RIULVY 174 mg magensaftresistente Hartkapseln

neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Tegomilfumarat →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 14 ST 106,73 €
NotApplicable 14 ST

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene, Kinder und Jugendliche (>/= 13 Jahre)

  • schubförmig remittierende Multiple Sklerose (RRMS)

Dosierung

  • schubförmig remittierende Multiple Sklerose
    • Erwachsene
      • Einleitung der Behandlung unter Aufsicht eines Arztes, der Erfahrung in der Behandlung der Erkrankung besitzt
      • Anfangsdosis: 174 mg Tegomilfumarat 2mal / Tag über 7 Tage
      • Erhaltungsdosis: 348 mg Tegomilfumarat 2mal / Tag
      • versäumte Dosis
        • nicht die doppelte Dosis einnehmen
        • nachträgliche Einnahme der versäumten Dosis nur, wenn zwischen den Einnahmen ein Abstand von 4 Stunden liegt
        • ansonsten bis zur nächsten geplanten Einnahme warten
      • zur Reduktion von auftretendem Hitzegefühl und gastrointestinalen Nebenwirkungen
        • vorübergehende Dosisreduktion auf 174 mg 2mal / Tag
        • empfohlene Erhaltungsdosis von 348 mg 2mal / Tag innerhalb eines Monats wieder aufnehmen
    • Kinder und Jugendliche >/= 13 Jahre
      • wie bei Erwachsenendosierung

Dosisanpassung

  • ältere Menschen
    • unzureichende Daten
    • aufgrund der Wirkungsweise des Wirkstoffs gibt es keine theoretische Begründung für eine erforderliche Dosisanpassung
  • Nieren- und Leberfunktionsstörungen
    • nicht untersucht
    • auf der Grundlage klinischer Pharmakologiestudien sind keine Dosisanpassungen erforderlich
    • schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen: Anwendung mit Vorsicht
  • Kinder und Jugendliche < 13 Jahre
    • Unbedenklichkeit und Wirksamkeit noch nicht erwiesen

Kontraindikationen

Tegomilfumarat - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Tegomilfumarat
  • vermutete oder bestätigte progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)

Therapiehinweise

Einschleichend dosieren.

Nebenwirkungen

Tegomilfumarat - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gastroenteritis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) nach Infektion mit dem John-Cunningham Virus (JCV)
      • Herpes zoster
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Lymphopenie
      • Leukopenie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anaphylaxie
      • Dyspnoe
      • Hypoxie
      • Hypotonie
      • Angioödem
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Brennen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kopfschmerzen (wurde in der pädiatrischen Bevölkerungsgruppe häufiger als in der erwachsenen Bevölkerungsgruppe gemeldet)
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hitzegefühl (Flushing) beschrieben als
        • Hitzewallung
        • Wärme
        • Rötung
        • Juckreiz
        • Brennen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hitzewallung
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhinorrhoe
      • oropharyngeale Schmerzen (wurde in der pädiatrischen Bevölkerungsgruppe häufiger als in der erwachsenen Bevölkerungsgruppe gemeldet)
      • Husten (wurde in der pädiatrischen Bevölkerungsgruppe häufiger als in der erwachsenen Bevölkerungsgruppe gemeldet)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhoe
      • Übelkeit
      • Oberbauchschmerzen
      • Abdominalschmerz (wurde in der pädiatrischen Bevölkerungsgruppe häufiger als in der erwachsenen Bevölkerungsgruppe gemeldet)
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erbrechen (wurde in der pädiatrischen Bevölkerungsgruppe häufiger als in der erwachsenen Bevölkerungsgruppe gemeldet)
      • Dyspepsie
      • schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse, einschließlich
        • Gastroenteritis
        • Gastritis
      • Gastrointestinale Erkrankung
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Aspartataminotransferase erhöht
      • Alaninaminotransferase erhöht
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Arzneimittelbedingter Leberschaden
        • Erhöhungen der Transaminasen auf das 3-Fache oder mehr des ULN mit gleichzeitiger Erhöhung des Gesamtbilirubins auf das mehr als 2-Fache des ULN) wurden nach der Zulassung während der Behandlung mit Dimethylfumarat berichtet
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • schwerwiegender Hitzegefühle
        • Pruritus
        • Ausschlag
        • Erythem
      • Alopezie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Proteinurie
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dysmenorrhoe (wurde in der pädiatrischen Bevölkerungsgruppe häufiger als in der erwachsenen Bevölkerungsgruppe gemeldet)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Wärmegefühl
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Ketonkörper im Urin
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Albumin im Urin nachweisbar
      • Leukozytenzahl erniedrigt
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Spiegel von 1,25-Dihydroxyvitamin D erniedrigt (durchschnittlicher Wert blieb innerhalb normaler Grenzen)
      • Spiegel des Parathormons (PTH) erhöht (durchschnittlicher Wert blieb innerhalb normaler Grenzen)
      • vorübergehende Erhöhung der mittleren Eosinophilenzahlen in den ersten 2 Behandlungsmonaten

