RIBOFOLIN 10MG/ml Injektionslösung
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 400 MG | 165,51 € |
| N1 | 800 MG | 304,65 € |
| N1 | 1000 MG | 334,47 € |
| N2 | 5X400 MG | 793,29 € |
| N2 | 5X800 MG | 1499,07 € |
| N2 | 5X1000 MG | 1831,77 € |
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Indikation
- „Folinat-Rescue"
- zur Verringerung oder zum Entgegenwirken der Toxizität und Wirkung von Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat bei der zytotoxischen Therapie und Überdosierung bei Erwachsenen und Kindern
- in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) in der zytotoxischen Therapie
- bei fortgeschrittenem oder metastasiertem kolorektalem Karzinom
- als adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors
- zusätzlich für Durchstechflasche mit 50 mg Folinsäure
- Behandlung von Folsäuremangelzuständen unterschiedlicher Genese, die durch diätetische Maßnahmen nicht zu beheben sind
- Hinweis
- bei dieser Indikationsstellung sollte ein Vitamin-B12-Mangel differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden
- im Gegensatz zu den erstgenannten Anwendungsgebieten ist hier die Anwendung von Folsäure ausreichend
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Folinsäure als Calciumfolinat
- Folinat-Rescue in der Methotrexat-Therapie
- Methotrexat-Protokoll gibt das Dosierungsschema der Folinat-Rescue vor
- Dosierungsschema Folinat-Rescue stark abhängig von Anwendungsart und -methode der mittel- oder hochdosierten Methotrexat-Anwendung
- Anwendungsart und -methode von Calciumfolinat daher auf angewandtes Mittel- oder Hochdosismethotrexat-Protokoll beziehen
- Erwachsene, Ältere, Jugendliche und Kinder
- folgende Richtlinien als Illustration der angewendeten Regimes
- parenterale Anwendung der Folinat-Rescue
- bei Patienten mit Malabsorptionssyndromen oder anderen gastrointestinalen Störungen, bei denen enterale Absorption nicht sichergestellt ist
- Dosierungen > 25 - 50 mg Calciumfolinat, auf Grund der sättigbaren enteralen Absorption von Calciumfolinat
- Folinat-Rescue notwendig
- bei Methotrexat-Dosen > 500 mg / m2 Körperoberfläche (KOF)
- Folinat-Rescue erwägen
- bei Methotrexat-Dosen von 100 - 500 mg / m2 KOF
- Dosierung und Dauer abhängig von
- Art und Dosierung der Methotrexat-Therapie
- Auftreten von Toxizitätssymptomen
- individueller Exkretionskapazität für Methotrexat
- Verabreichung
- 1. Dosis: i. d. R. 15 mg (6 - 12 mg / m2 KOF) Calciumfolinat 12 - 24 Std. (spätestens 24 Std.) nach Beginn der Methotrexat-Infusion
- anschließend: gleiche Dosis 1mal / 6 Std. während der folgenden 72 Std. verabreichen
- Oralisierung
- nach mehreren parenteralen Dosen Übergang auf orale Form möglich
- zusätzliche Bestandteile der Folinat-Rescue
- Maßnahmen zur Sicherstellung einer sofortigen Ausscheidung von Methotrexat
- Aufrechterhaltung einer hohen Urinausscheidung
- Alkalisierung des Urins
- renale Funktion durch tägliche Messungen des Serumkreatinins überwachen
- Maßnahmen zur Sicherstellung einer sofortigen Ausscheidung von Methotrexat
- Überwachung der Wirksamkeit
- Messung des verbliebenen Methotrexat-Spiegels 48 Std. nach Start der Methotrexat-Infusion
- verbliebener Methotrexat-Spiegel > 0,5 µmol / l: Calciumfolinat-Dosen anpassen
- Methotrexat-Spiegel >/= 0,5 µmol / l
- 15 mg Calciumfolinat / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
- Methotrexat-Spiegel >/= 1,0 µmol / l
- 100 mg Calciumfolinat / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
- Methotrexat-Spiegel >/= 2,0 µmol / l
- 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
- Methotrexat-Spiegel >/= 0,5 µmol / l
- parenterale Anwendung der Folinat-Rescue
- folgende Richtlinien als Illustration der angewendeten Regimes
- Methotrexat-Protokoll gibt das Dosierungsschema der Folinat-Rescue vor
