RESONIUM A

Orifarm GmbH
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Wirkstoff: Natriumpolystyrolsulfonat →

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Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung der Hyperkaliämie

Dosierung

Basiseinheit: 15 g Pulver enthalten 14,99 g Poly(styrol-co-divinylbenzol)sulfonsäure (92 : 8), Natriumsalz

  • Behandlung der Hyperkaliämie
    • Dosierung individuell nach täglicher Kontrolle der Serum-Kaliumspiegel festlegen
    • Erwachsene
      • oral: 15 g Pulver in 100 ml Wasser 1 - 4mal / Tag
      • rektal: 30 g Pulver in 150 - 250 ml Wasser oder 10%iger wässriger Glucoselösung 1 - 2mal / Tag
    • Neugeborene und Kinder
      • rektal
        • 0,5 - 1 g Pulver in 10%iger wässriger Glucoselösung / kg Körpergewicht (KG) / Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen
        • Erhaltungstherapie: 0,5 g Pulver in 10%iger wässriger Glucoselösung / kg KG / Tag
    • Behandlungsdauer
      • richtet sich nach dem Kaliumspiegel im Blut
      • tägliche Bestimmung des Kaliumspiegels
        • Präparat absetzen, sobald Kaliumwert < 5 mmol / l

Kontraindikationen

Polystyrolsulfonat - rektal
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Polystyrolsulfonat (Poly(styrol-codivinylbenzol)sulfonsäure)
  • Hypokaliämie, Serum-Kaliumspiegel < 5 mmol/l
  • stenosierende Darmerkrankungen
  • eingeschränkte Darmmotilität
  • bei Anwendung von Natriumpolystyrolsulfonat:
    • kontraindiziert bei Hypernatriämie
    • kontraindiziert bei erheblicher Natriumretention
    • bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Natriumpolystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme nur mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
  • bei Anwendung von Calciumpolystyrolsulfonat:
    • kontraindiziert bei Hyperkalzämie (z.B. bei Hyperparathyreoidismus, Sarkoidose, Plasmozytom oder metastasierendes Karzinom mit gleichzeitiger Niereninsuffizienz)

Nebenwirkungen

Polystyrolsulfonat - rektal
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypokaliämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen
      • Hypernatriämie, einschließlich deren klinischer Manifestationen (bei Anwendung von Natriumustauscherharzen)
      • Hypomagnesiämie
      • Hypokalzämie
      • Hyperkalzämie (bei Anwendung von Calciumaustauscherharzen)
        • bei Dialysepatienten, die Calciumaustauscher erhalten, sowie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz beobachtet worden
        • obgleich viele Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz niedrige Serum-Calcium- und hohe Serum- Phosphatspiegel haben, wird bei einigen Patienten ein plötzlicher Anstieg des Serum- Calciums nach der Behandlung beobachtet
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • gastrointestinale Ischämien und ischämische Kolitis
      • Ulzerationen und Nekrosen des Gastrointestinaltrakts, die zur Perforation führen können
        • Fälle mit tödlichem Ausgang berichtet, die mehrheitlich mit einer gleichzeitigen Anwendung von Sorbitol assoziiert waren
      • Magen-Darm-Unverträglichkeit
      • Appetitlosigkeit
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhö
      • Obstipation
        • besonders bei Kindern Fälle von massiver Obstipation nach rektaler Verabreichung und Fälle von Magen-Darm-Konkrementen nach oraler Verabreichung beobachtet
      • gastrointestinale Stenosen und Obstruktionen
        • möglicherweise lag diesen Fällen eine gleichzeitig bestehende Erkrankung oder eine ungenügende Verdünnung der Suspension zugrunde
      • Hämatochezien (Blutstühle)
        • bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht unter der Anwendung von Kationenaustauscherharzeinläufen beobachtet
        • Zusammenhang mit gleichzeitig verabreichtem Sorbitol als ursächlichem Faktor kann nicht ausgeschlossen werden