Anwendungshinweise

  • Kapseln zum Einnehmen
  • Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit empfohlen
  • Patienten, die unter Hitzegefühl oder gastrointestinalen Nebenwirkungen leiden
    • Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit kann die Verträglichkeit verbessern
  • Kapseln im Ganzen schlucken (Kapsel oder ihr Inhalt darf nicht zerdrückt, geteilt, aufgelöst, gelutscht oder gekaut werden, da der magensaftresistente Überzug der Mikrotabletten eine Reizung des Magens verhindert)

Stillzeithinweise

Tegomilfumarat - peroral
  • es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Tegomilfumarat verzichtet werden soll
    • dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen
  • es ist nicht bekannt, ob Tegomilfumarat oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen
  • ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden

Schwangerschaftshinweise

Tegomilfumarat - peroral
  • aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Tegomilfumarat während der Schwangerschaft vermieden werden
  • Tegomilfumarat sollte in der Schwangerschaft nur bei eindeutigem Bedarf angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das potentielle Risiko für den Fötus rechtfertigt
  • es liegen weitergehende Erfahrungen zu schwangeren Frauen (zwischen 300 und 1000 Schwangerschaftsausgänge) vor, die auf einem Schwangerschaftsregister und auf Spontanmeldungen nach der Markteinführung beruhen
  • im Dimethylfumarat-Schwangerschaftsregister wurden 289 prospektiv erfasste Schwangerschaftsausgänge bei MS-Patientinnen dokumentiert, die Dimethylfumarat ausgesetzt waren
  • die mediane Dauer der Exposition gegenüber Dimethylfumarat betrug 4,6 Schwangerschaftswochen, wobei die Exposition nach der sechsten Schwangerschaftswoche begrenzt war (44 Schwangerschaftsausgänge)
  • die Exposition gegenüber Dimethylfumarat in diesem frühen Schwangerschaftsstadium deutet nicht auf Fehlbildungs- oder fötale/neonatale Toxizität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung hin
  • das Risiko einer längeren Exposition gegenüber Dimethylfumarat oder einer Exposition in einem späteren Stadium der Schwangerschaft ist nicht bekannt
  • tierexperimentelle Studien mit Dimethylfumarat haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt
  • Fertilität
    • bisher liegen keine Erfahrungen zu den Auswirkungen von Tegomilfumarat auf die Fertilität des Menschen vor
    • Daten aus präklinischen Studien weisen nicht darauf hin, dass Dimethylfumarat mit einem erhöhten Risiko verminderter Fertilität verbunden sein könnte