- in Kombination mit 5-FU in der zytotoxischen Therapie
- bisher keine Dosierung als optimale Dosierung nachgewiesen
- folgende Therapieschemata wurden zur Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten kolorektalen Karzinoms angewendet (hier beispielhaft aufgeführt):
- Erwachsene und Ältere
- zweimonatiges Therapieprotokoll
- 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
- gefolgt von 400 mg 5-FU / m2 KOF als Bolus und einer 22-Stunden Infusion von 600 mg 5-FU / m2 KOF
- Wiederholung: 1mal / 2 Wochen an 2 aufeinanderfolgenden Tagen (d1 und d2)
- wöchentliches Therapieprotokoll
- 500 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
- zusätzlich 500 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion 1 Std. nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion
- 1 Zyklus = 6 wöchentliche Therapien mit anschließend 2 Wochen Pause
- monatliches Therapieprotokoll
- 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
- sofort gefolgt von 425 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion während 5 aufeinanderfolgenden Tagen
- Wiederholung: alle 4 - 5 Wochen
- alternativ
- 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
- sofort gefolgt von 370 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion während 5 aufeinanderfolgenden Tagen
- Wiederholung: alle 4 Wochen
- Dosisanpassung 5-FU
- bei Kombinationstherapie evtl. Veränderungen der 5-FU-Dosis und Behandlungsintervalle notwendig, abhängig vom Zustand des Patienten, dem klinischen Ansprechen und der dosislimitierenden Toxizität gem. Fachinformation
- Reduktion der Calciumfolinat-Dosis nicht notwendig
- Behandlungsdauer
- Anzahl der Wiederholungszyklen im Ermessen des Arztes
- abhängig vom Ansprechen der Therapie und / oder dem Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen
- wöchentliches bzw. monatliches Therapieprotokoll
- Kombinationstherapie üblicherweise für 6 Zyklen
- zweimonatiges Therapieprotokoll
- Kinder und Jugendliche
- es liegen keine Daten über Anwendung der o. g. Kombinationen vor
- Erwachsene und Ältere
- adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors
- wöchentliches Therapieprotokoll
- 500 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
- gefolgt von 500 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion 1 Std. nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion
- 1 Zyklus = 6 wöchentliche Therapien mit anschließend 2 Wochen Pause
- Behandlungsdauer
- 6 Zyklen empfohlen
- max. 1 Jahr, unabhängig von Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen
- Therapieprotokoll mit "low-dose"-Folinsäure
- 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
- gefolgt von 425 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion an den Tagen 1 - 5 eines Therapiezyklus
- Wiederholung: nach 4 und 8 Wochen, anschließend alle 5 Wochen
- Behandlungsdauer: 6 Zyklen
- wöchentliches Therapieprotokoll
- Antidot gegen die Folsäureantagonisten Trimetrexat, Trimethoprim und Pyrimethamin
- Trimetrexat-Toxizität
- Prävention
- Gabe von Calciumfolinat während der Behandlung mit Trimetrexat und während der 72 Std. nach der letzten Trimetrexat-Dosis jeden Tag
- 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF i. v. für 5 - 10 Min. 1mal / 6 Std. bis zum Erreichen einer täglichen Gesamtdosis von 80 mg Calciumfolinat / m2 KOF
- alternativ: 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF oral 4mal / Tag, verabreicht in gleichmäßigen Zeitabständen
- Anpassung der täglichen Calciumfolinat-Dosen in Abhängigkeit von der hämatologischen Toxizität von Trimetrexat
- Überdosierung (möglicherweise auftretend bei Trimetrexat-Dosen > 90 mg / m2 KOF ohne gleichzeitige Verabreichung von Calciumfolinat)
- nach Absetzen von Trimetrexat: 40 mg Calciumfolinat / m2 KOF i. v. 1mal / 6 Std.
