Rocuronium Aguettant 10mg/ml Inj.-Lös.i.e.Fertigsp

Aguettant Deutschland GmbH
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Wirkstoff: Rocuronium →

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Fachinformationen

Indikation

Erwachsene und Kinder >/= 2 Jahre

  • Hilfsmittel bei der Allgemeinnanästhesie
    • zur Erleichterung der endotrachealen Intubation während der routinemäßigen Einleitung
    • zur Relaxation der Skelettmuskulatur bei Operationen

Erwachsene

  • Erleichterung der endotrachealen Intubation während der Blitzeinleitung und als Hilfsmittel in der Intensivmedizin
  • Erleichterung der endotrachealen Intubation und der künstlichen Beatmung, zur Kurzzeitanwendung

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Rocuroniumbromid

  • Hilfsmittel bei der Allgemeinnanästhesie zur Erleichterung der endotrachealen Intubation während der routinemäßigen Einleitung und zur Relaxation der Skelettmuskulatur bei Operationen; Erleichterung der endotrachealen Intubation während der Blitzeinleitung und als Hilfsmittel in der Intensivmedizin zur Erleichterung der endotrachealen Intubation und der künstlichen Beatmung, zur Kurzzeitanwendung
    • individuelle Festlegung der Dosis, abhängig von
      • Art der Anästhesie
      • voraussichtlicher Operationsdauer
      • Art der Sedierung
      • erwarteter Dauer der künstlichen Beatmung
      • möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
        • Inhalationsanästhetika verstärken die neuromuskuläre Blockadewirkung von Rocuroniumbromid
          • nur klinisch relevant, wenn Inhalationsanästhetika im Gewebe die für diese Wechselwirkung notwendige Konzentration erreicht haben
          • während langdauernder Eingriffe unter Inhalationsanästhesie (> 1 Stunde): geringere Erhaltungsdosen von Rocuronium in größeren Intervallen verabreichen
      • Zustand des Patienten
    • folgende Dosierungsempfehlungen gelten als allgemeine Leitlinie für die endotracheale Intubation und Muskelrelaxation bei kurzen bis langen operativen Eingriffen und zur Kurzzeitanwendung in der Intensivmedizin
    • chirurgische Verfahren
      • endotracheale Intubation
        • Erwachsene
          • Standard-Intubationsdosis bei einer routinemäßigen Einleitung
            • 0,6 mg Rocuroniumbromid / kg Körpergewicht (KG)
            • adäquate Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sek. bei fast allen Patienten
          • empfohlene Dosierung zur Erleichterung der Intubation bei einer Blitzeinleitung
            • 1,0 mg Rocuroniumbromid / kg KG
            • adäquate Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sek. bei fast allen Patienten
            • bei Verwendung von 0,6 mg Rocuroniumbromid / kg KG zur Blitzeinleitung
              • Patienten erst 90 Sek. nach Anwendung von Rocuroniumbromid intubieren
        • Kinder und Jugendliche
          • Kinder >/=2 Jahre mit KG > 10 kg
            • empfohlene Intubationsdosis bei der routinemäßigen Anästhesie ähnlich wie bei Erwachsenen
          • Kinder < 2 Jahre
            • keine Anwendung
            • Skalierung der Fertigspritze ermöglicht keine genaue Dosierung des Arzneimittels
            • es sind jedoch andere Rocuronium-Formulierungen erhältlich
          • Blitzeinleitung
            • begrenzte Erfahrungen
            • daher nicht zur Erleichterung der endotrachealen Intubationsbedingungen empfohlen
        • ältere Patienten und Patienten mit Leber- und/oder Gallenwegserkankung und/oder Niereninsuffizienz
          • Standard-Intubationsdosis bei einer Routineanästhesie: 0,6 mg / kg Rocuroniumbromid
          • Blitzeinleitung der Anästhesie bei Patienten, bei denen eine längere Wirkungsdauer zu erwarten ist
            • 0,6 mg / kg Körpergewicht in Erwägung ziehen
            • bei einer Dosis von 0,6 mg / kg Rocuroniumbromid zur Blitzeinleitung der Anästhesie wird empfohlen, den Patienten erst 90 Sekunden nach der Verabreichung von Rocuroniumbromid zu intubieren
      • Schwangerschaft und Kaiserschnitt
        • Schwangerschaft
          • Magnesiumsalze verstärken die neuromuskuläre Blockade
          • Aufhebung der neuromuskulären Blockade nach Verabreichung neuromuskulärer Blocker bei Patientinnen, die aufgrund einer Gestose mit Magnesiumsalzen behandelt werden, kann verzögert oder unzureichend sein
          • Rocuroniumbromid-Dosis bei diesen Patientinnen reduzieren und anhand von Relaxometrie titrieren
        • Kaiserschnitt
          • 0,6 mg Rocuroniumbromid / kg KG ohne Einfluss auf Apgar-Score, den fetalen Muskeltonus und die kardiorespiratorische Anpassung
          • in Nabelschnurblutproben wurde nachgewiesen, dass nur begrenzte Mengen Rocuroniumbromid die Plazenta durchdringen, die beim Neugeborenen nicht zu unerwünschten Wirkungen führen
          • Dosierungen von 1 mg / kg wurden bei der Anästhesie-Blitzeinleitung untersucht, nicht jedoch bei Sectio-Patientinnen
    • Höhere Dosierungen
      • wenn Gründe für die Anwendung einer höheren Dosis vorliegen:
        • Patienten haben Anfangsdosen von bis zu 2 mg / kg Rocuroniumbromid erhalten, ohne dass unerwünschte kardiovaskuläre Wirkungen beobachtet wurden
        • Anwendung einer höheren Dosis verkürzt die Zeit bis zum Wirkungseintritt und verlängert die Wirkdauer
    • Erhaltungsdosis
      • Erwachsene
        • 0,15 mg / kg Rocuroniumbromid
        • bei LangzeitInhalationsanästhesie: Dosisreduktion auf 0,075 - 0,1 mg / kg Rocuroniumbromid
        • Erhaltungsdosen sollten möglichst verabreicht werden, wenn sich die Zuckungsreaktion auf 25% des Kontrollwerts erholt hat oder wenn 2 bis 3 Reaktionen auf eine Train-of-Four-Stimulation (TOF) auftreten
      • Kinder und Jugendliche
        • >/= 12 Jahre und > 35 kg KG
          • routinemäßigen Anästhesie: Erhaltungsdosis ähnlich wie bei Erwachsenen
        • < 12 Jahre
          • Anwendung nicht geeignet
          • Skalierung der Fertigspritze ermöglicht keine genaue Dosierung des Arzneimittels
          • es sind jedoch andere Rocuronium-Formulierungen erhältlich
      • Ältere Patienten und Patienten mit Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz
        • unabhängig von der angewendeten Anästhesietechnik: 0,075 - 0,1 mg / kg Rocuroniumbromid
      • übergewichtige und adipöse Patienten (definiert als Patienten mit einem Körpergewicht, das 30% oder mehr über dem Idealgewicht liegt)
        • Dosisreduktion
        • Dosisberechnung auf Grundlage des Idealgewichts
    • Kurzzeitanwendung in der Intensivmedizin
      • endotracheale Intubation
        • gleichen Dosierungsempfehlungen wie für chirurgische Eingriffe
      • Besondere Patientengruppen
        • aufgrund fehlender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht zur Erleichterung der künstlichen Beatmung bei pädiatrischen und geriatrischen Patienten empfohlen

