Ryeqo 40 mg/1 mg/0.5 mg Filmtabletten

Gedeon Richter Pharma GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Estradiol/Norethisteron/Relugolix →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 28 ST 100,56 €
3X28 ST 279,01 €
NotApplicable 28 ST

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Fachinformationen

Indikation

erwachsene Frauen im gebärfähigen Alter

  • Behandlung mäßiger bis starker Symptome von Uterusmyomen
  • Symptomatische Behandlung der Endometriose bei Frauen mit vorausgegangener medikamentöser oder chirurgischer Behandlung ihrer Endometriose

Dosierung

Basiseinheit: 1 Filmtablette enthält 40 mg Relugolix, 1 mg Estradiol (als Hemihydrat) und 0,5 mg Norethisteronacetat

  • Behandlung mäßiger bis starker Symptome von Uterusmyomen, symptomatische Behandlung der Endometriose mit vorausgegangener medikamentöser oder chirurgischer Behandlung dieser bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter
    • Behandlungseinleitung und -überwachung durch einen Arzt, der in der Diagnose und Behandlung von Uterusmyomen und/oder Endometriose erfahren ist
    • vor Behandlungsbeginn
      • Schwangerschaft muss vor Behandlungsbeginn ausgeschlossen werden
      • Patientinnen mit Risikofaktoren für Osteoporose oder Knochenschwund
        • Dual X-Ray Absorptiometry (DXA) empfohlen
      • sämtliche hormonelle Kontrazeptiva absetzen, da die begleitende Anwendung hormoneller Kontrazeptiva kontraindiziert ist
    • Dosierung
      • 1 Tablette (40 mg Relugolix plus 1 mg Estradiol plus 0,5 mg Norethisteronacetat) 1mal / Tag
        • in etwa zur selben Tageszeit
    • Behandlungsbeginn
      • 1. Tablette innerhalb von 5 Tagen nach Einsetzen der Menstruationsblutung einnehmen
        • Beginn an einem anderen Tag des Menstruationszyklus: zunächst unregelmäßige und / oder starke Blutungen möglich
    • Dauer der Anwendung
      • das Arzneimittel kann ohne Unterbrechung eingenommen werden
      • nach 1 Jahr Behandlung wird ein DXA-Scan empfohlen
      • Absetzen der Behandlung sollte in Betracht gezogen werden, wenn bei der Patientin die Menopause beginnt, da sich Symptome der Uterusmyome als auch der Endometriose mit Beginn der Menopause bekanntlich zurückbilden
    • ausgelassene Tabletten
      • eine ausgelassene Tablette muss schnellstmöglich nachgeholt und anschließend am nächsten Tag die Tablette zum üblichen Zeitpunkt eingenommen werden
      • Einnahme an >/= 2 aufeinanderfolgenden Tagen versäumt
        • für die nächsten 7 Tage der Behandlung ist eine nicht hormonelle Verhütungsmethode zu verwenden (Empfängnisschutz kann verringert sein)
    • empfängnisverhütende Eigenschaften
      • Behandlungsbeginn
        • nach mind. einmonatiger Einnahme in der empfohlenen Dosis wird der Eisprung gehemmt und eine ausreichende Empfängnisverhütung gewährleistet
        • für mind. 1 Monat nach Behandlungsbeginn sollten nicht hormonelle Methoden zur Empfängnisverhütung angewendet werden
      • Therapieende
        • Eisprung tritt rasch nach Absetzen der Behandlung wieder auf
        • vor dem Absetzen der Behandlung muss Gespräch über geeignete Verhütungsmethoden geführt werden
        • unmittelbar nach dem Absetzen der Behandlung muss mit der Anwendung einer anderen Verhütungsmethode begonnen werden