Warnhinweise

Tegomilfumarat - peroral
  • Tegomilfumarat und Dimethylfumarat werden bei oraler Verabreichung zu Monomethylfumarat metabolisiert
    • es ist davon auszugehen, dass die mit Tegomilfumarat verbundenen Risiken denen ähnlich sind, die für Dimethylfumarat berichtet wurden, auch wenn nicht alle der unten aufgeführten Risiken speziell für Tegomilfumarat beobachtet wurden
  • Blut-/Laboruntersuchungen
    • Nierenfunktion
      • in klinischen Studien wurden bei Patienten, die mit Dimethylfumarat behandelt wurden, Veränderungen der Laborwerte der Niere beobachtet
      • die klinische Bedeutung dieser Veränderungen ist nicht bekannt
      • es wird empfohlen, die Nierenfunktion (z. B. Kreatinin, Blut-Harnstoff-Stickstoff und Urintest) vor Behandlungsbeginn, sowie nach einer Behandlungsdauer von 3 und 6 Monaten, danach alle 6 bis 12 Monate und wenn klinisch indiziert, zu überprüfen
    • Leberfunktion
      • die Behandlung mit Dimethylfumarat kann zu einem arzneimittelbedingten Leberschaden, einschließlich eines Leberenzymanstiegs (auf das >= 3-Fache des oberen Normwerts (ULN)) und eines Anstiegs des Gesamtbilirubinspiegels (>= 2 × ULN), führen
      • die Leberschädigung kann nach Tagen, nach mehreren Wochen oder später auftreten
      • nach Absetzen der Behandlung wurde ein Rückgang der Nebenwirkungen beobachtet
      • eine Überprüfung der Aminotransferasen im Serum (z. B. Alaninaminotransferase (ALT), Aspartataminotransferase (AST)) und des Gesamtbilirubinspiegels wird vor Behandlungsbeginn sowie während der Behandlung, wenn klinisch indiziert, empfohlen
    • Lymphozyten
      • bei Patienten, die mit Tegomilfumarat behandelt werden, kann eine Lymphopenie auftreten
      • vor der Einleitung einer Behandlung muss ein aktuelles großes Blutbild, einschließlich Lymphozyten, erstellt werden
      • falls die Lymphozytenzahl unterhalb der Norm liegt, sollte vor Einleitung einer Therapie eine umfassende Abklärung möglicher Ursachen durchgeführt werden
      • Tegomilfumarat wurde bei Patienten mit vorbestehender niedriger Lymphozytenzahl nicht untersucht und bei der Behandlung dieser Patienten ist Vorsicht geboten
      • die Behandlung mit Tegomilfumarat darf nicht bei Patienten mit schwerer Lymphopenie (Lymphozytenwerte < 0,5 × 109/l) eingeleitet werden
      • nach Beginn der Therapie muss alle 3 Monate ein großes Blutbild, einschließlich Lymphozyten, durchgeführt werden
      • erhöhte Wachsamkeit aufgrund eines erhöhten Risikos für eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) ist bei Patienten mit Lymphopenie angeraten, und zwar wie folgt:
        • bei Patienten mit anhaltender schwerer Lymphopenie (Lymphozytenzahl < 0,5 × 109/l) über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten sollte die Behandlung aufgrund eines erhöhten PML-Risikos abgesetzt werden
        • bei Patienten mit anhaltender mäßiger Reduktion der absoluten Lymphozytenwerte von >= 0,5 × 109/l bis < 0,8 × 109/l über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Behandlung erneut überprüft werden
        • bei Patienten mit Lymphozytenwerten unterhalb der unteren Normgrenze (Lower Limit of Normal; LLN) gemäß dem Referenzbereich des untersuchenden Labors wird eine regelmäßige Kontrolle der absoluten Lymphozytenzahlen empfohlen
      • zusätzliche Faktoren, die das individuelle PML-Risiko erhöhen könnten, sollten berücksichtigt werden (siehe Unterabschnitt über PML unten)
      • die Lymphozytenwerte sollten bis zur Normalisierung beobachtet werden
      • nach Normalisierung und falls alternative Behandlungsoptionen nicht zur Verfügung stehen, sollten Entscheidungen bzgl. eines möglichen erneuten Behandlungsbeginns mit Tegomilfumarat nach Absetzen der Therapie nach einer klinischen Beurteilung getroffen werden
