Ropivacainhydrochlorid Sintetica 7.5mg/ml Inj.lsg.
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N3 | 10X10 ML | 41,89 € |
| N3 | 10X20 ML | 65,25 € |
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Indikation
- Anästhesie in der Chirurgie bei Erwachsenen und Kindern (> 12 Jahre):
- Epiduralanästhesie für chirurgische Eingriffe einschließlich Kaiserschnitt
- Plexusblockaden
- Leitungs- und Infiltrationsanästhesie
Dosierung
Basiseinheit: jeder ml Injektionslösung enthält 7,5 mg Ropivacainhydrochlorid (als Monohydrat)
- Anästhesie in der Chirurgie
- Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
- allgemein
- die niedrigste Dosis anwenden, die für eine wirksame Blockade notwendig ist
- für die Bestimmung der Dosis sind die Erfahrung des Arztes und die Kenntnis über den Allgemeinzustand des Patienten ausschlaggebend
- von Erwachsenen gut vertragene Dosen
- bei Operationen und postoperativer Analgesie über einen Zeitraum von 24 Stunden kumulativ verabreichte Dosen von bis zu 675 mg Ropivacainhydrochlorid
- postoperativ über einen Zeitraum von 72 Stunden kontinuierlich über eine epidurale Infusion verabreichten Dosen von bis zu 28 mg / Stunde
- eine begrenzte Anzahl von Patienten erhielt höhere Dosen von bis zu 800 mg / Tag, die mit relativ wenigen unerwünschten Wirkungen verbunden waren
- bei kontinuierlicher peripherer Regionalanästhesie (kontinuierliche Infusion) oder wiederholten Blockaden (wiederholte Injektionen):
- in klinischen Prüfungen wurde vor dem Eingriff eine femorale Nervenblockade mit 300 mg Ropivacainhydrochlorid und ein Interskalenusblock mit 225 mg Ropivacainhydrochlorid gesetzt
- die Schmerzfreiheit wurde anschließend mit Ropivacainhydrochlorid 2 mg / ml aufrechterhalten
- Infusionsraten oder intermittierende Injektionen von 10 - 20 mg / Stunde über 48 Stunden führten zu ausreichender Analgesie und wurden gut vertragen
- zur Behandlung postoperativer Schmerzen wird folgende Technik empfohlen:
- falls dies nicht schon präoperativ durchgeführt, wird mit einem Epiduralkatheter mit Ropivacainhydrochlorid 7,5 mg / ml eine Epiduralanästhesie eingeleitet
- die Analgesie wird mit einer Infusion von Ropivacainhydrochlorid 2 mg / ml aufrechterhalten
- Infusionsgeschwindigkeiten von 6 - 14 ml / Stunde (12 - 28 mg) sichern bei mäßigen bis schweren postoperativen Schmerzen in den meisten Fällen eine ausreichende Analgesie mit nur geringer und nicht progressiver motorischer Blockade
- max. Anwendungsdauer der Epiduralblockade: 3 Tage
- folgende Angaben dienen als Leitfaden für gebräuchliche Blockaden bei Erwachsenen
- Eintritt und Dauer der Blockade variieren im Einzelfall
- die Angeben zur Dosis beziehen sich auf den durchschnittlichen Dosisbereich, der erwartungsgemäß notwendig ist
- für Faktoren, die spezifische Blockadetechniken und individuelle Bedürfnisse des Patienten betreffen, s. Standardlehrbücher
- Lumbale Epiduralanästhesie
- Chirurgie
- 15 - 25 ml (113 - 188 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Beginn: 10 - 20 Min.
- Dauer: 3 - 5 Stunden
- Einzeldosen bis zu 250 mg Ropivacainhydrochlorid wurden gut vertragen
- 15 - 25 ml (113 - 188 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Kaiserschnitt
- 15 - 20 ml (113-150 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Beginn: 10 - 20 Min.
