SANDIMMUN
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| KTP | 10X1 ML | 82,37 € |
| KTP | 10X5 ML | 343,68 € |
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Jetzt KI fragenFachinformationen
Indikation
- Organtransplantation
- Prophylaxe einer Abstoßung allogener Transplantate nach Organtransplantation
- Behandlung einer zellulären Transplantatabstoßung bei Patienten, die zuvor bereits andere Immunsuppressiva erhalten haben
- Knochenmarktransplantation
- Prophylaxe einer Transplantatabstoßung nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation
- Prophylaxe oder Behandlung einer Graft-versus-Host-Disease (GvHD).
Dosierung
Basiseinheit: das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 50 mg Ciclosporin / ml
- allgemein:
- Verschreibung nur von oder in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, die Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie und/oder der Organtransplantation haben
- Organtransplantation
- empfohlene Dosis ungefähr 1/3 der entsprechenden oralen Dosis und es wird empfohlen, die Patienten so schnell wie möglich auf eine orale Therapie umzustellen
- als Referenz beträgt initiale orale Dosis: 10 - 15 mg Ciclosporin / kg KG, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, innerhalb von 12 Stunden vor Operation
- diese Tagesdosis für 1 - 2 Wochen nach der Operation beibehalten
- Dosisreduktion schrittweise anhand der Blutspiegel gemäß lokalen immunsuppressiven Protokollen reduzieren
- Erhaltungsdosis: 2 - 6 mg Ciclosporin / kg KG / Tag in zwei getrennten Einzeldosen
- bei Gabe gemeinsam mit anderen Immunsuppressiva (z. B. mit Kortikosteroiden oder als Teil einer Dreifach- oder Vierfachkombination);
- niedrigere Dosen (z. B. 3 - 6 mg / kg in zwei getrennten Einzeldosen als Initialtherapie) können verabreicht werden
- Knochenmarktransplantation
- Initialdosis am Tag vor der Transplantation verabreichen
- in den meisten Fällen vorzugsweise Anwendung eines Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung
- empfohlene intravenöse Dosis: 3 - 5 mg / kg
- Infusion in dieser Dosierung in der Zeit unmittelbar nach der Transplantation bis zu 2 Wochen lang fortsetzen, bevor eine Umstellung auf eine orale Erhaltungstherapie mit Ciclosporin in Tagesdosen von etwa 12,5 mg / kg in zwei getrennten Dosen erfolgt
- Erhaltungstherapie:
- mind. 3 Monate (vorzugsweise über 6 Monate) fortsetzen
- Dosis nach bis zu 1 Jahr nach der Transplantation allmählich auf Null reduzieren
- falls Ciclosporin als Initialtherapie eingesetzt wird: 12,5 - 15 mg / kg in zwei getrennten Dosen beginnend am Tag vor der Transplantation
- höhere Dosen von oral verabreichtem Ciclosporin oder eine Anwendung von Ciclosporin zur intravenösen Therapie könnten bei Vorliegen gastrointestinaler Störungen, die die Resorption beeinträchtigen, notwendig sein
- bei GvHD nach dem Absetzen von Ciclosporin:
- spricht üblicherweise gut auf eine Wiederaufnahme der Therapie an
- Initialdosis in diesen Fällen: 10 - 12,5 mg / kg oral
- gefolgt von einer täglichen oralen Verabreichung der Erhaltungsdosis, die sich zuvor als zufriedenstellend erwiesen hatte
- leichte, chronisch verlaufende GvHD: niedrigere Dosen einsetzen
Dosisanpassung
- eingeschränkte Nierenfunktion
- alle Indikationen
- Ciclosporin unterliegt nur einer minimalen Elimination über die Nieren und die Pharmakokinetik ist daher durch eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht weitgehend beeinträchtigt
- allerdings ist aufgrund seines nephrotoxischen Potenzials eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion zu empfehlen
- alle Indikationen
- eingeschränkte Leberfunktion
- Ciclosporin unterliegt einer umfassenden Metabolisierung in der Leber
- ungefähr 2- bis 3-facher Anstieg der Ciclosporin-Exposition zu beobachten
- schwere Leberfunktionseinschränkung:
- Dosisreduktion kann erforderlich sein, um die erzielten Blutspiegel innerhalb des empfohlenen Zielbereichs zu halten
- Überwachung des Ciclosporin-Blutspiegels empfohlen, bis stabile Werte erreicht worden sind
- Kinder und Jugendliche
- in einigen Studien benötigten und vertrugen Kinder und Jugendliche höhere Dosen von Ciclosporin / kg KG als die bei Erwachsenen eingesetzten
- Anwendung bei Kindern außerhalb der Transplantationsindikationen mit Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann nicht empfohlen werden
- ältere Patienten >/= 65 Jahre
- beschränkte Erfahrungen
- Dosis mit Vorsicht wählen
- Beginn im niedrigen Dosisbereich unter Berücksichtigung der vermehrten Häufigkeit von eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion und von Begleitkrankheiten oder -therapien und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
Kontraindikationen
Ciclosporin - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Ciclosporin
- Kombination mit Produkten, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten
- Kombination mit Arzneimitteln, die Substrate des Multidrug-Efflux-Transporter P-Glycoproteins oder der Organo-Anion-Transporter Proteine (OATP) sind und für die erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen verbunden sind, z. B. Bosentan, Dabigatran-Etexilat und Aliskiren
Nebenwirkungen
Ciclosporin - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- erhöhtes Risiko für Infektionen bei Patienten mit einer immunsuppressiven Therapie, einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien
- virale, bakterielle, parasitäre oder Pilzinfektionen
- Infektionen können sowohl generalisiert als auch lokal auftreten
- bestehende Infektionen können sich verstärken und die Reaktivierung einer Polyomavirus Infektion kann zu einer Polyomavirus-assoziierten Nephropathie (PVAN) oder einer JC-Virus-assoziierten progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) führen
- Fälle mit schwerwiegendem und/oder tödlichem Ausgang bekannt
- erhöhtes Risiko für Infektionen bei Patienten mit einer immunsuppressiven Therapie, einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien
- ohne Häufigkeitsangabe
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
- ohne Häufigkeitsangabe
- erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Lymphomen oder lymphoproliferativen Erkrankungen und anderer Malignome, insbesondere solcher der Haut bei Patienten mit einer immunsuppressiven Therapie, einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien
- Häufigkeit solcher Malignome erhöht sich mit der Intensität und der Dauer der Therapie
- einige Malignome können tödlich verlaufen
- erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Lymphomen oder lymphoproliferativen Erkrankungen und anderer Malignome, insbesondere solcher der Haut bei Patienten mit einer immunsuppressiven Therapie, einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leukopenie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Thrombozytopenie
- Anämie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hämolytisch-urämisches Syndrom
- Mikroangiopathische hämolytische Anämie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Thrombotische Mikroangiopathie (nach Markteinführung beobachtet)
- Thrombotische thrombozytopenische Purpura (nach Makteinführung beobachtet)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Anaphylaktoide Reaktionen (nach intravenöser Verabreichung beobachtet)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hyperlipidämie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Hyperglycämie
- Anorexie
- Hyperurikämie
- Hyperkaliämie
- Hypomagnesiämie
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Tremor
- Kopfschmerzen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Konvulsionen
- Parästhesie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Enzephalopathie, einschließlich posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES)
- Zeichen und Symptome wie
- Konvulsionen
- Verwirrtheit
- Desorientiertheit
- verminderte Reaktivität
- Agitiertheit
- Schlaflosigkeit
- Sehstörungen
- kortikale Blindheit
- Koma
- Parese
- zerebelläre Ataxie
- Zeichen und Symptome wie
- Enzephalopathie, einschließlich posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Motorische Polyneuropathie
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Ödem der Sehnervpapille einschließlich Papillenödem, mit möglicher Sehstörung in der Folge einer benignen intrakraniellen Hypertonie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Migräne (nach Markteinführung beobachtet)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
- ohne Häufigkeitsangabe
- Beeinträchtigung des Hörvermögens
- berichtet bei Patienten mit hohen Konzentrationen von Ciclosporin
- Beeinträchtigung des Hörvermögens
- ohne Häufigkeitsangabe
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hypertonie
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Flush
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- Bauchbeschwerden/Bauchschmerzen
- Diarrhoe
- Gingivahyperplasie
- Magenulcera
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Pankreatitis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Leber- und Gallenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Anormale Leberfunktion
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hepatotoxizität und Leberschäden einschließlich Cholestase, Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang (nach Markteinführung beobachtet)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Hirsutismus
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Akne
- Hypertrichose
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Allergischer Ausschlag
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Myalgie
- Muskelkrämpfe
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Muskelschwäche
