PUREGON 600 I.E./0.72 ml Zyl.Amp.+ 6 Pen Inj.Nad.

HAEMATO PHARM GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Follitropin →

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N1 1 ST 243,96 €

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Fachinformationen

Indikation

  • bei erwachsenen Frauen
    • Behandlung der weiblichen Unfruchtbarkeit bei folgenden klinischen Erscheinungsbildern
      • Anovulation (einschliesslich Syndrom der polyzystischen Ovarien, PCOD) bei Frauen, die auf eine Behandlung mit Clomifencitrat nicht ansprechen
      • Kontrollierte ovarielle Hyperstimulation zur Induktion der Entwicklung multipler Follikel im Rahmen der assistierten Reproduktionsmedizin (z.B. In-vitro-Fertilisation/Embryotransfer (IVF/ET), intratubarer Gametentransfer (GIFT) und intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI))
  • bei erwachsenen Männern
    • durch hypogonadotropen Hypogonadismus bedingte unzureichende Spermatogenese

Dosierung

Basiseinheit: Eine Patrone enthält eine Gesamtdosis von 600 IE Follitropin beta (rekombinantes follikelstimulierendes Hormon, FSH) in 0,72 ml Injektionslösung.

  • Behandlung nur unter Aufsicht eines Arztes einleiten, der in der Behandlung von Fertilitätsstörungen erfahren ist
  • erste Injektion nur unter medizinischer Aufsicht
    • Frauen
      • einheitliches Dosierungsschema kann aufgrund großer inter- und intraindividueller Unterschiede in Reaktion der Ovarien auf exogen zugeführte Gonadotropine nicht angegeben werden
      • Dosierung individuell je nach ovarieller Reaktion
        • Ultraschalluntersuchungen der Follikelentwicklung durchführen
        • gleichzeitige Bestimmung der Estradiol-Spiegel im Serum sinnvoll
      • Anwendung in einer niedrigeren Gesamtdosis und über eine kürzere Behandlungsdauer empfohlen als für urinäres FSH üblich, um Follikelentwicklung zu optimieren und um Risiko der unerwünschten ovariellen Überstimulation zu verringern
      • klinische Erfahrungen mit Follitropin beta beruhen für beide Anwendungsgebiete auf bis zu 3 Behandlungszyklen
      • bisherige Erfahrung bei der IVF: im Allgemeinen bleibt die Erfolgsrate der Behandlung während der ersten vier Behandlungszyklen konstant und nimmt danach langsam ab
        • Anovulation
          • initial: 50 IE Follitropin beta über mindestens 7 Tage
          • Dosissteigerung bei ausbleibender ovarieller Reaktion, bis ein Follikelwachstum erkennbar ist und/oder die Estradiolplasmaspiegel auf eine adäquate pharmakodynamische Reaktion hinweisen (optimal: Anstieg der Estradiolkonzentration von 40 bis 100% / Tag)
          • tägliche Dosis so lange beibehalten, bis präovulatorische Bedingungen erreicht sind (sonographisch: Leitfollikel mit Durchmesser von mindestens 18 mm und/oder Estradiolplasmaspiegel 300 - 900 Picogramm/ml (1000 - 3000 pmol / l))
          • übliche Behandlungsdauer: 7 - 14 Tage
          • danach: Ovulationsauslösung mit humanem Choriongonadotropin (hCG)
          • Dosisreduktion bei zu hoher Anzahl reagierender Follikel oder zu schnellem Anstieg der Estradiolspiegel (mehr als tägliche Verdoppelung der Estradiolspiegel an 2 oder 3 aufeinanderfolgenden Tagen)
          • bei Reifung von mehreren Follikeln mit mehr als 14 mm Durchmesser keine Gabe von hCG (Risiko für Mehrlingsschwangerschaften)
      • kontrollierte ovarielle Überstimulation im Rahmen der assistierten Reproduktionsmedizin
        • initial: mind. Tag 1 - 4: 100 - 225 IE / Tag
        • danach: individuelle Dosisanpassung basierend auf der ovariellen Reaktion
          • in Studien Erhaltungsdosis von 75 - 375 IE über 6 - 12 Tage ausreichend
          • ggf. längere Behandlung notwendig
        • Kombination mit einem GnRH-Agonisten oder -Antagonisten, optional (Verhinderung einer vorzeitigen Luteinisierung)
          • bei Einsatz eines GnRH-Agonisten ggf. höhere Gesamtdosis notwendig, um ausreichende Follikelreaktion zu erzielen
        • Überwachung der ovariellen Reaktion wird mittels Sonographie und durch Kontrolle der Estradiolspiegel
          • bei sonographischer Feststellung von mindestens 3 Follikel mit einem Durchmesser von 16 - 20 mm und ausreichender Estradiolreaktion (nachgewiesener Plasmaspiegel etwa 300 - 400 Picogramm/ml (1000 - 1300 pmol / l) für jeden Follikel mit einem Durchmesser von > 18 mm))
            • abschliessende Phase der Follikelreifung mit hCG induziert
            • 34 - 35 Stunden später: Gewinnung der Eizellen
    • Männer
      • durch hypogonadotropen Hypogonadismus bedingte unzureichende Spermatogenese
        • Kombinationstherapie mit hCG
          • 450 IE Follitropin beta / Woche, vorzugsweise aufgeteilt in 3 Dosen von jeweils 150 IE
          • Behandlungsdauer
            • 3 - 4 Monate, bevor eine Verbesserung der Spermatogenese erwartet werden kann
            • bei ausbleibendem Ansprechen: ggf. Fortsetzung der Kombinationstherapie bis zu 18 Monaten oder länger
    • Kinder und Jugendliche
      • kein relevanter Nutzen im zugelassenen Anwendungsgebiet

