RIBOFOLIN 10MG/ml Injektionslösung

HIKMA Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Folinsäure →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 400 MG 165,51 €
N1 800 MG 304,65 €
N1 1000 MG 334,47 €
N2 5X400 MG 793,29 €
N2 5X800 MG 1499,07 €
N2 5X1000 MG 1831,77 €

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Fachinformationen

Indikation

  • „Folinat-Rescue"
    • zur Verringerung oder zum Entgegenwirken der Toxizität und Wirkung von Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat bei der zytotoxischen Therapie und Überdosierung bei Erwachsenen und Kindern
  • in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) in der zytotoxischen Therapie
    • bei fortgeschrittenem oder metastasiertem kolorektalem Karzinom
    • als adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors
  • zusätzlich für Durchstechflasche mit 50 mg Folinsäure
    • Behandlung von Folsäuremangelzuständen unterschiedlicher Genese, die durch diätetische Maßnahmen nicht zu beheben sind
    • Hinweis
      • bei dieser Indikationsstellung sollte ein Vitamin-B12-Mangel differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden
      • im Gegensatz zu den erstgenannten Anwendungsgebieten ist hier die Anwendung von Folsäure ausreichend

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Folinsäure als Calciumfolinat

  • Folinat-Rescue in der Methotrexat-Therapie
    • Methotrexat-Protokoll gibt das Dosierungsschema der Folinat-Rescue vor
      • Dosierungsschema Folinat-Rescue stark abhängig von Anwendungsart und -methode der mittel- oder hochdosierten Methotrexat-Anwendung
      • Anwendungsart und -methode von Calciumfolinat daher auf angewandtes Mittel- oder Hochdosismethotrexat-Protokoll beziehen
    • Erwachsene, Ältere, Jugendliche und Kinder
      • folgende Richtlinien als Illustration der angewendeten Regimes
        • parenterale Anwendung der Folinat-Rescue
          • bei Patienten mit Malabsorptionssyndromen oder anderen gastrointestinalen Störungen, bei denen enterale Absorption nicht sichergestellt ist
          • Dosierungen > 25 - 50 mg Calciumfolinat, auf Grund der sättigbaren enteralen Absorption von Calciumfolinat
        • Folinat-Rescue notwendig
          • bei Methotrexat-Dosen > 500 mg / m2 Körperoberfläche (KOF)
        • Folinat-Rescue erwägen
          • bei Methotrexat-Dosen von 100 - 500 mg / m2 KOF
        • Dosierung und Dauer abhängig von
          • Art und Dosierung der Methotrexat-Therapie
          • Auftreten von Toxizitätssymptomen
          • individueller Exkretionskapazität für Methotrexat
        • Verabreichung
          • 1. Dosis: i. d. R. 15 mg (6 - 12 mg / m2 KOF) Calciumfolinat 12 - 24 Std. (spätestens 24 Std.) nach Beginn der Methotrexat-Infusion
          • anschließend: gleiche Dosis 1mal / 6 Std. während der folgenden 72 Std. verabreichen
        • Oralisierung
          • nach mehreren parenteralen Dosen Übergang auf orale Form möglich
        • zusätzliche Bestandteile der Folinat-Rescue
          • Maßnahmen zur Sicherstellung einer sofortigen Ausscheidung von Methotrexat
            • Aufrechterhaltung einer hohen Urinausscheidung
            • Alkalisierung des Urins
          • renale Funktion durch tägliche Messungen des Serumkreatinins überwachen
        • Überwachung der Wirksamkeit
          • Messung des verbliebenen Methotrexat-Spiegels 48 Std. nach Start der Methotrexat-Infusion
          • verbliebener Methotrexat-Spiegel > 0,5 µmol / l: Calciumfolinat-Dosen anpassen
            • Methotrexat-Spiegel >/= 0,5 µmol / l
              • 15 mg Calciumfolinat / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
            • Methotrexat-Spiegel >/= 1,0 µmol / l
              • 100 mg Calciumfolinat / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
            • Methotrexat-Spiegel >/= 2,0 µmol / l
              • 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
  • in Kombination mit 5-FU in der zytotoxischen Therapie
    • bisher keine Dosierung als optimale Dosierung nachgewiesen
    • folgende Therapieschemata wurden zur Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten kolorektalen Karzinoms angewendet (hier beispielhaft aufgeführt):
      • Erwachsene und Ältere
        • zweimonatiges Therapieprotokoll
          • 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