- Behandlungsdauer: 3 Tage
- Prävention
- Trimethoprim-Toxizität
- nach Absetzen von Trimethoprim: 3 - 10 mg Calciumfolinat / Tag
- Behandlungsdauer: bis zur Wiederherstellung eines normalen Blutbildes
- Pyrimethamin-Toxizität (bei Hochdosis-Therapie mit Pyrimethamin oder bei längerer Behandlung mit niedrigen Dosen)
- zeitgleich 5 - 50 mg Calciumfolinat / Tag, basierend auf den Ergebnissen des peripheren Blutbildes
- Trimetrexat-Toxizität
- Behandlung von Folsäuremangelzuständen
- nur für Darreichungsformen mit max. 50 mg Folinsäure!
- 5 mg (bis max. 15 mg) Folinsäure / Tag
Dosisanpassung
- bei Auftreten von Nebenwirkungen
- Dosisanpassungen können in Abhängigkeit vom Auftreten toxischer Nebenwirkungen notwendig werden
- hämatologische Toxizität
- Leukozyten < 3.500 oder Thrombozyten < 100.000
- Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>/= 3.500) UND Thrombozyten (>/= 100.000)
- Leukozyten < 2.500 oder Thrombozyten < 75.000
- Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>/= 3.500) UND Thrombozyten (>/= 100.000), jedoch für mind. 3 Wochen
- Leukozyten < 3.500 oder Thrombozyten < 100.000
- gastrointestinale (GI) Toxizität
- leichte bis mittelschwere Stomatitis u. / o. leichte Diarrhoe (2 Stühle / Tag)
- Therapieunterbrechung, bis Normalisierung eintritt
- schwere Stomatitis u. / o. mittel-schwere bis schwere Diarrhoe (3 - 6 Stühle / Tag)
- Therapieunterbrechung bis Normalisierung eintritt, jedoch für mind. 3 Wochen
- GI-Blutungen, behindernde Diarrhoe (>/= 7 Stühle / Tag) mit oder ohne exfoliative Dermatitis
- Therapie absetzen!
- leichte bis mittelschwere Stomatitis u. / o. leichte Diarrhoe (2 Stühle / Tag)
Kontraindikationen
Calciumfolinat - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Calciumfolinat
- perniziöse Anämie oder andere Anämien durch Vitamin B12-Mangel
Nebenwirkungen
Calciumfolinat - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- allergische Reaktionen (einschließlich anaphylaktoide / anaphylaktische Reaktionen)
- Urticaria
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Psychiatrische Erkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Schlaflosigkeit
- Unruhe
- Depression (nach hohen Dosen)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Nervensystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- gastrointestinale Störungen nach hohen Dosen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
- beobachtet bei Patienten, die Folinsäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhielten, die bekanntermaßen mit diesen Erkrankungen verbunden sind
- einige Fälle davon tödlich
- kann nicht ausgeschlossen werden, dass Folinsäure zum Auftreten von SJS / TEN beigetragen hat
- beobachtet bei Patienten, die Folinsäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhielten, die bekanntermaßen mit diesen Erkrankungen verbunden sind
- Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fieber (nach der Anwendung als Injektionslösung)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil
- Sicherheitsprofil abhängig von von dem für 5-FU angewendeten Therapieschema, bedingt durch die Verstärkung der durch 5-FU bedingten Toxizitäten
- zusätzliche Nebenwirkungen bei Kombination mit 5-FU
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Knochenmarkinsuffizienz, einschließlich Todesfälle
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hyperammonämie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Palmar-Plantar-Erythrodysästhesie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Mukositis, einschließlich Stomatitis und Cheilitis
- Todesfälle aufgrund Mukositis aufgetreten
- Mukositis, einschließlich Stomatitis und Cheilitis
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- monatliches Therapieprotokoll
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erbrechen
