PK-Merz Filmtabletten 150mg
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N3 | 100 ST | 25,72 € |
| NotApplicable | 900 ST | – |
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Indikation
- Parkinson-Syndrome
- Behandlung von Symptomen der Parkinsonschen Krankheit, wie z.B. Rigor, Tremor und Hypo- bzw. Akinese
- durch Neuroleptika und ähnlich wirkende Medikamente bedingte extrapyramidale Symptome wie Frühdyskinesie, Akathisie, Parkinsonoid
Dosierung
- Parkinson-Syndrome
- einschleichend dosieren
- Dosierung individuell je nach therapeutischem Effekt
- Ersteinstellung des Patienten mit niedrigerer Wirkstärke (100 mg Amantadinsulfat)
- anschließend Umstellung und Fortführung der erreichten Erhaltungstherapie mit der Dosisstärke 150 mg (1 Tablette)
- tägliche Maximaldosis: 4 Tabletten (600 mg Amantadinsulfat)
- Behandlungsdauer:
- je nach Art und Schwere des Krankheitsverlaufes
- vom Arzt bestimmt
- kein eigenmächtiges Absetzen durch den Patienten
- plötzliches Absetzen der Medikation vermeiden (starke Verschlechterung der extrapyramidalen Symptomatik bis hin zur akinetischen Krise möglich)
Dosisanpassung
- ältere Patienten, insbesondere mit Erregungs- und Verwirrtheitszuständen sowie mit deliranten Syndromen
- Therapiebeginn mit niedrigerer Dosis
- Kombinationsbehandlung mit anderen Antiparkinsonmitteln:
- Dosierung individuell anpassen
- falls bereits mit einer Amantadinsulfat-Infusionslösung vorbehandelt wurde:
- höhere Anfangsdosis möglich
- akute Verschlechterung der Parkinson-Symptomatik im Sinne einer akinetischen Krise:
- Amantadinsulfat-Infusionsbehandlung
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Dosisanpassung an das Ausmaß der verringerten Nierenclearance (gemessen an der glomerulären Filtrationsrate = GFR)
- 80 - 60 ml / Min: 100 mg alle 12 Stunden
- 60 - 50 ml / Min: 200 mg und 100 mg abwechselnd jeden 2. Tag oder 150 mg 1mal / Tag
- 50 - 30 ml / Min: 100 mg 1mal / Tag
- 30 - 20 ml / Min: 200 mg 2mal / Woche
- 20 - 10 ml / Min: 100 mg 3mal / Woche
- < 10 ml / Min und Hämodialysepatienten: 200 und 100 mg / Woche oder jede 2. Woche
- berechneter Wert der Kreatininclearance gilt für Männer
- bei Frauen entspricht er ca. 85% dieses Wertes und darf der Inulinclearance zur Ermittlung der GFR (beim Erwachsenen 120 ml / Min) gleichgesetzt werden
- Dosisanpassung an das Ausmaß der verringerten Nierenclearance (gemessen an der glomerulären Filtrationsrate = GFR)
Kontraindikationen
Amantadin - peroral
- Überempfindlichkeit gegen Amantadinverbindungen
- schwere, nicht kompensierter Herzinsuffizienz (Stadium NYHA IV)
- Kardiomyopathien und Myocarditiden
- AV-Block Grad II und III
- Bradykardie (< 55 Schläge/Min.)
- bekanntes langes QT-Intervall (QTc nach Bazett > 420 ms) oder erkennbare U-Wellen oder angeborenes QT-Syndrom in der Familienanamnese
- schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien, einschließlich Torsade de Pointes in der Anamnese
- Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie
- gleichzeitige Therapie mit Budipin oder anderen QT-verlängernden Arzneimitteln, z.B.