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
    • vor Einleitung der Therapie sollte eine Ausgangs-MRT-Untersuchung (i. d. R. innerhalb von 3 Monaten) als Referenz vorliegen
    • die Notwendigkeit weiterer MRT-Untersuchungen sollte gemäß nationaler und lokaler Empfehlungen in Betracht gezogen werden
    • im Rahmen einer erhöhten Wachsamkeit kann die MRT-Bildgebung bei Patienten, bei denen ein erhöhtes Risiko in Bezug auf eine PML vermutet wird, in Betracht gezogen werden
    • liegt ein klinischer Verdacht auf PML vor, so sollte unverzüglich eine MRT-Untersuchung zu diagnostischen Zwecken durchgeführt werden
  • Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)
    • bei mit Dimethylfumarat behandelten Patienten wurden Fälle von PML gemeldet
    • PML ist eine durch das John-Cunningham-Virus (JCV) hervorgerufene opportunistische Infektion, die tödlich verlaufen oder zu schwerer Behinderung führen kann
    • Fälle von PML sind unter Dimethylfumarat und anderen Fumarat-haltigen Arzneimitteln im Rahmen einer Lymphopenie (Lymphozytenwerte unterhalb der unteren Normgrenze) aufgetreten
    • eine anhaltende mäßige bis schwere Lymphopenie scheint das PML-Risiko unter Dimethylfumarat zu erhöhen, doch auch bei Patienten mit leichter Lymphopenie kann das Risiko nicht ausgeschlossen werden
    • weitere Faktoren, die im Rahmen einer Lymphopenie möglicherweise zu einem erhöhten PML-Risiko beitragen, sind u. a.:
      • die Dauer der Tegomilfumarat-Therapie
        • die PML-Fälle traten nach ca. 1 bis 5 Jahren der Behandlung auf, obwohl der genaue Zusammenhang mit der Behandlungsdauer unbekannt ist
      • eine deutliche Abnahme der CD4+- und insbesondere der CD8+-T-Zellzahlen, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen
      • eine vorherige immunsuppressive oder immunmodulierende Therapie (siehe unten)
    • Ärzte sollten ihre Patienten beurteilen, um festzustellen, ob die Symptome auf eine neurologische Dysfunktion hinweisen, und wenn ja, ob diese Symptome typisch für eine MS sind oder möglicherweise auf eine PML hindeuten
      • bei den ersten Anzeichen oder Symptomen, die auf eine PML hindeuten, ist Tegomilfumarat abzusetzen und entsprechende diagnostische Untersuchungen sind durchzuführen
        • einschließlich Nachweis von JCV-DNA in der Cerebrospinalflüssigkeit (CSF) mittels quantitativer Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
      • die Symptome einer PML können denen eines MS-Schubs ähneln
      • die typischen mit einer PML assoziierten Symptome sind vielfältig, schreiten im Laufe von Tagen bis Wochen fort und umfassen eine progrediente Schwäche einer Körperhälfte oder Schwerfälligkeit von Gliedmaßen, Sehstörungen, Veränderungen des Denkens, des Gedächtnisses und der Orientierung, die zu Verwirrtheit und Persönlichkeitsveränderungen führen
      • Ärzte sollten besonders auf Symptome achten, die auf eine PML hindeuten und vom Patienten eventuell nicht wahrgenommen werden
      • außerdem sollten die Patienten angehalten werden, ihre Partner oder Betreuungspersonen über ihre Behandlung zu informieren, da diese Symptome wahrnehmen könnten, die vom Patienten nicht bemerkt werden
    • PML kann nur bei Vorliegen einer JCV-Infektion auftreten
      • es ist zu berücksichtigen, dass der Einfluss einer Lymphopenie auf die Genauigkeit von anti-JCV-Antikörpertests vom Serum bei mit Dimethylfumarat behandelten Patienten nicht untersucht wurde
      • außerdem muss auch beachtet werden, dass ein negativer anti-JCV-Antikörpertest (bei normalen Lymphozytenzahlen) die Möglichkeit einer späteren JCV-Infektion nicht ausschließt
    • wenn ein Patient eine PML entwickelt, muss Tegomilfumarat dauerhaft abgesetzt werden
  • vorherige Behandlung mit immunsuppressiven oder immunmodulierenden Therapien
