Sapropterin-ratiopharm 100 mg Tabl.z.H.e.L.z.E

ratiopharm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Sapropterin →

Packungsgrößen & Preise

Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N2 120 ST 2423,61 €

Deutschlands medizinische KI – mit Ärzten entwickelt.

Jetzt Fragen zu Medikamenten und Behandlungen stellen. Kostenlos, anonym und ohne Anmeldung.

Jetzt KI fragen

Fachinformationen

Indikation

  • Behandlung einer Hyperphenylalaninämie (HPA) bei Patienten jeden Alters mit Phenylketonurie (PKU), die nachweislich auf eine solche Therapie ansprechen
  • Behandlung einer Hyperphenylalaninämie (HPA) bei Patienten jeden Alters mit Tetrahydrobiopterin (BH4)- Mangel, die nachweislich auf eine solche Therapie ansprechen

Dosierung

  • Behandlung einer Hyperphenylalaninämie (HPA) bei Patienten mit Phenylketonurie (PKU) oder mit Tetrahydrobiopterin (BH4)-Mangel, die nachweislich auf eine solche Therapie ansprechen
    • allg.
      • Einleiten und Überwachen der Therapie von einem in der Behandlung der PKU und des BH4-Mangels erfahrenen Facharztes
      • wirksame Überwachung der diätetischen Phenylalanin- und der Gesamtproteinaufnahme während der Therapie erforderlich (um eine adäquate Kontrolle der Phenylalaninblutspiegel und eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen)
      • Sapropterindihydrochlorid wird in Form von Tabletten zu 100 mg zur Verfügung gestellt
        • die nach Körpergewicht (KG) berechnete Tagesdosis auf den nächsten 100 mg-Wert runden
        • Bsp. s. Fachinformation
    • Erwachsene, Kinder und Jugendliche
      • PKU
        • initial: 10 mg Sapropterindihydrochlorid / kg KG 1mal / Tag
        • Erhaltungsdosis: i. d. R. 5 - 20 mg / kg KG
      • BH4-Mangel
        • initial: 2 - 5 mg Sapropterindihydrochlorid / kg KG, verteilt auf 2 - 3mal / Tag
        • Dosissteigerung, optional, auf </= 20 mg / kg KG / Tag
    • Behandlungsdauer
      • bei positivem Ansprechen Langzeitbehandlung (die HPA, sowohl verursacht durch eine PKU als auch durch einen BH4-Mangel, stellt einen chronischen Zustand dar)
    • Dosisanpassung
      • die Behandlung mit Sapropterin kann die Phenylalaninblutspiegel unter den erwünschten therapeutischen Wert absenken
        • ggf. Dosisanpassung oder Änderung der diätetischen Phenylalaninzufuhr notwendig, um die Phenylalaninblutspiegel im erwünschten therapeutischen Bereich zu erreichen und aufrechtzuerhalten
      • Kontrolle der Phenylalanin- und Tyrosinblutspiegel, besonders bei Kindern, 1 oder 2 Wochen nach jeder Dosisanpassung
        • im Anschluss daran, nach Anweisung des behandelnden Arztes, regelmäßige Überwachung
      • falls eine ungenügende Kontrolle der Phenylalaninblutspiegel während der Therapie beobachtet wird: medikamentöse und diätetische Compliance des Patienten überprüfen, bevor eine Dosisanpassung von Sapropterin in Erwägung gezogen wird
      • Unterbrechen der Behandlung nur unter ärztlicher Aufsicht
        • dabei kann eine häufigere Überwachung erforderlich werden (Phenylalaninblutspiegel können ansteigen)
        • ggf. Anpassung der Diät notwendig, um Phenylalaninblutspiegel innerhalb des gewünschten therapeutischen Bereichs aufrechtzuerhalten
    • Ermittlung des Ansprechens
      • es ist von elementarer Bedeutung, die Behandlung so früh wie möglich zu beginnen
        • pädiatrische Patienten: um das Auftreten von irreversiblen, klinischen Manifestationen neurologischer Funktionsstörungen zu verhindern
        • Erwachsene: um kognitive Defizite und psychiatrische Störungen aufgrund von anhaltend erhöhten Phenylalaninblutspiegeln zu verhindern
      • das Ansprechen auf dieses Arzneimittel wird durch eine Abnahme der Phenylalaninspiegel im Blut ermittelt
        • Phenylalaninblutspiegel vor Beginn der Anwendung und 1 Woche nach der Anwendung in der empfohlenen Anfangsdosis bestimmen
        • wenn eine nicht zufriedenstellende Senkung der Phenylalaninblutspiegel beobachtet wird:
          • Dosissteigerung auf max. 20 mg / kg KG / Tag
          • unter kontinuierlicher Überwachung der Phenylalaninblutspiegel 1mal / Woche über einen Zeitraum von 1 Monat
          • diätetische Phenylalaninzufuhr in diesem Zeitraum konstant halten
      • zufriedenstellendes Ansprechen: Abfall der Phenylalaninblutspiegel um >/= 30% oder ein vom behandelnden Arzt für einen Patienten individuell definierter therapeutischer Phenylalaninzielwert im Blut
        • Patienten, die während der beschriebenen einmonatigen Testphase nicht in diesem Maß ansprechen, müssen als Non-responder eingestuft und sollten nicht mit Sapropterin behandelt werden und die Anwendung sollte eingestellt werden
      • wird ein positives Ansprechen auf das Arzneimittel erzielt: Erhaltungsdosis zwischen 5 - 20 mg / kg KG / Tag, je nach Ansprechen auf die Therapie
      • Kontrolle der Phenylalanin- und Tyrosinblutspiegel 1 oder 2 Wochen nach jeder Dosisanpassung
        • im Anschluss daran, nach Anweisung des behandelnden Arztes, regelmäßige Überwachung
      • Patienten, die mit Sapropterin behandelt werden, müssen weiter eine restriktive Phenylalanindiät einhalten und sich regelmäßig klinischen Untersuchungen unterziehen (wie Kontrolle der Phenylalanin- und Tyrosinblutspiegel, der diätetischen Zufuhr und der psychomotorischen Entwicklung)
    • Kinder und Jugendliche
      • keine Dosisanpassung erforderlich (Dosierung s. oben)
    • ältere Patienten (> 65 Jahre)
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
      • Vorsicht bei der Anwendung
    • eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
      • Vorsicht bei der Anwendung

