Prasugrel AL 10 mg Filmtabletten
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 28 ST | 41,03 € |
| N3 | 98 ST | 111,57 € |
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Indikation
- Prasugrel ist in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) angezeigt zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit akutem Koronarsyndrom (d. h. instabiler Angina pectoris, Nicht-ST (Strecken)-Hebungsinfarkt [UA/NSTEMI] oder ST (Strecken)-Hebungsinfarkt [STEMI]) mit primärer oder verzögerter perkutaner Koronarintervention (PCI).
Dosierung
- Erwachsene
- Prasugrel sollte mit einer einzelnen 60 mg Aufsättigungsdosis begonnen und dann mit einer Erhaltungsdosis von einmal täglich 10 mg fortgesetzt werden. Bei UA/NSTEMI Patienten, bei denen die Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme durchgeführt wird, sollte die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI verabreicht werden. Patienten, die Prasugrel einnehmen, müssen außerdem täglich ASS (75 mg bis 325 mg) einnehmen.
- Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS), bei denen eine PCI durchgeführt wurde, kann das vorzeitige Absetzen der antithrombotischen Arzneimittel, einschließlich Prasugrel, zu einem erhöhten Risiko von Thrombosen, Myokardinfarkt oder Tod aufgrund der beim Patienten zugrundeliegenden Erkrankung führen. Es wird eine Therapiedauer von bis zu 12 Monaten empfohlen, es sei denn, das Absetzen von Prasugrel ist klinisch indiziert.
- Patienten >/= 75 Jahre
- Im Allgemeinen wird die Prasugrel-Behandlung von Patienten, die 75 Jahre und älter sind, nicht empfohlen. Wenn nach einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Abschätzung durch den verschreibenden Arzt die Behandlung eines Patienten in der Altersgruppe >/= 75 Jahre für notwendig erachtet wird, sollte nach einer 60 mg Aufsättigungsdosis eine reduzierte Erhaltungsdosis von 5 mg verschrieben werden. Patienten, die 75 Jahre und älter sind, haben eine größere Empfindlichkeit gegenüber Blutungen und eine höhere Exposition mit dem aktiven Metaboliten von Prasugrel.
- Patienten mit einem Gewicht < 60 kg
- Prasugrel sollte mit einer einzelnen 60 mg Aufsättigungsdosis begonnen und dann mit einer Erhaltungsdosis von 5 mg einmal täglich fortgesetzt werden.
- Eine Erhaltungsdosis von 10 mg wird nicht empfohlen. Dies ist bedingt durch eine erhöhte Exposition mit dem aktiven Metaboliten von Prasugrel und einem erhöhten Risiko für Blutungen bei Patienten mit einem Gewicht < 60 kg, die einmal täglich 10 mg erhielten, verglichen mit Patienten >/= 60 kg.
- Nierenfunktionsstörung
- Es ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, einschließlich Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD). Es gibt eingeschränkte therapeutische Erfahrungen bei Patientenmit Nierenfunktionsstörung.
- Leberfunktionsstörung
- Es ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Class A und B). Es gibt eingeschränkte therapeutische Erfahrungen bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung. Prasugrel ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Class C).
- Kinder und Jugendliche
- Die Sicherheit und Wirksamkeit von Prasugrel bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Bei Kindern mit Sichelzellanämie stehen begrenzte Daten zur Verfügung.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile,
- aktive pathologische Blutung,
- Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA) in der Anamnese,
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Class C).
Nebenwirkungen
- Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
- Die Unbedenklichkeit bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS), bei denen eine PCI durchgeführt wurde, wurde in einer Clopidogrel-kontrollierten Studie (TRITON) gezeigt, in der 6.741 Patienten mit Prasugrel (60 mg Aufsättigungsdosis und 10 mg einmal täglich als Erhaltungsdosis) für median 14,5 Monate (5.802 Patienten über 6 Monate und 4.136 Patienten für mehr als 1 Jahr) behandelt wurden. Die Studienabbruchrate aufgrund von unerwünschten Ereignissen lag für Prasugrel bei 7,2% und für Clopidogrel bei 6,3%. Von diesen waren Blutungen die häufigste Nebenwirkung bei beiden Arzneimitteln, die zur Beendigung der Studienmedikationseinnahme führte (2,5% bei Prasugrel und 1,4% bei Clopidogrel).
