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Fachinformationen

Indikation

  • Schwere Formen der Akne (Acne vulgaris)

Dosierung

  • Schwere Formen der Akne (Acne vulgaris)
    • soweit nicht anders verordnet
      • 2 Filmtabletten (entsprechend 100 mg Minocyclin) / Tag
    • Behandlungsdauer
      • i.d.R. 4 - 6 Wochen
      • bei Langzeitanwendung (> 21 Tage): initial sowie weiterhin regelmäßig Kontrollen der Blut-, Nieren- und Leberwerte erforderlich

Dosisanpassung

  • Säuglinge und Kinder < 8 Jahre
    • Anwendung kontraindiziert
  • schwere Leberfunktionsstörungen
    • Anwendung kontraindiziert
  • Niereninsuffizienz
    • Lebertoxizität durch Akkumulation von Tetracyclinen möglich
    • antianaboler Effekt von Tetracyclinen führt möglicherweise zu einem Anstieg der Blutharnstoffwerte
      • daher max. 200 mg Minocyclin / Tag
    • schwere Niereninsuffizienz
      • metabolischen Wirkungen können möglicherweise auch zu Azotämie, Hyperphosphatämie oder Azidose führen
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • aufgrund unzureichender Daten Behandlungsbeginn mit niedrigen Dosen (größere Häufigkeit von Störungen der Leber-, Nieren- und Herzfunktion, Begleiterkrankungen und anderer Begleitmedikation in Betracht ziehen)

Kontraindikationen

Minocyclin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Minocyclin oder andere Tetracycline
  • Kombination mit systemisch verabreichten Retinoiden
  • Patienten mit schweren Funktionsstörungen der Leber
  • Kombination mit anderen hepatotoxischen Mitteln
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Kinder < 8 Jahre

Therapiehinweise

Einnahme in aufrechter Körperhaltung.