- Myopathie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Schmerzen der unteren Extremitäten (nach Markteinführung beobachtet; auch als Teil des Calcineurin-Inhibitor-induzierten Schmerzsyndroms (Calcineurin-Inhibitor Induced Pain Syndrome/CIPS) beobachtet)
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Nierenfunktionsstörung
- ohne Häufigkeitsangabe
- erhöhtes Risiko für akute oder chronische Nephrotoxizität bei Patienten mit einer Therapie mit einem Calcineurin-Inhibitor (CNI), einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien
- akute Nephrotoxizität
- Störungen der Homöostase, wie
- Hyperkaliämie
- Hypomagnesiämie
- Hyperurikämie
- Störungen der Homöostase, wie
- chronische morphologische Veränderungen
- Arteriolenhyalinose
- tubuläre Atrophie
- interstitielle Fibrose
- akute Nephrotoxizität
- erhöhtes Risiko für akute oder chronische Nephrotoxizität bei Patienten mit einer Therapie mit einem Calcineurin-Inhibitor (CNI), einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Menstruationsstörungen
- Gynäkomastie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Fieber
- Müdigkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Ödeme
- Gewichtszunahme
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
Anwendungshinweise
- intravenöse Infusion
- aufgrund des Risikos einer Anaphylaxie ist der Gebrauch des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung nur für organtransplantierte Patienten vorgesehen, die nicht in der Lage sind das Arzneimittel oral einzunehmen (z. B. kurz nach einer Operation), oder bei denen die Absorption von oralen Darreichungsformen aufgrund von vorübergehenden gastrointestinalen Beschwerden beeinträchtigt ist
- in diesen Fällen wird empfohlen, so bald wie möglich auf eine orale Gabe umzustellen
- anderer bekannter Einsatz des Konzentrats zur Herstellung einer Infusionslösung ist die Initialtherapie bei Patienten, die sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen
- Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist 1 : 20 bis 1 : 100 mit normaler Kochsalzlösung oder 5% iger Glukoselösung zu verdünnen und als langsame intravenöse Infusion über 2 - 6 Stunden zu diffundieren
- Hinweise zur Vorbereitung und Handhabung siehe Fachinformation
Stillzeithinweise
Ciclosporin - invasiv
- Frauen, die mit Ciclosporin behandelt werden, sollten nicht stillen, da Ciclosporin möglicherweise schwerwiegende Nebenwirkungen bei gestillten Neugeborenen/Säuglingen verursachen kann
- es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob auf das Stillen oder auf die Behandlung mit dem Arzneimittel verzichtet werden soll
- dabei ist die Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter zu berücksichtigen
- Ciclosporin tritt in die Muttermilch über
Schwangerschaftshinweise
Ciclosporin - invasiv
- Ciclosporin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden,
- es sei denn der mögliche Nutzen für die Mutter rechtfertigt das potenzielle Risiko für den Fetus
- bei schwangeren Frauen, die nach einer Transplantation eine Therapie mit Immunsuppressiva einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-haltiger Therapien erhalten, besteht ein Risiko für eine Frühgeburt (< 37 Wochen)
- es liegt eine beschränkte Anzahl von Beobachtungsberichten für Kinder (bis zu einem Alter von etwa 7 Jahren) mit Exposition mit Ciclosporin in utero vor
- Nierenfunktion und Blutdruck bei diesen Kindern waren normal
- Erfahrung bei schwangeren Frauen ist beschränkt
- keine adäquaten, kontrollierten klinischen Studien mit Schwangeren
- tierexperimentelle Studien (Ratten, Kaninchen)
- Reproduktionstoxizität gezeigt
- Fertilität
- nur beschränkte Daten zur Wirkung von Ciclosporin auf die Fertilität beim Menschen vorhanden
Warnhinweise
Ciclosporin - invasiv
- Ärztliche Überwachung
- Anwendung von Ciclosporin invasiv darf nur von oder in enger Zusammenarbeit mit Ärzten verschrieben werden, die Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie und/oder der Organtransplantation haben und die eine entsprechende Nachkontrolle einschließlich regelmäßiger und vollständiger körperlicher Untersuchungen, Blutdruckmessungen und Kontrollen der Laborsicherheitsparameter gewährleisten können
- Transplantationspatienten, die dieses Arzneimittel erhalten, sind in Einrichtungen zu betreuen, die über entsprechende Labors und unterstützende medizinische Ausrüstung verfügen
- der für die Erhaltungstherapie verantwortliche Arzt muss umfassend über die weitere Kontrolle und Betreuung des Patienten informiert werden
- Anaphylaktische Reaktionen nach intravenöser Awendung möglich
- besondere Vorsicht bei Patienten mit allergischer Krankheitsbereitschaft
- je nach Formulierung / beigefügten Hilfstoffen des jeweiligen Arzneimittels können anaphylaktische Reaktionen auftreten (jeweilige Herstellerinformation beachten!)
