SOMATULINE Autogel 120 mg Inj.-Lsg.i.e.Fertigspr.

Orifarm GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Lanreotid →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 1 ST 2808,25 €
N2 3 ST 7548,16 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Therapie von Patienten mit Akromegalie
    • wenn nach einer chirurgischen Behandlung und/oder Radiotherapie die Spiegel des Wachstumshormons (GH) und/oder des Insulin-like Growth Factor-1 (IGF-1) anormal bleiben
    • die aus anderen Gründen eine medikamentöse Behandlung benötigen
      • Ziel der Behandlung bei Akromegalie: Reduktion der GH- und IGF-1-Spiegel und, sofern möglich eine Normalisierung dieser Werte
  • Therapie klinischer Symptome bei karzinoiden Tumoren
  • Therapie von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET G1 und einer Teilgruppe G2 (Ki67-Index bis zu 10 %)) mit Ursprung im Mitteldarm, Pankreas oder unbekannter Primärlokalisation (Enddarm ausgeschlossen)
    • bei erwachsenen Patienten mit inoperabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung

Dosierung

Basiseinheit: Fertigspritzen mit 60 mg, 90 mg und 120 mg Lanreotid (als Acetat)

  • Akromegalie
    • Initialdosis: 60 mg - 120 mg Lanreotid 1mal / 28 Tage
    • Dosisanpassung
      • individuell, je nach Ansprechen des Patienten
      • beurteilt anhand der Besserung der Symptome und/oder einer Reduktion der Wachstumshormon (GH)-Spiegel und/oder des Insulin-like Growth Factor-1 (IGF-1)
    • Dosiserhöhung
      • wenn gewünschte therapeutische Wirkung nicht erreicht wird
      • wenn der GH-Spiegel > 2,5 ng / ml
    • GH-Spiegel zwischen 2,5 ng / ml und 1 ng / ml: Dosis beibehalten( wenn der altersbereinigte IGF-1-Spiegel normal)
    • Dosisreduktion
      • wenn vollständige therapeutische Wirkung erreicht wurde, d.h. GH-Spiegel < 1 ng / ml, normaler IGF-1-Spiegel und/oder Verschwinden der Symptome
    • Patienten, die gut auf ein Somatostatin-Analogon eingestellt sind: evtl. 120 mg Lanreotid 1mal / 42 od. 56 Tage, z.B.
      • Patienten, die gut auf 60 mg alle 28 Tage eingestellt sind: 120 mg 1mal / 56 Tage
      • Patienten, die gut auf 90 mg alle 28 Tage eingestellt sind: 120 mg 1mal / 42 Tage
    • Langzeitüberwachung der Symptome, der GH- und IGF-1-Spiegel
  • Symptome bei neuroendokrinen Tumoren
    • Initialdosis: 60 mg - 120 mg Lanreotid 1mal / 28 Tage
    • Dosisanpassung: individuell nach Besserung der Symptome
    • Maximaldosis: 120 mg Lanreotid 1mal / 28 Tage
    • Patienten, die gut auf ein Somatostatin-Analogon eingestellt sind: evtl. 120 mg Lanreotid 1mal / 42 od. 56 Tage, z.B.
      • Patienten, die gut auf 60 mg alle 28 Tage eingestellt sind: 120 mg 1mal / 56 Tage
      • Patienten, die gut auf 90 mg alle 28 Tage eingestellt sind: 120 mg 1mal / 42 Tage
    • enge Überwachung der Symptome, wenn Behandlung auf das verlängerte Dosierungsintervall umgestellt wird
  • Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET G1 und Teilgruppe G2 (Ki67-Index bis zu 10 %)) mit Ursprung im Mitteldarm, Pankreas oder unbekannter Primärlokalisation (Enddarm ausgeschlossen) bei erwachsenen Patienten mit inoperabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung
    • Initialdosis: 120 mg Lanreotid 1mal / 28 Tage
    • zur Tumorkontrolle Behandlung solange wie nötig fortsetzen
  • Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Lanreotid hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vorliegend
    • bei Lanreotid wurde jedoch über Schwindel berichtet
    • wenn Patient davon betroffen, keine Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher nicht erwiesen
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassung erforderlich (große therapeutische Breite von Lanreotid)
  • Nieren-/Leberfunktionsstörungen
    • keine Dosisanpassung erforderlich (große therapeutische Breite von Lanreotid)

Kontraindikationen

Lanreotid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Lanreotid, Somatostatin oder ähnliche Peptide

Nebenwirkungen

Lanreotid - invasiv
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Abszess an der Injektionsstelle
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • allergische Reaktionen (einschließlich Angioödem, Anaphylaxie und Überempfindlichkeit)
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypoglykämie
      • verringerter Appetit**
      • Hyperglykämie
      • Diabetes mellitus
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schwindel
      • Kopfschmerzen
      • Lethargie**
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Insomnie*
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sinusbradykardie*
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hitzewallungen*
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrhoe
      • weiche Stühle / lockerer Stuhlgang*
      • Schmerzen im Bauchraum
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Verstopfung
      • Flatulenz
      • abdominale Distension
      • abdominales Unbehagen
      • Dyspepsie
      • Steatorrhoe**
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Stuhlverfärbung / entfärbter Stuhl*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pankreatitis
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Alopezie
      • Hypotrichose*
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Cholelithiasis
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • biliäre Dilatation*
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Cholezystitis
      • Cholangitis
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schmerzen des Bewegungsapparates**
      • Myalgie**
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
      • Müdigkeit
      • Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Verdickung / Raumforderungen, Verhärtung, Knötchen, Pruritus)
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • ALAT erhöht *
      • ASAT abnorm*
      • ALAT abnorm *
      • Bilirubinspiegel erhöht*
      • Blutzuckerspiegel erhöht *
      • glykosyliertes Hämoglobin erhöht*
      • Gewichtsabnahme
      • pankreatisches Enzym erniedrigt**
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • ASAT erhöht*
      • alkalische Phosphatase erhöht*
      • Bilirubinspiegel abnorm*
      • Natriumspiegel erniedrigt*