Dosisanpassungen

  • Niereninsuffizienz
    • leichte, mittelschwere oder schwere Nierenfunktionseinschränkung
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
  • Leberinsuffizienz
    • leichte oder mittelschwere Leberfunktionseinschränkung
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • Frauen mit schwerer Lebererkrankung
      • kontraindiziert, wenn sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • kein relevanter Nutzen von Relugolix / Estradiol / Norethisteronacetat bei der Behandlung der Symptome von Uterusmyomen
    • Sicherheit und Wirksamkeit zur Behandlung der Endometriose nicht erwiesen (keine Daten)
  • ältere Patientinnen
    • kein relevanter Nutzen von Relugolix / Estradiol / Norethisteronacetat bei älteren Patientinnen im Anwendungsgebiet

Kontraindikationen

Relugolix, Estradiol und Norethisteron - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Relugolix, Estradiol und/oder Norethisteron
  • bestehende oder frühere venöse thromboembolische Erkrankung (z. B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie)
  • bestehende oder frühere arterielle thromboembolische kardiovaskuläre Erkrankung (z. B. Myokardinfarkt, apoplektischer Insult, ischämische Herzkrankheit)
  • bekannte thrombophile Erkrankungen (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombinmangel oder aktivierte Protein-C(APC)-Resistenz, einschließlich Faktor-V-Leiden
  • bekannte Osteoporose
  • Kopfschmerzen mit fokalen neurologischen Symptomen oder Migräne mit Aura
  • bekannte oder vermutete sexualhormonabhängige Malignome (z. B. der Brust oder der Geschlechtsorgane)
  • bestehende oder vorausgegangene (benigne oder maligne) Lebertumoren
  • bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, sofern sich die Leberfunktionswerte nicht normalisiert haben
  • Schwangerschaft, vermutete Schwangerschaft und Stillzeit
  • Blutungen unbekannter Ursache im Genitalbereich
  • begleitende Anwendung hormoneller Kontrazeptiva

Therapiehinweise

Mit Flüssigkeit einnehmen.

Nebenwirkungen

Relugolix, Estradiol und Norethisteron - peroral
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reizbarkeit
      • Libido vermindert einschl.
        • Libidoverlust
        • Libidostörung
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hitzewallung
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dyspepsie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Alopezie
      • Hyperhidrosis
      • nächtliche Schweißausbrüche
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
      • Urtikaria
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Arthralgie
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Uterusblutung einschl.
        • Menorrhagie (starke Menstruationsblutung)
        • Metrorrhagie (Zwischenblutung)
        • vaginale Blutung
        • Uterusblutung
        • Polymenorrhö
        • Menstruation unregelmäßig
      • vulvovaginale Trockenheit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Mamma-Zyste
      • uterine Ausstoßung eines Myoms

Anwendungshinweise

  • zum Einnehmen
    • Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten
    • bei Bedarf mit etwas Flüssigkeit einnehmen
    • Einnahme täglich in etwa zur selben Tageszeit

Stillzeithinweise

Relugolix, Estradiol und Norethisteron - peroral
  • während der Anwendung des Arzneimittels und 2 Wochen nach dessen Absetzen ist das Stillen kontraindiziert
  • Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Säuglinge können nicht ausgeschlossen werden
  • Relugolix
    • es liegen keine Daten zu Relugolix oder seiner Metaboliten in der Muttermilch oder seinen Auswirkungen auf den gestillten Säugling vor
  • Estrogen und Gestagen
    • nachweisbare Mengen von Estrogen und Gestagen wurden in der Muttermilch bei Frauen festgestellt, die eine Therapie mit Estrogen und Gestagen erhielten
  • tierexperimentelle Studien:
    • Relugolix
      • Ergebnisse aus präklinischen Studien deuten darauf hin, dass Relugolix in die Milch von laktierenden Ratten ausgeschieden wird