    • es wurden keine Studien mit Tegomilfumarat durchgeführt, die die Wirksamkeit und Sicherheit bei der Umstellung von Patienten von einer anderen immunmodulierenden Therapie untersucht haben
    • eine vorherige immunsuppressive Therapie kann zur Entwicklung einer PML bei mit Tegomilfumarat behandelten Patienten beitragen
    • PML-Fälle wurden bei Patienten berichtet, die zuvor mit Natalizumab behandelt wurden, bei dem PML ein bekanntes Risiko ist
    • Ärzte sollten sich bewusst sein, dass Fälle von PML, die kurz nach dem Absetzen von Natalizumab auftreten, möglicherweise keine Lymphopenie aufweisen
    • des Weiteren trat ein Großteil der bestätigten PML-Fälle bei mit Dimethylfumarat behandelten Patienten mit einer vorherigen immunmodulierenden Behandlung auf
    • bei der Umstellung von Patienten von einer anderen immunmodulierenden Therapie auf Tegomilfumarat sollten die entsprechende Halbwertszeit und der Wirkmechanismus der vorherigen Therapie berücksichtigt werden, um eine additive immunologische Wirkung bei gleichzeitiger Verminderung des Risikos einer MS-Reaktivierung zu vermeiden
      • ein großes Blutbild wird vor Einleitung der Tegomilfumarat-Therapie und regelmäßig im weiteren Behandlungsverlauf empfohlen (siehe Blut-/Laboruntersuchungen weiter oben)
  • schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung
    • Tegomilfumarat wurde bei Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen nicht untersucht
      • daher ist bei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten
  • schwere aktive Magen-Darm-Erkrankung
    • Tegomilfumarat wurde bei Patienten mit schweren aktiven gastrointestinalen Erkrankungen nicht untersucht
      • daher ist bei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten
  • Hitzegefühl
    • in klinischen Studien berichteten 34 % der mit Dimethylfumarat behandelten Patienten über Hitzegefühl
      • bei dem Großteil der Patienten war das Hitzegefühl leicht oder mäßiggradig ausgeprägt
      • Daten aus Studien an gesunden freiwilligen Probanden weisen darauf hin, dass ein mit Dimethylfumarat-assoziiertes Hitzegefühl wahrscheinlich durch Prostaglandin vermittelt wird
      • eine kurzfristige Behandlung mit 75 mg Acetylsalicylsäure ohne magensaftresistenten Überzug kann bei Patienten von Nutzen sein, die von einem nicht tolerierbaren Hitzegefühl betroffen sind
      • in zwei Studien an gesunden freiwilligen Probanden gingen das Auftreten und der Schweregrad des Hitzegefühls während der Einnahmedauer zurück
    • in klinischen Studien berichteten 3 von insgesamt 2560 Patienten unter Dimethylfumarat schwerwiegende Hitzegefühlsymptome, bei denen es sich wahrscheinlich um Überempfindlichkeitsoder anaphylaktoide Reaktionen handelte
      • diese Nebenwirkungen waren nicht lebensbedrohlich, führten aber zu einer Krankenhauseinweisung
      • verordnende Personen und Patienten sollten sich bei schwerwiegenden Hitzegefühlsymptomen dieser Möglichkeit bewusst sein
  • anaphylaktische Reaktionen
    • nach der Verabreichung von Dimethylfumarat wurden nach dem Inverkehrbringen Fälle von Anaphylaxie/anaphylaktoiden Reaktionen gemeldet
      • Symptome können Dyspnoe, Hypoxie, Hypotonie, Angioödem, Ausschlag oder Urtikaria umfassen
      • der Mechanismus, der Dimethylfumaratinduzierten Anaphylaxie ist unbekannt
      • in der Regel treten diese Reaktionen nach der ersten Einnahme auf, können aber auch jederzeit während der Behandlung auftreten und schwerwiegend und lebensbedrohlich sein
      • die Patienten sollten angewiesen werden, die Behandlung mit Tegomilfumarat zu beenden und sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie Anzeichen oder Symptome einer Anaphylaxie haben
      • die Behandlung sollte nicht wiederaufgenommen werden