Kontraindikationen

Rocuroniumbromid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Rocuronium oder Bromid
  • Unmöglichkeit der künstlichen Beatmung

Nebenwirkungen

Rocuroniumbromid - invasiv
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeit
      • anaphylaktische Reaktion
      • anaphylaktoide Reaktion
      • anaphylaktischer Schock
      • anaphylaktoider Schock
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schlaffe Lähmung/Paralyse
  • Herzerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tachykardie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kounis-Syndrom
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypotonie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Kreislaufkollaps und Schock
      • Hautrötung/Flushing
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Bronchospasmus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Apnoe
      • Ateminsuffizienz
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • angioneurotisches Ödem
      • Urtikaria
      • (Haut-)Ausschlag
      • erythematöser (Haut-)Ausschlag
      • Juckreiz
      • Exanthem
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Muskelschwäche / Schwäche der Skelettmuskulatur
        • nach Langzeitanwendung auf der Intensivstation
      • Steroidmyopathie
        • nach Langzeitanwendung auf der Intensivstation
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schmerzen an der Injektionsstelle
      • Reaktionen an der Injektionsstelle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arzneimittel wirkungslos
      • Arzneimittelwirkung/therapeutischer Effekt vermindert
      • Arzneimittelwirkung/therapeutischer Effekt erhöht
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gesichtsödem
      • maligne Hyperthermie
  • Untersuchungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Erhöhung des Histaminspiegels
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verlängerte neuromuskuläre Blockade
      • verzögerte Erholung von der Narkose
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Atemwegskomplikationen bei der Narkose

