PRIORIX Masern Mumps Röteln Inj.-Lsg.i.e.Fertigs

ACA Müller/ADAG Pharma AG
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: MMR-Impfstoffe →

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N2 10 ST 250,51 €

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Fachinformationen

Indikation

  • aktive Immunisierung von Kindern ab dem vollendeten 9. Lebensmonat, Jugendlichen und Erwachsenen gegen Masern, Mumps und Röteln

Dosierung

Basiseinheit: 1 Dosis (0,5 ml) des gelösten Impfstoffes enthält: Masernviren, Stamm Schwarz, (lebend, attenuiert) mindestens 103,0 ZKID50; Mumpsviren, Stamm RIT 4385, abgeleitet vom Stamm Jeryl Lynn (lebend, attenuiert) mindestens 103,7 ZKID50; Rötelnviren, Stamm Wistar RA 27/3 (lebend, attenuiert) mindestens 103,0 ZKID50

  • Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln bei Kindern ab vollendetem 9. Lebensmonat
    • ab dem vollendeten 12. Lebensmonat:
      • Impfdosis: 0,5 ml
      • 2. Impfdosis entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen
      • der Impfstoff kann bei Personen angewendet werden, die vorher mit einem anderen monovalenten oder kombinierten Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoff geimpft wurden
    • Säuglinge im Alter von 9 - 12 Monaten
      • Immunantwort von Säuglingen im ersten Lebensjahr kann nicht ausreichend sein
      • wenn eine epidemiologische Situation die Impfung im ersten Lebensjahr notwendig macht (z.B. Ausbruchssituation oder Reise in ein Endemiegebiet):
        • 2. Impfdosis im 2. Lebensjahr, vorzugsweise innerhalb von 3 Monaten nach der 1. Dosis
        • Abstand zwischen den Dosen keinesfalls < 4 Wochen
    • Säuglinge < 9 Monaten
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Neomycin, Hühnereiweiß oder einen anderen Bestandteil des Impfstoffes
    • Hinweis
      • Neomycin-Kontaktdermatitis in der Vorgeschichte des Impflings: keine Kontraindikation
  • schwere humorale oder zelluläre Immundefizienz (angeboren oder erworben), z.B. schwere kombinierte Immundefizienz, Agammaglobulinämie und AIDS oder symptomatische HIV-Infektion oder ein altersspezifischer CD4+-T-Lymphozyten-Anteil von < 25% (bei Säuglingen im Alter < 12 Monate), < 20% (bei Kindern im Alter 12 - 35 Monate), < 15% (bei Kindern im Alter 36 - 59 Monate)
  • akute, hoch fiebrige Erkrankungen
    • Impfung verschieben
    • Hinweis: leichte Infekte: keine Kontraindikation
  • Schwangerschaft
    • nach der Impfung eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindern

Nebenwirkungen

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektion der oberen Atemwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mittelohrentzündung
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Lymphadenopathie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Appetitlosigkeit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unruhe
      • ungewöhnliches Schreien
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Fieberkrämpfe
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Konjunktivitis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Bronchitis
      • Husten
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Parotisvergrößerung
      • Durchfall
      • Erbrechen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag
  • allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Rötung an der Injektionsstelle
      • Fieber >/= 38 °C (rektal) oder >/= 37,5 °C (axillar/oral)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen und Schwellung an der Injektionsstelle
      • Fieber > 39,5 °C (rektal) oder > 39 °C (axillar/oral)
  • Nebenwirkungshäufigkeit i.A. nach der ersten und nach der zweiten Impfdosis vergleichbar
  • Außnahme: Schmerzen an der Injetionsstelle
    • erste Dosis „häufig"
    • zweite Dosis „sehr häufig"
  • Daten nach der Markteinführung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
        • Meningitis
        • Orchitis
        • Epididymitis
        • atypisch mildes oder abgeschwächtes Masern-, Mumps-ähnliches Syndrom
      • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
        • Thrombozytopenie
        • thrombozytopenische Purpura
      • Erkrankungen des Immunsystems
        • Anaphylaktische Reaktionen
      • Erkrankungen des Nervensystems
        • Transverse Myelitis
        • Guillain-Barré-Syndrom
        • periphere Neuritis
        • Enzephalitis
      • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
        • Erythema exsudativum multiforme
      • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
        • Arthralgie
        • Arthritis
      • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
        • Kawasaki-Syndrom
  • bei unbeabsichtigter intravasaler Verabreichung können schwere Reaktionen bis zum Schock auftreten

