Posterisan akut Salbe

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH Wirkstoff: Lidocain →

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Fachinformationen

Indikation

  • Linderung von Schmerzen im Analbereich vor proktologischer Untersuchung
  • symptomatische Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Analbereich (z. B. aufgrund von Hämorrhoiden)

Dosierung

Basiseinheit: 1 g Rektalsalbe enthält 50 mg Lidocain

  • Schmerzen und/oder Juckreiz im Analbereich
    • 2 - 3mal / Tag
    • Menge richtet sich nach Größe der zu behandelnden Haut- und Schleimhautpartien
    • Maximaldosis / Einzelanwendung
      • 2,5 g Salbe (125 mg Lidocain)
    • Pilzbefall
      • zusätzliche Anwendung eines lokal wirksamen Antimykotikums erforderlich
    • Anwendungsdauer
      • nur bis zum Arztbesuch
      • max. 3 Tage
      • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit des Arzneimittels zur längerfristigen Behandlung von Schmerzen im Rahmen des anorektalen Symptomenkomplexes bisher nicht ausreichend belegt

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • begrenzte Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit
    • Dosisanpassungen nicht erforderlich
  • eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
    • keine klinischen Studien durchgeführt
    • aufgrund der Art der Anwendung und der sehr niedrigen systemischen Resorption keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Beeinträchtigung der Nieren oder Leber: Vorsicht
  • Kinder und Jugendliche (</= 18 Jahre)
    • Sicherheit nicht erwiesen (keine Daten)

Kontraindikationen

Lidocain - rektal
  • Überempfindlichkeit gegen Lidocain

Nebenwirkungen

Lidocain - rektal
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfall
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • lokale Überempfindlichkeitsreaktion (z. B. Kontaktallergie)
        • Jucken
        • (leichtes) Brennen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • leichte Schmerzen
      • Rötung
      • Unbehagen

Anwendungshinweise

  • Salbe morgens und abends sowie möglichst vor (ca. 30 min) und nach der Stuhlentleerung auf zu behandelnde Haut- und Schleimhautpartien dünn auftragen
    • mit Finger vorsichtig einreiben
  • Gebrauch der Salbe im Analkanal und angrenzenden Enddarm
    • in Salbenpackungen enthaltener Applikator mit seitlichen Austrittsöffnungen kann benutzt werden
      • mit dessen Hilfe gezielte Abgabe dort, wo Erkrankung hauptsächlich lokalisiert ist und Schmerzen entstehen
  • wenn keine Benutzung der Salbe über längere Zeit
    • Kanüle abschrauben und mit warmem Wasser reinigen
  • Anwendung eines Analdehners zusätzlich zur Salbenbehandlung
    • zur schrittweisen Dehnung des verkrampften Schließmuskels
    • um Schließmuskelkrämpfe vorzubeugen

Stillzeithinweise

Lidocain - rektal
  • Anwendung in der Stillzeit nur bei strenger Indikationsstellung
  • es gibt keine Studien über die Anwendung bei stillenden Frauen
  • da Lidocain relativ schnell und mehr oder weniger vollständig in der Leber verstoffwechselt wird, ist davon auszugehen, dass nur sehr geringe Mengen Lidocain in die Muttermilch ausgeschieden werden
  • keine Daten / Hinweise zum Übertritt von Lidocain in die Muttermilch nach topischer Anwendung vorliegend
    • nach parenteraler Anwendung geht Lidocain in geringen Mengen in die Muttermilch über
  • Gefährdung des Säuglings bei topischer Anwendung von Lidocain in der Stillzeit erscheint unwahrscheinlich

Schwangerschaftshinweise

Lidocain - rektal
  • Lidocain, der Wirkstoff dieses Arzneimittels, sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist
    • Anwendung nur bei strenger Indikationsstellung
  • keine kontrollierten Studien an Schwangeren vorliegend
  • bisher gab es keine Hinweise auf kongenitale Anomalien nach Lidocain-Exposition in der Schwangerschaft
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben Hinweise auf Verhaltensänderungen nach pränataler Exposition, aber nicht auf teratogene Effekte
    • haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Lidocain passiert die Plazentaschranke
    • keine Daten / Hinweise zum Übertritt von Lidocain in die Placenta nach topischer Anwendung vorliegend
    • das Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Fertilität
    • es liegen keine Daten zur Fertilität bei Tieren oder Menschen vor

Warnhinweise

Lidocain - rektal
  • Sicherheit und Wirksamkeit
    • zur längerfristigen Behandlung von Schmerzen im Rahmen des anorektalen Symptomkomplexes sind bisher nicht ausreichend belegt
  • Pilzbefall
    • bei Pilzbefall ist die zusätzliche Anwendung eines lokal wirksamen Antimykotikums erforderlich
  • Langzeitbehandlung
    • einer der Metaboliten von Lidocain, 2,6-Xylidin, hat sich bei Ratten als genotoxisch und karzinogen erwiesen
    • Sekundärmetaboliten haben mutagene Wirkung gezeigt
    • die klinische Signifikanz dieser Erkenntnisse ist nicht bekannt
      • daher ist eine Langzeitbehandlung mit dem Arzneimittel nur dann zu rechtfertigen, wenn sie für den Patienten einen therapeutischen Nutzen hat