- bestimmte Antiarrhythmika der Klasse IA (wie z.B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid) und der Klasse III (wie z.B. Amiodaron, Sotalol)
- bestimmte Antipsychotika (wie z.B. Thioridazin, Chlorpromazin, Haloperidol, Pimozid)
- bestimmte tri- und tetrazyklische Antidepressiva (wie z.B. Amitriptylin)
- bestimmte Antihistaminika (wie z.B. Astemizol, Terfenadin)
- bestimmte Makrolid-Antibiotika (wie z.B. Erythromycin, Clarithromycin)
- bestimmte Gyrasehemmer (wie z.B. Sparfloxacin)
- Azol-Antimykotika
- Budipin, Halofantrin, Cotrimoxazol, Pentamidin, Cisaprid oder Bepridil
Therapiehinweise
Mit Flüssigkeit einnehmen.
Nebenwirkungen
Amantadin - peroral
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- hämatologische Nebenwirkungen, wie Leukopenie und Thrombozytopenie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Psychiatrische Erkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schlafstörungen
- motorische und psychische Unruhe
- paranoid gefärbte, mit optischen Halluzinationen einhergehende exogene Psychosen
- besonders bei älteren Patienten bei Kombination mit anderen Antiparkinsonmitteln
- diese unerwünschten Wirkungen können besonders bei Kombination von Amantadin mit anderen Antiparkinsonmitteln (z.B. Levodopa, Bromocriptin) oder Memantin häufiger auftreten
- Nervosität
- Gedächtnisstörungen (bei Anwendung von Amantadin zur Grippeprophylaxe)
- Konzentrationsstörungen (bei Anwendung von Amantadin zur Grippeprophylaxe)
- Schlafstörungen (bei Anwendung von Amantadin zur Grippeprophylaxe)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Depression
- Angstzustände
- Stimmungsveränderungen, gehobene Stimmung
- Agitiertheit
- Schlaflosigkeit
- Halluzinationen, Wahnwahrnehmungen leichteren Grades
- treten häufiger auf, wenn Amantadin zusammen mit Anticholinergika verabreicht wird oder wenn der Patient an einer psychischen Störung leidet
- Alpträume
- treten häufiger auf, wenn Amantadin zusammen mit Anticholinergika verabreicht wird oder wenn der Patient an einer psychischen Störung leidet
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Desorientierung
- Psychosen
- Verwirrtheit
- tritt häufiger auf, wenn Amantadin zusammen mit Anticholinergika verabreicht wird oder wenn der Patient an einer psychischen Störung leidet
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Suizidversuche (auch bei nur kurzfristiger Prophylaxe oder Behandlung der Virusgrippe A berichtet)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Delirium
- Hypomanie
- Manie
- Impulskontrollstörungen wie
- Spielsucht
- Libidosteigerung
- Hypersexualität
- zwanghaftes Geldausgeben
- Kaufsucht
- Binge-Eating
- Esszwang
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schwindel
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Kopfschmerzen
- Lethargie
- Ataxie
- Dysarthrie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Tremor
- Dyskinesie
- Konvulsionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Myoklonien
- Symptome einer peripheren Neuropathie
- Symptome ähnlich denen eines malignen neuroleptischen Syndroms
- Auslösung epileptischer Anfälle
- meist im Zusammenhang mit höheren als den empfohlenen Dosen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Verschwommensehen
- sobald Visusverlust oder Verschwommensehen auftreten, sollte der Patient zum Ausschluss eines Hornhautödems augenärztlich untersucht werden
- Verschwommensehen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hornhautläsionen z.B. punktförmige subepitheliale Trübung, eventuell verbunden mit oberflächlicher Keratitis superficialis punctata
- Hornhautepithelödem
- verminderte Sehschärfe
- Fälle von vorübergehendem Sehschärfeverlust und Verschwommensehen, die durch Cornea-Ödeme ausgelöst wurden
- in diesen Fällen sollte die Behandlung mit Amantadin abgebrochen werden
- sobald Visusverlust oder Verschwommensehen auftreten, sollte der Patient zum Ausschluss eines Hornhautödems augenärztlich untersucht werden