          • gefolgt von 400 mg 5-FU / m2 KOF als Bolus und einer 22-Stunden Infusion von 600 mg 5-FU / m2 KOF
          • Wiederholung: 1mal / 2 Wochen an 2 aufeinanderfolgenden Tagen (d1 und d2)
        • wöchentliches Therapieprotokoll
          • 500 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
          • zusätzlich 500 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion 1 Std. nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion
          • 1 Zyklus = 6 wöchentliche Therapien mit anschließend 2 Wochen Pause
        • monatliches Therapieprotokoll
          • 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
          • sofort gefolgt von 425 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion während 5 aufeinanderfolgenden Tagen
          • Wiederholung: alle 4 - 5 Wochen
          • alternativ
            • 200 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
            • sofort gefolgt von 370 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion während 5 aufeinanderfolgenden Tagen
            • Wiederholung: alle 4 Wochen
        • Dosisanpassung 5-FU
          • bei Kombinationstherapie evtl. Veränderungen der 5-FU-Dosis und Behandlungsintervalle notwendig, abhängig vom Zustand des Patienten, dem klinischen Ansprechen und der dosislimitierenden Toxizität gem. Fachinformation
          • Reduktion der Calciumfolinat-Dosis nicht notwendig
        • Behandlungsdauer
          • Anzahl der Wiederholungszyklen im Ermessen des Arztes
          • abhängig vom Ansprechen der Therapie und / oder dem Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen
          • wöchentliches bzw. monatliches Therapieprotokoll
            • Kombinationstherapie üblicherweise für 6 Zyklen
      • Kinder und Jugendliche
        • es liegen keine Daten über Anwendung der o. g. Kombinationen vor
  • adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms Stadium III (T1-4 N1-2) nach vorausgegangener kurativer Resektion des Primärtumors
    • wöchentliches Therapieprotokoll
      • 500 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
      • gefolgt von 500 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion 1 Std. nach Beginn der Calciumfolinat-Infusion
      • 1 Zyklus = 6 wöchentliche Therapien mit anschließend 2 Wochen Pause
      • Behandlungsdauer
        • 6 Zyklen empfohlen
        • max. 1 Jahr, unabhängig von Dosisanpassungen oder Therapieunterbrechungen
    • Therapieprotokoll mit "low-dose"-Folinsäure
      • 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
      • gefolgt von 425 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion an den Tagen 1 - 5 eines Therapiezyklus
      • Wiederholung: nach 4 und 8 Wochen, anschließend alle 5 Wochen
      • Behandlungsdauer: 6 Zyklen
  • Antidot gegen die Folsäureantagonisten Trimetrexat, Trimethoprim und Pyrimethamin
    • Trimetrexat-Toxizität
      • Prävention
        • Gabe von Calciumfolinat während der Behandlung mit Trimetrexat und während der 72 Std. nach der letzten Trimetrexat-Dosis jeden Tag
        • 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF i. v. für 5 - 10 Min. 1mal / 6 Std. bis zum Erreichen einer täglichen Gesamtdosis von 80 mg Calciumfolinat / m2 KOF
        • alternativ: 20 mg Calciumfolinat / m2 KOF oral 4mal / Tag, verabreicht in gleichmäßigen Zeitabständen
        • Anpassung der täglichen Calciumfolinat-Dosen in Abhängigkeit von der hämatologischen Toxizität von Trimetrexat
      • Überdosierung (möglicherweise auftretend bei Trimetrexat-Dosen > 90 mg / m2 KOF ohne gleichzeitige Verabreichung von Calciumfolinat)
        • nach Absetzen von Trimetrexat: 40 mg Calciumfolinat / m2 KOF i. v. 1mal / 6 Std.
        • Behandlungsdauer: 3 Tage
    • Trimethoprim-Toxizität
      • nach Absetzen von Trimethoprim: 3 - 10 mg Calciumfolinat / Tag
      • Behandlungsdauer: bis zur Wiederherstellung eines normalen Blutbildes
    • Pyrimethamin-Toxizität (bei Hochdosis-Therapie mit Pyrimethamin oder bei längerer Behandlung mit niedrigen Dosen)
      • zeitgleich 5 - 50 mg Calciumfolinat / Tag, basierend auf den Ergebnissen des peripheren Blutbildes
  • Behandlung von Folsäuremangelzuständen
    • nur für Darreichungsformen mit max. 50 mg Folinsäure!
    • 5 mg (bis max. 15 mg) Folinsäure / Tag