- anaphylaktische Reaktionen können sich äußern als Hitzewallung mit zeitweiligem Erröten des Gesichts und des Oberkörpers, nicht kardiogenes Lungenödem mit akuter respiratorischer Insuffizienz, Luftnot, Keuchen, Blutdruckveränderungen und Tachykardie
- Patienten sollten daher während der ersten 30 Min. nach Infusionsbeginn kontinuierlich und danach in regelmäßigen Abständen überwacht werden
- im Falle einer anaphylaktischen Reaktion
- Verabreichung muss abgebrochen werden
- wässrige Adrenalin-Lösung (1 : 1000) sollte während der Infusion zur Verfügung stehen
- gleichzeitig sollte Möglichkeit einer Sauerstoffbehandlung gegeben sein
- vorbeugende Anwendung von Antihistaminika (H1- und H2-Blocker) vor der Infusionsbehandlung hat erfolgreich dazu geführt das Auftreten von anaphylaktischen Reaktionen zu verhindern
- Lymphome und andere Malignome
- Risiko für die Entwicklung von Lymphomen und anderen Malignomen, besonders solchen der Haut, durch Ciclosporin erhöht (wie auch bei anderen Immunsuppressiva)
- erhöhtes Risiko scheint eher mit dem Ausmaß und der Dauer der Immunsuppression in Zusammenhang zu stehen als mit der Verwendung eines spezifischen Wirkstoffs
- Behandlung, bei der mehrere Immunsuppressiva (einschließlich Ciclosporin) kombiniert werden, sollte mit Vorsicht erfolgen
- dies kann zu lymphoproliferativen Erkrankungen und soliden Tumoren führen
- in einigen Fällen wurde von einem tödlichen Ausgang berichtet
- Patienten (insbesondere jene mit einer Behandlung auf Psoriasis oder atopische Dermatitis) wg. des potentiellen Risikos von Hautmalignomen
- auf Vermeidung übermäßiger Sonneneinstrahlung ohne entsprechenden Schutz hinweisen
- sollten keine gleichzeitige UVB-Bestrahlung oder PUVA-Photochemotherapie erhalten
- Infektionen
- wie andere Immunsuppressiva erhöht Ciclosporin die Anfälligkeit der Patienten für die Entwicklung verschiedener bakterieller, parasitärer, viraler und Pilzinfektionen, in vielen Fällen mit opportunistischen Pathogenen
- Aktivierung von latenten Infektionen mit Polyomavirus, die zu einer Polyomavirusassoziierten Nephropathie (PVAN), insbesondere zu BK-Virus-Nephropathie, oder zu JC-Virus-assoziierter progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie führen können, wurde bei mit Ciclosporin behandelten Patienten beobachtet
- solche Erkrankungen stehen häufig mit einer hohen immunsuppressiven Gesamtbelastung in Zusammenhang
- müssen bei der Differentialdiagnose bei immunsupprimierten Patienten mit sich verschlechternder Nierenfunktion oder neurologischen Symptomen berücksichtigt werden
- es wurden auch Fälle mit schwerwiegendem und/oder tödlichem Ausgang berichtet
- wirksame vorbeugende und therapeutische Strategien sollten eingesetzt werden, vor allem bei Patienten mit einer langfristigen immunsuppressiven Kombinationstherapie
- Nierentoxizität
- Erhöhung von Serumkreatinin und Harnstoff, eine häufige und potenziell schwerwiegende Komplikation, kann bei einer Behandlung mit Ciclosporin eintreten
- diese funktionellen Veränderungen sind dosisabhängig und anfangs reversibel und sprechen üblicherweise auf eine Dosisreduktion an
- im Zuge einer Langzeittherapie kann es bei manchen Patienten zu Strukturveränderungen in den Nieren (z. B. interstitielle Fibrose) kommen, die bei Nierentransplantatpatienten von Änderungen in der Folge einer chronischen Abstoßung unterschieden werden muss
- regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion gemäß den lokalen Richtlinien für die betreffende Indikation erforderlich
- Lebertoxizität
- Ciclosporin kann auch zu dosisabhängigen, reversiblen Erhöhungen von Serumbilirubin und Leberenzymwerten führen
- Untersuchungsberichte sowie Spontanmeldungen über Hepatotoxizität und Leberschäden, einschließlich Cholestase, Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen ebenfalls vorliegend
- meisten Meldungen betrafen Patienten mit signifikanten Begleitkrankheiten, Grundkrankheiten und anderen Begleitfaktoren wie etwa infektiösen Komplikationen und Begleitmedikationen mit hepatotoxischem Potenzial