Nebenwirkungen

Minocyclin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Superinfektion, z.B.
        • Candida-Besiedelung der Haut oder Schleimhäute (insbesondere des Genitaltraktes und der Mund- und Darmschleimhäute), mit Symptomen wie
          • Mund- und Rachenschleimhautentzündungen (Glossitis, Stomatitis)
          • akute Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide bei der Frau (Vulvovaginitis)
          • Pruritus ani
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Leukopenie
      • Thrombopenie
      • Eosinophilie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • reversible Veränderungen
        • Anämie, inkl. hämolytische Anämie
        • Agranulozytose
        • Leukozytose
        • Neutropenie
        • atypische Lymphozytose
        • toxische Granulation der Granulozyten
        • verminderte Prothrombinaktivität
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • angioneurotisches Ödem
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Reaktionen, wie
        • Asthma
        • Serumkrankheit-ähnliche Erkrankung, mit Symptomen wie
          • Hautausschlag
          • Urtikaria
          • Fieber
          • Kopfschmerz
          • Gelenkbeschwerden (Schmerz, Steife, Ödeme, Arthritis)
          • Eosinophilie
        • Perikarditis
        • Verschlimmerung eines systemischen Lupus erythematodes
        • Lupussyndrom, mit Symptomen wie
          • Ausbildung antinukleärer Antikörper
          • Gelenkbeschwerden (Polyarthralgie, Polyarthritis, Steife oder Ödem) mit negativem Rheumafaktor
          • Fieber
          • Abgeschlagenheit
          • Myalgie
          • Hepatitis
          • Erythem/Exanthem
          • Lymphadenopathie
          • Beschleunigung der Blutsenkungsgeschwindigkeit
          • Eosinophilie
          • eosinophile Lungeninfiltrate
          • Vaskulitis
        • allergische/eosinophile Pneumonitis
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS), mit Symptomen wie
        • Hautreaktionen
        • Eosinophilie
        • Hepatitis
        • Lungenerkrankung (eosinophile Lungeninfiltrate)
        • Nephritis
        • Myokardose
        • Perikarditis
        • Fieber
        • Lymphadenopathie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (Absetzen der Therapie und unter Umständen sofortige ärztliche Hilfe erforderlich; tödliche Verläufe kommen vor)
        • Angioödem mit Gesichtsödem
        • allergische Vaskulitis
        • Zungenschwellung
        • innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege
        • Atemnot
        • Asthma
        • Herzjagen
        • hämolytische Anämie
        • anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock
  • Endokrine Erkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • braun-schwarze mikroskopische Schilddrüsenverfärbung (ohne Funktionsstörung)
      • Störungen der Schilddrüsenfunktion, wie
        • Thyreoiditis
        • Knoten
        • Kropf
        • Thyroidkarzinome
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Parästhesie
      • Konvulsionen
      • Hypästhesie
      • Müdigkeit
      • reversible intrakranielle Drucksteigerung (Pseudotumor cerebri), mit Symptomen wie
        • Kopfschmerzen
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Sehstörungen (Papillenödem)
        • bei Säuglingen
          • Vorwölbung der Fontanellen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • zentralnervöse Nebenwirkungen (Frauen häufiger betroffen als Männer), mit Symptomen wie
        • Kopfschmerzen
        • Übelkeit
        • Ataxie
        • Schwindel
        • Benommenheit
        • Müdigkeit
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Halluzinationen
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • vorübergehende Myopie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • konjunktivale Zysten
      • Pigmenteinlagerungen in Cornea, Sklera und Retina
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Beeinträchtigung des Hörvermögens
      • Tinnitus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • vestibuläre Störungen (Schwindel, Übelkeit, Ataxie und Müdigkeit; Frauen sind häufiger betroffen als Männer)
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Vaskulitis (insb. Polyarteritis nodosa)
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myokarditis
      • Perikarditis
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Heiserkeit
      • interstitielle Pneumonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Husten
      • Dyspnoe
      • eosinophile Lungeninfiltration
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sodbrennen
      • Magendruck
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Meteorismus
      • Fettstühle
      • Diarrhö
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anorexie
      • schwarze Haarzunge
      • Stomatitis
      • Pruritus ani
      • Ösophagitis
      • Ösophagusulcera
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Mund- und Rachenschleimhautentzündungen (z. B. Glossitis)
      • Tonsillenkarzinom
      • pseudomembranöse Enterokolitis
      • Heiserkeit und Schluckbeschwerden
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhte Leberenzymwerte
      • Ikterus
      • Hyperbilirubinämie
      • Hepatitis
      • Leberfunktionsstörungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leberzellschädigungen
      • Leberinsuffizienz (teilweise tödlich)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • immunologisch bedingte Hepatitis (sofortiges Absetzen nötig)
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allergische Hautreaktionen, mit Symptomen wie
        • generalisiertes Exanthem
        • Urtikaria
        • Erytheme
        • Hautjucken
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Photosensibilisierung und phototoxische Reaktionen
        • Erythem
        • Hautödem
        • Blasenbildung der belichteten Hautareale
        • Nagelablösung und -verfärbung
      • allergische Hautreaktionen, mit Symptomen wie
        • Pruritus
        • Erythema nodosum
        • fixes Arzneimittelexanthem (an Genitalien und anderen Körperregionen)
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxisch epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom)
      • blaugraue bis schwärzliche Verfärbungen von Haut, Schleimhäuten und Nägeln
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Alopezie
      • schwere Hauterscheinungen, wie
        • exfoliative Dermatitis
        • Erythema exsudativum multiforme
      • Vaskulitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • makulopapulare und erythematöse Hautausschläge
      • Angioödem
      • postinflammatorische Hyperpigmentierung der Haut und Schleimhäute bei Langzeittherapie
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • irreversible Zahnverfärbung und Zahnschmelzschädigung (bei Kindern < 8 Jahren)
      • reversible Knochenwachstumsverzögerung (bei Kindern < 8 Jahren)
      • blaugraue bis schwärzliche Verfärbungen von Zähnen und Knochen bei Erwachsenen nach längerer hoch dosierter Therapie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Arthralgie
      • Myalgie
      • Arthritis
      • Verschlimmerung einer vorbestehenden Myasthenia gravis
  • Erkrankungen der Niere und Harnwege
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Manifestation von Nierenschäden durch pathologische Sedimentbefunde und Retention harnpflichtiger Substanzen (z. B. erhöhte Blutharnstoffwerte)
      • Hypokaliämie und Hypophosphatämie (als Komplikation eines tubulären Schadens)
      • Azotämie
      • Azidose
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • interstitielle Nephritis
      • akutes Nierenversagen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Fieber

Anwendungshinweise

  • Einnahme
    • regelmäßig morgens und abends
    • gleichzeitig zusammen mit einer Mahlzeit
    • mit reichlich Flüssigkeit (keine Milch)
  • Einnahme während einer Mahlzeit kann die Häufigkeit von Magen-Darm-Störungen verringern