- Blutungen
- Nicht durch koronare Bypass-Operation bedingte Blutung
- Tabelle 1 zeigt die Häufigkeit der nicht durch CABG (Coronary Artery Bypass Graft) bedingten Blutungsereignisse von Patienten aus der TRITON Studie. Die Inzidenz von nicht-CABG-bedingten TIMI-Major-Blutungen, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlich verlaufender, wie auch TIMI-Minor-Blutungen war im Vergleich zu Clopidogrel in der UA/NSTEMI- und in der ACS-Gesamtpopulation bei Patienten, die mit Prasugrel behandelt wurden, statisch signifikant höher. Es gab keine signifikanten Unterschiede in der STEMI-Population. Spontane Blutungen waren am häufigsten im Gastrointestinaltrakt (1,7%bei Prasugrel und 1,3% bei Clopidogrel); provozierte Blutungen waren am häufigsten an der arteriellen Punktionsstelle lokalisiert (1,3% bei Prasugrel und 1,2% bei Clopidogrel).
- siehe Tabelle 1 in der Fachinformation: Inzidenz von nicht durch CABG bedingten Blutungsereignissena (% Patienten)
- a Zentral zugeordnete Ereignisse definiert durch die Kriterien der „Thrombolysis in Myocardial Infarction (TIMI) - Study Group".
- Patienten >/= 75 Jahre
- Nicht-CABG-bedingte TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen: siehe weitere Tabelle in der Fachinformation
- Patienten < 60 kg
- Nicht-CABG-bedingte TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen: siehe weitere Tabelle in der Fachinformation
- Patienten >/= 60 kg und Alter < 75 Jahre
- Bei Patienten >/= 60 kg und Alter < 75 Jahre war der Anteil der nicht-CABG-bedingten TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen 3,6% für Prasugrel und 2,8% für Clopidogrel. Der Anteil tödlich verlaufender Blutungen war 0,2% für Prasugrel und 0,1% für Clopidogrel.
- CABG-bedingte Blutung
- In der klinischen Phase 3 Studie wurde bei 437 Patienten im Rahmen der Studie eine CABG durchgeführt. Bei diesen Patienten lag der Anteil der CABG-bedingten TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen bei 14,1% in der Prasugrel-Gruppe und bei 4,5% in der Clopidogrel-Gruppe. Das höhere Risiko für Blutungsereignisse blieb bei Studienteilnehmern, die mit Prasugrel behandelt wurden, nach der letzten Einnahme der Studienmedikation bis zu 7 Tage bestehen. Bei Patienten, die Thienopyridine innerhalb der letzten 3 Tage vor der CABG erhielten, lag die Häufigkeit der TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen bei 26,7% (12 von 45 Patienten) in der Prasugrel-Gruppe, verglichen mit 5,0% (3 von 60 Patienten) in der Clopidogrel-Gruppe. Bei Patienten, die ihre letzte Dosis Thienopyridin innerhalb der letzten 4 - 7 Tage vor der CABG erhielten, verringerte sich die Häufigkeit auf 11,3% (9 von 80 Patienten) in der Prasugrel-Gruppe und 3,4% (3 von 89 Patienten) in der Clopidogrel-Gruppe. Mehr als 7 Tage nach Therapie-Ende war der beobachtete Anteil der CABG-bedingten Blutungen zwischen den Behandlungsarmen vergleichbar.
- Blutungsrisiko im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Verabreichung der Aufsättigungsdosis bei NSTEMI Patienten.
- In einer klinischen Studie mit NSTEMI Patienten (ACCOAST Studie) wurden die Patienten für eine Koronarangiographie innerhalb von 2 - 48 Stunden nach Randomisierung vorgesehen. Die Patienten erhielten eine 30 mg Aufsättigungsdosis, die durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographie verabreicht wurde, gefolgt von einer weiteren 30 mg Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI. Dies führte zu einem erhöhten Risiko für nicht CABG-bedingte peri-prozedurale Blutungen und hatte keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu den Patienten, die eine 60 mg Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten.