Dosisanpassung

  • bei Auftreten von Nebenwirkungen
    • Dosisanpassungen können in Abhängigkeit vom Auftreten toxischer Nebenwirkungen notwendig werden
    • hämatologische Toxizität
      • Leukozyten < 3.500 oder Thrombozyten < 100.000
        • Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>/= 3.500) UND Thrombozyten (>/= 100.000)
      • Leukozyten < 2.500 oder Thrombozyten < 75.000
        • Therapie unterbrechen bis Anstieg der Leukozyten (>/= 3.500) UND Thrombozyten (>/= 100.000), jedoch für mind. 3 Wochen
    • gastrointestinale (GI) Toxizität
      • leichte bis mittelschwere Stomatitis u. / o. leichte Diarrhoe (2 Stühle / Tag)
        • Therapieunterbrechung, bis Normalisierung eintritt
      • schwere Stomatitis u. / o. mittel-schwere bis schwere Diarrhoe (3 - 6 Stühle / Tag)
        • Therapieunterbrechung bis Normalisierung eintritt, jedoch für mind. 3 Wochen
      • GI-Blutungen, behindernde Diarrhoe (>/= 7 Stühle / Tag) mit oder ohne exfoliative Dermatitis
        • Therapie absetzen!

Kontraindikationen

Calciumfolinat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Calciumfolinat
  • perniziöse Anämie oder andere Anämien durch Vitamin B12-Mangel

Nebenwirkungen

Calciumfolinat - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • allergische Reaktionen (einschließlich anaphylaktoide / anaphylaktische Reaktionen)
      • Urticaria
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Schlaflosigkeit
      • Unruhe
      • Depression (nach hohen Dosen)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • gastrointestinale Störungen nach hohen Dosen
  • Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
        • beobachtet bei Patienten, die Folinsäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhielten, die bekanntermaßen mit diesen Erkrankungen verbunden sind
          • einige Fälle davon tödlich
        • kann nicht ausgeschlossen werden, dass Folinsäure zum Auftreten von SJS / TEN beigetragen hat
  • Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber (nach der Anwendung als Injektionslösung)

Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil

  • Sicherheitsprofil abhängig von von dem für 5-FU angewendeten Therapieschema, bedingt durch die Verstärkung der durch 5-FU bedingten Toxizitäten
  • zusätzliche Nebenwirkungen bei Kombination mit 5-FU
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Knochenmarkinsuffizienz, einschließlich Todesfälle
    • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Hyperammonämie
    • Erkrankungen der Haut- und des Unterhautzellgewebes
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Palmar-Plantar-Erythrodysästhesie
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Mukositis, einschließlich Stomatitis und Cheilitis
          • Todesfälle aufgrund Mukositis aufgetreten
  • monatliches Therapieprotokoll
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Erbrechen
        • Übelkeit
        • Diarrhoe
          • bei Patienten mit Diarrhö kann eine rasche, zum Tod führende klinische Verschlechterung auftreten
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • (schwere) muköse Toxizität
    • keine Verstärkung der anderen durch 5-Fluorouracil induzierten Toxizitäten (z.B. Neurotoxizität)
  • wöchentliches Therapieprotokoll
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Diarrhö höheren Schweregrades und Dehydrierung
          • die eine stationäre Einweisung für die Behandlung erforderlich machen und sogar zum Tod führen können