Schwangerschaftshinweise

Relugolix, Estradiol und Norethisteron - peroral
  • Schwangerschaft
    • das Arzneimittel ist während der Schwangerschaft kontraindiziert
    • die Behandlung muss bei Eintritt einer Schwangerschaft abgebrochen werden
    • Relugolix
      • bisher nur begrenzte Daten über die Anwendung von Relugolix bei Schwangeren vorliegend
        • auf Grundlage der pharmakologischen Effekte können unerwünschte Wirkungen auf die Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden
    • Estrogene und Gestagene
      • das Risiko für schädliche Effekte bei Kindern von Frauen, die unbeabsichtigt während der Frühphase der Schwangerschaft Estrogene und Gestagene zur oralen Empfängnisverhütung angewendet haben, ist kaum bis nicht erhöht
    • das erhöhte Risiko einer venöse Thromboembolie (VTE) während der postpartalen Periode muss bei der Wiederaufnahme der Behandlung mit Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat berücksichtigt werden
    • tierexperimentelle Studien
      • Relugolix
        • haben gezeigt, dass eine Exposition gegenüber Relugolix zu Beginn der Schwangerschaft das Risiko einer frühen Fehlgeburt erhöhen kann
  • Frauen im gebärfähigen Alter
    • das Arzneimittel hemmt bei Frauen, die die empfohlene Dosis einnehmen, den Eisprung und sorgt für eine ausreichende Empfängnisverhütung
    • die Anwendung einer nicht hormonellen Verhütungsmethode wird für 1 Monat nach Behandlungsbeginn und für 7 Tage nach 2 oder mehr ausgelassenen aufeinanderfolgenden Dosen empfohlen
    • die begleitende Anwendung von hormonellen Kontrazeptiva ist kontraindiziert
    • Frauen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, dass nach dem Absetzen der Behandlung die Ovulation rasch wieder auftritt
    • vor dem Absetzen der Behandlung muss daher ein Gespräch mit der Patientin über eine geeignete Verhütungsmethode stattfinden; darüber hinaus muss unmittelbar nach dem Absetzen der Behandlung mit der Anwendung einer anderen Verhütungsmethode begonnen werden
  • Fertilität
    • das Arzneimittel hemmt die Ovulation und führt häufig zu einer Amenorrhö
    • die Ovulation und die Menstruationsblutung treten nach Absetzen der Behandlung rasch wieder auf