Anwendungshinweise

  • Impfstoff zur s.c.oder i.m. Injektion in die Deltoid-Region des Oberarms oder den oberen anterolateralen Bereich des Oberschenkels
  • Patienten mit Thrombozytopenie oder einer anderen Blutgerinnungsstörung:
    • vorzugsweise subkutan verabreichen
  • weitere Hinweise zur Handhabung s. Fachinformation

Stillzeithinweise

  • nur begrenzt Erfahrung
  • Virus kann nach einer Impfung in die Muttermilch ausgeschieden und auf das gestillte Kind übertragen werden
    • keine HInweise, dass Übertragung eine Erkrankung verursacht
  • bei Kindern mit bekannter Immunschwäche oder Verdacht auf Immunschwäche: Nutzen und Risiken der Impfung der Mutter abwägen

Schwangerschaftshinweise

  • Anwendung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert
  • nach der Impfung über den Zeitraum von 1 Monaten für zuverlässigen Konzeptionsschutz sorgen

Warnhinweise

  • bei anaphylaktischen Reaktionen nach Gabe des Impfstoffs (z.B. nach intravasaler Applikation)
    • notwendige Möglichkeiten einer medizinischen Überwachung und Behandlung sollten sofort verfügbar sein und eingesetzt werden
  • Alkohol oder andere Desinfektionsmittel müssen vollständig von der Hautoberfläche verdunstet sein, ehe injiziert wird
  • Immunantwort von Säuglingen im 1. Lebensjahr kann möglicherweise wegen einer möglichen Interferenz mit maternalen Antikörpern nicht ausreichend sein
  • Anwendung mit Vorsicht, bei Erkrankungen des ZNS, Neigung zu Fieberkrämpfen oder Krampfanfällen in der Familienanamnese
  • engmaschige Überwachung bei Kinder mit Fieberkrämpfen in der Anamnese
  • Personen, die schon einmal eine Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp nach dem Verzehr von Hühnereiweiß gezeigt haben, sollten mit äußerster Vorsicht geimpft werden
    • geeignete Behandlungsmaßnahmen müssen für den Fall eines Schocks zur Verfügung stehen
  • Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz sollte der Impfstoff nicht verabreicht werden
  • durch eine Impfung bis zu 72 Stunden nach natürlicherMasern-Exposition kann eine begrenzte Schutzwirkung gegen Masern erzielt werden
  • Vorsicht bei Jugendlichen, Nadelinjektion kann vor oder nach der Impfung zur Ohnmacht führen, es müssen daher Maßnahme ergriffen werden, die eine Verletzung durch Ohnmacht verhindert
  • möglicherweise wird nicht bei allen Geimpften eine schützende Immunantwort erzielt
  • Thrombozytopenie
    • Berichte über Fälle einer Verschlimmerung und das Wiederauftreten einer Thrombozytopenie nach einer Impfung
    • sorgfältige Nutzen-Risoko-Abwägung bei Patienten, mit bestehender Thrombozytopenie oder einer Thrombozytopenie nach Impfung mit einem Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffs in der Anamnese
    • subkutane Anwendung empfohlen
  • Patienten mit eingeschränkter Immunantwort
    • Anwendung kann bei Patienten mit bestimmten Formen der Immundefizienz in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt
      • z.B. Personen mit asymptomatischer HIV-Infektion, IgG-Subklassendefekten, angeborener Neutropenie, chronischer granulomatöser Erkrankung und Erkrankungen, die mit einem Komplementdefekt einhergehen
    • Immunantwort ggf. schwächer
    • Patienten sorgfältig auf Zeichen von Masern, Mumps oder Röteln überwachen (können ggf. trozt Impfung daran erkranken)
  • Übertragung
    • Übertragung von Masern- oder Mumpsviren von einer geimpften Person auf empfängliche Kontaktpersonen bisher nicht beschrieben
    • Übertragung des Röteln-Impfvirus auf Säuglinge über die Muttermilch und über die Plazenta wurde beschrieben, ohne dass dies zu einer Erkrankung führte