SORTIS 20MG KTABL 30 ST

Viatris Healthcare GmbH
Rezeptpflichtig
Wirkstoff: Atorvastatin →

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Packungsgröße Menge Apothekenpreis
N1 30 ST 57,76 €

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Fachinformationen

Indikation

  • Hypercholesterinämie
    • zusätzlich zu einer Diät zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apolipoprotein-B- und Triglyceridspiegel
      • bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschl. familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht-pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen
    • zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind
  • Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen
    • bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren

Dosierung

  • Hypercholesterinämie, Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen
    • vor Anwendung: Einstellung des Patienten auf übliche Diät zur Senkung des Cholesterinwertes; diese während der Behandlung fortsetzen
    • individuelle Dosierung, entsprechend des Ausgangs-LDL-Cholesterinwertes, dem Ziel der Therapie sowie dem Ansprechen des Patienten
      • initial: 10 mg Atorvastatin 1mal / Tag
      • Dosissteigerung, individuell, in Intervallen von mind. 4 Wochen
      • max. Dosis: 80 mg Atorvastatin 1mal / Tag
    • primäre Hypercholesterinämie und gemischte (kombinierte) Hyperlipidämie
      • 10 mg Atorvastatin 1mal / Tag
      • Behandlungsdauer:
        • therapeutischer Erfolg innerhalb von 2 Wochen, max. therapeutischer Effekt i. d. R. nach 4 Wochen
        • Wirkung bleibt unter Dauertherapie erhalten
    • heterozygote familiäre Hypercholesterinämie
      • initial: 10 mg Atorvastatin 1mal / Tag
      • Dosissteigerungen, individuell, in Abständen von 4 Wochen bis 40 mg / Tag
      • anschließend Dosiserhöhung bis max. 80 mg Atorvastatin / Tag oder Kombination aus 40 mg Atorvastatin 1mal / Tag plus einem gallensäurebindenden Ionenaustauscherharz
    • homozygote familiäre Hypercholesterinämie
      • begrenzte Daten
      • 10 - 80 mg Atorvastatin 1mal / Tag
      • Atorvastatin sollte als Ergänzung zu anderen lipidsenkenden Behandlungsmöglichkeiten (z. B. LDL-Apherese) verwendet werden oder falls diese Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind
    • Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen
      • 10 mg Atorvastatin 1mal / Tag
      • ggf. Dosiserhöhung, um einen LDL-Cholesterinspiegel entsprechend den aktuellen Leitlinien zu erreichen

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • vorsichtige Anwendung
    • aktive Lebererkrankung oder unklare, dauerhafte Erhöhung der Serumtransaminasen auf > 3fache des oberen Normwertes
      • Anwendung kontraindiziert
  • gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln
    • Patienten, die zusätzlich Virostatika (Elbasvir / Grazoprevir) wegen einer Hepatitis-C-Infektion oder Letermovir zur Vorbeugung einer Cytomegalievirus-Infektion einnehmen
      • max. 20 mg Atorvastatin / Tag
    • Patienten, die Letermovir in Kombination mit Ciclosporin einnehmen
      • keine Anwendung
  • ältere Patienten > 70 Jahre
    • Wirksamkeit und Verträglichkeit vergleichbar mit Gesamtpopulation
  • Kinder und Jugendliche
    • Hypercholesterinämie
      • zu behandeln nur von Ärzten, die Erfahrung mit der Behandlung einer Hyperlipidämie haben
      • regelmäßige Nachuntersuchung zur Kontrolle des Therapiefortschritts
    • heterozygote familiäre Hypercholesterinämie
      • Kinder >/= 10 Jahre
        • initial: 10 mg Atorvastatin 1mal / Tag
        • Dosiserhöhung, optional, auf 80 mg / Tag, orientiert am individuellen Ansprechen und der Verträglichkeit
        • individuelle Dosisanpassung je nach empfohlenem Therapieziel im Intervall von mind. 4 Wochen
      • Kinder 6 - 10 Jahre
        • begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
        • Kinder < 10 Jahre: keine Anwendung