Warnhinweise

Relugolix, Estradiol und Norethisteron - peroral
  • das Arzneimittel darf nur nach sorgfältiger diagnostischer Abklärung verordnet werden
  • empfängnisverhütende Eigenschaften
    • nach mindestens einmonatiger Anwendung hemmt das Arzneimittel bei Frauen, die die empfohlene Dosis einnehmen, den Eisprung und gewährleistet, wenn es mindestens über 1 Monat angewendet wird, eine ausreichende Empfängnisverhütung
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen darauf hingewiesen werden, dass der Eisprung nach Absetzen der Behandlung rasch wieder auftritt
    • daher muss vor dem Absetzen der Behandlung mit der Patientin ein Gespräch über geeignete Verhütungsmethoden geführt werden
    • darüber hinaus muss unmittelbar nach dem Absetzen der Behandlung mit der Anwendung einer anderen Verhütungsmethode begonnen werden
  • ärztliche Untersuchung/Beratung
    • vor der Einleitung oder Wiederaufnahme der Behandlung muss eine vollständige Anamnese (einschließlich Familienanamnese) erhoben werden
    • der Blutdruck muss gemessen und eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden, die sich an den Gegenanzeigen und Warnhinweisen orientiert
    • während der Behandlung müssen regelmäßige Kontrolluntersuchungen gemäß der klinischen Standardpraxis erfolgen
    • vor Behandlungsbeginn müssen sämtliche hormonellen Kontrazeptiva abgesetzt werden
    • Nach Beginn einer Behandlung sollten für mindestens 1 Monat nicht hormonelle Methoden der Empfängnisverhütung angewendet werden
    • vor der Behandlung bzw. Wiederaufnahme der Behandlung muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden
  • Risiko für thromboembolische Erkrankungen
    • die Einnahme von Arzneimitteln, die ein Estrogen und ein Gestagen enthalten, erhöht das Risiko einer arteriellen oder venösen Thromboembolie (ATE oder VTE) gegenüber der Nichtanwendung
    • das Risiko für das Auftreten einer ATE/VTE unter Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat wurde nicht ermittelt
    • das Arzneimittel enthält Estrogen und Gestagen in einer Dosis, die unterhalb der Dosis von kombinierten hormonellen Kontrazeptiva liegt
      • sie werden zusammen mit Relugolix, einem Gonadotropin-Releasing-Hormon(GnRH)-Rezeptorantagonisten, der die Bildung von Estrogen und Progesteron in den Ovarien hemmt, verabreicht
      • die Estradiol-Werte im Serum liegen im Bereich der frühen Follikelphase
    • bei Auftreten einer ATE/VTE muss die Behandlung sofort beendet werden
    • das Arzneimittel ist kontraindiziert bei Frauen mit vorausgegangener oder bestehender venöser oder arterieller thromboembolischer Erkrankung
    • Risikofaktoren für venöse Thromboembolie (VTE)
      • das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Frauen, die estrogen- und gestagenhaltige Präparate anwenden, kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen
      • Risikofaktoren für VTE
        • Adipositas (Body-Mass-Index [BMI] über 30 kg/m2)
          • Risiko nimmt mit steigendem BMI erheblich zu
        • längere Immobilisierung, größere Operationen oder schweres Trauma
          • in diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung des Arzneimittels (bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher) zu unterbrechen und erst 2 Wochen nach der kompletten Mobilisierung wieder aufzunehmen
        • familiäre Vorbelastung (jede venöse Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, z. B. jünger als 50 Jahre)
          • bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition muss die Frau zur Beratung an einen Spezialisten überwiesen werden, bevor eine Entscheidung über die Anwendung des Arzneimittels getroffen wird
        • andere Erkrankungen, die mit einer VTE verknüpft sind
          • Krebs
          • systemischer Lupus erythematodes
          • hämolytisch-urämisches Syndrom
          • chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa)
          • Sichelzellkrankheit
        • zunehmendes Alter
          • insbesondere älter als 35 Jahre
      • das erhöhte Risiko einer Thromboembolie in der Schwangerschaft und insbesondere während der 6-wöchigen Dauer des Wochenbetts muss beachtet werden
    • Symptome einer VTE (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie)
      • beim Auftreten von Symptomen ist den Anwenderinnen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und den Arzt darüber zu informieren, dass sie Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat anwenden
      • bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) können folgende Symptome auftreten
        • unilaterale Schwellung des Beins und/oder Fußes oder entlang einer Beinvene
        • Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur bei Stehen oder Gehen bemerkt wird
        • Erwärmung des betroffenen Beins; gerötete oder entfärbte Haut am Bein
      • bei einer Lungenembolie (LE) können folgende Symptome auftreten
        • plötzliches Auftreten unerklärlicher Kurzatmigkeit oder schnellen Atmens
        • plötzlich auftretender Husten, möglicherweise in Verbindung mit Hämoptyse
        • stechender Brustschmerz
        • starke Benommenheit oder Schwindelgefühl
        • schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
      • einige dieser Symptome (z. B. „Kurzatmigkeit", „Husten") sind unspezifisch und können als häufiger vorkommende und weniger schwerwiegende Ereignisse fehlinterpretiert werden (z. B. als Atemwegsinfektionen)
    • Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
      • epidemiologische Studien haben die Anwendung von Estrogen-/Gestagen-Produkten mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thromboembolie (Myokardinfarkt) oder apoplektischen Insult (z. B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall) in Verbindung gebracht
      • arterielle thromboembolische Ereignisse können tödlich verlaufen
      • das Risiko für arterielle thromboembolische Komplikationen bei Frauen, die estrogen- und gestagenhaltige Präparate anwenden, kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen
      • Risikofaktoren für ATE
        • zunehmendes Alter
          • insbesondere älter als 35 Jahre
        • Rauchen
          • Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie das Arzneimittel anwenden möchten
        • Hypertonie
        • Adipositas (Body-Mass-Index [BMI] über 30 kg/m2)
          • das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu
        • familiäre Vorbelastung (ATE) bei einem Geschwister- oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, d. h. jünger als 50 Jahre
          • bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung des Arzneimittels getroffen wird
        • Migräne
          • ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads der Migräne während der Anwendung des Arzneimittels (die einem zerebrovaskulären Ereignis vorausgehen kann) kann ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein
        • andere Erkrankungen, die mit unerwünschten Gefäßereignissen verknüpft sind
          • Diabetes mellitus
          • Hyperhomocysteinämie
          • Erkrankung der Herzklappen und Vorhofflimmern
          • Dyslipoproteinämie
          • systemischer Lupus erythematodes
      • Symptome einer ATE
        • beim Auftreten von Symptomen ist den Frauen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und den Arzt darüber zu informieren, dass sie Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat anwenden
        • bei einem apoplektischen Insult können folgende Symptome auftreten
          • plötzliches Taubheitsgefühl oder Schwäche im Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Körperseite
          • plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen
          • plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten
          • plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen
          • plötzliche, schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache
          • Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall
        • vorübergehende Symptome deuten auf eine transitorische ischämische Attacke hin
        • bei einem Myokardinfarkt können folgende Symptome auftreten
          • Schmerz, Unbehagen, Druck, Schweregefühl, Enge- oder Völlegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Sternums
          • in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Bauch ausstrahlende Beschwerden
          • Völlegefühl, Indigestion oder Erstickungsgefühl
          • Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl
          • extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit
          • schnelle oder unregelmäßige Herzschläge
    • Risiko von Knochendichteverlust
      • nach einer anfänglichen, klinisch nicht relevanten Abnahme der Knochendichte (BMD) stabilisierte sich diese nach 12 - 24 Wochen der Behandlung und blieb danach stabil (gemessen bis zu 2 Jahren)
      • die durchschnittliche Abnahme der BMD während des ersten Behandlungsjahres betrug 0,69 %
      • allerdings wurden bei 21 % der Patienten Abnahmen von > 3 % beobachtet
      • daher wird nach den ersten 52 Behandlungswochen sowie danach je nach Bedarf ein DXA-Scan empfohlen
      • je nach Grad der Veränderung der BMD müssen Nutzen und Risiken der Behandlung möglicherweise neu abgewogen werden
      • Nutzen und Risiken der Behandlung bei Patientinnen mit einer niedrig-traumatischen Fraktur in der Anamnese oder anderen Risikofaktoren für Osteoporose oder Knochendichteverlust, einschließlich der Einnahme von Arzneimitteln, die die BMD beeinflussen können, sollten vor Behandlungsbeginn abgewogen werden
        • bei diesen Patientinnen wird vor Behandlungsbeginn die Durchführung eines DXA-Scans empfohlen
        • die Anwendung sollte nicht begonnen werden, wenn das mit dem BMD-Verlust verbundene Risiko den möglichen Nutzen der Behandlung übersteigt
    • Lebertumoren oder Lebererkrankung
      • das Arzneimittel ist kontraindiziert bei Frauen mit benignen oder malignen Lebertumoren oder Lebererkrankungen, solange sich die Leberfunktionswerte nicht normalisiert haben
      • bei Auftreten von Ikterus ist die Behandlung abzubrechen
      • in klinischen Studien trat bei < 1 % der mit Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat behandelten Studienteilnehmerinnen eine asymptomatische, vorübergehende Erhöhung der Alanin-Aminotransferase (ALT) im Serum über mindestens das 3-Fache des oberen Referenzbereichs auf