Stillzeithinweise

Minocyclin - peroral
  • ist eine Behandlung unbedingt erforderlich, muss abgestillt werden
    • da ein potentielles Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden kann, sollten stillende Frauen nicht mit Minocyclin behandelt werden
  • Übergang in die Muttermilch

Schwangerschaftshinweise

Minocyclin - peroral
  • Minocyclin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert
    • Tetracycline schädigen den Fötus
    • hemmen die Osteogenese, verursachen Knochenbrüchigkeit und beeinträchtigen die Zahnentwicklung durch irreversible Verfärbungen und Hypoplasie des Zahnschmelzes
  • sollen Tetracycline bei Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden
  • tierexperimentelle Studien
    • teratogener Effekt beobachtet
    • plazentagängig
    • im embryonalen Gewebe nachgewiesen
    • Embryotoxizität bei Tieren nachgewiesen, die in der Frühschwangerschaft behandelt wurden
  • wie auch andere Antibiotika der Tetracyclin-Gruppe kann Minocyclin vom 4. Schwangerschaftsmonat an bis zu einem Alter von 8 Jahren zu dauerhaften Zahnschäden (Verfärbung und Verlust des Zahnschmelzes) und zu einer Verzögerung der Knochenbildung führen

Warnhinweise

Minocyclin - peroral
  • Allgemein
    • offiziellen Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung von Antibiotika berücksichtigen
  • Gonokokkeninfektion
    • Behandlungserfolg einer Therapie gegen Gonokokkeninfektion sollte durch eine kulturelle Kontrolle 3-4 Tage nach Behandlungsende überprüft werden
  • Anwendung während der Zahnentwicklung (ab dem 4. Schwangerschaftsmonat bis zu einem Alter von 8 Jahren)
    • kann zu bleibenden Zahnverfärbungen (gelb, grau, braun) und Zahnschmelzdefekten führen
    • insbesondere bei einer Langzeitbehandlung, wurde aber auch bei wiederholter kurzzeitiger Anwendung beobachtet
    • kontraindiziert bei schwangeren Frauen ab dem 4. Schwangerschaftsmonat sowie bei Säuglingen und Kindern unter 8 Jahren
      • es sei denn, der erwartete Nutzen ist deutlich größer als das damit verbundene Risiko
  • Allergische Reaktionen
    • komplette Kreuzallergie innerhalb der Tetracyclin-Gruppe
      • vorbekannte Überempfindlichkeitsreaktionen müssen mit besonderer Sorgfalt entsprechend erfragt werden
    • Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade bis hin zum anaphylaktischen Schock möglich
      • beim Auftreten von allergischen Reaktionen (z.B. Hautausschlag, Fieber, Lymphadenopathie) ist Minocyclin sofort abzusetzen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten
  • Leberschädigung
    • immunologisch bedingte Hepatitis möglich
      • Minocyclin sofort absetzen
    • auch nicht-immunologische Leberzellschädigungen möglich
      • vor allem bei höheren Dosen, bei längerfristiger Therapie, bei gleichzeitiger Anwendung anderer lebertoxischer Arzneistoffe oder bei vorbestehender Leber- oder Nierenfunktionseinschränkung
    • bei Patienten mit erhöhten Transaminase-, alkalische Phosphatase- oder Bilirubin-Blutkonzentrationen und insbesondere bei Patienten mit Ikterus sollte die Behandlung beendet werden
  • Pseudotumor cerebri
    • gutartige intrakraniale Drucksteigerung (Pseudotumor cerebri) unter der Behandlung mit Tetracyclinen beobachtet
    • wenn Kopfschmerzen oder Sehstörungen auftreten, die eine benigne intrakranielle Hypertonie vermuten lassen, sollte die Behandlung beendet werden
    • Nachwirkungen können bestehen bleiben
  • Photosensibilisierung
    • Exposition mit direktem Sonnenlicht oder UV-Strahlung vermeiden
    • phototoxischen Reaktionen der belichteten Hautareale mit Erythem, Hautödem, Blasenbildung und seltener auch mit Nagelablösung und -verfärbung möglich
    • Exposition muss unterbrochen werden, sobald Hautreaktionen wie Erytheme auftreten
    • Sonnenbaden im Freien oder in Solarien sollte daher während einer Therapie mit Minocyclin unterbleiben
  • Superinfektionen
    • insbesondere die längere Anwendung von Antibiotika kann zur Vermehrung resistenter Bakterien und Pilze führen (häufig im Magen-Darm-Bereich)