Kontraindikationen

Sapropterin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegenüber Sapropterin

Therapiehinweise

Einnahme während des Essens.

Nebenwirkungen

Sapropterin - peroral
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Überempfindlichkeitsreaktionen (einschl. schwerwiegender allergischer Reaktionen)
      • Ausschlag
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypophenylalaninämie
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Kopfschmerzen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Rhinorrhoe
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • laryngopharnygeale Schmerzen
      • verstopfte Nase
      • Husten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Rhinitis
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Durchfall
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Dyspepsie
      • Übelkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gastritis
      • Ösophagitis

Anwendungshinweise

  • Einnahme der Tabletten zusammen mit einer Mahlzeit (um die Resorption zu steigern)
  • Patienten mit PKU
    • Einnahme 1mal / Tag
    • immer zur gleichen Tageszeit, vorzugsweise morgens
  • Patienten mit BH4-Mangel
    • Einnahme der Gesamttagesdosis in 2 oder 3 Gaben über den Tag verteilt
  • Patienten müssen angehalten werden, nicht die in der Flasche befindliche Kapsel mit Trockenmittel zu schlucken
  • Tabletten in ein Glas oder einen Becher mit Wasser geben und solange rühren, bis sie sich gelöst haben (wenige Minuten)
  • Tabletten können zerkleinert werden (beschleunigt das Auflösen)
  • sichtbare Teilchen in der Lösung beeinträchtigen nicht die Wirkung
  • Lösung innerhalb von 15 - 20 Min. trinken
  • Patienten > 20 kg KG
    • Tabletten in 120 - 240 ml Wasser geben und solange zu rühren, bis sie sich aufgelöst haben
  • Kinder </= 20 kg KG
    • benötigte Dosierhilfen (Messbecher, Applikationsspritze) sind nicht in der Arzneimittel-Packung enthalten
      • werden an die spezialisierten pädiatrischen Zentren für angeborene Stoffwechselstörungen geliefert, wo sie an die Pflegepersonen der Patienten weitergegeben werden
    • Zubereitung der Lösung zum Einnehmen siehe Tabellen in der Fachinformation
  • nicht verwendete Lösung innerhalb von 20 Min. als Tablettenlösung entsorgen
  • weitere Informationen s. Fachinformation