Anwendungshinweise

  • als Suspension zur oralen oder rektalen Anwendung
  • Harzsuspension unmittelbar vor Gebrauch herstellen, nicht > 24 Std. aufbewahren
  • Pulver zunächst mit kleiner Menge Wasser anrühren, durchmischen und erst dann nachfolgend angegebene Flüssigkeitsmengen zusetzen
  • kein Sorbitol beifügen und nicht gleichzeitig mit Sorbitol anwenden! (Berichte von gastrointestinalen Stenosen und intestinalen Ischämien inkl. Fällen mit fatalem Ausgang)
  • orale Gabe
    • 15 g Pulver in etwa 100 ml Wasser verabreichen
    • zur Geschmacksverbesserung evtl. Honig oder Sirup zusetzen
    • nicht mit Fruchtsäften mischen (können kaliumhaltig sein)
    • Verabreichung mit Sondennahrung bei Magensonde möglich
    • Aspiration von Partikeln vermeiden
    • Einnahme mit mind. 3 Std. Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln
    • bei Patienten mit Gastroparese zeitlichen Abstand von 6 Std. in Betracht ziehen
  • rektale Verabreichung
    • v. a. bei Erbrechen oder Problemen im oberen Gastrointestinaltrakt
    • Verabreichung als Verweilklysma körperwarm
      • Pulver in 150 - 250 ml körperwarmen Flüssigkeit (Wasser oder 10%ige wässrige Glucoselösung) geben
      • Klysma möglichst lange halten (optimale Verweildauer mind. 9 Stunden; ansonsten Klysma mit gleicher Substanzmenge häufiger wiederholen)
      • zur Wirkstoffentfernung anschließend Darmspülung mit ca. 2 l körperwarmem Leitungswasser (u. a. zur Vermeidung von Obstipation)
  • orale Einnahme der rektalen Verabreichung vorziehen (bessere Wirksamkeit)
    • rektale Verabreichung mit schnellerem Wirkungseintritt
    • evtl. zu Behandlungsbeginn beide Anwendungsarten nutzen
  • Neugeborene und Kinder
    • keine orale Anwendung bei Neugeborenen
    • rektale Anwendung nur mit besonderer Vorsicht
    • Pulver in 10 %iger wässriger Glucoselösung suspendieren
    • zur Wirkstoffentfernung, Darmspülung mit warmem Leitungswasser
  • für Dauer der Behandlung kalium- und natriumarme, aber kalorienreiche Diät empfohlen

Stillzeithinweise

Polystyrolsulfonat - rektal
  • darf während der Stillzeit nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
    • Entscheidung muss darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung zu unterbrechen ist; dabei sowohl Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen
  • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Stillenden vorliegend
  • nicht bekannt ob Polystyrolsulfonat und Metabolite in die Muttermilch übergehen
  • Risiko für das Neugeborene kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Polystyrolsulfonat - rektal
  • darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass die Behandlung auf Grund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist
  • Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen
  • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vorliegend
  • keine tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vorliegend
  • das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt
  • Fertilität
    • keine Daten vorliegend