Kontraindikationen

Follitropin beta - invasiv
  • bei Männern und Frauen
    • Überempfindlichkeit gegen Follitropin beta
    • Tumoren der Ovarien, der Mammae, des Uterus, der Testes, der Hypophyse oder des Hypothalamus
    • primärer Hypogonadismus
  • zusätzlich bei Frauen
    • nicht abgeklärte vaginale Blutungen
    • Ovarialzysten oder vergrößerte Ovarien, außer bei dem Syndrom polyzystischer Ovarien (PCOS)
    • Fehlbildungen von Geschlechtsorganen, die eine Schwangerschaft nicht zulassen
    • Uterusmyome, die eine Schwangerschaft nicht zulassen

Nebenwirkungen

Follitropin beta - invasiv

Behandlung von weiblichen Patienten

  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Gefäßerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Thromboembolien (Nebenwirkung mit einer Follitropin beta / hCG-Therapie in Verbindung gebracht; auch während der Behandlung mit anderen Gonadotropinen beobachtet)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blähungen
      • Abdominalschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • abdominelles Unwohlsein
      • Obstipation
      • Diarrhö
      • Übelkeit
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe (Nebenwirkungen werden mit der ART oder der anschließenden Schwangerschaft in Verbindung gebracht)
      • ektopische Schwangerschaften
      • Fehlgeburten
      • Mehrlingsschwangerschaften
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)
      • Schmerzen im Beckenbereich
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Beschwerden an der Brust, u.a.
        • Druckempfindlichkeit
        • Schmerzen
        • Anschwellen der Mamillen
        • schmerzende Mamillen
      • Metrorrhagie
      • Ovarialzyste
      • Vergrößerung der Ovarien
      • Torsion eines Ovars
      • Vergrößerung des Uterus
      • Vaginalblutung
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstelle, u.a.
        • Hämatome
        • Schmerzen
        • Rötung
        • Schwellung
        • Pruritus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen, u.a.
        • Erytheme
        • Urtikaria
        • Exantheme
        • Pruritus

Behandlung von männlichen Patienten

  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Akne
      • Exanthem
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Zyste des Nebenhodens
      • Gynäkomastie
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktionen an der Injektionsstelle, u.a.
        • Induration
        • Schmerz

Anwendungshinweise

  • s.c. Verabreichung der Injektionslösung in Patronen in Verbindung mit dem Pen
  • Injektionsstelle zur Vermeidung von Lipoatrophien wechseln
  • nach entsprechender Unterweisung durch einen Arzt Injektion auch durch Patienten möglich
  • Hinweis:
    • Pen-Injektor ist ein Präzisionsinstrument (gibt genau die auf ihn eingestellte Dosis ab)
    • im Vergleich zu einer konventionellen Spritze wird mit dem Pen eine im Durchschnitt 18 % höhere Menge von FSH abgegeben
    • Achtung beim Wechsel zwischen Pen-Injektor und konventioneller Spritze innerhalb eines Behandlungszyklus
    • beim Wechsel von Spritze zum Pen ggf. kleinere Dosisanpassungen notwendig (Verabreichung zu hoher Dosen vermeiden)

Stillzeithinweise

Follitropin beta - invasiv
  • Follitropin beta kann die Bildung der Muttermilch beeinträchtigen
  • keine Informationen aus klinischen Studien oder Studien an Tieren darüber, ob Follitropin beta in die Muttermilch übergeht
    • aufgrund des hohen Molekulargewichts ist Milchgängigkeit beim Menschen unwahrscheinlich
    • falls Follitropin beta jedoch in die Muttermilch überginge, würde es im MagenMagen-Darm-Trakt des Kindes abgebaut werden