Kontraindikationen

Atorvastatin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Atorvastatin
  • aktive Lebererkrankung
  • unklare, dauerhafte Erhöhung von Serum-Transaminasen auf mehr als das 3-fache des oberen Normwertes
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten Empfängnisverhütungsmethoden anwenden
  • Patienten, die mit den Virostatika Glecaprevir / Pibrentasvir zur Behandlung einer Hepatitis-C-Infektion behandelt werden

Nebenwirkungen

Atorvastatin - peroral
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nasopharyngitis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Thrombopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • allergische Reaktionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anaphylaktische Reaktionen
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hyperglykämie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypoglykämie
      • Gewichtszunahme
      • Anorexie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Diabetes mellitus (Klasseneffekt der Statine)
        • Häufigkeit abhängig von Vorhandensein oder Fehlen von Risikofaktoren (Nüchternblutzucker >/= 5,6 mmol / l, BMI > 30 kg / m2, erhöhte Triglyceride, bestehende Hypertonie)
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Alpträume
      • Schlaflosigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Depression (Klasseneffekt der Statine)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Benommenheit
      • Parästhesien
      • Hypästhesien
      • Störung des Geschmacksempfindens
      • Amnesie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • periphere Neuropathie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Myasthenia gravis
  • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • verschwommenes Sehen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Sehstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • okuläre Myasthenie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Tinnitus
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Hörverlust
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • pharyngolaryngeale Schmerzen
      • Nasenbluten
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • interstitielle Lungenkrankheit (Klasseneffekt der Statine, in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verstopfung
      • Blähungen
      • Dyspepsie
      • Übelkeit
      • Durchfall
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Ober- und Unterbauchschmerzen
      • Aufstoßen
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hepatitis
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Cholestase
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leberversagen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Urtikaria
      • Hautausschlag
      • Pruritus
      • Alopezie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • angioneurotisches Ödem
      • bullöses Exanthem, einschließlich
        • Erythema multiforme
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxisch epidermale Nekrolyse
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Myalgie
      • Arthralgie
      • Schmerzen in den Extremitäten
      • Muskelspasmen
      • Gelenkschwellungen
      • Rückenschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nackenschmerzen
      • Muskelschwäche
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Myopathie
      • Myositis
      • Rhabdomyolyse
      • Muskelruptur
      • Tendopathie (manchmal verkompliziert durch eine Sehnenruptur)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Lupus-ähnliches Syndrom
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • immunvermittelte nekrotisierende Myopathie
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Gynäkomastie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Störung der Sexualfunktion (Klasseneffekt der Statine)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Unwohlsein
      • Asthenie
      • Schmerzen im Brustkorb
      • periphere Ödeme
      • Erschöpfung
      • Fieber
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • veränderte Leberfunktionstests
      • erhöhte Creatinphosphokinase im Blut
        • erhöhte Creatinkinase (CK)-Konzentrationen im Serum auf mehr als das 3-fache des oberen Normwertes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • positiver Test auf weiße Blutzellen im Urin
      • erhöhte Creatinkinase (CK)-Konzentrationen im Serum auf mehr als das 10-fache des oberen Normwertes
      • erhöhte Serumtransaminasen um mehr als das 3-fache des oberen Normwertes

Anwendungshinweise

  • Kautabletten kauen oder als Ganzes mit einem Glas Wasser einnehmen
  • die jeweilige Tagesdosis wird auf einmal verabreicht
  • Einnahme kann jederzeit, unabhängig von der Nahrungsaufnahme erfolgen

Stillzeithinweise

Atorvastatin - peroral
  • kontraindiziert während der Stillzeit
    • wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen sollten Frauen ihre Säuglinge nicht stillen
  • nicht bekannt, ob Atorvastatin oder seine Metaboliten in die menschliche Muttermilch übertreten
  • tierexperimentelle Studien
    • bei Ratten in der Milch ähnliche Konzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten wie im Plasma gemessen