- Die nicht CABG-bedingten TIMI-Blutungsraten der Patienten nach 7 Tagen waren wie folgt:
- TIMI-Major-Blutungb
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 1,3%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,5%
- TIMI-Major-Blutungb
- Lebensbedrohlichc
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 0,8%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,2%
- Tödlich
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 0,1%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,0%
- Symptomatische intrakranielle Blutung (ICH)d
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 0,0%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,0%
- Einsatz von Inotropika notwendig
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 0,3%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,2%
- Operativer Eingriff notwendig
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 0,4%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,1%
- Transfusion notwendig (>/= 4 Einheiten)
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 0,3%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,1%
- Lebensbedrohlichc
- TIMI-Major-Blutungb
- TIMI-Minor-Blutunge
- Prasugrel vor der Koronarangiographiea (N = 2.037): 1,7%
- Prasugrel zum Zeitpunkt der PCIa (N = 1.996): 0,6%
- a Andere Standardtherapien wurden angewendet soweit angemessen. Der klinische Prüfplan sah für alle Patienten eine Verabreichung von Acetylsalicylsäure (ASS) und eine tägliche Prasugrel-Erhaltungsdosis vor.
- b Jede intrakranielle Blutung oder jede klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Hämoglobinabfall >/= 5 g/dl verbunden war.
- c Lebensbedrohliche Blutung ist eine Untergruppe der TIMI-Major-Blutungen und schließt die darunter nachfolgenden eingerückten Typen ein. Patienten können in mehr als einer Zeile aufgeführt sein.
- d ICH = intracranial haemorrhage.
- e Klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Abfall von Hämoglobin von >/= 3 g/dl, aber < 5 g/dl verbunden war.
- Nicht durch koronare Bypass-Operation bedingte Blutung
- Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
- Tabelle 2 fasst die nach Häufigkeit und Systemorganklasse klassifizierten, hämorrhagischen und nicht-hämorrhagischen Nebenwirkungen aus der TRITON Studie bzw. aus Spontanberichten zusammen.
- Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert:
- Sehr häufig (>/= 1/10), häufig (>/= 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (>/= 1/1.000 bis < 1/100), selten (>/= 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
- Tabelle 2: Hämorrhagische und nicht-hämorrhagische Nebenwirkungen
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Häufig
- Anämie
- Selten
- Thrombozytopenie
- Nicht bekannt
- Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
- Häufig
- Erkrankungen des Immunsystems
- Gelegentlich
- Überempfindlichkeitsreaktion einschließlich Angioödem
- Gelegentlich
- Augenerkrankungen
- Gelegentlich
- Augenblutung
- Gelegentlich
- Gefäßerkrankungen
- Häufig
- Hämatom
- Häufig
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- Häufig
- Epistaxis
- Gelegentlich
- Bluthusten
- Häufig
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- Häufig
- Gastrointestinale Blutung
- Gelegentlich
- Retroperitoneale Hämorrhagie, Rektale Hämorrhagie, Blutstuhl, Zahnfleischbluten
- Häufig
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- Häufig
- Hautausschlag, Ekchymose
- Häufig
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- Häufig
- Hämaturie
- Häufig
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- Häufig
- Hämatom an der Punktionsstelle, Blutung an der Punktionsstelle
- Häufig
- Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
- Häufig
- Bluterguss nach stumpfer äußerer Einwirkung
- Gelegentlich
- Blutung nach Eingriff
- Selten
- Subkutanes Hämatom
- Häufig
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- Bei Patienten mit oder ohne TIA oder Schlaganfall in der Anamnese traten Schlaganfälle in der klinischen Phase 3 Studie wie folgt auf:
- TIA oder Schlaganfall in der Anamnese: Ja (N = 518)
- Prasugrel: 6,5% (2,3% ICH*)
- Clopidogrel: 1,2% (0% ICH*)
- TIA oder Schlaganfall in der Anamnese: Nein (N = 13.090)
- Prasugrel: 0,9% ( 0,2% ICH*)
- Clopidogrel: 1,0% (0,3% ICH*)
- * ICH = Intrakranielle Blutung (intracranial haemorrhage)
- TIA oder Schlaganfall in der Anamnese: Ja (N = 518)
Anwendungshinweise
- Zum Einnehmen. Prasugrel AL® kann zum Essen oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme einer 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis im nüchternen Zustand bietet die schnellste Möglichkeit des Einsetzens der Wirkung. Die Tablette nicht zerkleinern oder zerbrechen.
Stillzeithinweise
- Es wurden keine klinischen Studien mit Schwangeren oder stillenden Frauen durchgeführt.
- Es ist nicht bekannt, ob Prasugrel bei stillenden Frauen in die Muttermilch übergeht. Tierstudien haben gezeigt, dass Prasugrel über die Milch der Tiere ausgeschieden wurde. Die Anwendung von Prasugrel während der Stillzeit wird nicht empfohlen.