Anwendungshinweise

  • Injektionslösung zur intramuskulären (i. m.) oder intravenösen (i. v.) Injektion
  • i. v.-Anwendung:
    • max. Infusionsgeschwindigkeit: 160 mg Calciumfolinat / Min., wegen des Calciumgehaltes
    • Calciumfolinat kann vor Gebrauch mit 0,9% Natriumchlorid-Lösung oder 5% Glucose-Lösung verdünnt werden
      • Endkonzentration: 0,5 - 4 mg Calciumfolinat / ml
  • weitere Hinweise zur Handhabung, Haltbarkeit, Aufbewahrung und Beseitigung, s. jeweilige Fachinformation

Stillzeithinweise

Calciumfolinat - invasiv
  • Calciumfolinat kann während der Stillzeit angewandt werden, wenn dies im Rahmen der therapeutischen Indikationen als notwendig erachtet wird
  • nicht bekannt, ob Calciumfolinat in die menschliche Muttermilch übergeht
  • keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Stillenden durchgeführt
  • Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
    • sollte trotz Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
    • Fachinformation von Methotrexat beachten
  • Kombinationsbehandlung mit 5-FU
    • 5-FU während der Stillzeit kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
    • Fachinformation von 5-FU beachten

Schwangerschaftshinweise

Calciumfolinat - invasiv
  • keine Hinweise, dass Folinsäure schädliche Wirkungen verursacht, wenn sie während der Schwangerschaft gegeben wird
  • keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Schwangeren durchgeführt
  • keine Tierstudien zur Reproduktionstoxikologie von Calciumfolinat durchgeführt
  • Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
    • während einer Schwangerschaft sollte Methotrexat nur nach strenger Indikationsstellung, bei der der Nutzen des Arzneimittels für die Mutter gegen das mögliche Risiko für den Fötus abgewogen wird, angewandt werden
    • sollte trotz Schwangerschaft oder Stillzeit eine Behandlung mit Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten erfolgen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Calciumfolinat zur Verringerung der Toxizität oder um den Effekten entgegenzuwirken, keine Beschränkungen
    • Fachinformation von Methotrexat beachten
  • Kombinationsbehandlung mit 5-FU
    • 5-FU während der Schwangerschaft kontraindiziert; gilt auch für die kombinierte Anwendung von Calciumfolinat mit 5-FU
    • Fachinformation von 5-FU beachten
  • Fertilität
    • Folinsäure ist ein Zwischenprodukt im Folsäure-Metabolismus und kommt natürlich im Körper vor
    • deswegen wurden nicht-klinische Studien zur Reproduktionstoxizität nicht durchgeführt

