Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N2 | 450 G | 44,39 € |
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Indikation
- Behandlung der Hyperkaliämie
Dosierung
Basiseinheit: 15 g Pulver enthalten 14,99 g Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure (92 : 8), Natriumsalz
- Behandlung der Hyperkaliämie
- Dosierung individuell nach täglicher Kontrolle der Serum-Kaliumspiegel festlegen
- Erwachsene
- oral: 15 g Pulver in 100 ml Wasser 1 - 4mal / Tag
- rektal: 30 g Pulver in 150 - 250 ml Wasser oder 10%iger wässriger Glucoselösung 1 - 2mal / Tag
- Neugeborene und Kinder
- rektal
- 0,5 - 1 g Pulver in 10%iger wässriger Glucoselösung / kg Körpergewicht (KG) / Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen
- Erhaltungstherapie: 0,5 g Pulver in 10%iger wässriger Glucoselösung / kg KG / Tag
- rektal
- Behandlungsdauer
- richtet sich nach dem Kaliumspiegel im Blut
- tägliche Bestimmung des Kaliumspiegels
- Präparat absetzen, sobald Kaliumwert < 5 mmol / l
Kontraindikationen
Polystyrolsulfonat - rektal
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Polystyrolsulfonat (Poly(styrol-codivinylbenzol)sulfonsäure)
- Hypokaliämie, Serum-Kaliumspiegel < 5 mmol/l
- stenosierende Darmerkrankungen
- eingeschränkte Darmmotilität
- bei Anwendung von Natriumpolystyrolsulfonat:
- kontraindiziert bei Hypernatriämie
- kontraindiziert bei erheblicher Natriumretention
- bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Natriumpolystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme nur mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
- bei Anwendung von Calciumpolystyrolsulfonat:
- kontraindiziert bei Hyperkalzämie (z.B. bei Hyperparathyreoidismus, Sarkoidose, Plasmozytom oder metastasierendes Karzinom mit gleichzeitiger Niereninsuffizienz)
Nebenwirkungen
Polystyrolsulfonat - rektal
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hypokaliämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen
- Hypernatriämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen (bei Anwendung von Natriumustauscherharzen)
- Hypomagnesiämie
- Hypokalzämie
- Hyperkalzämie (bei Anwendung von Calciumaustauscherharzen)
- bei Dialysepatienten, die Calciumaustauscher erhalten, sowie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz beobachtet worden
- obgleich viele Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz niedrige Serum-Calcium- und hohe Serum- Phosphatspiegel haben, wird bei einigen Patienten ein plötzlicher Anstieg des Serum- Calciums nach der Behandlung beobachtet
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- ohne Häufigkeitsangabe
- gastrointestinale Ischämien und ischämische Kolitis
- Ulzerationen und Nekrosen des Gastrointestinaltrakts, die zur Perforation führen können
- Fälle mit tödlichem Ausgang berichtet, die mehrheitlich mit einer gleichzeitigen Anwendung von Sorbitol assoziiert waren
- Magen-Darm-Unverträglichkeit
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- Diarrhö
- Obstipation
- besonders bei Kindern Fälle von massiver Obstipation nach rektaler Verabreichung und Fälle von Magen-Darm-Konkrementen nach oraler Verabreichung beobachtet
- gastrointestinale Stenosen und Obstruktionen
- möglicherweise lag diesen Fällen eine gleichzeitig bestehende Erkrankung oder eine ungenügende Verdünnung der Suspension zugrunde
- Hämatochezien (Blutstühle)
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht unter der Anwendung von Kationenaustauscherharzeinläufen beobachtet
- Zusammenhang mit gleichzeitig verabreichtem Sorbitol als ursächlichem Faktor kann nicht ausgeschlossen werden
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- als Suspension zur oralen oder rektalen Anwendung
- Harzsuspension unmittelbar vor Gebrauch herstellen, nicht > 24 Std. aufbewahren
- Pulver zunächst mit kleiner Menge Wasser anrühren, durchmischen und erst dann nachfolgend angegebene Flüssigkeitsmengen zusetzen
- kein Sorbitol beifügen und nicht gleichzeitig mit Sorbitol anwenden! (Berichte von gastrointestinalen Stenosen und intestinalen Ischämien inkl. Fällen mit fatalem Ausgang)
- orale Gabe
- 15 g Pulver in etwa 100 ml Wasser verabreichen
- zur Geschmacksverbesserung evtl. Honig oder Sirup zusetzen
- nicht mit Fruchtsäften mischen (können kaliumhaltig sein)
- Verabreichung mit Sondennahrung bei Magensonde möglich
- Aspiration von Partikeln vermeiden
- Einnahme mit mind. 3 Std. Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln
- bei Patienten mit Gastroparese zeitlichen Abstand von 6 Std. in Betracht ziehen
- rektale Verabreichung
- v. a. bei Erbrechen oder Problemen im oberen Gastrointestinaltrakt
- Verabreichung als Verweilklysma körperwarm
- Pulver in 150 - 250 ml körperwarmen Flüssigkeit (Wasser oder 10%ige wässrige Glucoselösung) geben
- Klysma möglichst lange halten (optimale Verweildauer mind. 9 Stunden; ansonsten Klysma mit gleicher Substanzmenge häufiger wiederholen)
- zur Wirkstoffentfernung anschließend Darmspülung mit ca. 2 l körperwarmem Leitungswasser (u. a. zur Vermeidung von Obstipation)