Schwangerschaftshinweise

Follitropin beta - invasiv
  • Anwendung während der Schwangerschaft nicht indiziert
  • bei versehentlicher Exposition während einer Schwangerschaft
    • vorliegende klinische Daten können Teratogenität des rekombinanten FSH nicht ausschließen
  • bisher keine Missbildungen gemeldet
  • tierexperimentelle Studien
    • keine teratogenen Effekte beobachtet
  • Fertilität
    • Anwendung von Follitropin beta in der Behandlung von Frauen, die sich einer Ovulationsinduktion oder einer kontrollierten ovariellen Überstimulation im Rahmen einer assistierten Reproduktiontechnik unterziehen
    • bei Männern Anwendung in der Therapie einer unzureichenden Spermatogenese, die durch hypogonadotropen Hypogonadismus bedingt ist

Warnhinweise

Follitropin beta - invasiv
  • Allgemein
    • Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Arztes eingeleitet werden, der in der Behandlung von Fertilitätsstörungen erfahren ist
    • 1. Injektion darf nur unter medizinischer Aufsicht erfolgen
  • Rückverfolgbarkeit
    • Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels müssen eindeutig dokumentiert werden, um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern
  • Beurteilung der Infertilität vor Behandlungsbeginn
    • vor Behandlungsbeginn sollte Infertilität des Paares soweit erforderlich beurteilt werden
    • insbesondere sollten Patienten hinsichtlich folgender Erkrankungen untersucht werden und entsprechende spezifische Behandlung erhalten
      • Schilddrüsenunterfunktion
      • Nebennierenrindeninsuffizienz
      • Hyperprolaktinämie
      • Tumoren der Hypophyse oder des Hypothalamus
  • bei Frauen
    • ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)
      • OHSS ist ein medizinisches Ereignis, das sich von einer unkomplizierten Vergrößerung der Ovarien unterscheidet
        • klinische Anzeichen und Symptome eines leichten und mittelschweren OHSS sind Abdominalschmerz, Übelkeit, Diarrhö, geringe bis mäßige Vergrößerung der Ovarien und Ovarialzysten
        • schweres OHSS kann lebensbedrohlich sein; klinische Anzeichen und Symptome eines schweren OHSS sind große Ovarialzysten, akuter Abdominalschmerz, Aszites, Pleuraerguss, Hydrothorax, Dyspnoe, Oligurie, hämatologische Befunde und Gewichtszunahme
        • in seltenen Fällen können venöse oder arterielle Thromboembolien im Zusammenhang mit einem OHSS auftreten
        • im Zusammenhang mit einem OHSS wurde auch über vorübergehende abnorme Leberwerte berichtet, die auf eine Leberfunktionsstörung mit oder ohne morphologische Veränderungen in der Leberbiopsie hindeuten
      • OHSS kann durch Verabreichung von humanem Choriongonadotropin (hCG) und durch eine Schwangerschaft (endogenes hCG) hervorgerufen werden
        • frühes OHSS tritt normalerweise innerhalb von 10 Tagen nach hCG-Verabreichung auf und kann mit einem übermäßigen Ansprechen der Ovarien auf die Gonadotropin-Stimulation zusammenhängen
        • spätes OHSS tritt mehr als 10 Tage nach hCG-Verabreichung auf, als Folge hormoneller Veränderungen bei einer Schwangerschaft
        • aufgrund des Risikos für die Entwicklung eines OHSS sollten die Patientinnen über mind. 2 Wochen nach hCG-Verabreichung beobachtet werden
      • Frauen mit bekannten Risikofaktoren für ein starkes Ansprechen der Ovarien können besonders anfällig für die Entwicklung eines OHSS während oder nach der Behandlung sein
        • bei Frauen im 1. Zyklus der ovariellen Stimulation, deren Risikofaktoren nur teilweise bekannt sind, wird eine engmaschige Überwachung hinsichtlich früher Anzeichen und Symptome eines OHSS empfohlen
      • Reduzierung des Risikos eines OHSS
        • aktuelle klinische Praxis zur Reduzierung des Risikos eines OHSS während der assistiertenReproduktionstechnologie (ART) sollte befolgt werden
        • Einhaltung der empfohlenen Dosis und des empfohlenen Behandlungsschemas sowie die sorgfältige Überwachung des Ansprechens der Ovarien sind wichtig
        • Risikoüberwachung eines OHSS
          • vor und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung sollte die Follikelentwicklung mittels Ultraschall überprüft werden
          • gleichzeitige Bestimmung der Estradiol-Spiegel im Serum kann ebenfalls sinnvoll sein