- in einigen Fällen, vor allem bei Transplantatpatienten, wurde ein tödlicher Ausgang beschrieben
- engmaschige Überwachung der Parameter zur Bewertung der Leberfunktion ist erforderlich und im Fall von anormalen Werten muss unter Umständen die Dosis reduziert werden
- Ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
- Nierenfunktion ist besonders sorgfältig zu überwachen
- Überwachung der Ciclosporin-Spiegel (routinemäßige Kontrollen der Blutspiegel von Ciclosporin als wichtige Sicherheitsmaßnahme bei Transplantationspatienten)
- im Vollblut
- bevorzugt spezifischer monoklonaler Antikörper eingesetzt (Messung der Stammsubstanz)
- Methode mit HPLC (Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie) kann auch eingesetzt werden (ebenfalls Messung der Stammsubstanz)
- im Plasma oder Serum
- nach einem Standardtrennprotokoll (Zeit und Temperatur) vorgehen
- Anfängliche Überwachung bei Lebertransplantationspatienten
- entweder Einsatz des spezifischen monoklonalen Antikörpers oder
- es sollten parallel Messungen mit dem spezifischen monoklonalen Antikörper und dem nichtspezifischen monoklonalen Antikörper durchgeführt werden, um eine Dosierung sicherzustellen, die eine entsprechende Immunsuppression gewährleistet
- im Vollblut
- Hypertonie
- regelmäßige Überwachung des Blutdrucks während der Therapie erforderlich
- falls Hypertonie auftritt:
- entsprechende antihypertensive Therapie einleiten
- es sollte bevorzugt ein Antihypertensivum eingesetzt werden, das die Pharmakokinetik von Ciclosporin nicht beeinträchtigt, wie etwa Israpidin
- Erhöhung der Blutlipide
- es liegen Berichte vor, dass Ciclosporin eine leichte und reversible Erhöhung der Blutlipide induzieren kann
- ratsam, Messungen der Blutlipidwerte vor Beginn der Therapie und nach dem ersten Behandlungsmonat durchzuführen
- falls erhöhte Lipidwerte festgestellt werden, ist eine fettarme Diät oder bei Bedarf eine entsprechende Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen
- Hyperkaliämie
- Ciclosporin erhöht das Risiko von Hyperkaliämie, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung
- Vorsicht geboten
- wenn Ciclosporin gemeinsam mit kaliumsparenden Arzneimitteln (z. B. kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten) oder kaliumhaltigen Arzneimitteln angewendet wird
- bei Patienten mit einer kaliumreichen Diät
- unter solchen Umständen ist eine Kontrolle der Kaliumwerte ratsam
- Hypomagnesiämie
- Ciclosporin verstärkt die Clearance von Magnesium
- dies kann daher zu einer symptomatischen Hypomagnesiämie führen, insbesondere in der Peritransplantationsphase
- Kontrolle der Magnesiumkonzentrationen im Serum wird daher in der Peritransplantationsphase empfohlen, vor allem bei Vorliegen neurologischer Symptome/Zeichen
- Bei Bedarf kann eine Magnesiumsubstitution in Erwägung gezogen werden
- Hyperurikämie
- Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit Hyperurikämie geboten
- Attenuierte Lebendimpfstoffe
- während der Behandlung mit Ciclosporin können Impfungen weniger wirksam sein
- Anwendung von attenuierten Lebendimpfstoffen sollte vermieden werden
- Anwendung bei Kindern in anderen Indikationen als Transplantationen
- Anwendung bei Kindern < 16 Jahren außerhalb der Transplantationsindikationen mit Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann nicht empfohlen werden
- abgesehen von der Therapie des nephrotischen Syndroms liegen keine entsprechenden Erfahrungen bei Kindern vor
- Wechselwirkungen
- gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln,die wesentlich die Ciclosporin-Plasmakonzentrationen durch Hemmung oder Induktion von CYP- 3A4 und/oder P-Glycoprotein erhöhen oder senken können
- es sollte mit Vorsicht vorgegangen werden
- gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen, die eine nephrotoxische Synergie aufweisen
- Nierentoxizität sollte überwacht werden