- orale Einnahme der rektalen Verabreichung vorziehen (bessere Wirksamkeit)
- rektale Verabreichung mit schnellerem Wirkungseintritt
- evtl. zu Behandlungsbeginn beide Anwendungsarten nutzen
- Neugeborene und Kinder
- keine orale Anwendung bei Neugeborenen
- rektale Anwendung nur mit besonderer Vorsicht
- Pulver in 10 %iger wässriger Glucoselösung suspendieren
- zur Wirkstoffentfernung, Darmspülung mit warmem Leitungswasser
- für Dauer der Behandlung kalium- und natriumarme, aber kalorienreiche Diät empfohlen
Stillzeithinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- darf während der Stillzeit nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
- Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung zu unterbrechen ist; dabei sowohl Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Stillenden vorliegend
- nicht bekannt ob Polystyrolsulfonat und Metabolite in die Muttermilch übergehen
- Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
- Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen
- bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegend
- keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vorliegend
- das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
- Fertilität
- keine Daten vorliegend
Warnhinweise
Polystyrolsulfonat - rektal
- Sorbitol
- unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
- Fälle mit fatalem Ausgang berichtet
- Polystyrolsulfonat sollte daher nicht gleichzeitig mit Sorbitol angewendet werden
- unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
- zeitliche Verzögerung
- Wirkung von Kationenaustauscherharzen wie Polystyrolsulfonat setzt mit zeitlicher Verzögerung ein
- bei der Behandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie stehen daher sofort wirksame therapeutische Maßnahmen wie Glucose/Insulin-, Calciumgluconat- oder NaHCO3-Infusionen im Vordergrund
- vor der Anwendung
- sind der Elektrolythaushalt und der SäureSäure-Basen-Haushalt, der Herzrhythmus und die Nierenfunktion zu kontrollieren
- bei der Therapie müssen zur Vermeidung einer Hypokaliämie tägliche Kontrollen der Serum-Kalium- und Serum-Natriumspiegel vorgenommen werden
- sobald der Kaliumspiegel 5 mmol/l erreicht hat, muss das Präparat abgesetzt werden
- Herzglykoside
- Vorsicht bei digitalisierten Patienten: der gesenkte Kaliumspiegel verstärkt die Wirkung und v.a. die Nebenwirkungen der Herzglykoside
- Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Schleifendiuretika
- Calcium
- zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
- ggf. Calciumausgleich notwendig
- bei Anwendung eines Calciumaustauscherharzes: zur Vermeidung einer Hyperkalzämie müssen wöchentliche Kontrollen der Serum-Calciumspiegel vorgenommen werden
- zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
- Flüssigkeitsbilanz
- wenn mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe gerechnet werden muss, sorgfältige Überprüfung der Flüssigkeitsbilanz mit Drosselung der Flüssigkeitszufuhr angezeigt
- Herzinsuffizienz
- Vorsicht bei drohender oder bestehender akuter Herzinsuffizienz: in derartigen Fällen ist die Flüssigkeitsaufnahme insgesamt einzuschränken
- Nierenversagen
- Vorsicht bei chronischem und akutem Nierenversagen: Gefahr der Ödembildung, von Hypertonie und Herzinsuffizienz durch Rückhaltung des beim Austauschvorgang frei gewordenen und aufgenommenen Natriums
- tägliche Kontrolle des Natriumspiegels angezeigt
- Blutdruck
- bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Polystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
- Hypomagnesiämie, Hypokalzämie
- da das Austauscherharz keine absolute Selektivität für Kalium aufweist, besteht Möglichkeit einer Hypomagnesiämie oder Hypokalzämie
- Elektrolytspiegel sollten kontrolliert werden
- Obstipation
- beim Auftreten von klinisch bedeutsamer Obstipation sollte die Behandlung mit bis zur Normalisierung der Verdauung unterbrochen werden
- Magnesiumhaltige Abführmittel vermeiden
- bei Neigung zu chronischer Obstipation igleichzeitige Einnahme eines Laxans empfehlenswert
- Bindung anderer oral angewendeter Arzneimittel
- Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
- gleichzeitige Anwendung mit anderen oralen Arzneimitteln vermeiden
- Applikation von Polystyrolsulfonat hat mit mind. 3 Stunden Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln zu erfolgen
- bei Patienten mit Gastroparese sollte ein zeitlicher Abstand von 6 Stunden in Betracht gezogen werden
- Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
- Kinder
- bei Neugeborenen und Kindern sollte die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen, da eine Überdosierung oder unzureichende Verdünnung zu einer Ablagerung des Harzes im Darm führen könnte
- bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht sollte auf Grund des Risikos von Blutungen des Verdauungstraktes und Nekrosen des Kolons die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen
- Natriumbelastung durch das Präparat beachten