      • bei akuten Auffälligkeiten der Leberfunktionswerte ist möglicherweise das Absetzen der Behandlung erforderlich, bis sich die Leberfunktionswerte wieder normalisiert haben
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • die Exposition von Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat ist bei Patientinnen mit mäßiger oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion erhöht,
        • es ist jedoch keine Dosisanpassung erforderlich
      • die Menge von Relugolix, die durch Hämodialyse abgebaut wird, ist nicht bekannt
    • Veränderungen im Menstruationsmuster
      • die Patientinnen müssen darüber informiert werden, dass die Behandlung für gewöhnlich innerhalb der ersten beiden Behandlungsmonate zu einer schwächeren Menstruationsblutung oder zu Amenorrhö führt
      • Frauen, die Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat zur Behandlung von Uterusmyomen erhielten, hatten in der Regel eine Amenorrhö (51,6 %) oder zyklische Blutungen (15,4 %), der Rest (31,9 %) zeigte bei der Bewertung in Woche 24 ein unregelmäßiges Blutungsmuster
        • 70,6 % bzw. 58,3 % der Frauen, die Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat erhielten, hatten in Woche 52 bzw. in der Woche 104 eine Amenorrhö
      • im Falle von persistierenden, übermäßig starken Blutungen müssen die Patientinnen ihren Arzt verständigen
      • bei Patientinnen mit Endometriose hatte die Mehrheit der Patientinnen (65,2 %) in Woche 24 eine Amenorrhö, in Woche 52 hatten 76,6 % und in Woche 104 82,3 % eine Amenorrhö
    • herabgesetzte Erkennbarkeit einer Schwangerschaft
      • bei Frauen, die Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat einnehmen, kommt es häufig zu Amenorrhö oder einer Verringerung der Menge, Intensität oder Dauer der Menstruationsblutung
      • aufgrund dieser Veränderung im Menstruationsmuster kann es sein, dass eine Schwangerschaft nicht rechtzeitig erkannt wird
      • bei Verdacht auf eine Schwangerschaft muss ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden und bei einer bestätigten Schwangerschaft muss die Behandlung abgebrochen werden
    • Prolaps oder Ausstoßung eines Uterusmyoms
      • submuköse Uterusmyome treten häufig auf (bei 15 % bis 20 % der Frauen mit Uterusmyomen) und bei manchen kann es dazu kommen, dass sie durch die Zervix prolabieren oder ausgestoßen werden, was manchmal vorübergehend stärkere Uterusblutungen zur Folge haben kann
      • Frauen, bei denen bekannt ist oder vermutet wird, dass sie submuköse Uterusmyome haben, müssen auf die Möglichkeit eines Prolaps oder einer Ausstoßung eines Uterusmyoms hingewiesen werden, wenn sie mit Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat behandelt werden, und sollten sich an ihren Arzt wenden, wenn schwere Blutungen wieder auftreten, nachdem die Blutungssymptome unter der Behandlung nachgelassen haben
    • Depression
      • Frauen mit anamnestisch bekannter Depression müssen sorgfältig überwacht werden und sollten das Arzneimittel absetzen, wenn es erneut zu einer schwerwiegenden Depression kommt
      • es liegen begrenzte Daten zum Zusammenhang dieses Arzneimittels oder anderen estradiol- und gestagenhaltigen Präparaten mit erstmalig auftretender Depression oder Exazerbation einer bestehenden Depression vor
      • Frauen sollte geraten werden, sich im Falle von Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen - auch wenn diese kurz nach Einleitung der Behandlung auftreten - mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen
    • Hypertonie
      • bei Frauen, die mit Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat behandelt werden, wurde ein geringfügiger Anstieg des Blutdrucks berichtet, klinisch relevante Anstiege sind jedoch selten
      • sollte jedoch während der Anwendung von Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat eine langanhaltende klinisch relevante Hypertonie auftreten, sollten die Hypertonie behandelt und der Nutzen einer Fortführung der Therapie geprüft werden
      • wird die Behandlung abgesetzt, kann die Anwendung wieder aufgenommen werden, wenn unter antihypertensiver Therapie normotensive Werte erzielt werden können
    • Erkrankung der Gallenblase
      • es wurde berichtet, dass Erkrankungen der Gallenblase, Cholelithiasis und Cholezystitis bei der Anwendung von Estrogenen und Gestagenen, darunter auch dieses Arzneimittel, auftreten oder sich verschlechtern
      • der Nachweis eines Zusammenhangs mit Relugolix/Estradiol/Norethisteronacetat ist jedoch nicht eindeutig
    • Labortests
      • die Anwendung von Estrogenen und Gestagenen kann die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen, einschließlich der biochemischen Parameter der Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion, der Plasmaspiegel von (Träger-)Proteinen, z. B. des corticosteroidbindenden Globulins und der Lipid-/Lipoprotein-Fraktionen, die Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels sowie die Gerinnungs- und Fibrinolyseparameter
      • die Veränderungen liegen im Allgemeinen im normalen Laborbereich