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Fachinformationen

Indikation

  • symptomatische Behandlung akuter Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände im Rahmen operativer und diagnostischer Eingriffe sowie in der Intensivmedizin
  • Narkoseeinleitung

Dosierung

Basiseinheit: 10 ml Injektionslösung enthalten 2,0 mg Lormetazepam

  • Allgemein
    • Dosierung und Anwendungsdauer müssen an individuelle Reaktionslage des Patienten und an Art und Schwere der Krankheit angepasst werden (Dosis so gering und Behandlungsdauer so kurz wie möglich)
    • Aufrechterhaltung der Wirkung
      • wiederholte Gabe der Injektionslösung möglich
      • jedoch maximale Tagesdosis
        • Erwachsene: 5 mg Lormetazepam
        • Risikopatienten: 4 mg
        • Kinder und Jugendliche: 3,5 mg
    • Behandlungsdauer
      • ohne zwingenden Grund nicht länger als etwa 1 Woche
      • Dauer der Anwendung richtet sich nach den medizinischen Erfordernissen und ist vom behandelnden Arzt entsprechend zu bestimmen
  • Prämedikation bei Eingriffen in Allgemeinnarkose
    • 2 - 5 ml Injektionslösung (0,4 - 1,0 mg Lormetazepam) an den Vortagen, am Vorabend und (oder) am Tag des Eingriffs
  • Sedierung bei chirurgischen Eingriffen in Allgemeinnarkose
    • 2 - 10 ml Injektionslösung (0,4 - 2,0 mg Lormetazepam), entsprechend 0,006 - 0,03 mg / kg Körpergewicht (KG)
  • Sedierung (Schlafinduktion) bei diagnostischen Eingriffen
    • 5 - 10 ml Injektionslösung (1,0 - 2,0 mg Lormetazepam) entsprechend 0,015 - 0,03 mg / kg KG
  • Symptomatische Behandlung akuter Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände und Basissedierung bei Eingriffen in Regionalanästhesie
    • 2 - 5 ml Injektionslösung (0,4 - 1,0 mg Lormetazepam), entsprechend 0,006 - 0,015 mg / kg KG vor der Anästhesie und zusätzlich während des Eingriffs je nach gewünschtem Sedierungsgrad bis zur Gesamtdosis von 10 ml (2,0 mg)
  • Symptomatische Behandlung akuter Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände bei diagnostischen Eingriffen
    • 3 - 5 ml Injektionslösung (0,6 - 1,0 mg Lormetazepam), entsprechend 0,009 - 0,015 mg / kg KG
  • Basissedierung in der Intensivmedizin
    • 1 - 2 ml Injektionslösung als Boli (0,2 - 0,4 mg Lormetazepam) bis zu einer Sedierungstiefe von RASS 0/- 1, im Bedarfsfall bis RASS -3.

Dosisanpassung

  • Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand, besonders mit hirnorganischen Veränderungen, Kreislauf- oder Ateminsuffizienz
    • 1 - 5 ml Injektionslösung (0,2 - 1,0 mg Lormetazepam), entsprechend 0,003 - 0,015 mg / kg KG
  • Kinder < 10 Jahren
    • 0,5 - 4 ml Injektionslösung (0,1 - 0,8 mg Lormetazepam), entsprechend 0,0015 - 0,012 mg / kg KG
    • Dosierungen basieren auf sehr begrenzter klinischer Anwendung in dieser Altersgruppe
  • Ältere Patienten
    • vorsichtig dosieren - insbesondere bei ungenügender Leistung von Herz und Atmung (kardiorespiratorische Insuffizienz)
    • Ausscheidung häufig verzögert, während Wirkungen von Benzodiazepinen verstärkt sein können

Kontraindikationen

Lormetazepam - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Lormetazepam oder andere Benzodiazepine
  • Abhängigkeitsanamnese (Alkohol, Arzneimittel, Drogen)
  • akute Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithiumsalze)
  • Myasthenia gravis
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahren), mit Ausnahme von der Anwendung vor diagnostischen oder operativen Maßnahmen (Anästhesiologie, Intensivmedizin)