Schwangerschaftshinweise

Atorvastatin - peroral
  • kontraindiziert während der Schwangerschaft
    • Atorvastatin sollte von schwangeren Frauen, von Frauen, die schwanger werden möchten, oder glauben, schwanger zu sein, nicht angewendet werden
    • für den Zeitraum der Schwangerschaft oder bis bekannt ist, dass keine Schwangerschaft vorliegt, sollte die Therapie mit Atorvastatin abgesetzt werden
  • kontraindiziert bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten Empfängnisverhütungsmethoden anwenden
    • Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie geeignete Verhütungsmaßnahmen anwenden
  • Sicherheit von Atorvastatin in der Schwangerschaft bisher nicht belegt
  • keine kontrollierten klinischen Studien mit Atorvastatin bei schwangeren Frauen durchgeführt
  • seltene Berichte über kongenitale Anomalien nach intrauteriner Exposition mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren vorliegend
  • Behandlung der Mutter mit Atorvastatin kann beim Fötus die Konzentration von Mevalonat, einem Vorprodukt der Cholesterinbiosynthese, verringern
    • Atherosklerose ist ein chronischer Prozess
    • das übliche Absetzen einer lipidsenkenden Therapie während der Schwangerschaft sollte nur einen geringen Einfluss auf das Langzeitrisiko einer primären Hypercholesterinämie haben
  • tierexperimentelle Studien
    • Reproduktionstoxizität beobachtet
  • Fertilität
    • in tierexperimentellen Studien hatte Atorvastatin keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von männlichen oder weiblichen Tieren