- Dauer: 3 - 5 Stunden
- Hinweise
- Ansteigende Dosen sind zu verwenden
- als Anfangsdosis ca. 100 mg (97,5 mg = 13 ml; 105 mg = 14 ml) innerhalb von 3 - 5 Minuten
- 2 zusätzliche Dosen, insgesamt 50 mg, können bei Bedarf verabreicht werden
- 15 - 20 ml (113-150 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Chirurgie
- Thorakale Epiduralanästhesie
- Blockade bei postoperativem Schmerz
- 5 - 15 ml (abhängig vom Injektionsort) (38 - 113mg Ropivacainhydrochlorid)
- Beginn: 10 - 20 Min.
- 5 - 15 ml (abhängig vom Injektionsort) (38 - 113mg Ropivacainhydrochlorid)
- Blockade bei postoperativem Schmerz
- Große Nervenblockaden
- Hinweis
- Im Hinblick auf große Nervenblockaden kann nur für die Plexus-brachialis-Blockade eine Dosierungsempfehlung gegeben werden
- Für andere große Nervenblockaden können geringere Dosen erforderlich sein
- Gegenwärtig liegen keine Erfahrungen für spezifische Dosisempfehlungen für andere Blockaden vor
- Plexus-brachialis-Blockaden
- 30 - 40 ml (225 - 300 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Beginn: 10 - 25 Min.
- Dauer: 6 - 10 Stunden
- Hinweise
- Dosis für eine große Nervenblockade muss dem Verabreichungsort und Patientenzustand entsprechend angepasst werden
- Interskalenäre und supraklavikuläre Plexus-brachialis-Blockaden können, unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum, mit größerer Häufigkeit von schwerwiegenden Nebenwirkungen begleitet sein
- 30 - 40 ml (225 - 300 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Hinweis
- Feldblockaden
- z. B. kleinere Nervenblockaden und Infiltration
- 1 - 30 ml (7,5 - 225 mg Ropivacainhydrochlorid)
- Beginn: 1 - 15 Min.
- Dauer: 2 - 6 Stunden
- 1 - 30 ml (7,5 - 225 mg Ropivacainhydrochlorid)
- z. B. kleinere Nervenblockaden und Infiltration
- allgemein
- Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
Dosisanpassung
- Niereninsuffizienz
- bei Anwendung von Einzeldosen oder bei Kurzzeitanwendung ist eine Anpassung der Dosis im Allgemeinen nicht erforderlich
- Leberinsuffizienz
- schwere Leberinsuffizienz: Anwendung mit besonderer Vorsicht
- bei wiederholter Verabreichung: ggf. Dosisreduktion zur Anpassung an die verzögerte Ausscheidung
- Kinder (< 12 Jahre)
- geringere Konzentrationen (Ropivacain 2 mg/ml und 5 mg/ml) anwenden
- Anwendung von 7,5 mg Ropivacainhydrochlorid /ml bei Kindern kann mit toxischen systemischen und zentralen Nebenwirkungen verbunden sein
Kontraindikationen
Ropivacain - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Ropivacain
- Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Amidtyp
- intravenöse Regionalanästhesie (Bier-Block)
- Paracervikalanästhesie in der Geburtshilfe
- Hypovolämie
- große Nervenblockaden sind bei hypovolämischen Patienten kontraindiziert
- außerdem: Berücksichtigung allgemeiner Gegenanzeigen in Verbindung mit einer
- Regionalanästhesie, einschließlich neuroaxialer Anästhesie
- Epiduralanästhesie, unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum
Nebenwirkungen
Ropivacain - invasiv
- Erkrankungen des Immunsystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock, angioneurotisches Ödem und Urtikaria)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Psychiatrische Erkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Angst(gefühl)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems:
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Kopfschmerzen
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Parästhesie
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- ZNS-Toxizitätssymptome
- Krämpfe
- tonisch-klonische Krämpfe
- epileptische Anfälle
- Grand-mal-Anfälle
- (leichte) Benommenheit
- zirkumorale/periorale Parästhesie
- Taubheit der Zunge
- Hyperakusis
- Tinnitus
- Sehstörungen
- Dysarthrie
- Muskelzucken
- Tremor
- Hypästhesie