        • bei der ART besteht ein erhöhtes Risiko eines OHSS mit >/= 18 Follikeln mit einem Durchmesser von >/= 11 mm
      • falls sich ein OHSS entwickelt
        • übliche und geeignete OHSS-Behandlung sollte begonnen und weitergeführt werden
    • Mehrlingsschwangerschaften
      • Mehrlingsschwangerschaften und -geburten bei allen Gonadotropin-Behandlungen berichtet
      • Mehrlingsschwangerschaften (insbes. bei erhöhter Anzahl von Föten) steigern Risiko von unerwünschten Folgen für Mutter (Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt) und Neugeborene (geringes Geburtsgewicht)
      • um Risiko von Mehrlingsschwangerschaften zu vermindern
        • kann bei anovulatorischen Frauen, die sich einer Ovulationsinduktion unterziehen, die Überwachung der Follikelentwicklung mittels transvaginaler Ultraschalluntersuchungen bei der Entscheidung helfen, ob mit dem Zyklus fortgefahren wird oder nicht
        • gleichzeitige Bestimmung der Estradiol-Spiegel im Serum kann ebenfalls sinnvoll sein
      • Patienten sollten vor Beginn der Behandlung über das potentielle Risiko für Mehrlingsschwangerschaften aufgeklärt werden
      • bei Frauen, die sich dem Verfahren der Assistierten Reproduktionstechnik (ART) unterziehen, hängt Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft hauptsächlich von Anzahl der transferierten Embryonen ab
      • bei Anwendung im Rahmen eines Ovulationsinduktionszyklus sollte entsprechende FSH-Dosisanpassung vorgenommen werden, um Reifung von multiplen Follikeln vorzubeugen
    • ektopische Schwangerschaft
      • unfruchtbare Frauen, die sich einer ART unterziehen, haben erhöhte Inzidenz für ektopische Schwangerschaften
      • daher wichtig, so früh wie möglich sonographisch festzustellen, ob eine intrauterine Schwangerschaft vorliegt
    • Spontanabort
      • bei Frauen, die mit Hilfe der assistierten Reproduktion schwanger werden, ist Abortrate höher als in der übrigen Population
    • Gefäßkomplikationen
      • Berichte über thromboembolische Ereignisse sowohl in Verbindung mit als auch ohne OHSS nach Behandlung mit Gonadotropinen
      • in venösen oder arteriellen Blutgefäßen entstandene intravaskuläre Thrombose kann zu Mangeldurchblutung lebenswichtiger Organe und der Extremitäten führen
      • bei Frauen mit allgemein bekannten Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse, wie Ereignisse in der Eigen- oder Familienanamnese, starkem Übergewicht oder einer Thrombophilie, kann eine Behandlung mit Gonadotropinen dieses Risiko weiter erhöhen
        • Nutzen der Gonadotropin-Verabreichung muss gegen die Risiken abgewogen werden
      • allerdings sollte man sich bewusst sein, dass auch eine Schwangerschaft selbst ein erhöhtes Thromboserisiko mit sich bringt
    • angeborene Fehlbildungen
      • Inzidenz von angeborenen Fehlbildungen nach einer ART kann etwas höher sein als bei der natürlichen Empfängnis
      • es wird angenommen, dass dies auf Unterschiede bei den Eltern (z.B. Alter der Mutter, Spermienqualität) und höhere Inzidenz von Mehrlingsschwangerschaften zurück zu führen ist
    • Ovarialtorsion
      • Berichte über Ovarialtorsion nach Behandlung mit Gonadotropinen
      • Ovarialtorsion kann auch mit anderen Risikofaktoren assoziiert sein, wie z.B. OHSS, Schwangerschaft, vorangegangene Bauchoperation, Ovarialtorsion in der Vorgeschichte, frühere oder bestehende Ovarialzyste und polyzystische Ovarien
      • Schädigung des Ovars infolge mangelnder Blutzufuhr kann durch eine frühzeitige Diagnose und sofortige Detorsion begrenzt werden
    • ovarielle und andere Neoplasmen des Reproduktionssystems
      • Berichte über ovarielle Neoplasmen sowie andere Neoplasmen des Reproduktionssystems, sowohl benigne als auch maligne, bei Frauen, die sich zur Behandlung ihrer Infertilität mehreren Behandlungsschemata unterzogen haben
      • nicht bewiesen, ob Behandlung mit Gonadotropinen Risiko für diese Tumoren bei infertilen Frauen erhöht
    • andere Erkrankungen
      • Erkrankungen, die Kontraindikation in der Schwangerschaft darstellen, sollten vor Behandlung ebenfalls beurteilt werden
  • bei Männern
    • primäre Störung der Hodenfunktion
      • erhöhte endogene FSH-Spiegel bei Männern deuten auf primäre Störung der Hodenfunktion hin
        • diese Patienten sprechen nicht auf eine Follitropin beta/hCG-Therapie an