Stillzeithinweise

Sapropterin - peroral
  • Sapropterin soll während der Stillzeit nicht angewendet werden
  • nicht bekannt, ob Sapropterin oder dessen Metabolite in die Muttermilch übergehen

Schwangerschaftshinweise

Sapropterin - peroral
  • Anwendung von Sapropterin nur in Erwägung ziehen, falls eine strenge diätetische Behandlung die Phenylalaninblutspiegel nicht adäquat absenkt
    • bei der Verschreibung an schwangere Frauen ist Vorsicht geboten
  • ärztlich überwachte, diätetische Beschränkung der Phenylalaninaufnahme vor und während der gesamten Schwangerschaft ist bei dieser Patientengruppe die Therapie der ersten Wahl
  • bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen zur Anwendung bei Schwangeren vorliegend
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung
  • mütterlichen PKU-Spiegel
    • verfügbare Daten aus der Maternal Phenylketonuria Collaborative Study zum erkrankungsassoziierten maternalen und/oder embryofetalen Risiko über eine mäßige Anzahl an Schwangerschaften und Lebendgeburten (zwischen 300-1.000) bei Frauen mit PKU haben gezeigt, dass unkontrollierte Phenylalaninspiegel oberhalb 600 µmol/l mit einer sehr hohen Inzidenz an neurologischen, kardialen und Wachstumsanomalien sowie fazialem Dysmorphismus assoziiert sind
      • mütterlichen Phenylalaninblutspiegel daher vor und während der Schwangerschaft streng kontrollieren
        • falls die mütterlichen Phenylalaninspiegel vor und während der Schwangerschaft nicht streng kontrolliert werden, kann dies für Mutter und Fötus schädlich sein
  • Fertilität
    • in präklinischen Studien keine Auswirkungen von Sapropterin auf die männliche und weibliche Fertilität beobachtet

Warnhinweise

Sapropterin - peroral
  • diätische Zufuhr
    • Patienten, die mit Sapropterin behandelt werden, müssen weiter eine phenylalaninrestriktive Diät einhalten und sich regelmäßig klinischen Untersuchungen unterziehen
      • wie Überwachung der Phenylalaninblutspiegel und der Tyrosinspiegel, der Nahrungsaufnahme / Nährstoffaufnahme und der psychomotorischenEntwicklung
  • niedrige Phenylalaninblutspiegel und Tyrosinspiegel
    • ungenügende körpereigene Protein- und Neurotransmittersynthese durch anhaltende oder periodisch auftretende Fehlsteuerung des Phenylalanin-Tyrosin-L-Dihydroxy-phenylalanin (DOPA)-Abbauweges möglich
    • anhaltend niedrige Phenylalaninblutspiegel und Tyrosinspiegel während der Kindheit wurden mit einer Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung in Verbindung gebracht
    • während der Therapie ist eine wirksame Überwachung der diätetischen Phenylalanin- und der Gesamtproteinaufnahme erforderlich, um eine adäquate Kontrolle der Phenylalanin- und Tyrosinblutspiegel und eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen
  • Erkrankungen
    • im Krankheitsfall wird ein Arztbesuch empfohlen, da die Phenylalaninblutspiegel dann ansteigen können
  • Krampfanfälle
    • bei der Verordnung von Sapropterin für Patienten, die mit Levodopa behandelt werden, ist Vorsicht geboten
      • bei gleichzeitiger Anwendung von Levodopa und Sapropterin bei Patienten mit BH4-Mangel wurden Fälle von Krampfanfällen, eine Exazerbation von Krampfanfällen sowie erhöhte Erregbarkeit und Reizbarkeit beobacht
  • Therapieabbruch
    • Rückfall, definiert als Anstieg der Phenylalaninblutspiegel über die Therapieausgangswerte hinaus, kann bei Therapieabbruch entstehen