Recarbrio 500mg/500mg/250mg Pv Herst INF 25 DFL

MSD Sharp & Dohme GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Imipenem/Cilastatin/Relebactam →

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NotApplicable 25 ST

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der im Krankenhaus erworbenen Pneumonie (hospital-acquired pneumonia, HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (ventilator-associated pneumonia, VAP) bei Erwachsenen
  • Behandlung der Bakteriämie, für die ein Zusammenhang mit HAP oder VAP bei Erwachsenen besteht oder vermutet wird
  • Behandlung von Infektionen mit aeroben Gram-negativen Erregern bei Erwachsenen mit begrenzten Therapieoptionen
  • Hinweis:
    • offizielle Leitlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika berücksichtigen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 500 mg Imipenem (als Imipenem-Monohydrat), 500 mg Cilastatin (als Cilastatin-Natrium) und 250 mg Relebactam (als Relebactam-Monohydrat)

  • im Krankenhaus erworbene Pneumonie (HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP); einschließlich Bakteriämie, für die ein Zusammenhang mit HAP oder VAP, besteht oder vermutet wird
    • Hinweis
      • für HAP- oder VAP-Patienten mit einer Kreatinin-Clearance (CrCl) > 250 ml / Min., und für Patienten mit komplizierten intraabdominellen Infektionen (complicated intra-abdominal infections [cIAI]) oder komplizierten Harnwegsinfektionen (complicated urinary tract infections, [cUTI]), einschließlich Pyelonephritis, mit einer CrCl > 150 ml / Min. ist die empfohlene Dosierung möglicherweise nicht ausreichend
    • empfohlene i.v. Dosierung für Patienten mit CrCl >/= 90 ml / Min. (gemäß Cockcroft-Gault-Formel)
      • 500 mg Imipenem plus 500 mg Cilastatin plus 250 mg Relebactam
        • alle 6 Std.
        • über 30 Min.
        • für 7 - 14 Tage
  • Infektionen mit aeroben Gram-negativen Erregern bei Patienten mit begrenzten Therapieoptionen
    • Hinweis
      • für HAP- oder VAP-Patienten mit CrCl > 250 ml / Min., und für Patienten mit komplizierten intraabdominellen Infektionen (complicated intra-abdominal infections [cIAI]) oder komplizierten Harnwegsinfektionen (complicated urinary tract infections, [cUTI]), einschließlich Pyelonephritis, mit einer CrCl > 150 ml / Min. ist die empfohlene Dosierung möglicherweise nicht ausreichend
    • empfohlene i.v. Dosierung für Patienten mit CrCl >/= 90 ml / Min. (gemäß Cockcroft-Gault-Formel)
      • 500 mg Imipenem plus 500 mg Cilastatin plus 250 mg Relebactam
        • alle 6 Std.
        • über 30 Min.
        • Behandlungsdauer entsprechend des Infektionsortes, z. B.
          • cIAI und cUTI 5 - 10 Tage
          • Behandlung kann bis zu 14 Tage andauern

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • bei Patienten mit CrCl < 90 ml / Min. (geschätzte Kreatinin-Clearance, berechnet nach Cockcroft-Gault-Formel) ist eine Dosisreduktion erforderlich
      • CrCl < 90 bis >/= 60 ml / Min.
        • 400 mg Imipenem plus 400 mg Cilastatin plus 200 mg Relebactam i.v. über 30 Min. alle 6 Std.
      • CrCl < 60 bis >/= 30 ml / Min.
        • 300 mg Imipenem plus 300 mg Cilastatin plus 150 mg Relebactam i.v. über 30 Min. alle 6 Std.
      • CrCl < 30 bis >/= 15 ml / Min.
        • 200 mg Imipenem plus 200 mg Cilastatin plus 100 mg Relebactam i.v. über 30 Min. alle 6 Std.
      • terminale Niereninsuffizienz (end stage renal disease, ESRD) mit Hämodialysepflicht
        • 200 mg Imipenem plus 200 mg Cilastatin plus 100 mg Relebactam i.v. über 30 Min. alle 6 Std.
        • Gabe im Anschluss an die Hämodialyse
          • während der Hämodialyse werden Imipenem, Cilastatin und Relebactam aus dem Blutkreislauf entfernt
    • Patienten mit CrCl < 15 ml / Min.
      • Anwendung nur, wenn innerhalb von 48 Std. eine Hämodialyse durchgeführt wird
    • peritonealdialysepflichtige Patienten
      • Anwendung nicht empfohlen (derzeit keine ausreichenden Daten)
    • Patienten mit schwankender Nierenfunktion
      • CrCl überwachen
  • Leberinsuffizienz
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit bis jetzt noch nicht erwiesen
    • keine Daten