Warnhinweise

Calciumfolinat - invasiv
  • Kombinationsbehandlung mit Methotrexat oder 5-Fluorouracil
    • Anwendung nur unter der direkten Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung mit der Anwendung von Chemotherapeutika bei Krebserkrankungen hat
  • Maskierung eines Vitamin B12-Mangels
    • Behandlung mit Calciumfolinat kann eine perniziöse Anämie oder andere Anämien, die durch Vitamin B12-Mangel verursacht sind, maskieren
  • Makrozytose bedingt durch zytotoxische Arzneimittel sollte nicht mit Folinsäure behandelt werden
    • viele zytotoxische Arzneimittel (direkte oder indirekte Hemmer der DNS-Synthese, z.B. Hydroxycarbamid, Cytarabin, Mercaptopurin, Thioguanin) führen zu einer Makrozytose
  • Epileptiker, die mit Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Succinimiden behandelt werden:
    • evtl. Erhöhung der Anfallsfrequenz, bedingt durch eine Abnahme der Plasmakonzentrationen der antiepileptischen Arzneimittel
    • während der Anwendung sowie nach Absetzen: klinische Überwachung, möglicherweise Überwachung der Plasmaspiegel, und falls notwendig Dosisanpassung des Antiepileptikums empfohlen
  • Calciumfolinat / 5-Fluorouracil (5-FU)
    • Calciumfolinat kann das Toxizitätsrisiko von 5-FU, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten, verstärken
      • dosislimitierende Anzeichen: Leukopenie, Mukositis, Stomatitis und/oder Diarrhöe
    • bei Auftreten von Toxizität: stärkere Dosisreduktion der 5-FU-Dosierung erforderlich als bei alleiniger Gabe von 5-FU
    • Patienten mit Symptomen einer gastrointestinalen Toxizität, unabhängig vom Schweregrad
      • Kombinationsbehandlung mit 5-FU weder einleiten noch aufrechterhalten bis der Patient keine Symptome mehr zeigt
    • Patienten mit Diarrhoe
      • Diarrhöe kann Zeichen einer gastrointestinalen Toxizität sein
      • sorgfältige Überwachung bis Patient symptomfrei ist
        • da eine rasche klinische, zum Tod führende Verschlechterung auftreten kann
      • bei Auftreten von Diarrhöe und / oder Stomatitis:
        • Dosisreduktion von 5-FU empfohlen, bis zum vollständigen Abklingen der Symptome
      • besonders ältere Patienten und Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung in einem schlechten Allgemeinzustand sind
        • erhöhtes Risiko für das Auftreten dieser Toxizitäten
        • Behandlung dieser Patienten mit besonderer Vorsicht
      • ältere Patienten und Patienten, die sich einer vorgehenden Strahlentherapie unterzogen haben
        • Therapiebeginn mit einer reduzierten Dosierung von 5-FU empfohlen
    • Kontrolle des Calciumspiegels
      • bei zu niedrigem Calcium-Spiegel ggf. zusätzliche Gabe von Calcium
  • Calciumfolinat / Methotrexat
    • für spezielle Einzelheiten zur Reduktion der Methotrexat-Toxizität Fachinformation von Methotrexat beachten
    • Calciumfolinat hat keinen Einfluss auf die nicht-hämatologischen Toxizitäten von Methotrexat, wie die Nephrotoxizität als Folge von Methotrexat und/oder der Ausfällung von Metaboliten in der Niere
    • bei Patienten mit einer verzögerten frühen Methotrexat-Elimination:
      • hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ein reversibles Nierenversagen und alle mit Methotrexat verbundenen Toxizitäten entwickeln (Fachinformation für Methotrexat beachten)
      • das Vorhandensein einer vorbestehenden oder Methotrexat-induzierten Niereninsuffizienz ist möglicherweise mit einer verzögerten Exkretion von Methotrexat verbunden
        • kann die Notwendigkeit höherer Dosen oder einer länger dauernden Anwendung von Calciumfolinat notwendig machen
    • zu hohe Calciumfolinat-Dosen vermeiden (mögliche Herabsetzung der Antitumor-Aktivität von Methotrexat), besonders bei ZNS-Tumoren, in denen sich Calciumfolinat nach wiederholten Behandlungszyklen anreichert
    • Methotrexat-Resistenz als Folge eines verminderten Membrantransportes legt auch eine Resistenz gegen die Folinsäure-Rescue nahe (gleicher Transportmechanismus)
    • versehentliche Überdosierung eines Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat als medizinischen Notfall behandeln
      • je länger das Zeitintervall zwischen der Methotrexat-Anwendung und der Calciumfolinat-Rescue, desto geringer die Wirksamkeit von Calciumfolinat als Gegenmaßnahme zur Verminderung der Toxizität
    • Möglichkeit, dass Patient andere Medikamente einnimmt, die mit Methotrexat interagieren, (z.B. Medikamente, die mit der Methotrexat-Elimination oder der Bindung an Serumalbumin interagieren)
      • immer in Betracht gezogen werden, wenn Laborabweichungen oder klinische Toxizitäten beobachtet werden