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- ZNS-Toxizitätssymptome
- ohne Häufigkeitsangabe
- Dyskinesie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Herzerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Bradykardie
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Tachykardie
- Bradykardie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Herzstillstand
- Herzrhythmusstörungem
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hypotonie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hypotonie (bei Kindern)
- Hypertonie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Synkope
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Synkope
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Dyspnoe
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Dyspnoe
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen (bei Kindern)
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erbrechen
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Erbrechen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Steifheit (Rigor)
- Rückenschmerzen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Harnretention
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Harnretention
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Temperaturerhöhung
- Schüttelfrost
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Absinken der Körpertemperatur / Hypothermie
- tritt nach intrathekaler Anwendung häufiger auf als angezeigt
- Absinken der Körpertemperatur / Hypothermie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Klassenbezogene Nebenwirkungen
- neurologische Komplikationen
- Neuropathie und Funktionsstörungen / Verletzung des Rückenmarks (z. B. Arteria-spinalis-anterior-Syndrom, Arachnoiditis, Cauda equina Syndrom) wurden mit der Regionalanästhesie in Zusammenhang gebracht
- können in seltenen Fällen zu bleibenden Schäden führen
- Komplikationen sind unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum
- Neuropathie und Funktionsstörungen / Verletzung des Rückenmarks (z. B. Arteria-spinalis-anterior-Syndrom, Arachnoiditis, Cauda equina Syndrom) wurden mit der Regionalanästhesie in Zusammenhang gebracht
- totale spinale Blockade
- totale spinale Blockade kann auftreten, wenn eine epidurale Dosis versehentlich intrathekal angewendet wird oder wenn eine zu hohe intrathekale Dosis angewendet wird
- akute systemische Toxizität
- systemische toxische Reaktionen betreffen in erster Linie das zentrale Nervensystem (ZNS) und das kardiovaskuläre System
- solche Reaktionen werden durch hohe Blutkonzentrationen eines Lokalanästhetikums verursacht, die auftreten können bei
- einer (versehentlichen) intravasalen Injektion
- Überdosierung
- außergewöhnlich schneller Absorption aus stark vaskularisierten Regionen
- ZNS-Reaktionen sind bei allen Lokalanästhetika vom Amidtyp ähnlich, während kardiale Reaktionen sowohl quantitativ als auch qualitativ stärker von dem Wirkstoff abhängen
- ZNS-Toxizität
- bei toxischen Wirkungen auf das ZNS können Stufen mit Symptomen und Anzeichen ansteigenden Schweregrades unterschieden werden
- anfänglich werden folgende Symptome beobachtet:
- Seh- oder Hörstörungen
- periorales Taubheitsgefühl
- Schwindelgefühl
- (leichte) Benommenheit
- Kribbeln
- Parästhesien
- Dysarthrie, Muskelsteifigkeit und Muskelzuckungen sind schwerwiegender und gehen einem Anfall von generalisierten Krämpfen voraus
- solche Anzeichen dürfen nicht als ein Symptom einer neurologischen Erkrankung missverstanden werden
- Bewusstlosigkeit und tonisch-klonische Krämpfe können folgen, die einige Sekunden bis mehrere Minuten dauern können
- Hypoxie und Hyperkapnie treten zusammen mit Respirationsstörungen während der Konvulsionen durch die erhöhte Muskelaktivität zusammen mit Respirationsstörungen rasch auf