  • Infektionen
    • in placebokontrollierten Phase-III-Studien war die Häufigkeit von Infektionen (60 % versus 58 %) und schwerwiegenden Infektionen (2 % versus 2 %) bei Patienten unter Dimethylfumarat bzw. Placebo vergleichbar
    • aufgrund der immunmodulierenden Eigenschaften von Tegomilfumarat sollte jedoch, falls der Patient eine schwerwiegende Infektion entwickelt, ein Aussetzen der Behandlung mit Tegomilfumarat in Erwägung gezogen werden
      • vor Wiederaufnahme der Therapie sollten Nutzen und Risiken erneut überprüft werden
      • Patienten, die Tegomilfumarat erhalten, sind anzuweisen, Symptome einer Infektion einem Arzt mitzuteilen
      • Patienten mit schwerwiegenden Infektionen dürfen die Behandlung mit Tegomilfumarat erst nach Abklingen der Infektion(en) beginnen
    • bei Patienten mit Lymphozytenwerten von < 0.8 x 109/l oder < 0.5 x 109/l wurde keine erhöhte Inzidenz von schwerwiegenden Infektionen beobachtet
      • falls die Therapie trotz Bestehens einer anhaltenden mäßigen bis schweren Lymphopenie fortgesetzt wird, kann das Risiko einer opportunistischen Infektion, einschließlich einer PML, nicht ausgeschlossen werden (siehe Unterabschnitt PML)
  • Herpes-zoster-Infektionen
    • unter Dimethylfumarat sind Fälle von Herpes zoster aufgetreten
      • die Mehrzahl der Fälle war nicht schwerwiegend
      • es wurden jedoch auch schwerwiegende Fälle, darunter disseminierte Herpes zoster-Infektion, Herpes zoster ophthalmicus, Herpes zoster oticus, neurologische Herpes zoster-Infektion, Herpes-zoster-Meningoenzephalitis und Herpes-zoster- Meningomyelitis, berichtet
      • diese Nebenwirkungen können jederzeit während der Behandlung auftreten
      • Patienten, die Dimethylfulmarat einnehmen, sind auf Anzeichen und Symptome von Herpes zoster zu überwachen, insbesondere wenn gleichzeitig eine Lymphopenie besteht
      • beim Auftreten von Herpes zoster sollte eine geeignete Behandlung dafür verabreicht werden
      • bei Patienten mit schwerwiegenden Infektionen ist zu erwägen, bis zum Abklingen der Infektion auf eine Behandlung zu verzichten
  • Einleitung der Behandlung
    • die Behandlung muss schrittweise begonnen werden, um das Auftreten von Hitzegefühl und gastrointestinalen Nebenwirkungen zu verringern
  • Fanconi-Syndrom
    • es wurde über Fälle von Fanconi-Syndrom bei einem Arzneimittel berichtet, das Dimethylfumarat in Kombination mit anderen Fumarsäureestern enthält
      • eine frühzeitige Diagnose des Fanconi-Syndroms und der Abbruch der Tegomilfumarat-Behandlung sind wichtig, um das Entstehen einer Niereninsuffizienz und Osteomalazie zu verhindern, denn das Syndrom ist in der Regel reversibel
      • die wichtigsten Anzeichen sind Proteinurie, Glukosurie (bei normalem Blutzuckerspiegel), Hyperaminoazidurie und Phosphaturie (möglicherweise bei gleichzeitiger Hypophosphatämie)
      • eine Progression kann mit Symptomen wie Polyurie, Polydipsie und proximaler Muskelschwäche einhergehen
      • in seltenen Fällen können eine hypophosphatämische Osteomalazie mit nicht lokalisierten Knochenschmerzen, erhöhte alkalische Phosphatase im Serum und Belastungsbrüche auftreten
    • es ist wichtig anzumerken, dass das Fanconi-Syndrom auch ohne erhöhte Kreatininwerte oder eine niedrige glomeruläre Filtrationsrate auftreten kann
      • im Falle unklarer Symptome sollte das Fanconi-Syndrom in Betracht gezogen und entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden
  • Kinder und Jugendliche
    • das Sicherheitsprofil ist bei pädiatrischen Patienten qualitativ ähnlich wie bei Erwachsenen, daher gelten die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen auch für pädiatrische Patienten
    • zu den quantitativen Unterschieden im Sicherheitsprofil siehe Abschnitt "Nebenwirkungen"