Schwangerschaftshinweise
- Es wurden keine klinischen Studien mit Schwangeren oder stillenden Frauen durchgeführt.
- Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Da Reproduktionsstudien an Tieren nicht immer auf den Menschen übertragbar sind, sollte Prasugrel während einer Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn der mögliche Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für den Fötus rechtfertigt.
- Fertilität
- Prasugrel hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten nach oralen Dosen bis hin zu einer Exposition, die der 240-fachen des Menschen in der empfohlenen täglichen Erhaltungsdosis entsprach (basierend auf mg/m2).
Warnhinweise
- Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
- Blutungsrisiko
- In der klinischen Phase 3-Studie (TRITON) waren die Hauptausschlusskriterien: erhöhtes Blutungsrisiko, Anämie, Thrombozytopenie, pathologischer intrakranieller Befund in der Anamnese.
- Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen eine PCI durchgeführt wurde und die mit Prasugrel und ASS behandelt wurden, zeigten ein erhöhtes Risiko für Major- und Minor-Blutungen der TIMI Klassifikation. Daher sollte die Einnahme von Prasugrel bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko nur in Erwägung gezogen werden, wenn der Nutzen im Hinblick auf die Prävention von ischämischen Ereignissen das Risiko für schwerwiegende Blutungen überwiegen kann. Diese Einschränkungen gelten besonders für Patienten:
- >/= 75 Jahre (siehe unten),
- mit einer Blutungsneigung (z. B. durch ein kürzlich erlittenes Trauma, eine kürzlich vorgenommene Operation, eine kürzlich aufgetretene oder wieder auftretende gastrointestinale Blutung oder ein akutes Magengeschwür),
- mit einem Körpergewicht < 60 kg. Bei diesen Patienten wird die 10 mg Erhaltungsdosis nicht empfohlen. Es sollte eine 5 mg Erhaltungsdosis eingenommen werden.
- die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das Risiko für Blutungen erhöhen können, einschließlich oraler Antikoagulantien, Clopidogrel, nicht-steroidaler Antiphlogistika (NSAIDs) und Fibrinolytika.
- Für Patienten mit aktiven Blutungen, bei denen eine Umkehrung der pharmakologischen Wirkung von Prasugrel erforderlich ist, kann eine Thrombozyten-Transfusion angebracht sein.
- Die Anwendung von Prasugrel bei Patienten >/= 75 Jahre wird im Allgemeinen nicht empfohlen und sollte nur mit Vorsicht nach einer sorgfältigen, individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung durch den verschreibenden Arzt erfolgen, wenn der Nutzen im Hinblick auf die Prävention von ischämischen Ereignissen das Risiko für schwerwiegende Blutungen überwiegen kann. In der klinischen Phase 3 Studie hatten diese Patienten im Vergleich zu Patienten < 75 Jahre ein höheres Risiko für Blutungen, einschließlich letaler Blutungen. Bei Verschreibung sollte eine herabgesetzte Erhaltungsdosis von 5 mg verwendet werden, die 10 mg Erhaltungsdosis wird nicht empfohlen.
- Die therapeutische Erfahrung mit Prasugrel bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (einschließlich ESRD) und bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist begrenzt. Diese Patienten können ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Daher sollte die Prasugrel-Anwendung bei diesen Patienten nur mit Vorsicht erfolgen.
- Patienten müssen darüber informiert werden, dass es länger dauern kann bis Blutungen aufhören, wenn sie Prasugrel (in Kombination mit ASS) einnehmen und, dass sie jede außergewöhnliche Blutung (Lokalisation oder Dauer) ihrem Arzt mitteilen sollen.
- Blutungsrisiko im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Verabreichung der Aufsättigungsdosis bei NSTEMI Patienten
- In einer klinischen Studie mit NSTEMI Patienten (ACCOAST-Studie) wurden die Patienten für eine Koronarangiographie innerhalb von 2 - 48 Stunden nach Randomisierung vorgesehen. Eine Prasugrel Aufsättigungsdosis, die durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographie verabreicht wurde, führte zu einem erhöhten Risiko für schwere und leichte peri-prozedurale Blutungen im Vergleich mit einer Aufsättigungsdosis, die zum Zeitpunkt der PCI gegeben wurde. Daher sollte bei UA/NSTEMI Patienten, bei denen die Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme durchgeführt wird, die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI verabreicht werden.