Nebenwirkungen

Lormetazepam - invasiv
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
      • mögliche Nebenwirkungen bei Injektionen in eine zu kleine Vene oder rascher i.v.-Injektion
        • Irritationen an der Venenwand
        • Schwellungen
        • vaskuläre Veränderungen
        • Thrombose
        • Thrombophlebitis
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwindelgefühl
      • Benommenheit am folgenden Tage
      • Koordinationsstörungen (Ataxie)
      • Konzentrationsstörungen und verlängerte Reaktionszeiten
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Abhängigkeit
        • Lormetazepam besitzt primäres Abhängigkeitspotential
        • bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung
        • gilt nicht nur für die missbräuchliche Anwendung besonders hoher Dosen, sondern auch für den therapeutischen Dosisbereich
      • Absetzsymptome/Entzugssyndrom
        • plötzliches Absetzen nach längerer täglicher Gabe von Lormetazepam kann zu folgenden Symptomen führen
          • Schlafstörungen
          • vermehrtes Träumen
          • Angst, Spannungszustände
          • Erregung und innere Unruhe
          • Zittern und Schwitzen
          • Steigerung bis zu bedrohlichen körperlichen (Krampfanfälle) und seelischen Reaktionen, wie symptomatischen Psychosen (z.B. Entzugsdelir)
      • Verwirrtheit
      • depressive Verstimmungen
      • bei Patienten mit durch Angstzuständen überlagerten Depressionen unter der Behandlung mit Benzodiazepinen, auch wenn diese nicht primär zur Anxiolyse eingesetzt werden, nach Reduzierung der Angst:
        • starkes Hervortreten der depressiven Symptomatik, suizidale Tendenzen werden erkennbar
          • entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen
      • anterograde Amnesie
        • meist einige Stunden nach Medikamenteneinnahme werden unter Umständen Handlungen ausgeführt, an die sich der Patient später nicht erinnern kann
        • Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung
        • Risiko kann durch eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer (7 - 8 Stunden) verringert werden
      • paradoxe Reaktionen, z.B.
        • erhöhte Aggressivität
        • akute Erregungszustände
        • Angst
        • Suizidalität
        • Muskelspasmen
        • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelschwäche
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hautreaktionen (Exantheme)
      • andere allergische Reaktionen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atemdepression (bei Patienten mit Atemwegsobstruktionen und mit Hirnschädigungen)
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sturzgefahr, v.a. bei älteren Patienten
  • insbesondere bei hohen Dosen und wiederholter Anwendung
    • reversible Störungen, wie
      • verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Artikulationsstörungen)
      • Bewegungs- und Gangunsicherheit
      • Sehstörungen (Doppelbilder)
      • Nystagmus

Anwendungshinweise

  • intravenöse Injektion
    • langsam (etwa 5 ml Injektionslösung / Min.) in großlumige Venen injizieren
    • dabei wie üblich auf Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz achten
  • Injektionslösung ausschließlich intravenös verabreichen (nicht intramuskulär)
  • intraarterielle Gabe unbedingt vermeiden (Absterben von Gewebe (Nekrose) möglich)
  • bei versehentlicher intraarterieller Injektion
    • betroffene Arterie über liegende Nadel mit 50 ml isotoner NaCl-Lösung spülen, anschließend Nadel ziehen und Druckverband über Injektionsstelle anlegen
  • Injektionslösung kann unverdünnt angewendet oder mit folgenden Injektions-/Infusionslösungen gemischt werden:
    • 5 %ige Glucoselösung, 0,9 %ige Natriumchloridlösung bzw. Ringer-Lösung
  • Verabreichung von weiteren Arzneimitteln oder Infusionslösungen in die laufende Lormetazepam-Infusion mittels eines Dreiwegehahnes oder eines Y-Stückes in unmittelbarer Kanülennähe
  • vor Anwendung Ampullenhals mit medizinischem Alkohol reinigen (Spray oder getränkter Tupfer)
  • angebrochene Ampullen nach Benutzung verwerfen
  • Injektionslösung unmittelbar nach Aufbrechen der Ampulle unter aseptischen Bedingungen in sterile Spritze oder steriles Infusionsset aufziehen (Injektionslösung enthält keine antimikrobiellen Konservierungsmittel)
  • mit Verabreichung unverzüglich beginnen
  • Inhalt einer Ampulle sowie jeder Spritze oder jedes Infusionssystems, das die Injektionslösung enthält, nur zur einmaligen Anwendung bei einem Patienten bestimmt
  • verbleibende Reste müssen verworfen werden
  • bei Infusion der Injektionslösung eine Bürette, ein Tropfenzähler, eine Spritzenpumpe oder eine volumetrische Pumpe zur Kontrolle der Infusionsrate einsetzen
  • alle Reste der Injektionslösung verwerfen
  • vorgesehene Einleitungsdosis innerhalb von 2 Min. geben, um gewünschte Wirkung zu erzielen
  • Wahl der Erhaltungsdosis richtet sich nach erforderlichem Grad der Wirkung und der Kooperationsbereitschaft des Patienten