Warnhinweise

Atorvastatin - peroral
  • Einfluss auf die Leber
    • Leberfunktionstests vor Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen durchführen
    • Patienten, bei denen Anzeichen oder Symptome einer Leberschädigung auftreten
      • Leberfunktionstest durchführen
    • Patienten, bei denen sich ein Transaminasenanstieg entwickelt
      • bis zum Abklingen des Befunds beobachten
      • falls Erhöhung der Transaminasen auf mehr als das 3-fache des oberen Normwertes fortdauert
        • Dosisreduktion oder Therapieabbruch empfohlen
    • Patienten, die beträchtliche Mengen Alkohol konsumieren und / oder bei denen bereits eine Lebererkrankung in der Vorgeschichte bekannt ist
      • mit Vorsicht anwenden
  • SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels)
    • Post-hoc-Analyse von Schlaganfall-Subtypen bei Patienten ohne koronare Herzkrankheit (KHK), die kürzlich einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten hatten
      • im Vergleich zur Placebogruppe höhere Inzidenz von hämorrhagischen Schlaganfällen bei den Patienten, die die Therapie mit 80 mg Atorvastatin begannen
      • erhöhtes Risiko besonders ausgeprägt bei Patienten, die bei Aufnahme in die Studie einen hämorrhagischen Schlaganfall oder einen lakunären Infarkt in der Anamnese hatten
      • Patienten mit einem hämorrhagischen Schlaganfall oder einem lakunären Infarkt in der Anamnese
        • Nutzen-Risiko-Verhältnis der 80-mg-Dosierung von Atorvastatin ungeklärt
        • mögliches Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls vor Behandlungsbeginn sorgfältig bedenken
  • Einfluss auf die Skelettmuskulatur
    • wie andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer kann auch Atorvastatin in seltenen Fällen die Skelettmuskulatur beeinflussen
    • kann folgende Erkrankungen verursachen
      • Myalgie
      • Myositis
      • Myopathie
        • diese kann sich zu Rhabdomyolyse entwickeln
          • möglicherweise lebensbedrohlicher Zustand
          • charakterisiert durch
            • deutlich erhöhte Creatinkinase(CK)-Spiegel (> 10-fache des oberen Normwertes)
            • Myoglobinämie
            • Myoglobinurie mit möglichem Nierenversagen
    • nekrotisierende autoimmune Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy, IMNM)
      • in sehr seltenen Fällen während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über nekrotisierende autoimmune Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy, IMNM) berichtet
      • klinische Charakteristika einer IMNM sind
        • persistierende proximale Muskelschwäche
        • erhöhte Serum-Creatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen fortbestehen
        • positive Anti-HMG-CoA-Reduktase-Antikörper
        • Besserung durch Immunsuppressiva
    • Myasthenia gravis / okuläre Myasthenie
      • in wenigen Fällen wurde berichtet, dass Statine eine Myasthenia gravis oder eine Verschlechterung einer bereits bestehenden Myasthenia gravis oder okuläre Myasthenie auslösen
      • Atorvastatin sollte bei einer Verschlimmerung der Symptome abgesetzt werden
      • über Rezidive wurde berichtet, wenn dasselbe oder ein anderes Statin (erneut) verabreicht wurde
  • Untersuchung vor Behandlungsbeginn
    • Vorsicht bei Patienten, bei denen prädisponierende Faktoren für das Auftreten von Rhabdomyolysen vorliegen
    • Messungen der Creatinkinase-Aktivität vor Therapiebeginn bei Vorliegen der folgenden Risikofaktoren bzw. Erkrankungen
      • Beeinträchtigung der Nierenfunktion
      • Hypothyreose
      • erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese
      • muskulär-toxische Komplikationen im Zusammenhang mit der Gabe eines Statins oder Fibrates in der Anamnese
      • Lebererkrankungen in der Vorgeschichte und / oder erheblicher Alkoholkonsum
      • Ältere Patienten (> 70 Jahre)
        • Notwendigkeit einer solchen Messung erwägen, wenn weitere prädisponierende Faktoren für das Auftreten einer Rhabdomyolyse vorliegen
      • Umstände, bei denen eine Erhöhung der Plasmaspiegel eintreten kann, z. B.
        • Wechselwirkungen
        • spezielle Patientengruppen, einschließlich genetische Subpopulationen
    • in diesen Fällen
      • sorgfältige Nutzen-Schaden-Abwägung erforderlich
      • engmaschige Überwachung erforderlich
    • wenn CK-Werte vor Behandlungsbeginn wesentlich (um mehr als das 5-fache des oberen Normwertes) erhöht sind
      • Therapie nicht beginnen
  • Creatinkinase-Bestimmung
    • Creatinkinase (CK) nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei Vorliegen von anderen möglichen Ursachen eines CK-Anstiegs messen
      • dies erschwert Interpretation der Messwerte
    • falls CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich erhöht sind (um mehr als das 5-fache des oberen Normwertes)
      • zur Überprüfung innerhalb von 5 bis 7 Tagen erneute Bestimmungen durchführen
  • Überwachung während der Therapie
    • Patienten müssen aufgefordert werden, Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der Skelettmuskeln umgehend zu berichten
      • speziell, wenn diese mit allgemeinem Unwohlsein oder Fieber einhergehen
    • treten solche Symptome während der Behandlung mit Atorvastatin auf
      • CK-Aktivität messen