- in schweren Fällen kann sogar eine Apnoe auftreten
- anfänglich werden folgende Symptome beobachtet:
- die respiratorische und metabolische Azidose verstärkt und verlängert die toxischen Wirkungen der Lokalanästhetika
- die Regeneration folgt auf die Rückverteilung des Lokalanästhetikums aus dem ZNS und der anschließenden Metabolisierung und Ausscheidung
- die Regeneration kann schnell erfolgen, es sei denn, es wurden große Mengen injiziert
- bei toxischen Wirkungen auf das ZNS können Stufen mit Symptomen und Anzeichen ansteigenden Schweregrades unterschieden werden
- kardiovaskulare Toxizität
- Symptome der kardiovaskulären Toxizität sind schwerwiegender:
- Hypotonie, Bradykardie, Arrhythmie und sogar Herzstillstand können infolge hoher systemischer Konzentrationen des Lokalanästhetikums auftreten
- die i.v.-Infusion von Ropivacainhydrochlorid bewirkte bei freiwilligen Probanden eine Verringerung der Reizleitung und Kontraktilität
- toxischen Wirkungen auf das kardiovaskuläre System gehen im Allgemeinen ZNS-Toxizitätssymptome voraus, es sei denn, der Patient erhält eine Allgemeinanästhesie oder ist durch Substanzen wie Benzodiazepine oder Barbiturate stark sediert
- Symptome der kardiovaskulären Toxizität sind schwerwiegender:
- neurologische Komplikationen
- Kinder
- bei Kindern können frühe Anzeichen einer lokalen Toxizität des Anästhetikums schwer erkennbar sein, da sie ggf. nicht in der Lage sind, sich verbal adäquat auszudrücken oder unter genereller Anästhesie stehen
Anwendungshinweise
- perineurale und epidurale Anwendung mittels Injektion
- zur Vermeidung einer intravasalen Injektion wird eine wiederholte Aspiration vor und während der Injektion empfohlen
- wenn eine hohe Dosis injiziert werden soll, wird die vorherige Verabreichung einer Testdosis von 3 - 5 ml Lidocain 2 % (Lignocain) mit Adrenalin (Epinephrin) 1:200.000 empfohlen
- eine versehentliche intravaskuläre Injektion lässt sich an einer vorübergehenden Erhöhung der Herzfrequenz und eine unbeabsichtigte intrathekale Injektion durch Anzeichen einer Spinalblockade erkennen
- vor und während der Verabreichung der Hauptdosis sollte aspiriert werden
- die Hauptdosis sollte langsam oder in fraktionierten Dosen mit einer Geschwindigkeit von 25 - 50 mg / min injiziert werden (dabei die Vitalfunktionen des Patienten unter dauerndem Sprechkontakt streng überwachen)
- beim Auftreten toxischer Symptome muss die Injektion sofort gestoppt werden
- zur Epiduralblockade bei Operationen wurden Einzeldosen bis zu 250 mg Ropivacainhydrochlorid verwendet und gut vertragen
- zur Brachialplexusblockade wurde bei einer begrenzten Anzahl von Patienten eine Einzeldosis von 300 mg eingesetzt und gut vertragen
- bei länger dauernden Blockaden, entweder durch kontinuierliche Infusion oder durch wiederholte Bolusinjektion, müssen die Risiken toxischer Plasmakonzentrationen oder lokaler Nervenläsionen berücksichtigt werden
- von Erwachsenen gut vertragene Dosen
- bei Operationen und postoperativer Analgesie über einen Zeitraum von 24 Stunden kumulativ verabreichte Dosen von bis zu 675 mg Ropivacainhydrochlorid
- postoperativ über einen Zeitraum von 72 Stunden kontinuierlich über eine epidurale Infusion verabreichten Dosen von bis zu 28 mg / Stunde
- eine begrenzte Anzahl von Patienten erhielt höhere Dosen von bis zu 800 mg / Tag, die mit relativ wenigen unerwünschten Wirkungen verbunden waren
- zur Behandlung postoperativer Schmerzen kann folgende Technik empfohlen werden
- sofern nicht bereits präoperativ eine Epiduralblockade durchgeführt wurde, wird diese über einen Epiduralkatheter mit Ropivacainhydrochlorid 7,5 mg/ml induziert
- die Analgesie wird mit einer Infusion von Ropivacainhydrochlorid 2 mg/ml aufrecht erhalten