Warnhinweise

Polystyrolsulfonat - rektal
  • Sorbitol
    • unter der Behandlung, insbesondere bei Patienten, die gleichzeitig Sorbitol anwenden, gastrointestinale Stenosen und intestinale Ischämien berichtet worden, mitunter verbunden mit Nekrosen und Perforationen als Komplikationen
      • Fälle mit fatalem Ausgang berichtet
    • Polystyrolsulfonat sollte daher nicht gleichzeitig mit Sorbitol angewendet werden
  • zeitliche Verzögerung
    • Wirkung von Kationenaustauscherharzen wie Polystyrolsulfonat setzt mit zeitlicher Verzögerung ein
    • bei der Behandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie stehen daher sofort wirksame therapeutische Maßnahmen wie Glucose/Insulin-, Calciumgluconat- oder NaHCO3-Infusionen im Vordergrund
  • vor der Anwendung
    • sind der Elektrolythaushalt und der SäureSäure-Basen-Haushalt, der Herzrhythmus und die Nierenfunktion zu kontrollieren
  • bei der Therapie müssen zur Vermeidung einer Hypokaliämie tägliche Kontrollen der Serum-Kalium- und Serum-Natriumspiegel vorgenommen werden
    • sobald der Kaliumspiegel 5 mmol/l erreicht hat, muss das Präparat abgesetzt werden
  • Herzglykoside
    • Vorsicht bei digitalisierten Patienten: der gesenkte Kaliumspiegel verstärkt die Wirkung und v.a. die Nebenwirkungen der Herzglykoside
  • Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Schleifendiuretika
  • Calcium
    • zur Vermeidung einer Hypokalzämie sind über mehrere Tage Messungen der Calciumspiegel erforderlich
      • ggf. Calciumausgleich notwendig
    • bei Anwendung eines Calciumaustauscherharzes: zur Vermeidung einer Hyperkalzämie müssen wöchentliche Kontrollen der Serum-Calciumspiegel vorgenommen werden
  • Flüssigkeitsbilanz
    • wenn mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe gerechnet werden muss, sorgfältige Überprüfung der Flüssigkeitsbilanz mit Drosselung der Flüssigkeitszufuhr angezeigt
  • Herzinsuffizienz
    • Vorsicht bei drohender oder bestehender akuter Herzinsuffizienz: in derartigen Fällen ist die Flüssigkeitsaufnahme insgesamt einzuschränken
  • Nierenversagen
    • Vorsicht bei chronischem und akutem Nierenversagen: Gefahr der Ödembildung, von Hypertonie und Herzinsuffizienz durch Rückhaltung des beim Austauschvorgang frei gewordenen und aufgenommenen Natriums
    • tägliche Kontrolle des Natriumspiegels angezeigt
  • Blutdruck
    • bei stark erhöhtem Blutdruck sollte Polystyrolsulfonat wegen der erhöhten Natriumaufnahme mit entsprechender Vorsicht und unter begleitender Kontrolle gegeben werden
  • Hypomagnesiämie, Hypokalzämie
    • da das Austauscherharz keine absolute Selektivität für Kalium aufweist, besteht Möglichkeit einer Hypomagnesiämie oder Hypokalzämie
    • Elektrolytspiegel sollten kontrolliert werden
  • Obstipation
    • beim Auftreten von klinisch bedeutsamer Obstipation sollte die Behandlung mit bis zur Normalisierung der Verdauung unterbrochen werden
    • Magnesiumhaltige Abführmittel vermeiden
    • bei Neigung zu chronischer Obstipation igleichzeitige Einnahme eines Laxans empfehlenswert
  • Bindung anderer oral angewendeter Arzneimittel
    • Polystyrolsulfonat kann an andere oral angewendete Arzneimittel binden, wodurch deren gastrointestinale Resorption und Wirksamkeit vermindert werden kann
      • gleichzeitige Anwendung mit anderen oralen Arzneimitteln vermeiden
    • Applikation von Polystyrolsulfonat hat mit mind. 3 Stunden Abstand vor oder nach anderen oralen Arzneimitteln zu erfolgen
      • bei Patienten mit Gastroparese sollte ein zeitlicher Abstand von 6 Stunden in Betracht gezogen werden
  • Kinder
    • bei Neugeborenen und Kindern sollte die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen, da eine Überdosierung oder unzureichende Verdünnung zu einer Ablagerung des Harzes im Darm führen könnte
    • bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht sollte auf Grund des Risikos von Blutungen des Verdauungstraktes und Nekrosen des Kolons die rektale Verabreichung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen
  • Natriumbelastung durch das Präparat beachten