Anwendungshinweise

  • Verabreichung nur durch oder unter Aufsicht von erfahrenen Ärzten, die mit der Wirkung und Anwendung dieser Arzneimittel vertraut sind
  • Anwendung i.v. als Bolusinjektion
  • weitere Hinweise zur Handhabung s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Rocuroniumbromid - invasiv
  • Rocuroniumbromid sollte stillenden Frauen nur dann verabreicht werden, wenn es der behandelnde Arzt nach Risikoabwägung für indiziert hält
  • empfohlen nach Verabreichung einer Einzeldosis für Zeitraum von 5 Eliminationshalbwertszeiten von Rocuronium, d.h. für etwa 6 Stunden, nicht zu stillen
  • nicht bekannt, ob Rocuroniumbromid bzw. dessen Metabolite beim Menschen in die Muttermilch übertritt
    • andere Arzneimittel dieser Stoffgruppe werden nur in geringem Maße über die Muttermilch ausgeschieden und vom gestillten Kind resorbiert
  • tierexperimentelle Studien
    • unbedeutende Mengen von Rocuroniumbromid in der Muttermilch von Ratten gefunden

Schwangerschaftshinweise

Rocuroniumbromid - invasiv
  • Rocuroniumbromid darf bei Schwangeren nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden und wenn es eindeutig erforderlich ist
    • bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten
  • für Rocuroniumbromid nur sehr begrenzte Daten zur Anwendung bei Schwangerschaften
    • bis auf Exposition bei einer Sectio caesarea
  • Kaiserschnitt / Sectio caesarea
    • unter Voraussetzung, dass keine Intubationsschwierigkeiten erwartet werden und dass ausreichende Dosis eines Anästhetikums gegeben wird oder nach Gabe von Suxamethonium zur erleichterten Intubation, kann Rocuroniumbromid Patienten, die sich einem Kaiserschnitt unterziehen müssen, als Teil einer Blitzeinleitung gegeben werden
    • kann jedoch sein, dass mit Rocuroniumbromid in Dosen von 0,6 mg / kg Körpergewicht bis zu 90 Sek. nach der Anwendung keine geeigneten Bedingungen für eine Intubation erzielt werden
    • Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid haben sich bei Gebärenden, die einer Sectio caesarea unterzogen wurden, als sicher erwiesen
    • in Dosierungen von 0,6 mg Rocuroniumbromid / kg beeinflusst den Apgar-Score, den fetalen Muskeltonus und die kardiorespiratorische Anpassung nicht
    • Dosierungen von 1 mg / kg wurden während der Blitzeinleitung der Anästhesie untersucht, nicht jedoch bei Patientinnen, bei denen eine Sectio caesarea durchgeführt wurde
  • Untersuchung von Blut aus den Umbilicalgefäßen(Nabelschnurblut) hat gezeigt, dass plazentare Passage von Rocuroniumbromid sehr gering ist und nicht ausreicht, um beim Neugeborenen unerwünschte Wirkungen hervorzurufen
  • Aufhebung der neuromuskulären Blockade, die durch neuromuskuläre Blocker induziert wurde, kann bei Patientinnen, die aufgrund einer Schwangerschaftstoxikose Magnesiumsalze erhalten, gehemmt oder unzureichend sein, da Magnesiumsalze die neuromuskuläre Blockade verstärken
    • daher sollte bei diesen Patientinnen die Rocuronium-Dosis verringert und genau nach der Reizantwort eingestellt werden
  • tierexperimentelle Studien
    • lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen
  • Fertilität
    • keine Daten zu den Effekten von Rocuroniumbromid auf die Fertilität