Legende:

* basiert auf Studien (Pool) mit Akromegalie-Patienten

** basiert auf Studien (Pool) mit GEP-NET-Patienten

Anwendungshinweise

  • zur tiefen s.c Injektion in den oberen äusseren Quadranten des Gesäßes oder in den oberen Abschnitt der Oberschenkelaußenseite
  • Patienten, die eine gleich bleibende Dosis erhalten
    • Verabreichung nach angemessenen Training durch medizinisches Fachpersonal eigenständigen Injektion oder von einer entsprechend unterwiesenen Person möglich
    • bei Selbstinjektion: Verabreichung in den oberen Abschnitt der Oberschenkelaußenseite
  • Entscheidung, ob die Injektion durch den Patienten selbst oder eine entsprechend unterwiesene Person verabreicht werden kann, liegt beim medizinischen Fachpersonal
  • unabhängig von der Injektionsstelle Haut nicht falten
  • Injektionsnadel zügig in ihrer gesamten Länge, senkrecht zur Haut einführen
  • Folgeinjektionen sollten abwechselnd in die linke und rechte Seite erfolgen
  • keine Anwendung, wenn beschichteter Beutel beschädigt oder geöffnet ist

Stillzeithinweise

Lanreotid - invasiv
  • Vorsicht ist geboten, wenn Lanreotid während der Stillzeit angewendet wird, da viele Arzneimittel über die Muttermilch ausgeschieden werden
  • nicht bekannt, dass dieses Arzneimittel in die Muttermilch übergeht

Schwangerschaftshinweise

Lanreotid - invasiv
  • Lanreotid sollte bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist
    • da tierexperimentelle Studien nicht immer aussagekräftig bezüglich des Ansprechens beim Menschen sind
  • Daten einer begrenzten Anzahl von exponierten Schwangeren zeigen keine Nebenwirkungen von Lanreotid auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus / Neugeborenen
    • bislang sind keine anderen relevanten epidemiologischen Daten verfügbar
  • tierexperimentelle Studien
    • ergaben keinen Befund von teratogenen Wirkungen im Zusammenhang mit Lanreotid während der Organogenese
    • embryo-fetale Toxizität (vermehrte Prä- und Postimplantationsverluste) und auch eine vorübergehende Wachstumsretardierung der Nachkommenschaft vor der Entwöhnung wurden beobachtet
  • Fertilität
    • tierexperimentelle Studien
      • verminderte Fertilität wurde bei weiblichen Ratten aufgrund der Hemmung der GH-Ausschüttung bei Dosen höher als solchen, die beim Menschen bei therapeutischer Dosierung erreicht werden können, beobachtet

Warnhinweise

Lanreotid - invasiv
  • Gallensteine
    • regelmäßige Überwachung der Patienten erforderlich
      • da Lanreotid die Motilität der Gallenblase verringern und zur Bildung von Gallensteinen führen kann
    • nach der Markteinführung wurde von Gallensteinen mit anschließenden Komplikationen einschließlich Cholezystitis, Cholangitis und Pankreatitis berichtet, die bei mit Lanreotid behandelten Patienten eine Cholezystektomie erforderten
      • bei Verdacht auf Komplikationen der Cholelithiasis ist Lanreotid abzusetzen und die Cholelithiasis angemessen zu behandeln
  • Einfluss auf den Blutzuckerspiegel
    • pharmakologische Studien bei Tieren und Menschen zeigen, dass Lanreotid, wie auch Somatostatin und andere Somatostatin-Analoga, die Insulin- und Glucagon-Sekretion hemmt
    • bei Patienten, die mit Lanreotid behandelt werden, kann Hypoglykämie oder Hyperglykämie auftreten
    • Kontrolle der Blutzuckerspiegel zu Beginn der Lanreotid-Behandlung oder bei Änderung der Dosierung empfohlen
    • bei Diabetikern sollte die Diabetesbehandlung entsprechend angepasst werden
  • Schilddrüsenfunktion
    • während der Lanreotid-Behandlung von Akromegalie-Patienten wurde ein leichtes Absinken der Schilddrüsenfunktion beobachtet, wobei eine klinisch manifeste Hypothyreose selten (< 1%) ist
    • falls klinisch erforderlich, sollten Schilddrüsenfunktionstests durchgeführt werden
  • Bradykardie
    • bei Patienten mit Bradykardie ist zu Behandlungsbeginn Vorsicht geboten
    • bei Patienten ohne vorbestehendes Herzproblem kann Lanreotid zu einem Absinken der Herzfrequenz führen, ohne notwendigerweise die Schwelle zur Bradykardie zu erreichen
    • bei Patienten, die bereits vor Beginn der Lanreotid-Behandlung an Herzerkrankungen leiden, kann eine Sinusbradykardie auftreten