- bei den meisten Fällen von mäßig starkem bis starkem postoperativem Schmerz wird mit Infusionsraten von 6 - 14 ml (12 - 28 mg) pro Stunde eine adäquate Analgesie mit nur geringer und nicht progressiver motorischer Blockade erzielt
- maximale Dauer für eine Epiduralblockade: 3 Tage
- analgetische Wirkung jedoch engmaschig überwachen, um den Katheter zu entfernen, sobald die Schmerzsituation dies ermöglicht
- mit dieser Technik konnte eine signifikante Reduktion der sonst benötigten Opioid-Menge erreicht werden
- in klinischen Studien wurden Epiduralinfusionen mit Ropivacainhydrochlorid 2 mg/ml allein oder in Kombination mit Fentanyl 1 - 4 µg/ml zur postoperativen Schmerztherapie über bis zu 72 Stunden verabreicht
- die Kombination aus Ropivacainhydrochlorid und Fentanyl führte zu einer besseren Schmerzlinderung, verursachte aber Opioidnebenwirkungen
- die Kombination aus Ropivacainhydrochlorid und Fentanyl wurde nur mit Ropivacainhydrochlorid 2 mg/ml geprüft
- bei lang dauernder peripherer Nervenblockade durch kontinuierliche Infusion oder wiederholte Injektionen muss das Risiko von toxischen Plasmakonzentrationen bzw. einer lokalen Nervenschädigung berücksichtigt werden
- in klinischen Studien wurde präoperativ eine Femoralisblockade mit 300 mg Ropivacainhydrochlorid 7,5 mg/ml und eine Interskalenusblockade mit 225 mg Ropivacainhydrochlorid 7,5 mg/ml erreicht
- die Analgesie wurde anschließend mit einer Infusion von Ropivacainhydrochlorid 2 mg/ml aufrecht erhalten
- mit Infusionsraten oder intermittierenden Injektionen von 10 - 20 mg / Stunde über 48 Stunden wurde bei guter Verträglichkeit eine adäquate Analgesie erreicht
- Konzentrationen über 7,5 mg/ml Ropivacainhydrochlorid sind für Sectio caesarea nicht dokumentiert
Stillzeithinweise
Ropivacain - invasiv
- keine bzw. nur unzureichende Daten bezüglich der Frage des Übertritts von Ropivacain in die Muttermilch beim Menschen
Schwangerschaftshinweise
Ropivacain - invasiv
- mit Ausnahme der epiduralen Anwendung in der Geburtshilfe keine ausreichenden Daten zur von Ropivacain in der Schwangerschaft beim Menschen
- tierexperimentelle Studien
- keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen auf Reproduktionstoxizität / Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung beobachtet
- Fertilität
- keine klinischen Daten bezüglich der Fertilität vorliegend
Warnhinweise
Ropivacain - invasiv
- Ropivacain soll nur von - oder unter der Aufsicht von - Ärzten angewendet werden, die in der Regionalanästhesie erfahren sind
- Regionalanästhesien sollten ausschließlich in entsprechend eingerichteten Räumlichkeiten und durch entsprechendes Fachpersonal erfolgen
- Ausrüstung und Arzneimittel für das Monitoring und für eine notfallmäßige Wiederbelebung bereitstellen
- Patienten, bei denen eine große Blockade vorgenommen wird
- sollten in einem bestmöglichen klinischen Zustand sein und vor Beginn der Blockade einen intravenösen Zugang erhalten
- verantwortlicher Arzt
- sollte die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um eine intravasale Injektion zu vermeiden
- sollte entsprechend ausgebildet sein und über ausreichende Kenntnisse bezüglich der Anzeichen und Behandlung von Nebenwirkungen, systemischer Toxizität und anderer Komplikationen wie z.B. einer unbeabsichtigten subarachnoidalen Injektion, die eine hohe Spinalanästhesie mit Apnoe und Hypotension verursachen kann, verfügen
- werden zu hohe Dosen in den Spinalraum appliziert, kann dies zu einer totalen spinalen Blockade führen
- nach intrathekaler Anwendung ist wegen der niedrigen verabreichten Dosis nicht mit dem Auftreten systemischer toxischer Wirkungen zu rechnen
- Krämpfe
- nach der Plexus-brachialis-Blockade und der Epiduralanästhesie traten Krämpfe vergleichsweise am häufigsten auf
- dies resultiert wahrscheinlich aus einer akzidentellen intravasalen Injektion oder einer zu schnellen Absorption vom Injektionsort
