Spinraza 12 mg Injektionslösung
Packungsgrößen & Preise
| Packungsgröße | Menge | Apothekenpreis |
|---|---|---|
| N1 | 1 ST | 79680,92 € |
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Indikation
- Behandlung der 5q-assoziierten spinalen Muskelatrophie
Dosierung
Basiseinheit: 1 ml enthält 2,4 mg Nusinersen
- Behandlung der 5q-assoziierten spinalen Muskelatrophie
- Hinweise
- Einleitung der Behandlung nur von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA)
- die Entscheidung zur Behandlung sollte sich auf eine individuelle Einschätzung des zu erwartenden Nutzens der Behandlung für den betroffenen Patienten durch einen Experten stützen und gegen die möglichen Risiken einer Behandlung mit Nusinersen abgewogen werden
- Patienten mit ausgeprägter Hypotonie und Ateminsuffizienz bei der Geburt, bei denen das Präparat nicht untersucht wurde, werden wahrscheinlich aufgrund des schweren (SMN)-Protein-Mangels keinen klinisch bedeutsamen Nutzen von der Behandlung haben
- empfohlene Dosis
- 12 mg Nusinersen (5 ml) / Anwendung
- Behandlungsbeginn
- so früh wie möglich nach der Diagnose 4 Aufsättigungsdosen an Tag 0, 14, 28 und 63
- anschließend Erhaltungsdosis
- 12 mg Nusinersen (5 ml) 1mal / 4 Monate
- Behandlungsdauer
- keine Daten zur Langzeitwirksamkeit
- der Bedarf für eine Fortsetzung der Therapie sollte in regelmäßigen Abständen überprüft und je nach klinischem Erscheinungsbild des Patienten und seinem Ansprechen auf die Behandlung im jeweiligen Einzelfall abgewogenwerden
- ausgelassene oder verspätet applizierte Dosen
- Aufsättigungsdosis verspätet oder ausgelassen
- verspätete oder ausgelassene Dosis schnellstmöglich verabreichen, mit einem Abstand von mind. 14 Tagen zwischen den Dosen
- Behandlung fortsetzen, indem die nachfolgenden Dosen ab der letzten Dosis in den vorgeschriebenen Abständen verabreicht werden
- Beispiel:
- 3. Aufsättigungsdosis 30 Tage verspätet an Tag 58 (anstatt an Tag 28) verabreicht
- 4. Aufsättigungsdosis 35 Tage später an Tag 93 (anstatt an Tag 63) verabreichen
- 1. Erhaltungsdosis 4 Monate danach
- 4. Aufsättigungsdosis 35 Tage später an Tag 93 (anstatt an Tag 63) verabreichen
- 3. Aufsättigungsdosis 30 Tage verspätet an Tag 58 (anstatt an Tag 28) verabreicht
- Beispiel:
- Erhaltungsdosis verspätet oder ausgelassen
- letzte Dosis vor > 4 bis < 8 Monaten appliziert
- verspätete Erhaltungsdosis schnellstmöglich verabreichen
- nächste Erhaltungsdosis am ursprünglich geplanten Datum verabreichen
- solange diese 2 Dosen in einem Abstand von mind. 14 Tagen verabreicht werden
- nächste Erhaltungsdosis 4 Monate nach der letzten Dosis verabreichen und alle 4 Monate wiederholen
- letzte Dosis vor >/= 8 bis < 16 Monaten appliziert
- ausgelassene Dosis schnellstmöglich verabreichen
- die darauffolgende Dosis 14 Tage später verabreichen
- nächste Erhaltungsdosis 4 Monate nach der letzten Dosis verabreichen und alle 4 Monate wiederholen
- letzte Dosis vor >/= 16 bis < 40 Monaten appliziert
- ausgelassene Dosis schnellstmöglich verabreichen
- die darauffolgende Dosis 14 Tage später verabreichen
- gefolgt von einer 3. Dosis 14 Tage später
- nächste Erhaltungsdosis 4 Monate nach der letzten Dosis verabreichen und alle 4 Monate wiederholen
- letzte Dosis vor >/= 40 Monaten appliziert
- gesamtes Aufsättigungsschema in den vorgeschriebenen Abständen (Tage 0, 14, 28 und 63) verabreichen
- Erhaltungsdosis 4 Monate nach der letzten Aufsättigungsdosis verabreichen und alle 4 Monate wiederholen
- letzte Dosis vor > 4 bis < 8 Monaten appliziert
- Aufsättigungsdosis verspätet oder ausgelassen
- Hinweise
Dosisanpassung
- Nierenfunktionsstörung
- keine Daten
- Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
- Patienten engmaschig überwachen
- Leberfunktionsstörung
- keine Daten
- keine Metabolisierung über das Cytochrom-P450-Enzymsystem
- Dosisanpassung daher unwahrscheinlich
Kontraindikationen
Nusinersen - invasiv
- Überempfindlichkeit gegen Nusinersen
Nebenwirkungen
Nusinersen - invasiv
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Meningitis/aseptische Meningitis (nach Markteinführung festgestellt)
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Kopfschmerz
