Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 100 MG | 61,67 € |
| N1 | 500 MG | 237,05 € |
| N1 | 1000 MG | 463,62 € |
Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.
Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.
Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- „Folinat-Rescue"
- zur Verringerung oder zum Entgegenwirken der Toxizität und Wirkung von Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat bei der zytotoxischen Therapie und Überdosierung bei Erwachsenen und Kindern
- in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU) in der zytotoxischen Therapie
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml Lösung enthält 54,64 mg Dinatriumfolinat (entsprechend 50,0 mg Folinsäure)
- Folinat-Rescue in der Methotrexat-Therapie
- Methotrexat-Protokoll gibt das Dosierungsschema der Folinat-Rescue vor
- Dosierungsschema Folinat-Rescue stark abhängig von Dosierung und Anwendungsart der mittel- oder hochdosierten Methotrexat-Anwendung
- Dosierung, Art und Dauer der Anwendung von Dinatriumfolinat daher auf angewandtes Mittel- oder Hochdosismethotrexat-Protokoll beziehen
- Erwachsene, Ältere, Jugendliche und Kinder
- folgende Richtlinien als Illustration der angewendeten Regimes
- parenterale Anwendung der Folinat-Rescue
- bei Patienten mit Malabsorptionssyndromen oder anderen gastrointestinalen Störungen, bei denen enterale Absorption nicht sichergestellt ist
- Dosierungen > 25 - 50 mg Dinatriumfolinat, auf Grund der sättigbaren enteralen Absorption von Dinatriumfolinat
- Folinat-Rescue notwendig
- bei Methotrexat-Dosen > 500 mg / m2 Körperoberfläche (KOF)
- Folinat-Rescue erwägen
- bei Methotrexat-Dosen von 100 - 500 mg / m2 KOF
- Dosierung und Dauer abhängig von
- Art und Dosierung der Methotrexat-Therapie
- Auftreten von Toxizitätssymptomen
- individueller Exkretionskapazität von Methotrexat
- Verabreichung
- 1. Dosis: i. d. R. 15 mg (6 - 12 mg / m2 KOF) Folinsäure 12 - 24 Std. (spätestens 24 Std.) nach Beginn der Methotrexat-Infusion
- anschließend: gleiche Dosis 1mal / 6 Std. während der folgenden 72 Std. verabreichen
- Oralisierung
- nach mehreren parenteralen Dosen Übergang auf orale Form möglich
- zusätzliche Bestandteile der Folinat-Rescue
- Maßnahmen zur Sicherstellung einer sofortigen Ausscheidung von Methotrexat
- Aufrechterhaltung einer hohen Urinausscheidung
- Alkalisierung des Urins
- renale Funktion durch tägliche Messungen des Serumkreatinins überwachen
- Maßnahmen zur Sicherstellung einer sofortigen Ausscheidung von Methotrexat
- Überwachung der Wirksamkeit
- Messung des verbliebenen Methotrexat-Spiegels 48 Std. nach Start der Methotrexat-Infusion
- verbliebener Methotrexat-Spiegel > 0,5 µmol / l: Dinatriumfolinat-Dosen anpassen
- Methotrexat-Spiegel >/= 0,5 µmol / l
- 15 mg Folinsäure / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
- Methotrexat-Spiegel >/= 1,0 µmol / l
- 100 mg Folinsäure / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
- Methotrexat-Spiegel >/= 2,0 µmol / l
- 200 mg Folinsäure / m2 KOF zusätzlich alle 6 Std. über 48 Std. oder bis Methotrexat-Spiegel < 0,05 µmol / l
- Methotrexat-Spiegel >/= 0,5 µmol / l
- parenterale Anwendung der Folinat-Rescue
- folgende Richtlinien als Illustration der angewendeten Regimes
- Methotrexat-Protokoll gibt das Dosierungsschema der Folinat-Rescue vor
- in Kombination mit 5-FU in der zytotoxischen Therapie
- bisher keine Dosierung als optimale Dosierung nachgewiesen
- folgende Therapieschemata wurden zur Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierenden kolorektalen Karzinoms angewendet (hier beispielhaft aufgeführt):
- Erwachsene und Ältere
- wöchentliches Therapieregime
- 20 mg Folinsäure / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
- oder 200 - 500 mg Folinsäure / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
- zusätzlich 500 mg 5-FU / m2 KOF als Bolusinjektion in der Mitte oder am Ende der Dinatriumfolinat-Infusion
- zweiwöchentliches Therapieregime
- 200 mg Folinsäure / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion über 2 Std.
- gefolgt von 400 mg 5-FU / m2 KOF als Bolus und einer 22-Stunden Infusion von 600 mg 5-FU / m2 KOF an 2 aufeinanderfolgenden Tagen
- Verabreichung alle 2 Wochen an den Tagen 1 und 2
- monatliches Therapieregime
- 20 mg Folinsäure / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion
- oder 200 - 500 mg Folinsäure / m2 KOF als i. v.-Infusion über 2 Std.
