Questran Pulver zuckerfrei

EMRA-MED Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Colestyramin →

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Fachinformationen

Indikation

  • in Kombination mit einem HMG-CoA-Reduktaseinhibitor (Statin) als adjuvante Therapie zur Diät, um additive Reduktion der LDL-Cholesterol-(LDL-C)-Spiegel bei Patienten mit primärer Hypercholesterolämie zu erzielen, bei denen mit einem Statin allein keine ausreichende Kontrolle möglich ist
  • in Monotherapie als adjuvante Therapie zur Diät, zur Reduktion des erhöhten Gesamt- und LDL-Cholesterols bei Patienten mit isolierter primärer Hypercholesterolämie, bei denen ein Statin als unangemessen betrachtet wird oder nicht gut vertragen wird
  • chologene Diarrhöen
  • Pruritus oder Ikterus bei partiellem Gallengangsverschluss
  • Hinweise
    • Beibehaltung der vor der medikamentösen Behandlung eingeleiteten diätetischen Maßnahmen während der Therapie
    • bisher keine kontrollierten Langzeitversuche vorhanden, welche die Wirkung von Colestyramin bei der primären oder sekundären Prävention von Komplikationen der Arteriosklerose belegen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Dosisbeutel enthält 4 g Colestyramin 20

  • Kombinationstherapie mit einem HMG-CoA-Reduktaseinhibitor (Statin)
    • Erwachsene
      • Einleitung der Therapie, wenn Standarddosen des HMG-CoA-Reduktaseinhibitors unangemessen sind oder nicht gut vertragen werden
      • Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels für jeweiligen HMGCoA-Reduktaseinhibitor zu Rate ziehen
      • 1 - 4 Dosisbeutel (4 - 16 g Colestyramin) / Tag; Verteilung auf mehrere Einzeldosen möglich
      • Dosissteigerung, optional, bei unzureichendem Behandlungserfolg: max. 6 Dosisbeutel (24 g Colestyramin)
  • Monotherapie
    • Erwachsene
      • 1 - 4 Dosisbeutel (4 - 16 g Colestyramin) / Tag; Verteilung auf mehrere Einzeldosen möglich
      • Dosissteigerung, optional, bei unzureichendem Behandlungserfolg: max. 6 Dosisbeutel (24 g Colestyramin)
      • zu Beginn einschleichend dosieren, zur Vermeidung gastrointestinaler Nebenwirkungen
      • erforderliche Dosiserhöhungen schrittweise, mit regelmäßiger Überprüfung der Lipid-Werte
      • Dosen > 24 g Colestyramin / Tag stören möglicherweise die normale Fettaufnahme
  • chologene Diarrhöen
    • Erwachsene
      • initial: 1 Dosisbeutel (4 g Colestyramin) 3mal / Tag
      • nachfolgende Dosisanpassung, falls erforderlich
  • Pruritus und Ikterus
    • Erwachsene
      • 1 - 2 Dosisbeutel (4 - 8 g Colestyramin) / Tag
  • Behandlungsdauer
    • abhängig von Grunderkrankung, i.d.R. Dauertherapie
    • bei Diarrhö aufgrund einer Störung der Gallensäurenresorption: Ansprechen auf Therapie innerhalb von 3 Tagen; bei Nichtansprechen Beginn mit einer anderen Therapie
  • Hinweis
    • zur Festlegung von Behandlungsstrategien und Zielen für einzelne Patienten, aktuelle europäische Richtlinien heranziehen
    • vor Therapiebeginn muss den Patienten eine cholesterinsenkende Diät verordnet und ein Lipidprofil erstellt werden, um die Gesamt-Cholesterin-(Gesamt-C-), HDL-Cholesterin-(HDL-C-) und Triglyceridspiegel zu ermitteln
    • Diät während der Therapie fortsetzen
    • Serumspiegel an Gesamt-C, LDL-C und Triglyceriden in regelmäßigen Abständen ermitteln um günstiges Erst- und Langzeitansprechen zu bestätigen

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Berechnung nach dem Körpergewicht:
      • (Körpergwicht (kg) x Erwachsenendosis (g)) / 70 kg
    • zur Vermeidung gastrointestinaler Nebenwirkungen, Beginn mit einer Dosis / Tag
    • anschließende schrittweise Dosiserhöhung alle 5 - 7 Tage, bis erwünschter therapeutischer Effekt erreicht ist
  • älterer Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich

Kontraindikationen

Colestyramin - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegen Colestyramin
  • Darmverschluss
  • Gallengangverlegung
  • Hinweis
    • bei gleichzeitiger Anwendung von Colestyramin mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Kontraindikationen beachtet werden