- ohne Häufigkeitsangabe
- kommunizierender Hydrozephalus (nach Markteinführung festgestellt)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erbrechen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Rückenschmerzen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Immunogenität
- ohne Häufigkeitsangabe
Anwendungshinweise
- zur intrathekalen Anwendung mittels Lumbalpunktion
- Behandlung nur durch Ärzte, die Erfahrung in der Durchführung von Lumbalpunktionen haben
- intrathekale Bolusinjektion über 1 - 3 Min. mithilfe einer Spinalanästhesie-Nadel
- Injektion nicht in Hautareale, die Anzeichen einer Infektion oder Entzündung zeigen
- es wird empfohlen, vor der Anwendung eine der zu injizierenden Menge des Präparates entsprechende Menge Liquor zu entnehmen
- zur Anwendung ist ggf. eine Sedierung erforderlich, wenn dies aufgrund des klinischen Zustandes des Patienten angezeigt ist
- zur Überwachung der intrathekalen Applikation ist insbesondere bei jüngeren Patienten und Patienten mit Skoliose Ultraschall(oder andere bildgebende Verfahren) in Betracht zu ziehen
- weitere Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels s. Herstellerinformation
Stillzeithinweise
Nusinersen - invasiv
- Entscheidung treffen, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Nusinersen verzichtet werden soll / die Behandlung mit Nusinersen zu unterbrechen ist
- sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau ist zu berücksichtigen
- nicht bekannt, ob Nusinersen/Metabolite in die Muttermilch übergehen
- Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden
Schwangerschaftshinweise
Nusinersen - invasiv
- aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung während der Schwangerschaft vermieden werden
- keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Nusinersen bei Schwangeren vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
- Fertilität
- keine Effekte auf die männliche oder weibliche Fertilität in Toxizitätsstudien an Tieren beobachtet
- keine Daten über die potenziellen Effekte auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
Warnhinweise
Nusinersen - invasiv
- Behandlung mit Nusinersen sollte nur von einem Arzt eingeleitet werden, der Erfahrung in der Behandlung der spinalen Muskelatrophie (SMA) hat
- Lumbalpunktions-Verfahren
- bestehendes Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Lumbalpunktion (z. B. Kopfschmerz, Rückenschmerzen, Erbrechen)
- Schwierigkeiten bei dieser Art der Anwendung können u.U. bei sehr jungen Patienten sowie bei Patienten mit Skoliose auftreten
- Verwendung von Ultraschall oder anderen bildgebenden Verfahren kann zur Unterstützung der intrathekalen Anwendung von Nusinersen je nach Ermessen des Arztes in Erwägung gezogen werden
- Thrombozytopenie und Blutgerinnungsstörungen
- Beobachtung von Blutgerinnungsstörungen und Thrombozytopenie, einschließlich akuter schwerer Thrombozytopenie, nach der Gabe von anderen subkutan oder intravenös angewendeten Antisense-Oligonukleotiden
- empfohlen, wenn klinisch angezeigt
- Bestimmung von Thrombozyten und Blutgerinnung anhand von Labortests vor der Anwendung
- Nierentoxizität
- Beobachtung von Nierentoxizität nach Gabe anderer subkutan oder intravös angewendeter Antisense-Oligonukleotide
- empfohlen, wenn klinisch angzeigt
- Urinuntersuchung auf Protein (vorzugsweise mit einer Probe des 1. Morgenurins)
- Abklärung erwägen bei anhaltend erhöhten Proteingehalt des Urins
- Hydrozephalus
- über das Auftreten eines kommunizierenden Hydrozephalus wurde nach Markteinführung bei Patienten unter Behandlung mit Nusinersen berichtet
- war nicht mit einer Meningitis oder einer Blutung assoziiert
- einigen Patienten wurde ein ventrikulo-peritonealer Shunt implantiert
- bei Patienten mit Bewusstseinsstörungen ist eine Untersuchung auf einen Hydrozephalus in Betracht zu ziehen
- Nutzen und Risiken einer Behandlung mit Nusinersen bei Patienten mit einem ventrikuloperitonealen Shunt sind derzeit nicht bekannt
- die Beibehaltung der Therapie ist sorgfältig abzuwägen
- über das Auftreten eines kommunizierenden Hydrozephalus wurde nach Markteinführung bei Patienten unter Behandlung mit Nusinersen berichtet