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- gesteigerte Lichtempfindlichkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Palpitationen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- kardiale Arrhythmien wie ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, Torsades de pointes und QT-Verlängerungen
- in den meisten dieser Fälle lagen Überdosierungen, bestimmte Komedikationen oder Risikofaktoren für kardiale Arrhythmien vor
- Herzrhythmusstörungen mit Tachykardie
- Herzversagen
- kardiale Arrhythmien wie ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern, Torsades de pointes und QT-Verlängerungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- orthostatische Dysregulation
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Übelkeit
- Mundtrockenheit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erbrechen
- Verstopfung
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Diarrhoe
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Anorexie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Ausbildung einer Livedo reticularis (Bild einer „marmorierten Haut"), evtl. kombiniert mit Ödemen im Unterschenkel- und Knöchelbereich
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Diaphorese
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Exanthem
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Photosensibilität, gesteigerte Lichtempfindlichkeit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Harnretention bei Prostatahypertrophie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Harninkontinenz
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- periphere Ödeme
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypothermie (wurde nach Markteinführung bei Kindern berichtet)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Untersuchungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- reversible Erhöhung von Leberenzymen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
Anwendungshinweise
- Einnahme der Filmtabletten mit etwas Flüssigkeit vorzugsweise morgens und nachmittags
- Einnahme der letzten Tagesdosis nicht nach 16 Uhr
Stillzeithinweise
Amantadin - peroral
- stillende Frauen sollten Amantadin nicht einnehmen
- Übergang in die Muttermilch
- über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Säuglingen berichtet (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen)
- ist eine Anwendung während der Stillzeit zwingend erforderlich, sollte der Säugling aufgrund möglicher Arzneimittelwirkungen (Hautausschlag, Harnretention, Erbrechen) unter Beobachtung stehen
- falls notwendig, muss abgestillt werden
Schwangerschaftshinweise
Amantadin - peroral
- Anwendung in der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation
- bei Therapie im 1. Trimenon sollte Ultraschallfeindiagnostik durchgeführt werden
- beim Menschen keine Daten zum Plazentatransfer
- unzureichende Daten und Erfahrungen zur Anwendung bei Schwangeren
- bei Anwendung in der Schwangerschaft am Menschen Fallberichte von gesunden Kindern, aber auch von Schwangerschaftskomplikationen und Fehlbildungen (kardiovaskuläre Defekte, Reduktion der Gliedmaßen)
- potentielles Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
- tierexperimentelle Studien
- zeigten embryotoxische und teratogene Wirkung
- es traten vermehrt Ödeme, Fehlstellungen der Beine und Skelettanomalien bei Ratten auf
- Untersuchungen über den Peri-/Postnatalzeitraum wurden nicht durchgeführt
- Frauen im gebärfähigen Alter
- Patientin sollte darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit dem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht, oder eine Schwangerschaft vermutet
- müssen während der Behandlung bis einschließlich 5 Tage nach der letztmaligen Einnahme von Amantadin eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
- falls Amantadin einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht oder eine Schwangerschaft vermutet
- Fertilität
- bei Tieren reduzierte Amantadin die Fertilität
Warnhinweise
Amantadin - peroral
- Voraussetzung der Anwendung von Amantadin in der Prophylaxe und Therapie der Virusgrippe A
- ist eine ärztliche Kontrolle der Therapie sowohl von Einzelpersonen als auch von Kollektiven während des gesamten Behandlungszeitraumes