Warnhinweise

Rocuroniumbromid - invasiv
  • besondere Vorsicht bei der Anwendung ist erforderlich bei
    • Überempfindlichkeit gegenüber anderen Muskelrelaxanzien
    • neuromuskulären Erkrankungen, insbesondere Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom und vorausgegangener Poliomyelitis
  • Muskelrelaxanzien darf nur von erfahrenen Ärzten, die mit den Wirkungen von Muskelrelaxanzien und den geeigneten Methoden des Monitorings der neuromuskulären Funktion vertraut sind, oder unter deren Aufsicht angewendet werden
    • die für endotracheale Intubation und künstliche Beatmung erforderliche Ausrüstung und Mitarbeiter müssen zum sofortigen Einsatz verfügbar sein
  • Lähmung der Atemmuskulatur
    • da Rocuroniumbromid eine Lähmung der Atemmuskulatur bewirkt, ist bei Patienten, die dieses Arzneimittel erhalten, eine künstliche Beatmung bis zum Wiedereintritt einer ausreichenden Spontanatmung unerlässlich
    • wie bei allen Muskelrelaxanzien ist es wichtig, Intubationsschwierigkeiten - insbesondere bei der Blitzeinleitung - einzukalkulieren
  • wenn infolge von Intubationsschwierigkeiten eine klinische Notwendigkeit zur sofortigen Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockade besteht
    • Anwendung von Sugammadex in Erwägung ziehen
  • Restcurarisierung
    • wie auch bei anderen Muskelrelaxanzien, wurde unter Rocuroniumbromid über eine Restcurarisierung (neuromuskuläre Restblockade) berichtet
      • um Komplikationen durch eine Restcurarisierung zu vermeiden, sollten die Patienten erst nach ausreichender Rückbildung der neuromuskulären Blockade extubiert werden
      • geriatrische Patienten (>/= 65 Jahren) können ein erhöhtes Risiko für eine neuromuskuläre Restblockade haben
      • weitere Faktoren, die eine Restcurarisierung nach Extubation in der postoperativen Phase verursachen können (wie Arzneimittel-Wechselwirkungen oder der Zustand des Patienten), sollten ebenfalls berücksichtigt werden
      • falls nicht routinemäßig angewendet, sollte der Einsatz von Sugammadex, Acetylcholinesterase-Inhibitoren oder einer anderen die Blockade aufhebenden Substanz erwogen werden
        • dies gilt besonders in Fällen mit erhöhtem Risiko für eine Restcurarisierung
    • es ist von wesentlicher Bedeutung, sich zu vergewissern, dass der Patient spontan, tief und regelmäßig atmet, bevor der Patient nach einer Narkose den Operationssaal verlässt
  • anaphylaktische Reaktionen
    • Auftreten anaphylaktische Reaktionen nach Verabreichung von Muskelrelaxanzien möglich
      • es sollten stets Vorsichtsmaßnahmen zur Behandlung derartiger Reaktionen getroffen werden, insbesondere wenn bereits früher anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxanzien aufgetreten sind, da über allergische Kreuzreaktionen bei Muskelrelaxanzien berichtet wurde
  • Kreuzallergien
    • es wurden hohe Raten von Kreuzallergien zwischen neuromuskulären Blockern berichtet
      • daher sollte, wenn möglich, vor der Gabe von Rocuroniumbromid eine Überempfindlichkeit gegen andere neuromuskuläre Blocker ausgeschlossen werden
      • Rocuroniumbromid darf bei empfindlichen Patienten nur angewendet werden, wenn es absolut notwendig ist
    • Patienten, bei denen eine Überempfindlichkeitsreaktion unter Vollnarkose auftritt, sollten daraufhin auf Überempfindlichkeit gegen andere neuromuskuläre Blocker getestet werden
  • Herzfrequenz
    • Rocuroniumbromid, insb. in Dosierungen von mehr als 0,9 mg Rocuroniumbromid pro kg Körpergewicht, kann die Herzfrequenz steigern;
      • diese Wirkung könnte der Bradykardie entgegenwirken, die durch andere Anästhetika oder durch Vagusstimulation ausgelöst wird
    • über Gebrauch bei Patienten mit schwerer kardiovaskulärer Erkrankung nur begrenzte Anzahl von Daten
  • über den Gebrauch in Dosen > 0,6 mg / kg Rocuroniumbromid bei Patienten, die sich eines intrakraniellen neurochirurgischen Eingriffs unterziehen
    • keine Daten
  • Anwendung auf Intensivstationen: keine ausreichenden Daten vorliegend, um Empfehlungen für Anwendung auf Intensivstationen zu geben
  • verlängerte Paralyse und/oder Skelettmuskelschwäche
    • i.A. wurde nach Langzeitanwendung von Muskelrelaxanzien auf der Intensivstation eine verlängerte Paralyse und/oder Skelettmuskelschwäche beobachtet
      • um mögliche Verlängerung der neuromuskulären Blockade und/oder Überdosierung zu vermeiden