- Entzündungen
- Vorsicht erforderlich, um Injektionen in entzündete Gebiete zu vermeiden
- kardiovaskuläre Wirkung, Herz-Kreislauf
- Epidural- und Spinalanästhesien können Hypotonie und Bradykardie auslösen
- Hypotonie sollte unverzüglich durch intravenöse Gabe eines Vasopressors und einer angemessenen vaskulären Volumensubstitution behandelt werden
- Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III (z.B. Amiodaron) behandelt werden
- streng überwachen
- EKG-Monitoring sollte in Betracht gezogen werden, da sich kardiale Effekte addieren können
- in seltenen Fällen Auftreten eines Herzstillstandes während der Anwendung von Ropivacain zur Epiduralanästhesie oder zur peripheren Nervenblockade v.a.nach einer unbeabsichtigten, versehentlichen intravasalen Injektion bei älteren Patienten und bei Patienten mit begleitender Herzerkrankung berichtet
- in einigen Fällen war die Wiederbelebung schwierig
- bei einem Herzstillstand können längere Wiederbelebungsversuche erforderlich sein, um die Möglichkeit eines erfolgreichen Ausgangs zu verbessern
- Epidural- und Spinalanästhesien können Hypotonie und Bradykardie auslösen
- Blockaden in der Kopf- und Halsregion
- bestimmte lokalanästhetische Verfahren, z.B. Injektionen in der Kopf- und Halsregion, können - unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum - mit einer erhöhten Häufigkeit schwerwiegender unerwünschter Wirkungen verbunden sein
- Plexusblockaden
- Plexusblockaden können implizieren, dass ein großes Volumen eines Lokalanästhetikums in stark vaskularisierten Regionen, oft in der Nähe großer Gefäße, angewendet wird
- dort besteht ein erhöhtes Risiko einer intravasalen Injektion und/oder einer schnellen systemischen Absorption, was zu hohen Plasmakonzentrationen führen kann
- Anwendung bei Kindern unter 1 Jahr kann so lange nicht empfohlen werden, bis weitere Erfahrungen vorliegen
- Plexusblockaden können implizieren, dass ein großes Volumen eines Lokalanästhetikums in stark vaskularisierten Regionen, oft in der Nähe großer Gefäße, angewendet wird
- Kombination mit Opioiden
- in klinischen Prüfungen wurde Ropivacain 2 mg/ml als epidurale Infusion alleine oder gemischt mit 1 bis 4 µg/ml Fentanyl bis zu 72 Stunden zur Behandlung von postoperativen Schmerzen gegeben
- Kombination von Ropivacain und Fentanyl verbesserte die Schmerzlinderung, verursachte aber Opioid-typische Nebenwirkungen
- Kombination von Ropivacain und Fentanyl nur für Ropivacain 2 mg/ml untersucht
- große periphere Nervenblockaden
- bei großen peripheren Nervenblockaden muss mitunter ein großes Volumen eines Lokalanästhetikums in stark vaskularisierte Regionen, oft in der Nähe großer Gefäße, angewendet werden
- dort besteht erhöhtes Risiko einer intravasalen Injektion und/oder einer schnellen systemischen Resorption, was zu hohen Plasmakonzentrationen führen kann
- Hypovolämie
- Patienten mit Hypovolämie (gleich welcher Ursache) können während einer intrathekalen bzw. Epidural-Anästhesie eine plötzliche und schwere Hypotonie entwickeln
- unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum
- Patienten mit Hypovolämie (gleich welcher Ursache) können während einer intrathekalen bzw. Epidural-Anästhesie eine plötzliche und schwere Hypotonie entwickeln
- Patienten in schlechtem Allgemeinzustand
- Patienten in altersbedingt schlechtem Allgemeinzustand oder mit anderen beeinträchtigenden Faktoren, wie teilweisem oder vollständigem AV-Block, fortgeschrittener Leber- oder schwerer Nierenfunktionsstörung, benötigen besondere Aufmerksamkeit, auch wenn bei diesen Patienten eine Regionalanästhesie häufig angezeigt ist
- Patienten mit Funktionsstörung von Leber und Niere
- Ropivacain wird in der Leber metabolisiert und sollte daher bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz mit besonderer Vorsicht angewendet werden