- Chemotherapie der Influenza-A-Infektion
- Beginn der Therapie so rasch wie möglich, spätestens 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung
- Behandlung sollte 1-2 Tage über das Abklingen der Symptome hinaus fortgeführt werden
- Amantadin darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:
- Prostatahyperplasie
- Engwinkelglaukom
- Niereninsuffizienz (verschiedener Schweregrade; durch eine Verschlechterung der Filtrationsleistung der Nieren besteht die Gefahr der Kumulation)
- Erregungs- und Verwirrtheitszuständen
- deliranten Syndromen sowie exogenen Psychosen in der Anamnese
- Patienten, die mit Memantin behandelt werden
- bei gestörter Nierenfunktion
- kann es zur Intoxikation kommen
- Patienten mit hirnorganischem Psychosyndrom sowie zerebralen Anfallsleiden in der Anamnese
- Anwendung von Amantadin erfordert besondere Vorsicht, da sich einzelne Krankheitssymptome verschlechtern und Krampfanfälle auftreten können
- Patienten, die an einem rezidivierenden Ekzem, einem Magenulkus, oder an kardiovaskulären Störungen leiden oder gelitten haben
- besondere Aufmerksamkeit erforderlich
- Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin behandelt werden
- Gefahr des Auftretens eines lebensbedrohlichen malignen neuroleptischen Syndroms besteht, wenn Amantadin plötzlich abgesetzt wird
- Patienten sollen aufgefordert werden, beim Auftreten von Beschwerden beim Wasserlassen den behandelnden Arzt aufzusuchen
- kardiale Arrhythmien, QT-Verlängerung
- EKG (50 mm/s)
- vor Therapiebeginn und zu den Zeitpunkten 1 und 3 Wochen danach EKG (50 mm/s) schreiben und frequenzkorrigierte QT-Zeit nach Bazett (QTc) manuell bestimmen
- bei Dosiserhöhungen zu späterem Zeitpunkt muss ein solches EKG vorher und 2 Wochen nachher geschrieben werden
- danach zumindest jährliche EKG-Kontrollen
- Patienten mit QTc-Vorwerten > 420 ms oder mit einem QTc-Anstieg > 60 ms oder mit QTc-Zeiten > 480 ms sowie mit erkennbaren U-Wellen sind von der Behandlung auszuschließen
- damit kann bei gleichzeitiger Beachtung der Kontraindikationen die sehr seltene, aber bedrohliche Nebenwirkung Torsade-de-pointes-Kammertachykardie verhindert werden
- Patienten mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- müssen während der gleichzeitigen Behandlung mit Amantadin unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen
- sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung zu untersuchen
- wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann Amantadin unter Berücksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden
- bei Risikogruppen für Elektrolytstörungen, z. B. Diuretikamedikation, häufigem Erbrechen und/oder Durchfall, Anwendung von Insulin in Notfallsituationen, Nierenerkrankungen oder anorektischen Zuständen sind adäquate Laborkontrollen und ein entsprechender Elektrolytausgleich durchzuführen, insbesondere für Kalium und Magnesium
- sobald Symptome wie Palpitationen, Schwindel oder Synkopen auftreten, ist Amantadin abzusetzen und der Patient - innerhalb von 24 Stunden - auf eine eventuelle QT-Verlängerung zu untersuchen
- wenn keine QT-Verlängerung vorliegt, kann die Behandlung unter Berücksichtigung der Gegenanzeigen und Wechselwirkungen wieder eingesetzt werden
- bei Herzschrittmacherpatienten ist die exakte Bestimmung der QT-Zeiten nicht möglich
- daher muss die Entscheidung über Amantadin-Therapie in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen individuell erfolgen
- bei Indikation Parkinson-Symptome
- zusätzliche Gabe von Amantadin zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A ist nicht sinnvoll und wegen der Gefahr der Überdosierung zu vermeiden
- EKG (50 mm/s)
- Krankheitszeichen bei Parkinson-Patienten
- Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss, Schweißausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive Verstimmungen wurden oft bei Parkinson-Patienten beobachtet
- sind unter Beachtung der Neben- und Wechselwirkungen zu behandeln
- Krankheitszeichen wie niedriger Blutdruck, Speichelfluss, Schweißausbrüche, erhöhte Körpertemperatur, Hitzestauungen, Wasseransammlungen und depressive Verstimmungen wurden oft bei Parkinson-Patienten beobachtet