        • fortlaufendes Monitoring der neuromuskulären Funktion während der Anwendung von Muskelrelaxanzien dringend empfohlen
      • Rocuroniumbromid lähmt die Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das Bewusstsein zu beeinträchtigen
        • deshalb darf es erst nach Gabe hypnotisch wirkender Pharmaka angewendet werden
      • soweit erforderlich sollte ausreichende Analgesie und Sedierung gewährleistet sein
      • weiterhin sollten neuromuskuläre Blocker nach der Wirkung individuell auf den jeweiligen Patienten eingestellt werden
        • sollte nur durch oder unter Aufsicht erfahrener Ärzte erfolgen, die mit den Wirkungen des Arzneimittels und den geeigneten neuromuskulären Überwachungstechniken vertraut sind
    • nach Intubation mit Suxamethonium erst verabreichen, nachdem der Patient sich von der durch Suxamethonium hervorgerufenen neuromuskulären Blockade klinisch erholt hat
  • Myopathie
    • Myopathie wurde nach langfristiger gleichzeitiger Anwendung nicht depolarisierender neuromuskulärer Blocker und Corticosteroide gemeldet
      • Zeitraum, während dem diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden, so kurz wie möglich halten
  • maligne Hyperthermie
    • da Rocuroniumbromid immer zusammen mit anderen Arzneimitteln eingesetzt wird und in Anbetracht des Risikos einer malignen Hyperthermie während der Anästhesie
      • Ärzte sollten auch bei fehlenden bekannten Auslösefaktoren vor Beginn der Anästhesie mit Frühsymptomen, Diagnosesicherung und Behandlung einer malignen Hyperthermie vertraut sein
    • Tierversuche
      • haben gezeigt, dass Rocuroniumbromid kein Auslösefaktor für maligne Hyperthermie ist
    • im Rahmen der Arzneimittelüberwachung wurden nach Markteinführung seltene Fälle einer malignen Hyperthermie beobachtet; kausaler Zusammenhang jedoch nicht nachgewiesen
  • folgende Zustände können die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik von Rocuroniumbromid beeinflussen
    • Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und Niereninsuffizienz
      • da Rocuroniumbromid im Urin und über die Galle ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit klinisch signifikanten Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz mit Vorsicht eingesetzt werden
      • bei diesen Patientengruppen wurde verlängerte Wirkungsdauer mit Dosen von 0,6 mg / kg Rocuroniumbromid beobachtet
    • verlängerte Kreislaufzeit
      • Zustände, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit einhergehen wie etwa kardiovaskuläre Erkrankungen, hohes Alter oder Ödemstatus mit einem vergrößerten Verteilungsvolumen, können zu einem verlangsamten Wirkungseintritt beitragen
      • bedingt durch herabgesetzte Plasmaclearance kann auch Wirkungsdauer verlängert sein
    • neuromuskuläre Erkrankungen
      • wie andere Muskelrelaxanzien sollte Rocuroniumbromid bei Patienten mit neuromuskulärer Erkrankung oder nach Poliomyelitis nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden, da Ausmaß und Art der Reaktion auf Muskelrelaxanzien in diesen Fällen erheblich variieren kann
      • bei Patienten mit Myasthenia gravis oder mit myasthenischem Syndrom (Lambert-Eaton) können kleine Dosen eine starke Wirkung hervorrufen
        • daher sollte Rocuroniumbromid bei diesen Patienten entsprechend der Reizantwort dosiert werden
    • Hypothermie
      • bei Operationen unter Hypothermie ist die neuromuskuläre Blockade von Rocuroniumbromid verstärkt und die Wirkungsdauer verlängert
    • Adipositas
      • wie bei anderen Muskelrelaxanzien kann es unter Rocuroniumbromid bei adipösen Patienten zu einer Verlängerung der Wirkung und der Spontanerholung kommen, wenn die Dosis basierend auf dem tatsächlichen Körpergewicht berechnet wird
    • Verbrennungen
      • Patienten mit Verbrennungen können Resistenz gegen nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien entwickeln
      • empfohlen, entsprechend der Reizantwort zu dosieren
    • Zustände, die die Wirkungen von Rocuroniumbromid steigern können und daher eine grundsätzliche Behandlung veränderter Blut-pH-Wert oder Dehydratation erfordern:
      • Hypokaliämie (z.B. nach starkem Erbrechen, Diarrhoe und Therapie mit Diuretika)
      • Hypermagnesiämie
      • Hypocalcämie (nach Massivtransfusionen)
      • Hypoproteinämie
      • Dehydratation
      • Azidose
      • Hyperkapnie
      • Kachexie
      • schwere Störungen im Elektrolythaushalt