- Übelkeit
- Diarrhoe
- bei Patienten mit Diarrhö kann eine rasche, zum Tod führende klinische Verschlechterung auftreten
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- (schwere) muköse Toxizität
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- keine Verstärkung der anderen durch 5-Fluorouracil induzierten Toxizitäten (z.B. Neurotoxizität)
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- wöchentliches Therapieprotokoll
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Diarrhö höheren Schweregrades und Dehydrierung
- die eine stationäre Einweisung für die Behandlung erforderlich machen und sogar zum Tod führen können
- Diarrhö höheren Schweregrades und Dehydrierung
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Anwendungshinweise
- Injektionslösung zur intramuskulären (i. m.) oder intravenösen (i. v.) Injektion
- i. v.-Anwendung:
- max. Infusionsgeschwindigkeit: 160 mg Calciumfolinat / Min., wegen des Calciumgehaltes
- Calciumfolinat kann vor Gebrauch mit 0,9% Natriumchlorid-Lösung oder 5% Glucose-Lösung verdünnt werden
- Endkonzentration: 0,5 - 4 mg Calciumfolinat / ml
- weitere Hinweise zur Handhabung, Haltbarkeit, Aufbewahrung und Beseitigung, s. jeweilige Fachinformation
Stillzeithinweise
Calciumfolinat - invasiv
- Calciumfolinat kann während der Stillzeit angewandt werden, wenn dies im Rahmen der therapeutischen Indikationen als notwendig erachtet wird
- nicht bekannt, ob Calciumfolinat in die menschliche Muttermilch übergeht
- keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Stillenden durchgeführt
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
- sollte trotz Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
- Fachinformation von Methotrexat beachten
- Kombinationsbehandlung mit 5-FU
- 5-FU während der Stillzeit kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
- Fachinformation von 5-FU beachten
Schwangerschaftshinweise
Calciumfolinat - invasiv
- keine Hinweise, dass Folinsäure schädliche Wirkungen verursacht, wenn sie während der Schwangerschaft gegeben wird
- keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Schwangeren durchgeführt
- keine Tierstudien zur Reproduktionstoxikologie von Calciumfolinat durchgeführt
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
- während einer Schwangerschaft sollte Methotrexat nur nach strenger Indikationsstellung, bei der der Nutzen des Arzneimittels für die Mutter gegen das mögliche Risiko für den Fötus abgewogen wird, angewandt werden
- sollte trotz Schwangerschaft oder Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
- Fachinformation von Methotrexat beachten
- Kombinationsbehandlung mit 5-FU
- 5-FU während der Schwangerschaft kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
- Fachinformation von 5-FU beachten
- Fertilität
- Folinsäure ist ein Zwischenprodukt im Folsäure-Metabolismus und kommt natürlich im Körper vor
- deswegen wurden nicht-klinische Studien zur Reproduktionstoxizität nicht durchgeführt
Warnhinweise
Calciumfolinat - invasiv
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat oder 5-Fluorouracil
- Anwendung nur unter der direkten Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung mit der Anwendung von Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen hat
- Maskierung eines Vitamin B12-Mangels
- Behandlung mit Calciumfolinat kann eine perniziöse Anämie oder andere Anämien, die durch Vitamin B12-Mangel verursacht sind, maskieren
- Makrozytose bedingt durch zytotoxische Arzneimittel sollte nicht mit Folinsäure behandelt werden
- viele zytotoxische Arzneimittel (direkte oder indirekte Hemmer der DNS-Synthese, z.B. Hydroxycarbamid, Cytarabin, Mercaptopurin, Thioguanin) führen zu einer Makrozytose