    • Zustand des Patienten sollte in regelmäßigen Zeitabständen kontrolliert werden
    • falls eine Folgeinfektion auftritt
      • Minocyclin absetzen und geeignete Maßnahmen ergreifen
  • Ösophagusulcera/Ösophagitis
    • bei gastroösophagealem Reflux und ösophagealer Passagebehinderung wurden Ösophagusulzera durch haftende Kapseln oder Tabletten ausgelöst
    • Tetracycline nicht abends vor dem Schlafengehen und nicht im Liegen einnehmen
    • nach der Einnahme mit viel Flüssigkeit nachgespülen
  • Myasthenia gravis
    • Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit Myasthenia gravis
    • vorbestehende Myasthenie kann durch Tetracycline verstärkt werden
  • Hormonelle Kontrazeptiva („Pille")
    • nicht auszuschließen, dass unter der Therapie mit Minocyclin in seltenen Fällen die Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung hormoneller Kontrazeptiva („Pille") in Frage gestellt sein kann
    • empfiehlt sich deshalb, zusätzlich nichthormonelle empfängnisverhütende Maßnahmen anzuwenden
  • Lupus erythematodes
    • Auftreten oder Verschlimmerung eines Lupus erythematodes möglich (insbesondere bei längerer Anwendung)
      • Anwendung sofort beenden
    • Risiko nimmt mit der Dauer der Anwendung zu
    • klinisch Gelenkbeschwerden (Polyarthritis und Polyarthralgie) mit negativem Rheumafaktor, Fieber, Abgeschlagenheit, Exanthem und Lymphadenopathie beschrieben
    • Eosinophile Lungeninfiltrate sind möglich
    • in den Laborbefunden können erhöhte BSG, Eosinophilie und ein erhöhter ANA-Titer auffällig sein
      • Minocyclin sofort absetzen
  • Pseudomembranöse Colitis
    • beim Auftreten schwerer und anhaltender Durchfälle während oder nach der Therapie ist an eine pseudomembranöse Enterocolitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann
      • Anwendung von Minocyclin sofort einstellen und angemessene Behandlung einleiten
      • Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen nicht eingenommen werden
  • Schilddrüsenfunktion
    • Fälle von abnormaler Schilddrüsenfunktion, wie Thyreoiditis, Knoten, Kropf und Thyroidkarzinome wurden bei Patienten nach Markteinführung berichtet
    • wenn Minocyclin über einen längeren Zeitraum gegeben wird, sollte eine Überwachung hinsichtlich der Anzeichen für Schilddrüsenkarzinome stattfinden
  • Vestibuläre Beeinträchtigungen
    • Symptome häufiger bei Frauen als bei Männern und reversibel
    • Dosisanpassung bei Schwindel empfohlen
    • besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten, die unter dem Menière-Syndrom leiden
      • falls vestibuläre oder andere Symptome, wie Sehstörungen, Halluzinationen und Gesichtsfeldausfall auftreten, sollte Minocyclin abgesetzt werden
  • Anwendung bei Patienten mit Niereninsuffizienz
    • Akkumulation von Tetracyclinen möglich
    • kann möglicherweise eine Lebertoxizität hervorrufen (auch bei normalen Dosen)
    • antianabole Effekt von Tetracyclinen führt möglicherweise zu einem Anstieg der Blutharnstoffwerte
    • Dosis von 200 mg Minocyclin sollte daher nicht überschritten werden
    • bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz können diese metabolischen Wirkungen möglicherweise auch zu Azotämie, Hyperphosphatämie oder Azidose führen
    • niedrigere Dosis ist angezeigt und falls die Behandlung fortgesetzt wird, ist eine Überwachung der Serumkonzentrationen von Minocyclin angeraten
  • Anwendung bei älteren Patienten (> 65 Jahre)
    • unzureichende Daten für die Anwendung bei älteren Patienten über 65 Jahre
    • Behandlung sollte mit niedrigen Dosen begonnen werden, denn eine größere Häufigkeit von Störungen der Leber-, Nieren- und Herzfunktion, Begleiterkrankungen und anderer Begleitmedikation ist in Betracht zu ziehen
  • Überwachung von Laborwerten
    • bei Langzeitanwendung (d. h. mehr als 21 Tage) initial sowie weiterhin regelmäßig Kontrollen der Blut-, Nieren- und Leberwerte durchgeführen
  • Inkompatibilitäten
    • Minocyclin kann mit 2- und 3-wertigen Kationen Chelate bilden, die im MagenMagen-Darm-Trakt nicht resorbiert werden