Kontraindikationen

Imipenem, Cilastatin und Relebactam - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen
    • Imipenem
    • Cilastatin
    • Relebactam
    • andere Carbapenem-Antibiotika
  • schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen jegliche andere Beta-Laktam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Cephalosporine oder Monobaktame)

Nebenwirkungen

Imipenem, Cilastatin und Relebactam - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • pseudomembranöse Kolitis*
      • Candidiasis*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gastroenteritis*
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Eosinophilie*
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Panzytopenie*
      • Neutropenie*
      • Leukopenie*
      • Thrombozytopenie*
      • Thrombozytose*
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Agranulozytose*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hämolytische Anämie*
      • Knochenmarkdepression*
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • anaphylaktische Reaktionen*
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Krampfanfälle*
      • Halluzinationen*
      • Verwirrtheitszustände*
      • myoklonische Aktivität*
      • Schwindel*
      • Somnolenz*
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Enzephalopathie*
      • Parästhesie*
      • Fokaltremor*
      • Geschmacksperversion*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Verschlechterung von Myasthenia gravis*
      • Kopfschmerzen*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Agitiertheit*
      • Dyskinesie*
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gehörverlust*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Schwindel*
      • Tinnitus*
  • Herzerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Zyanose*
      • Tachykardie*
      • Palpitationen*
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Thrombophlebitis*
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Flush*
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Dyspnoe*
      • Hyperventilation*
      • Pharyngealschmerz*
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhö**
      • Übelkeit**
      • Erbrechen**
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Flecken auf Zähnen und/oder Zunge*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämorrhagische Kolitis*
      • Abdominalschmerz*
      • Sodbrennen*
      • Glossitis*
      • Hypertrophie der Zungenpapillen*
      • erhöhte Speichelbildung*
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anstieg Alanin-Aminotransferase**
      • Anstieg Aspartat-Aminotransferase**
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Leberversagen*
      • Hepatitis*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • fulminante Hepatitis*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Ikterus*
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hautausschlag (z. B. exanthematös)*
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria*
      • Pruritus*
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • toxische epidermale Nekrolyse*
      • Angioödem*
      • Stevens-Johnson-Syndrom*
      • Erythema multiforme*
      • exfoliative Dermatitis*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hyperhidrose*
      • Hautstrukturveränderungen*
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Polyarthralgie*
      • Schmerz in der Thorakalwirbelsäule*
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anstieg des Kreatinins im Serum*
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akutes Nierenversagen*
      • Oligurie/Anurie*
      • Polyurie*
      • Urinverfärbung (harmlos und sollte nicht mit Hämaturie verwechselt werden)*
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Pruritus vulvae*
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber*
      • Lokaler Schmerz und Verhärtung an der Injektionsstelle*
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Brustkorbbeschwerden*
      • Asthenie/Schwäche*
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erhöhungen der alkalischen Phosphatase im Serum*
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Coombs-Test positiv*
      • Prothrombinzeit verlängert*
      • Hämoglobin erniedrigt*
      • Bilirubin im Serum erhöht*
      • Anstieg der Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Laktatdehydrogenase im Blut erhöht*

Legende

  • *
    • unter Imipenem/Cilastatin in klinischen Studien oder aus Praxiserfahrung nach Markteinführung mit Imipenem/Cilastatin beschrieben
  • **
    • unter Imipenem/Cilastatin in klinischen Studien oder aus Praxiserfahrung nach Markteinführung mit Imipenem/Cilastatin sowie unter Imipenem/Cilastatin plus Relebactam in Phase-II-Studien (N = 431) und in Phase-III-Studien (N = 266) beschrieben