- Epileptiker, die mit Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Succinimiden behandelt werden:
- evtl. Erhöhung der Anfallsfrequenz, bedingt durch eine Abnahme der Plasmakonzentrationen der antiepileptischen Arzneimittel
- während der Anwendung sowie nach Absetzen: klinische Überwachung, möglicherweise Überwachung der Plasmaspiegel, und falls notwendig Dosisanpassung des Antiepileptikums empfohlen
- Calciumfolinat / 5-Fluorouracil (5-FU)
- Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-FU, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken
- dosislimitierende Anzeichen: Leukopenie, Mukositis, Stomatitis und/oder Diarrhöe
- bei Auftreten von Toxizität: stärkere Dosisreduktion der 5-FU-Dosierung erforderlich als bei alleiniger Gabe von 5-FU
- Patienten mit Symptomen einer gastrointestinalen Toxizität, unabhängig vom Schweregrad
- Kombinationsbehandlung mit 5-FU weder einleiten noch aufrechterhalten bis der Patient keine Symptome mehr zeigt
- Patienten mit Diarrhoe
- Diarrhöe kann Zeichen einer gastrointestinalen Toxizität sein
- sorgfältige Überwachung bis Patient symptomfrei ist
- da eine rasche klinische, zum Tod führende Verschlechterung auftreten kann
- bei Auftreten von Diarrhöe und / oder Stomatitis:
- Dosisreduktion von 5-FU empfohlen, bis zum vollständigen Abklingen der Symptome
- besonders ältere Patienten und Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung in einem schlechten Allgemeinzustand sind
- erhöhtes Risiko für das Auftreten dieser Toxizitäten
- Behandlung dieser Patienten mit besonderer Vorsicht
- ältere Patienten und Patienten, die sich einer vorgehenden Strahlentherapie unterzogen haben
- Therapiebeginn mit einer reduzierten Dosierung von 5-FU empfohlen
- Kontrolle des Calciumspiegels
- bei zu niedrigem Calcium-Spiegel ggf. zusätzliche Gabe von Calcium
- Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-FU, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken
- Calciumfolinat / Methotrexat
- für spezielle Einzelheiten zur Reduktion der Methotrexat-Toxizität Fachinformation von Methotrexat beachten
- Calciumfolinat hat keinen Einfluss auf die nicht-hämatologischen Toxizitäten von Methotrexat, wie die Nephrotoxizität als Folge von Methotrexat und/oder der Ausfällung von Metaboliten in der Niere
- bei Patienten mit einer verzögerten frühen Methotrexat-Elimination:
- hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ein reversibles Nierenversagen und alle mit Methotrexat verbundenen Toxizitäten entwickeln (Fachinformation für Methotrexat beachten)
- das Vorhandensein einer vorbestehenden oder Methotrexat-induzierten Niereninsuffizienz ist möglicherweise mit einer verzögerten Exkretion von Methotrexat verbunden
- kann die Notwendigkeit höherer Dosen oder einer länger dauernden Anwendung von Calciumfolinat notwendig machen
- zu hohe Calciumfolinat-Dosen vermeiden (mögliche Herabsetzung der Antitumor-Aktivität von Methotrexat), besonders bei ZNS-Tumoren, in denen sich Calciumfolinat nach wiederholten Behandlungszyklen anreichert
- Methotrexat-Resistenz als Folge eines verminderten Membrantransportes legt auch eine Resistenz gegen die Folinsäure-Rescue nahe (gleicher Transportmechanismus)
- versehentliche Überdosierung eines Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat als medizinischen Notfall behandeln
- je länger das Zeitintervall zwischen der Methotrexat-Anwendung und der Calciumfolinat-Rescue, desto geringer die Wirksamkeit von Calciumfolinat als Gegenmaßnahme zur Verminderung der Toxizität
- Möglichkeit, dass Patient andere Medikamente einnimmt, die mit Methotrexat interagieren, (z.B. Medikamente, die mit der Methotrexat-Elimination oder der Bindung an Serumalbumin interagieren)
- immer in Betracht gezogen werden, wenn Laborabweichungen oder klinische Toxizitäten beobachtet werden