- Tacrolimus
- gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden
- Substrate von CYP3A4, von Multidrug- Efflux-Transporter P-Glycoprotein und von Organo-Anion-Transporter Proteine (OATP)
- Ciclosporin hemmt CYP3A4, das Multidrug- Efflux-Transporter P-Glycoprotein und die Organo-Anion-Transporter Proteine (OATP) und kann die Plasmakonzentration gleichzeitig angewendeter Medikamente, die Substrate dieses Enzyms und/oder dieser Transporter sind, erhöhen
- es sollte mit Vorsicht vorgegangen werden, wenn Ciclosporin zusammen mit solchen Arzneimitteln verabreicht wird oder eine gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden
- HMG-CoA-Reduktase- Inhibitoren (Statine)
- Ciclosporin erhöht die Exposition von HMG-CoA-Reduktase- Inhibitoren (Statine)
- wenn gleichzeitig mit Ciclosporin verabreicht, sollte gemäß den Empfehlungen der Produktinformation die Dosierung von Statinen reduziert oder die gleichzeitige Anwendung bestimmter Statine sollte vermieden werden
- eine Statin-Therapie muss vorübergehend ausgesetzt oder abgebrochen werden bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Myopathie oder bei Patienten mit Risikofaktoren, die für eine schwere Nierenschädigung einschließlich Nierenversagen infolge einer Rhabdomyolyse prädisponiert sind
- Lercanidipin
- nach der gleichzeitigen Anwendung von Ciclosporin und Lercanidipin war die AUC von Lercanidipin um das 3-Fache erhöht und die AUC von Ciclosporin stieg um 21 % an
- die Verabreichung von Ciclosporin 3 Stunden nach Lercanidipin ergab keine Änderung der Lercanidipin-AUC, aber die Ciclosporin-AUC erhöhte sich um 27 %
- daher sollte die gleichzeitige Kombination von Ciclosporin und Lercanidipin vermieden werden
- und folglich sollte diese Kombination mit Vorsicht in einem Intervall von mindestens 3 Stunden verabreicht werden
- gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln,die wesentlich die Ciclosporin-Plasmakonzentrationen durch Hemmung oder Induktion von CYP- 3A4 und/oder P-Glycoprotein erhöhen oder senken können
- Intravenöse Anwendung von Ciclosporin
- aufgrund des Risikos einer Anaphylaxie ist die intravenöse Anwendung von Ciclosporin nur für organtransplantierte Patienten vorgesehen,
- die nicht in der Lage sind das Arzneimittel oral einzunehmen (z. B. kurz nach einer Operation) oder
- bei denen die Absorption von oralen Darreichungsformen aufgrund von vorübergehenden gastrointestinalen Beschwerden beeinträchtigt ist
- in diesen Fällen wird empfohlen so bald wie möglich auf eine orale Gabe umzustellen
- intravenöse Therapie ebenfalls gängig zur Initialtherapie bei Patienten, die sich einer Knochenmarkstransplantation unterziehen
- aufgrund des Risikos einer Anaphylaxie ist die intravenöse Anwendung von Ciclosporin nur für organtransplantierte Patienten vorgesehen,
- Nebenwirkungen
- viele Nebenwirkungen einer Therapie mit Ciclosporin sind dosisabhängig und sprechen auf eine Dosisreduktion an
- Gesamtspektrum der Nebenwirkungen ist bei den verschiedenen Indikationen im Wesentlichen das gleiche; es gibt allerdings Unterschiede in der Häufigkeit und im Schweregrad
- aufgrund der nach einer Transplantation erforderlichen höheren Initialdosen und der längeren Erhaltungstherapie sind die Nebenwirkungen bei Transplantationspatienten häufiger und normalerweise auch stärker ausgeprägt als bei Patienten, die für andere Indikationen behandelt werden
- klinische Studien schlossen Kinder ab einem Alter von 1 Jahr mit Standarddosierungen von Ciclosporin und einem mit jenem von Erwachsenen vergleichbaren Sicherheitsprofil ein
- Anwendung bei Kindern in anderen Indikationen als Transplantation
- abgesehen von der Behandlung von nephrotischem Syndrom liegen keine entsprechenden Erfahrungen mit Sandimmun bei Kindern vor
- eine Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren außerhalb der Transplantationsindikationen mit Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann daher nicht empfohlen werden