivmecillinam kurz vor der Geburt
    • kann beim Neugeborenen-Screening zu einem falsch-positiven Testergebnis auf Isovalerianazidämie führen
    • Fälle von falsch positiven Neugeborenen-Screeningtests gemeldet, die das Vorliegen einer Isovalerianazidämie simulieren
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • keine klinischen Studien zur Fertilität durchgeführt
    • präklinische Studie
      • kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Ratten beobachtet

Warnhinweise

Pivmecillinam - peroral
  • Kreuzallergie
    • auch wenn eine Kreuzallergie mit anderen Penicillin-Derivaten oder Cephalosporinen nicht nachgewiesen ist, besteht Möglichkeit einer Kreuzallergie
  • Carnitin-Mangel
    • aufgrund des Risikos eines Carnitin-Mangels sollte Pivmecillinam mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit
      • bekanntem Carnitin-Mangel
      • instabilem Diabetes mellitus
      • ungewöhnlich kleiner Muskelmasse
    • Langzeitbehandlung (über 3 Wochen) oder eine häufig wiederholte Behandlung sollte vermieden werden
    • Symptome eines Carnitin-Mangels sind
      • Muskelschmerzen
      • Müdigkeit
      • Verwirrung
    • gleichzeitige Behandlung mit Valproinsäure, Valproat oder anderen Arzneimitteln, die Pivalinsäure freisetzen
      • sollte aufgrund des Risikos einer erhöhten Ausscheidung von Carnitin vermieden werden
  • Porphyrie
    • Pivmecillinam sollte nicht von Patienten eingenommen werden, die an Porphyrie erkrankt sind
    • Pivmecillinam mit akuten Porphyrie-Attacken assoziiert
  • pseudomembranöse Kolitis
    • durch Clostridium difficile verursachte pseudomembranöse Kolitis kann auftreten
      • Patienten mit Durchfall sollten daher sorgfältig überwacht werden
    • falls Durchfall nach der Einnahme auftritt
      • Möglichkeit einer pseudomembranösen Kolitis bedenken
      • entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen
  • Beeinflussung beim Neugeborenen-Screening
    • Einnahme von Pivmecillinam kurz vor der Geburt kann beim Neugeborenen-Screening zu einem falsch-positiven Testergebnis auf Isovalerianazidämie beim Neugeborenen führen
      • kann auf die Bildung von Pivaloylcarnitin zurückzuführen sein, welches die Anwesenheit von Isovalerylcarnitin simuliert
    • daher empfohlen, für jede Probe, die von Neugeborenen stammt und positiv auf Isovalerianazidämie getestet wurde, ein Zweitverfahren als Screening-Test durchzuführen
  • Einnahme
    • Pivmecillinam sollte bevorzugt während der Mahlzeit eingenommen werden, um gastrointestinale Störungen zu vermeiden
    • Pivmecillinam sollte mit mind. einem halben Glas Wasser eingenommen werden, wegen der Gefahr einer ösophagealen Ulzeration