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Colestyramin - intraoral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • allergische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernähungsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hyperchlorämische Azidose bei Kindern und bei Patienten mit Niereninsuffizienz unter Langzeittherapie
      • Mangel fettlöslicher Vitamine
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anstieg der alkalischen Phosphatase und der Transaminasen zu Beginn der Therapie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Obstipation
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Völlegefühl
      • Sodbrennen
      • Appetitlosigkeit
      • Dyspepsie
      • Brechreiz
      • Blähungen
      • Diarrhöen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verstärkung einer vorbestehenden Steatorrhoe
      • verminderte Resorption fettlöslicher Vitamine
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rötungen und Reizungen der Haut, der Zunge und im Analbereich
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verminderung der Folsäurekonzentration im Serum

Anwendungshinweise

  • Einnahme vor der Hauptmahlzeiten empfehlenswert
  • wenn eine Wechselwirkung mit einem gleichzeitig angewendeten Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden kann, Verabreichung dieses Arzneimittels mind. 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach Colestyramin

Zubereitung

  • Inhalt des Dosisbeutels vor Einnahme in reichlich Flüssigkeit (ca. 200 ml Wasser) einrühren
  • Verwendung anderer beliebiger Getränke, klaren Suppen oder saftreichen Kompotten anstelle von Wasser möglich

Stillzeithinweise

Colestyramin - intraoral
  • keine ausreichende Erfahrung in der Stillzeit
  • Colestyramin wird nicht in die Muttermilch ausgeschieden
    • jedoch kann der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen in der Muttermilch wegen der verminderten Resorption erniedrigt sein
  • bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Kontraindikationen beachtet werden

Schwangerschaftshinweise

Colestyramin - intraoral
  • keine ausreichende Erfahrung in der Schwangerschaft
  • Gabe von Colestyramin kann zur verminderten Resorption fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) führen
    • kann schwerwiegende Folgen für das Kind (Blutungsneigung) haben
  • bei Notwendigkeit einer Blutcholesterinsenkung während der Schwangerschaft sollte Colestyramin nur verwendet werden, falls keine sichere Alternative existiert
    • dabei auf eine ausreichende Zufuhr fettlöslicher Vitamine achten
  • Fertilität:
    • weder präklinische noch klinische Daten zu einem möglichen Einfluss von Colestyramin auf die weibliche und männliche Fertilität vorliegend

Warnhinweise

Colestyramin - intraoral
  • vor Einleitung der Therapie mit Colestyramin sollten sekundäre Ursachen einer Hypercholesterolämie ausgeschlossen werden, d.h.
    • schlecht eingestellter Diabetes mellitus
    • Hypothyreose
    • nephrotisches Syndrom
    • Dysproteinämien
    • obstruktive Lebererkrankung
    • andere pharmakologische Therapie
    • Alkoholismus
  • gleichzeitige Anwendung mit einem Statin
    • bei gleichzeitiger Anwendung mit einem Statin sollte die Fachinformation für das jeweilige Statin bezüglich der Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung beachtet werden
  • Triglyceridspiegel > 3,4 mmol/l
    • bei Behandlung von Patienten mit Triglyceridspiegeln > 3,4 mmol/l Vorsicht aufgrund der triglyceridsteigernden Wirkung von Colestyramin
  • Verstopfung
    • Colestyramin kann Verstopfung auslösen oder eine bestehende Verstopfung verschlimmern
    • Risiko einer Verstopfung muss besonders bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Angina pectoris berücksichtigt werden
  • Colestyramin darf bei folgenden Erkrankungen nur mit Vorsicht angewendet werden, da Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei diesen Patienten nicht ermittelt wurden
    • Dysphagie
    • Schluckbeschwerden
    • schwere gastrointestinale Motilitätsstörungen
    • entzündliche Darmerkrankungen
    • Leberinsuffizienz
    • größere Magen-Darm-Traktoperationen
  • Antikoagulanzien
    • bei Patienten unter Antikoagulanzien unter Antikoagulanzien muss die gerinnungshemmende Therapie eng überwacht werden, da Gallensäuren-Komplexbildner nachweislich sowohl die Resorption von Vitamin K senken als auch die gerinnungshemmende Wirkung von Antikoagulanzien beeinträchtigen
  • Digitalis
    • nach Absetzen von Colestyramin kann es zu einer Erhöhung des Digitalisspiegels kommen
  • empfohlen, andere Arzneimittel mind. mit einem Abstand von einer Stunde einzunehmen
    • Medikamente, v.a. solche mit sauren Eigenschaften (z.B. Phenylbutazon, Cumarinderivate) können von diesem Medikament gebunden werden
  • Vorsicht bei Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren
    • Aktivierung oder Verschlimmerung bestehender Geschwüre ist möglich
  • Langzeitanwendung
    • bei Langzeitanwendung sollten bei Risikopatienten regelmäßig die Blutelektrolyte überprüft werden
  • Colestyramin darf nie in trockener Form eingenommen werden
    • Verträglichkeit wird durch längeres Quellenlassen in Flüssigkeit verbessert