Stillzeithinweise

Lormetazepam - invasiv
  • Arzneimittel sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
  • Lormetazepam geht in die Muttermilch über
  • wenn wiederholte oder hohe Dosierungen zwingend indiziert sind (z.B. bei anders nicht beherrschbaren Angstzuständen), ist abzustillen bzw. das Stillen zu unterbrechen

Schwangerschaftshinweise

Lormetazepam - invasiv
  • Anwendung während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation, da keine Erfahrungen mit der Anwendung von Lormetazepam bei schwangeren Frauen dokumentiert sind
  • Patientinnen im gebärfähigen Alter
    • vor Behandlungsbeginn über eine bestehende Schwangerschaft informieren
  • bei wiederholter Anwendung von Benzodiazepinen während der Schwangerschaft Entwicklung einer körperliche Abhängigkeit beim Kind mit Entzugssymptomen in der Postpartalphase möglich
  • bei Anwendung von Benzodiazepinen aus zwingenden Gründen in hohen Dosen während der Spätschwangerschaft oder während der Geburt sind Auswirkungen auf das Neugeborene zu erwarten, wie
    • Ateminsuffizienz
    • Hypothermie
    • herabgesetzte Muskelspannung
    • Trinkschwäche (Floppy Infant Syndrome)
  • beim Menschen scheint das Missbildungsrisiko nach Einnahme therapeutischer Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko für Gaumenspalten ergaben
  • Fälle von Fehlbildungen und geistiger Retardierung pränatal exponierter Kinder sind nach Überdosierungen und Vergiftungen mit Benzodiazepinen bekannt geworden

Warnhinweise

Lormetazepam - invasiv
  • grundsätzlich Patienten 6 - 12 Stunden nach der Verabreichung nicht unbeaufsichtigt lassen
  • Behandlungsabbruch beim Auftreten "paradoxer Reaktionen" wie
    • erhöhte Aggressivität
    • aktue Erregungszustände
    • Angst
    • Suizidalität
    • Muskelspasmen
    • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Anwendung nur unter besonderer Vorsicht bei Patienten mit
    • spinalen und zerebellaren Ataxien
    • Schlaf-Apnoe-Syndromen
    • schwerer Atmungsinsuffizienz
    • schwerer Leberinsuffizienz
    • schwerer Niereninsuffizienz
  • Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren Patienten größer
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • sind, abgesehen von der Anwendung vor diagnostischen oder operativen Maßnahmen (Anästhesiologie, Intensivmedizin), von der Behandlung mit Lormetazepam auszuschließen
  • wiederholte Anwendung / Abhängigkeit
    • sollte in Ausnahmefällen fortgesetzte Anwendung erforderlich sein, ist der Nutzen der Behandlung gegen das Risiko von Gewöhnung und Abhängigkeit abzuwägen
    • Lormetazepam besitzt ein primäres Abhängigkeitspotential
      • bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung gegeben
      • gilt nicht nur für die missbräuchliche Anwendung besonders hoher Dosen, sondern auch für den therapeutischen Dosisbereich
    • Arzneimittel ausschleichend absetzen
      • plötzliches Absetzen nach längerer täglicher Gabe von Lormetazepam kann zu Schlafstörungen und vermehrtem Träumen führen; Angst, Spannungszustände sowie Erregung und innere Unruhe können sich verstärkt wieder einstellen
      • Symptomatik kann sich in Zittern und Schwitzen äußern und sich bis zu bedrohlichen körperlichen (Krampfanfälle) und seelischen Reaktionen, wie symptomatischen Psychosen (z.B. Entzugsdelir) steigern