Anwendungshinweise

  • intravenöse (i.v.) Anwendung
    • als Infusion über eine Dauer von 30 Minuten
  • Empfehlungen zur sachgemäßen Rekonstitution s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Imipenem, Cilastatin und Relebactam - invasiv
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder die Behandlung mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam zu unterbrechen ist
    • dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen
  • ein Risiko für das gestillte Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden
  • Imipenem und Cilastatin
    • werden in kleinen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden
  • Relebactam
    • es ist nicht bekannt, ob Relebactam in die Muttermilch bei Menschen übergeht
  • tierexperimentelle Studien
    • Relebactam: verfügbare Daten in Tierexperimenten haben gezeigt, dass Relebactam bei Ratten in die Milch ausgeschieden wird

Schwangerschaftshinweise

Imipenem, Cilastatin und Relebactam - invasiv
  • Imipenem/Cilastatin/Relebactam sollte nur während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Foetus rechtfertigt
  • es liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Imipenem, Cilastatin oder Relebactam bei schwangeren Frauen vor
  • tierexperimentelle Studien
    • zu Imipenem/Cilastatin
      • haben eine Reproduktionstoxizität bei Affen gezeigt
      • das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
    • zu Relebactam
      • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
  • Fertilität
    • es sind keine Daten bei Menschen zu den potenziellen Auswirkungen von Imipenem/Cilastatin oder Relebactam Behandlungen auf die weibliche oder männliche Fertilität verfügbar
    • tierexperimentelle Studien
      • zeigen keine gesundheitsschädlichen Wirkungen von Imipenem/Cilastatin oder Relebactam auf die Fertilität