- sofort gefolgt von 425 oder 370 mg 5-FU / m2 KOF als i. v.-Bolusinjektion während 5 aufeinanderfolgender Tage
- Dosisanpassung 5-FU
- bei Kombinationstherapie evtl. Veränderungen der 5-FU-Dosis und Therapie-freie Intervalle notwendig, abhängig vom Zustand des Patienten, dem klinischen Ansprechen und der dosislimitierenden Toxizität gem. Fachinformation
- Reduktion der Dinatriumfolinat-Dosis nicht notwendig
- Behandlungsdauer
- Anzahl der Wiederholungszyklen im Ermessen des Arztes
- wöchentliches Therapieregime
- Kinder und Jugendliche
- es liegen keine Daten über Anwendung der o. g. Kombinationen vor
- Erwachsene und Ältere
- Antidot gegen die Folsäureantagonisten Trimetrexat, Trimethoprim und Pyrimethamin
- Trimetrexat-Toxizität
- Prävention
- Gabe von Dinatriumfolinat während der Behandlung mit Trimetrexat und während der 72 Std. nach der letzten Trimetrexat-Dosis jeden Tag
- 20 mg Folinsäure / m2 KOF i. v. für 5 - 10 Min. 1mal / 6 Std. bis zum Erreichen einer täglichen Gesamtdosis von 80 mg Folinsäure / m2 KOF
- alternativ: 20 mg Folinsäure / m2 KOF oral 4mal / Tag, verabreicht in gleichmäßigen Zeitabständen
- Anpassung der täglichen Dinatriumfolinat-Dosen in Abhängigkeit von der hämatologischen Toxizität von Trimetrexat
- Überdosierung (möglicherweise auftretend bei Trimetrexat-Dosen > 90 mg / m2 KOF ohne gleichzeitige Verabreichung von Dinatriumfolinat)
- nach Absetzen von Trimetrexat: 40 mg Folinsäure / m2 KOF i. v. 1mal / 6 Std.
- Behandlungsdauer: 3 Tage
- Prävention
- Trimethoprim-Toxizität
- nach Absetzen von Trimethoprim: 3 - 10 mg Folinsäure / Tag
- Behandlungsdauer: bis zur Wiederherstellung eines normalen Blutbildes
- Pyrimethamin-Toxizität (bei Hochdosis-Therapie mit Pyrimethamin oder bei längerer Behandlung mit niedrigen Dosen)
- zeitgleich 5 - 50 mg Folinsäure / Tag, basierend auf den Ergebnissen des peripheren Blutbildes
- Trimetrexat-Toxizität
Kontraindikationen
Natriumfolinat - invasiv
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Natriumfolinat
- akute gastrointestinale Toxizitätserscheinungen
- Behandlung von perniziöser Anämie oder anderen durch Vit-B12-Mangel bedingten Anämien
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Nebenwirkungen
Natriumfolinat - invasiv
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil
- Erbrechen und Übelkeit
- muköse Toxizität an der Applikationsstelle
- Durchfall
- Kombinationstherapie mit 5-Fluorouracil
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Fieber
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
- nach hohen Dosen
- gastrointestinale Störungen
- Schlaflosigkeit
- Unruhe
- Depressionen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- allergische Reaktionen, einschl. anaphylaktoider Reaktionen und Urtikaria
Anwendungshinweise
- nur zur intravenösen (i. v.) und intramuskulären (i. m.) Anwendung
- bei intravenöser Infusion Verdünnung von Dinatriumfolinat vor Anwendung mit 0,9% Natriumchlorid- (9 mg / ml) oder 5% Glucose-Lösung (50 mg / ml) möglich
- weitere Hinweise zur Handhabung, Haltbarkeit, Aufbewahrung und Beseitigung, s. jeweilige Fachinformation
Stillzeithinweise
Natriumfolinat - invasiv
- Anwendung während der Stillzeit nur nach sorgfältiger Indikationsstellung
- die zu antagonisierenden Substanzen (Methotrexat und 5-Fluorouracil) ist kontraindiziert
- keine Daten zum Übergang in die Muttermilch
Schwangerschaftshinweise
Natriumfolinat - invasiv
- eine Anwendung während der Schwangerschaft ist möglich
- Anwendung der zu antagonisierenden Substanzen (Methotrexat und 5-Fluorouracil) ist allerdings kontraindiziert
- für Natriumfolinat liegen keine Daten zur Anwendung während der Schwangerschaft oder tierexperimentelle Studien vor
- keine Hinweise für schädliche Wirkungen
Warnhinweise
Natriumfolinat - invasiv
- hemmt die antibakterielle Wirkung von Folsäureantagonisten nicht
- Kombinationsbehandlung mit 5-Fluorouracil kann zu einer Verstärkung / Verschiebung von dessen Toxizitätsprofils führen und zur Dosisreduktion von 5-Fluorouracil zwingen
- Stomatitis und Diarrhoe können lebensbedrohlich werden
- Natriumfolinat wirkt nur der hämatologischen Toxizität von Methotrexat entgegen
- kann die Plasmakonzentration von Phenobarbital, Phenytoin oder Primidon verringern
- inkompatibel mit Droperidol, Foscarnet und Methotrexat