- wiederholte Verabreichung: Verminderung der Dosierung zur Anpassung an die verzögerte Ausscheidung kann erforderlich werden
- Anwendung von Einzeldosen oder bei Kurzzeitanwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:
- Anpassung der Dosis im Allgemeinen nicht erforderlich
- Azidose und verminderte Plasmaproteinkonzentrationen, wie sie häufig bei Patienten mit chronischem Nierenversagen beobachtet werden, erhöhen möglicherweise die systemische Toxizität
- Ropivacain wird in der Leber metabolisiert und sollte daher bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz mit besonderer Vorsicht angewendet werden
- akute Porphyrie
- Ropivacain kann möglicherweise eine Porphyrie auslösen und sollte bei Patienten mit akuter Porphyrie nur angewendet werden, wenn keine sicherere Alternative zur Verfügung steht
- angemessene Vorsichtsmaßnahmen bei gefährdeten Patienten sollten entsprechend der Standardliteratur und/oder in Absprache mit einem Spezialisten erfolgen
- Überempfindlichkeit
- mögliche Kreuzallergie mit anderen Lokalanästhetika vom Amidtyp sollte in Betracht gezogen werden
- Langzeitanwendung
- längere Anwendung von Ropivacain sollte bei Patienten vermieden werden, die gleichzeitig mit starken CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin und Enoxacin behandelt werden
- Chondrolyse
- nach Markteinführung: Berichte über Chondrolyse bei Patienten, die postoperativ intraartikuläre Dauerinfusionen von Lokalanästhetika (einschließlich Ropivacain) erhalten haben
- bei der Mehrheit der berichteten Fälle war das Schultergelenk betroffen
- intraartikuläre Dauerinfusionen sind keine zugelassene Indikation für Ropivacain
- intraartikuläre Dauerinfusionen mit Ropivacain sollten vermieden werden, da die Wirksamkeit und Sicherheit nicht erwiesen wurden
- nach Markteinführung: Berichte über Chondrolyse bei Patienten, die postoperativ intraartikuläre Dauerinfusionen von Lokalanästhetika (einschließlich Ropivacain) erhalten haben
- Neugeborene
- Ropivacain 5 mg/ml
- ist für die Anwendung bei Kindern < 1 Jahr nicht zugelassen
- bei Neugeborenen kann besondere Vorsicht geboten sein, da die Stoffwechselfunktionen noch nicht vollständig ausgereift sind
- in klinischen Untersuchungen variierten die Plasmakonzentrationen von Ropivacain bei Neugeborenen stark
- möglicherweise daher das Risiko für eine systemische Toxizität in dieser Altersgruppe erhöht, besonders bei kontinuierlicher epiduraler Infusion
- empfohlene Dosierungsangaben bei Neugeborenen basieren auf begrenzten klinischen Daten
- Ropivacain sollte bei diesen Patienten nur unter ständiger Beobachtung von systemischer Toxizität (z.B. Anzeichen von ZNS-Toxizität, EKG, Blutsauerstoffsättigungswert) und lokalen neurotoxischen Ereignissen (z.B. verlängerte Erholungsphase) angewendet werden
- aufgrund einer langsamen Ausscheidung von Ropivacain bei Neugeborenen sollten diese Kontrollen auch nach der Infusion fortgeführt werden
- Ropivacain 5 mg/ml
- Kinder und Jugenliche
- intrathekale Verabreichung
- Sicherheit und Wirksamkeit bei Säuglingen, Kleinkindern oder Kindern nicht erwiesen
- Leitungs- und Infiltrationsanästhesie
- Sicherheit und Wirksamkeit von Ropivacain 2 mg/ml zur Leitungs- und Infiltrationsanästhesie bei Kindern bis einschließlich 12 Jahren nicht erwiesen
- periphere Nervenblockade
- Sicherheit und Wirksamkeit von Ropivacain 2 mg/ml bzw. 5 mg/ml zur peripheren Nervenblockade bei Kindern < 1 Jahr nicht erwiesen
- Ropivacain 7,5 mg/ml und 10 mg/ml
- Sicherheit und Wirksamkeit von Ropivacain 7,5 mg/ml und 10 mg/ml bei Kindern bis einschließlich 12 Jahren nicht erwiesen
- Ropivacain 5 mg/ml
- ist für die Anwendung bei Kindern < 1 Jahr nicht zugelassen
- intrathekale Verabreichung