- Operation
- Patienten müssen angewiesen werden, dass sie ihren Arzt bzw. Zahnarzt informieren, dass sie Prasugrel einnehmen bevor irgendeine Operation geplant wird und bevor irgendein weiteres Arzneimittel eingenommen wird. Wenn bei einem Patienten eine Operation geplant und keine antithrombotische Wirkung gewünscht wird, sollte Prasugrel spätestens 7 Tage vor der Operation abgesetzt werden. Blutungen können mit erhöhter Häufigkeit (3-fach) und Schwere auftreten, wenn koronare Bypass-Operationen (CABG) bei Patienten innerhalb von 7 Tagen nach Beendigung der Prasugrel-Einnahme vorgenommen werden. Nutzen und Risiken von Prasugrel müssen bei Patienten mit ungeklärter Koronaranatomie und eventuell dringend notwendiger CABG sorgfältig in Betracht gezogen werden.
- Allergische Reaktionen einschließlich Angioödemen
- Bei mit Prasugrel behandelten Patienten wurde über allergische Reaktionen, einschließlich Angioödem, berichtet. Einige dieser Patienten zeigten in der Anamnese eine allergische Reaktion auf Clopidogrel. Patienten mit einer bekannten Hypersensitivität gegen Thienopyridine sind auf Anzeichen einer allergischen Reaktion hin zu beobachten.
- Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
- TTP wurde bei der Anwendung von Prasugrel berichtet. TTP ist eine schwerwiegende Erkrankung und erfordert eine sofortige Behandlung.
- Morphin und andere Opioide
- Bei Patienten, die neben Prasugrel auch Morphin eingenommen haben, wurde eine verringerte Wirksamkeit von Prasugrel festgestellt.
- Lactose
- Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Prasugrel AL® nicht einnehmen.
- Blutungsrisiko
- Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
- Warfarin
- Die gleichzeitige Einnahme von Prasugrel und anderen Cumarinderivaten außer Warfarin wurde nicht untersucht. Wegen des erhöhten Risikos von Blutungen sollte die gleichzeitige Verabreichung von Warfarin (oder anderen Cumarinderivaten) und Prasugrel nur mit Vorsicht erfolgen.
- Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs)
- Die gleichzeitige Langzeit-Einnahme von NSAIDs wurde nicht untersucht. Aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos sollte die gleichzeitige Langzeit-Einnahme NSAIDs (einschließlich COX-2 Inhibitoren) und Prasugrel nur mit Vorsicht erfolgen.
- Prasugrel kann zusammen mit Arzneimitteln (einschließlich Statinen) eingenommen werden, die über Cytochrom P450 Enzyme metabolisiert werden oder die Cytochrom P450 Enzyme induzieren oder inhibieren. Prasugrel kann auch zusammen eingenommen werden mit: ASS, Heparin, Digoxin und Arzneimitteln, die den pH-Wert des Magens erhöhen, einschließlich Protonenpumpenhemmern und H2-Blockern. Obwohl dies nicht in spezifischen Interaktionsstudien untersucht wurde, gibt es aus der klinischen Phase 3-Studie, in der Prasugrel zusammen mit niedrigmolekularen Heparinen, Bivalirudin und GP IIb/IIIa-Inhibitoren (keine Information verfügbar bezüglich der Art der angewendeten GP IIb/IIIa-Inhibitoren) eingesetzt wurde, keinen Beleg für klinisch signifikante nachteilige Wechselwirkungen.
- Wirkungen anderer Arzneimittel auf Prasugrel
- Acetylsalicylsäure
- Prasugrel muss zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) eingenommen werden. Obwohl eine pharmakodynamische Wechselwirkung mit ASS zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann, wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Prasugrel in der Kombinationsbehandlung mit ASS gezeigt.
- Heparin
- Eine einzelne intravenöse Bolusgabe von unfraktioniertem Heparin (100 U/kg) veränderte die Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung nicht signifikant. Ebenso veränderte Prasugrel auch nicht signifikant die Wirkung von Heparin bezüglich der Koagulationsmessungen. Daher können beide Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden. Ein erhöhtes Blutungsrisiko ist bei gleichzeitiger Anwendung von Heparin und Prasugrel möglich.
- Statine
- Atorvastatin (80 mg täglich) veränderte die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine Thrombozytenaggregationshemmung nicht. Daher wird angenommen, dass Statine, die Substrate für CYP3A sind, keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Prasugrel haben oder auf seine Thrombozytenaggregationshemmung.
- Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen
- Eine gleichzeitige tägliche Einnahme von Ranitidin (ein H2-Blocker) oder Lansoprazol (ein Protonenpumpeninhibitor) veränderte die AUC und tmax des aktiven Metaboliten von Prasugrel nicht, aber verminderte die Cmax um 14% bzw. 29%. In der klinischen Phase 3-Studie wurde die gleichzeitige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren oder H2-Blockern bei der Einnahme von Prasugrel nicht berücksichtigt. Die Verabreichung der 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis ohne gleichzeitige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren kann den schnellsten Wirkeintritt ermöglichen.
- CYP3A-Inhibitoren
- Ketoconazol (400 mg täglich), ein selektiver und potenter Inhibitor von CYP3A4 und CYP3A5, beeinflusste nicht die Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung oder die AUC und tmax des aktiven Metaboliten von Prasugrel, aber verminderte die Cmax um 34% bis 46%. Daher wird angenommen, dass CYP3A-Inhibitoren, wie z. B. Azol-Antimykotika, HIV Protease-Inhibitoren, Clarithromycin, Telithromycin, Verapamil, Diltiazem, Indinavir, Ciprofloxacin und Grapefruitsaft keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik des aktiven Metaboliten haben.
- Cytochrom P450-Induktoren
- Rifampicin (600 mg täglich), ein potenter Induktor von CYP3A und CYP2B6 und ein Induktor von CYP2C9, CYP2C19 und CYP2C8, veränderte die Pharmakokinetik von Prasugrel nicht signifikant. Daher wird angenommen, dass CYP3A-Induktoren, wie z. B. Rifampicin, Carbamazepin und andere Cytochrom P450-Induktoren, keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik des aktiven Metaboliten haben.
- Morphin und andere Opioide
- Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzögerte und verringerte Exposition gegenüber oralen P2Y12-Inhibitoren, einschließlich Prasugrel und seinem aktiven Metaboliten, beobachtet. Diese Wechselwirkung kann mit einer verminderten gastrointestinalen Motilität zusammenhängen und gilt auch für andere Opioide. Die klinische Relevanz ist nicht bekannt, aber Daten zeigen ein Potenzial für eine verminderte Prasugrel-Wirksamkeit bei Patienten, denen Prasugrel und Morphin gleichzeitig verabreicht wurde. Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen auf den Einsatz von Morphin nicht verzichtet werden kann und eine schnelle P2Y12-Hemmung als entscheidend erachtet wird, kann der Einsatz eines parenteralen P2Y12-Inhibitors erwogen werden.
- Acetylsalicylsäure
- Wirkungen von Prasugrel auf andere Arzneimittel
- Digoxin
- Prasugrel hat keinen klinisch signifikanten Effekt auf die Pharmakokinetik von Digoxin.
- Arzneimittel, die über CYP2C9 metabolisiert werden
- Prasugrel inhibierte CYP2C9 nicht, da es die Pharmakokinetik von S-Warfarin nicht beeinflusst. Aufgrund der Möglichkeit eines erhöhten Blutungsrisikos sollte eine Kombination von Warfarin und Prasugrel mit Vorsicht erfolgen.
- Arzneimittel, die über CYP2B6 metabolisiert werden
- Prasugrel ist ein schwacher CYP2B6-Inhibitor. Bei gesunden Probanden verringerte Prasugrel die Exposition von Hydroxybupropion, ein CYP2B6 Metabolit des Bupropions, um 23%. Dieser Effekt ist aber wahrscheinlich nur von klinischer Bedeutung, wenn Prasugrel zusammen mit Arzneimitteln eingenommen wird, die ausschließlich über einen CYP2B6-Metabolismus eliminiert werden und eine geringe therapeutische Breite aufweisen (z. B. Cyclophosphamid, Efavirenz).
- Digoxin
- Warfarin
- Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Es ist zu erwarten, dass Prasugrel keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.
- Überdosierung
- Eine Überdosierung von Prasugrel kann zu verlängerter Blutungszeit und nachfolgenden Blutungskomplikationen führen. Über die Aufhebung des pharmakologischen Effekts von Prasugrel sind keine Daten verfügbar; dennoch können, wenn eine umgehende Korrektur der verlängerten Blutungszeit notwendig ist, eine Thrombozytentransfusion und/oder die Anwendung anderer Blutprodukte in Erwägung gezogen werden.