Warnhinweise

Imipenem, Cilastatin und Relebactam - invasiv
  • allgemein:
    • offiziellen Leitlinien zur angemessenen Anwendung von Antibiotika sind zu berücksichtigen
    • das Arzneimittel sollte zur Behandlung von Infektionen mit aeroben Gram-negativen Organismen bei erwachsenen Patienten mit begrenzten Therapieoptionen nur nach Beratung durch einen auf dem Gebiet der Infektiologie erfahrenen Facharzt angewendet werden
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
    • schwerwiegende und mitunter tödlich verlaufende (anaphylaktische) Überempfindlichkeitsreaktionen sind bei Patienten unter Therapie mit Beta-Laktam-Antibiotika beschrieben worden (Kontraindikation beachten)
      • diese Reaktionen treten mit höherer Wahrscheinlichkeit bei Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber anamnestisch bekannten multiplen Allergenen auf
    • vor Therapiebeginn sind frühere Überempfindlichkeitsreaktionen auf Carbapeneme, Penicilline, Cephalosporine, andere Beta-Laktam-Antibiotika und andere Allergene sorgfältig abzufragen
    • bei Auftreten einer allergischen Reaktion auf Imipenem/Cilastatin/Relebactam muss die Behandlung abgebrochen werden
      • bei schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktionen müssen sofort geeignete Notfallmaßnahmen ergriffen werden
  • Leberfunktion
    • Leberfunktion sollte während der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam aufgrund des Risikos einer Lebertoxizität (wie Erhöhung der Transaminasen, Leberversagen und fulminante Hepatitis) engmaschig überwacht werden
    • Anwendung bei Patienten mit Lebererkrankung
      • bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung sollte während der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam die Leberfunktion überwacht werden
      • es ist keine Dosisanpassung erforderlich
  • Zentralnervensystem (ZNS)
    • über zentralnervöse Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Verwirrtheitszustände und myoklonische Aktivität wurde unter der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin berichtet,insbesondere wenn die empfohlenen Dosierungen von Imipenem überschritten wurden
      • diese Nebenwirkungen wurden am häufigsten bei Patienten mit ZNS-Erkrankungen (z. B. mit Hirnläsionen oder anamnestisch bekannten Krampfanfällen) und/oder mit einer eingeschränkten Nierenfunktion beschrieben
  • erhöhtes Krampfanfall-Potenzial aufgrund der Wechselwirkungen mit Valproinsäure
    • die gleichzeitige Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam und Valproinsäure/Divalproex-Natrium wird nicht empfohlen
    • bei Patienten, deren Krampfanfälle unter Valproinsäure oder Divalproex-Natrium gut kontrolliert sind, sollten andere Antibiotika als Carbapeneme für die Therapie von Infektionen erwogen werden
    • wenn die Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam erforderlich ist, sollte eine zusätzliche Behandlung mit Antikonvulsiva in Betracht gezogen werden
  • Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD)
    • Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) wurde unter Imipenem/Cilastatin/Relebactam berichtet
    • Schweregrad der CDAD kann von einer leichten Diarrhö bis zu einer tödlich verlaufenden Kolitis reichen
    • eine CDAD ist bei allen Patienten in Betracht zu ziehen, wenn bei ihnen Diarrhö während oder nach der Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam auftritt
    • sorgfältige Anamnese ist erforderlich, da ein Auftreten der CDAD mehr als zwei Monate nach der Anwendung von Antibiotika berichtet wurde
    • bei einer vermuteten oder bestätigten CDAD ist das Absetzen der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam und die Anwendung einer spezifischen Behandlung gegen C. difficile in Betracht zu ziehen
    • Arzneimittel zur Hemmung der Peristaltik sollten nicht angewendet werden
  • Patienten mit CrCl >/= 150 ml/min
    • basierend auf pharmakokinetisch-pharmakodynamischen Analysen ist die empfohlene Dosis von Imipenem/Cilastatin/Relebactam für Patienten mit einer CrCl von >/= 90 ml/min möglicherweise nicht ausreichend für dieBehandlung der Patienten mit HAP oder VAP und einer CrCL > 250 ml/min, oder Patienten mit cIAI oder cUTI und einer CrCl > 150 ml/min
    • für diese Patienten sollte eine Anwendung alternativer Behandlungsstrategien in Betracht gezogen werden
  • Nierenfunktionsstörung
    • bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung wird eine Dosisanpassung empfohlen (siehe Rubrik "Dosierung und Dauer der Anwendung")
    • derzeit liegen keine ausreichenden Daten vor, um die Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam bei peritonealdialysepflichtigen Patienten zu empfehlen
  • Einschränkungen der klinischen Daten
    • Immungeschwächte Patienten, einschließlich derer mit Neutropenie, waren von den klinischen Studien ausgeschlossen
    • im Krankenhaus erworbene Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie
      • in einer Einzelstudie zur im Krankenhaus erworbenen Pneumonie, einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie, hatten 6,2 % (33/535) der Patienten zu Beginn eine Bakteriämie
    • Patienten mit begrenzten Therapieoptionen
      • die Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam zur Behandlung von Patienten mit Infektionen mit aeroben Gramnegativen Erregern und begrenzten Therapieoptionen beruht auf der Erfahrung mitImipenem/Cilastatin, pharmakokinetisch-pharmakodynamischen Analysen für Imipenem/Cilastatin/Relebactam und den limitierten Daten aus einer randomisierten klinischen Studie, in der 21 auswertbare Patienten mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam und 10 auswertbare Patienten mit Colistin und Imipenem/Cilastatin, aufgrund von Infektionen durch Imipenem-unempfindlichen Erregern, behandelt wurden
  • Einschränkungen des antibakteriellen Wirkspektrums
    • Imipenem hat keine Wirksamkeit gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Staphylococcus epidermidis (MRSE) oder gegen Enterococcus faecium
      • wenn diese Pathogene bekannt sind oder mutmaßlich zum Infektionsvorgang beitragen, sollten alternative oder zusätzliche Antibiotika angewendet werden
    • das Inhibitionsspektrum von Relebactam umfasst die Klasse A-beta-Laktamasen (wie z. B. ESBLs, extended-spectrum-beta-lactamases, und KPC, Klebsiella pneumoniae-Carbapenemase) und Klasse C-beta-Laktamasen, einschließlich PDC (Pseudomonas induzierte (derived) Cephalosporinase)
      • Relebactam hemmt nicht Klasse D-Carbapenemasen wie OXA-48 (Oxacillinase) oder Klasse B-Metallo-beta-Laktamasen wie z. B. NDM (New Delhi metallo-beta-lactamase) und VIM (Verona integron encoded metallo-beta-lactamase)
  • Nicht-empfindliche Erreger
    • die Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam führt möglicherweise zur Überwucherung nicht-empfindlicher Bakterien, was eine Unterbrechung der Behandlung oder andere geeignete Maßnahmen erfordern kann
  • Antiglobulintest (Coombs-Test)-Serokonversion
    • während der Behandlung mit Imipenem/Cilastatin/Relebactam kann ein direkter oder indirekter Antiglobulintest (Coombs-Test) positiv ausfallen