- Hornhautödem
- sobald Symptome wie Verschwommensehen oder andere Sehstörungen auftreten, sollte der Patient augenärztlich untersucht werden, um ein Hornhautödem als Ursache auszuschließen
- falls ein Hornhautödem diagnostiziert wird, sollte Amantadin abgesetzt werden
- ein durch Amantadin verursachtes Hornhautödem ist i.A. innerhalb eines Monats reversibel
- psychiatrische Erkrankungen
- bei Patienten mit zugrunde liegenden psychischen Störungen können verstärkt Halluzinationen, Verwirrung und Albträume auftreten
- Suizidrisiko
- bis zu 50 % aller Parkinson-Patienten zeigen depressive Symptome, was das Risiko von Suizidgedanken und Suizidversuchen wahrscheinlicher macht
- über geringe Zahl von Suizidversuchen, einigemit tödlichem Ausgang, wurde unter der Behandlung mit Amantadin berichtet
- Rezepte sollten deshalb für die geringste, mit guter Patientenbetreuung in Einklang stehende Menge ausgestellt werden
- Impulskontrollstörungen
- Patienten sollten regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstörungen überwacht werden
- Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten, einschließlich Amantadin, behandelt werden, Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten können, einschließlich
- pathologischer Spielsucht
- Libidosteigerung
- Hypersexualität
- zwanghaftes Geldausgeben
- Binge-Eating
- Esszwang
- wenn sich solche Symptome entwickeln, sollte eine Dosisreduktion bzw. eine ausschleichende Behandlung in Erwägung gezogen werden
- periphere Ödeme
- können während der Behandlung mit Amantadin auftreten
- beruhen vermutlich auf lokalen Gefäßstörungen
- ist bei Patienten mit anamnestischen Hinweisen auf eine Herzinsuffizienz zu beachten
- Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
- Amantadin sollte bei nur mit Vorsicht angewendet werden
- im Fall einer Nierenfunktionsstörung
- sollte die Dosierung entsprechend der individuellen Kreatinin-Clearance angepasst werden
- die Amantadin-Plasmaspiegel sollten überwacht werden
- bei Patienten, die sich auf Grund eines Nierenversagens einer Hämodialyse unterziehen müssen, sollte die Dosierung vorsichtig angepasst werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden
- Patienten mit unbehandeltem Engwinkelglaukom
- Amantadin sollte nicht verabreicht werden, da es anticholinerge Effekte hat und eine Mydriasis bewirken kann
- Resistenz
- Amantadin und Rimantadin entwickeln bei wiederholtem Kontakt in Influenza-Virenstämmen in vitro, wie auch in vivo relativ rasch eine Resistenz
- Influenza A-Viren, die resistent gegen Amantadin oder Rimantadin sind, können überhand nehmen, wenn diese Arzneistoffe für die Behandlung verwendet werden
- es ist offensichtlich möglich, dass eine Transmission von resistenten Viren für das Versagen von Prophylaxe in Haushalten und Heimen verantwortlich ist
- es gibt jedoch keinen Hinweis dafür, dass eine Infektion mit einem resistenten Virus anders verlaufen würde, als eine mit einem empfindlichen Virus
- Abbruch der Behandlung
- abruptes Absetzen von Amantadin kann zu einer Verschlimmerung der Symptome der Parkinson'schen Erkrankung oder zu Symptomen, die einem malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) gleichen, führen, sowie zu Katatonie oder zu kognitiven Manifestationen (z.B. Konfusionen, Verwirrtheit, Verschlechterung des mentalen Zustands oder Delirien)
- Patienten, die gleichzeitig mit Neuroleptika und Amantadin behandelt wurden, existieren Einzelberichte, die einen möglichen Zusammenhang zwischen der Exazerbation des malignen neuroleptischen Syndroms oder der durch Neuroleptika induzierten Katatonie und dem Absetzen von Amantadin vermuten lassen
- demzufolge sollte die Behandlung mit Amantadin nicht abrupt abgesetzt werden
- Kinder
- Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht erwiesen
- keine ausreichende Erfahrungen vorliegend
- Hypothermie bei Kindern beobachtet
- besondere Vorsicht bei Anwendung zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A
- Anwendung von Amantadin ist bei Kindern > 5 Jahre nur zur Prophylaxe und Behandlung der Virusgrippe Typ A vorgesehen