        • ist diese wesentlich (> 5-fache des oberen Normwertes) erhöht
          • Therapie abbrechen
        • bei anhaltenden und starken Muskelbeschwerden und nicht wesentlich erhöhten CK-Werten (</= 5-fache des oberen Normwertes)
          • Abbruch der Therapie erwägen
        • wenn Symptome abgeklungen und CK-Werte auf ein normales Niveau gesunken sind
          • Wiederaufnahme der Therapie mit Atorvastatin oder einem anderen Statin in der niedrigsten Dosierung und mit engmaschiger Überwachung erwägen
    • Therapie mit Atorvastatin muss abgebrochen werden
      • falls klinisch signifikante CK-Konzentrationen im Serum auftreten (> 10-Fache des oberen Normwertes)
      • oder falls eine Rhabdomyolyse diagnostiziert oder vermutet wird
  • gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln
    • Gefahr einer Rhabdomyolyse erhöht wenn Atorvastatin zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln verabreicht wird
      • die die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen können, wie z.B. starke Hemmer von CYP3A4 oder Transportproteinen, u.a.
        • Ciclosporin
        • Telithromycin
        • Clarithromycin
        • Delavirdin
        • Stiripentol
        • Ketoconazol
        • Voriconazol
        • Itraconazol
        • Posaconazol
        • Letermovir
        • bestimmte HIV-Protease-Inhibitoren einschließlich Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir, Darunavir, Kombination von Tipranavir / Ritonavir usw.
    • Gefahr einer Myopathie erhöht bei bei gleichzeitiger Anwendung von
      • Gemfibrozil und anderen Fibraten
      • Erythromycin
      • Niacin
      • Ezetimib
      • Virostatika zur Behandlung von Hepatitis C (HCV), wie
        • Boceprevir
        • Telaprevir
        • Kombination von Elbasvir / Grazoprevir
        • Kombination von Ledipasvir / Sofosbuvir
    • wenn möglich, sollten alternative (nicht interagierende) Therapiemaßnahmen statt dieser Arzneimittel in Erwägung gezogen werden
    • in den Fällen, in denen gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel zusammen mit Atorvastatin unumgänglich ist
      • sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung der Komedikation durchführen
    • Patienten, die Arzneimittel erhalten, die die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen
      • niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin in Erwägung ziehen
      • bei starken CYP3A4-Inhibitoren zusätzlich eine niedrigere Initialdosis von Atorvastatin in Erwägung ziehen
        • entsprechende klinische Überwachung dieser Patienten empfohlen
  • Fusidinsäure
    • Atorvastatin darf nicht zusammen mit systemischen Darreichungsformen von Fusidinsäure gegeben werden, auch nicht innerhalb von 7 Tagen nach Absetzen der Therapie mit Fusidinsäure
    • sofern die systemische Gabe von Fusidinsäure bei Patienten als essenziell erachtet wird, Statintherapie während der gesamten Behandlungsdauer mit Fusidinsäure absetzen
    • Berichte über das Auftreten einer Rhabdomyolyse (darunter einige Fälle mit Todesfolge) bei Patienten, die Fusidinsäure und Statine in Kombination erhielten
      • Patienten sollten darüber informiert werden, sich umgehend an einen Arzt zu wenden, wenn sie jedwede Anzeichen von Muskelschwäche, -schmerzen oder -empfindlichkeit bemerken
    • Statintherapie kann 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure wieder aufgenommen werden
    • sofern in Ausnahmefällen längere systemische Gabe von Fusidinsäure notwendig ist, wie z.B.
      • zur Behandlung von schweren Infektionen
        • gemeinsame Gabe von Atorvastatin mit Fusidinsäure sollte nur im Einzelfall und unter engmaschiger medizinischer Überwachung in Betracht gezogen werden
  • Kinder und Jugendliche
    • in einer 3-jährigen Studie zur Bewertung von Gesamtreifung und -entwicklung und des Tanner-Stadiums sowie Messung von Größe und Gewicht
      • keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf Wachstum und Geschlechtsreife festgestellt
  • interstitielle Lungenkrankheit
    • Berichte über eine interstitielle Lungenkrankheit in Ausnahmefällen bei einigen Statinen, besonders bei Langzeittherapie
      • mögliche dabei auftretende Beschwerden
        • Dyspnoe
        • unproduktiver Husten
        • allgemeine Gesundheitsstörungen
          • Erschöpfung
          • Gewichtsverlust
          • Fieber
      • Statintherapie sollte abgebrochen werden
        • wenn vermutet wird, dass ein Patient eine interstitielle Lungenkrankheit entwickelt hat
  • Diabetes mellitus
    • Hinweise, dass Statine als Substanzklasse
      • zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt
      • bei manchen Patienten, die hohes Risiko für Entwicklung eines zukünftigen Diabates mellitus haben, eine Hyperglykämie hervorgerufen werden kann, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert
    • dieses Risiko wird jedoch von Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine aufgewogen
      • sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung führen
    • in Übereinstimmung mit nationalen Richtlinien Risikopatienten (Nüchternblutzucker von 5,6 - 6,9 mmol/l, BMI > 30 kg / m², erhöhte Triglyceride, Hypertonie) klinisch und in Bezug auf die relevanten Laborwerte überwachen